1
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V
Der alte Fondaco dei Tedeschi nach dem Plane Venedigs von Jacopo de' Barbari 1500.
a) Die alte Rialto-BrUcke. -■ b) Die Kirche S. Bartolomeo. - c) Der Fondaco selbst (das Gebäude unterhalb
der alten Ueberschrift .Fontico dalamani'). - d) Die Kirche S. Giovanni Crisostomo.
Der neue Fondaco nach A. Quadri, Jl Canal Grande di Venezia (1828) mit den
damals noch vorhandenen Thürmchen.
a) Ponte dell' Oglio mit dem Eio del Fondaco. - b) Fondamenta e Traghetto del Buso mit der Calle del Fo
daco, wo der Eingang von der Strasse her.
DER
FONDACO DEI TEDESCHI
IN VENEDIG
UND DIE
DEÜTSCH-VEMTIANISCHENHANDELSBEZIEHUN&Ei
QUELLEN UND FORSCHUNGEN
VON
D«- HENRY SIMONSFELD,
Dozent der Geschichte an der Universität und Sekretär an der kgl. Hof- und Staatsbibliothc
in München.
Mit Unterstützung der historischen Commission bei der kgl. bayerischen
Akademie der Wissenschaften.
STUTTGART.
VERLAG DER J. G. COTTA'SCHEN BUCHHANDLU:
1887.
DER
FONMCO DEI TEDESCHI
IN VENEDIG
UND DIE
lEÜTSCH-VENETIANISCHENHANDELSBEZIEHÜN&EN.
VON
D« HENRY. SIMONSFELD,
Dozent der Geschichte au der Universität und Sekretär au der kgl. Hof- und Staatsbibliothek
in München.
BAND II.
/. Geschichtliches.
II. Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco 1402—1753,
III. Grabschriften von Deutschen in Venedig.
Anhang: Zur Geschichte deutscher Gewerbetreibender in Venedig.
STUTTGART.
VERLAG DER J. ö. COTTA'SCHEN BUCHHANDLUNG.
1887.
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Alle Rechte,
insonderheit in Beziehung auf Uebersetzungen, sind von
der Verlagsliandlung vorbehalten.
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7C8391
Druck von Gebrüder Kröner in Stuttgart.
'^11
Vorwort.
iJer vorliegende zweite Band bringt, wie versprochen (cf, Vor-
wort zu Bd. I S. XVIIl), zunächst eine zusammenfassende Dar-
steUung der Geschichte des Fondaco und der deutsch-venetianischen
Handelsbeziehungen (welche auch in einer Separatausgabe erscheint).
Nachdem seit geraumer Zeit eine solche nicht mehr versucht wor-
den ist, schien es wünschenswerth wieder einmal zusammenzustellen,
was über das Thema aus alten und neuen Quellen zu entnehmen, um
damit zugleich den Anstoss zu neuen Forschungen zu geben. Aus
eben diesem Grunde habe ich ausführlicher der deutschen Theil-
nehmer an diesem Handel gedacht, um hier Nachsuchungen besonders
in privaten Archiven Vorschub zu leisten. Vielleicht wird man eine
eingehendere Behandlung einzelner nationalökonomischer Punkte ver-
missen, wie etwa eine Darstellung der Waarenpreise und der Zölle.
Aber abgesehen davon, dass hiefür das Material noch nicht vollständig
vorliegt, bleiben solche Fragen wohl besser Nationalökonomen von
Fach überlassen.
Es folgt dann die Liste der Consuln der deutschen Kaufmann-
schaft im Fondaco 1492 — 1753, hierauf eine Sammlung Grabschriften
von Deutschen in Venedig mit einem Verzeichniss der in S. Bar-
tolomeo zu Venedig bestatteten Deutschen 1580 — 17G5 und einem
Verzeichniss deutscher Fastenprediger in Venedig, über welche Ab-
schnitte in den jeweiligen Einleitungen das Nöthige gesagt ist.
Der sich daran anschliessende Anhang: „Zur Geschichte deut-
scher Gewerbetreibender in Venedig" hat sich zu einer kleinen Skizze
VllI
Vorwort.
über deutsches Leben in Venedig in früherer Zeit überhaupt er-
weitert, wie auch unter den Dokumenten zum Anhang mehrere Stücke
Aufnahme gefunden haben, die, ohne direkt Bezug auf die deut-
schen Gewerbetreibenden zu haben, von allgemeinerem Interesse für
uns sind. Für die Behandlung dieser Dokumente galten dieselben
Grundsätze, wie für die Urkunden des ersten Bandes.
Ein alphabetisches Personen- und Ortsregister zu beiden Bänden
und ein Glossar, d. h. ein Verzeichniss der selteneren und schwieriger
zu erklärenden lateinischen, italienischen und deutschen Wörter be-
schliesst das ganze Werk, welches ich hiemit nochmals einer freund-
lichen Aufnahme und einer wohlwollenden Beurtheilung empfehle.
%
München, im August 1887.
H. Simonsfeld.
IK
Inhaltsübersicht.
Seite
I. Geschichtliches 1—201
Einleitendes 3—5
Kaufhäuser im Mittelalter überhaupt 8, Etymologie des AVortes
Fondaco 3, Fondachi im Orient 4, der Fondaco dei Tedeschi
in Venedig im Allgemeinen: Eigenthum der Republik, Werth
für Deutschland 5.
Erster Theil bis zum Jahre 1505 (j— 106
I. Das Gebäude 6 — 11
Entstehung desselben und Beginn der deutsch-venetianischen
Handelsbeziehungen überhaupt 6—8, älteste urkundliche
Erwähnung des Fondaco 9, Umbauten des alten Hauses
9—10, innere Eintheilung 11.
II. Verwaltung des Fond., Art der Benützung; Be-
amte und Bedienstete, Verhältniss der Regie-
rungzudenBenützern 11 — 41
Die deutschen Kaufleute gezwungen im Fond, abzusteigen
12, der Fond, ursprünglich verpachtet 12, später die Kam-
mern und Gewölbe an einzelne Kaufleute gegen massige
Abgabe vermiethet 12 — 13, Gleichberechtigung der Kauf-
leute betreffs der Benützung 13, Ausdehnung des Benützungs-
rechtes für Einzelne auf längere Zeit 14 — 15; Hausordnung:
Schliessung des Gebäudes, Durchsuchung der Kammern 16,
Besuch der Weinschenke im Fond. 17; Beamte und Be-
dienstete des Fond.: Visdomini mit Schreibern, Notaren,
Dienern 18, ein Oberaufsichtsbeamter am Ende des 15. Jahr-
hunderts 19, Barkenführer, Kärrner, Fährleute, Auktio-
natoren, Träger, Wäger, Bleianleger 19, Ballenbinder, bilden
eine Zunft, in welcher nur Deutsche 19 — 21; Hausmeister
21-23; Sensale 23-28;
Zusammenhang der Verwaltungsgrundsätze beim Fond,
mit der venetianischen Handelspolitik überhaujit 29, fis-
kalische Bedeutimg des Fond. 30, fiskalische und mono-
polistische Gesichtspunkte bei der Regelung des gesammten
deutsch-venetianischen Handelsverkehrs 31-32, Urtheil
Inhaltsübersicht.
Seite
Salimbene's über die Venetianer 32, Schutzzollpolitik Vene-
digs 33 und Freihandel 84, probeweiser Erlass der Ver-
ordnungen 34, besondere Rücksichtnahme auf die Wünsche
der Deutschen 34—37; Grösse des Umsatzes des deutsch-
venetianischen Handels 37 — 39, Bedeutung Venedigs für den
Handel: Hochschule für den jungen Kaufmann 39 — 41,
Kredit Venedigs : Hinterlegung auswärtiger Gelder in der
venetianischen Staatsbank 41.
ni. DieBenützerdesFondaco 41 — 90
Untersuchung der Frage, ob Gesuch nöthig für die Benützung
41 — 42, Schwierigkeit einer Statistik der Benutzer wegen
der Dürftigkeit der Quellen 42—43, Seltenheit handels-
geschichtlicher Notizen : bei Fehden, Kriegshändeln u.dgl. 43,
Kaiser Sigmund's Stellung gegen die Republik, dessen ver-
gebliche Bemühungen den deutsch-venetianischen Handel
auf Genua abzulenken 44—46, seine Handelsverbote werth-
voll für die Kenntniss der betheiligten Städte 46; Schei-
dung der deutschen Kaufleute im Fond, in 2 Tafeln: die
Regensburger- und Schwaben- und die Nürnberger-Tafel 46;
Regensburg 47—49, die österreichischen Städte: Linz, Enns,
Steyr, Wels, Wien 49—53, Ips, Wiener-Neustadt 53 ; Steier-
mark : Judenburg, Pettau 53 ; Kärnthen : E'riesach, Villach
53; Krain: Laibach 54; Friaul: Pordenone, Cividale, Ven-
zone 54; Tirol 55; Salzburg 55 — 56; Baiern: München,
Landshut 56 — 57 ; Schwaben : Augsburg 57 — 62, Memmingen
62, Kempten 62, Ulm 62—63, Lauingen, Hohen-Urach,
Biberach, Kaufbeuren 63, Lindau 63 — 64, Ravensburg 64,
Konstanz 64 — 65, Basel, St. Gallen, Schweiz, Freiburg,
Zürich 65 — 66; Strassburg 66 — 67; Speier, Worms, Mainz
67 ; Frankfurt 67 - 69 ; Würzburg, Windsheim 69 ; Köln 69—71 ;
Lübeck 71 — 72; Breslau 72, Bautzen 72; Nürnberg 73— 80 ;
Böhmen: Prag 80 — 81; Mähren: Brunn 81; Ungarn, Polen,
Savoyen 81 — 82; Art des Geschäftsbetriebes, Vertretung
83 — 84; Inneres Leben der deutschen Kaufleute im Fond.
84, Gemeinsame Angelegenheiten, Gleichberechtigung aller
Kauf leute . an den Besclalüssen 85 — 86; Innere Geschichte
des Fond. : Streit zwischen den Regensburgern und Nürn-
bergern im 14. Jahrhundert 86 — 87, zwischen den ober- und
niederdeutschen Städten (1428 oder 1429) 87 — 88, zwischen
den Nürnbergern und Augsburgern (1474) 88 — 89 ; Einführung
einer gemeinsamen Abgabe, des Cottimo 89—90, Wahl von
Vorstehern, Cottimieri 90.
IV. Die Verkehrswege 90 — 101
Entfernungen zwischen Deutschland und Venedig . . . 101 — 102
V. Die Waaren 103—106
Zweiter Theil von 1505 an 107 — 201
Brand des alten Gebäudes 107, Wiederaufbau durch die
Regierung 107 — 108, Ausschmückung durch Giorgione und
Tizian 109 — 110, gegenwärtiger Zustand 110—112, innere
Einrichtung des Gebäudes , Wintersaal und Sommersaal
112 — 113, der Baumeister ein Deutscher, Namens Hierony-
mus 113—116;
n
Inhaltsübersicht. XI
Unrichtigkeit einer demonstrativen Absicht der Regie-
rung bei dem Neubau 116 — 117, Zweck der Festhaltung
der Deutschen in Venedig nach den neuen Entdeckungen
117, Rückwirkung dei'selben auf Venedig und den deutsch-
venetianischen Handel 117—119, Gefahr für diesen durch
den Krieg zwischen der Republik und Kaiser Maximilian I.
119 — 120, Antheil der Herren von der Leiter an demselben
121 — 122, wohlwollendes Verhalten des Kaisers gegen die
deutschen Städte 122—123;
Fortdauer und Blüthe des deutsch-venetianischen Handels
im 16. Jahrh. 123 — 124, Beweise dafür: Aufkommen der
Zeitungen 124, Aufzeichnung der Zölle und Abgaben in
Venedig 124, Handelbücher 124—126;
Verwaltung des neuen Gebäudes 126, Festsetzung der
Miethe per Jahr 126—128, Plan einer gänzlichen Abtretung
des Benützungsrechtes des Fond, an die deutsche Kauf-
mannschaft gegen eine Pauschalsumme (1647) 129; Selbst-
verwaltung den Deutschen im Innern zugestanden 129 — 130,
Aufstellung eigener Diener, insbesondere eines Thorhüters
130 ; innere Ausschmückung des Hauses durch die Deutschen :
Ofen, Uhr, Gemäldegallerie 131, Altartafel (Rosenkranzfest)
von Albrecht Dürer für die Kirche S. Bartolomeo beim
Fond., Hauptbegräbnissplatz der Deutschen 131 — 134, andere
Begräbnissstellen 134 — 135;
Der Cottimo zur Bestreitung der gemeinsamen Ausgaben
135 — 136, Steigerung desselben 136, Streit über dessen Ent-
richtung mit dem Trientiner Zilberti und Genossen (1577)
136 — 138, Erfordemiss der Zustimmung der venetian. Be-
hörden zur Erhöhung des Cottimo 138 ; Aenderungen in der
inneren Verwaltung, Organisation der deutschen Kaufmann-
schaft oder Deutschen Nation, Nazione Alemana 139, Con-
suln, Aelteste, Generalkapitel 139;
Zwiespalt in der deutschen Kaufmannschaft 140, Unter-
scheidung von Berechtigten und Nichtberechtigten 140, die
von der Regierung verliehenen Privilegien und Immunitäten
der deutschen Kaufmannschaft 140 — 142, Anspruch der
Oberdeutschen auf alleinigen Genuss der Privilegien des
Fondaco und alleinigen Antheil an Kapitel, Tafel und
Kammern des Fond, seit Ende des 16. Jahrh. 142 — 144,
Geltendmachung dieser Ansprüche gegenüber Danzig, Trient
144 — 145 und besonders gegenüber Köln und dem Kölner
Abraham Spillieur (1647—1652) 145, Vorgehen der Naz.
Alem. gegen Spillieur 146—148, Entscheidung der venetian.
Regierung zu Gunsten Kölns (1652) 149 — 150; Untersuchung
der Rechtsfrage : Nachweis der Grundlosigkeit der alleinigen
Ansprüche der Oberdeutschen an den Fondaco 150—154,
Motive der Oberdeutschen : Geschäftliche Interessen, Gegen-
satz gegen die Han8a^l55 — 156, konfessionelle Gründe 157;
Rückblick 'au'f das'Emdfingeri der Reformation in Venedig
157, Antheil der Deutschen im Fondaco 158, Spaltung
zwischen Lutheranern, Calvinischen, Reformirten 159, Bil-
dung einer deutschen reformirten Gemeinde mit Abraham
Spillieur als Vorsteher (1647 — 48) 160, Entstehung der
evangelischen Gemeinde (c. 1646) 161 — 162; weitere Theilung
XII Inhaltsübersicht.
Seite
der deutschen Kaufmannschaft in Venedig 162; Streit der
Naz. Aleni. mit den nach Deutschland direkt handelnden
venetian. Kaufleuten betreffs Entrichtung des Cottimo am
Anfang des 18. Jahrh. 163—164, Höhe des Umsatzes in
dieser Zeit 164, Ende des Fond, durch die französische
Revolution 164;
Rückblick auf die Stellung der deutschen Kauf leute in
diesem Zeitraum 164, bescheidenes Maass von Selbstverwal-
tung, keine eigene Gerichtsbarkeit, Unterwerfung unter die
Entscheidung der venetian. Behörden auch bei inneren An-
gelegenheiten 165, in Folge dessen andererseits längeres
Bestehen des Fondaco als der anderen deutschen Handels-
faktoreien 165, Werthschätzung der Handelsbeziehungen mit
Venedig in den deutschen Städten 166, Erkenntlichkeit der
deutschen Kauf leute in Venedig 166, Unterstützung der
Regierung mit Geld 166, Freudenbezeigungen z. B. nach
dem Sieg von Lepanto 166, Sonstiges aus dem inneren
Leben der Deutschen im Fond. 166—167;
Benutzer des Fond. 167 , gleiche Schwierigkeit einer
Statistik in diesem Zeiträume 167, Quellen hiefür 167 — 168,
Regensburg 168 — 169; die österreichischen Städte: Steyr,
Enns, Wien 169—171, Wiener-Neustadt 172; Steiermark 172;
Kärnthen: Villach 172, Paternion 173, Klagenfurt 173;
Krain: Laibach 173; Tirol: Trient 173, Innsbruck 173;
Salzburg 173 — 175; Baiern: München 175, Braunau, Lands-
hut, Mittenwald 175, Partenkirehen, Landsberg 176; Augs-
burg 176—182; Kaufbeuren 182—183, Kempten 183, Mem-
mingen 184, Ulm 184—185, Nördlingen 185—186; Stuttgart
186, Ludwigsburg 186, Schwäbiseh-Gmünd 186, Biberach
186, Ravensburg 186—187, Leutkirch 187, Isny 187, Lindau
187—188; Schweiz 188; Strassburg 188, Colmar 188, Frank-
furt a. M. 188—189, Köln 189-191, Aachen 191, Hamburg 191,
Berlin 191, Danzig 191, Breslau 191 -192, Zittau 192, Lengen-
feld im Voigtland 192, Gräfenthal in Thüringen 192; Nürn-
berg 192—196, Feucht 196, Wendelstein 196, Windsheim 196 ;
Die Waaren 196—198, die Wege 198—201 ; Schluss 201.
II. Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fon-
daco 1492-1753 203—212
III. Grrabschriften von Deutscheu in Venedig 213—246
Beilage I: Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig
bestatteten Deutschen 1580-1765 247—259
Beilagell: Verzeichniss deutscher Fastenprediger in Venedig 260 — 262
Anhang: Zur Geschichte deutscher Gewerbetreibender in
Venedig 263-290
Kulturgeschichtliche Bedeutung Venedigs 265, Einfluss
auf die Geschichte der Sitte und Mode 265, Stadt der Ver-
gnügungen 266, Lobsprüche auf Venedig 267, Fremden-
verkehr 268, Parallele zu Rom 268, Deutsche und deutsche
Gewerbetreibende in Venedig: Bäcker 269 — 274, Schuh-
n
Inhaltsübersicht. XIIT
Seite
macher 274—277, Wollarbeiter, Weber 277—278, Bedienstete
im privaten und öffentlichen Leben, Boten, Ballenführer,
Söldner, Geschützmeister 279—281, Bergleute, Ingenieure
281, Verleihung des venetianischen Bürgerrechtes 281 — 283,
Wirthe 283-285, Diebe 285, Juden 285-287, Aerzte 287,
Buchdrucker und Buchhändler 287—289, Künstler, Deutsch-
Ordens-Ritter, Kaufleute 289, Schluss 290.
Dokumentezum Anhang 291—347
Personen- und Ortsreg-ister 348—890
Olossar 391—396
ik
n
Nachträge und Berichtigungen.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
Zu S.
78 Z. 19
79 Z. 8
79 Z. 14
81 Z. 20
54 Z. 19 von oben ist hinzuzufügen: Ferner war vielleicht ebendorther
Johann Stibig, 1502 Consul der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco
(cf. Dimitz, Gesch. Krains I, 301).
58 Anm. 11 ist 309 zu streichen.
62 Z. 28 von oben lies: Hieronymus statt Marcus.
65 Z. 25 „ , „ Zili statt Cili.
65 Z. 30 „ „ ist nach „aufgeführt" hinzuzufügen: 13) und unten
als Anm. 13): Commemoriali lib. VII no. 436.
68 Z.' 29 von oben ist hinzuzufügen: Aus derselben Familie war vielleicht
Johann Heller, 1500 Consul.
77 Anm. 6 ist hinzuzufügen : cf. Bd. I Nr. 349.
78 Z. 4 von oben lies: Bartholomäus statt Berthold.
„ „ Sebald statt Sebastian.
„ „ Rieter statt Rietter.
n „ Guido (Veit) statt Guido.
„ „ Rainaldus statt Rein.
82 oben. Ein Kaufmann aus Pesth, Sigmund Lorberer, wird erwähnt in
den , Commemoriali' zum 22. Nov. 1403 ; cf. Predelli in den ,Monumenti
della Deputaz. Veneta' vol. 9 p. 293 (Hb. IX n. 270).
83 Z. 5 von oben lies : Thencumath statt Tenc.
37 und 84. Das Leben und Treiben im Fondaco wird in einem Lob-
gedicht auf Venedig, das im 15. Jahrh. in venetianischem Dialekt ver-
fasst ist, folgen dermassen veranschaulicht (Raccolta di poesie in dialetto
Veneziano 1845 p. 9):
Se me domandi ancor se vende e tuole
Ognano va e ritorna e porta
De tante merze sorta
Dirotel presto se el bei dir non mancha
Da ogni parte qui se vede la branca ^)
De marchadantie Italize e Lombardischi
E poi molti Todischi
Che nel fontego fano molti fati
Chi a contadi vende e chi a barati*)
Merze per merze vende e chi a danari
1) ,tanta quantitä di materia quanta si puö tenere in una mano' Boerio, Dizionario del
dialetto Veneziano (2 a ediz. 1856).
2) Tausch.
Kachträge und Berichtigungen. XV
Ma ben convien che impari
La loycha ') chi vuol uxar in tali luogi
Li non se schriza-) li non se fa zuogi
Anzi sempre se vede ligar bale
Ma stu*) me di che vale
Un trexoro de moneda a dir el vero.
Zu S. 85 Z. 35 von oben lies : betraf statt antraf.
Zu S. 93 Z. 14 von oben: Snieen = Schmie bei Maulbronn nach gütiger Mit-
theilung des Herrn Oberstudienrathes Heyd (cf. Götting. Gel. Anz. 1881
S. 138).
Zu S. 98 Z. 7 von unten und S. 100 Z. 6 v. u. Ich werde darauf aufmerksam
gemacht , dass der Ausdruck Fellacanal , den ich Zahn's Friaulischen
Studien entnommen, zu der irrigen Annahme Veranlassung geben könnte,
als handele es sich um einen wirklichen Canal, während ,Canale' nur
das „Flussbett" selbst bedeutet; S. 98 Z. 10 von unten ist (Pols) hinter
Knittelfeld zu stellen.
Zu S. 122 Anm. 6 ist nach , Argentina' hinzuzufügen: (Anselm Johann cf. unten
S. 188).
Zu S. 148 Anm. 3 lies : Nr. 763 statt 756.
Zu S. 153 Z. 6 von oben, S. 155 Z. 11 von unten etc. Derselbe Kaufmann
Heinrich Helman aus Köln wird (nebst Anderen) auch in Alvise Casa-
nova's Specchio lucidissimo, nel quäle si vedeno essere diffmito tutti i
modi et ordini de scrittura che si deve menare nelli negotiamenti della
Mercantia etc. (Venedig 1558), worauf Herr Dr. R. Ehrenberg mich auf-
merks-am machte, unter dem 6. Mai 1555 und öfters (unter dem 7. Juni
mit seinem Sohne Hieronymus) aufgeführt; und zwar einmal mit der
Bemerkung: ,tien camera in fontego et habita in contra de Sa. Maria
Nova in casa propria'. Aehnlich heisst es von einem, unter dem 25. Juni
1555 genannten, Justus Buzz (in einer Bearbeitung Casanova's von
Grisogono, il Mercante arrichito 1664 als ,Box' bezeichnet): ,Allamano,
habita in Venetia, in contrada de S. Zuane Grisostemo e tien Camera
in Fontego di Todeschi'. — Eine sehr werth volle Notiz zur ganzen Frage
des Wohnens und Nichtwohnens im Fondaco gibt, wie ich gleichfalls
erst nachträglich sehe, der alte, treffliche Le Bret in seiner „Geschichte
von Italien" Theil IX (Halle 1787) S. 538: „Sind die Nationalen (die
Mitglieder der Nazione Alemana) ungeheyrathet , so können sie ihre
bequeme Wohnung im Hause (Fondaco) haben, welches, sobald sie
heyrathen, nicht mehr geschehen kan, indem sie alsdenn
genöthiget sind, in der Stadt Häuser zu miethen". „Eigentlich zu
reden," sagt derselbe ferner ebendort betreffs des Benützungsrechtes am
Fondaco, „hat jeder, wer von Geburt ein deutscher Reichsbürger ist,
auch ein Recht sich in Venedig niederzulassen und Capitelmitglied zu
werden, wenn er sich bey der Nation wegen seiner zur Handlung taugen-
den und ihm Credit verschaffenden Vermögensmasse, bey der Regierung
aber wegen seiner Geburt, seines Herkommens, seiner Absicht legitimirt
hat". — Die bei Casanova ausserdem noch (alle zum Jahre 1555) als mit
Venedig direkt oder indirekt in Verbindung stehend aufgeführten deut-
schen Kauf leute sind : Matthäus Malic (Manlich) in Augsburg (cf. Augsb.
Hochzeitsbuch S. 60 ad 1558), Joh. Amhauser (cf. unten S. 178, 179),
Matthäus Saler, Salier in Augsb. (Schaller?), Heinrich Orth in Ulm,
Joh. Albr. Armbruster (cf. unten S. 188), Nicolaus Sileiner, Andreas
Suaicher (Schweiker? Nürnb.), Zorzi Offer il giovine (Gg. Hopffer a.
Augsb., damals in Frankfurt a. M.), Christoph Reubarth in Nürnb. (oder
1) = loica, logica.
■^) schreien.
3) = se tu ; di = dici ; bale = balle.
XVI
Nachträge und Berichtigungen.
■
Zu S.
Zu S,
Zu S,
Zu S,
Zu S,
Zu S,
Zu S.
Zu S.
Zu S,
Zu S,
Zu S.
Zu S,
Augsb. ?), Joh. und Jak. Pagier (Bayer?) Gebrüder, Marcus Ulstätt
(cf. unten S. 178), Ludw. Walther (Augsb. cf. unten S. 178), Christoph
Mielic (Mülich) als Agent für Anton Fugger und Brüder (Augsb.), David
Oth (cf. unten S. 173), Cornelius Copertz (bei Grisogono: Coperil), Julius
Herbeth.
169 Anm. 5 lies: S. 193 statt 192.
173 Z. 1 von oben lies : Aus Paternion (St. Patemiano).
181 Anm. 17 lies: 180 statt 178.
189 Z. 4 von oben lies: Marcart statt Mercart; und ist beizufügen: 1646
Thomas Sot und Söhne.
190 Z. 20 von oben ist nach , Herrn, von Wedig' hinzuzufügen : 2a) und
unten als Anm. 2a) : cf. Bd. I Nr. 779.
191 Z. 8 von unten und S. 143. Die Beziehungen Danzigs zu Venedig
hat — was auch Thomas entgangen — bereits Th. Hirsch in einem Auf-
satz: ^Ueber den Handelsverkehr Danzigs mit den Italienischen Staaten
zu Ende des 16. Jahrh." (Neue Preussische Provincialblätter Jahrg. 1847
Bd. IV S. 97 u. ff., 217 u. ff.) eingehender behandelt unter Beifügung
zweier venetianischer Originalurkunden aus dem Danziger geheimen
städtischen Archiv, wovon die eine den von Thomas („Zur Quellenkunde
des venezianischen Handels und Verkehrs" S. 45 in den Abhandlgn. der
k. bayer. Akad. d. Wiss. I. KL Bd. XV Abth. I) mitgetheilten Beschluss
des Senats vom 9. Aug. 1597 in feierlicher Form enthält. Hii-sch zeigt,
dass diese Beziehungen bis wenigstens 1608 fortdauerten, indem die
Danziger Kauf leute (besonders Bartholomäus Schachmann, Andreas Jasky,
Johann Falk und David Wichmann) Schiffe mit Getreide nach Venedig
sandten und als Rückfracht diese besonders Oel aus Candia und Wein
mitnahmen. Er hat auch sehr hübsch auf den Einfluss dieser Beziehungen
auf das politische, wissenschaftliche und künstlerische Gebiet hingewiesen.
192 Z. 4 von oben lies: Daniel statt David; Z. 4 von unten lies: Ferdinand
III. statt II.
195 Z. 27 von oben lies : Joachim Sohn des Jesaias Clivan.
195 Z. 34 von oben lies: Tiefferer statt Tieffrer.
199 Z. 10 von oben lies: Spotting statt Stötting ; Z. 11: Rottenbuch statt
Rotenbuch.
200 Z, 17 von oben lies: Topogliano statt Opogliano.
221 Nr. 5 Anmerkung Z. 8 lies : Trungher statt Tungher.
I
Geschichtliches.
n
3
Viel mehr als heutigen Tages erforderte in früherer Zeit und
insbesondere im Mittelalter der Handel die persönliche Theilnahme des
Kaufmanns. Praktische Rücksichten, gefördert durch den korpo-
rativen Einigungstrieb des Mittelalters, brachten es da nun mit sich,
dass an den meisten Hauptplätzen des Welthandels der Kaufmann,
der fremd mit seinen Waaren dorthin kam, bestimmte Gebäude
traf, wo er nicht nur gemeinsam mit seinen Landsleuten seine Waaren
ausbieten, sondern auch für die Dauer seines Aufenthaltes Unter-
kunft finden konnte. Solche Kaufhäuser oder, wie sie Gengler^)
zum Unterschied gegen die späteren Kaufhäuser „ohne Herbergs-
Oharakter" lieber nennt, solche Kauf- oder Kauffahrerhöfe waren
entweder von den Kaufleuten selbst errichtet oder von der Regierung
des Landes den fremden Gästen zugewiesen worden. Hatte im letzteren
Falle die Landesregierung natürlich auch das Recht, durch eigens
bestellte Beamte die Verwaltung des Gebäudes zu führen, so waren
die Kaufleute im ersteren Falle die Herren im eigenen Hause. So
die norddeutschen Kaufleute auf dem deutschen Hof zu Nowgorod
oder die hansischen im Stahlhof zu London, während zu den Li-
stituten zweiter Gattung vornehmlich der Fondaco dei Tedeschi in
Venedig gehört.
Der Name Fondaco stammt nach der Angabe von Heyd^)
,vom arabischen fonduk, welches selbst wieder mit dem griechischen
-av5o'/£tov oder vielmehr mit dessen älterer Form iKxvdoyoQ oder
n:äv5oxoi; etymologisch zusammenhängt und sowohl Magazin und
Bude als Gasthaus bedeutet". Solcher Fondachi gab es denn auch
im Orient für die abendländischen Kaufleute seit den Kreuzzügen
die Menge. Namentlich Alexandria, seit dem 13. Jahrhundert mehr
und mehr der Hauptverkehrsplatz für den Levantehandel des Abend-
landes, hatte deren eine ziemliche Zahl aufzuweisen, die im 13.
und 14. Jahrhundert entstanden. Die Venetianer besassen dort
sogar ihrer zwei — und dem überwiegenden Einfluss Venedigs zu
') Deutsche Stadtrechts-Alterthümer. Erlangen 1882 S. 330 fF. — ') Ge-
schichte des Levantehandels im Mittelalter. 1879. Bd. II S. 430 Anm. 6, woraus
auch die folgenden Angaben entnommen sind. (Cf. Sitzungsberichte der philos.-
philolog. und histor. Kl. der k. bayer. Akad. d. Wiss. 1880 S. 624 ,Ueber Funda
und Fondaco'.)
4 Geschichtliches.
jener Zeit entsprechend mögen die venetianischen Fondaclii Alexan-
drias wohl auch die schönsten gewesen sein — je einen die Genuesen,
die Pisaner wenigstens in älterer Zeit^ später die Florentiner, dann
die Ankonitaner, endlich die Neapolitaner und Gaetaner zusammen
einen gemeinschaftlichen. ,An die Italiener schlössen sich die Nord-
franzosen, die Marseiller, die Narbonner, die Catalanen mit je einem
Fondaco. Die Insel Candia, obgleich nur eine Colonie von Venedig,
besa.ss einen besonderen Fondaco in Alexandria, ebenso das König-
reich Cypern schon vor der Eroberung Alexandrias durch König
Peter und später nach dem Friedensschlüsse auf's Neue. Aber auch
die konstantinopolitanischen Griechen, die Türken, die Bewohner
Mauretaniens, endlich die Tartaren, die in ihrem Fondaco einen stehen-
den Sklavenmarkt etablirten." „Die Fondachi", so schildert sie Heyd,
„waren grosse mehrstöckige Gebäude — die schönsten eben in
Alexandria — , burgartig, im Viereck gebaut; so dass sie einen
inneren Hof umschlossen, in welchem das Aus- und Einpacken der
Waaren vorgenommen werden konnte. Im Erdgeschoss befanden
sich gewölbte Waarenmagazine, in den oberen Stöcken zahlreiche
Wohnungen für die Kaufleute. Die Fondachi wurden über Nacht
durch einen dazu aufgestellten Mann von aussen geschlossen und
kein Franke durfte sich Nachts ausserhalb seiner Wohnung betreten
lassen. Auch Freitags, während die Muselmänner in ihren Moscheen
zum Gebet versammelt waren, durften die Franken sich nicht auf
der Strasse zeigen, wurden vielmehr auf zwei bis drei Stunden ein-
geschlossen — immerhin ein starker Eingriff in die persönliche
Freiheit des Kolonisten. Ein Eigenthumsrecht an die Fondachi
hatten die kaufmännischen Niederlassungen nicht. Die Fondachi
waren vielmehr von der ägyptischen Regierungsbehörde und zwar
speziell vom Zollamt den fremden Kaufleuten zur Verfügung ge-
stellt ; das Zollamt übernahm die Zahlung des Miethgelds, die Ein-
richtung und etwaige Reparaturkosten. Die Entscheidung darüber,
welche Personen zu dem Genuss einer Wohnung im Fondaco zu-
gelassen werden sollten, sowie die Polizei im Innern des Hauses
stand dem Consul zu, welcher selbst da wohnte; als Hausmeister
fungirte der sogenannte Fundicarius. "
Aehnliche Verhältnisse — vielleicht aus dem Orient übertragen
— finden wir nun auch im Fondaco dei Tedeschi zu Venedig.
Auch hier ist von einem Eigenthumsrecht der fremden deutschen
Kaufleute an dem Gebäude niemals, von einer Selbstverwaltung in
demselben wenigstens während des ganzen Mittelalters nicht die Rede,
wie das unten noch im Einzelnen gezeigt werden soll : die Republik
Venedig war die Eigenthümerin des Hauses und bei ihrem strengen
oligarchischen Regiment und ihrer monopolistischen Handelspolitik
gestattete sie den deutschen Kaufleuten wenig freie Bewegung,
wie sie denn — um dies gleich hier zu erwähnen — dieselben
während des Mittelalters durch wiederholte Gesetzesvorschrift von
vorneherein zwang, im Fondaco abzusteigen. Dass unter solchen
Geschichtliches. 5;
Umständen „die deutsche Eigenart in der Weltstadt Venedig sich
nicht so frei und kräftig hat entfalten können, wie in den nor-
dischen Regionen, in welchen die Hansa ihre Comptoire gründete" ;
dass hier nichts von grossen politischen Haupt- und Staatsaktionen,
von Kämpfen und Siegen der deutschen Kaufleute zu erzählen ist, hat
bereits Heyd sehr treffend bemerkt^). Aber er hat auch nicht ver-
fehlt darauf hinzuweisen, welch segensreiche Thätigkeit trotzdem die
deutschen Kaufleute für unser Vaterland hier entfaltet haben, indem
sie einerseits der deutschen Manufaktur weite Absatzgebiete eröffnet
und dadurch wesentlich die hohe materielle Blüthe namentlich der
süddeutschen Städte gefördert oder eigentlich hervorgerufen haben,
andererseits aber durch die Zurückbringung der „köstlichen" Waaren
und Produkte des Orients aus der Lagunenstadt in ihrer Heimath
„zu feinerem Genuss vmd reicherer Ausstattung des Lebens so unend-
lich viel beigetragen haben". Und wie viel Anregung und Nahrung
auf geistigem Gebiete in Bezug auf Kunst und Wissenschaft der
deutsche Kaufmann jeweilig in der Weltstadt Venedig empfing, das
wird sich im Einzelnen wohl nie feststellen, nicht statistisch mehr
genau nachweisen lassen, ist aber eine so wichtige und unbestreit-
bare Thatsache, dass sie in diesem Zusammenhange nicht über-
gangen werden darf. Denn erst wenn man diese verschiedenen
Momente in's Auge fasst, wird man zu einer richtigen Würdigung
der Bedeutung des Fondaco dei Tedeschi und der deutsch-venetia-
nischen Handelsbeziehungen gelangen, welche einzelne Forscher so-
gar nicht anstehen, höher zu stellen als die der Hansa. So urtheilt
Hellwald geradezu, dass sie „zur Kulturentwicklung der deut-
schen Nation ungleich mehr beigetragen haben, als die Handels-
thätigkeit und die merkantilen Beziehungen der Hansa" ^). —
Wer von Norden kommend den Canal grande der Lagunen-
stadt hinabfährt, erblickt unmittelbar vor der Rialto-Brücke linker
Hand ein grosses, massiges Gebäude, das heutigen Tages freilich
nur durch seine Ausdehnung und höchstens noch durch die Einfach-
heit seines Baustiles äusserlich einen gewissen Eindruck macht.
Das ist der Fondaco dei Tedeschi, in dessen Räumen heutigen Tages
die Staats-Finanz-Intendantur ihren Sitz aufgeschlagen hat — ein
Bau aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, der nach einem grossen
Brande des Jahres 1505 an Stelle des alten Hauses aufgeführt
worden ist. Gerade dieser Brand und die mancherlei Veränderungen,
welche sich sonst an diesen knüpften, lassen es angezeigt erscheinen,
diese Skizze in zwei Theile zu zerlegen, von denen der erste die
Geschichte des Fondaco und der Handelsbeziehungen bis zum Jahre
1 505 zu behandeln haben wird.
'j ,Das Haus der deutschen Kaufleute* in Sybel's histor. Zeitschr. 1874
Bd. XXXII S. 193 u. ff. — *) Kulturgeschichte in ihrer natürlichen Entwicklung
bis zur Gegenwart. 3. Aufl. Bd. II, S. 315.
() Geschiclitliches.
Erster Theil.
I. Das Gebäude.
Einer wenig verbürgten Version zufolge sollen in früherer
oder ältester Zeit hier die Tribunen Venedigs ihren Sitz gehabt
haben, das heisst jene Behörde, welche vor der Einsetzung von
Herzogen oder Dogen (duces) den Inselstaat Venetien regierten und
die auch nachher noch geraume Zeit eine wichtige Stellung in der
Republik einnahmen. Wir haben keine sichere Nachricht darüber,
wann denn das Gebäude — angenommen, dass es schon längere
Zeit bestanden — zu seiner späteren Bestimmung umgewandelt wor-
den ist. In einer Denkschrift, welche gelegentlich eines Streites
mit den deutschen Kaufleuten die in Venedig verkehrenden „italieni-
schen" Kaufleute der Behörde der ,Cinque Savii alla Mercanzia'
im November 1727 überreichten, heisst es, dass schon vor 1200
der Fondaco dei Tedeschi eingerichtet worden sei ^). Wann dies
aber geschehen und ob die Notiz in der That überhaupt richtig,
dies zu entscheiden, fehlt es uns an allen genaueren Anhalts-
punkten.
Wir wissen ja überhaupt leider nur sehr wenig über direkten,
aktiven Handelsverkehr deutscher Kaufleute mit Italien und speziell
mit Venedig in früherer Zeit. Oft angeführt^) ist jene Erzählung
des St. Galler Mönches aus dem Ende des 9. Jahrhunderts von Karl
dem Grossen und seinen Hofleuten, welche dem Kaiser an einem
kalten Regentage auf die Jagd folgen und dabei ihre mehr präch-
tigen als praktischen Gewänder dem Verderben preisgeben mussten,
die sie kurz vorher zu Pavia gekauft hatten, wohin die Venetianer
die Schätze des Orients auf den Markt gebracht. Aber eigentlich
beweist die Anekdote ja nichts für den direkten Verkehr mit Venedig
— ebensowenig wie die Notiz in dem Gesandtschaftsbericht Liud-
prands von Cremona an Kaiser Otto I. (968), dass „man" von
venetianischen und amalfitanischen Hausirern kostbare Gewänder
gegen Getreide eintausche^), da dieses „man" doch wohl in erster
Linie auf Italien zu beziehen ist. Nur dies kann man aus solchen
und anderen Angaben, wie in den Fuldaer Annalen zum Jahre
860 ^) : das Ionische Meer sei damals so stark zugefroren , dass die
^) Thomas, G. B. Milesio's Beschreibung des deutschen Hauses in Venedig
in den Abhandlungen der k. bayer. Akad. d. Wiss. I. Kl. Bd. XVI, Abth. II,
S. 88: Premetteremo che il Fontico de Tedeschi ha avuta la sua instituzione
prima dell' anno 1200. Fu fissato in allogio de Tedeschi Mercanti che venivano
con le loro mercanzie per condursele e compratene altre di Venezia si partivano.
— ") Erdmannsdörfer, De commercio quod inter Venetos et Germaniae civi-
tates aevo medio intercessit (1858) p. 8; Gfrörer, Byzantinische Geschichten
Bd. I: Gesch. Venedigs (1872) S. 82; Heyd, Gesch. des Levantehandels im Mittel-
alter I, 123. - 3) Kohlschütter, Venedig unter Peter II. Orseolo (1871) S. 11.
Geschichtliches. 7
Kaufleute statt zu Schifi' zu Pferd und auf Wägen ihre Waaren
nach Venedig gebracht — nur soviel, sage ich, darf man hieraus
meines Erachtens entnehmen, dass Venedig frühzeitig als ein Haupt-
handelsplatz und als Vermittlerin zwischen Morgen- und Abendland
auch in Deutschland galt, wie überdies aus einer Urkunde des
Jahres 960 erhellt, dass Briefe aus Baiern und Sachsen nach Kon-
stantinopel über Venedig befördert wurden ^). Einen bedeutenden
Aufschwung soll nach den Ansichten Verschiedener^) der Handel
Deutschlands mit Italien im 10. Jahrhundert und besonders nach
der Uebertragung der römischen Kaiserwürde an die deutsche Nation
genommen haben. , Vergebliche Mühe wäre es jedoch" , warnt
Dümmler^), „dieser Entwicklung im Einzelnen nachspüren zu wol-
len." Nur wenige verstreute Notizen lassen sich hiefür als Belege
anführen. So gedenkt Ekkehard von St. Gallen in der Geschichte
seines Klosters zum Jahre 917 der aus Italien heimkehrenden Kauf-
leute ^). Auch die Verleihung oder Bestätigung von Markt- und
Zollrechten für einzelne Städte, z. B. für Rorschach im Jahre 947
.weil es für die nach Italien oder Rom Reisenden bequem gelegen"
oder 952 für Chur hat man in diesem Sinne verwerthen zu dürfen
geglaubt^).
Beachtenswerth ist dann jedenfalls, dass Thietmar in Merse-
burg zum Jahre 1017 in seine Chronik die Notiz aufgenommen
hat, dass vier Schiffe der Venetianer mit Spezereien beladen auf
dem Meere untergegangen seien ^). Das zeigt einmal, welches In-
teresse man selbst im Herzen Deutschlands an den Geschicken
venetianischer Handelsschiffe nahm, was wohl nur erklärlich, wenn
man mit denselben in irgend einer Beziehung und Verbindung stand;
andererseits legt die Notiz den Gedanken nahe, dass Thietmar die
Kunde von jenem Vorfall vielleicht durch deutsche Kaufleute selbst,
die gerade von Venedig zurückkehrten, erhalten hat. — Woher
Ph. Vonend '') die Nachricht geschöpft hat, dass um die Mitte des
') Kohlschütter S. 12. — '') Gfrörer a. a. 0. S. 595; Hellwig, Handel und
Gewerbe der deutschen Städte während der sächsischen Kaiserzeit (Göttinger
Gymnasialprogramni 1882) S. 4, der aber in nicht ganz genauem Anschluss an
Waitz (Deutsche Verfassungsgeschichte V, ;j50) diesen Aufschwung wohl über-
schätzt. — •'') Kaiser Otto der Grosse (Jahrbücher der deutschen Geschichte)
S. 548. — *) Fadmannsdörfer 1. c. p. 8, Gfrörer a. a. 0. S. 595. — *) Hellwig
a. a. 0. Hingegen behauptet Schmoller bekanntlich in seiner Rede „Strassburgs
Hlüthe und die volkswirthschaftlichn Revolution" im 13. Jahrh. (1875) (in den
Quellen u. Forsch, zur Sprach- und Kulturgesch. der german. Völker Bd. V)
S. 7 im Anschluss an Nitzsch. dass das ganze Leben der deutschen Nation auch
im 10. Jahrh. ein durchaus agrarisches geblieben, die Aenderung erst im 12. Jahrh.
eingetreten sei. — Wenn ich hier die Verträge zwischen Venedig und den deut-
schen Kaisern nicht erwähne (s. über sie Fanta in den Mittheiluiigen des In-
stituts für österreichische Geschichtsforschung, J^rgänzungsheft zu Bd. 1), in
denen beiderseits freier Handel zugesichert wurde, so geschieht dies deshalb,
weil sie auf die Nachbarn der Venetiiiner, die italienischen Unterthanen der
Kaiser, sich bezogen. — **) Heyd, Gesch. d. Lev.-H. I, 129. — 'j „Die Herrschaften
des vormaligen Hochstifts Bamberg in Oberkämthen" in Hormayr's Archiv für
I
8 Geschichtliches.
12. Jahrhunderts bereits „die Städte Nürnberg und Augsburg ihre
Waaren über Villach nach Venedig geschickt hätten", ist mir nicht be-
kannt. — Oefters citirt^) ist dann ferner die Stelle in der französisch
abgefassten ,Chronique des Veniciens' des venetianischen , um 1275
schreibenden, Chronisten Martino da Canale, der zur Regierung des
Dogen Domenico Morosini (1148 — 1156) bemerkt: ,s'en aloient les
Venisiens parmi la mer sa et la, et dela la mer et en tos leus, et
achetoient les marchandies, et les condusoient en Venise de totes pars.
Si les venoient acheter droitement en Venise Alemans et Baviers,
Franceis et Lombars, Toscans et Ongres, et totes gens qui vivent de
marchandies ; et les condusoient en lor pays' ^). Canale ist freilich
ein x4.utor, dem man bei seiner Lust zum Fabuliren und bei seiner
Neigung zum Romanhaften gerade in den älteren Partieen nicht
unbedingt Glauben schenken darf ^). Er hat sich sicherlich kein Ge-
wissen daraus gemacht, Zustände seiner eigenen Zeit auf eine frühere
zu übertragen, zumal wenn er von derselben etwa gerade sonst
nichts zu berichten wusste. Das sogenannte ,Chronicon Altinate' oder
die jHistoria ducum Venetorum' *) , die Quelle , der er sonst in
diesen Partieen folgt, erwähnt nichts hiervon. — Vielleicht darf
man dem Friedenscongress vom Jahre 1177 und dem Aufenthalt
Kaiser Friedrichs I. in Venedig einen gewissen Einfluss auf eine
Zunahme des deutsch- venetianischen Handelsverkehres zuschreiben.
Viele deutsche Fürsten waren ja damals mit zahlreichem Gefolge
in Venedig zugegen, um der Versöhnung Friedrichs mit Alexander III.
beizuwohnen, und konnten sich durch den Augenschein überzeugen,
wie die Stadt, die in Folge der Kreuzzüge ihren Handel nach
dem Orient mehr und mehr ausgedehnt hatte, im raschen Aufblühen
begriffen war. Das musste naturgemäss zu innigeren Beziehungen
führen. Vollends seit dem sogenannten vierten lateinischen Kreuzzug
war Venedigs Weltstellung als Handelsgrossmacht entschieden und
damit die Nothwendigkeit mit ihm in fortdauerndem Handelsverkehr
zu bleiben von selbst gegeben.
Milesio, im Anfang des 18. Jahrhunderts Archivar der deut-
schen Kaufleute im Fondaco, schreibt denn auch^), dass ungefähr seit
dem Jahre 1200 (sin' dalP anno 1200 incirca) der Fondaco von den
Deutschen bewohnt worden, und setzt in die darauffolgende Zeit erst
die weitere Ausdehnung des venetianischen Handels nach Ungarn,
Polen, Holland, Flandern, England etc.
Die älteste bis jetzt bekannte Urkunde, in welcher des
Fondaco klar und deutlich Erwähnung gethan wird, datirt vom
Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst 1826 Nr. 113 S. 602 u. ff.; cf. Raumer,
Geschichte der Hohenstaufen Bd. V S. 340 (3. Aufl.) ; s. dagegen Fischer, Gesch.
des teutschen Handels I, 682. — ') So bei Raumer ebendort und bei Erdmanns-
dörfer 1. c. p. 10. — ^) Archivio Storico Italiano tom. VIII p. 310. — ') cf. meine
Schrift: Andreas Dandolo und seine Geschichtswerke (1876) S. 111. — •*) In den
Monumenta Germaniae historica' Scriptores tom. XIV. — ') Thomas a. a. 0. S. 19.
Geschichtliches. 9
5. Dezember 1228^). Es ist recht bezeichnend, dass er da noch
jFonticum comunis Veneciaram ubi Teutonici hospitantur' heisst. Erst
später wird der Name ,Fonticmn Theutonicorum' allgemeiner ge-
bräuchlich.
Nach der Angabe Milesio's war das alte Haus ein kleines
zweistöckiges, aber , reiches" Gebäude, wobei freilich unklar ist, ob
er es reich wegen seiner Ausstattung oder wegen des darin sich
entwickelnden lebhaften Waarenumsatzes nennt ^). Sonst wissen und
lesen wir nur sehr wenig von dem alten Bau. Es wird gelegentlich ^l
nur der darin befindlichen Küche und eines eigenen zum Salzen der
Fische"*) bestimmten Raumes auf dem Söller gedacht, welche beide
im März des Jahres 1312 wohl in Folge der zunehmenden Frequenz
einer Reparatur, beziehungsweise der Erweiterung bedurften. Ausser-
dem hören wir°), dass das Haus von Besitzungen der Familien
Polani und Justo umgeben und, wie es scheint, von einer Mauer
eingeschlossen war ^).
Zu Anfang des Jahres 1318, wohl im Monat ApriFj, brannte
das alte Gebäude nieder. Sofort traf die Regierung Anstalten nicht
blos zur Wiederherstellung, sondern auch zur Vergrösser ung des
Fondaco. Sie trat in Unterhandlungen (die sich dann aber längere
Zeit hinzogen) mit den beiden vorhin genannten Familien behufs
Erwerbung ihrer Anwesen oder zweckdienlicher Umgestaltung der-
selben ^); sie sorgte zugleich dafür, dass der Zugang zum Fon-
daco von der Wasser- wie von der Strassenseite her offener, freier
und bequemer wurde ^). So genau darüber die Angaben lauten ^"^),
so schwer ist es doch von den Lokalitäten und der Topographie
sich ein anschauliches Bild zu machen, da später noch wieder-
holt Umänderungen stattfanden. Wie man aus den beigefügten Ab-
bildungen ersehen kann, von denen die eine dem grossen Plane
Venedigs von Jacopo de' Barbari aus dem Jahre 1500 entnommen
') Sie ist in dem ,Liber communis oder L. Plegiorum' überliefert, über dessen
Inhalt man das Vorwort in Bd. I S. XI vergleiche. In demselben L. PI. findet sich
allerdings schon unter dem 1. April 1225 (Predelli p. 68 n. 249) ein ,fontecum comu-
nis' erwähnt; aber, da derselbe in keiner Weise näher bezeichnet wird, ist es ebenso
ungewiss, ob darunter der Fondaco dei Tedeschi zu verstehen ist, als wenn in einer
anderen (ebendort überlieferten) Urkunde vom 1. Jan. 1229 (Predelli p. 165 n. 698)
von einem ,fonticum comunis novum' und einem anderen ,quod factum est in
domo Jo. Michaelis' die Rede ist. Mit grösserer Wahrscheinlichkeit kann man
auf die Existenz des Fondaco dei Tedeschi im Jahre 1225 schliessen aus einer
Urkunde vom Sept. 1225, wo Visdomini erwähnt werden, die dem Zusammen-
hange nach kaum andere als die des Fondaco dei Ted. sein werden. Diese
Urkunde eröffnet daher unsere Sammlung. Direkter Verkehr ungarischer Kauf-
leute, die damals als Deutsche galten, nach Venedig im Jahre 1226 ist auch
bezeugt durch eine Urkunde im Lib. Pleg. (Predelli p. 99 n. 39'2). — -) Thomas,
Milesio's ßeschr. p. 20 quel piccolo, ma ricco Fontico, ch'era di due soli
soleri. — ') Bd. T Nr. 34. — *) Gesalzene P'ische waren mit Rücksicht auf die
Fastenzeit ein wichtiger Handelsartikel. — *) Bd. I Nr. 4. — ^') cf. Capitolare
dei visdomini dei fontego dei Todeschi (hgb. von G. M. Thomas) p. XXI no. 2
und Bd. 1 Nr. 14. — ') Bd. I Nr. 51. — ^) Bd. I Nr. 62, 99. - ») s. ebda. Nr. 87.
99, 100, 102. - '0 s. ebda, besonders Nr. 102.
10
Geschichtliches.
und deshalb besonders werthvoll für uns ist, weil sie den Fondaco
vor dem Brande von 1505 zeigt, — ich sage aus dieser Abbildung er-
hellt, dass der Fondaco gegen Norden, Westen und Süden damals schon
wohl so ziemlich die Ausdehnung besass, die er heute einnimmt. Wie
aus dem ,Capitolare' hervorgeht^) und auch Milesio angibt 2), er-
streckte er sich von der Kiva del Ponte di Rialto (später Riva del
Buso genannt) bis zum Ponte di Ca Boldü (später Ponte dell' Oglio),
welche den Bezirk S. Giovanni Crisostomo von dem von S. Bartolomeo
trennt, und war auf der Nord- und Westseite vom Wasser bespült.
Anders gegen Osten. Denn hier sieht man deutlich, wie unregel-
mässig früher die Front war, welche an der Strasse gegen S. Giovanni
Crisostomo hin liegt. Die Strasse war krumm, winkelig, verbaut, was
denn auch schon im Jahre 1341 Veranlassung gegeben hat, das Pro-
jekt einer Vergrösserung und Erweiterung dieser Strasse in's Auge
zu fassen, das aber dann nicht zur Ausführung gekommen ist ^).
Wiederholt hat dann die Regierung noch für Erweiterung des
Fondaco sorgen müssen*). Denn trotzdem das neue Gebäude
56 Wohngelasse enthielt, wurden doch öfters von Seite der deut-
schen Kaufleute Klagen laut über Mangel an Platz; die Gänge
waren mit Kästen, Kisten und Ballen so verstellt, dass man
bisweilen kaum durchgehen oder in den Hofraum hinabsehen
konnte'^) — Uebelstände, denen die Regierung durch Ankauf von
Häusern oder durch zeitweise gewährte Erlaubniss der Errichtung
von Filialen in der nächsten Umgebung, in der ruga de ca Vidal
z. B.^), abzuhelfen fortwährend bestrebt war. Dass übrigens jener
Raummangel nicht blos in der zunehmenden Frequenz der deut-
schen Kaufleute seinen einzigen Grund , sondern noch andere
Ursachen hatte, dass daran oftmals die egoistische Rücksichts-
losigkeit einzelner Benutzer Schuld war, die sich nicht an die vor-
geschriebene Ordnung halten und auch während ihrer Abwesenheit
im Besitze ihrer Kammern bleiben wollten, das hat Heyd bereits
aus dem Capitolare nachgewiesen '').
Ueber das Haus selbst und dessen innere Einrichtung wissen
wir auch aus dieser Zeit nur sehr wenig. Felix Fabri, der bekannte
Reisende, schreibt'*), dass es aus einem „Doppelhause mit zwei inneren
Höfen" bestand , was deutlich auch auf der erwähnten Abbildung
erkennbar ist, auf welcher die aufgezogene (Reichs-?) Fahne noch
besonders beachtet werden mag. Fast scheint es, als ob auch
dieser Bau wenigstens theilweise von einer Mauer umgeben war '*).
Auch dieses Haus hatte nur zwei Stockwerke ^^). Ausser den
56 Kammern und den Gewölben, deren Zahl nicht angegeben, für die
n
') cap. 130 pag. 50. — -) Thomas p. 23. - ^) Bd. 1 Nr. 100, 102. - ") ebda.
Nr. 220, 332, 337. - ') s. Bd. I Nr. «57. — «) Bd. 1 Nr. 212, 281. 282. —
') Hist. Zeitschr. a. a. 0. S. 201 ; Capitol. cap. 252, 269, 276, 277 ; cf. unten S. 13.
— **) In seinem Evagatorium (a. 1483) vol. III (Bibliothek des literar. Vereins in
Stuttgart Bd. IV S. 432; cf. Heyd a. a. 0. S. 218). — ^) s. Bd. I Nr. 454. - ^") cf.
Capitol. cap. 110 pag. 39.
Geschichtliches. 1 1
Kaufleute befanden sich darin noch ein gemeinsamer Speisesaal^),
eine Küche, eine Weinschenke und andere Räumlichkeiten für den
Hausmeister etc. Die Kammern scheinen theilweise eigene Namen
geführt zu haben: von einer, welche längere Zeit von einer Nürn-
berger Familie benützt wurde, lesen wir^), dass sie „Paradies" ge-
heissen habe. Eine andere von einem Regensburger am Anfang
des 16. Jahrhunderts oder von Regensburgern überhaupt benützte
Kammer führte den Namen ,1a balta (volta?) de San Pyro' 3). Ein-
zelne sind von ihren Besitzern und Benutzern noch besonders aus-
gestattet worden — öfters ist solchen erlaubt, darin einen Kamin
setzen zu lassen '^) — Marino Sanuto der Jüngere spricht gelegent-
lich des Brandes im Jahre 1505 von ,Camere d'oro', welche bei dem-
selben zu Grunde gingen^).
Auf dem Söller in der Mitte des Hauses wurde im Jahre 1345
ein kleiner Altar aufgestellt, an welchem für die Kaufleute Messe
gelesen wurde, und obwohl dieser Altar nicht fest angemacht sein
sollte, scheint er doch beibehalten worden zu sein; denn 1360
hören wir, dass ein Deutscher den Kaufleuten im Fondaco den
Gottesdienst verrichtete '').
Wenden wir uns nunmehr zur
II. Verwaltung des Gebäudes
und was damit zusammenhängt, als : Art der Benützung, Beamte und
Bedienstete und Verhältniss der Regierung zu den Benutzern überhaupt.
Dass die venetianische Regierung von Anfang an die Eigen-
thümerin des Fondaco gewesen, ist bereits oben bemerkt worden
und mag hier nur dahin ergänzt werden, dass sie bis zum Untergang
der Republik im Jahre 1797 es immer geblieben ist. Sie war es denn
auch, welche wenigstens während des Mittelalters die ganze Ver-
waltung des Gebäudes in Händen hatte und bis in's Einzelne regelte.
Es muss auch vorausgeschickt oder nochmals betont werden, dass
sie es keineswegs dem Belieben des Kaufmanns anheimstellte, ob
er im Fondaco wohnen wolle oder nicht. Im Gegentheil ; sie schrieb
das ausdrücklich vor; sie zwang ihn dort abzusteigen. Sie verbot
den Barkenführern strengstens, die Kaufleute und ihre Waaren
irgend anderswo abzusetzen als im Fondaco; und ebenso strenge
untersagte sie den Bewohnern der Stadt, einen Deutschen oder seine
Waaren insgeheim bei sich aufzunehmen '') — ein Zwang, worüber am
') of. Bd. I Nr. 357. - '-) Bd. I Nr. 362, 364. — ^) cf. Gemeiner, Regens-
>)urgische Chronik IV, 140 n. 287 und meine Bemerkung zu der meines Er-
achten« unrichtig datirten Urkunde unten im zweiten Theile. — ■•) Bd. I Nr. 307,
511, 520. 544, 821; cf. unten S. 74. — *) Diarii (Neue Ausgabe durch die Depu-
tazione Veneta di storia patria 1879 fl".) t. VI p. 126. — *') Cecchetti im Archivio
Veneto tom. XXX pag. 143; cf. Bd. I Nr. 185a. - ') s. Capitol. p. 31 c. 90,
p. .^0 c. 181, p. 146 c. 252, p. 223 c. 3 no. 2, p. 227 c. 13; cf. Bd. I Nr. 40.
12
Geschiclitliches.
Anfang des 14. Jahrhunderts die Nürnberger sich bitter beklagten,
mit dem sich aber offenbar später Alle befreundet haben, da nichts
mehr von ähnlichen Beschwerden verlautet ^).
Anfangs scheint — der Wortlaut der Urkunde -) lässt es nicht
ganz deutlich erkennen — die Regierung die ganze Verwaltung des
Fondaco in Pacht gegeben zu haben, im Jahre 1228 (5. Dezember)
um die Summe von 1100 Pfund venetianischer Denare. Wenn sie
diesen Modus später, und zwar vermuthlich nicht allzulange darnach,
fallen gelassen hat, geschah es wohl, weil sie erkannte, bei eigener
Führung des Hauses eine bessere Einnahme zu erzielen. Die Zim-
mer oder „Kammern" und Gewölbe wurden nun gegen einen, der
Regierung zu zahlenden, bestimmten Preis einzeln an die deutschen
Kaufleute vermiethet. Wie hoch derselbe war, ist aus der ersten
Zeit nicht überliefert; im Jahre 1354 musste für gewöhnlich jeder
Kaufmann, der eine Nacht im Fondaco zubrachte, 12 Schillinge
oder ,piccoli' und wenn er Nachts eine Kammer benutzte, ebenfalls
12 piccoli an die Regierung bezahlen. Nicht anders kann ich
die Worte an der betreffenden Stelle im Capitolare ^) verstehen :
,che zaschun marchadante Todescho sia tegnudo ognia (sie) notte lo
quäl abitera in lo fontego pagar pizoli XIl e simihnente per zascha-
duna caniera la quäl lo tegneria pagar debia ogni note pizoli XII*) . . .'
Es gab eben auch solche Kaufleute — wenn dieser Name
für sie passend und nicht die Bezeichnung , Krämer' die richtigere
ist — , welche im Fondaco übernachteten, ohne eine Kammer und
ohne ein Bett zu benützen, welche — um die Miethe zu sparen —
in den Gängen, unter dem Thore oder auf den Wollsäcken schliefen'')
und deshalb eben wohl nur die Hälfte der oben angegebenen Summe,
nur die einen 12 piccoli zu erlegen hatten. Eben diese waren auch
von der Abgabe oder dem „Trinkgeld" befreit, welches die anderen
Kaufleute, wie es in einer Verordnung vom Jahre 1437'') heisst,
„seit langer Zeit" dem Hausmeister als Entschädigung für die von
diesem gelieferten Geräthschaften u. s. w. zu entrichten pflegten, und
pro Nacht 2 .soldi de' piccoli' betrug ''). Von der nämlichen Ab-
gabe, welche in jenem Jahre 1437 (nachdem sie bis dahin, wie es
scheint, eine freiwillige gewesen) von der Regierung den Kaufleuten
durch Verordnung auferlegt wurde — von dieser Abgabe, sage ich,
waren ausser jenen kleinen Kaufleuten auch diejenigen frei, welche
von der Regierung sogenannte ,camere dade per gracia' d. h. wohl
n
') s. Flegler im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1867 Ö. 330. —
") Bd. I Nr. 2. — ') p. 63 c. 149. — "*) Bei den sehr verwickelten Münzverhältnissen
Venedigs ist es sehr schwierig, sich über den entsprechenden heutigen Werth an-
gegebener Summen zu unterrichten ; nach einer gütigen Mittheilung des Archiv-
beamten in Venedig Herrn V. Padovan, der als bester Kenner auf diesem Gebiete gilt,
kämen die 12 piccoli im Jahre 1354 (= 1 soldo) c. 2V2 centesimi italiani gleich.
— *) Capitol. p. 154 c. 259 (1437) . . . tutti quelli che dorme e dormira suxo li
andedi e suxo per i sachi de i gottoni e sotto i portegi senza letto ... —
') Capitol. ebendaselbst. — ') Nach Herrn Padovan = 5 centesimi italiani.
Geschichtliches. 1 3
Kammern für längere Zeit und gegen einen geringeren Miethzins
aus besonderer Gnade erhalten hatten ^). Für solche Kammern
wurden im Jahre 1487 4 Dukaten per Jahr gezahlt^).
Eigentlich oder besser ursprünglich herrschte hinsichtlich der
Vertheilung und Benützung der Kammern kein Unterschied.
Es galt, wie es die Regierung selbst einmal (Januar 1445) aus-
spricht^), der Grundsatz: Wer zuerst kam, erhielt zuerst eine
Kammer und so der Reihe nach weiter. Hatte der Kaufmann seine
Geschäfte erledigt — was bei vielen nicht allzulange Zeit in An-
spruch nahm — so musste er den Schlüssel zur Kammer dem Haus-
meister zurückstellen, damit dieser von Neuem über die Kammer
verfügen und sie wieder an andere Ankömmlinge vermiethen konnte*).
Wollte der Kaufmann, den seine Geschäfte voraussichtlich wieder
nach Venedig zurückführten, bei seiner Abreise etwas von seinen
Sachen, wie Schreibutensilien, Pult, Kassetten oder dergleichen,
zurücklassen, um das Hin- und Herschaffen zu ersparen, so brauchte
er es nur dem Hausmeister zu übergeben, der durch einen Erlass
der Regierung vom Jahre 1383^) verpflichtet war, diese Sachen
ohne Entgeld in einer eigenen verschlossenen Kammer aufzubewahren.
Allein, wie in mancher anderer Beziehung, hielten sich unsere
Landsleute nicht immer an diese Satzungen. Sie nahmen entweder
die Schlüssel der Kammern; in denen sie ihre Habe zurückliessen,
mit sich fort, oder gaben sie und damit die Kammern zur Be-
nützung an andere ihrer Bekannten, ohne dem Hausmeister davon
Meldung zu thun^). So kam es, dass diesem (der vielleicht durch
ein Geschenk insgeheim gewonnen wurde, denn sonst müsste es
ihm doch leicht gewesen sein, dagegen einzuschreiten) oftmals nur
wenige Kammern von den 56 des Hauses — 1432 z. B. nur 18,
1443 nur 20 — zur Vertheilung an neue Ankömmlinge übrig-
blieben. Ein Theil derselben war in Folge dessen öfters gezwungen,
ausserhalb des Fondaco in Gasthäusern abzusteigen '') und beschwerte
sich dann darüber bei der Regierung, die daraufhin gegen diesen
Missbrauch theils die alten Verordnungen wieder einschärfte, theils
neue erliess ^).
Freilich ist die venetianische Regierung selbst jenem Grund-
satze von der Gleichberechtigung der Kaufleute nicht immer treu
geblieben, wobei sie wieder nur einer auch sonst üblichen Praxis
') Nahmen diese aber, wie ihnen erlaubt war, Gäste bei sich auf — cf.
Felix Fabri in seinem Evagatorium Bd. 111 S. 388 — so mussten diese dem
Hausmeister die Hälfte der sonst üblichen Vergütung entrichten; cf. Capitol.
p. 155 c. 260. — ') Bd. 1 Nr. 557. - ^) Capitol. p. 166 c. 277. - ") cf. Bd. l
Nr. 167. — *) Capitol. p. 84 c. 189 und 190. — «) cf. Bd. 1 Nr. 163. — /) Als
von Pilgerreisenden besonders frequentirte zählen Röhricht und Meissner,
Deutscht Pilgerreisen nach dem heiligen Lande S. 11 auf: den Spiegel, den
weissen Löwen, den schwarzen Adler, das deutsche Haus, auch St. Georg, zur
Flöten oder Pollten, zur Trinität genannt. — **) Capitol. p. 145 c. 252; p. 164
c. 276; p. 166 c. 277.
]4 Geschichtliches.
folgte. Der Satz: „Keine Regel ohne Ausnahme" kam vielleicht
nirgends mehr zur Anwendung als in Venedig ; ja man könnte fast
sagen: die Ausnahmen bildeten hier die Regel. Das macht ja die
Darlegung der venetianischen Verfassungs- und noch mehr der Ver-
waltungsverhältnisse so ungemein schwierig, dass Alles in bestän-
digem Flusse sich befand, dass man — zur Zeit der Blüthe wenig-
stens — Gesetze und Verordnungen gleichsam nur auf Probe erliess,
dass man sie abänderte, wenn sie sich nicht bewährten oder wenn
andere Gründe augenblicklich gegen sie und für ihre Suspendirung
sprachen.
Wir haben oben gehört, dass die Regierung Kammern an
Einzelne auf längere Zeit ,per gratiam' verlieh. Ebenso heisst es
in einer Verordnung vom Jahre 1445, worin die Rückgabe der
Schlüssel neuerdings vorgeschrieben wird, dass von diesem Gebot
jene Kaufleute ausgenommen sein sollten, welche „eigene" Kam-
mern besässen ^). Auch dies kann nur in dem oben angegebenen
Sinne verstanden werden, dass gegen Bezahlung oder Vorausbezahlung
des Miethzinses (vermuthlich auf ein Jahr) einzelne, in beständigem
Verkehr mit Venedig stehende, deutsche Kaufleute eine und dieselbe
Kammer für länger benützen konnten. Gerade hierüber enthalten
unsere Urkunden^) sehr werthvolle Notizen. Wir sehen daraus, dass
nicht blos einige Jahre, sondern ganze Generationen hintereinander
Kammern im Besitze einzelner Kaufmannsfamilien waren, die sie
denn nach Belieben besser ausstatten und verschönern lassen konnten ^).
So gaben die Nürnberger Kaufleute Mendel im Jahre 1429 an, dass
ihre Vorfahren seit gegen 80 Jahren im ungestörten Besitze einer und
derselben Kammer w^aren; und in der That lesen wir ^), dass im Jahre
1377 dem alten (berühmten, später in Venedig verstorbenen) Marcus
Mendel und seinen Brüdern auf ihren Wunsch die von ihnen augen-
blicklich benützte Kammer sammt Gewölbe im Fondaco dauernd
überlassen wird, weil beständig einer von ihnen in Venedig sei
und sie ohne dieselben ihre Geschäfte nicht besorgen könnten. — 1412
erhalten die Nürnberger Wilhelm und Johannes Rummel, 1476 zwei
andere Kaufleute die Erlaubniss, in der ihnen zugetheilten Kam-
mer des Fondaco einen Kamin anbringen zu lassen^), gewiss nur,
weil sie dieselben länger zu benützen gedachten — und 40 Jahre
später lesen wir ^) wiederum , dass vielleicht der nämliche Wilhelm
Rummel und ein anderer desselben Geschlechtes die venetianische
Regierung durch den Rath ihrer Vaterstadt ersuchen, sie im Be-
sitze der seit langer Zeit von ihnen und ihren Vorfahren gegen
einen jährlichen Miethzins benutzten Kammer und Gewölbe auch
n
') Capitol. p. 167 ,tuti e chadauno marchadante Todescho che non avera
chamera proprio' und p. 168 ,tuti i marchadanti Todeschi del fontego che non
anno chamere proprie quando i se pai*te de Venexia . . . i debiano dar le chiave
de le camere al nostro maser.' — ^) s. Bd. I Nr. 351, 361. 362, 363. 470. -
'') Bd. T Nr. 511. — ■*) Bd. I Nr. 240. — ') Bd. I Nr. 307; cf. Nr. 544. — «) ebd
Nr. 470.
Geschichtliches. 15
fernerhin zu belassen. Dann sah sich wohl die Regierung gelegent-
lich durch die Klagen wegen Mangels an Raum abgewiesener
Kaufleute veranlasst, wie z. B. im Jahre 1429, die bestehenden Ver-
ordnungen etwas schärfer anzuwenden und auch gegen jene lang-
jährigen, alten Gäste schärfer aufzutreten — theils in der Art, dass
sie einen weit höheren, ja doppelt so hohen Miethzins von ihnen
verlangte, theils dass sie ihnen das Benützungsrecht der Kammern
geradezu kündigte oder zu kündigen drohte, was dann aber durch
Vermittlung der heimischen Behörden wohl meist verhindert wurde.
1432 wird wieder der Ausdruck ,camere non obligate' gebraucht,
was vermuthlich nichts Anderes heisst, als: nicht fest vergeben^).
Im Jahre 1439 bestimmte die Regierung, dass denjenigen
Kaufleuten, welche zwei Jahre lang nicht in eigener Person nach
Venedig kämen, um Kaufmannschaft zu treiben, die Kammern zu
Gunsten Anderer entzogen werden sollten. Ebenso denjenigen,
welche mit Hinterlassung von Schulden verschwunden wären; auch
die Kammern verstorbener Kaufleute sollten wieder anderweitig
verwendet werden ^). — Sehr entschieden wurde einmal im Jahre
1453 von der Regierung gegenüber dem Rathe der Stadt Ulm (der
sich darüber beschwerte, dass einem Ulmer, Peter Roys, seine
Kammer genommen worden) der oben erwähnte Grundsatz aus-
gesprochen, dass dem Gesetze zufolge Niemandem im Fondaco eine
Kammer für immer oder auch nur für allzu lange Zeit überlassen
werden dürfe. Alle Kammern sollten zu gemeinem Nutzen in
gleicher Weise allen Kaufleuten offen stehen und steter Wechsel
in der Benützung stattfinden 3). Das war 1453. Aber nicht eben
allzulange später finden wir wiederum, dass der und der seit längerer
Zeit im Besitze der nämlichen Kammer ist, im Jahre 1468 Johannes
und Heinrich Rummel*), welche das ,Collegio' sogar ausdrücklich
gegen eine gegentheilige Entscheidung der Visdomini in Schutz nahm;
im Jahre 1483 ein Schweizer z. B. seit 26 Jahren 5), also seit 1457!
1469 erlaubt das Collegio die Uebertragung von Kammer und Ge-
wölbe auf die Namen des Stiefsohnes und Enkels der bisherigen
Benutzer 6), und im Jahre 1487 wird einem Nürnberger und seinen
Brüdern, ebenso 1489 den Brüdern Fugger die von ihnen benützte
und ausgestattete Kammer auf ihre Bitten geradezu wieder für
immer verliehen'^). Es erklärt sich dieses Abweichen von der
') Bd. I Nr. 390. — *) Capitol. p. 161 c. 269-271. - =*) Schreiben des
Dogen Francesco Foscari an den Bürgermeister und Rath von Ulm vom 23. Juni
1453 (veröffentlicht von G. M. Thomas in den Sitz.-Ber. der k. b. Ak. d. Wiss.
Philos.-philol. Kl. 1869 S. 302): ,Per legem cautum est, ut camera aliqua fon-
tici Theotonicorum nemini detur aut in perpetuum aut ad longissimura tempus,
sed omnes camere pro communi et equali omnium mercatorum commoditate
dentur ipsis mercatoribus, quando huc veniunt, et eas tenent et utuntur, quamdiu
hie stant et, quando eorum negotiis expeditis recedunt, dantur postea aliis
venientibus'. — ") Bd. I Nr. .511. — ») ßd. I Nr. 557. — ") Bd. I Nr. 513. -
') ebda. Nr. 574 u. 582.
IQ Geschieh tliclies.
n
ursprünglichen Regel eben aus dem zunehmenden Verkehr, der es für
die grossen deutschen Handlungshäuser zur Nothwendigkeit machte,
einen Vertreter in dem grossen Welthandelsemporium ständig an
Ort und Stelle zu haben. —
In diesem Zeitraum, wo der Fondaco noch ganz unter der
Verwaltung der Regierung stand, wurde von ihr strenge Haus-
ordnung gehalten. Wie die Fondachi in Alexandria (s. oben), so
wurde auch dieser des Nachts zu bestimmter Stunde geschlossen ^),
aber in früherer Zeit für später Ankommende immer geöffnet.
Das geschah eingestandenermassen schon deshalb, um zu verhindern,
dass dieselben in einem Gasthause ihr Absteigequartier nahmen
und dann die Regierung um die Eingangszölle u. s. w. brachten.
Als ein Augsburger im Jahre 1330 sich deshalb mit seiner späten
Ankunft entschuldigen wollte, wurde diese Ausrede um so weniger
für stichhaltig erklärt, als er bereits seit 15 Jahren in Venedig ver-
kehre und mit den Gesetzen des Landes vertraut sein könne ^).
Später gegen Ende des 15. Jahrhunderts Avurde einmal be-
fohlen, den Fondaco die ganze Nacht geschlossen zu halten and
Niemandem zu öffnen, weil bei dieser Gelegenheit, da das Thor
der ,riva' offen gestanden^), viel Unterschleif getrieben worden.
Auf inständiges Bitten der Kaufleute wurde die Massregel aber
bald wieder zurückgenommen*). Die ganze Nacht brannte denn
auch im Fondaco zur Erhellung der Treppen und Gänge Licht: im
alten Gebäude 12 Kerzen oder Lampen^).
Ein anderer Punkt der Hausordnung betraf die Durch-
suchung der Kammern. Die deutschen Kaufleute mussten sogleich
nach ihrer Ankunft ihre Waffen, die sie etwa mitgebracht, dem
Hausmeister abliefern. Aber wenigstens einmal im Monat sollten
die Visdomini, die obersten Beamten der venetianischen Regierung
im Fondaco, nach einer Verordnung vom 22. Oktober 1315^) die
Kammern durchsuchen, ob nicht die Kaufleute doch Waffen darin
insgeheim versteckt hätten. Und ebenso mussten diese es sich ge-
fallen lassen, dass die Visdomini mit ihren Schreibern „von Zeit zu
1) Capit. p. XVI a. 1275; p. XVIII, a. 1278 um 9 Uhr: postquam janua
clausa erit et tercia campana erit sonata. Cf. Bd. I Nr. 185 a. — -) Minotto,
Docum. ad Bellunum . . . spectantia vol. II Sect. II p. 27. ,Gratia fiat Henrico
de Ausborgo qui pro eo, quod quadam nocte, cum venit Venecias tarde, non
ivit ad hospitandum in fontico Teutonicorum , sed ivit ad hospicium Galli
cecidit ad penam libr. C et ad penam quarti marcharum IV argenti, quas non
presentavit, ut debebat, quod solvendo libr. X a residuo dictarum condempnatio-
num absolvatur. Et officiales (Teutonicorum) dicunt quod per formam sui capi-
tularis, eo quod extra fonticum hospitatus fuit, cecidit ad penam libr. C etc.
et quod omni hora noctis fonticum forensibus aperitur et illa nocte venit de
Mestre, et palata S. Juliani clauditur in occasu solis ; ita quod bona hora venire
potuit ad fonticum et per pueros officialium inventus fuit in dicto hospicio et
quod jam annis XV utitur Veneciis ita quod seit condieiones terre ... —
=*) Capit. p. 238 e. 6 a. 1479. — *) ebda. p. 250 c. 15 a. 1483. - ^) ,lume over
zexendeli' (?), nicht 18, wie Milesio (Thomas p. 2<i) angibt; s. Capit. p. 85 c. 190
Verordnung vom 20. Januar 1383. — *) Capit. p. 32 c. 92.
Geschichtliches. X7
Zeit" Kammern und Magazine überhaupt einer Visitation unter-
warfen, um zu sehen, ob alle Waaren richtig angegeben, verkauft,
die vorgeschriebenen Abgaben gezahlt waren u. dergl. m. ^).
Ein umfangreiches Kapitel in der Hausordnung nahm weiters
die von der Regierung im Fondaco eingerichtete Weinschenke in
Anspruch. Der Besuch derselben war eigentlich nur den deutschen
Kaufleuten und mit Ausnahme der Festtage ^) gewissen im Fondaco
Beschäftigten gestattet, nämlich den Sensalen, den Ballenbindern,
dem Koch und Unterkoch, den Dienern und Trägern^); Andere,
selbst die Visdomini, waren davon ausgeschlossen. Aber trotzdem
wurden mehr als einmal Unberechtigte auf einem heimlichen Trünke
betroffen*), und mehr als einmal kam es dann dort zu Streit und blu-
tigen Händeln^), so dass die Regierung den Visdomini das Recht
zugestehen musste, von den Waffen Gebrauch zu machen, und selbst
wiederholt Verbote gegen den Besuch der Weinschenke erliess *').
Auch über die Zeit, wie lange dieselbe geöffnet sein solle, gab es
ab und zu Differenzen, da die Deutschen, die, wie es scheint, damals
schon gern „immer noch Eins" tranken, Tag und Nacht Zutritt dazu
haben wollten'^). Bisweilen scheint die Regierung deshalb auch die
Schenke ganz geschlossen und nur den Ausschank des Weines ge-
duldet zu haben, wie es ursprünglich der Fall gewesen zu sein scheint^).
Den Wein durfte früher (i. J. 1268 z. B.) nur der Hausmeister im
Verein mit einem Schreiber einkaufen ^) , und der , taverner' erhielt
seinen Grehalt wie jeder andere Beamte von der Regierung^"), die
selbst durch die Visdomini den Wein verkaufte ^^). Später, im Jahre
1395 z. B. und 1418^^), erscheint die ,caneva' in den Händen eines
Pächters, der eben um seines Vortheils willen sich wenig um die
Verordnungen der Regierung kümmerte und keinen Unterschied
zwischen Berechtigten und Unberechtigten machte, wenn sie nur
seinen Wein tranken, so dass die Regierung sich veranlasst sah, da-
gegen einzuschreiten.
Gehen wir nun aber zu den Beamten und Bediensteten
selbst über.
An der Spitze derselben standen die mehrerwähnten Visdomini
^) Verordnung vom Jahre 1475 Capitol. p. 231 c. 26. — ^) s. Verordnung
vom Jahre 1362 Capitol. p. 27 c. 74. - =*) So im Jahre 1278, s. Capitol. p. XVII ;
Koch und Unterkoch fehlen in späteren Bestimmungen. — ■*) s. Bd. I Nr. 45,
212 und Capitol. p. 82 und 83 c 184 und. 185. — ^) s. Capitol. p. 17 c 51. -
") 8. Capitol. 1. c. und p. 70 c 163; p. 120 c. 232. - ^) s. Bd. I Nr. 185 a. —
'^j s. Verordnung vom 6. November 1361 Capitol. p. 17 c. 50 und 51 che
la dita tavema la quäl se (= si e, si trova) in lo dito fontego, sia reduta a la
caneva, si corao era in prima, in la quäl caneva debia esser vin de Marcha e Tri-
bian e Ribuola, und vorher (c. 50) : che non se lassa intrar alguna persona dentro
la caneva. Cf. ibid. p. 143 c. 250 a. 1430. - ») Capitol. p. 2 c. 4. — '") Capitol.
p. 47 c. 125, cf. Bd. 1 Nr. 31, wo der Posten einmal (1310) als Belohnung ver-
liehen wird. — ") Capitol. p. 48 c. 127 che tuto el vin che se spende in la
taveriia del fönt, di Tod. se debia vender per li visdomini del ditto fontego.
— ") ibid. p. 121 c. 232 u. Bd. I Nr. 813.
2
1 8 Geschichtliches.
(Vicedomini) — die Stellvertreter der Regierung, die denselben denn
auch die ausgedehntesten Befugnisse verlieh. Zuerst, z. B. 1232,
erscheinen deren nur zwei ^), im Jahre 1268 aber wurden drei gewählt.
Für kurze Zeit wurde ein vierter hinzugefügt von 1293 — 1299^);
die Dreizahl aber „blieb durch das Mittelalter hin Regel". Das Amt
war ein jährlich wechselndes; es galt offenbar als ein angesehenes,
da nur Nobili dazu erwählt wurden. Es ist erklärlich, dass unsere
Urkunden-Nachlese speziell für diese Beamten nur eine geringere ge-
wesen ist, nachdem es ja gerade ihr Kapitular, eine für sie bestimmte
Sammlung von Verordnungen ist, welche Thomas veröif entlicht hat,
in der das Wichtigste ja enthalten sein muss, was sich auf ihr Amt
und ihre Stellung bezieht. Die Verordnungen im Einzelnen hier auf-
zuführen, würde zu weitläufig sein; Heyd und Thomas haben den
Hauptinhalt derselben in Kürze gut folgendermassen skizzirt: „Das
Kollegium der Visdomini vertrat die Regierung zunächst als Eigen-
thümerin des Hauses, indem es über die Räumlichkeiten des Fondaco
disponirte, die Hausordnung regelte und aufrecht erhielt . Alle,
die im Fondaco angestellt waren, unterstanden der Disciplinargewalt
und der Gerichtsbarkeit der Visdomini, konnten von denselben mit
Geldstrafen belegt oder auch entlassen werden, hatten aber das Recht,
wenn sie sich ungerecht behandelt glaubten, an die ,Consuln der
Kaufmannschaft' oder an die ,Proveditoren' zu appelliren — — .
Die Visdomini führten auch die Oberaufsicht über den Geschäfts-
verkehr der Deutschen und zogen die Gebühren ein, welche von
jeder importirten und exportirten, gekauften und verkauften Waare
als Zoll oder als Accise an den Staat gezahlt zu werden pflegten .
Um die Kontrolle über den Waarenverkehr in wirksamer, jede Defrau-
dation möglichst verhindernder Weise üben zu können, um den Inhalt
jedes kommenden und abgehenden Waarenballens zu notiren, jeden
Kauf mit dem Gegenstand desselben und den dabei erzielten Preis
zu registriren, die Einnahmen und Ausgaben der Kasse zu buchen,
bedurften die Visdomini eine Unterstützung durch geprüfte rech-
nungsverständige Beamte, Schreiber, zwei, zuweilen auch drei an
der Zahl, und Notare. Endlich waren ihnen Diener ^) beigegeben,
deren Hauptaufgabe darin bestand, die im Fondaco aus- und eingehen-
den Personen und Waarenballen mit wachsamem Auge zu mustern '^).
Die Visdomini waren aber auch ihrerseits für ihre Verwaltung in
allen Stücken verantwortlich, verantwortlich nach der Schärfe vene-
tianischer Gesetze, welche bei . allen Beamten oder Betrauten jeden
Sondervortheil in Gaben und Geschenken, jeden persönlichen Ge-
winn oder Nutzen verboten und mit peinlicher Strenge ahndeten" ^).
^) cf. Heyd, Hist. Zeitschr. S. 210 und Predelli, Lib. Pleg. Regesti p. 65
n. 232. — ') Capit. p. XX und Mone in der Zeitschrift für die Gesch. des
Oberrheins Bd. V S. 14 Nr. 72, wozu man vergleiche oben Bd. I Vorwort S. XVIIl
n. 2. - ») ,pueri' cf. oben S. 16 Anm. 2. — ") Heyd 1. c. S. 210 ff. (Cf. Bd. 1
Nr. 150 über die Besoldung der Diener.) S. Capit. p. 231 _ c. 28 (1475). —
») Thomas in der Einleitung zu Milesio p. 7. Cf. Bd. I Nr. 198 u. Capit. p. 122
Geschichtliches. 19
Die oben genannten ,Consoli dei Mercanti' und die ,Sopra-Consoli'
besassen das Recht, in den Verordnungen des Kapitulars zu ändern,
zu streichen und hinzuzufügen, was ihnen gut dünkte ^). Auch finden
wir gegen Ende des 15. Jahrhunderts theils zur Erhebung einer
ausserordenthchen Abgabe, theils zur genaueren Ueberwachung des
gesamniten Geschäftsbetriebes im Fondaco und behufs Abbestellung ver-
schiedener Missbräuche einen Oberaufsichtsbeamten erwähnt, mit dem
Titel ,deputado al fontego' oder ,sovrastante in fontego', der die
Autorität der Visdomini wohl für einige Zeit in den Schatten stellte^).
Von den Untergebenen der Visdomini oder Bediensteten im
Fondaco, deten Zahl begreiflicherweise eine nicht geringe war, ge-
denken wir nur kurz der Barkenführer ,barcharuoli', welche ebenso
wie die Kärrner und Fährleute ,caradori e somieri' strikten Befehl
hatten, sofort direkten Weges ,recto tramite' die ankommenden
Kaufleute oder Waaren im Fondaco abzusetzen-'^); ferner der Auk-
tionatoren oder Versteigerer ,incantadori', deren Zahl von 40 im
Jahre 1335 auf 12 herabgesetzt wurde, und die Lateinisch und
Deutsch verstehen mussten'*); weiters der Träger ,portadori' oder
.bastaxii' '■), der Wäger .pesadori', der Blei-Anleger ,bolladori'
und der Ballenbinder ,ligadori', die alle in gleicher Weise wie die
Visdomini zur strengsten Pflichterfüllung und genauesten Kontrolle
angehalten waren. Wir verweilen aber noch einen Augenblick , bei
den zuletzt Genannten, den Ballen bindern oder Packern, den
,llga(lorl'.
Nicht wegen der paar Sonderbestimmungen, die sich für sie
im Capitolare finden, z. B. dass die Waaren im Fondaco selbst
gepackt werden sollten '') und dass dies unter Aufsicht zu g^chehen
habe "') : sondern weil ein günstiges Geschick uns die Matrikel
(Mariegola) der Zunft dieser hgadori aufbewahrt hat, die bisher nicht
benützt worden ist.
Dass die ,ligadori' eine Zunft gebildet haben, ist auch im Capitolare
der Visdomini angedeutet, wo des Vorstandes derselben, des ,gastaldo',
und auch der , mariegola' Erwähnung gethan wird^). Das Exemplar
dieser mariegola, welches ich benützen konnte, befindet sich auf dem
Museo Civico Correr in Venedig ^) und stammt aus dem IG. Jahrhundert.
Die Matrikel enthält einmal Bestimmungen allgemeiner Art für die
Genossen der Zunft, ferner Abmachungen der Zunft mit den deut-
c, 235 (1406) ; über die monatliche Rechnunffsablage s. Capit. p. 179 c. 290 ; p. 12
c. 33; p. 19 c. 53 (1279) und c. 54 (1282). - ^ s. Capit. p. 21 c. 59 (1281?) und Bd. I
Nr. 3 u. 20. — 2) s. Capit. (p. 221 c. 2, 1471 zum ersten Mal gewählt?) p. 234 c. 7
(1478); p. 236 c. 3 (1479); p. 249 c. 14 1482 Dec. wird als Nachfolger eines abgesetzten
,sovrastante' Namens ,Zuan de Martin' ein neuer .Aluixe Taiapiera' erwählt, der
auch 1484 Januar (p. 251 c. IG) in dieser Stellung erscheint; 1491 März (p. 264
c. 28) ist als solcher Francesco de Rosso und 1492 (so ist p. 241 c. 12 wohl zu
ändern cf. p. 247) Lazaro Rifaldelli genannt. — ') s. Capit. p. 217 c. 1 und 2;
p. 227 c. 12; p. 8 c. 10 etc. — *) ibid. p. 41 c. 113. - =*) cf. Bd. I Nr. 45, 65,
73. — «) Capit. p. 2 c. 7 a. 1302. — ') ibid. p. 102 c. 211 a. 1400. - ') ibid. p. 209
u. 210 c. 324 u. 320 a. 1487. — '') Nr. 85 cf. Bd. I Vorwort S. XIV.
') s. Bd. [ Nr. 338. — -) ebda. Nr. 322 u. 371. - ^) ebda. Nr. .523. —
■•) Capit. p. 36 c. 103. — ") s. Bd. I Nr. 320; cf. Nr. 331, wonach die Bestätigung
der Bruderschaft nicht vor 1423 erfolgte. - «) cf. Bd. I Nr. 320 u. 447. Dies war
20 Geschichtliches^.
sehen Kaufleuten ■) und drittens Vereinbarungen der Zunft mit den
Dominikanermönchen der Kirche S. Giovanni e Paolo in Venedig. Wie
das so üblich war, Hess nämlich die Zunft ^) in dieser Kirche eine Kapelle
(unter dem Namen der heil. Dreifaltigkeit) für sich einrichten, worin
eben jene Mönche an bestimmten Tagen ausser zwei gewöhnlichen
Messen namentlich eine für die verstorbenen Genossen der Zunft
lesen mussten, welche zuerst auf dem neben der genannten Kirche
befindlichen Friedhof der heil. Ursula, später seit 1472^) in jener Ka-
pelle selbst in einer eigenen Gruft bestattet wurden. Die Zunft
übernahm die entsprechende Ausschmückung der Kapelle, die Liefe-
rung der Gewänder für die Geistlichen u. s. w. und versprach über-
dies die Zahlung von 12 Dukaten jährlich.
Die Uebereinkunft, die hierüber am 3. Juli 1419 getrofiPen wurde,
ist nun aber nicht blos wegen ihres sachlichen Inhaltes von Interesse,
sondern ganz besonders wegen der namentlich aufgeführten Personen,
die von beiden Seiten als den Vertrag schliessend und als Zeugen
aufgezählt werden. Da finden wir^) unter den Zeugen einen ,Maestro
Nicolo Paradiso depentor', unter den Brüdern des Klosters einen
Deutschen ,Fra Corado' (Todescho); wenn wir aber die Liste der
Ballenbinder betrachten, so werden wir erstaunt sein, darunter
lauter Deutsche zu erkennen. Da ist neben dem Vorstand oder
Meister (gastaldo) der Zunft — Peter Fuser (?), dessen Heimath leider
nicht angegeben ist — ein Nikolaus von Laibach, ein Lorenz aus
Rodinsberg oder Rotenstein (in Steiermark?), ein Angelin aus Greifen-
berg (in Kärnten?), ein Gerhard und ein Nicolaus aus Judenburg, ein
Paulus aus Kastelrut (in Tirol), ein Wolfard aus Villach, ein Balduin
und Anchi(n? oder Anechinus?) aus Köln, ein Heinrich aus Nürn-
berg (?), ein Peter aus Trient, ein Martin aus Wels ( ?), ein Angelin
aus Preussen, ein Johann aus Ulm, ein Konrad aus Böhmen, ein Konrad
aus Brunn — im Ganzen 17 Mann. Nachdem es jedoch im ersten
Kapitel der Matrikel ausdrücklich heisst, dass die Zunft aus nicht
weniger als 18 Genossen bestehen solle, wird man annehmen müssen,
dass der Schreiber einen Namen ausgelassen oder übersprungen habe.
Früher war die Zahl der ligadori eine grössere gewesen; im
Jahre 1329 (oder 1319) wurde sie von 38 auf 25 herabgesetzt*), was
übrigens keineswegs auf einen verminderten Geschäftsbetrieb zurück-
zuführen ist, der im Gegentheil damals in stetem Wachsen begriffen
war; und die nun im Jahre 1418 festgesetzte Zahl^) von 18 Genossen
mag wohl als eine geringe erscheinen. Um so fester schlössen sich
diese zusammen : ausdrücklich wird in der Matrikel festgesetzt (cap. 5),
dass bei nothwendigen Ergänzungen in Folge von Todesfall oder sonsti-
gem Abgang nur ein Deutscher zum Zunftgenossen gewählt werden
dürfe '^), der dann zuerst den Kaufleuten des Fondaco behufs ihrer
J
Geschichtliches. 21
Zustimmung vorgeschlagen und hierauf von den Visdomini bestätigt
werden solle. Ein Jahr lang sollte der neu Aufgenommene auf Probe
dienen, das erste halbe Jahr ohne jede Remuneration, den Rest des
Jahres mit der Hälfte des Einkommens, das sich aus den von den
Kaufleuten zu entrichtenden Gebühren ergab. — Von den übrigen
Bestimmungen der Matrikel sei hier nur noch die hervorgehoben,
dass sogar das Heirathen des einzelnen Zunftgenossen der Billigung
der ganzen Zunft unterlag und Verheimlichung der Ehe mit strenger
Strafe, ja sogar mit Ausschliessung bedroht war ^).
Was das Verhältniss der Ballenbinder zu den deutschen Kauf-
leuten betrifft, so gab es zwar manchmal Differenzen besonders über
jene Gebühren ; sonst aber herrschte wohl gutes Einvernehmen, und oft
wohl haben unsere Kaufleute bei diesen Landsleuten wirksame Unter-
stützung gefunden. So lesen wir ^), wie der Sohn eines solchen Ballen-
binders zur Befreiung eines wegen Schulden gefangen gesetzten deut-
schen Kaufmannes wesentlich mitwirkt. Und im Jahre 1472 werden
junge deutsche Lehrlinge, die nach Venedig geschickt waren, um die
italienische Sprache und das Kaufmannsgeschäft zu erlernen, im Hause
eines Ballenbinders — vielleicht des damaligen Zunftvorstehers —
untergebracht, da sie augenblicklich „wegen der Zeitläufe" bei den
Venetianern nicht, wie sonst, Aufnahme gefunden^). —
Von den übrigen Beamten oder Bediensteten des Fondaco ver-
dient noch eine besondere Erwähnung der Hausmeister ,fonticarius'
oder ,massarius' , früher auch wohl gelegentlich als ,gastaldo' oder
Jtospes' bezeichnet"^). Es ist bereits gesagt worden'), dass er den
ankommenden Kaufleuten die Waffen abzunehmen, die Kammern an-
zuweisen und diese zu vertheilen hatte, dass er für Beschaffung der
Betten und des dazu nöthigen Weisszeuges *') Sorge tragen musste
u. dergl. mehr. Die Instandhaltung des Gebäudes des Fondaco, die
Schliessung und Ueberwachung desselben lag ihm ob '). Er schlief
denn auch, wenigstens in früherer Zeit, mit seinem Diener oder
Gßhülfen im Hause selbst ^) , und erhielt in demselben oder hatte
daselbst ursprünglich eine eigene Wohnung^), die im oberen Stock-
werk des Gebäudes sich befunden zu haben scheint ^^). Später
scheint er eine Wohnung oder Behausung in der Nähe des Fon-
übrigens wohl auch früher meist der Fall; cf. Bd. I Nr. 788. — ^) Bd. I Nr. 601.
— 2j Bd. I Nr. 538. - ') s?. Bd. I Nr. 525. — ') s. Bd. I Nr. 60, 509, 610. Dass
f<astaldo hier (Nr. 60) nicht die sonst spezifische Bedeutung eines Orts- oder eines
(iewerbevorstehers haben kann, sondern gleichbedeutend ist mit massaio, massario
(cf. Boerio, Dizionario del dialetto Veneziano), geht aus dem Zusammenhange her-
vor. — ') oben S. 12 u. ft'. — *) Bd. I Nr. 509, 610, an welcher Stelle es heisst,
dass 3 Paar Betttücher für jedes Bett bestimmt waren. — ') s. Bd. I Nr, 10. —
') 8. Capit. p. 39 c. 110. — ") Bd. 1 Nr. 102, 342, 493. - ^o) cf. Capit. p. 167
c. 277 a. 1445, wo es heisst, die abreisenden Kaufleute sollten, falls der Haus-
meister gerade nicht zugegen sei, die Schlüssel zu ihren Kammern werfen ,in
caxa (= casa Behausung) del dito niasser per el buxo (Loch) dt^ la porta de la
chaxa del dito masser la quäl (la porta? oder la caxa?) e de sovra (— e di sopra)
in el dito fontego'.
22 Geschichtliches.
n
daco erhalten zu haben ^). — Die Wichtigkeit seines Postens , die
ja von selbst einleuchtet, wird auch dadurch gekennzeichnet, dass
die für ihn gültigen Verordnungen in einem eigenen Capitolare zu-
sammengestellt waren, dessen mehrfach Erwähnung gethan wird -).
ohne dass dasselbe bisher freilich zum Vorschein gekommen wäre.
Im Jahre 1425, als gerade der Posten erledigt war, dachte die
Regierung einmal daran, denselben einzuziehen und nicht wieder zu
besetzen, da ihr zugetragen worden war, derselbe sei unnöthig. Aber
sie überzeugte sich doch sehr bald von dem Gegentheil und von
der Unrichtigkeit der ihr gemachten Mitfcheilung ^). Andererseits
verlockte der Posten bei der fortdauernden nahen Berührung, in
welche er den Inhaber mit den deutschen Kaufleuten brachte, leicht
zu allerlei Unredlichkeiten, zu Privatgeschäften mit den Kaufleuten,
so strenge sie auch von der Regierung verpönt waren ^). Und dies
um so mehr, da die Besoldung, die der Hausmeister bezog, nur eine
geringe gewesen zu sein scheint ''), und dieser wohl wesentlich auf
den Gewinn angewiesen war, der aus der früher erwähnten Ent-
schädigung von Seite der Kaufleute für die Möblirung der Kammern
erzielt werden konnte''). Waren nun einmal gerade weniger Kam-
mern vermiethet, vielleicht weil die meisten ,per grazia' in festen
Händen sich befanden (für welche ja nichts an den Hausmeister
entrichtet zu werden brauchte), dann konnte es wohl leicht vorkom-
men, dass die Auslagen für die beschafften Betten u. s. w. die Ein-
nahmen überstiegen und der Hausmeister in Bedrängniss und Noth
gerieth. Niemand wird es ohne Bewegung lesen, wie ein im März
des Jahres 1500 neu erwählter Hausmeister, Principalis de Spalatis,
nicht blos sein Hab und Gut, sondern auch seine Söhne ver-
pfändet, um die Kosten von 300 Dukaten für die Beschaffung der
Kammerutensilien zu decken ''). Aber die Einnahmen aus den Kam-
mern, auf die er gerechnet und rechnen musste, bleiben aus: er
stellt daher an die Regierung das Gesuch, dass ihm der Posten
nicht, wie sonst gewöhnlich, blos auf 4 Jahre, sondern auf Lebens-
zeit verliehen werde, wie es auch früher schon geschehen ^), damit
bei längerer Dauer der Ausfall vielleicht gedeckt werde. Das Gesuch
wird am 12. Mai 1500 bewilligt, aber zwei Monate darauf wird be-
richtet **), dass der Mann inzwischen gestorben sei mit Hinterlassung
einer Familie von — einschliesslich der Enkelkinder — 17 Köpfen,
die dem grössten Elend preisgegeben sind, wenn nicht einer der
Söhne an Stelle des Vaters, wenigstens auf kürzere Zeit, den Posten
desselben versehen darf, was ihm denn auch gewährt wird ^^).
') s. Bd. I Nr. 610. - ') s. Capit. p. 40 c. 110 und Bd. I Nr. 10. —
3) s. Bd. I Nr. 342, 344. — *) ebda. Nr. 71. — ^) cf. Bd. I Nr. 21, woraus wohl
zu entnehmen, dass 1304 ein Kandidat den Posten deshalb geradezu ausschlug.
- «) cf. oben S. 12 und Bd. I Nr. 610. — ') Bd. I Nr. 610 und 611. —
«) Bd. I Nr. 509. — ^) Bd. I Nr. 611. — '°) Marino Sanuto, der in seinen
Diarii III p. 485 (Neue Ausgabe) des Vorfalles gedenkt, bemerkt dazu freilich:
,E fo mal."
Geschichtliches. 23
Ueberliaupt war die Regierung, wie billig, gegen ihre Beamten
im Ganzen nachsichtig und wohlwollend. War beispielsweise ein
solcher Hausmeister durch Krankheit an der Ausübung seines Amtes
verhindert oder wurde er wegen der ihm ja nothwendigen Kenntniss
der deutschen Sprache zu diplomatischen Sendungen verwendet, so
erhielt er gerne Urlaub oder die Erlaubniss einen Vertreter zu be-
stellen ^). —
Die wichtigste Person für den deutschen Kaufmann unter den
Bediensteten des Fondaco war, wie das auch Heyd hervorhebt, ohne
Zweifel der , Makler' oder , Sensal' oder ,Unterkäufel'; ,messeta'
oder ,missefa', auch ^sanser' und ,mezan' genannt. Denn dieser war
es, der alle Einkäufe und Verkäufe zwischen den Deutschen und den
Venetianern vermitteln, der den Kaufmann deshalb überallhin ge-
leiten und allerdings auch auf Befehl der Regierung zur Ueber-
wachung begleiten musste ^), der als offizieller Dolmetsch im gegen-
seitigen Verkehr fungirte. Jede andere Greschäftsvermittlung war unter-
sagt'). Natürlich, dass der Sensal zu diesem Zwecke gleichfalls der
deutschen Sprache mächtig sein musste ^) ; erklärlich , dass er eben
wegen dieser Kenntniss, wie der Hausmeister und zwar noch viel öfter
als dieser, zu Gesandtschaften nach Deutschland verwendet wurde ^).
Doch hat man zeitweilig, z. B. 1332, wie es scheint, allzu häufige
Abwesenheit von Seite der Regierung beanstandet und verboten ^).
Es verhielt sich nun übrigens nicht so, dass der Kaufmann
sich beliebig einen Sensal auswählen konnte. Anfänglich, z. B. im
Jahre 1266''), theilte der Vorstand oder das Haupt der eine Zunft
(societas) bildenden 20 Sensale dem Kaufmann einen solchen nach
seinem eigenen Ermessen zu^). Dann im Jahre 1268 ging, wie es
scheint, diese Befugniss auf die Visdomini über^), wurde denselben
aber bald wieder entzogen. Denn schon im Jahre 1277^*^) wird als
länger bestehend ein anderer und zwar folgender Modus erwähnt:
Die Namen der Sensale, deren Zahl übrigens im Jahre 1314 auf
30 erhöht wurde wegen der Zunahme der deutschen Kauf leute ^ ^),
wurden auf Zettel (tessere) geschrieben und in einer Büchse oder
Urne von den Visdomini verschlossen. Der Kaufmann musste dann
einen Zettel sich herausziehen und derjenige Sensal, dessen Name auf
diesem Zettel stand, war dem Kaufmann nun für die Besorgung seiner
Geschäfte zugetheilt. Und zwar stand in der ersten Zeit auf jedem
Zettel nur je ein Name, später aber trat hierin eine Aenderung ein.
Im Jahre 1385 wurde verfügt ^^), dass nur 15 Zettel (tessere) in jene
») cf. Bd. I Nr. 189, 465, 481, 493, 534. - ^) cf. Bd. I Nr. 56, 205 und
öfters. - ») cf. Bd. 1 Nr. 83, 108, 116, 205, 221, 222, 224, 790, 791, 808, 810.
- *) Capit. p. 49 c. 130 a. 1346. — ') cf. Bd. I Nr. 95, 324, 370, 372, 373, 374,
377, 437. — <*) ebda. Nr. 781. — ') Capit. p. XXII. - «) Nur bei Waaren von unter
10 Dukaten Werth wurde von der Zutheilung eines Sensals abgesehen ; s. Capit.
p. 122 c. 234 a. 1405. — ^) ibid. p. XV, wofern die dort angeführte Verordnung
vollständig ist. — '") ibid. p. XVII. — ^^) Bd. I Nr. 41. — '-) cf. Capit. p. 94
c. 203.
24 Geschichtliches.
Urne gelegt werden sollten, auf deren jedem zwei Sensale verzeichnet
sein sollten. Dabei ist nun aber unklar, ob etwa der deutsche
Kaufmann sich von den beiden Sensalen, die er nun mit diesem Zettel
(tessera) sich erlooste, nach Belieben einen auswählen durfte. Jeden-
falls wurde der eine von ihnen nun als ,capo di tessera' bezeichnet
und war wohl in erster Linie ermächtigt dem Kaufmann als Be-
gleiter, Dolmetsch u. s. w. zu dienen; doch wird ausdrücklich hinzu-
gesetzt, dass die beiden Sensale, welche auf einer ,tessera' sich be-
fanden, in gleicher Weise jeden Gewinn miteinander theilen sollten.
Im Jahre 1431 wurde dieser Modus wieder geändert ^) : nun sollten
die 30 Sensale auf 10 Zettel (also je drei auf einen) vertheilt wer-
den^ und dies wird damit motivirt, „damit die deutschen Kaufleute
keinen Schaden leiden" ^). Leider ist mir aber auch hier unklar, wieso
dies bei dem bisherigen Verfahren der Fall sein konnte und worin
die Verbesserung bei dem neuen Modus bestand. Im Jahre 1486
endlich finden wir verfügt^), dass statt der 10 tessere es nunmehr
nur 5 (mit je 6 Namen) geben solle '^), und die Visdomini die 5
,capi' erwählen sollten.
Ebenso wechselnd wird die Zeit der Amtsdauer der Sensale
angegeben. Nach einer späteren Notiz ^) scheint ursprünglich jeder
Sensal nur einen Monat lang diese Stelle bekleidet zu haben; im
Jahre 1354 aber heisst es**), dass Keiner länger als drei Monate
Sensal eines deutschen Kaufmanns solle sein dürfen, und im Jahre
1389 wiederum ^), dass alle sechs Monate die , tessere' gewechselt
werden sollen. Im Jahre 1479 wird verordnet ^), dass die 10 ,capi''
der tessere nicht mehr, wie bisher, ein Jahr lang, sondern nur
vier Monate hindurch im Amte sein sollen; und im Jahre 1486
erscheint^) die Amtsdauer wieder auf drei Monate herabgesetzt.
Der Grund zu diesen vielfachen Aenderungen, wie zu den zahl-
reichen Verordnungen der Regierung überhaupt über die Sensale, die
wir nicht alle einzeln aufführen können, darf wohl in dem Bestreben
gesucht werden, den vielfachen Missbräuchen entgegenzutreten, welche
mit diesem Amt fast unlöslich verbunden schienen. Wie kein an-
deres, bot es ja Anlass zu Betrug und Unterschleif in jeder Weise und
nach jeder Richtung hin — sei es, dass die Sensale für Einheimische
oder für eigene Rechnung mit den Deutschen insgeheim Geschäfte
trieben oder dass sie mit den einheimischen Verkäufern oder auch
mit den deutschen Kaufleuten unter einer Decke steckten, unrichtige
d. h, niedrigere Waarenpreise angaben, um die Zölle zu erniedrigen
u. dergl. mehr ^*').
Nicht blos Ein- und Verkauf der deutschen Kaufleute hatten
sie, wie schon erwähnt, zu überwachen, sondern auch beim Ver-
1) cf. Capit. p. 145 c. 251. — ^) ibid. ,azio che i marchadanti Tedeschi
non possa sostegniv alcun senestro o danno'. — ^) Capit. p. 255 c. 22 n. 3. —
") cf. Bd. I Nr. 607. - ') Capit. p. 247 c. 13 a. 1482. — ") ibid. p. 51 c. 131.
— ') ibid. p. 95 c. 203. — «) ibid. p. 237 c. 5. - ») ibid. p. 255 c. 22 n. 3. —
'») cf. Bd. I Nr. 165, 166, 188, 260, 262, 607.
Geschichtliches. 25
packen der aus Venedig nach Deutschland zu cxpedirenden Waaren
mussten sie zugegen sein ^) und sollten darauf Acht haben, dass dabei
nicht noch Anderes eingeschmuggelt werde — ein ja überaus wich-
tiges Geschäft, dem gegen Ende des 15. Jahrhunderts selbst der
ausserordentliche Oberaufsichtsbeamte des Fondaco beizuwohnen ver-
pflichtet war^). Die Sensale hatten daher den strengsten Befehl, alle
Kaufgeschäfte, den Preis der Waaren, den Namen des Verkäufers
auf das Genaueste zu verzeichnen und den Visdomini anzuzeigen ^).
Dann erst sollte der Kaufmann seinen Zollschein ,sigillum' oder ,lit-
tera' oder ,bulleta' behufs ungehinderter Ausführung seiner Waaren
erhalten ^). Da dies aber öfters von den Sensalen unterlassen wurde
unter dem Vorwand, dass die Kaufleute wieder nach Venedig zurück-
kämen, dass sie noch Waaren da gelassen hätten ^), wurde im Jahre
1354*^) festgesetzt, dass jeder Sensal einem Kaufmann nur auf die
Dauer von drei Monaten beigegeben sein solle '^) und nach Ablauf der-
selben den Visdomini Rechnung abzulegen habe über alle Geschäfte
seines Kaufmannes. Habe dann dieser seine Waaren noch nicht
verkauft, so solle ihm ein anderer Sensal auf die nämliche Zeit-
dauer von drei Monaten zuertheilt werden. Aus dem Jahre 1466
findet sich eine Verfügung^), dass alle Kaufgeschäfte innerhalb dreier
Tage aufgezeichnet werden sollten. Später im Jahre 1482 ") wurde
verordnet, dass die Sensale Tag für Tag dem ausserordentlichen
Oberaufsichtsbeamten des Fondaco Rechnung ablegen sollten.
Die Sensale standen nicht eigentlich direkt unter der Kom-
petenz der Visdomini , welche dieselben wohl überwachen und kon-
troUiren sollten i''), sondern unter derjenigen der „Consuln der Kauf-
leute" (Consoli dei Mercanti), welche die Kandidaten für dieses Amt
vorzuschlagen hatten ^ ^). Ausserdem hatte aber noch ein anderes Raths-
koUegium, das der Vierzig, die Quarantia, ein gewichtiges Wort bei
den Sensalen mit zu reden. In diesem Kollegium fand nämlich
nicht blos zeitweise die Bestätigung der WahP^), sondern seit Alter»
auch die ,prova', die Prüfung statt, welcher die Sensale sich zu
unterziehen hatten und zwar seit 1317 zweimal im Jahre: im Juni
und im Dezember ^^) (nach einem Beschluss vom Jahre 143 P*^) vor dem
I.April und vor Michaelis, also Ende September). Wer hiebei nicht
bestand, „durchfiel", d. h. wem bei dieser Prüfung über seine Amts-
führung Unregelmässigkeiten, Gesetzesvernachlässigungen etc. nach-
gewiesen wurden, der sollte — wenigstens nach dem Beschluss
vom Jahre 1317^^) — auf die Dauer von zwei Jahren vom Verkehr
') Capit. p. 68 c. 1.59 a. 1299 und 1356; p. 200 c. 316 a. 1472; p. 219 c. 1
n. 6 a. 1466; p. 225 c. 7 a. 1472; p. 231 c. 25 a. 1475. — =') Capit. p. 268 c. 32
a. 1493. — ») cf. Bd. I Nr. 262. — '') Capit. p. XIV. — •') cf. Bd. 1 Nr. 166. —
«) Capit. p. 51 c. 131. - ') cf. oben S. 24. - ») Mone, Zeitschrift f d. Gesch.
d. Oberrheins V, 32. - ») Capit. p. 243 c. 3. — ") Capit. p. XIII. Im Jahre 1466
übertragen die Visdomini einigen unter den Sensalen selbst ein gewisses Auf-
sichtsrecht über die übrigen: s. Capit. p. 219 c. 5. — *') cf. Bd. I Nr. 248. -
'2) cf. Bd. l Nr. 248. - ") Capit. p. .34' c. 96. — '*) ibid. p. 145 c. 251 ; cf. Bd. I
Nr. 392.
26
Geschichtliches.
mit den deutschen Kauf leuten ganz ausgeschlossen sein ^). Und das
war immerhin ein empfindlicher Verlust^). Denn der Posten eines
Sensals war in Folge der Gebühren, welche der Kaufmann seinem
Unterkäufel zu entrichten hatte ^), ein einträglicher.
Dies zeigt sich einmal darin, dass die Regierung im Jahre 1412,
als wegen der kriegerischen Zeiten es an Geld gebrach, auch die
Sensale des Fondaco aufforderte beizusteuern, nachdem dieselben
durch ihre Fürsorge in den Stand gesetzt seien, mit ihren Familien
anständig zu leben ^). Die 30 Sensale erklärten sich daraufhin bereit,
einen Beitrag von monatlich 50 Dukaten zu liefern. Zwar be-
merkte die Regierung, indem sie dieses Angebot mit Dank annahm,
ausdrücklich, das jener Beitrag nur bis zum Ende des „gegenwär-
tigen" Krieges (mit Ungarn) erhoben werden solle; allein Venedig
kam eben aus den Kriegen in der Folgezeit nicht mehr heraus.
Und so lesen wir denn, dass der Senat der Behörde der ,Governa-
dori delle intrade' die Befugniss erth eilte, die Sensale im Jahre 1434
z. B, ^) mit einem Drittel ihres 5jährigen Nutzens für den Staat
zu besteuern! Diese Steuer blieb dann auch weiterhin bestehen.
Im Jahre 1455 betrug sie ein Viertel), im Jahre 1487 wurde sie
von 35 Dukaten (wohl monatlich) auf 15 für jeden Einzelnen
herabgesetzt^). Einigermassen auffallend ist, dass in der Antwort
der Regierung auf die Eingabe der Sensale vom Jahre 1472^), in
welcher diese um eine Frist zur Bezahlung von 1500 restirenden
Dukaten nachsuchten, anerkannt und zugestanden wird, dass es unter
den Sensalen viele arme und dürftige gebe. Ob dies eine Folge augen-
blicklichen Stillstandes der Handelsbeziehungen oder Rückganges in der
Frequenz des Fondaco war oder etwa seinen Grund in einer ungleich-
massigen Vertheilung der Geschäfte hatte, lässt sich nicht sagen.
Denn dass das Makleramt, wie oben bemerkt, im Allgemeinen wenig-
stens als ein einträgliches galt, geht zweitens auch daraus hervor,
dass es wiederholt als Belohnung für besondere Verdienste, später
als reine Pfründe von der Regierung verliehen wurde.
So verfügte der Senat z. B. im Jahre 1439, dass zur Belohnung
der langjährigen, mit grösstem Eifer und unter mancherlei Fähr-
lichkeiten geleisteten, Dienste eines früheren Sensals, Franciscus
Brunicardi, und behufs materieller Unterstützung desselben sein
22jähriger Sohn Antonius als Sensal am Fondaco angestellt und
eventuell, wenn gerade keine Vakatur vorhanden, die Zahl der
Sensale um einen erhöht werden solle ^). Aehnliches mag noch gar
') Dass dies der ursijrüngliche Charakter dieser ,prova' war, zeigt recht
deutlich Bd. I Nr. 64 (cf. Nr 323) ; später scheint sie mehr zu einer Prüfung der
Persönlichkeit vor der Wahl geworden zu sein. — '') cf. Bd. I Nr. 324, 807.
Uebrigens scheint es bei jenen Prüfungen auch nicht an persönlichen Intriguen
gefehlt zu haben; cf. Bd. I Nr. 392. - ^) s. Capit. p. 53 c. 134 a. 1363 (?); p. 108
c. 219 a. 1895; p. 168 c. 264 a. 1439 und p. 267 c. 31 a. 1491. — ••) Bd. I Nr. 306.
— ^) ebda. Nr. 410. — ") Capit. p. 188 c. 300. - ') Bd. I Nr. 575. — "") Bd. 1
Nr. 522. — 9) Bd. T Nr. 419: cf. 456.
Geschichtliches. 27
oft vorgekommen sein ^), bei der Jugend und Unerfalirenheit solcher
Begnadeter aber Missstände hervorgerufen haben. Es scheint, dass
in Folge dessen die Regierung oder, genauer gesagt, einer der anderen
Regierungskörper, das sogenannte ,Collegio', im Erledigungsfalle auch
Anderen, insbesondere den sonst vorhandenen Sensalen vom Rialto,
erlaubte auszuhelfen und die Greschäfte der Sensale des Fondaco zu
versehen, wogegen die Visdomini jedoch unter Berufung auf ihr
Kapitular protestirten ^). Auch im Jahre 1460 erliess der Senat wiederum
eine Verordnung, dass die Geschäfte mit den deutschen Kaufleuten
nur der Vermittlung der ordentlichen 30 Sensale des Fondaco über-
lassen bleiben sollten ^). Allein sie scheint nicht allzu viel gefruchtet
zu haben ^), und mehr und mehr gab dann die Verleihung des Makler-
amtes Anlass zu Konflikten zwischen den einzelnen Rathskollegien
selbst.
Immer häufiger wurde es nämlich, insbesondere, wie es scheint,
seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, dass Sensale sei es wegen
hohen Alters oder wegen Krankheit oder wegen anderweitiger Gre-
schäfte darum nachsuchten sich einen Stellvertreter bestellen zu
dürfen, dem sie wohl eine gewisse Summe oder einen bestimmten
Prozentsatz überwiesen, während sie selbst die Haupteinkünfte für sich
behielten ^), den Posten gewissermassen in Pacht gaben. Die Regierung
und zwar wieder speziell das ,Collegio' gewährte wohl ohne Aus-
nahme dergleichen Gesuche, indem es zu solchen Stellvertretern theils
Kollegen des Bittstellers aus derselben ,tessera' (also solche die mit
jenem auf einem Zettel gestanden)*^) theils überhaupt Andere zuliess,
was man ,concessio per la banca simpliciter' nannte. Die Folge
davon war, dass die Posten ausserordentlich lange in denselben
Händen verblieben, dass nur selten Vakaturen eintraten und dann
wohl eben jene bisherigen Stellvertreter ein gewisses Anrecht auf
die freigewordene Stelle geltend machten. Nun hatte aber namentlich
der „Rath der Zehn" wiederholt eine solche Maklerstelle Leuten
versprochen, welche sich um den Staat verdient gemacht hatten,
oder auch etwa Jemandem auf Ansuchen einer hohen Persönlichkeit,
der man damit einen Gefallen erweisen wollte, z. B. 1424 des Königs
von Dacien (Serbien?) ^), 1426 und 1427 des Herzogs Ludwig III. des
') Dass es bereits in früherer Zeit, 1356 z. B., geschah, s. Bd. I Nr. 161,
wo auch schon auf analoge Fälle hingewiesen ist, und femer Nr. 190, 811, 812,
S16. — 2) cf. Bd. I Nr. 455 und Capit. p. 143 c. 251 a. 1431, wo gleichfalls
erwähnt wird, dass andere Sensale als die dazu bestimmten ,a quello depu-
tati' sich einmischten. Dies geschah übrigens auch schon früher cf. Capit. p. 65
c. 156 a. 136() und Bd. I Nr. 221 : Unterhändler, der deutschen Sprache kundig,
drängten sich an den Kaufmann heran und boten ihm ihre Dienste an, welche
billigere Preise ermöglichten. - ') Bd. I Nr. 488. - ^) Capit. p. 200 c. 316
a. 1472 ; p. 230 c. 22 a. 1475 ; p. 247 c. 13 a. 1482. — ^) cf. Bd. 1 Nr. 294, 295,
420. 4:56, 453, 477-479, 489, 494, 501, 502, 507, 518, 519, 521, 526, 527, 548,
554, 555, 556, 560, 570, 578, 811, 812, 816. Nach einer Verordnung vom Jahre
1479 (Capit. p. 237 c. 5) sollten solche Stellvertreter übrigens nicht mehr zum
Amt eines ,capo di tessera' zugelassen werden. — *) cf. Bd. 1 Nr. 502, 555. —
^) Bd. I Nr. 817.
28 Geschichtliches.
Bärtigen von der Pfalz ^), 1492 der Königin Katharina Cornaro 2).
Trat nun in Folge der eben geschilderten Verhältnisse längere Zeit
keine Vakatur ein, so mussten solche vom Rath der Zehn Begnadete
oft sehr lange warten. Deshalb verfügte derselbe im Jahre 1503^),
dass die augenblicklichen Sensale nicht (wie bisher) auf ihre Posten
sollten verzichten oder dieselben sollten verpachten dürfen, d. h. also
dass sie keinen Vertreter für sich sollten bestellen können, sondern
dass sie im Verhinderungsfalle ganz zurücktreten müssten, damit
Raum würde für jene von dem Rath der Zehn mit einer Sensal-
stelle Begnadeten; und der Senat erliess auch seinerseits, wohl auf
Anregung des Rathes der Zehn, ein dahingehendes Verbot *). Als aber
die Visdomini diesem Beschlüsse des Senats keine Rechnung tragen
wollten und jene Wahlen ,per banca' für gültig erklärten, rausste
das Collegio diesen Entscheid der Visdomini umstossen, eine derartige
Wahl ,per banca' kassiren, damit die Zehn einen Mann ihres Herzens
unterbringen konnten, der diesmal ein Dragoman in Konstantinopel
war*). Dass diese Verhältnisse übrigens zu mancherlei Uebelständen
bei den Sensalen überhaupt führten, ist einleuchtend und wird offen
in einer Verordnung vom Jahre 1482 ^) ausgesprochen.
Häufig wurde mit einer solchen Sansarie — und das verleiht diesem
Amte noch ein besonderes Interesse — hervorragende Künstler, ins-
besondere Maler bedacht. So erhielten Gentile und sein Bruder Giovanni
Bellini, sowie auch später Tizian nach längerem Warten '') den Posten
eines Sensals des Fondaco und zwar auf Lebenszeit. Sie hatten da-
gegen die Verpflichtung, das Portrait des neugewählten Dogen für
den Dogenpalast zu malen, wofür sie nur eine geringe Entschä-
digung von 25 Dukaten erhielten. Das Einkommen, das mit einer
solchen Sansarie verbunden war, schätzen Crowe und Cavalcaselle
auf 100 Dukaten jährlich*), während Thausing von 300 Scudi (Gold-
dukaten) spricht. Jedenfalls war es gross genug, dass jene daraus
wieder einen Stellvertreter bezahlen konnten, der für sie die eigent-
lichen Maklergeschäfte mit den Deutschen besorgte (wozu sie selbst
ja kaum im Stande waren) — vorausgesetzt, dass dies zu jener Zeit
überhaupt mehr nöthig war und so verliehene Sansarien nicht von
der Regierung selbst geradezu als reine Pfründen oder Sinekuren
angesehen wurden. —
So umgab ein Heer von Beamten und Bediensteten den deutschen
Kaufmann in Venedig von dem Augenblick an, wo er mit einer vene-
tianischen Barke vom Festland nach der Lagunenstadt übergesetzt
wurde, bis zum Moment seiner Rückreise sozusagen auf Schritt und
1) Bd. I Nr. 818, 819. - ^) ebda. Nr. 589, cf. 576. — ^) ebda. Nr. 620.
- '') ebda. Nr. 625. - '') ebda. Nr. 626 und 623. — ") Capit. p. 247 c. 13. —
'j s. darüber Giamb. Lorenz! , Monumenti per servire alla storia del Palazzo
Ducal di Venezia p. 85 Nr. 188; p. 88 Nr. 192; p. 91 Nr. 195; ferner Crowe imd
Cavalcaselle, Titian tom. I p. 82 und 153 ff. und Thausing, Dürer (1. Aufl.) p. 266.
— ^) Lübke, Geschichte der italienischen Malerei Bd. 11 S. 609 auf 120 Dukaten.
Geschichtliches. 29
Tritt. Kaum im Fondaco angelangt, musste er, wie wir gesehen, des
einzigen Schutzes, den er besass, der Waffen sich begeben. Dann
musste er sogleich und ohne Verzug ^) Alles , was er an Geld und
Geldeswerth mitgebracht, den Beamten vorzeigen, damit dieselben Alles
fein säuberlich aufschrieben und theils sofort (von dem eingeführten
gemünzten oder ungemünzten Baargeld) theils hernach (von den ver-
kauften Waaren) die vorgeschriebenen Zölle erheben konnten. Ein-
und Verkauf, Ein- und Auspacken, der Aufenthalt im Fondaco selbst:
Alles unterlag der schärfsten Kontrolle von Seite der venetianischen
Behörden.
Eine solche Oberaufsicht erscheint nicht nur uns heutzutage
unerträglich, wir wissen auch und haben es schon betont, dass die
deutschen Kaufleute, speziell die Nürnberger, am Anfang des 14. Jahr-
hunderts sich darüber beklagten^). Freilich ohne Erfolg. Denn davon
ist die venetianische Regierung während des ganzen Mittelalters nicht
abgegangen. Uebrigens findet sich Aehnliches auch anderswo. Audi
in Florenz beispielsweise finden wir^) „jenes Institut beeidigter Sen-
sale, ohne deren Mitwirkung Handelsgeschäfte weder rechtlich gültig
noch überhaupt zulässig waren" und verschiedene andere Massnahmen,
in denen der nämliche bevormundende Geist der Regierung sich offen-
bart, wie er, nur freilich stärker und entschiedener ausgeprägt, in
Venedig zu Tage tritt. Dies darf aber nicht Wunder nehmen, denn es
hängt auf's Innigste zusammen mit der Handelspolitik und
dem Charakter des venetianischen Staatswesens überhaupt.
Es ist oft genug schon betont worden ^), dass hier in Venedig
„die Regierung selbst den Handel unmittelbar in die Hand nehmen",
der „alleinige Regulator" desselben sein musste, wenn sie den leiten-
den Grundgedanken ihrer Handelspolitik: „den gesammten Waaren-
zug zwischen Morgen- und Abendland sich zu ausschliesslicher Be-
nützung zu monopolisiren", verwirklicht sehen wollte. Wenn nun
aber die Regierung ihren eigenen Unterthanen gegenüber auf diesem
(wie ja noch auf so manchem anderen) Gebiete die genaueste,
bis aufs kleinste Detail sich erstreckende Oberaufsicht und Bevor-
mundung ausübte — um wie viel mehr musste sie sich dazu veranlasst
fühlen im Verkehr mit den fremden , den deutschen Kauf leuten, wo
es sich noch um wichtige fiskalische Interessen handelte, die in
hervorragender Weise mit diesem Verkehr verbunden waren und
daher auch massgebend für die Verwaltung des Fondaco sein muss-
ten ! Denn die Bedeutung des Fondaco für Venedig lag nicht nur
darin, dass er ein willkommenes Absatzgebiet für die von den
Venetianera selbst aus dem Orient eingeführten Produkte und für
>) cf. Bd. I Nr. 50, 68, 69, 82, 85, 86, 115, 783, 789 (791), 793, 804, 805.
— ^) 8. Flegler, die Beziehungen Nürnbergs zu Venedig im ,Anz. für Kunde
der deutschen Vorzeit' 1860 Nr. 10 S. 329 if.; cf. oben S. 12. — ^) s. Pöhlmann,
die Wirthschaftspoiitik der Florentiner Renaissance und das Prinzip der Ver-
kehrsfreiheit. Leipzig (in den Preisschriften der Jablonowski'schen Gesellschaft)
1878, S. 92. — '■") cf. Scherer, Allg. Geschichte des Welthandels Bd. I S. 312 ft".
30 Greschichtliches.
die Erzeugnisse des heimischen Gewerbfleisses war, sondern vielleicht
in noch höherem Grade in seiner Eigenschaft als Zollinstitut. Jene
hätten ja die Venetianer zur Noth selbst zu Wasser oder zu Land
weiter nach Deutschland führen können; allein die Gebühren, Ab-
gaben und Zölle, welche die Deutschen im Fondaco zahlen mussten,
wären damit dem Staatsschatze entgangen und sie bildeten geradezu .^
eine Haupteinahmequelle für den Staat. ,Principalissimus nervus' .|H
werden die ,dacii', die Zölle, geradezu gelegentlich genannt. Damit
sie nun aber in der gewünschten Weise und wirklich ganz und voll
eingiengen, war die strengste Ueberwachung des ganzen Geschäfts-
betriebes der Deutschen, die genaueste Aufzeichnung des gesammten
Waarenumsatzes und auf Grund derselben die sofortige strikteste
Eintreibung aller Gefälle nothwendig eine Hauptaufgabe der Be-
amten und Bediensteten des Fondaco.
Von diesem Gesichtspunkte aus ist auch jene, schon oben ^) be-
rührte Zwangsverordnung zu betrachten, dass (während des Mittelalters)
alle deutschen Kauf leute im Fondaco absteigen mussten, dass kein
Venetianer einen Deutschen oder dessen Waaren bei sich in seiner
Wohnung oder in seinem Magazin aufnehmen durfte — Verordnungen,
die unter Androhung schwerer Strafen — Ausschliessung vom
„Grossen Rathe" für den „Nobile" auf 5 Jahre, vom Handel für j
den „Populären" auf die gleiche Dauer ''^) — öfters wiederholt wurden, iH
wiederholt werden mussten ^). Denn immer wieder reizten die Vor-
theile, welche Käufer wie Verkäufer aus der Umgehung des Fondaco
zogen, zum Versuche, die bestehenden Vorschriften zu übertreten.
Brauchte der Kaufmann keine Zölle im Fondaco zu entrichten, so
konnte er ja seine Waaren dem venetianischen Käufer eben auch
um vieles billiger überlassen.
Dem nämlichen Zwecke der besseren Ueberwachung ent-
sprang die Vorschrift, dass der Geschäftsverkehr oder genauer der
Verkauf von Seite der Deutschen auf den Fondaco beschränkt bleiben
sollte. „Damit die Zölle," wie die Regierung selbst einmal bemerkt,
„nicht unterschlagen würden,"'^) sollten die Deutschen ihre Waaren
nicht ausserhalb des Fondaco feilhalten dürfen ^) oder höchstens, wenn
es die Beschränktheit des Raumes im alten Gebäude dringend erfor-
derte, zeitweise unter Oberaufsicht der Beamten in einem hiezu von der
Regierung angewiesenen, in der Nähe befindlichen Lokale **). Nur jenen
kleinen Kaufleuten oder Krämern, denen der Aufenthalt im Fondaco
zu theuer zu stehen käme, sollten die Visdomini verstatten dürfen,
mit ihrem Waarentand in der Stadt selbst hausiren zu gehen '').
Strengstens war ferner jeder Verkehr mit den deutschen Kauf-
leuten — sowohl in dem Fondaco als ausserhalb desselben — den Frem-
«
4
1) S. 8 und U. - 2) Mone, Zeitschr. V, 22 (a. 1374). — ') cf. Bd. I
Nr. 40, 105, 228, 232. — *) Capit. p. 223 c. no. 2 a. 1475 ,aziö non sia defraudä
i dacii nostri'. — ») ibid. 1. c. u. p. 193 c. 304 a. 1458. - «) cf. Bd. I Nr. 212,
281. - ') Capit. p. 98 c. 207 a. 1385 (?).
Geschichtliches. 31
den, Nicht- Veuetianern und Nicht-Kauf leuten, selbst wenn sie Deutsche
waren, verboten^) — übrigens, wie auch Heyd^) bemerkt, „eine im
Mittelalter bekanntlich sehr häufige Verordnung". Der gesammte
Nutzen sollte eben den Einheimischen, den Bürgern der Stadt, zu
Gute kommen, wie das die Regierung selbst auch gelegentlich ganz
unverhohlen ausgesprochen hat^).
Wenn es dann hinwiederum den Venetianern selbst untersagt
war, ausserhalb der Stadt mit den Deutschen zu verkehren, in Padua
oder Treviso von ihnen Waaren zu kaufen ^), so erkennt man un-
schwer, dass dieses Verbot von jenen fiskalischen Interessen
diktirt war, von denen ich vorhin gesprochen. Besonders deutlich
treten dieselben aber in jener Verordnung zu Tage, welche bestimmte,
dass die Venetianer nicht selbst aktiv als Käufer in Deutschland auf-
treten sollten, obschon sie dasselbe auf dem Wege nach und von
Frankreich, Flandern oder Ungarn ja häufig passirten ^). Nur Waffen,
Pferde und Lebensmittel sollten dort von den Venetianern selbst ge-
kauft werden dürfen — vermuthlich um von diesen wichtigen Artikeln
im Bedürfnissfalle rasch genügende Vorräthe sammeln zu können und
hiefür nicht auf Gunst der importirenden Deutschen angewiesen zu
sein •"). Die übrigen Produkte Deutschlands aber sollten die Deut-
schen nur selbst nach Venedig bringen, dafür die vorgeschriebenen
Eingangszölle zahlen, und dann bei der Rückkehr für die nach
Deutschland mitzunehmenden orientalischen und venetianischen Pro-
dukte und Waaren wieder die nöthigen Abgaben, Ausgangszölle u. s. w.
entrichten : den venetianischen Staatssäckel somit zweimal füllen helfen.
Denn nicht etwa mit dem haaren Erlös für das von ihnen Eingeführte
sollten die deutschen Kaufleute Venedig verlassen dürfen, dieser
musste vielmehr dort selbst gleich wieder in andere dortige Waaren
umgesetzt werden ^).
Ich sagte: „die Produkte Deutschlands" sollten die Deut-
1) Capit. p. 90 c. 198 a. 1384; cf. Bd. I Nr. 796, 801. — ^) Eist. Zeitschr. 1. c.
S. 213 Anm. 1. — ^) z. B. 1885 Capit. p. 98 c. 206 (cf. p. 290); über die Verbote
des Verkehrs mit den Fremden s. ibid. p. 77 c. 177 (cf. p. 288) a. 1374; p. 90
c. 198 u. 199 a. 1384 und Bd. I Nr. 44. — *) s. Capit. p. XXIV (a. 1272)
und Minotto, Docum. etc. II, 1 p. 82. Im Jahre 1305 (28. Nov.) scheint dieses
Verbot allerdings nur theilweise und vielleicht auch nur zeitweilig aufgehoben
worden zu sein, cf. Minotto, Docum. II, 1 p. 94. 1345 bestand es jedenfalls wieder
in vollem Umfange; cf. Bd. 1 Nr. 114. — ^) s. Capit. p. XXI a. 1279; p. 03
c. 147 a. 1363; p. 226 c. 10 a. 1475; cf. p. 273 c. 38 a. 1494 und Bd. I Nr. 23,
25, 26, 27, 101, 120 und öfters. Wenigstens seit der Mitte des 14. Jahrhunderts
durften sie dabei keinen Handel mit ihren Waaren treiben, da von deutscher
Seite dagegeiuVorstellungen erhoben worden waren. Cf. Bd. I Nr. 125, 171, 172.
— ') Capit. p. 63 c. 147 a. 1363. Dass den Venetianern im Jahre 1475 der Besuch
der deutschen Messen durch einen Zusatz zum ursprünglichen Verbot vom Jahre
1363 gestattet, im Jahre 1494 aber wegen der deshalb eingerissenen Miss-
bräuche wieder untersagt wurde, hat schon Heyd (a. a. 0. S. 214) hervor-
gehoben; s. Capit. p. 273 c. 38. — '') s. Deutsche Reichstagsakten Bd. VII
S. 361 Nr. 238 und unten S. 44 ; ich fijide dieses Gebot allerdings nicht im
Capitolare, aber der Ausdruck ,investire' in unseren Urkunden (Bd. I Nr. 188,
236, 799, 809) ist dafür eine Bestätigung.
32
Geschichtliches.
sehen nach Venedig bringen — und wir werden später darauf zu-
rückzukommen haben — nicht aber andere, beispielsweise nicht flan-
drische oder englische Waaren. Denn diese holten die Venetianer
selbst aus jenen Ländern: sie bildeten die Rückfracht für die vene-
tianischen Galeeren, die mindestens seit dem Anfang des 14. Jahr-
hunderts zu bestimmter Zeit alljährlich dorthin mit den Waaren der
Levante kamen ^). Wären diese Galeeren leer zurückgefahren, hätten
die Venetianer die flandrischen und englischen Waaren erst von
den Deutschen kaufen müssen, so wäre das doppelter Nachtheil
gewesen. Deshalb mussten die Deutschen einmal für dergleichen
Waaren höheren Eingangszoll zahlen; die Venetianer aber, die von
den Deutschen etwa flandrische und englische Waaren kauften, mussten
den Befehlshabern oder Eigenthümern der flandrischen Galeeren
geradezu eine entsprechende Entschädigung entrichten, die von der
Regierung festgesetzt und nicht durch Privatübereinkommen beliebig
vermindert werden durfte -).
Dieser Verordnung, bei welcher sich fiskalische und mono-
polistische Interessen die Hand reichten, ist eine andere an die
Seite zu setzen, welche freilich überwiegend monopolistischer Natur
war: nämlich die, dass es den deutschen Kaufleuten streng unter-
sagt war, etwa übrig gebliebene, nicht verkaufte Waaren aus Venedig
nach der Levante oder sonstwohin weiter zu führen^). Dagegen sträubte
sich nämlich die Eifersucht der Venetianer, die das ganze Adria-
Meer als ihr Meer, als ihr Eigenthum, den überseeischen Handel
nach dem Orient als ihr Monopol betrachteten. Alle Waaren, die
nach Venedig eingeführt wurden, mussten dort auch, um welchen
Preis auch immer, und sollten, wie es fast scheint*), ursprünglich
innerhalb einer bestimmten Zeit verkauft werden. Darunter hatten
übrigens keineswegs blos die Deutschen, sondern alle Kaufleute zu
leiden, weil dies eben ein Hauptgrundsatz des venetianischen Monopol-
systems war. Wir lesen nicht blos von jenen, dass sie sich am Anfang
des 14. Jahrhunderts über diesen Zwang beschwerten^), sondern auch
schon der bekannte Schriftsteller Salimbene ergeht sich am Ende
des 13. Jahrhunderts hiegegen, wie überhaupt gegen den Egoismus
der Venetianer, in bitteren Klagen*^), die freilich um so weniger
fruchteten, je mehr die Republik bei diesem Monopolsystem ihre
i
i
') s. Heyd, Gesch. des Lev.-H. II, 708 und Fischer, Theob., Beiträge zur
Gesch. der Erdkunde und der Kartographie in Italien im Mittelalter (Venedig 1886)
S. 33 u. ff. - 2) Heyd, Hist. Zeitschr. S. 216; s. Capit. p. 134 c. 242 a. 1426; p. 150
c. 256 a. 1484; p. 162 c. 274 a. 1441. — =') cf. Bd. I Nr. 39, 590. - *) cf. oben S. 25
und unten S. 44 — '') s. Flegler im Anzeig. f. Kunde etc. 1867 Nr. If. — *) Monum.
histor. ad Provv. Parmens. et Piacent, pertinentia tom. III pag. 252: Veneti
avari homines sunt et tenaces et superstitiosi et totum mundum vellent sub-
jugare sibi, si possent; et rusticiter tractant mercatores qui vadunt ad eos et
care vendendo et multa passagia in diversis locis in suo districtu ab eisdem
personis eodem tempore accipiendo. Et si aliquis mercator portat ibi merces
suas ad vendendum, non potest eas secum reducere, immo oportet quod vendat
eas ibi velit nolit.
«
Geschichtliches. 33
Rechnung fand, das allerdings ohne Zweifel die Grundlage ihrer
Grösse und ihres Reichthums war.
Ebensowenig ist es der venetianischen Regierung zu verdenken,
wenn sie in einzelnen Zweigen des Handels mit den Deutschen einer
ausgesprochenen Schutzzollpolitik huldigte, welche Hand in Hand
ging mit jenem Monopolsystem. So verbot sie z. B. im Jahre 1447 ^)
die Einfuhr bereits verarbeiteten Kupfers, weil dadurch den heimi-
schen Kupferschmieden und dem Fiskus beträchtlicher Schaden zu-
gefügt wurde, während Kupfer als Rohmaterial stets ein sehr willkom-
mener Einfuhrartikel war. Ebendahin gehört es, wenn den Deutschen
der Detailverkauf von Tuch „im Ausschnitt" untersagt war, das viel-
mehr im Interesse der heimischen Tuchhändler nur im ganzen Stück
sollte verkauft werden dürfen^); oder wenn die Regierung die Aus-
fuhr von gereinigter Baumwolle pfundweise und von Baumwollen-
garn untersagte, da daraus in Deutschland Baumwollzeuge gefertigt
und mit dem (Fabrik-) Zeichen venetianischer Barchentweber ver-
sehen würden, während sie viel schlechter seien, als die in Venedig
hergestellten ^).
Es wäre nun aber sehr irrig zu glauben, dass die venetianische
Regierung in unbeugsamer Starrheit immer ausschliesslich nur von
diesen Prinzipien sich habe leiten lassen, dass sie nicht auch an-
deren Erwägungen Raum gegeben. Im Gegentheil.
Was Pöhlmann hauptsächlich für Florenz und für einen
kleineren Zeitraum, für das ausgehende Mittelalter oder für die
beginnende Renaissance, nachgewiesen*), dass es „schwer sei, für die
allgemeine Haltung der Wirthschaftspolitik jener Zeit eine be-
stimmte Formel zu finden": das gilt in noch viel weiterem Umfange
für Venedig. „Eine unzählige Menge von Verordnungen," bemerkt
schon Scherer in seiner Geschichte des Welthandels ^) sehr richtig,
„bestimmen den Venetianer Handel je nach Einsicht und
Bedürfniss der Zeit." Denn es war — so gibt G. M. Thomas
diesem Gedanken weiter treffend Ausdruck^) — „es war entschie-
dener Grundsatz der venetianischen Handelspolitik, alle Bestimmungen
und Abmachungen, alle Massnahmen nur auf Zeit, gleichsam auf
Probe des Erfolges zu treffen, mit der vorschauenden Absicht, ent-
weder zu bestätigen, was frommte, oder abzuändern, was nöthig
schien '), so dass dem Staatsschatze die ausreichende Fülle von Geld
zuströmte, der Bürger und gemeine Mann seine Nahrung hatte, und
dabei zugleich Käufer und Verkäufer aus aller Welt gereizt und
angelockt wurden , ihren Markt in Venedig zu halten. Nicht nach
Lehrsätzen ^icht nach Aufstellungen von Gruppen oder Parteien)
') 8. Capit. p. 172 c. 282; - ') ibid. p. 220 n. 9 a. 1466; cf. Heyd, Bist.
Zeitschr. S. 213. — ') ibid. p. 73 c. 168 a. 1373 und p. 77 c. 176. — ') Wirth-
schaftspolitik etc. p. 136. - *) Bd. I S. 217. - ^) Zur Quellenkunde des vene-
tianischen Handels und Verkehres. Abhandlgn. d. k. bayer. Akad. d. Wiss. I. Kl.
Bd. XV, Abth. I, S. 190. — ') s. diesen Grundsatz deutlich ausgesprochen in
Bd. I Nr. 260.
3
34 Geschichtliches.
n
erhöhte oder minderte man diese oder jene Zölle; das Mass der
Zufuhr, der Ausfall der Ernten, der Wettlauf im Vorrang gegen
andere Handelsbeflissene, das politische Gesicht der Zeit und immer
wieder das Erforderniss des Staates bildeten den Regulator. So
stehen denn, um es in der Sprache der Gegenwart auszudrücken,
Schutzzoll und Freihandel friedlich gleichsam neben
einander; es ist der Zug des Tages, es ist die Währung der
Zeitlage, welche so gut die Valuta bestimmen als über Aufschlag
and Abschlag bei Einfuhr und Ausfuhr entscheiden."
Wir haben schon früher Gelegenheit gehabt, auf diese Ver-
änderlichkeit der venetianischen Politik hinzuweisen ^), die aus dem
praktischen Sinn der Venetianer entsprang, und wollen an <
dieser Stelle noch einige weitere Belege hiefür beibringen. |H
Als im Jahre 1429 die Glasindustrie von Murano in Folge der'"
hohen Zölle so sehr zurückging, dass die Zahl der Werkstätten um
die Hälfte sich verminderte, suchte die Regierung dem darnieder-
liegenden Gewerbe durch Aufhebung aller Ausfuhrzölle wieder auf-
zuhelfen ^). Dieser Beschluss wurde vom Senat am 18, April gefasst.
Und am 6. August des nämlichen Jahres sehen Avir den Beschluss
bereits wieder aufgehoben^), weil der Ausfall, den die Einnahmen
des Staates hiedurch erlitten, mehr als 1000 Dukaten jährlich be-
trage, ohne dass mit jener Massregel der Industrie selbst gedient
sei. — Salpeter, der bis dahin zollfrei war, wurde im Jahre 1383
aus rein fiskalischen Gründen mit einem Ausfuhrzoll belegt^). — Um
den Seifensiedern die Konkurrenz mit den Ankonitanern zu ermög
liehen, wurde im Jahre 1391 für die Dauer von 3 Jahren ein^
Ausfuhrprämie auf Seife gesetzt'').
Keinem Zweifel kann es nun aber unterliegen, dass nament
lieh mit Rücksicht auf die deutschen Kaufleute und ihnen
zu Liebe derartige Aenderungen in den Verordnungen
vorgenommen wurden.
Nach einem früheren Beschluss des Grossen Rathes vom
November 1277 (oder 1287?)^) mussten die Deutschen von allem
gemünzten Geld, das sie nach Venedig brachten, ö^/o Zoll entrichten.
Dieser Beschluss wird im November des Jahres 1332 aufgehoben,
weil Geldmangel im Lande herrscht^), fünf Jahre später aber (1337)
von Neuem erlassen, da augenblicklich genug Geld im Lande ^).
Allein die Deutschen empfanden das als lästigen Druck; der Kaiser
und der Rath von Nürnberg erhoben dagegen Vorstellungen und
auf ihre Bitten hin wurde die Verordnung im Jahre 1358 wieder
aufgehoben: die Deutschen sollten für geprägtes Geld nicht mehr
zahlen als für ungemünztes ^) , auf dessen reichliche Zufuhr die
venetianische Regierung immer besonderes Gewicht legte. Als z. B..^B
1) s. oben p. 14. — ^) s. Capit. p. 141 c. 247. - ^) ibid. p. 142 c. 249. ..
— ") s. Capit. p. 86 c. 194. - '*) ibid. p. 95 c. 204. — «) s. Capit. p. XVII und
Bd. I Nr. 9, 91, 97. — ') s. Bd. 1 Nr. 91 und 97. — ') s. Bd. I Nr. 97.
») H. Capit. p. 25 c. 72 (wo fälschlich 1355 angegeben) und Bd. I Nr. 179.
1
Geschichtliches. 35
im Jahre 1441 die Deutschen wegen des hohen Einfuhrzolles nur
wenig Silber mehr einführten, stand die Regierung nicht an, den-
selben herabzusetzen ^).
Einen Hauptartikel des venetianischen Handels bildete der
Safran. Für 100,000 Dukaten wurde jährlich von Aquila, Apulien
und Süditalien Safran nach Venedig gebracht, und die Deutschen
waren es, welche denselben hauptsächlich ausführten. „Allein seit
einiger Zeit," heisst es in einem interessanten und wichtigen Akten-
stück vom November 1492 ^) , „haben die Deutschen , wegen des
hohen Preises des Safrans und nach Art aller Kaufleute auf ihren
Vortheil bedacht, den Weg nach Mailand eingeschlagen (wo er
billiger zu haben ist), ja gehen sogar selbst bis dahin, wo er wächst.
In Folge dessen ist der ganze Weg des Safranhandels verändert."
Und obgleich bereits im Jahre 1479 den Deutschen erlaubt worden
war, gegen eine Abgabe von 12 Dukaten per Saum (500 Pfund)
mit dem Safran Venedig wenigstens zu passiren, und im Jahre 1481
und darauf 1482 jede Abgabe für den Import von Safran aufgehoben
wurde ^), wollte doch der Handelszug sich nicht wieder nach Venedig
zurücklenken lassen, sondern behielt die Richtung auf Mailand bei.
Das war um so bedenklicher, als im Anschluss daran sich der Handels-
verkehr zwischen Deutschland und Mailand überhaupt mehr zu ent-
wickeln begann. Die Deutschen brachten „Silber und andere Waaren
mit nach Mailand" — so heisst es in jener Urkunde — »und kauften
dort Goldfäden und Seidenzeuge in grosser Menge , die sie vordem
in Venedig gekauft hatten" *). Darauf beschloss die venetianische
Regierung eben im November 1492, den Export von Safran gänz-
lich von jedem Zoll freizugeben und den Transitzoll für die Deutschen
auf 3 Dukaten von einem Saum zu 500 Pfund herabzusetzen.
Noch zahlreicher sind dann aber die Fälle, wo nicht durch
allgemeine Verordnungen, sondern durch Einzel-Erlasse Aus-
nahmen von den sonst gültigen gesetzlichen Bestimmungen zu
Gunsten einzelner Deutscher zugelassen oder Uebertretungen durch
Gewährung von gratiaj wie das oft in Venedig vorkam, der gesetz-
lichen Strafe entrückt wurden.
Da sehen wir^), wie (im Jahre 1314) einem Deutschen erlaubt
wird, Tücher aus Frankreich, die er nach Venedig gebracht und
nicht hat verkaufen können, wieder auszuführen, allerdings nicht
nach Deutschland. Ein ander Mal (im Jahre 1383) wird einem
Nürnberger verstattet, Tücher aus der Lombardei ausserhalb des
') s. Capit. p. 164 c. 275; ausser anderen Abgaben wurden von 100 Dukaten
Werth 17 grossi 4 piccoli, also fast ^i °/o erhoben, wenn unter diesen grossi jene
zu verstehen, deren 24 damals 1 Dukaten ausmachten ; cf. Mone in der Zeitschr.
f. Gesch. d. Oberrheins Bd. V S. 2ö, wo statt post ,parvi' oder piccoli zu lesen
und hinter ducatorum ,centum' einzusetzen ist. — ^) s. Capit. p. 277 c. 42. —
') Nur der damals allgemein gültige Zollsatz von 1 % war bestehen geblieben.
— ■*) Ueber die 1472 geplante Errichtung eines deutschen Fondaco in Mai-
land siehe E. Motta in der Rivista storica italiana I, 262 no. 3. — ^) Bd. I Nr. 39
und oben S. 32 über das betreffende Gesetz.
36 Geschichtliches.
Fondaco in einem Magazin des Rialto, wo man sie besser sehen
könne, zum Verkauf auszulegen ^). Da wird einem Deutschen ,gratia'
gewährt und die Strafe erlassen, der verurtheilt war, weil er statt im
Fondaco in einem Gasthause abgestiegen war ^). Ebenso einem oder
vielmehr gar manchem Anderen , der seine Waaren nicht gleich
nach seiner Ankunft oder überhaupt gar nicht vorgezeigt hatte ^).
Wieder Andere haben es unterlassen, im Verein mit einem Sensal
ihre Einkäufe zu machen*): sie erhalten ebenso gratia wie Jene,
welche vergessen haben, ihren gekauften Safran schätzen oder ihre
gekauften Waaren vor der Absendung mit den nöthigen Zollscheinen
versehen zu lassen ^) u. s. f. u. s. f,
Beklagten sich die deutschen Kaufleute über Neuerungen, die
ihnen unbequem und nachtheilig waren oder so erschienen, so zeigte
sich die Regierung wiederholt bereit, dieselben abzustellen, selbst
wenn sie ihr selbst vortheilhaft und nutzbringend gewesen waren. So
lesen wir, wie im Jahre 1346 der Doge Andrea Dandolo dem Kaiser
Ludwig dem Bayern mittheilt, dass einige neue Auflagen wieder
abgeschafft worden seien, nachdem der Kaiser im Namen der Reichs-
städte darüber Beschwerde geführt und allerdings mit Repressalien
gedroht hatte **). — Im Jahre 1469 war es den deutschen Kauf leuten
untersagt worden, für den Transport ihrer Waaren, auf dem Wege von
Venzone und Glemona bis Portogruario und umgekehrt, sich fernerhin
neben italienischen auch deutscher Wagen und Pferde zu bedienen '').
Sie beschwerten sich darüber, der Kaiser intervenirte und alsbald war
das alte Herkommen wieder hergestellt. — Als im Jahre 1486 die Vis-
domini gegen die deutschen Kaufleute allzu strenge hinsichtlich der
Bezahlung ihrer Rückstände vorgehen wollten, entschied die Regierung
zu Gunsten der petitionirenden Kaufleute mit der ausdrücklichen Moti-
virung, dass die Deutschen mit Milde und Wohlwollen zu behandeln
seien und nicht mit rigoroser Strenge! ^) — Ein ander Mal, im Jahre
1502, führten unsere Landsleute Klage über Unbilden, die sie von
einem der Visdomini hatten erdulden müssen, und über ungebühr-
liche Verschleppung in der Zollbehandlung ihrer Waaren. Ein
scharfer, tadelnder Erlass an die Visdomini war die Antwort^). —
Und ganz ähnlich erhielt der Podestä von Treviso (1502) einen
Verweis, weil er den deutschen Kauf leuten Schwierigkeiten in den
Weg legte, welche sich von der Regierung die Erlaubniss erwirkt
hatten, ihre Tücher nur von zwei deutschen Landsleuten scheeren
zu lassen, da diese allein dies in der richtigen Weise zu thun ver-
hen ^^
1) Bd. I Nr. 247. — ^) ebda. Nr. 105. - ^) ebda. Nr. 50 und ähnlich Nr. 68,
69, 82, 85, 86, 789, 793, 804. — ") ebda. Nr. 56, 74, 83. — ') ebda. Nr. 19, 46, 80,
84, 802. — ®) ebda. Nr. 119. Es liegt nahe daran zu denken, dass die dem Kaiser
vorgetragenen Beschwerden identisch sind mit jenen, welche Flegler im , Anzeiger
f. Kunde der deut. Vorzeit", 1867, Nr. 11 veröffentlicht hat; cf. Böhmer, Acta
imperii t. II no. 818, 820. - ') s. Capit. p. 279. - «) s. Bd. I Nr. 572. — ') ebda.
Nr. 618; über andere Differenzen zwischen den Kauf leuten und den Visdomini
einige Jahre vorher (1499); cf. Sanuto, Diarii 11, 718.
Geschichtliches. 37
ständen^). Kurz, man sieht: „nichts wurde versäumt, um die
Deutschen durch Eingehen auf ihre Wünsche und durch
Erleichterungen aller Art bei guter Laune zu erhalten" ^).
Dass dies in späterer Zeit nach der Entdeckung des Seeweges nach
Ostindien, als damit der verhängnissvolle Umschwung für den vene-
tianischen Welthandel sich vorbereitete, erst recht geschah, begreift
sich leicht und wird später noch weiter ausgeführt werden.
Freilich, so weit erstreckte sich die Zuneigung und Liebens-
würdigkeit der venetianischen Regierung gegen die Deutschen nie^
dass sie denselben etwa, wie dies anderswo im Ausland, z. B. in
England, der Fall war, eigene Gerichtsbarkeit zugestanden hätte.
Diese haben die Deutschen in Venedig niemals erlangt und damit
waren sie ein für alle Mal zu blossen Gästen herabgesetzt. Selbst
Streitigkeiten privater Natur unter den im Fondaco verkehrenden
Deutschen wurden von den venetianischen Behörden entschieden ^). —
Wir wollen hier noch einige allerdings schon anderweitig
bekannte*) Angaben über die Grösse des Umsatzes und Aus-
dehnung des deutsch -venetianischen Handels anschliessen,
die das wohlwollende Verhalten der venetianischen Regierung gegen
die deutschen Kaufleute am besten zu erklären geeignet sind. Der
Venetianer Paolo Morosini schätzt in einem vor 1472 geschriebenen
Briefe an Gregor von Heimburg den von den deutschen Kaufleuten
in Venedig bewirkten Umsatz auf eine Million Dukaten jährlich.
Der deutsche Pilgerfahrer Felix Fabri aus Ulm schreibt in seinem
,Evagatorium', dass die Regierung von den nach Deutschland aus-
geführten Waaren nicht weniger als 20,000 Dukaten jährlich an
Zoll einnehme. Und der Kölner Arnold von Harff, der auf seiner
Pilgerfahrt nach Jerusalem im Jahre 1497 im Fondaco verweilte,
berichtet, dass nach Aussagen deutscher Kaufleute der Fondaco der
Regierung täglich durchschnittlich 100 Dukaten einbringe ^). Mit
gutem Grund und ohne Uebertreibung hat daher die Regierung
selbst den Fondaco gelegentlich als „bestes Glied der Stadt" (optimo
membro de questa zita = citta) bezeichnet ^) : er war ein stets
^) s. Bd. I Nr. 619. — ^) Heyd, Hist. Zeitschr. S. 218 aus Marin, Storia
del commercio dei Veneziani 8, 152. Scherer's Behauptung (Gesch. des Welt-
handels I, 320), dass im Allgemeinen die Deutschen sehr hart und rücksichtslos
behandelt worden seien, ist damit wohl zur Genüge widerlegt ; cf. Nr. 105, 115,
wo überdies ausdrücklich die Rücksicht auf die Deutschen als Grund verschie-
dener Straferlässe angegeben wird. — ^) s. Bd. I Nr. 357. — '') s. Heyd, Hist.
Zeitschr. S. 217. — *) In einer kleinen Schrift ,Nomina . . . potestatum Patavinae
civitatis 1174 — 1364' (handschriftlich auf der Ambrosiana in Mailand) soll sich
nach Ceruti (Archivio Veneto tom. X p. 425) die Notiz finden: ,il doge aveva
ogni mercoledi dal Fond. d. Ted. 100 zecchini d'oro'; ich habe die Schrift auf
der Ambrosiana nicht finden können. — *) s. Capit. S. 166 a. 1445 c. 277.
Dieses Werthes mögen auch die Deutschen sich wohl bewusst gewesen sein :
Wir lesen bei Sanuto (Diarii II, 719), dass sie sich einmal, gelegentlich eines
Streites mit den Visdomini. im Jahre 1499 zu der Aeusserung verstiegen, es wäre
traurig um Venedig bestellt, wenn die Deutschen im Fondaco fehlten, ,Todeschi
38 Geschichtliches.
gefüllter, hochwillkommener Reservefonds für die Regierung, aus
dessen Einkünften mehr als einmal auch besondere Ausgaben bestritten,
z.B. rückständige Besoldungen u.dgl. m. befriedigt werden konnten^).
Die Regierung war daher auch stets eifrigst darauf bedacht, dass
der Weg nach Venedig für die deutschen Kaufleute frei und sicher
war trotz etwaiger Kriegsunruhen benachbarter Gegenden, zu deren
Beilegung sie — im eigenen Interesse — stets das Ihrige zu thun
sich bemühte. „Denn das Ausbleiben der deutschen Kaufleute
gereicht," wie sie selbst einmal es unumwunden ausdrückte^), „der
Stadt, wie allgemein bekannt ist, zu grösstem Nachtheil und Schaden:
denn für die Waaren, die zu Wasser in grosser Menge eintreffen,
gibt es zur Ausführung ausser dem Fondaco nur wenig Wege.*
Der Gewinn aber, den die Deutschen aus diesem Handel
zogen, wird sich ziffernmässig zwar schwerlich mehr genau feststellen
lassen; denn es fehlt hierüber fast gänzlich an statistischen Angaben
für diese Zeit. Auch unsere Urkunden geben darüber nur ab und
zu eine Notiz. So lesen wir z.B.^), dass im Jahre 1358 ein Venetianer
45,000 Stück Leinwand im Fondaco kaufte, dass 1368 ein Wiener
18,000 Pfund Kupfer nach Venedig einführte '^) , ein Nürnberger
1424 3000 Kaninchenfelle aus Venedig erhielt^), ein Anderer 1426
425 Stück Fuchsfelle nach Venedig sandte ^), im Jahre 1495 die
venetianische Regierung 80,000 Pfund Kupfer von deutschen Kauf-
leuten zur Anfertigung von Kanonen kaufte '').
Und nur als ein sehr dürftiger Ersatz kann es betrachtet
werden, wenn wir hören, dass 1432 Hermann Reck aus Nürnberg
mit einer Schuldenlast von 25,000 Dukaten aus Venedig sich ent-
fernte^), dass 1483 die (Regensburger?) Kaufleute Limpeck und
Zodoler mit 17,000 Dukaten ^), der Regensburger Kaufmann Thomas
Kurz (?) mit 6200 Dukaten i«), die Frankfurter Gesellschaft Wolf
Blum & Cie. mit 23,000 Dukaten i^), 1485 die (Baseler?) Gesell-
schaft Hieronymus Bilia (Biler oder Viler?) und Gebrüder mit
20,000 Dukaten ^2), 1499 die Gebrüder Stamler aus Augsburg, die
von Sanuto unter die bedeutendsten Kaufleute des Fondaco gerechnet
werden, mit 12,000 Dukaten fallirten ^^). Bei den Fallissements der
venetianischen Banken Garzoni und Lippomano waren die deutschen
Kaufleute nach Sanuto ^*) mit 30,000 Dukaten betheiligt. Im Jahre
haveano ditto trista questa terra quando non sarä Todeschi in fontego'. —
1) s. Capit. p. 176 c. 287 a. 1449 und Bd. I Nr. 403 u. 505. — ') s. Bd. I Nr. 300,
S. 147. - ^) ebda. Nr. 168. — ') ebda. Nr. 216. — ■') ebda. Nr. 340. - ') ebda.
Nr. 346. — ') ebda. Nr. 597 ; cf. das von Baader im 38. Jahresbericht des histor.
Ver. in Mittelfranken S. 108 mitgetheilte Verzeichniss von Waarenballen, die
1426 aus Venedig heimkehrenden Nümbergern entführt wurden. Leider heisst
es da aber nur allgemein, dass jeder Ballen so und so viele Säcke Pfeffer u. s. w.
enthalten habe. — «) ebda. Nr. 387. — ») ebda. Nr. 559. - i") ebda. Nr. 561. —
'') ebda. Nr. 562. — ^^) ebda. Nr. 569. - '^) ebda. Nr. 608. Sanuto, Diarii II, 888:
1499 Adi 4 Lujo : In questo zorno falite uno merchadante di fontego, di primi,
chiamato Rigo, et compagni per ducati 12 milia; beim ersten Fallissement
im Jahre 1493 ist die Schuldenlast auf ca. 20,000 Dukaten angegeben (cf. oben
Bd. I Nr. 592). - ^*) Diarii II, 736.
Geschichtliches. 39
1510, also freilich zu einer Zeit, welche diesen Abschnitt eigentlich
überschreitet, hat ein einziger Breslauer Kaufmann, Konrad Sauer-
raann, eine Schuldforderung von 6100 Dukaten nach Venedig hin ') —
um ganz davon zu schweigen, dass es von Johann Fugger (?) einmal
(zum Jahre 1499) heisst, er habe eben für 60,000 Dukaten Kupfer
in Venedig ^). Das aber ist eine längst allgemein konstatirte, auch
oben schon ^) berührte Thatsache, dass die ganze Blüthe namentlich
der oberdeutschen Städte auf diesem Verkehr beruhte. Und dafür,
dass dieselben dies auch frühzeitig erkannten, ist der beste Beweis
die Widerspenstigkeit, mit der man an diesem Verkehr selbst gegen-
über Verboten der Kaiser festhielt*). Und spricht dafür nicht auch die
Thatsache, dass die Stadt Ulm, als sie einmal 1432 wegen Waaren-
aufhaltung in einen Streit mit der Republik gerathen war, von dieser
die Erlaubniss für ihre Kaufleute sich erbat, einstweilen bis zur Ent-
scheidung des Kaisers wieder Handel mit Venedig zu treiben?^)
Venedig war eben damals, wie man wohl behaupten darf, der
Haupthandelsplatz der Welt. Und es galt auch, wie dies Greiff
treffend bemerkt*^), damals und noch lange Zeit hernach geradezu als
„die hohe Schule der süddeutschen Kaufleute". „Man musste in
Venedig gewesen sein, wenn man daheim was gelten wollte. Als
der später so berühmte Handelsherr Jakob Fugger, weiland Domherr
zu Herrieden im Bisthum Eichstädt, auf Bitten seines kinderlosen
Bruders Ulrich (1473), schon vorgerückt in Jahren, sich entschlossen
hatte, seine Pfründe aufzugeben und sich zum Fugger'schen Kauf-
handel brauchen zu lassen, sehen wir ihn alsbald nach Venedig gehen,
um dort im Fugger'schen Lager seine Lehrjahre zu bestehen. Dieser
Schule und einigen darnach zu näherer Erkundigung des Handels
unternommenen grösseren Reisen verdankte er den hohen Grad kauf-
männischer Bildung, die ihn befähigte^ dem damals schon gross-
artigen Handel des Hauses jene Ausdehnung zu geben, die es seit-
dem weltberühmt gemacht hat." Nach Venedig wird zu gleichem
Zwecke auch der noch nicht ganz 14 Jahre alte Lukas Rem im
Jahre 1494 geschickt, wo er, wie er selbst erzählt^), von Be-
kannten und Freunden, an die er empfohlen war, zuerst zu einigen
Italienern in die Lehre gethan wird, um vor Allem sich die Sprache
des Landes anzueignen**). Dann kommt er zu einem deutschen
') Grünhagen, Schlesien am Ausgang des Mittelalters in der „Zeitschrift
des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens" Bd. XVIII S. 39 aus
Klose's Breslau in den SS. Rer. Silesiacarum tom. III p. 137. — ^) Sanuto,
Diarii II, 1071. — ') cf. oben S. 5. - ") cf. unten S. 45. — •••) s. Bd. I Nr. 405.
— •■') Tagebuch des Lucas Rem S. IX. — ') Tagebuch hrsg. von Greiff S. 5.
— *) Zu diesem Zwecke gab es förmliche „Sprachf ühr er", welche das
Wissenswertheste in deutscher und italienischer (venetiani scher) Sprache nach
Gruppen geordnet bequem und übersichtlich zusammengestellt enthielten — ganz
wie heutigen Tages. Einen solchen Sprachführer, von einem Nürnberger im Jahre
1424 verfasst, der sowohl sprachlich, als inhaltlich von hohem Interesse ist,
gedenke ich mit Herrn Prof. Brenner aus einer Handschrift der hiesigen k. Hof-
und Staatsbibliothek (Cod. ital. 261) herauszugeben.
40 Geschichtliches.
a Trager" aus Augsburg. „Da lernet ich rechnen in 5^2 monet gar
aus. Und darnach gieng ich auf ain schuol, da man biecher halten
lernt. Das in 3 monett aus, schrib Jornal und Schuldbuch ^) ..."
„Ich wüsste," setzt Greiff hinzu, „aus jener Zeit keinen nur halb-
wegs namhaften Augsburger Kaufmann zu nennen, der nicht zunächst
dort (in Venedig) seine Studien gemacht hätte." — 1488 schickte in
ähnlicher Weise Christoph Scheurl, der selbst in Venedig die Hand-
lung erlernt hatte, den jungen Hieronymus Haller, der ihm in die
Lehre gegeben war, dorthin, wobei er ihm in einem „Regiment"
wohlmeinende Rathschläge über sein Verhalten mit auf den Weg gab,
ihm bescheidenes, freundliches Betragen, frommen, sittlichen Lebens-
wandel, emsigen Fleiss und eifriges Studium beim „Rechenmeister",
scharfe Beobachtung alles den Handel und seine Konjunkturen Be-
treffenden und sofortige genaue Aufzeichnung alles in Erfahrung
Gebrachten, Gehorsam und Treue gegen seinen Prinzipal u. s. w.
dringend an's Herz legte ^). — Einen weiteren sprechenden Beleg
dafür liefert jenes Dokument vom Jahre 1472, dessen wir bereits
einmal Erwähnung gethan ^). Wir lesen da, wie im Fondaco einige
junge Deutsche „zarten Alters" weilen, die von ihren Eltern nach
Venedig geschickt seien, um die italienische (oder venetianische)
Sprache und den ,abacus' d. h. Rechnen oder, wie wir heutigen
Tages wohl sagen würden, „die Handlung" zu erlernen, wie dies
von Alters her zu geschehen pflegte. Da sie „wegen der Zeit-
läufe" ^) in den Häusern der Nobili und Cittadini Venedigs nicht
wie sonst Aufnahme finden, werden ihrer sechs auf Ansuchen der
Kaufleute bei einem (deutschen) Ballenbinder (vielleicht, wie oben
erwähnt, dem damaligen Zunftvorstand) untergebracht.
„Von Alters her" heisst es in diesem Dokument und als Beleg
für die Richtigkeit dieses Ausdruckes, der keine blosse Phrase ist,
können wir auf ein anderes Dokument^) hinweisen, aus dem er-
hellt, dass bereits im Jahre 1308 junge Deutsche, die Söhne „trefi^-
licher" Kaufleute, in Venedig sich aufhielten, um die Grammatik
und das Rechnen, d. h. um Italienisch und die „Handlung" zu er-
lernen^). Aehnliches wird zum Jahre 1342 berichtet). Dass sich
in Folge solch eifrigen Verkehrs auch innigere Beziehungen, wahre
*) Technische Ausdrücke. „Jornal : darinnen wirdt stan alles , was ich
meins Herrn wegen handel, es sei Einnahmen oder Ausgaben, Schulden, Wexel
und haaren Gelds Empfahen, Wegsenden, auch Kaufen und Verkaufen der Güter ;
Schuldbuch : darin wirdt stan alles J]innehmen und Ausgaben haaren Geldes,
auch alle und jede Schulden in Debito und Credito" Greiff a. a. 0, S. 81. —
^) s. A. V. Scheurl : „Christoph Scheurl, Dr. Christoph Scheurl's Vater" in den Mit-
theilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg Heft 5 S. 16. —
^) s. oben S. 21; cf. Bd. I Nr. 525. — *) ,pro conditionibus temporum', womit
vielleicht der Einfall der Türken in Friaul gemeint ist. — *) s. Bd. I Nr. 24;
cf. auch Chroniken der deutschen Städte, Nürnberg Bd. II S. 4 (Anm. 6). —
^) Dieselben hatten Aufnahme bei Privaten in Venedig gefunden, was aber,
wie es scheint, damals verboten war — im Gegensatz zu später, wie aus dem
späteren, oben citirten Dokument von 1472 zu schliessen. — ') s. Bd. I Nr. 801.
Geschichtliches. 41
Freundschaftsverhältnisse zwischen Deutschen und Venetianern bil-
deten, ist leicht erklärlich ^).
Welch besseren Beweis endlich für die kaufmännische Bedeu-
tung Venedigs in damaliger Zeit könnte es geben, als die hoch-
interessante Thatsache, dass man, wie von anderer fremdländischer
Seite, so auch von deutscher wiederholt und zwar von verschiedenen
Theilen des Reiches aus bei der venetianischen Regierung um die
Erlaubniss nachsuchte, in der venetianischen Staatsbank Gelder auf
Zinsen zu hinterlegen ! ^) —
Wir haben nun aber weiter des Näheren zu untersuchen,
welche Deutsche denn an diesem Handelsverkehr mit Venedig be-
theiligt waren. Wir thun dies in einem neuen Abschnitte, den wir
überschreiben :
III. Die Benutzer des Fondaco.
Dass es hauptsächlich die Städte Oberdeutschlands waren,
welche von dem Handel mit Venedig profitirten und denselben also
auch vorwiegend betrieben, ist bereits öfters angedeutet worden.
Aber es ist irrig, wenn Elze sagt^), dass „anfänglich blos deutsche
Kaufleute aus Oberdeutschland zu den Nutzniessern des Fondaco"
gehört hätten. Wir finden Kaufleute aus Wien, aus der Schweiz,
aus Breslau, aus Lübeck, aus Köln in verhältnissmässig früher
Zeit ebenfalls in Venedig verkehrend und zwar in gleicher Weise
aus Reichs- wie aus Landesstädten.
Es erhebt sich im Anschluss hieran die Frage, ob hiezu, ob
zur Zulassung zum Fondaco es für den Rath einer Stadt oder für
den Kaiser oder den Landesherrn nothwendig war, in Venedig aus-
drücklich die Einwilligung zu erbitten oder gar darüber förmliche
Verträge zu schliessen.
Wir haben nämlich aus dem Jahre 1418 ein Aktenstück, worin
Herzog Ernst von Oesterreich für seine Unterthanen aus Laibach
den Senat um Zulassung zum Fondaco bittet, was ihm auch ge-
währt wird. Und Erdmannsdörfer hat^) im Hinblick hierauf die
obige Frage bejahen zu müssen geglaubt. Hingegen meint Heyd^),
dass diese , Erlaubnisseinholung " (die auch vom Rath der Stadt
Laibach unterstützt wurde) „wohl aus den besonderen Zeitumständen
zu erklären sei, indem damals zwischen Venedig und dem deutschen
Reich (Kaiser Sigmund) eine kriegerische Verwicklung und gegen-
seitige Handelssperre bestand". Er macht auch darauf aufmerk-
sam, dass Herzog Ernst sich darauf beruft, dass seine übrigen
Unterthanen bereits das nämliche Recht besässen. Aber gerade
dieser Hinweis scheint mir doch gegen Heyd zu sprechen. Denn
') Ein hübsches Beispiel hiefür s. Bd. I Nr. 205. - ^) ebda. Nr. 297, 329,
414, 424. — ') Ausland 1870 Nr. 27. — ■•) De commercio etc. p. 45. — ^) Hist.
Zeitschr. 1. c. S. 200.
42 Geschichtliches.
sollte das Gesuch den Zweck haben, die Handelssperre zu Gunsten
der Unterthanen des Herzogs Ernst zu beseitigen, dann würde das
Gesuch doch wohl für dieselben alle, nicht blos für die Bürger der
einen Stadt gestellt worden sein. Vielleicht haben die Kaufleute von
Laibach doch erst damals begonnen mit Venedig in direkte Handels-
verbindung zu treten, und wurde deshalb das Gesuch um Zulassung
zum Fondaco gestellt ^). Wir haben allerdings aus früherer Zeit für
andere Städte keine ähnlichen Zeugnisse (vielleicht übrigens nur
deshalb , weil wir bei keiner vorerst ganz genau den Zeitpunkt
anzugeben im Stande sind, wo sie zuerst in Handelsbeziehungen
mit Venedig traten); aber doch einige aus der späteren Zeit. 1381
wird den Kaufleuten des Fürsten Heinrich von Liechtenstein —
offenbar auf eine von diesem dahin gerichtete Anfrage — der Ver-
kehr in Venedig zugestanden ^). Im Jahre 1427 wird das nämliche
Verlangen, wie für die Laibacher, nun für die Unterthanen des
Herzogs von Savoyen gestellt ^) , und da dürfte kaum eine voraus-
gegangene Handelssperre die Veranlassung gewesen sein.
Etwas mehr Beispiele haben wir dann dafür, dass der Rath
einer Stadt oder auch der Kaiser^) oder der Landesfürst ^) in ein-
zelnen Fällen, wo es sich um Uebertragung des Benützungsrechtes
einer freigewordenen Kammer auf einen neuen Bewerber oder um
Verlängerung des Benützungsrechtes handelte, das Gesuch desselben
durch eigene Schreiben unterstützte ''). Und es ist nur zu bedauern,
dass deren nicht mehr auf uns gekommen sind. Denn sie wären
ein wesentliches Hülfsmittel für die Erkenntniss, welche Städte bei
dem venetianischen Handel betheiligt waren.
Das Capitolare gibt darüber ja fast gar keinen Aufschluss:
kaum dass ein paar Städte wie Nürnberg, Villach, Laibach, Biberach
ein- oder zweimal erwähnt werden. „Es ist auch wirklich," sagt
Heyd mit Recht ^), „an einem Orte, wo es sich in der Hauptsache
um Instruktionen für die venetianischen Beamten am Fondaco han-
delt, nicht viel in dieser Richtung zu suchen." Wenn er aber hin-
zufügt, dass hier deutsche Quellen in die Lücken treten müssten,
so ist nur leider wiederholt zu bemerken, dass dieselben für die
älteste Zeit uns gar sehr im Stich lassen. Kaum ein Archiv der
hier in Frage kommenden Städte reicht ja, wie ich schon in dem
Vorwort®) angedeutet, in seinen Beständen weit über den Anfang
des 15. oder über den Schluss des 14. Jahrhunderts zurück. Es
%
^) Herzog Albrecht III. erlaubt zwar schon am 9. November 1389 den
Laibachern, dass sie mit Venedigischer hab und all Kauffmannschafft arbeiten
und die gefueren mugen her gegen Wien und in all ander unser Stett und
Markht . . . (Archiv für Landesgeschichte des Herzogthums Krain Bd. II S. 247;
s. Dimitz, Geschichte Krains Th. I S. 254), aber vielleicht erhielten die Laibacher
diese Waaren damals erst aus zweiter Hand. — ^) s. Bd. I Nr. 244; allerdings
ist zu erwähnen, dass kurz vorher die Republik mit dem Herzog von Oesterreich,
dem „Herrn" des Heinrich von Liechtenstein, im Krieg sich befunden hatte.
— ') s. Capit. p. 137 c. 248. — ') s. Bd. X Nr. 513, 582. - ^) ebda. Nr. 557, 582.
- «) ebda. Nr. 851, 361-363, 470. — ') Hist. Zeitschr. S. 203. — «) S. VÜI.
Geschichtliches. 43
ist daher um so erfreulicher, dass gerade hier wenigstens für das
14. Jahrhundert die venetianischen Quellen einigermassen als Er-
gänzung dienen können. Freilich sind, wie im Vorwort gleichfalls
gezeigt worden, leider auch hier nicht alle ßegisterbände der ver-
schiedenen Rathskollegien mehr erhalten. Ueberhaupt scheint es
fast, dass keineswegs regelmässig alle Schreiben der venetianischen
Regierung in dergleichen Angelegenheiten in den verschiedenen
Protokollbänden u. s, w. verzeichnet wurden. Wir haben wenigstens
Kenntniss von verschiedenen Schriftstücken, von denen ich vergeb-
lich eine Notiz in den erhaltenen Akten zu Venedig gesucht habe.
Eine vollständige Statistik der Städte und ihrer Be-
wohner, welche am Handel mit Venedig betheiligt waren, ist übrigens
auch aus dem Grunde nicht möglich und nicht denkbar, weil, wie
Ennen sehr richtig mit spezieller Beziehung auf Köln bemerkt^),
der Rath der Stadt „nur dann Veranlassung nahm, sich um die in
Venedig ihrer Geschäfte halber weilenden Bürger zu bekümmern,
wenn sein Schutz oder seine Vermittlung in Rechts- oder Erb-
schafts- (oder , setzen wir hinzu , in besonderen) Angelegenheiten
angerufen wurde". Und dasselbe war natürlich erst recht in Venedig
der Fall. Es ist nur eine zufällige Ausnahme, dass wir aus einigen
wenigen späteren Jahren, 1508, 1647, ein vollständiges Verzeichniss
der im Fondaco weilenden deutschen Kaufleute besitzen, deren
Namen dann leider theilweise so verstümmelt sind, dass es kaum
möglich ist, ihre deutsche Form und weiter die Heimath der Träger
derselben zu ermitteln. Sonst hören wir nur immer von Einzelnen,
die bald von der venetianischen Regierung eine besondere Gunst
oder eine Entschädigung u. s. w. verlangten oder erhielten, bald mit
Venetianern in geschäftlichen Angelegenheiten zu thun hatten, sei
es, dass sie die Gläubiger und jene die Schuldner waren, oder
umgekehrt^).
Am lebhaftesten war der schriftliche Verkehr zwischen der
venetianischen Regierung und dem Rathe einer deutschen Stadt etc.
zu jenen Zeiten, wenn Kriegshändel, Fehden u. dergl. den Handel
hemmten und störten, Beraubung oder „Niederlegung" der durch-
ziehenden Kaufmannsgüter auf der anderen Seite Repressalien her-
vorriefen. Freigebung der Waaren oder Anspruch auf Entschädigung
einen längeren Schriften austau seh veranlasste ^). Daran hat es ja
im Mittelalter nie und nirgends gefehlt: von dieser Seite drohte ja
') Monatsschrift für rheinisch - westfälische Geschichtsforschung Bd. I
S. 115. — ^) Im Jahre 1494 befahl der Rath der Zehn den Visdomini des Fon-
daco, sie sollten in ein alphabetisch geordnetes Buch die Namen der Schuldner
des Fondaco und die Höhe der Schulden eintragen (s. Bd. I Nr. 596); es ist aber
im Staatsarchiv zu Venedig nichts dergleichen bisher gefunden worden. —
ä) s. Bd. I Nr. 25—30, 53, 57, 58, 88, 89, 95, 120—124, 133, 134, 148, 149,
151, 154, 155, 182, 191, 192, 204, 206—211, 213, 215, 219, 249, 250, 257, 289,
296, 300, 308-312, 316, 333, 339, 345. 374, 377, 379, 386, 393-399, 406, 421,
422, 425, 438-442, 476, 517, 583.
44
Geschichtliches.
dem Kaufmann und seinen Waaren grössere Gefahr, als vori
Länge oder Unwirthlichkeit des Weges. Noch schlimmer, wenn
dergleichen Unfug, Beraubung, Niederlegung u. s. w. von oben
herab, von den Landesherren oder dem Kaiser geduldet oder gar
empfohlen und geboten vs^urde, wie das z. B. bekanntlich von König
Sigmund im 15. Jahrhundert geschehen ist.
Sigmund war als König von Ungarn mit der Republik in
Feindschaft gerathen. Denn diese hatte bei den Thronstreitigkeiten,
welche in Ungarn nach dem Tode der Königin Maria ausgebrochen
waren, den einen Gegner Sigmunds, den König Ladislaus von Neapel,
unterstützt, indem sie ihm gegen eine ansehnliche Summe Dalmatien
abkaufte, das auf diese Weise wieder unter venetianische Herrschaft
kam. Ueber diese Zerstückelung seines Reiches war aber Sigmund,
der sich schliesslich als König von Ungarn behauptete, sehr auf-
gebracht. Und als er nun 1410 nach dem Tode Kaiser Ruperts
dessen Nachfolger in Deutschland wurde, gedachte er sich an der
Republik zu rächen und suchte ihr auf jede Weise Schaden zuzu-
fügen. Am empfindlichsten glaubte er sie mit zu treffen, wenn er
ihr den Handelsverkehr mit den deutschen Städten entzog. Schon
1415 forderte er die oberdeutschen Reichsstädte auf „die Strasse
nach Venedig fürbass nicht zu suchen" ^). Besonders ernstlich be-
schäftigte er sich dann in den Jahren 1417 und 1418 mit diesem
Plan, den deutschen Handel von Venedig abzuleiten. „Zum Ersatz
dafür verwies er die Städte einerseits auf den Weg durch Ungarn
nach dem Osten, andererseits empfahl er ihnen fleissigere Pflege
der Geschäftsverbindungen mit Genua und erwirkte durch einen
Abgeordneten aus Konstanz annehmbare Bedingungen für den deut-
schen Handel an diesem Platz. Die Genuesen stellten in Aussicht
einmal einen reicheren Markt, da ihre Lastschiffe viel mehr fassten,
als die Galeeren der Venetianer, sodann massigere Zölle, endlich
freiere Bewegung im Handel und Wandel. Den deutschen Kauf-
leuten sollte in Genua kein Anlass gegeben sein zu Beschwerden,
wie sie solche in Venedig mit Recht führten : dass sie nämlich Nachts
in einen Fondaco eingeschlossen seien ^); dass sie die mitgebrachten
Waaren in einer bestimmten Zeit (und zu einem bestimmten Preis)
verkaufen und den Erlös wieder in Waaren anlegen müssten (statt
ihn in baarem Geld mit nach Hause zu nehmen) ^) ; dass sie mit
ihrem Geld und mit ihren Waaren nicht auch die Schiffe besteigen
dürften, welche von dort nach dem Orient aussegeln ^). Gleichzeitig
versprach auch der Herzog von Mailand, die deutschen Kaufleute,
welche auf der Reise nach oder von Genua sein Gebiet passiren,
in Hinsicht auf Transitzölle glimpflich zu behandeln" ^).
^) Finke, König Sigmunds reichsstädtische Politik von 1410 — 1418 (1880)
S. 61. — 2) cf. oben S. 16. — ^) cf. oben S. 31. — ') cf. oben S. 32. - ^) Heyd,
Gesch. des Lev.-H. Bd. JI S. 722 aus den , Deutschen Reichstagsakten " Bd. VII
S. 359 — 361, woher auch die oben eingeklammerten Zusätze.
Geschichtliches. 45
So verlockend diese Anerbietungen waren, sie fanden trotzdem
bei den betheiligten Städten wenig Anklang. Schon zu Anfang
des Jahres 1418 finden wir, dass Ulm, Augsburg, Nürnberg Schritte
thun, um vom Kaiser die Aufhebung des Handelsverbotes mit Venedig
zu erwirken ^). Als dies nichts fruchtete, fügte sich wohl die Mehr-
zahl der Städte : Augsburg warnt schon im Februar ^) und dann im
März seine Kauf leute, beziehungsweise empfiehlt ihnen Abwicklung
ihrer Geschäfte in Venedig u. s. w. ; ebenso dann — wohl erst nach
den erneuten schärferen Erlassen Sigmunds im Juli und August —
Nürnberg. Allein hier half das Verbot nicht sehr viel. Wir lesen,
dass 15 der dortigen Kauf leute wegen Ausserachtlassung des Ver-
botes um eine Summe Geldes gestraft wurden ^), Und auch als im
März 1420 der Rath der Stadt allen seinen Bürgern, die „in Kauf-
mannschaft oder Legerherrenweise'*) zu Venedig gelegen sein oder
liegen", ernstlich befahl, innerhalb 14 Tagen zurückzukehren und
den Verkehr mit Venedig abzubrechen, da vermochte er mit diesem
Gebot nicht durchzudringen. Ueber 20 Bürger wurden in dem
nämlichen Jahre wegen Ungehorsams mit dem Thurme bestraft;
einige mussten gar ein halbes Jahr nach Augsburg ziehen und sich
der Handelschaft ganz enthalten ^). Der Rath war aber einsichtig
genug, zu erkennen, dass er sich damit in's eigene Fleisch schnitt,
und bemühte sich nun um so eifriger, im Bunde mit anderen, gleich
interessirten Städten, wie z. B. Ulm, den Kaiser zur Zurücknahme
des lästigen Verbotes zu vermögen (1420 und 1423) '^). Wirklich
kann der Rath den befreundeten Städten Ulm und Konstanz am
24. November 1423'') mittheilen, dass Sigmund unter Ausstellung
eines Gnadenbriefes (wovon Abschrift beigelegt wird) „die Strasse
gegen Venedig wieder geöffnet und erlaubt hat" — vielleicht aller-
dings eben nur im Gnadenwege, ohne Aufhebung der allgemeinen
Handelssperre. Im Jahre 1426 wenigstens wird dieselbe als noch
fortdauernd erwähnt*), und im März des folgenden Jahres 1427
beklagt sich der Rath von Nürnberg bei Sigmund, dass Hans von
Vilibach und Andere — offenbar auf Grund des Handelsverbots —
aus Venedig zurückkehrende Kaufleute mit ihren Waaren nieder-
gelegt habe^), und sucht im Herbst desselben Jahres 1427 den
Rath von Ulm zu einer gemeinsamen Vorstellung bei Sigmund
zu bewegen 10). Endlich 1428 im Herbst und 1429 am 24. Sep-
tember gestattet dieser wiederum den Handel mit Venedig ^i) —
') Deutsche Reichstagsakten Bd. VII S. 347 Nr. 232 und S. 370 Nr. 248;
cf. Finke a. a. 0. S. 63. - ') s. Bd. I Nr. 319 und Reichstagsakten Bd. VII
S. 370. — ^) Roth, Geschichte des Nürnbergischen Handels Bd. I S. 111. Wenn
Finke S. G3 sagt: ^Nürnberg scheint das Verbot vorläufig umgangen zu haben",
80 ist das nicht geschickt ausgedrückt. — *} Legerherre, „der ein grosses
Waarenlager hat" Lexer, Mittelhochd. Handwörterb. I, 1859; cf. Reichstagsakten
1. c. S. 417 Nr. 288. - ') Roth 1. c. S. 112. — «) cf. Finke S. 64 und Bd. I
Nr. 334, 335. — ') ebda. Nr. 336. — ^) Aschbach, Geschichte Kaiser Sigmunds
Bd. III Beil. Nr. 8. - ') s. Bd. I Nr. 348. — ^°) ebda. Nr. 350. — ^') ebda.
Nr. 352 u. 359.
46 Geschichtliches.
um zwei Jahre später , 1431 , als er neuerdings aus politischen
Gründen mit der Republik auf gespanntem Fuss stand, den Verkehr
wieder zu untersagen ^). Hingegen hat er im letzten Jahre seiner
Regierung, 1437, als zwischen der Republik und dem Patriarchen von
Aquileja Streit ausbrach und der letztere vom Baseler Concil sogar
das Interdikt gegen Venedig erwirkte, worauf dieses an den Papst
appellirte, für die Republik Partei ergriffen und den Handel mit
derselben bis zur Entscheidung des Papstes rückhaltlos erlaubt^).
So waren diese kriegerischen Verwicklungen nicht im Stande
gewesen, die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Venedig
auf längere Zeit za unterbrechen oder ganz aufzuheben. Für uns
aber haben sie einen Vortheil : nämlich den, dass wir durch einzelne
kaiserliche Erlasse über die wenigstens zeitweise Handelsverbindung
einiger deutscher Städte mit Venedig, wie z. B. von Worms, Speier,
Mainz im Jahre 1418 ^), unterrichtet werden, von welcher wir sonst
keine Kunde besitzen.
Wir kehren damit zu der früher aufgeworfenen Frage,
welche Städte und Landschaften Deutschlands an diesem
Handel betheiligt waren, zurück.
Aus einem werthvoUen Dokument, auf welches wir später noch-
mals zurückkommen werden, wissen wir, dass im Jahre 1474 und
offenbar schon seit längerer Zeit die im Fondaco weilenden deutschen
Kaufleute zwei Tafeln (Gruppen) bildeten, denen die Leitung der
gemeinsamen Angelegenheiten zustand. Die eine dieser Tafeln —
der Name beweist, dass diese Gruppirung auf die Scheidung bei den
Mahlzeiten zurückzuführen ist — wurde durch Regensburg und die
Schwaben, die andere durch Nürnberg gebildet. Heyd versucht
im Anschluss hieran'^) nun folgende Gruppirung der am venetia-
nischen Handel betheiligten Städte, die wohl im Wesentlichen richtig
sein dürfte.
Der Regensburger- und Schwaben-Tafel weist er zu:
Regensburg, Augsburg, Ulm, Biberach, Ravensburg, Konstanz, Wien,
Enns, Linz, Gmunden, Salzburg, Laibach; der Nürnberger Tafel
dagegen: ausser Nürnberg Köln, Basel, Strassburg, Speier, Worms,
Mainz, Frankfurt, Lübeck.
Wir lesen nun allerdings auch von einer anderen Eintheilung:
dass am Anfang des 15. Jahrhunderts z.B. an einer Tafel die Kauf-
leute der Reichsstädte, an der anderen jene aus Landesfürsten unter-
gebenen Städten sassen^). Ein ander Mal hören wir gar von vier
Tafeln^); und noch einfacher wäre vielleicht die Scheidung in Kauf-
leute aus ober- und in Kaufleute aus niederdeutschen Städten. Wir
wollen aber der von Heyd vorgeschlagenen Gruppirung folgen und
nun im Einzelnen die Städte betrachten, die wir in Handelsbeziehung
mit Venedig finden.
1) Aschbach Bd. IV S. 53. — ^) s. Bd. I Nr. 413. - ^) Reichstagsakten VIT,
S. 370 Nr. 249. — ') Hist. Zeitschr. a. a. 0. S. 203. — ^) s. Bd. I Nr. 357. - «) ebda. Nr. 524.
Geschichtliches. 47
Da ist nun also an erster Stelle Regensburg zu nennen:
an erster deshalb, weil es, wie glaublich berichtet wird, am frühesten
mit Venedig in Handelsbeziehung getreten ist. In den Beschwerde-
punkten, welche der Magistrat von Regensburg um 1462 Herzog
Ludwig dem Reichen von Landshut in Betreff einer zu Oetting
geforderten Maut hatte übergeben, und wozu er einiger Kaufleute
Aussagen hatte sammeln lassen, heisst es nämlich ^), dass die Regens-
burger Kaufleute „als lang man sein gedenkt und länger wann (denn)
Gedächtniss ist" gewisse Zollermässigung genossen: „wann (denn)
sie waren die ersten aus diesen Landen, die dy Strassen
gen Venedig hinein baueten, nach der Zeit, und (als) die
Walhen gewönlich hie zu Regensburg mit ihrer Kaufmannschaft
gelegen waren." Es stimmt damit, wenn wir lesen ^), dass die
Regensburger von Alters her den obersten Platz im Fondaco (ver-
muthlich eben an den Tafeln) einnahmen und dass ihr Wappenschild
daselbst zu oberst angebracht war^). Einen genaueren Zeitpunkt
aber für den Beginn dieses direkten Handelsverkehrs von Regens-
burg nach Venedig vermögen wir ebensowenig anzugeben, als früher*)
für den deutsch-venetianischen überhaupt. Nicht einmal aus dem
13. Jahrhundert können wir dafür ein direktes Zeugniss beibringen.
Nur aus dem Umstand, dass Pelzwaaren, deren in einer venetiani-
schen Urkunde vom Jahre 1242 Erwähnung geschieht, damals ein
Haupthandelsartikel der Regensburger waren, zieht Erdmannsdörfer
wohl mit Recht einen Schluss auf die Existenz des Regensburgischen
Handels nach Venedig bereits in jener Zeit.
Erst im 14, Jahrhundert tauchen dann Personen auf, die als
Vertreter dieser Beziehungen erscheinen: zuerst meist nur mit Vor-
namen^) genannt, da die Familien- und Geschlechternamen erst später
üblich werden. Da finden wir nun folgende erwähnt:
1 322 einen Conradus, einen Otto, einen Andreas und einen Mari-
nellus, die vielleicht in einer Gesellschaft vereinigt waren ^);
1330 Berthold Sinzenhofer ^) ;
1331 und 1341 einen Leopardus*);
1342 einen Georgius und Johannes ^) ;
1343 einen Altemannus ^^) und einen Conradus ^^);
1345 Wolfhard Stral und Ulrich Vallei^^);
zwischen 1345 und 1354 Weymar Davit ^^);
zwischen 1355 und 1388 Markus Prunnhofer und Franziskus
Furtrer ^*).
') Gemeiner, C. Th., Ueber den Ursprung der Stadt Regensburg S. 49
Anm. 74; cf. Erdmannsdörfer, De commercio etc. p. 12. — ^) Gemeiner, Regens-
burgische Chronik Bd. II S. 205 Anm.; cf. Heyd, Hist. Zeitschr. S. 203. —
') Hierüber , sowie über Streitigkeiten , die daraus entsprangen , siehe weiter
unten. — *) cf. oben S. 6. — *) Ich lasse hier im 14. Jahrh. die lateinische
Form, da die entsprechende deutsche öfters ungewiss ist. — *') Bd. I Nr. 69. —
') ebda. Nr. 86. — ") ebda. Nr. 88—89, 799. -- ») ebda. Nr. 801. - '") ebda.
Nr. 804. — ") ebda. Nr. 805. - '^) ebda. Nr. 110. - ^^) ebda. Nr. 124. —
'*) ebda. Nr. 257.
48 Geschichtliclies.
Ausserdem gedenkt Gemeiner noch zu folgenden Jahren dieses
14. Jahrhunderts des Handels mit Venedig: 1359^), in welchem
Warnungsbriefe auf alle Strassen , darunter auch nach Venedig,
wegen verschiedener Fehden abgeschickt wurden; 13G2 ^) Aufhaltung
der aus Venedig kommenden Fuhrleute und Wegnahme aller Güter,
die den Regensburgern gehörten^ durch Herzog Meinhard von Tirol;
1364^): der Rat lässt sich von Herzog Stephan von Bayern eine
Verschreibung ertheilen, dass „die Güter der Regensburger Kauf-
leute in dem Krieg mit den Herzogen von 0 esterreich die Strasse
von Venedig her mit aller trockner Kaufmannschaft und mit Vastmus,
mit Malvasier und mit Chriechel durch Ober- und Niederbayern sicher
und unbesorgt fahren könnten"; 1386^): , blühender Handel noch nach
Venedig"; 1391^): „der Pfleger (Pfalzgraf Ruprechts des Jüngeren
von Bayern?) Seitz Puchberger nimmt dem Kaufmann Zierenschaub
auf der Strasse von Landshut all sein von Venedig mit sich geführtes
Gut weg." Zwischen 1376 und 1400 zur Regierungszeit König
Wenzels werden Matthäus Rantinger und Franz Putreich aus
Regensburg in Venedig erwähnt *").
Ebenso wie im 14. dauerten im 15. Jahrhundert Handel und —
Plackereien fort. So berichtet Gemeiner zum Jahre 1409 von der
Unsicherheit der Strasse gen Venedig ^). „Im Jahre 1457 nöthigten
die Herzoge Albrecht und Ludwig von Landshut die Handelsleute
von Regensburg, ein neues ungewöhnliches Geleit zu lösen, sobald
sie Venedigisches und anderes beschlagenes Gut geführt" ^). Die
Regelmässigkeit dieses Handelsverkehrs in dieser Zeit geht aber
besonders daraus hervor, dass im Jahre 1464 unter dar Amtsführung
Lucas Pfisters (Kamrer in der 1. Hälfte) und Erasmus Trainers
(Kamrer in der 2. Hälfte bis Michaelis) und Leonhard Grafenreuters
(Schultheiss) „zum Bau der Pulten (volta, Gewölbe) im Deutschen
Hause zu Venedig acht ungrische Dukaten angewiesen und auch
Bettgewand nach Venedig Übermacht wurde" ^).
An Namen begegnen aus dem 15. Jahrhundert:
1403 eine Wittwe Katharina Krähberger mit ihren Söhnen Ulrich'
und Jakob, die von ihrem Gatten noch eine in Venedig einzu-
kassirende Schuld erhalten hatte ^'^);
1476 Andreas Feldner i^);
1483 und 1486 Thomas Curth oder Curtus (Kurz?) — vielleicht
derselbe, der bereits 1468 genannt wird^^) — der im Jahre
1483 mit einer Schuldenlast von 6200 Dukaten in Venedig
fallirte^s).
Vielleicht waren auch die
1) Chronik II, 108. - ') ebda. II, 123. - ^) ebda. II, 133; cf. oben
Bd. I Nr. 202. — *) Chronik II, 228. — ^) ebda. II, 280. — ^) cf. Heyd, Hist.
Zeitsehr. a. a. 0. S. 208 ; cf. später unten. — ') Gemeiner II, 388. — **) ebda.
III, 266. — ») ebda. III, 389. — '") s. Bd. I Nr. 284. - '') ebda. Nr. 539, 542,
543. - 12) ebda. Nr. 512. — ^^) ebda. Nr. 561, 571, 573.
Geschichtliches. 49
1483 erwähnten ^) Johannes Limpech und Johannes Zodoler Regens-
burger, da in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Wolf-
gang Lympeck in Regensburg erwähnt wird ^) ;
1487 wird ein Juwelenhändler Justus aus Regensburg als Zeuge
in Venedig genannt^).
Ausserdem erscheint ein Konrad Gruber ohne weitere Be-
zeichnung und ohne Jahreszahl, ein Johannes Speringer, „Bürger"
von Regensburg (gestorben 1450), und ein Stephan Landolt von
Regensburg (gestorben 1471), der als (venetianischer?) ,tabellio'
bezeichnet ist, unter den in Venedig bestatteten Deutschen*^). —
Gehen wir von Regensburg die Donau hinab, so ist zunächst
Passau zu erwähnen, über dessen Handel nach Venedig bis jetzt
freilich nur wenige Notizen vorliegen.
Ausser der immerhin nicht unwichtigen Erwähnung der Kauf-
leute aus Passau 1375^), welche für den Weg über Latisana nach
Venedig eintraten, ist mir nur ein hierauf bezügliches Aktenstück
vom 3. Dezember 1490 bekannt ^) : ein Schreiben des Dogen Augustinus
Barbadico an den Bischof (Christophorus) von Passau, worin diesem
der Venetianer Johannes Belforte empfohlen wird, der in Passau
Schulden einkassieren will. —
Wir gelangen dann weiter zu den österreichischen Städten
Linz, Enns, Steyr, Wels u. s. w., an deren Spitze wir füglich
Wien stellen.
Schwerlich viel später als die Regensburger werden diese Städte
den Weg nach Venedig gefunden und ,bebaut' haben. „Kaufleute
von Venedig, die nach 0 esterreich kamen, werden in einer Urkunde
genannt, welche Herzog Friedrich der Streitbare 1244 den Bürgern
von Neustadt verliehen hat" ''). „Dann," klagt Kurz weiter, „schwei-
gen die Urkunden langer als hundert Jahre von dem Handel nach
Venedig; und machen sie in der Folge von ihm wieder eine Er-
wähnung, so geschieht dies nur eines Streites halber, welchen die
Wiener zur Einschränkung des freien Handels der Bürger von
Pettau angefangen und siegreich ausgefochten haben. Die letzteren
behaupteten nämlich das Recht zu besitzen, über den Karst nach
Venedig Handel zu treiben. Da die Bürger von Linz, Enns, Steyr,
Wels, Freystadt, wie auch die Wiener auf Befragen des Herzogs
Albrecht dieses Recht bestritten, entschied derselbe im Jahre 1368
gegen die Pettauer ^). — Doch gab es schon etwas früher, in den
50er und 60er Jahren, über den Weg nach Venedig Streitigkeiten
zwischen den Wienern und den Kaufleuten anderer Städte ^), wobei
die Wiener von den österreichischen Herzögen wiederholt begünstigt
') s. Bd. I Nr. .559. — ^) s. Verhandlungen des historischen Vereins von
Obei-pfalz Bd. XXXVIT S. 231. — ^) s. Bd. I Nr. 577. - ") bestattet in S. Giovanni
e Paolo, cf. später bei den Grabschriften. — *) s. Bd. I Nr. 231. — ®) s. Monumenta
Boica tom. XXXI p. 052. — ') Kurz, Oesterreichs Handel in älteren Zeiten
S. 187. — ") ebda. S. 35. - *) s. Weiss, Geschichte der Stadt Wien 2. Aufl. 1881
Bd. I S. 416 ff.
4
50 Geschichtliches.
wurden, indem ihnen z. B. 1351 und 1361 verstattei wwrdeT die
Strasse über „die Zeiring" in Steiermark nach Venedig und jene nach
Laibach mit ihren Pflegern zu besetzen und die Waaren derjenigen
jiKaiufleute zu konfisziren, welchen die Benützung dieser Strasse yer-
, boten war. Im Jahre 1362 dürfen sie einen Pfleger in Yenzone
.oder Peuscheldorf aufstellen zur Ueberwachung, damit kein Kauf-
mann nach Venedig auf einer anderen als der von den Wienern
benutzten Strasse über den Semmering fahre. Und zur Bestreitung
der Kosten dieser Aufsicht hatten sie seit Rudolf IV. das Recht.
<von den Kaufleuten zu Wiener-Neustadt, Judenburg, Friesacb und
AViUach für jeden nach Venedig fahrenden und von dort kommenden
\Wagen 32 Pfennige einzuheben — ein Recht, das ihnen Albrecht IIL
am .5. Oktober 1366 bestätigte" ^).
.^Ebensowenig erfreulich," iahrt Kurz fort^), „für die Beför-
dernswag des Handels nach Venedig waren die späteren Verordnungen
unserer Herzoge," Und er erinnert an die wiederholten Befehle^
dass es Niemandem, als nur den Bürgern gewisser privilegirter Städte
i(Wiip4 wenigen Begünstigten, die „ein eigenes Befugniss" erhielten,,
.gestattet werden sollte, nach Venedig zu handeln. „Waruna verbot
man .denn nähere und für verschiedene Gegenden sehr gelegene
^Strassen und nöthigte sie, mit Zeitverlust und grösserem Kosten-
aufwand weite Umwege zu machen?" Um eben einzelnen Städten
alle die aus solchem Strassenzwang entspringenden Lokal- Vortheile
zuzuwenden! So erhielten die Bürger von Steyr im Jahre 1370 von
Herzog Albrecht die Aufsicht darüber, dass venetianische Waaren
jiicht auf verbotenen Strassen über den Pyrn, über Rastadt oder durch
:3,ndere Orte, sondern allein über Zeyring eingeführt würden^).
IJ^nen zu lielj wurde 1410 den Kirchdorfern der „Vorkauf und die
Verführung" venetianischer Waaren über Zeyring und überhaupt auf
allen Strassen, sowie auch des Eisens über die Burchau und über
den Pyrn bei Strafe der Konfiskation verboten. Den Bürgern der
^tadt Waidhofen war schon 1372 und wurde dann in den Jahren
1443 und 1460 der Handel nach Venedig nur mit der Einschränkung
verstattet, dass sie nicht mehr nach Hause bringen durften, als ihr
eigener Bedarf erforderte. Erst im Jahre 1501 wurde ihnen der
Handel mit venetianischen Waaren innerhalb eines Bezirkes von drei
Meilen erlaubt"^).
Zu Gunsten der Wiener verbot Herzog Albrecht im Jahre
1386 und 1389 neuerdings den Kaufleuten, die nach Venedig Handel
trieben, sich der Strasse über den Karst und nach Pettau zu bedienen,
und befahl, dass sie sowohl hinein nach Venedig als auch von dort-
her zurück nach 0 esterreich über den Semmering und durch Villach
reisen sollten. Nur den oben genannten Städten Linz, Enns, Steyr,
1) Weiss a. a. 0. — 2) a. a. 0. S. 187. — ') Kurz S. 53; cf. Urkunden-
buch des Landes ob der Enns Bd. VIII Nr. 501, 508, 628. — *) Kurz S. 54,
55. 58; cf. Urkundenbuch des Landes ob der Enns Bd. VIII Nr. 627.
Geschichtliches. 51
Wels, Freystadt war vermöge früherer Privilegien der Weg über
die Zeyring erlaubt^) — , lauter Massregeln, " urtheilt Kurz ^), „die
dem Staat nichts eintrugen, den Handel nach Venedig erschwerten
und nur darauf ausgingen, einige Stapelstädte, nämlich Wien, Steyr
und Enns auf Kosten Anderer zu bereichern." „Anstatt die öster-
reichischen Unterthanen auf alle mögliche Weise aufzumuntern, die
einheimischen Erzeugnisse in's Ausland und vorzüglich nach Venedig
zu verführen, wohin für ausländische Waaren jährlich grosse Suramen
Geldes aus unseren Provinzen wanderten, hielt man sie vielmehr
durch unkluge Verbote davon ab" ^). Den Bürgern von Krems
und Stein wurde der Handel mit Venedig erst am 30. Dezember
1462 von Kaiser Friedrich HL als Belohnung für die ihm gegen
die aufständischen Wiener geleisteten Dienste verstattet '*^).
Höchst sonderbar ist auch die Grenze, welche betreffs des
venetianischen Handels zwischen Krämern und Kaufleuten in Wien
gezogen war oder wenigstens im Jahre 1432 durch eine Verordnung
Herzog Albrechts gezogen wurde. Nach derselben durften die Krämer,
d. h. die Handelsleute, welche Waaren im Kleinen nach der Elle
und nach dem Pfunde verkauften, nicht selbst nach Venedig fahren,
reiten oder Jemand um Waaren dahin schicken. Was sie von
venetianischen Waaren, die ihijen zu verkaufen erlaubt waren, nöthig
hatten, mussten sie von den privilegirten Kaufleuten (Grosshändlern)
in Wien einhandeln. Wollte ein Krämer selbst nach Venedig fahren
und sich dort Waaren einkaufen, so musste er aus der Krämerzunft
austreten, ein Kaufmann werden und auf die Kramerei Verzicht thun.
Ebenso musste der Kaufmann, der nicht nach Venedig reisen und
sich mit dem Kleinhandel abgeben wollte, die Kaufmannschaft auf-
geben und ein Krämer werden^). »Die nothwendige Folge davon
war eine Vertheuerung dieser ausländischen Bedürfnisse, welche durch
das Monopolium der Grosshändler erzeugt wurde. Das Unschickliche
dieser Handelsverordnung erregte endlich eine so grosse Unzufrieden-
heit und so laute Klagen, dass sich Herzog Albrecht bewogen fand,
den Krämern 1435 die Befugniss einzuräumen, selbst nach Venedig
zu reisen und sich von dorther ihre Waaren kommen zu lassen" '').
Die Ueberlieferung von Namen Wiener, mit Venedig handelnder,
Kaufleute beginnt erst im 14. Jahrhundert und zwar im Jahre
1301 mit einem gewissen Henghelprettus (Engelbrecht?) und Fri-
dericus '^) ; dann folgt
1313 ein Conradus, der auch 1316 und 1329 genannt wird ^). Im
nämlichen Jahre
1316 und dann 1319 erscheint ein Henricus ^), vielleicht derselbe,
der in einer anderen Urkunde vom Jahre 1319 Henricus Sandoli
genannt wird ^"). Es folgen
') Kurz S. 35, :W. - ^) ebda. S. 188. — '') ebda. S. 189. — ') cf. Chmel,
Regenten Friedrichs III. S. 398 Nr. 3959. — ') Kurz S. 105. — *) ebda. S. 188.
— ') Bd. 1 Nr. 16. — '') ebda. Nr. 37, 42, 85. - ») ebda. Nr. 46, 56. -
^") cf. später bei den Urkunden zum , Anhang".
52 Geschichtliches.
1322 ein Christian i) ;
1339 ein Nicolaus ^), vielleicht identisch mit dem 1359 genannten
der in Venedig stirbt ^) und über dessen Hinterlassenschaft, wie
besonders über die des Johannes Schraanzer (Smanzarius) ^) aus
den Jahren 1360 — 1362 mehrere Schriftstücke überliefert sind,
die zwischen Venedig und den österreichischen Herzogen u. s. w.
gewechselt wurden^). Weiter werden genannt
1367 ein Henichinus mit seinem Diener (oder Geschäftsführer)
Nicolaus und als seine Mandatare ein Fridericus , Sohn eines
Martinus, und ein Thomas (1368) *");
1368 ein anderer (oder derselbe?) Nicolaus ^);
1376 Konrad Gensceler^);
1390 und 1391 Heinrich und Johannes Rock (Rochus)^);
1391 ein Martinus Teraza^*^), ferner ein Bofardus (Wulfhard) und
ein Stephanus ^ ^) ;
1403 ein Henricus^^);
1418 Matthäus Bister 13);
1430 Nicolaus Fenaver (Vanaver) und (vorher) Nicolaus Granata '^'^);
1432 Simon Putel und Ulrich Carner, Theilhaber der Handels-
gesellschaft ,Subelbissar' 1°);
1438 und 1440 Heinrich Haiden (Enricus Paganus) ^ ^) ;
1447, 1461, 1463 und 1469 Simon Putel oder Puotel (Poetl)i^),
derselbe, der schon 1432 genannt worden;
1463 ferner und 1469 Ulrich (oder Heinrich) Perman^^) und
Christoph (oder Christian) Chorinfail (Karnfail) ^^) (Stiefsohn und
Neife Simon Puotels);
1469 ausserdem noch Heinrich Carner ^'^).
Ob der 1476 erwähnte Marcus Carne^^) ebenfalls ein Wiener
und aus demselben Geschlechte, wie der ebengenannte Heinrich
Carner oder vielleicht aus Laibach gewesen ist, muss dahingestellt
bleiben ; ebenso ob der 1488 genannte Busfardo Cronier da Jenum^^)
1
^) Bd. I Nr. 68. — ^) ebda. Nr. 794. — ^) I libri Commemoriali (Regesti von
Predelli in den Monumenti der Deputazione Veneta) lib.VI no. 154. — ^) Nach Lazius,
Wienerische Chronik (Deutsche Ausg. v. 1619) Buch IV S. 39 war ein Joh. Smanzarius
in den Jahren 1357 — 59 Stadtrichter in Wien. — ^) Commem. lib. VI no. 154,
155, 167, 211; 190, 192, 194, 196, 199, 221, 232, 286, 309, 352, 353 354; cf. Bd. 1
Nr. 182 u. 184. — ^) Commem. lib. VII no. 385 u. 386, wo ein auf jenen Thomas
bezüglicher Passus fehlt. - ') Bd. I Nr. 216. — ') ebda. Nr. 237. - «) ebda.
Nr. 263-265; cf. Lazius a. a. 0. IV, 17. — ">) Bd. I Nr. 264. — ") ebda. Nr. 266.
- 1-) ebda. Nr. 815. - '=*) ebda. Nr. 820. - '*) ebda. Nr. 821. - '^) ebda.
Nr. 390; cf. Anm. 17. — >") cf. Lazius a. a. 0. IV, 22 und oben Bd. I Nr. 416,
420. — ") Bd. I Nr. 423, 492, 495; cf. Birk, Urkundenauszüge zur Gesch. Fried-
rich's III. in den Jahren 1452 — 1467 im Archiv für Kunde Österreich. Geschichts-
quellen Bd. XI S. 161 Nr. XV ad a. 1463; Wiener Copey-Buch in den Fontes
Rer. Austr. Abth. II Bd. VII S. 206 und Lazius a. a. 0. IV, 17. — '«) Lazius
a. a. 0. IV, 20. - '^) Bd. I Nr. 495, 513 (cf. 574); s. Archiv f. K. ö. G. Bd. XI S. 162
Nr. XVI. — 20) ebda. Nr. 513. — "'') ebda. Nr. 544. — ^^) ebda. Nr. 581;
Jenum statt Vienna? oder = Jenua, Janua, Genf?
Geschichtliches. 53
vielleicht ein Glied der Wiener Familie Chronp erger i) oder etwa
ein Genfer gewesen ist.
Aus den übrigen oben erwähnten österreichischen Städten finden
sich nur wenige Theilnehmer mit Namen genannt. Aus Enns war
wohl der 1390^) genannte Peter Gramer (Croma); wenigstens war
ein Mann gleichen Namens 1384 und 1386 daselbst Stadtrichter ^).
Aus Ips werden ein Henricus und ein Guarnerius (Werner)
zum Jahre 1342 genannt*).
Gehen wir von Wien südwärts, so gelangen wir zunächst nach
Neustadt, noch im Herzogthum Oesterreich, von wo ein ,Rodulfus
super Foncam' im Jahre 1376 als mit Venedig in Handelsverbindung
stehend erwähnt wird''), und weiter dann nach Steiermark.
Hier erscheint namentlich die Stadt Judenburg an diesem
Handel betheiligt. Wir finden von dort im Jahre 1432 einen
Roschof und einen Leonardus, die wenigstens in Conegliano Geschäfte
trieben •"), erwähnt; und aus einer späteren Urkunde vom Jahre 1484
ersehen wir, dass die Stadt oder eine Handelsgesellschaft im Fondaco
eine eigene Kammer für ihre Angehörigen inne hatte oder richtiger
inne gehabt hatte , da , wie es ebendaselbst heisst , seit mehreren
Jahren Niemand mehr von Judenburg nach Venedig gekommen war,
weshalb die Kammer provisorisch anderweitig vergeben wurde '^).
Dass die Stadt Pettau in Steiermark mit Venedig in Handels-
beziehung stand, geht aus dem oben angeführten Streit mit den
Wienern in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts hervor; Namen
sind uns hier nicht überliefert. —
In sehr regem Handelsverkehr mit Venedig standen dann,
schon in Folge ihrer geographischen Lage, die beiden Landschaften
Kärnthen und Krain. Von den kärnthnerischen Städten mögen
wohl alle: Friesach, Gmünd, Spital, Villach, St. Veit, Klagenfurt,
Völkermarkt mehr oder minder an diesem Handel betheiligt gewesen
sein^). Friesach war um die Mitte des 15. Jahrhunderts Nieder-
lagsstätte der venetianischen Waaren, welche nach einem Erlass
Kaiser Friedrichs HL vom 30. Oktober 1458 „hinfür zu ewigen
Zeiten daselbs beleiben und nicht gen dem Neuenmarkt gelegt
werden sollte" ^). Namentlich aufgeführt finden wir:
1318 einen Nicolaus aus Friesach'"); ferner aus Villach:
1316 einen Gimeterius (Gimbert?) ^');
1332 einen Nicolaus de Oseleto^^);
1345 einen Dyatrichus (Dietrich) und Albertus ^^);
1376 einen Conradus^^);
1377 einen AdamitC; Martinus, Georgius und Petrus ^^).
') Lazius a. a. 0. IV, 22. — "") Bd. I Nr. 263. — ^) s. Oberleitner, Die Stadt Enns
im Mittelalter im Archiv f. K. ö. G. Bd. XXVII S. 60. — ") Bd. I Nr. 802. — *) ebda.
Nr. 236. — ") ebda. Nr. 391. - ^) ebda. Nr. .568. — ^) s. Ankershofen, Handbuch der
Gesch. von Kämthen II. Abth. Bd. I S. 550 — 559 u. Aelschker, Gesch. Kärnthens (1885)
Bd. I S. 778 ff. — *•) Chmel, Regesten Nr. 3648 ad 1458. - ^o) Bd. I Nr. 54. — ' ') ebda.
Nr. 48.— '2) ebda. Nr. 782. — ") ebda. Nr. 109. - »') ebda. Nr. 234. — '^) ebda. Nr. 289.
54
Geschichtliches.
Für die Regsamkeit des Verkehrs zwischen diesefr Stadt (Villach) im
Venedig spricht auch der Umstand, dass ihrer mehrmals im Capi-
tolare dei Visdomini ausdrücklich gedacht wird : so zum Jahre
1337 0, 1494 und 1495 2).
Ausserdem werden Kauf leute aus Kärnthen im Allgemeinen 1322
erwähnt^). Nicht ersichtlich ist, woher jener Hans und sein Sohn
Niklas Kaltenhauser waren, denen 1492 (7. Juni) auf 5 Jahre aus-
schliesslich der freie Handel mit Vitriol, „so man nennt Kupfer-
wasser" , aus Kärnthen nach Venedig gegen die jährliche Abgabe
von 100 fl. rheinisch verliehen wurde ^). —
Von Krain dürfte wohl die Hauptstadt Laibach (Lubiana)
hier besonders in Betracht kommen. Nach dem, was wir oben über
die Urkunde vom 5. September 1418 bemerkt haben''), mag es
füglich bezweifelt werden, ob die Stadt schon vor diesem Jahre
direkt und selbständig Handel mit Venedig trieb. Unter den in
unseren Urkunden vorkommenden Kaufleuten sind vielleicht aus
Laibach: der
1475 genannte Georg Ciler (Ziller ?)") und .
1476 Marcus Garne (Kharner?').
Ein Larius aus Krain, der aber nur als Krämer bezeichnet
ist, wird 1356 erwähnt*). —
Sehr eifrig und alt war gewiss dann weiter der Handelsverkehr
zwischen Friaul und Venedig. Aber freilich war Friaul daran wohl
mehr nur passiv betheiligt, da Venedig wegen der Nähe selbst aktiv
auftrat. Dies geht schon aus den verschiedenen Handelsverträgen
vom Jahre 1206, 1222, 1248 u. s. w. hervor, welche Venedig mit
dem Patriarchenstaat , abschloss ^). Gab es doch in Venedig einen
eigenen Consul (vicedominus) , der über die Aufrechthaltung der
Rechte der Republik und der Venetianer im Patriarchate zu
wachen, Klagen wider Venetianer zu entscheiden und für Venetianer
zu führen hatte. In vmseren Urkunden wird sehr früh, 1225, der
Kaufleute aus Pordenone gedacht, die mit Venetianern in Geschäfts-
verbindung standen ^''). Dann werden namentlich aufgeführt aus
Cividale:
1362 ein Benvenuta ^0;
1469 Ludwig Pigliolii2);
1494 ein Mianus (?) mit seinen Söhnen Johannes und PauP^);
1497 ein Emilianus (wohl identisch mit dem vorhergehenden)^^);
1414 ein Antonius, Sohn eines Daniel^''), aus Venzone. —
1
') pag. 42 cap. 116. — -) pag. 273 u. 275 cap. 38 u. 40; cf. Ankershofen
und Aelschker a. a. 0. — ') Bd. T Nr. 67. — *) Muchar, Urkunden-Regesten für die
Gesch. Inner-Oesterreichs 1312—1500 im Archiv f. K. österr. Gesch. Bd. II S. 495
Nr. 424. - *) cf. S. 42. — *) Bd. I Nr. 540. Ein Christoph Ziller war 1438—1439 Stadt-
richter in Laibach; s. Dimitz, Gesch. Krains 1, 301. — ') Bd. I Nr. 544; s. Archiv
für Krain I, 110. — *) Bd 1. Nr. 162. — ') s. J. v. Zahn, Friaulische Studien im Archiv
für österr. Gesch. Bd. LVIT S. 354 ff. — '") Bd. I Nr. 1. — '») ebda. Nr. 194. -
.'2) ebda. Nr. 514. — '^) ebda. Nr. 595. — '*) ebda. Nr. 602. — ''') ebda. Nr. 317.
Geschichtliches. 55
Dasselbe wie von Friaul gilt wohl auch von Tirol. Wenig-
stens fehlt es hier, soweit ich sehe, fast ganz an Nachrichten über
direkten Verkehr mit Venedig aus dieser Zeit — ein Nicolaus aus
Bruneck (?) ist der einzige , der aus unseren Urkunden hier zum
Jahre 1334 zu nennen ist^) — , während wir andererseits z. B.
wissen, dass die ersten, welche sich bei Herzog Sigmund um die
Erlaubniss meldeten, Alaun in der Grafschaft Tirol zu suchen und
zu bauen, zwei Venetianer — Pilgrin Vittori und sein Sohn Marcus —
waren, denen 1461 ein Privilegium hierüber ertheilt wurde ^). Eifrig
wurde Tirol auf dem Wege nach Flandern und Frankreich von den
dahin ziehenden Venetianern besucht^). —
Wir gehen zu dem benachbarten Salzburger Land über.
Die Salzburger haben wohl auch schon ziemlich früh den Weg nach
Venedig gefunden und, wie auch aus unseren Urkunden erhellt,
ziemlich eifrig an dem Handel dahin direkt Theil genommen.
L. Hübner in seiner Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen
Haupt- und Residenzstadt Salzburg *) leitet gerade von diesem Handel
den blühenden Zustand der Stadt am Anfang des 14. Jahrhunderts
ab, der sie in den Stand gesetzt, dem Kaiser und anderen Fürsten
in Kriegszeiten Geld zu borgen u. s. w. Wir finden von dort erwähnt:
1328 einen Conradus^);
1340 einen Petrus*^);
1341 einen Henricus^);
1409 Ulrich Samer, der „für das Bürgerspital in Salzburg eine
jährliche Dotation aus den Fonden stiftete, die er bei der
Commune Venedigs liegen hatte" ^), und im nämlichen Jahre
1419 Johannes Hoder^);
1429 Ulrich Elsenhaimer, , wahrscheinlich am lebhaften Speditions-
handel von Venedig her theilnehmend" ^^);
1445 Michel Stumpf und Bartholomaeus Tartafer (P)^^);
vor 1449 wohl auch Leonhard Podmayr^^);
gegen Ende des 15. Jahrhunderts aber besonders die Familie
Käser oder Kaserer, über deren namentlich durch den Kaufmann
Stephan Käser oder Kaserer mit Venedig unterhaltene Handels-
beziehungen Zeugnisse aus den Jahren 1499^^), 1501^*) (und
1508^'') vorliegen.
^) s. Bd. I Nr. 786. — ^) s. Alb. Jäger, Beiträge zur tirolisch-salzburgischen
Bergwerksgeschichte im Archiv für österr. Gesch. Bd. LIII S. 348. — ') Bd. I Nr. 25,
27, 28, 386. — ") Theil I (1792) S. 37. - ^) Bd. I Nr. 80. — ") ebda. Nr. 796. —
') ebda. Nr. 798. — *) ebda. Nr. 297 ; cf. Spatzenegger, Beiträge zur Geschichte
der Pfarr- oder Franziskanerkirche in Salzburg in den Mittheilungen der Gesell-
schaft für Salzburger Landeskunde Bd. IX S. 21 und Zillner, Gesch. der Stadt
Salzburg (1885) I, 347. - ») Erdmannsdöi-fFer, De commercio p. 31. — '°) -T. E.
V. Koch-Stemfeld, ,Die Elsenhaimer" im Oberbayerischen Ai-chiv Bd. Y S. 184. —
") Chrael, Regesten Friedrich IV. Nr. 1982. — ^^) cf. A. v. Scheurl in den
Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg Heft 5 S. 15. —
'*) Spatzenegger a. a. 0. — ^*) s. Bd. 1 Nr. 615, wo ,Stefano Caiserer* als
Gläubiger genannt ist; im gleichen Jahre und vorher schon war er Consul der
deutschen Kauf leute in Venedig ; cf. später die Consuln-Liste. — '*) s. Bd. I Nr. 653.
56 Geschichtliches.
Ferner gehört hieher aus der Zahl der in Venedig bestatteten
Deutschen der 1459 oder 14G9 verstorbene Friedrich Tunckel (Tun-
chel) ^); 1475 starb ebendaselbst aus Salzburg Michael Holczhauser^).
1480 (6. Dez.) verlieh Friedrich III. der Stadt das Privileg,
„auf der Donau mit Venedigischer Wahr in 0 esterreich Kaufmann-
schaft zu treiben"^).
Aus dem Salzburger Land finden wir ferner 1343 einen Conradus
aus Radstadt*). —
Wir wenden uns nun von Salzburg westlich nach dem eigent-
lichen Herzogthum Baiern, dessen Haupthandelsplatz Regens-
burg wir schon oben behandelt haben. Daneben finden wir noch
München und Landshut in direktem Verkehr mit Venedig,
obgleich freilich nicht zu verkennen ist, dass derselbe nur ein
massige» gewesen sein dürfte. Im Jahre 1331 werden einem Hen-
ricus von München^) und 1337 einem Friedrich Rabenskopf von
Landshut Waaren auf dem Wege von Venedig heraus geraubt^).
Bei der Schlussverhandlung über die Entschädigung des Letzteren,
welche im Fondaco selbst stattfand, wird ausser den Söhnen des
Beraubten, Berthold und Hermann, noch ein Münchener Richard,
Sohn eines Conrad, unter den Zeugen aufgeführt. 1333 wird ein
Ulrich von München in Venedig erwähnt, der aber vielleicht nur
ein Sensal war '). Weiter lesen wir, wie im Anfang der 70er Jahre
des 14. Jahrhunderts (vor 1373) Hermann Pütrich in Belluno eine
Quantität Eisen als Guthaben erhalten hat, welches nach seinem
Tode (1373) seine Schwiegersöhne Heinrich Diener und Peter Gross
nunmehr im März 1375 nach Venedig schaffen lassen wollen und
dürfen, um es da zu verkaufen ^). Und endlich hören wir — dies
sei mehr nur der Vollständigkeit halber angeführt — , dass Gabriel
Angler in den Jahren 1434 und 1435 „Varb und Lasur" in Venedig
gekauft hat zu seinem „Werk" in der Lieb-Frauenkirche Münchens ^).
Aus Niederbaiern ist vielleicht noch die Straubinger Gegend,
das Pflegamt Mittervells, anzuführen, wo 1429 ein Heintz Murr,
Vetter eines Peter Schweinfurter, mit Venedig in direkter Handels-
verbindung gestanden zu haben scheint ^*^).
Andere Notizen beziehen sich dann auf den Verkehr der
Venetianer in Baiern, welches sie auf dem Wege nach Flandern
u. s. w. in früherer Zeit, z. B. im 14. Jahrhundert, häufig passirten.
Im Jahre 1 340 (März) erlaubte Kaiser Ludwig IV. Venetianer Kauf-
^) bestattet in S. Giovanni e Paolo; cf. später bei den Grabschriften. —
■■') Walz, Die Grabdenkmäler von St. Peter und Nonnberg zu Salzburg (Beigabe
zu den Mittheilungen etc. 1867) S. 466. — ^) Mittheil, der Gesellschaft für Salz-
burger Landeskunde Bd. V S. 200. - ") Bd. 1 Nr. 104. - *) ebda. Nr. 88, 89 ;
vielleicht ein Sohn dieses Henri cus ist der Sensal im Fondaco Marcus, der am
14. Juli 1358 das Bürgerrecht in Venedig nach ISjährigem Aufenthalt erhält;
s. Comniem. lib. VI no. 28. — ^) Commem. Hb, III no. 396, 398, 412, 413, 414:
s. Riezler, Gesch. Baierns Bd. II S. 526. — ') s. Bd. I Nr. 785. — «) ebda. Nr. 226
u. 227. — ^) Monumenta Boica vol. XX p. 264 u. 267. — '") s. Bd. I Nr. 354.
Geschichtliches. 57
leuten, 200 Waarenballen von Venedig aus durch seine Länder über
München zollfrei nach Brügge zu führen ^). Ob Ludwig wirklich,
wie Wolf meint ^), auf diese Weise den levantinischen Handel nach
München und durch München zu ziehen beabsichtigte, mag dahin-
gestellt bleiben. München begegnet uns dann aber auch öfter in
unseren Urkunden als Station der Venetianer auf dem Wege von
oder nach Flandern ^). Von einer gewissen Intimität der gegen-
seitigen Beziehungen zeugt es jedenfalls, wenn wir hören, dass im
Jahre 1365 Wilhelm Ligsalz (der in diesem Jahre dem äusseren
Rathe der Stadt angehörte) ^) , von der venetianischen Regierung
als ,hospesS als „Geschäftsfreund" (?) der venetianischen Kaufleute
bezeichnet wird ^), der es sich, wie auch die Stadtgemeinde selbst,
sehr angelegen sein lässt, Strassenräuber, die sich an venetianischen
Kauf leuten vergrij0Fen hatten, zur Rechenschaft zu ziehen, ja sogar
sie hinterlistig aus dem Wege räumen zu lassen sich bereit zeigt!
Im Ganzen musste freilich der Handelsverkehr zwischen Baiern und
Venedig unter der Rivalität und Konkurrenz der schwäbischen
Städte empfindlich leiden.
Unter diesen steht natürlich voran Augsburg.
Wenn auch die oben^) citirte Behauptung, dass die Augsburger
bereits im 12. Jahrhundert ihre Waaren über Villach nach Venedig
gesandt, urkundlich sich vorerst nicht begründen lässt, so reicht
doch gewiss der Verkehr zwischen Augsburg und Venedig in eine
hohe Zeit, wenigstens in das 13. Jahrhundert zurück. Dies geht
unzweifelhaft aus dem ganzen Tenor jenes Aktenstückes vom
17. Oktober 1308 hervor*^), worin mit Rücksicht auf die alte
Freundschaft den Augsburger Kauf leuten Indemnität wegen Auf-
haltung venetianischer Waaren bei Füssen ertheilt und die Abschaffung
eines deshalb eingeführten neuen Strafzolles zugesichert wird. Alle
gegentheiligen Behauptungen eines Stetten, Fischer oder Hüll-
mann, dass der Handel Augsburgs nach Venedig erst später be-
gonnen habe, sind damit, wie schon Erdmannsdörfer bemerkt hat ''),
widerlegt und hinfällig. Uebrigens kann man hiefür auch ein noch
älteres urkundliches Zeugniss anführen: jene Vereinbarung des
Bischofs Hartmann von Augsburg mit den Bürgern der Stadt vom
(c.) 28. .Juli 1282 über einen neuen Zolltarif an der Wertach-
^) Jos. Heinr. "Wolf, Urkundliche Chronik von München Bd. I S. 606;
s. Riezler a. a. 0. JI, 526. Gg. Westermayer, Chronik der Burg und des Marktes
Tölz (1871) S. 167 ist geneigt anzunehmen, dass die Venetianer dabei die Wasser-
strasse der Isar benützten , weil die betreffende Urkunde im Kloster Schäftlarn
aufbewahrt wurde, das einst einen "Wasserzoll dort eingenommen. — ^) Bd. I
Nr. 192, 249—251. — ^) Monum. Boica Bd. XXXVb p. 116. - ") s. Bd. 1 Nr. 209;
ebenso 1366 bei Pelzel, Kaiser Karl IV. Bd. II Urkundenbuch S. 367 Nr. 332, wo
er für die Venetianer, welche in Böhmen vielleicht durch den auch in obiger
Urkunde genannten (Sbaicar) Smerther beraubt worden waren, die zurück-
kommenden "Waaren in Empfang nehmen soll. — '') S. 8. — *) Erdmannsdörfer.
De conimercio p. 15; cf. Bd. I Nr. 26. — ') Erdmannsdörfer 1. c. p. 14.
58 Geschichtliches.
brücke^), in welcher es wörtlich u. A. heisst: Ist aber ein ande:
Burger, der gen Venedic nicht vert u, s. w.
Als Träger dieser Verbindungen finden wir dann folgend
Augsburger genannt:
1328 Johannes Apothecarius (Hans der Apentecker, Appothecker) ^) ;
1338 ein Johannes, Sohn eines Bartholomäus, und Johannes Alchi-
maister ^) ;
1342 Berthold Winkler ^). Derselben Familie , darf man wohl
vermuthen, gehörte an und gleichfalls in Handelsbeziehung mit
Venedig stand der
1370 genannte Ulrich Winkler, der von seinem Neffen Sebastian
Rem den Auftrag erhalten hatte (zugleich mit dessen Neffen
Johannes Rem), das von dessen (des Sebastian Rem) verstor-
bener Gattin Thomasia Rem in Treviso hinterlassene Erbe
zu erheben^). Ob dieser Johannes Rem identisch ist mit dem
Ahnherrn des Lucas Rem, Hans Rem (geboren 2. Februar 1340),
der nach der Aussage Lucas Rem's gerade durch den Handel
mit Venedig, das Herausführen der „ersten BomwoU" reich
geworden ist*^), vermag ich nicht zu entscheiden. Weiter sind
aber zu nennen:
c. 1371 Johannes Buser und Heinrich Bach'');
(1388 nahmen Herzog Stephan von Baiern und Bischof Burkhart von
Augsburg „den von Augspurg 60 Fass Welschwein und 20 Ballen
zu Füssen weg, die waren herauss kommen von Venedig"**);
1393 zwei Brüder Marcus und Conradus^);
1413 Sigmund Gossenprot aus dem bekannten alten Geschlechte ^");
ferner zu demselben und dem folgenden Jahre Nicolaus Winter ^ ^),
Georg Tänndrich (Dendrich) ^^), Leonhard Pfister^^), Paul
Lang(en)i4);
1
1) Monum. Boica Bd. XXXIIIa S. 161. — -) Bd. I. Nr. 76-78, 81; 1317
Stadtpfleger; cf. Stetten, Geschichte der adeligen Geschlechter in Augsburg S. 49.
— ^) Als Zeugen erwähnt bei der oben erwähnten Schadenersatzverhandlung
zwischen der venetianischen Regierung und der Familie Rabenskopf. Com-
memoriali lib. III no. 414. — '') ibid. no. 576, 581. — ^) Sebastian Rem war
selbst ,hospes' (Wirth ?) in Treviso, heirathete nach dem Tode seiner Frau noch-
mals eine gewisse Lucia, welche nach dem Ableben des Sebastian ein Kind
gebar, dem von Seite jenes Johannes Rem das Erbe streitig gemacht wurde;
cf. später im Anhang und GreiiF in den Anmerkungen zu Lucas Rem 's Tagebuch
S. 80 Nr. 14. — ^) cf. Lucas Rem's Tagebuch, hrsg. von GreifF, S. 1. — ') Bd. I
Nr. 217, 218; der letztere war 1368 im Rath, s. Stetten, Gesch. der adeligen
Geschlechter S. 85 ; cf. Chroniken der deutschen Städte (hrgb. von der hiesigen
Histor. Commission), Augsburg, I, 133 und wird 1374 genannt in den Monum.
Boica Bd. XXXIII b p. 472. - «) Chroniken d. d. St., Augsburg, II, 39. — ') Bd. I
Nr. 275. - '") ebda. Nr. 308, 309; Stetten, Gesch. der adel. Geschl. S. 80: s. auch
Chroniken der deutschen Städte, Augsburg, Bd. II S. 349 ad a. 1416. — i') Bd. [
Nr. 309, 310, 316, 318; Stetten S. 62. - '^) Bd. I Nr. "308, 310, 312, 316;
Bürgermeister aus der Cramer-Zunft in Augsburg 1427 und 1429; Stetten S. 61. —
'») Bd. I Nr. 310, 316; Stetten S. 170; stirbt 1434, 25. Januar; cf. Prasch,
Epitaphia Augustana (1624) Bd. I S. 243. - '^) Bd. I Nr. 308-311, 316: 1426
Bürgermeister; Stetten S. 121.
Geschichtliches. 51^
1414 Ulrich Prun (Braun?) ^), der wenigstens nach Treviso
Handel trieb, wie vielleicht auch der dorthin zur Erhebung
von dessen Hinterlassenschaft gesandte Kraemser ^), der vielleicht
identisch ist mit dem um diese Zeit öfters genannten Jodocus
Kramer.
Dieser selbst erscheint bei uns unter dem Jahre 1420 ^) und
ist derselbe, zu dem Burkard Zink 1419 in die Lehre oder inV
Geschäft trat^).
Jakobi 1424 wird Zink von seinem Herren nach Venedig
geschickt, um Baumwolle zu kaufen '^), und von da an war Zink
ein häufiger Gast in der Lagunenstadt. Im Jahre 1430 musste
er im offiziellen Auftrage daselbst eine grössere Menge Sal-
peter einkaufen'^), imd im nächsten Jahre 1431 »füegt es sich . .
dass Peter Egen, den man seit nennt Peter von Argun, des
auch die wag, kain wegmeister hett; der schickt zu mir . . .
mit kurtz versprach ich mich zu im und ward sein Diener . ,
und ist zu wissen, dass er mir gen Venedig erlaubet zu reiten^
wann ich wolt, also rait ich alle jar auf das minst ainest
(einmal) oder zwirend (zweimal) gen Venedig" *^). Und er
verzeichnet dann selbst noch öfter, so zu den Jahren (1434)
1438, 1445, 1446, 1447, 1448 seine Reisen nach und von
Venedig ''). Aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts sind dann
noch zu erwähnen:
1415 Nicolaus Winter (cf. oben 1413) als Vertreter des Bürger-
meisters Lorenz Egen^) und Hans von Hoy, der einer Chronik
zufolge 1423 oder nach der Angabe des Clemens Sender 1455
in Folge einer verfehlten Woll-Spekulation fallirte ^) ;
1425 und 1429 (Ulrich Plattner und) Johannes Herwart, der
letztere in Verbindung mit Ulrich Artzt (?)^^);
1429 Ulrich Rehlingerii);
1431 Hans Endorffer der Aeltere^^);
1437 die Warruss und die Mutting^^) und ein Johannes Mau-
rinus (?) ^*);
1441 Lorenz Welser ^^);
(1458 Hermann Ramung^*^), Martin Lauginger ^ '') ;
') Bd. 1 Nr. 314. — ') ebda. Nr. 326. — *) Chroniken etc., Augsburg, Bd. TI
S. 128 „er treib kaufmannschaft", sagt Zink von ihm, „mit gefiell (= Fell oder
Pelzwerk) von der Steiermark, auch ander kaufmannschaft von Venedig als wol
etc." - *) ebda. S. 132. - ^) ebda. S. 333. — «) ebda. S. 133. - ') ebda.
S. 187, 155, 179, 181, 188. - «) ebda. Nr. 318. — ») Greiff in den Anmerkungen
zu Lucas Rem's Tagebuch S. 79. Beide Quellen stimmen darin überein, dass
Hans von Hoy zum Nachtheil der Anderen alle Wolle in Venedig um hohen
Preis aufkaufte, um eine Steigerung des Preises zu erzielen. — '") s. Bd. 1 Nr. 341,
355, 356 und Chroniken, Augsburg, II, 72 Anm. 4; cf. Thomas in den Sitz.-Ber.
der k. b. Akad. d. W. 1869 Bd. I S. 285. — '') Der später wiederholt Bürger-
meister der Stadt war, s. Stetten S. 90; cf. Bd. I Nr. 356. — ^^) s. Stetten
S. 163 und Bd. I Nr. 369. — '») Chroniken, Augsburg, I, 204. — '') s. Bd. I
Nr. 414. — '*) ebda. Nr. 422. - •*) Von Zink freilich nur als „pallenfürer"
bezeichnet; s. Chroniken, Augsburg, II, 216 ad a. 1458. — ") s. Bd. I Nr. 497.
60 Geschichtliches.
1465 Peter Schneider^), Ludwig Mewtting' und (Lucas Kem-
nater ?) ^) ;
1468 Claus Lederer s);
1469 Hans und Ulrich Peutinger '^) ;
1470 Claus und Peter die Friesen^);
1475 Thomas Rem (?)«);
1476 Jörg Hyller');
1484 Heinrich Stamler und Gebrüder, die dann noch öfters, zu
den Jahren 1490, 1494, 1499 und 1501 genannt werden^), in
welch' letzterem (1501) nach ihrem Fallissement die von ihnen
bis dahin innegehabte Kammer sammt Gewölbe an Georg
Höchstetter und Gebrüder überwiesen wird ^) ;
1490 wird ferner genannt Heinrich und Baltassar Wolf^^);
1494 Lucas Rem, der bis 1498 in Venedig geblieben zu sein
scheint, freilich nur als „Lehrling, um die Sprache und die
Kaufmannschaft zu erlernen", zu welchem Behufe er zwei Fak-
toren der Welser: Hans Stebehaber und Hans Lauginger „be-
fohlen" d. h. empfohlen wurde ^^). Der den Lucas Rem nach
Venedig „hineinführende" Hans Pfister war, wenn nicht ein
Brief-Postbote, vielleicht aus der gleichnamigen mit Venedig in
Verbindung stehenden Kaufmannsfamilie ;
1495 Philipp Adler, wohl der aus Speier gebürtige „Hofdiener"
Maximilians I. und Grossvater mütterlicherseits der Philippine
Weiser^'''), deren Grossvater von des Vaters Seite, der bekannte
Anton Welser, zugleich mit seinem Compagnon (und Schwager)
Konrad Vöhlin übrigens ebenfalls um diese Zeit und zwar
zum Jahre 1498 als im Fondaco verkehrend erwähnt wird^-'').
Nennen wir dann noch den
1504 (und 1508) erwähnten Bruder des Bischofs Mathäus Lang
von Gurk, Johannes Lang, Juwelenhändler, der wegen Zahlungs-
unfähigkeit gleichfalls genöthigt war, mit seinen venetianischen
Gläubigern ein Abkommen zu treffen ^'^), um endlich mit den
bedeutendsten Augsburger Handelsherren, den Fuggern, zu
schliessen.
I
I
I
II
1
1) s. Bd. I Nr. 498. 500; cf. Stetten S. 442. - ') s. Chmel, Regesten
Friedrich IIJ. Nr. 4171. — ^) s. Bd. I Nr. 508. — ^) Chroniken, Augsburg, II, 394.
- 5) s. Bd. I Nr. 517. — «) ebda. Nr. 533. — ') ebda. Nr. 536. — «) ebda. Nr. 565,
583, 591, 59'2, 608, 609, 613—616. ~ ») ebda. Nr. 616. — >«) ebda. Nr. 583.
— 11) s. Tagebuch S. 5, 81 Nr. 20—25. — '^) Bd. I Nr. 598; s. Stetten S, 442;
Prasch I, 77; stirbt 1532, 71 Jahre alt. — i') Bei Marino Sanuto in seinen
,Diarii' tom. II p. 283. — '') Bd. I Nr. 627, 663; Sanuto V, 327 sagt darüber: 1503,
16. Nov. (Sier Alvixe Mocenigo orator), scrive (dil di 6) che domino Matheo Lanch,
secretario regio li ha ditto haver uno fratello, nominato Zuan Longo zoielier, quäl
fallite di Veniexia e portö via ducati 2000, e voria un salvoconducto per mexi
4 comenzando el primo di Dezembrio, et che '1 porterä qualche danar e si acor-
derä con li soi creditori dicendo haver speso ducati 6000 in la sorella che lui
ha maridato questo anno nel fiol di domino Paris di Lodron et fvi bellissime
noze, dove etiam lui orator vi i'u.
Geschichtliches. Gl
So merkwürdig es klingt: wir besitzen weder von diesem
Geschlecht überhaupt oder, genauer gesagt, von den ältesten Gliedern
desselben, noch speziell von dem Beginn ihres Handels nach Venedig
genaue Kunde ^). Aus einem handschriftlichen Fugger- Buch, welches
vor nicht langer Zeit aus dem K. Allgeroeinen Reichsarchiv dahier
in die K.Hof- und Staatsbibliothek transferirt wurde ^), entnehme
ich, dass bereits in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die
Fugger nach Venedig zu handeln begannen — zuerst wohl jener
Matheus Fugger, der ein Sohn des „stolzen" Andreas (1406 — 1456)
und ein Enkel des Ahnherren Hans (oder Johannes) Fuggers (f 1409)
war. Glücklicher als dieser Matheus war sein Bruder Lucas bei
diesem Handel. Vielleicht hat er gerade das „Gleger" in Venedig
eingerichtet, in welches dann beispielsweise Andreas (geboren 1443),
ein Enkel des Ahnherren Hans von dessen zweitem Sohn Jakob
(dem eigentlichen Begründer der noch lebenden Fugger'schen Fa-
milie), und ebenso der Bruder dieses Andreas, Hans (geboren 1445),
in jungen Jahren gesandt wurden. Beide sind daselbst in Venedig —
der letztere im Jahre 1461 — gestorben und begraben. — Auch
deren jüngster Bruder Jakob, der frühere Domherr zu Herrieden,
der sich, wie erwähnt^), erst in vorgerückterem Alter (1473) auf
Bitten seiner Brüder Ulrich und Georg entschloss, dem Handel sich
zu widmen, und der nachmals ,der Reiche' genannt wurde, machte
dort seine Lehrzeit durch. Dann finden wir noch folgende Glieder
des Geschlechtes als am Handel mit Venedig betheiligt in unseren
Urkunden aufgeführt:
1484 und 1489 Heinrich (oder Ulrich?) Fugger mit Brüdern'*);
1490, 1494, 1497 Lucas Fugger mit seinem Sohne Marcus,
welcher mit seiner Gesellschaft ebenfalls gezwungen war, sich für
fallit zu erklären ^) ;
1499 Hans (oder Johannes) Fugger*'), wohl ein Sohn* und Ver-
treter Ulrich's ;
1503 Ulrich selbst mit seiner Gesellschaft, als deren Vertreter
Johannes Cheler (= Keller?) fungirte '').
Wir wollen hier nicht die öfters angeführten Angaben über
die Reichthümer der Fugger wiederholen ^) — dass Hans Fugger im
Jahre 1499 Kupfer im Werthe von 60,000 Dukaten im Land hatte,
ist bereits früher erwähnt worden — welche sie ja mehr als einmal
in den Stand setzten, unseren Kaisern, einem Max I. und Karl V.,
unter die Arme zu greifen. Nur auf eine von Marino Sanuto über-
lieferte Notiz möchte ich hinweisen, welche von diesem Reichthum
') Auch Kleinschmidt, Augsburg, Nürnberg und ihre Handelsfürsten im
15. u. 16. Jahrh. (Kassel 1881) enthält nichts darüber. — -) Auslieferungsnummev
773. — ^) cf. oben S. 89. — ") Bd. I Nr. 568. 582. — '") ebda. Nr. 583, 594, 603,
604,606; cf. Sanuto 11,10. — •) Bei Sanuto 1499 tom. U p. 1071. — ') s. Bd. I
Nr.^ 622; cf. Sanuto II, 736. 1499, Adi 20 Mazo : Zuam de Cheler fa i fati per
i Focher. — *) s. Kleinschmidt a. a. 0. ; cf. Dobel in der Zeitschr. des histor.
Vereins f. Schwaben 1879 S. 33 ff.
^2 Geschichtliches.
gleichfalls ein beredtes Zeugniss ablegt. Dieser getreue Bericht-
erstatter erzählt ^), wie im Jahre 1509 — das freilich über unseren
Zeitraum hinausliegt — die Fugger einen Diamant um 20,000 Dukaten
kauften, der früher im Besitz der venetianischen Familie Augustini
gewesen war. Ein Jahr später ging er in jenen des Papstes über,
der den Stein um 18,000 Dukaten von den Fuggern erstand 2). Die
Fugger aber zahlten jene Summe statt mit baarem Gelde — mit
Kupferbarren und zwar im Betrage von 500,000 Pfund. Wie bei
jedem anderen Kaufgeschäfte, waren auch hier, was Sanuto nicht zu
erwähnen vergisst, Sensale zum Abschluss des Kaufes nothwendig
und betheiligt, und sie mögen über den ihnen dabei zugekommenen
Antheil wohl zufrieden gewesen sein. — Dass unter solchen Um-
ständen die Fugger wohl die erste Rolle im Fondaco gespielt haben,
ist leicht zu vermuthen und geht auch ziemlich deutlich aus den
Diarien Sanuto's hervor, in denen sie wiederholt an der Spitze der
deutschen Kauf leute, gewissermassen als deren Repräsentanten genannt
werden ^).
Von den übrigen schwäbischen Städten wollen wir zuerst nennen
Memmingen wegen des engen Zusammenhanges, der zwischen
dieser Stadt und der obengenannten Augsburger Handelsgesellschaft
Anton Welser, Konrad Vöhhn & Cie. bestand. Waren doch die
Vöhlin's ein Memminger Geschlecht; Anton Welser selbst war
, Bürger wie Stadthauptmann " in Memmingen geworden und gab
auch nach seines Vaters Tod sein Bürgerrecht in Memmingen nicht
auf, obgleich er nach Augsburg zurückkehrte ^).
Vielleicht gehörte auch der als Vertreter der Fugger oben
erwähnte Johannes Cheler der Memminger Familie Keller an; und
wiederum vielleicht ist hinter dem etwas räthselhaften Marcus
Siaorle ein Glied der wenigstens im 17. Jahrhundert in Memmingen
lebenden Familie Stierle ^) zu suchen. Weitere Namen , die hier
zu nennen wären, sind mir aus diesem Zeiträume nicht bekannt;
der Verkehr der Memminger mit Venedig ist aber noch besonders
durch die Schreiben der venetianischen Regierung von 1432 und 1433
bezeugt, worin dieselbe mit Repressalien droht, wenn dort auf-
gehaltene Waaren venetianischer Bürger nicht freigegeben werden '').
Dasselbe gilt von Kempten'').
In derselben Weise suchte die venetianische Regierung um
dieselbe Zeit auf Ulm einen Druck auszuüben^), das durch seine
W^ebereien auf eifrigen Verkehr mit Venedig angewiesen war. Wann
derselbe seinen Anfang genommen, wissen wir nicht. Aus dem 15. Jahr-
hundert aber können wir — besonders aus den von G. M. Thomas
veröffentlichten Ulmer Archivalien'') — folgende Namen anführen:
ren ^
^) Sanuto, Diarii tom. VIII p. 87 zum 14. April. — ^) ibid. tom. X
p. 283. - ^)cf. ibid. tom. II p. 1067, 1075, 1121; V, 195. - ^) s. Kleinschmidt
a. a. 0. S. 136. — *) s. Bd. I Nr. 544; cf. Schorer, Chronik von Memmingen (1660)
S. 11. — «) s. Bd. I Nr. 393, 396, 399. — ') ebda. Nr. 393, 896, 445, 448,
449. - «) ebda. Nr. 395, 402, 404, 405. - ») Sitz.-Ber. d. k. bayer. Akad. d.
Wiss. 1869 Bd. I S. 281 u. ff.
Geschichtliches. 63
1420 Johannes Diether(r?) und Sohn;
1427 und 1437 Heinrich Glich oder Clinch;
1430 und 1431 Peter Weiss^);
1441 Johannes Moche;
1446 Ott Ruland und Konrad Kemmlin^);
1453 Peter Roys;
1464 ein Angelinus, dessen Bruder in Treviso ansässig war;
1476 Heinrich Low (Lion)^);
1482 und 1489 Otto Roth;
1483 Ytel (Eitel) Rentz, der Vertreter der Ulmer Gesellschaft
Rottengetter , der den aus dem heiligen Land nach Venedig
zurückkommenden Felix Fabri gastfreundlich in seiner Kammer
im Fondaco aufnahm*). Dem ausführlichen, so überaus werth-
vollen Reisebericht Fabri's danken wir dann noch die Namen
zweier damals in Venedig weilender Ulmer Kaufleute, Johannes
Müller, mit welchem Fabri in die Vaterstadt Ulm zurückkehrte ^),
und Stoffel Schleicher*"). Es darf noch erwähnt werden, dass
Fabri bemerkt, es seien damals bei seiner Rückkehr viele
Kaufleute aus Ulm in Venedig gewesen.
Ob der 1420 genannte Johannes Aysslinger aus Lauingen')
direkt in Verbindung mit Venedig stand oder aus zweiter Hand von
dort Waaren bezog, ist nicht ganz klar.
Ebenso ist unsicher, ob unter den zum 8. Dezember 1366
erwähnten^) Kaufleuten von ,Hohenoro' solche aus Hohen- Urach
gemeint sind, das allerdings „schon von alter Zeit her eine ange-
sehene Fabrikstätte der schwäbischen Leinwand war" ^) — oder,
wie man von anderer Seite gemeint hat, aus Hagenau ^^). —
Aus Biber ach wird ein gewisser Rigo S(ch)noper genannt,
der im Jahre 1 423 mit Erfolg in Venedig sich über eine neue Steuer
auf die von ihm importirten Hornwaaren beschwert ^^); von Kempten
und Kaufbeuern sind mir aus dieser Zeit keine Namen bekannt,
ebensowenig aus Lindau, von dem Carl Jäger behauptet ^^), dass
^) s. Bd. I Nr. 364, 365. — ^) Ruland's Handlungsbuch (Bibl. des liter.
Ver. in Stuttg. Bd. I) S. IX und 6. — ») s. Bd. I Nr. 537, 538, 546; cf. Dieterich,
Beschreibung der Stadt Ulm (1825) S 194. — '') s. dessen Evagatorium vol. ITI
(Bibl. d. liter. Ver.) Bd. IV S. 388 . . . quidam mercator juvenis , Ytel Rentz,
vir juvenis et humanus, procurator illius magnae societatis, quam nominant
Rottengetter, duxit me in cameram suam, nolens me manere in hospitio, sed
clavem ad cameram thesaurorum dedit, ut in eam meam suppellectilem ponerem
et in ea dormirem et in refectorio communi dominorum mercatorum manducarem,
quamdiu ibi mansurus essem, quod et feci. — *) a. a. 0. IV S. 436. — ') Dieser nur
in der deutschen Bearbeitung (in Feyerabend's Reisbuch 1584 f. 186') genannt. —
') s. Bd. I Nr. 326. Dass er übrigens in Nürnberg den ihm zugeschickten
Safran untersuchen Hess, hängt wohl damit zusammen, dass seine Tochter Martha
sich 1397 mit Jörg Stromer, dem Sohne Ulman Stromers, verlobt hatte; cf. Chroniken
d. d. St., Nürnberg, I, 69. — *) Commemoriali lib. VII no. 314. — ^) Memminger,
Beschreibung des Oberamtes Urach (1831) S. 87. — **') s. Winckelmann, Acta II
no. 903. — ") s. Capitolare p. 133 cap. 240. — ^^) Geschichte der Stadt
Heilsbronn und ihres ehemaligen Gebietes (1828) Bd. I S. 84 ff'.
Q4 Geschichtliches.
es beinahe den ausgedehntesten (?) Handel unter den schwäbischen
Städten im Mittelalter gehabt und eigene reitende Boten nach Venedig
unterhalten habe. Als Durchgangspunkt für die Venetianer Kauf-
leute erscheint es 1309 (Febr. 6.) ^), aus welcher Urkunde man zu-
gleich sieht, dass Lindauer damals mit Mailand in direktem Verkehr
standen.
Dann erscheint Ravensburg am Ende des 14. Jahrhunderts
ziemlich lebhaft am Handel nach Venedig betheiligt ^). Es werden
genannt:
1390 (oder 1394) Konrad, Johannes und Ulrich Wirt, von denen
der zweite Johannes auch 1403 in unseren Urkunden erscheint^);
ferner als Diener und Geschäftsführer der Wirt Martin Roeggli;
ausserdem ein gewisser Husler und Konrad Segelbach.
Der letztere wird mit seinem Bruder Johann dann noch in
anderen Urkunden vom Jahre 1391 und 1399 erwähnt, aus denen
erhellt, dass sie ihren früher, im Jahre 1388 oder 1389, in Ve-
nedig eingegangenen Verpflichtungen nicht pünktlich nachkommen
konnten ^). Wie das in solchen Fällen häufig geschah , hielten
sich die Gläubiger in Venedig dann an andere Waaren, die eben aus
Ravensburg ankamen , um damit ihre Guthaben zu decken , in der
Voraussetzung, der schuldige Ravensburger könne Theil an diesen
Waaren haben. Das gab dann wieder Anlass zu Reklamationen von
Seiten der wirklichen Besitzer, deren Namen uns dabei wenigstens
überliefert werden, wie beispielsweise in dem vorliegenden Falle 1391
der eines H(einrich) Rengger^) und eines Heinrich von Waise,
genannt Manz ^) , deren Leinwand -Ballen für die Schulden der
Gebrüder Segelbach hätten haften sollen. — Ob der 1392 genannte
Ravensburger Heinrich EkoPj ein Kaufmann oder ein in Venedig
ansässiger Gewerbetreibender gewesen, wage ich nicht zu entscheiden.
Nicht blos räumlich, sondern auch geschäftlich standen wohl
Ravensburg und Konstanz einander nahe. Wenigstens finden wir,
dass im Jahre 1404 ein Johannes Muntbrat, wohl ein Glied dieser
alten Ravensburger Familie, der freilich als ,concivis' von Konstanz
bezeichnet wird, als Bevollmächtigter zweier Konstanzer Kaufleute
mit deren Wechseln zur Einkassirung nach Venedig geschickt wird ^).
Uebrigens stand Konstanz auch direkt mit Venedig in Verbindung
und zwar wenigstens schon seit der Mitte des 14. Jahrhunderts,
abgesehen davon, dass Konstanz für die Venetianer Durchgangs-
station war ^).
Es werden genannt:
1341 ein Thomas und Matthaeus ^<^);
1366 Konrad Bader und Johannes Cumpast (= Gumpost)^^);
') s. Bd. I Nr. 30. — -) s. Mone in der Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins
Bd. IV S. 24 ff. — ') s. Bd. I Nr. 280. — ^) ebda. Nr. 258, 259, 267—270,
271, 278. — ^) ebda. Nr. 267. — ") ebda. Nr. 268, 270, 271. — ') ebda. Nr. 274.
- 8) Mone, Zeitschr. IV, 28. — ') s. Bd. I Nr. 23. — ^") ebda. Nr. 800. —
") Commemoriali lib. VII no. 314, 324, 325 ; cf. Winckelmann, Acta II no. 903.
Geschichtliches. tJ5
1368 Heinrich Flauer und Walter Aufert^);
1404 Johannes Slatter und Lutfried Bettminger ^) , der letztere
auch 1407, wo ferner die Brüder Albert Kirchherren, Burkart
Wiener, Wernlin Aenslinger als in Handels Verbindung mit
Venedig stehend erwähnt werden;
1410 Johannes Wagenmann ^).
Dass diese Verbindung im 15, Jahrhundert noch fortdauerte,
erhellt übrigens auch aus den Notizen über die Botschaften, welche
den Konstanzern von Augsburg und Nürnberg über die von Kaiser
Sigmund verhängte Strassensperre zugiengen ■*).
Zu den dort erwähnten Städten, welche diese Sperre berührte,
gehört auch Basel, das übrigens schon seit dem 14. Jahrhundert
an diesem Handel Theil nahm. Es sind da zu nennen:
1338 Johannes Motozer (Muttentzer) , der als Zeuge in einem
Aktenstück fungirt^);
1355 — 1363 Burkhard Münch (Monacus) zu Landskron^);
1355 Johannes Vilicus (? Wiler) ') , wohl aus dem Geschlechte
der Wiler, aus welchem dann besonders noch zum Jahre
1433 und 1434 Andreas Viler erscheint, zuletzt als Geschäfts-
führer für die Gesellschaft Guarnerius de la Chiesia ^). Ob der
1485 genannte Hieronymus Bilia^) derselben Familie angehörte,
wage ich nicht zu entscheiden. —
Aus St. Gallen scheint ein gewisser Johannes gewesen zu
sein, der zum Jahre 1362 als in Venedig verkehrend erwähnt wird'^^);
wohl auch ein Johannes Cili^^), der 1483 nach dem Tod eines anderen
Deutschen dessen Kammer 26 Jahre lang im Fondaco benützte und
sie schliesslich auch förmlich von der venetianischen Regierung für
sich und seine Erben zugewiesen erhielt, da er grosse „Geschäfte"
treibe. Ferner 1491 Christian Wetter und Jacob Hezer^^). Ausser-
dem werden noch in einem Dokument des Jahres 1368 unter den
Zeugen aufgeführt ein Henricus Spiser und ein Gualterius Plorer
,aus Alemanien ", von denen aber, wie aus dem Register zu dem
von Boos herausgegebenen „Urkundenbuch der Landschaft Basel"
hervorgeht, der erstere, Spiser, einem Rheinfeldener , der zweite,
Plorer (Blorer?) einem Baseler Geschlecht angehört haben dürfte.
Mit ,Alemania' bezeichnete man eben damals und später, z, B,
1409, auch die Schweiz. Es ist sehr charakteristisch und interes-
sant, wie gerade in diesem Jahre 1409 der Ausdruck gebraucht
') Commemoriali lib, VII no. 435 — 439, wo beide ausdrücklich als ,Theo-
tonici mercatores in funtico' bezeichnet sind. — ^) s. Mone, Zeitschr. IV, 29, —
') s. Bd. I Nr. 302. — •») s. Deutsche Reichstagsakten Bd. VII, S. 370 Nr. 248.
— *) Commemoriali lib. 111 no. 414; vielleicht derselbe, der 1371 Amtmann
zu Basel war ; s. Boos, Urkundenbuch der Landschaft Basel S. 412. — ®) s. Com-
memoriali lib. V no. 103, 113; VI no. 132, 197, 210, 236, 240, 260, 283, 293;
VII no. 141 und Winckelmann, Acta II no. 804, 856, 860, 873, 878, 880. 883,
1203; cf. Bd. 1 Nr. 182, 197, 200, 204. — ') Commemoriali lib. V no. 113. —
") Bd. I Nr. 401, 409. — ») ebda. Nr. 569. — '") ebda. Nr. 193. - ") ebda,
Nr. 557. — '^) s. Sammlung der eidgenöss. Abschiede III, 1 S, 384 Nr, 412, g.
5
QQ Geschichtliches.
wird : partes Alemanie qui vocantur Sbaycer (=: Svaycer = Schweizer ^).
Erst später wird dann der Name Helvetia angewendet, so in jenen
wichtigen Aktenstücken aus den Jahren 1490, 1494, 1496, welche
von dem fortdauernden Handel der Schweizer Kantone mit Venedig
werth volle Kunde geben. Ein venetianischer Gesandter nach Burgund
war auf der Durchreise in Wesen ^) aufgehalten und mit seinen
Begleitern festgenommen und nur gegen ein hohes Lösegeld frei-
gelassen worden. Dieses Attentat beschloss die venetianische Re-
gierung nicht ungeahndet zu lassen. Sie verbot zuerst, wie es
scheint^), den schweizerischen Kaufleuten überhaupt den Verkehr,
und als diese dagegen remonstrirten , verfügte sie 1490, dass alle
von Wesen eingeführten Waaren in Zukunft noch einen besonderen ,
Eingangszoll von 1 '/2 °/o zahlen sollten , bis genügende Satisfaktion t
geleistet sei ^). Als die Massregel wegen des geringen Ertrages den
gewünschten Erfolg nicht hatte, folgte 1494 eine Verschärfung der
Massregel ''), indem bestimmt wurde, dass nun alle übrigen Schweizer
Kantone, Zürich, Bern, Luzern, Schwyz, Unterwaiden, Uri, Zug,
Glarus, Freiburg, St. Gallen, Solothurn, Appenzell, von ihren nach 1
Venedig eingeführten Waaren (Tuch und Leinwand) eine Extra-
steuer von 2 "/o zahlen müssten. Dagegen Hessen Freiburg und Bern
durch eine Gesandtschaft vom Bürgermeister Freiburgs, Johannes
Techtermann, und vom Berner Propst Johannes Ballistarius um
Indemnität in Venedig nachsuchen und erhielten sie auch*^). 1
Von Freiburg ist noch speziell ein Jacob Perremann zu
nennen, der 1431 mit Venedig direkt in Handelsverbindung ge-
standen zu haben scheint), und 1441 ein Peter Argentus (Silber?) ^).
Züricher (jüdische) Kaufleute werden bereits 1329 als in
Venedig verkehrend genannt^), ferner 1339 ein Rigus aus Zürich ^^). — 1
Nach Heyd würde Basel schon zur Nürnberger Tafel gehört '
haben, was mir jedoch fraglich erscheint; denn Basel war doch
gewiss eine alamanische Stadt, so gut als Strassburg, zu welchem
wir nun übergehen wollen.
, Strassburg war der Ort, wo der Handelsweg von Venedig
nach den Niederlanden den schiffbaren Rhein erreichte, also ein
natürlicher Stapelplatz für den Wassertransport abwärts und für die
Landstrasse aufwärts. Es war der rheinische Ausgangspunkt des
italienischen Handels ^^).''
') s. Bd. I Nr. 296; cf. 300. — '^) von „Etlichen von Schwyz und Glarus"?;
cf. Sammlung der eigen. Absch. IIl, 1 S. 312 Nr. 341. d. — *) s. Sammlung III, 1
S. 78 Nr. 210, b; S. 222 Nr. 251, a; S. 286 Nr. 319, c; S. 312 Nr. 341, d: S. 329
Nr. 355, e; S. 330 Nr. 356, c; S. 332 Nr. 357, h; S. 350 Nr. 384, e; S. 358 Nr. 391, o ;
S. 861 Nr. 392, 1; S. 380 Nr. 409, f. — "•) s. Bd. I Nr. 584. — '") ebda. Nr. 593. -
«) ebda. Nr. 599 ; cf. Sammlung III, 1 S. 472 Nr. 496 (wo zu lesen 1496 ; cf. Vor-
wort S. XXII und Bd. I Nr. 599) ; S. 486 Nr. 508, c - ') s. Bd. I Nr. 379. -
*) ebda. Nr. 424, 557 : am Anfang des 16. Jahrh. wird ein Fran9ois Arsent aus
Freiburg nach Venedig gesandt; cf. Berchtold, Hist. du canton de Fribourg
tom. II p. 37. — 9) 8. Bd. I Nr. 82. — '») ebda. Nr. 793. - '') Zeitschr. f.
Gesch. d. Oberrheins VIII, 163.
II
Geschichtliches. 67
Unter solchen Umständen wird auch Strassburg bald selbst
den Weg nach Venedig gefunden haben, wie es z. B. gleichfalls
unter den Städten genannt ist, die an der Handelssperre König
Sigmund's betheiligt waren. Sonst sind uns aus dieser Zeit freilich
nur wenig Nachrichten darüber erhalten. In einem Aktenstücke
vom 6. Juli 1355 werden mehrere Strassburger als Zeugen in Venedig
aufgeführt ^) : ,Voalcherus de Muluocheim, Eberlinus de Mulucheyn,
Nicolaus de Crostein und Johannes Tronger oder Troynger oder
Tiringer'. A. Schulte^) erklärt dieselben als einen „Waltherus (?)
und Eberlinus de Mülnheim, Nicolaus de Grostein und Johannes
Twinger, der dreimal Strassburger Stättmeister gewesen und 1370
starb", und weist auf die interessante Erscheinung hin, dass Mit-
glieder der alten Geschlechter Strassburgs noch 1360 so am Handel
betheiligt gewesen, dass zugleich drei von ihnen in Venedig sich
aufhielten". Doch scheint es mir keineswegs ganz sicher, ob jene
wirklich zu Handelzwecken in Venedig weilten. Es wird dies wenig-
stens nicht deutlich gesagt; im Gegentheil werden die ersten aus-
drücklich als ,milites' (Tiringer-Twinger als civis) bezeichnet, die
aus ganz anderen Gründen damals in Venedig gewesen sein kön-
nen — entweder als Truppenführer im Dienste der Republik
oder vorübergehend etwa auf einer Fahrt nach dem heiligen Land
begriffen.
Zu der Nürnberger Tafel würden nun wohl aber sicher die
weiteren rheinischen Städte zu rechnen sein: Speier, Worms,
Mainz, über deren Handelsbeziehungen zu Venedig — was wenigstens
die beiden letzten, Worms und Mainz, betrifft — wir bisher nur
aus dem mehrerwähnten Verbot König Sigmund's vom Jahre 1418
Kenntniss haben.
Von Spei er dagegen sind uns einige Namen überliefert, wenn
anders der 1378 genannte ^) Nicolaus (de Spiera) und die mit ihm
erwähnten Johannes Ainsunber oder Ainflenger und Karulus Temphel
wirklich aus Speier gewesen. Ferner waren vielleicht aus Speier
die 1465 genannten"*) Henricus (de Spera) und Matheus Geder, die
wie viele Andere gezwungen waren, mit ihren venetianischen
.Gläubigern sich zu vergleichen. —
Des Weiteren ist dann Frankfurt zu nennen, ebenfalls vom
Handelsverbot des Jahres 1418 betroffen. Venetianische Kaufleute
bezogen, wie Kriegk bemerkt-^), schon im 14. Jahrhundert die
Frankfurter Messe, wie denn bereits 1367 der „Venediger Gäste*
gedacht wird. Ob der 1336 erwähnte ,Rigus da Fansifor' (?) aus
Frankfurt gewesen, wage ich nicht zu entscheiden*").
„Die früheste Erwähnung eines Frankfurtischen Geschäftes zu
') s. Commemoriali lib. VI no. 210 und Winckelraann, Acta II no. 860. —
'^} Jahi-buch der Görresgesellschaft VIll, 117 (Besprechung von Winckelmann's
Acta). - *) Bd. l Nr. 241. - ") ebda. Nr. 499. — ^) Deutsches Bürgerthum im
Mittelalter. Neue Folge, S. 442 Anm. - «) s. Bd. I Nr. 789.
68 Geschichtliches.
Venedig", bemerkt Kriegk^), „fällt in das Jahr 1449, in welchem Hans
Bromm seinen Schwager Karl Stalburg dahin schickte, um „„sin
gewerbe und keuffehandelunge ußzurichten"". Es geht nun zwar
allerdings auch aus diesen Worten nicht sicher hervor, ob Bromm
und Stalburg schon damals ein förmliches Geschäft in Venedig hatten
oder, wie wir es ausdrücken würden, auf längere Zeit Kammer und
Gewölbe im Fondaco gemiethet hatten. Aber der Beginn des direkten,
aktiven Handels von Frankfurtern mit Venedig ist jedenfalls —
schon mit Rücksicht auf das Jahr 1418 — früher anzusetzen.
Es wird erwähnt^), dass 1410 der Frankfurter Paul Feczbrij
venetianische Wolle, d. h. wohl, wie Kriegk richtig bemerkt, Baum-
wolle aus Cypern, gekauft und sie zum Verkauf nach Augsburg und
Ulm gebracht habe. Da den Venetianern der Import nach Deutsch-
land ja nicht gestattet war, wird man wohl annehmen müssen, dass
er diese Baumwolle, wenn nicht etwa aus den Niederlanden, direkt
aus Venedig bezogen habe.
Und wenn im Jahre 1442 der Handelsherr Wolf Blum(e) im
Auftrag des Rathes aus Venedig einen grossen Waagenbalken
kommen lässt, auf welchem man ganze Fuhrwerke wiegen konnte,
so zeugt das gleichfalls für den direkten Verkehr zwischen beiden
Städten. Die Blum's finden wir dann auch später an demselben
betheiligt. Es ist bereits früher erwähnt worden , dass die Gesell-
schaft Wolf Blum und Cie. im Jahre 1483 in Venedig mit einer
Schuldenlast von ca. 23,000 Dukaten faUirte ^). Ein Bruder des
damaligen Geschäftsinhabers und Sohn des alten Wolf Blum, Georg
Blum (Plun), wird unter den in der Kirche S. Giovanni e Paolo in
Venedig bestatteten Deutschen erwähnt^) — zugleich mit einem
Gaspar Helier, wofür wohl zu lesen Heller, ein Bruder wohl des
zu Siena im Jahre 1495 ermordeten Wolff Heller^).
In der nämlichen Kirche S. Giovanni e Paolo liegt begraben
der Frankfurter Johann Rauchfass ^) , Geschäftsführer der oben ge-
nannten Handelsgesellschaft Stalburg und Bromm, über deren bis
in's 16. Jahrhundert hinein wohl ununterbrochen fortdauernde Han-
delsbeziehungen zu Venedig Kriegk sehr werthvoUe urkundliche
Nachrichten veröjBfentlicht haf). Ich will hier daraus nur noch
erwähnen, dass an Stelle jenes Johann Rauchfass ein Wolff Kem-
ans H
') a. a. 0. — ■-) s. oben S. 38 u. Bd. I Nr. 562. Der alte Wolf Blum war übrigens
1471 gestorben ; sein gleichnamiger Sohn heirathete 1477 Lysa die Tochter Con-
radi Hulczhusen's ; s. Archiv für Frankfurts Gesch. und Kunst, Neue Folge, Bd. III
S. 162. (Nach Grotefend, Quellen zur Frankfurter Gesch. Bd. I S. 417 fand die
Heirath 1476 statt.) — ^) Nach Grotefend, Quellen I, 417, gestorben 1491 ; cf. später
bei den Grabschriften. — *) Archiv etc. III, 175 u. Grotefend, Quellen I, 423, wo als
Todesjahr Kaspar Heller's 1502 angegeben. — *) gestorben 1478; s. Kriegk a. a. 0.
S. 441. — •) a. a. 0., Deutsches Bürgerthum im Mittelalter. Neue Folge, III,
439 u. fF., „grösstentheils aus Kopien von Urkunden, welche Fichard in seinen
Manuskripten hinterlassen hat, und die theils aus patricischen Familienarchiven,
theils aus dem Archiv der Patriciergesellschaft Limburg entlehnt sind. Die
Gesellschaft scheint sich übrigens später getrennt zu haben, da die Stalburg und
Geschichtliches. 69
merer von Augsburg, der bereits 1474 „als Commis" im Stalburgi-
schen Geschäft erscheint, Geschäftsführer in Venedig wurde.
1502 wird ein Friedrich Heyde (gebürtig aus Bar in Lothringen)
als Handlungsdiener der beiden Hans Bromm, des Aelteren
und Jüngeren, genannt.
1490 verweilte der junge Johann Heise im Dienst von Johann
Güldenschaff in Venedig^) und der junge Conrad Rohrbach
verbrachte als Commis wohl mehrere Jahre (1493? — 1498) in
der Lagunenstadt^).
1499 wird Loysius Justenhofer mit seiner Gesellschaft als mit
Venedig in Geschäftsverbindung stehend erwähnt ^) — ein Ver-
wandter des öfters genannten Frankfurter Peter Ugelheimer, der
eigentlich der Wirth einer deutschen Herberge (Deutsches Haus
oder St. Georg, zur Flöten, auch zur Trinität genannt) in Venedig
war*), später aber auch Geschäfte, vielleicht besonders Buch-
handel, getrieben zu haben scheint, und 1488 gestorben ist^). —
Ob auch Würzburg wegen eines gelegentlich erwähnten
Jodocus Eckhard 1427 hier aufgeführt werden darf, ist zweifelhaft*');
hingegen erscheint auch Windsheim unter den 1418 vom Ver-
bote Sigmund's betroffenen Städten. —
Verhältnissmässig sehr gut sind wir über die Handels-
beziehungen Köln's zu Venedig unterrichtet — Dank vornehmlich
den archivalischen Mittheilungen L. Ennen's^). Es geht daraus her-
vor, dass nicht blos die Venetianer in der ersten Hälfte auf ihrem
Wege nach Flandern Köln besuchten ^), sondern dass zur nämlichen
Zeit auch Kölner bereits in Venedig verkehrten. Sander unter
(der?) Lauben aus Köln verzichtet am 19. März 1336 ausdrücklich
auf jeden Ersatz, den er wegen des zu Venedig erlittenen Schadens
fordern könnte ^). Vielleicht allerdings war er nur der Bevoll-
mächtigte oder Geschäftsführer zweier anderer Kaufleute, des Engel
von Florenz und des Heinrich von Lindau, welche einige Tage
zuvor eine ähnliche Erklärung abgegeben hatten, dass sie nämlich
wegen der 36 Gulden, die jenem Sander von ihnen gegeben und
dann in Venedig genommen worden waren, die Stadt Köln nicht
ansprechen würden ^"). Aber wenn wir im Mai 1337 von Repres-
die Bromm später je allein genannt werden". — ') Grotefend, Quellen I, 234,
Z. 7. — ^) ebda. 237, 435 ; cf. K. Bücher, Die Bevölkerung von Frankfui't a. M.
im 14. und 15. Jahrh. (1886) 1, S. 245, wo jedoch einige unrichtige Citate. —
') Bd. 1 Nr. 605 und ,Addenda'; cf. Grotefend, Quellen I, 243. — *) Röhricht
u. Meissner, Pilgerreisen, S. 11; cf. Meerfahrt Herrn Johann Grafen zu Solms
1483 im Reyßbuch deß heyligen Landes 1584 f. 50'. — ^) cf. E. Motta in der
Rivista storica italiana I, 252 u. ff. und Hans Reininger (1483) in Vulpius,
Kuriositäten Bd. VI S. 332. - •) s. Bd. I Nr. 347, 349. — ') theils in seinem
Aufsatze: „Die Stadt Köln und das Kaufhaus der Deutschen in Venedig* in
der „Monatsschrift für rheinisch -westfälische Geschichtsforschung und Alter-
thumskunde' Bd. I 8. 105 ff., theils in seinen „Quellen zur Geschichte der Stadt
Köln". — «) s. Ennen, Quellen Bd. IV S. 232 Nr. 213, Urkunde vom 22. Februar
1335. — ") ebda. S. 2.36 Nr. 219. — '*>) ebda. S. 235 Nr. 218.
70 Ueschichtliches.
salien lesen ^), welche die Venetianer gegen die Kölner verhängten
(von denen vorübergehend auch ein Brüsseler, Giovanni de Nebiet,
zu leiden gehabt hatte), so muss man doch daraus den Schluss ziehen,
dass eine solche Massregel die Anwesenheit, den Verkehr von Kölnern
in Venedig nothwendig zur Voraussetzung hat. Ebenso erhellt der-
selbe daraus, dass im Januar 1373 der Kölner Rath neben anderen
Städten auch Venedig anzeigt ^), an welchen Merkmalen das ächte
Kölner Goldschläger- und Golddrahtwerk erkannt werden könne.
Im Anfang des 15. Jahrhunderts wurde der Handelsverkehr
zwischen Köln und Venedig eine Zeit lang durch eine Fehde des
Marschalls von Pappenheim mit Venedig unterbrochen •^). Da Kölner
Kaufleute hiebei im Pappenheimer Gebiet angehalten und der aus
Venedig mitgebrachten Habe beraubt worden waren, untersagte der
Kölner Rath im August 1407*) seinen Bürgern jeden Verkehr mit
Venedig. — Einige Monate zuvor finden wir einen Kölner, Johannes
Retchir, Sohn eines Hermanns aus Köln, als Zeugen in einer Urkunde
vom 2. Juni 1407 aufgeführt^), der vermuthlich ein Kaufmann war. —
Das Handelsverbot König Sigmund's vom Jahre 1418 mag dann neuer-
dings lähmend auf diese Beziehungen gewirkt haben. Doch wird
bereits 1423 ein Kölner, Simon de Sessalinis '^) , als in direktem
Verkehr mit Venedig stehend erwähnt. Und dass Kölner Kaufleute
damals und schon vorher ständige Gäste im Fondaco waren, geht
deutlich aus dem interessanten Aktenstück vom 6. Juli 1429 (oder
1428) hervor^), auf welches wir in anderem Zusammenhange zurück-
kommen werden. Namentlich aufgeführt werden dann noch^):
1430 Lorenz Stalen, der in Venedig stirbt;
1444 Johann von der We als Vertreter der Gesellschaft Anton
Paffendorf, Heinrich Gerlaci (Gerlach ?) und Johann von der We ;
1464 Heinrich von der kalten Herberge (? de frigido hospitio),
in Venedig gestorben;
1460 Heinrich Koevoet (Kuhfuss);
1467 Philipp Well von St. Goar und Heinrich Lovenberg, in
deren Interesse der Kölner Rath gegen eine von der venetia-
nischen Regierung beschlossene Erhöhung des Eingangszolles
auf deutsche Waaren protestirte ^) ; im nämlichen Jahre 1467
verwendet sich dann aber der Rath zu Gunsten eines anderen
Kölners, Heinrich Sass, gegen jenen Philipp WelP");
1469 Arnold von Birgel, Goldschmied, gleichfalls in Venedig
gestorben ; mit Erhebung seines Nachlasses wird Johann Sieger
(Schläger?) beauftragt;
1481 Johann von Wangen, in Venedig gestorben, dessen „nicht
') Commemoriali lib. III no. 400. — -) s. Ennen, Quellen Bd. V S. 6 Nr. 4
und , Mittheilungen aus dem Stadtarchiv in Köln", hrsg. von K. Höhlbaum, Heft I
S. 80. — ^) Ennen in der , Monatsschrift" S. 114. — ') ebda. S. 122. — ^) Commem.
lib. X no. 47. — *) Ennen a. a. 0. S. 115. — ') Bd. I Nr. 3.37. — *) Ennen
a. a. O. S. 115 ff. — ') ebda. S. 116. — ^") ebda. S. 124.
Geschichtliches. 7 1
unbeträchtliches Vermögen von dessen damals in Venedig woh-
nendem Freunde Huygelhanner in Obhut genommen wurde" ^);
(c. 1482) hat Johann Rummel einen Diener oder Geschäftsführer
in Venedig, der mit jenem des Frankfurter Hauses Stalburg
in Streit gerieth ^) ;
1487 wird ein gewisser Gottschalk (?) aus Köln in Venedig als
Zeuge genannt ^) ;
1490 Gerardus und Henricus Justus^);
1497 finden wir ein anderes Glied der Familie Rummel, Namens
Heinrich^), im Besitz einer Kammer im Fondaco, die ihm
von Anderen streitig gemacht wird, worauf später gleichfalls
noch zurückzukommen sein wird.
Und endlich haben wir zu erwähnen, dass der Ritter Arnold
von Harff, als er sich auf dem Wege nach Jerusalem 1497 in
Venedig aufhielt, im Fondaco in der Kammer des Anton Paffendorf
(cf. oben zum Jahre 1444), wie er selbst erzählt*'), freundliche
Aufnahme fand.
Arnold von Harff beschreibt uns in seiner inhaltsreichen
, Pilgerfahrt" **) sehr anschaulich, aber freilich nur viel zu kurz das
Treiben der Kaufleute im Fondaco und am Rialto. Für uns ist
hier von besonderem Interesse und bemerkenswerth, dass er schreibt:
jeder Kaufmann habe im Fondaco seine eigene Kammer, sowohl der
von Köln, als von Strassburg, Nürnberg, Augsburg, Lübeck und
anderen Städten des Reiches.
So stand also auch Lübeck mit Venedig in direkter Handels-
verbindung? Allerdings. Wir finden''), dass bereits im Jahre 1376
Wechsel auf Venedig für Lübecker ausgestellt wurden: von einem
,Hinricus Korsnere de Bauenberghe' für ,Sigbot Crispin'; für den
ersteren stand gut Petrus Cuper. Pauli meint zwar, dass dieser
Wechsel nicht ,a drittura' , sondern durch Vermittlung Nürnberger
Häuser gezogen wurde. Allein wir lesen dann z. B. ferner®), dass
1378 ein Lübecker Jordanus Kubbeling in Venedig 10 Falken
(die dann nach Alexandria weiter gingen) verkaufte, so dass an
einem direkten Verkehr nicht gezweifelt werden kann. Dass der-
selbe nicht sehr rege gewesen sein wird, begreift sich ja. Wir finden
daran betheiligt:
1405 Wernher Ducker«);
1410 Petrus Carbo^'^);
') Ennen a. a. 0. S. 117. Sollte dieser „Huggelhanner" nicht vielleicht mit
dem oben (S. 69) genannten , Peter Ugelheimer" aus Frankfurt identisch sein? —
'') Kriegk a. a. 0. S. 444. — =*) Bd. I Nr. 577. — ") ebda. Nr. 583. - ') Ennen,
Monatsschrift S. 127. - «) Ausgabe von E. von Groote (Köln 1860) S. 41. - ') Codex
diplom. Lubecensis tom. IV no. 287, und C. W. Pauli, Lübeckische Zustände im
Mittelalter Hft. II S. 103 u. S. 141 Nr. 43. — «) Codex diplom. 1. c. Anm. 1. —
*) Bd. I Nr. 291. - '") ebda. Nr. 301. Dass die Familie der Carbo öfters in
Venedig verkehrte, geht auch daraus hervor, dass ein Nicolaus Carbo 1421
als Bevollmächtigter der Stadt Stralsund erscheint, um für dieselbe eine Art
Bündniss oder Vertrag mit Venedig abzuschliessen , der den Stralsundern , wenn
72 Geschichtliches.
1424 Cornelius Veckinghausen ^) ;
1467 Hans Schinkell, Hans Vogede und Peter Vrouwdenbergh ^) ;
1472 Heinrich Drosedouw^);
1473, 1478, 1482 Hans Bückinck und (Geverde?) Heynecke,
welche in Venedig eine Handelsgesellschaft (1473) begründet
hatten, bei der auch ein Lübecker Heinrich Prume betheiligt
war. Im Jahre 1478, als Heinrich Prurae bereits todt war,
betrug dessen Vermögen in der Gesellschaft 15,108 Mark und
vermehrte sich dann noch weiter*). —
In einem ziemlich regen Verkehr mit Venedig stand Breslau
und zwar nachweisbar seit der zweiten Hälfte oder dem Ausgang
des 14. Jahrhunderts. Im Jahre 1397 kam ein Bevollmächtigter
des venetianischen Geschäftshauses Paruta nach Breslau, um dort
von Franz Dumloz Schulden einzutreiben, die dessen Geschäfts-
führer Nickel in Venedig selbst nicht hatte bezahlen können^').
Breslau war ja „seit alten Zeiten der grosse Stapelplatz, wo die
Rohprodukte des Ostens, Salz, Pelzwerk, Häute und Leder umge-
tauscht wurden gegen die Produkte des Welthandels, der Spezereien
und Gewürze , welche aus den niederländischen Hafenplätzen , aber
auch aus Venedig bezogen wurden" . . . „Im 15. Jahrhundert ist
sicher der grössere Theil der überseeischen Artikel auf diesem
Wege (über Venedig) nach Breslau gekommen ..." "). Namentlich
aufgeführt finden wir da:
1410 Johannes Grofener (Groschener?)'') und seinen Geschäfts-
führer (?) Nicolaus Chever;
1429 und 1440—1441 Johannes Banch (Bänke?)«);
1436 Georg Bauliaw, in Venedig gestorben und bestattet^);
von 1449 an Albrecht Scheurl^");
1466 Niklas Tinzmann, Hans Gebauer u. Cie. ^^);
1481 Niklas Kurn, Hieronymus Scheuerlein u. Cie.^^);
1482 (Okt. 10) stirbt Marcus Kurn in Venedig und wird im Kloster
des h. Salvator daselbst begraben ^^).
Von den übrigen Städten Schlesiens finden wir nur Bautzen
mit einem Johannes, Sohn eines Petrus, im Jahre 1429 vertreten^*).
sie auf dem Wege nach Rom Venedig passirten, gute Aufnahme zusichern sollte ;
s. Erdmannsdörffer, De commercio etc. S. 36 — 38. — ^) s. Codex diplom. Lubec.
tom. VI no. 633. — 2) Pauly a. a. 0. Hffc. II S. 140 Nr. 41. - ') ebda. S. 141
Nr. 43. — ^) ebda. Hft. III S. 36. — '*) Hüllmann, Städtewesen des Mittelalters
Bd. I S. 362 aus Klose, Dokumentirte Geschichte und Beschreibung von Breslau
Bd. II Thl. II S. 353. — ®) Grünhagen, C, Schlesien am Ausgang des Mittelalters
in der Zeitschr. des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens Bd. XVIH
S. 39; cf. zur Bestätigung Bd. I Nr. 434. - ') Bd. I Nr. 303. — «) cf. Hüllmann
a. a. 0. S. 363 und Bd. I Nr. 358, 367, 368, 434. — ») in S. Giovanni e Paolo;
cf. später bei den Grab Schriften.^ — ") A. v. Scheurl, Christoph Scheurl etc. in
den Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg Heft 5 S. 15.
— '^) Grünhagen a. a. 0. aus Klose's Darstellung der inneren Verhältnisse der
Stadt Breslau 1458—1526 in Bd. III der Script, rerum Silesiac. p. 137. —
^2) Grünhagen ebda. - '^) Scr. rer. Siles. III, 401. - '*) Bd. I Nr. 358.
Geschichtliches. _ 73
Der Handel Schlesiens hatte eben in Breslau seinen „natür-
lichen und anerkannten Mittelpunkt" ^). „Nach Westen zu aber
war für Breslau Nürnberg die Hauptstation. Vielfach sind Kauf-
mannsfamilien von daher nach Breslau übergesiedelt"^); und da
wir öfters sehen ^), wie Kaufmannsgüter von Breslau über Nürnberg
nach Venedig gehen und umgekehrt von Nürnbergern Venetianer
Waaren weiter nach Breslau befördert werden, schhessen wir wohl
passend hier die Betrachtung des Antheils von Nürnberg an dem
Handel nach Venedig an.
Den Beginn desselben genau festzusetzen ist wiederum nicht
möglich. Dass er kaum schon in das 11. oder 12. Jahrhundert fällt,
ist theils schon oben theils von Anderen mit dem Bemerken zurück-
gewiesen worden, dass sich wenigstens bisher dafür keine Beweise
aus den Quellen anführen lassen ^). Im Gegenthei] : es liegen viel-
mehr Zeugnisse vor, dass erst am Ausgange des 13. oder im An-
fange des 14. Jahrhunderts die Nürnberger begonnen hätten, nach
Venedig Handel zu treiben. Das Letztere wenigstens sagt geradezu
Sigmund Meisterlin in seiner Chronik von Nürnberg ^), während
nach Joh. Perd. Roth's Angaben *') die Ebner und Behaim bereits
in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch den Handel nach
Venedig reich geworden wären, so dass z. B. Konrad Ebner dem
Kaiser Rudolf I. im Jahre 1276 in Folge dessen eine ansehnliche
Summe Geldes habe leihen können. Jedenfalls aber war das 14. Jahr-
hundert erst die Zeit, wo der Verkehr lebhafter wurde, der ja dann
so mächtig — ja vielleicht mehr als sonst etwas — zu dem Auf-
blühen Nürnbergs beigetragen hat. Es ist wohl als sehr zutreffend
zu bezeichnen, wenn die venetianische Regierung einmal bemerkt '),
dass durch den Handel mit Venedig die Nürnberger „gewissermassen
von Nichts zu den grössten Reichthümern gelangt seien".
Anfangs scheinen die Nürnberger auch nicht gar zu grossen
Gefallen an demselben gefanden zu haben. Die Beschwerden, welche
am Ausgang des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts gegen das
Institut des Fondaco überhaupt, wie gegen die mancherlei Beschrän-
kungen und Besteuerungen des deutschen Handels in Venedig erhoben
wurden und derer wir mehrmals gedacht haben ^) — sie sind zweifels-
') Grünhagen a. a. 0. S. 39. — ^) Grünhagen ebda. Umgekehrt haben sich
geborene Breslauer auch in Nürnberg niedergelassen, wie der bekannte Christoph
von Scheurl , der in der Geschichte Nürnbergs eine so bedeutende Rolle gespielt
hat; cf. A. v. Scheurl a. a. 0. — ') cf. Bd. I Nr. 368, 412 und Baader im
38. Jahresber. d. bist. Ver. f. Mittelfranken S. 112. - *) s. oben S. 8 und Kief-
haber, Ueber die Handelsverbindung Teutschlands mit Italien in den Zeiten
des Mittelalters in der „Zeitschrift für Baiern und die angrenzenden Länder"
2. Jahrg. 3. Bd. 1817 S. 348—349. - ") II, c. 6; s. Chroniken d. d. St., Nürn-
berg, Bd. III S.;.220 ,erigebatur tunc (zur Zeit König Albrecht's 1.) civitas
paulatim in emporium Francorum et Noricorum, et cives allecti dulcedine questus
Veneciis et Alexandrie coramercia ceperunt exercere.' — ^) Geschichte des Nüm-
bergischen Handels Thl. I S. 52 ff.; s. auch Erdmannsdörffer a. a. 0. p. 23. —
') Bd. I Nr. 127. — ') cf. oben S. 12, 29, 32.
74 . Geschichtliches.
ohne von Nürnbergern ausgegangen. In den vierziger Jahren des
14. Jahrhunderts drohte dann ein ernsterer Zwist wegen Aufhaltung
venetianischer Waaren in Nürnberg, die gedeihliche Entwicklung
der gegenseitigen Beziehungen zu hemmen und zu stören ^). Doch
wurde das gute Einvernehmen schliesslich wieder hergestellt und
hat sich dann mehr und mehr gefestigt und bis zu wahrer Freund-
schaft ausgebildet. Ein Beweis dafür , für die Innigkeit der Be-
ziehungen , liegt in der gleichfalls schon erwähnten Thatsache ^),
dass in den Jahren 1418 und 1420 eine Reihe Nürnberger Kaufleute
lieber sich bestrafen Hess, als König Sigmund's Befehlen, von dem
Handel nach Venedig abzustehen, Folge leistete. So sehr war dieser
damals für sie bereits eine Lebensfrage geworden.
Es ist denn nun auch eine erkleckliche Anzahl von Namen,
die wir an demselben betheiligt finden und darunter die Namen der
ersten hervorragendsten Geschlechter Nürnbergs. Ausser den schon
erwähnten Behaim und Ebner, welche während dieses ganzen
Zeitraumes fast ununterbrochen nach Venedig und Italien Handel
getrieben zu haben scheinen ^) , ohne dass jedoch genauere Zeitan-
gaben im Einzelnen hiefür aus Urkunden bekannt wären, und ausser
der Familie Mendel und Koler, welche gleichfalls schon seit der
Mitte, beziehungsweise zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts an
diesem Handel Theil genommen haben '^), sind noch folgende Nürn-
berger einzeln anzuführen :
1331 Marquard Tockler''), vielleicht allerdings auch nur ein
Vertreter der Behaim;
1333 ein Fredericus ") ;
1334 ein Henricus'');
1344 ein Henricus, vielleicht identisch mit dem vorhergehenden^);
1348 ein Conradus Leo (Konrad Low?), der es freilich bestritt
ein Nürnberger zu sein ^) ;
1356 ein gewisser Andreas, dem Seidenwaaren im Werthe von
300 Gulden beschlagnahmt worden waren, die er, unkundig
der inzwischen in Venedig erlassenen Verbote, dorthin gebracht
hatte ^^); wie für diesen, trat der Kaiser
1357 für zwei andere Nürnberger Kaufleute ein: Ulrich und
Konrad Botenstein ^ ^) (Potestain), deren Geschäftsführer übrigens
jener Andreas gewesen zu sein scheint;
1358 Marcus Pfinzing, der als ,hospes' bezeichnet wird^^), von
dem es also zweifelhaft, ob er in Venedig selbst verkehrt;
ferner ein gewisser Paulus ^ ^) ;
') Bd. I Nr. 120-123, 127—132, 135. 136, 138, 140—144, 147. — ') cf. oben
S. 45. — ^) s. Roth a. a. 0. S. 51 ff. — -■) cf. Bd. I Nr. 362, 351. — "') Lochner,
Geschichte der Reichsstadt Nürnberg zur Zeit Kaiser Karl's IV. (1873) S. 161. —
«) Bd. I Nr. 784. — ') ebda. Nr. 787. — **) ebda. Nr. 106. - ") ebda. Nr. 145.
— ^'') Commemoriali lib. V no. 185 und Winckelmann, Acta imp. II no. 817. —
") ibid. p. 264 no. 239. Winckelmann, Acta II no. 839 und Bd. 1 Nr. 164. —
»2) Bd. I Nr. 177.
(ieschichtliches. 75
1359 ein Armanus ^);
1360 Brant Gross (Prandus Grossus), ein Sohn Philipp's Gross ^) ;
1364 ein Marcus und sein Bruder Conradus^);
1377 wird Marcus Mendel als ein „grosser Kaufmann" gerühmt '*),
der — vielleicht einer der ersten — die von ihm und seinen
Brüdern bisher benützte Kammer sammt Gewölbe im Fondaco
auf unbestimmte längere Zeit zur Benützung zugestanden
erhält, da er derselben nothwendig bedürfe, auch für die In-
standhaltung derselben bereits viel aufgewendet und um die in
Nürnberg verkehrenden (oder aufgehaltenen?) Venetianer sich
verdient gemacht habe;
c. 1377 — 1379 Konrad Behaim, von dessen Schulden in Venedig
das Testament seines Vaters Erwähnung thut^).
Seit dem Ende der 70er Jahre des 14. Jahrhunderts ver-
kehrten in Venedig auch die Familien Koler und Füchsel, Kress
(besonders Fritz Kress) und Rummel (besonders Heintz Rummel*^).
Ferner werden genannt:
1383 Philipp Grandis (Gross ?)^);
1385 Marquard Mendel, der am 4, Juni d. J. in Venedig stirbt^);
1386 Philipp Strucius '■») ;
1387 Rudolf Gundelfinger und Bernhard Lang(?)i'');
1392 Wilhelm Mendel ^i);
1396 stirbt Konrad Imhof in Venedig ^^);
1397 stirbt Sigmund Schopper in Venedig ^^);
1398 Berthold Fosse (?)i*);
1401 und 1402 W^ilhelm Rummel und sein Schwager Andreas
Heller, Konrad Sailer, Hans Kress ^^);
(1402 Ulrich Semler der Junge, Wilhelm Rummel, Hilpolt Kress,
Hans Birkheimer, Ecke vom Sterne, Konrad Seyler, Andres
Haller, Kunz Haller, Jacob Ortlieb, Fritz Schurstab, Jacob
Granetl, Sebold Ellwanger ^ *^) ;
1404 Konrad Pirkheimer und Heinrich Imhof ^^);
') Bd. I Nr. 180. — "-) ebda. Nr. 183; Verwandter Ulman Stromer's,
s. dessen Gedenkbuch II c. 28 in den Chroniken d. d. St., Nürnberg, I, 72;
Brant Gross, welcher 1380 im Rath sass und zu den „Alten Genannten" gehörte
(s. Roth, Geschichte der Nürnb. Karthause, S. 29), starb im Jahre 1393 (s. Ulm.
Stromer ebda. IT, c. 32; Chron. I, 89). — ^) ebda. Nr. 201. — ') ebda. Nr. 240.
- ') Lochner, Gesch. d. Stadt Nürnberg etc. S. 161. — ") cf. Bd. 1 Nr. 351,
363 und (Kress) Beiträge zur Nürnberger Handelsgeschichte aus den Jahren 1370
bis 1430 in den , Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg"
2. Heft S. 187. — ') Bd. I Nr. 247. - «) der berühmte Stifter des Karthäuser-
Klosters in Nürnberg; s. Roth, Gesch. der Nürnb. Karthause, S. 59. — ') Bd. I
Nr. 254. — ">) ebda. Nr. 256. — ") ebda. Nr. 273. — '^) s. Ulman Stromer's
,Püchel von meim geslechet^ ... II c. .32 (Chroniken der deutschen Städte,
Nürnberg, I, 95); bestattet in der Kirche S. Giovanni e Paolo; cf. später bei
den Grabschriften. — '^) Ulman Stromer a. a. 0. Chroniken I, 87. — '*) Bd. I
Nr. 279. — '*) Deutsche Reichstagsakten Bd. IV S. 427 Nr. 357 § 11 und Bd. V
S. 216 Nr. 37, 58, 60. — '«) ebda. Bd. V S. 217 Nr. .50 Anm, 6 , Gläubiger Kaiser
Ruprechts". — ") Bd. I Nr. 288.
76 Geschichtliches.
1405 stirbt Peter Haller in Venedig^);
1406 die Söhne des verstorbenen Johannes Imhof, Erhard, Sebald
Johannes, Pankratz, Paul ^) ; ferner Heinrich Imhof und Rudolf
Gundelfinger (wiederum) ^) ;
1407 Johannes Kress, Sohn des Kraft Kress*), Heinrich Rummel
und Ulrich Imhof, beide Söhne gleichnamiger Väter ;
1410 Ulrich Hirschvogel und Franziscus Pfinzing^); Wilhelm
Rummel, Konrad Pirkheimer und Rudolf Gundelfinger **) ;
1412 Wilhelm und Johannes Rummel');
1416 Christoph Eisenhuter stirbt zu Venedig^);
1418 Fritz und Kunz Pirckamer (Pirkheimer), Hans Teuffei, Peter
Pfinzing, Seiz Schmelzing, Ulrich Hirschvogel, Hermann
Reinsperger, Hans Rab, Georg Lohner, Jakob Auer, Ulrich
Ebner, Hermann Schedel, Wilhelm von Castell, Rudolf Gundel-
finger, Jobst Schnödt: alle wegen Uebertretung oder Miss-
achtung des von König Sigmund erlassenen Handelsverbotes
bestraft^). Dasselbe widerfuhr
1420 Peter Neumeister, Hermann Vohenstein, Sebald Halbach
(Halbwachsen?), Endres Gewein (Cleewein?), Hans Ottnant,
Barthl Ziegler, Hermann Reck, Seiz 0 esterreicher, Hans
Sigwein, Sigmund Pfinzing, Osswald Tillinger, Niclas Kauf-
mann, Heinrich Hainzerlein, Barthl Zeichenmeister (Zeichen-
macher), Lorenz Nördlinger, Hans Hirschvogel. Und zum
zweiten Mal wurden aus dem näinlichen Grunde bestraft:
Hans Teufel, Peter Pfinzing, Seiz Schmelzing, Hans Rab,
Jakob Auer, Ulrich Ebner, Hermann SchedeP^). Ferner sind
zu nennen :
1421 Hermann Reck^^) und Nicolaus Halbwachsen, der wenigstens,
aus Nürnberg ausgewiesen, in Venedig seinen Aufenthalt nahm,
wo er wohl schon früher verkehrte ^^);
1422 Johannes Daga (Pstatt Auer?)^^);
1423 Wilhelm Rummel wiederum^*);
1424 Stephan und Johannes Koler ^^); ferner Konrad Reck a
Vertreter der „Konrad Kress und seiner Brüder etc." Gesell-
schaft^*'). „Auch seinen ältesten Sohn zweiter Ehe, Fritz, sandte
Konrad Kress nach Venedig und Hess ihn bei seinem Geschäfts-
freunde Franzesco de Amado zwei und ein halbes Jahr die Lehre
durchmachen, wogegen der Sohn des Letzteren während der
') cf. Chroniken I, 89 ; bestattet in der Kirche S. Giovanni e Paolo, s. später
bei den Grabschriften. — ^j Bd. I Nr. 292. - =*) ebda. Nr. 293. — ") (Kress) a. a. 0.
S. 188; cf. Commemoriali lib. X no. 47 (Monum. III p. 322, wo statt Giovanni Cresso
figlio di Crest. di Norimberga mit der Handschrift (fol. 38) zu lesen ist : ,testibus
Johanne Cresso, filio Crost (verschrieben statt Croft) de Norimbergo.' —
") Bd. I Nr. 298. — *') ebda. Nr. 304, 305. — ') ebda. Nr. 307. — «) Be-
stattet in S. Giovanni e Paolo ; cf. unten. — ®) Roth, Gesch. des Nürnb. Handels,
I, 112. — ^«) Roth a. a. 0. - ") Bd. I Nr. 327. - i^) ebda. Nr. 328. — ^*) ebda.
Nr. 329. — ^*) ebda. Nr. 330. — '^) ebda. Nr. 340. — ^®) s. (Kress) Beiträge etc.
a. a. 0. S. 188 u. 190.
dd, ■
lolf j|
4
als
Geschichtliches. 77
gleichen Zeit bei ihm in Nürnberg sich aufhielt. Ebenso hatte
er den Sohn eines verstorbenen Vetters, Albrecht Kress, nach
Venedig geschickt^)." Konrad Kress selbst starb 1430; über
seinen Nachlass erhoben sich nicht nur zwischen der Wittwe
und den erstehelichen Kindern Streitigkeiten, sondern es mel-
deten sich auch venetianische Gläubiger, um sich daraus be-
friedigen zu lassen, was zu einem eifrigen Briefwechsel zwischen
dem Nürnberger Rath und der venetianischen Regierung Anlass
gab ^). Vorher aber sind noch zu erwähnen :
1425 Franz Stromeier (Stromer) 2);
1426 Jacob Tetinger, Seiz Schmelzing *) ; ferner Konrad Baben-
berger, Paul Teufel, Nyklas Granetl, Ludwig Gruber, Konrad
Kugler, Hans Waltstromeyer und Konrad Paumgartner, Seytz
Oesterreicher, Ulrich Hirschvogel, Bartholomeus Knebel, Kunz
Imhof, Nyclas Jacob, denen allen von zwei Adeligen aus
Schwabenland, Hans von Vilibach und Konrad von Magenbuch,
Waaren auf dem Wege aus Venedig weggeführt wurden-^);
1427 Friedrich Usmer«);
1427 und 1428 Stephan Koler wiederum und sein Schwiegervater
Heinrich Füchsell ') ;
1428 die Söhne der Wittwe Schopper^);
1429 Rudolf Gundelfinger, Georg Pirkheimer, Marcus und Peter
Mendel, welch' letztere alle seit längerer Zeit im Fondaco zu
verkehren angaben ^) :
1431 Hermann Reck^'^j, Burkhard Mufflinger ^ i), Jacob Auer, Hans
Sigwein^^);
1432 Johannes und Heinrich Rummel, Konrad Paumgartner, Kon-
rad Eysfogel, Paul Teufel und Konrad Tetzel: alle Gläubiger
des nach Venedig entflohenen Seiz Schraelzing ^ ^) ;
1436 Johannes Swob (Schwab) als Diener der Brüder Erkem-
brecht, Johannes und Georg Koler, nach dessen Ableben sein
(Stief-)Bruder Peter sowohl gegen die Koler als gegen seinen
Schwager Studenecker lange Zeit prozessirte ^*);
1437 Endres (Andreas) Tucher, aus welcher Familie bereits seit
Anfang des 15. Jahrhunderts Einzelne in Venedig „in der Lehre"
gewesen waren ^ ^) ;
*) Kress aus dem , Schenkbuch einer Nürnberger Patrizierfrau (Walpurg-
Kressin) von 1416 — 1438" im , Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit", 1876.
Bd. 23 S. 70. — 2) (Kress) Beiträge S. 191 und Bd. I Nr. 372, 373, 375, 376, 378,
380, 381, 382, 383, 388. - ') Bd. I Nr. 343. — *) ebda. Nr. 346, 353. — ') Baader
im 38. Jahresber. des histor. Ver. für Mittelfranken (1871 — 1872) S. 108; cf. Bd. 1
Nr. 348. — ") erwähnt in den Chroniken der deut. St., Nürnberg. II, 86 und
Monum. Boica V, 212; XXV, 64. — ') s. Zeitschr. f. Baiem, II. Jahrg., 3. Bd.
1817 S. 357 und Bd. I Nr. 351. — *) Bd. I Nr. 354. - ») ebda. Nr. 361, 362. —
»•) ebda. Nr. 369, 370; cf. 387, 407. - '^) ebda. Nr. 379, 384. - '^) ebda.
Nr. 366. — '^) ebda. Nr. 388, 389 ; cf. Chroniken d. deut. St., Nürnberg, I, 373 :
IV, 144. — *^) ebda. Nr. 411. — ") Endres Tucher's Memorialbuch in den Chron.
d. d. St., Nürnb., II, 4, 5, 26.
78 Geschichtliches.
n
1440 Konrad Imhof, Anton und Herdegen Tucher (Brüder), Ulrich
Stark 1);
1441 Georg Mendel, Georg Lengfelder, Anton Rigler, Wilhelm
(oder Berthold) Hirschvogel ^) ;
1442 Fritz Ulrich^); Konrad Paumgartner , Hans Gruber, Fritz
Hiltprand*); Ulrich Herl, Diener des Martin Pregler und
Johannes Gruber, Nicolaus Koler ^);
1443 Nicolaus Streber '');
(1444 Lienhard Hirschvogel und Heinrich Rummel)^);
1448 Cyriacus Hofmann*');
vor 1449 Konrad, Hans and Ludvrig Gruber'');
(1449 Marcus Landauer?) i«);
1451 Ulrich Michel ^^), als dessen Bürge in einem lang andauernden
Prozess gegen einen Arnold von Seeland ein Birkenfeld genannt
wird ^ ^) ;
1453 Wilhelm und Sebald Rummel wiederum ^ ^) ;
(1454 Nicolaus Mis und sein Vertreter Johannes Gebitzer?)^^);
1456 Konrad Paumgartner^^);
1460 Sebastian Rummel, Martin Paumgartner, Heinrich Eber-
hardt^*"); ferner Heinrich Meischner und seine Gesellschaft, als
deren Vertreter Konrad Stetbeck genannt wird ^ ') ;
1465 Anton Paumgartner (früher 1460 Vertreter des Konrad
Paumgartner und seiner Gesellschaft) ^ ^) ;
1467 und 1469 Hanns Gruber; ferner Paul Imhof i^);
1468 Johannes und Heinrich Rummel, als deren Vertreter ein
Regensburger (?) Thomas Curtus (= Kurz?) genannt wird^"):
1471 Konrad Imhof nnd seine Brüder ^^);
1466 — 1473 verkehrte in Venedig Endres Tucher ^^);
1475 Johannes Winter ^^) und Christoph Scheurl, der wiederholt
in Handelssachen nach Venedig reiste und selbst wieder junge
Patriciersöhne, die ihm in die Lehre gegeben wurden, dorthin
schickte ^^);
1) Baader a. a. 0. S. 111. — ^) Bd. I Nr. 421, 428—433. - ^) ebda.
Nr. 438. - ■•) ebda. Nr. 439. — *) ebda. Nr. 443. - ") ebda. Nr. 444. — ') ebda.
Nr. 450; ich schliesse die Namen ein, weil es fraglich, ob die Beiden wirk-
lich nach Venedig gegangen. — *) Bd. I Nr, 457. — *) cf. A, v. Scheurl in
den Mittheilungen des Vereins f. Gesch. der Stadt Nürnberg Heft 5 S. 15. —
'") Bd. I Nr. 458. - ^^) ebda. Nr. 460—463, 466-469, 471-474. - '2) ebda.
Nr. 466, 468. - '^') ebda. Nr. 470. — '') ebda. Nr. 475. Miz kommen in
Nürnberg im 17. Jahrh. vor; s. Roth, Gesch. des Nürnb. Handeis, II, 256.
Statt Gebitzer ist vielleicht zu lesen Schlebizer, die am Anfang des 15. Jahrh.
in Nürnberg erwähnt werden. (Oder Gaubitzer? die es im 14. Jahrh. in Wiener-
Neustadt gab; s. Gleich, A., Gesch. der Stadt W.-N. S. 157.) — ^') Bd. I Nr. 480,
482, 485, 491. — '*) von denen freilich der Eath behauptete, dass sie nicht oder
nicht mehr Bürger der Stadt seien; s. Bd. I Nr. 490. — '') Bd. I Nr. 491. —
^*) ebda. Nr. 491, 498. - »») ebda. Nr. 504, 512, 510. — 2") ebda. Nr. 511; oder
Kölner? cf. oben S. 71. — '') ebda. Nr. 520. - ") s. Anton Tucher's Haus-
haltbuch (1507 — 1517), hrsg. von Wilh. Loose in der Bibliothek des literar. Ver.
in Stuttgart Bd. 134 S. 60 Anm. 2. — -=*) Bd. I Nr. 535. - ^') cf. A. v. Scheurl
I
Geschichtliches. 79
147G und 1478 Johannes Magnus (Gross?) ^);
1479 Johannes Stoler ^); ein gewisser Hermann, Pferdehändler
in Conegliano (auch 1484 erwähnt)^); Hans Tucher, Peter
Imhof, in dessen Kammer im Fondaco Sebald Rieter der Jüngere,
wie er erzählt, auf seiner Reise nach Jerusalem Aufnahme
fand, wobei er bemerkt, dass diese Kammer früher die der
Mendel gewesen sei ; Hans Knewssel (= Kneissel ?) und Peter
Schneyder (Augsburger?) nennt gleichfalls Rietter als damals
in Venedig anwesend'^);
1484 Melchior Tochauer (Tücher?)^); Paul Colb (?)«):
1487 Lorenz Angeli (wohl Engel?)'') und Brüder, denen ihre
Kammer auch ,für immer" zur Benützung überlassen wurde ^);
1491 Johannes Paumgartner (?)^);
1492 Lorenz und Albert Haller ^''); Guido Imhof, der erste Consul
der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco, dem aus demselben
Geschlechte in diesem Amte folgten ^ ^) :
1493 Sebastian Imhof;
1494 Jeremias Imhof;
1495 Guido Imhof, vielleicht einer der unter dem nämlichen
Jahr genannten ^ =^) Brüder des Johannes Imhof; in demselben
Jahre wird ferner erwähnt Leonhard EysfogeP^);
1496 Johannes Prewnlein (Bräunlein), „in Genua genannt Ange-
linus Borlinus" ^^):
1498 Franz Imhof, Consul ^i);
1499 Peter Imhof, ConsuPi);
1501 Leonhard Eysfogel wiederum ^^). Ob der in dem nämlichen
Jahre in Venedig sich aufhaltende Hans Koberger auch, wie
0. Hase meint, im Fondaco verweilte, ist mir zweifelhaft^^).
In demselben Jahre war Marcus Milic Consul ^^), der vielleicht
auch der Nürnberger Familie Mülich ^ ^) angehörte ;
1505 Franz Hirschvogel, Consul ^^).
Man sieht schon aus dieser Zusammenstellung, die ja aus den
mehrfach angegebenen Gründen nicht Anspruch auf Vollständigkeit
machen kann, wie gross die Betheiligung Nürnberg's am venetiani-
schen Handel gewesen ist. Es kann keinem Zweifel unterliegen —
und wir werden später noch Gelegenheit haben, dies zu konstatiren —
dass die Nürnberger Kaufherren im Fondaco alle Zeit eine hervor-
ragende Rolle gespielt haben, was sich ja auch schon in der bereits
in den , Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg" , Heft 5
S. 13 u. ff.; cf. oben S. 40. - ') Bd. I Nr. 540, 547. — ^) ebda. Nr. 551.
— ') ebda. Nr. 553, 558, 56G. — *) s. das Reisebuch der Familie Rieter in
der Bibliothek des literar. Vereins in Stuttgart Bd. 168 S. 37. — '') Bd. I
Nr. 564. — «) ebda. Nr. 567. - ') cf. Roth. Gesch. des Nürnb. Handels, I,
316. — «) Bd. I Nr. 574. — ») ebda. Nr. 586. — '">) ebda. Nr. 590; cf. Chro-
niken d. d. St.. Nürnb., IV, 344, wo z. J. 1475 Lorenz Haller genannt wird.
— ^>j cf. später die Consuln-Liste. — '») Bd. I Nr. 598. - ''') ebda. Nr. 600. —
'') ebda. Nr. 615 (S. 338). — '*) „Die Koberger", 2. Aufl., S. 293. — '«) s. Roth
a. a. 0. T, 346 und Anton Tucher's Haushaltbuch a. a. 0. S. 210.
80 Geschichtliches,
erwähnten Thatsache ausspricht, dass sie den Vorsitz an einer
Tafel geführt haben. Irrig aber scheint es mir, von einer förm-
lichen Nürnberger Gemeinde in Venedig oder im Fondaco zu
sprechen^). Vielleicht hat zu diesem Irrthum der Umstand Ver-
anlassung gegeben, dass in der Bartholomäuskirche zu Venedig es
eine auf den Altar des h. Sebald gestiftete Messe gab. Sie wurde
nach den Angaben des Nürnberger Chronisten Müller im Jahre 1434
von den nach Venedig handelnden Nürnberger Kaufleuten gestiftet.
„Heinrich Rummel, Kunz Imhoff, Erkenbrecht Koler und Fritz Kress
waren die ersten Verwalter und haben die Hauptsumme in die
Losung-Stube zu Nürnberg gelegt." Sie betrug zuerst 20 fl. und
wurde dann bis 44 fl. erhöht 2). Möglich auch, dass im Anschluss
daran die Nürnberger Kauf leute eine Bruderschaft unter sich errichtet
hatten, deren später 1517 Anton Tucher zu gedenken scheint^),
wenn anders nicht eine allgemeine Brüderschaft der deutschen Kauf-
leute in Venedig darunter zu verstehen ist. Im Uebrigen nahmen
die Nürnberger in Venedig und im Fondaco — insbesondere in
diesem Zeiträume — durchaus keine Sonderstellung ein. —
Sehr alt ist dann weiter die Handelsverbindung zwischen
Böhmen und speziell Prag und Venedig, Nach F. L. Hübsch'^)
standen die Prager Kaufleute am Ende des 13. Jahrhunderts in
direktem Verkehr mit den ersten Handlungshäusern damaliger Zeit
in Florenz, Venedig und Pisa. Wenn er freilich als Beweis dafür
anführt, dass Papst ürban IV. im Jahre 1262 in Venedig Beschlag
legen liess auf das Geld, welches König Ottokar für Waaren, die
er für seinen Hof verschrieben haben mag, dahin remittirt hatte —
so wird mancher vielleicht diesen Beleg nicht für sehr vollgültig
zu halten geneigt sein. Beweiskräftiger ist jedenfalls der Schutzbrief
„ohngefähr vom Jahre 1303", den Herzog Rudolf von Oesterreich für
die durch sein Land nach Venedig reisenden Prager Kaufleute er-
liess^). Oder die Statutensammlung von Alt- und Neuprag ,de
hospitibus mercimonia adducentibus', welche König Wenzel im Jahre
1304 bestätigte**). Oder die kurze Notiz in unserem Aktenstücke
vom 4, Februar 1302 ''), wo von Repressalien der Venetianer gegen
die Unterthanen des Königs von Böhmen die Rede ist. Vielleicht
noch häufiger allerdings als Prager nach Venedig, kamen umgekehrt
damals am Anfang des 14. Jahrhunderts Venetianer nach Prag,
wofür Erdmannsdörffer ^) und Tadra ^) mehrere Zeugnisse beigebracht
i
^) Wie dies z. B. Hermann Grimm, Ueber Künstler und Kunstwerke 1. Jhrg.
(1865) S. 147 thut. - ^) Roth, Gesch. des Nümb. Handels, 1, 113, 114; cf. Bd I Nr. 701.
— ä) Haushaltbuch a. a, 0. S. 154: ,1517 beczalt dem Jörg Spengler, für das er mich
czu Venedig in der prüderschaft, darinn ich daselbst pin, gelediget und gelost hat,
nemlich 41 jar, die ich dahin schuldig pin gewest , . ." — '^) Versuch einer Ge-
schichte des böhmischen Handels (1849) S. 112 ff. - *) Palacky, Ueber Formel-
bücher 3. 323 Nr. 120. — ^) Erben, Regesta Bohemiae et Moraviae H p. 868. —
') Bd. I Nr. 18, — *) De commercio p. 33 aus dem Jahre 1308 und 1348. —
^) Summa Gerhardi, ein Formelbuch aus der Zeit des Königs Johann von Böhmen
I
Geschichtliches. 81
haben, und wozu auch wir in der Notiz vom Jahre 1337 (28. März) ^),
dass über 20 Jahre schon ein gewisser Petrus Vulpe nach Böhmen
reise, einen Beitrag zu liefern im Stande sind.
Wir haben ferner zu gedenken der Verfügung des Herzogs
Rudolf von Oesterreich vom 25. Februar 1364, durch welche der-
selbe den Pragern den Weg über Wien nach Venedig gestattete ^) —
eine Erlaubniss, die Herzog Albrecht am 12. Mai 1366 dahin erwei-
terte, dass die Prager dabei für die nächsten 4 Jahre nicht gezwungen
sein sollten, ihre Waaren in Wien „niederzulegen" ^). Später, ca.
1386, „legten die Wiener Kaufleute dem Handel der Böhmen mit
Venedig grosse Hindernisse in den Weg, weshalb Wenzel gegen-
seitige Repressalien nahm und im Jahre 1387 den Wiener Kauf-
leuten den Handel nach Böhmen formlich untersagte. Im Jahre 1388
erliess Wenzel ein Mandat, worin er sich aussprach, dass die
Breslauer (?), die aus Polen und Böhmen nach Venedig zu Wasser
und zu Land Handel treiben, darin weder gestört noch aufgehalten
werden sollen" ^).
Namentlich aufgeführt finden wir:
1341 einen Johannes^);
1363 einen Reinaldus, der die Hinterlassenschaft eines bei Mestre
erschlagen gefundenen Christoph Payer (ob Kaufmann, wird
nicht gesagt) in Empfang genommen hat*");
1399 und 1404 einen Petrus Cochus (Peter Koch?, Sohn eines
Boschus Koch) ''). —
Nur dürftig sind die Nachrichten über Handelsbeziehungen
des benachbarten Mähren zur Lagunenstadt. Nach Weiss*) ge-
stattete erst (oder wieder?) in den Jahren 1462 und 1463 Kaiser
Friedrich IV. den Brünnern die Handelsverbindung mit Venedig,
als die Wiener sich gegen ihn empörten. In unseren Urkunden
werden bereits zum Jahre 1337 ein Conradus aus Brunn und ein
Corradus aus Mähren als in Venedig Handel treibend erwähnt ^). —
Wie aus dem Capitolare dei Visdomini hervorgeht, wurden
auch die Ungarn und Polen ^^) und selbst die Unterthanen des Her-
zogs von Savoyen ^^) damals als Angehörige des deutschen Reiches
betrachtet, und wenn sie nach Venedig mit Waaren kamen, den
übrigen Deutschen gleichgestellt. Aber ich glaube, wir können
füglich von diesen Ländern hier abstrahiren — abgesehen davon,
(c. 1336-1345) herausg. von F. Tadra im Archiv f. österr. Gesch., Bd. 63 S. 540
Nr. 199: König Johann befreit den Kaufmann ßaldevin Valaster aus Venedig von
sämmtlichen Mauth- und Zollabgaben in Böhmen; cf. Tomek, Gesch. der Stadt
Prag S. 353. — ') Bd. I Nr. 94. — ^) Pelzel, Kaiser Karl IV. Bd. II Urkundenbuch
S. 336; cf. auch S. 367. — ') Pelzel a. a. 0. Urkundenbuch S. 308. — ") Hübsch,
Versuch S. 264. - ■*) Bd. I Nr. 799. — «) ebda. Nr. 196. — ') ebda. Nr. 290. —
8) Geschichte der Stadt Wien Bd. I S. 213. — ») Bd. I Nr. 96. - ^«) s. pag. 227
cap. 3 no. 13 Verordnung vom 31. August 1475 (abgedruckt auch von Ennen in
der Monatsschrift etc. I S. 126; cf. Bd. I Nr. 139, wo ein Johannes und ein Theo-
doricus aus Polen im Jahre 1348 ausdrücklich als Deutsche bezeichnet werden.
— ^') cap. 243 p. 137 Verfügung vom 3. Januar 1427.
6
82
Geschichtliches.
dass uns über ihre Handelsbeziehungen zu Venedig nichts Näheres
bekannt ist. Dass die ungarischen Kaufleute frühzeitig, z. B. schon
in den Jahren 1224, 1226 und 1227 nach Venedig gekommen sind,
erhellt aus einzelnen Angaben im Liber Plegiorum ^).
Somit hätten wir unsere etwas anstrengende Rundreise durch
die verschiedenen Länder und Städte unseres deutschen Vaterlandes
und, wie wir vielleicht hinzufügen dürfen, durch einen grossen Theil
der einschlägigen Literatur beendet. So sehr wir uns dabei bemüht
haben, die Träger der deutsch-venetianischen Handelsbeziehungen
in diesem Zeiträume, soweit sie namentlich in unseren Urkunden
vorkommen, in Reih und Glied zu stellen, ihnen ihre Heimaths-
stätte anzuweisen — leider bleibt noch eine freilich verhältnissmässig
geringe Zahl solcher übrig; die wir bisher nicht oder nicht sicher
unterzubringen im Stande gewesen sind. Ich will sie hier wenigstens
in alphabetischer Ordnung aufführen:
Adguil, Albert 1495 2);
Athemannus 1317^) (vielleicht identisch mit dem 1343 genannten
Altemannus aus Regensburg) ^) ;
Ganter, Johannes 1355'^);
Garne, Marcus 1476 (Wiener? Laibacher?) ^);
Giler, Georg 1476 (Laibacher?) «^);
Gonradus und Gon^olinus 1329 '');
Gonradus 1345^);
Gronier, Bulfardo 1489 (Wiener? oder Genfer ?)'^);
Curatiis, Paulus 14631");
Diatrichus de Bangha 1356 ^i);
Gebizer, Johannes 1454 (Nürnberger? Wiener - Neustädter ?) ^ 2);
Gualterius (Walter) 1329 1^);
Henricus de Matho 1319 i'^);
Jacobus 131615);
Justus de Orlinger (Nördlingen?) 14761*^);
Leonardus 1355 i'');
Leonardus de Lancoleto 1364 1^);
Limpech, Johannes 1483 (Regensburger?) 1^);
Luchinius, Johannes 1350 2^);
Magnus, Johannes 1476 (Nürnberger?)^!);
Mis, Nicolaus, Sohn des Petrus Mis 1454 (Nürnberger?) ^ 2);
Morretus 1327^3);
1) Predelli, Regesti p. 68 no. 189; p. 99 no. 392 und p. 121 no. 502; s. auch
Minotto, Documenta ad Bellunum etc. spectantia. Sect. I p. 71 ad a. 1286, 20 Mai u. fF. ;
cf. oben S. 9. - ') Bd. I Nr. 598. - ') ebda. Nr. 50 ; cf. 804. — ■•) Commemoriali
lib. V no. 100, 111. — ') Bd. 1 Nr. 544. - '') ebda. Nr. 540. — ') ebda. Nr. 83. —
») ebda. Nr. 113. — ^) ebda. Nr. 581. — '') ebda. Nr. 496. — ") ebda. Nr. 163.
— 12) ebda. Nr. 475; cf. oben S, 78. — ") ebda. Nr. 83. — '*) ebda. Nr. 61. -
") ebda. Nr. 43. — '') ebda. Nr. 545. - ^'] ebda. Nr. 158. - ^^) ebda. Nr. 205.
— 1») ebda. Nr. 559. — '») ebda. Nr. 152. - ^') ebda. Nr. 540, 547. — ^^) ebda.
Nr. 475. — 2*) ebda. Nr. 75.
Geschichtliches. 83
Pichel, Johannes 1467^);
Rigus 1363 2);
Siaorle, Marcus 1476 (Memrainger ?) 2) ;
Staynsulzer, Peter 1439*);
Tencumath, Peter 1346 5);
Tochauer, Melchior 1484 (Nürnberger?)^);
Varnerius (Werner) de Cono 1343^);
Zodoler, Johannes 1483 (Regensburger?) ^).
Welch' eine stattliche Reihe von Namen erscheint hier als
Träger der deutsch-venetianischen Handelsbeziehungen ! Zwar nicht
Alle, die wir hier aufgeführt, mögen oder sind gewiss nicht in eigener
Person nach der Lagunenstadt gekommen — durch Vertreter u, s. w.
konnten sie, wie wir sogleich näher erwähnen werden, ihre Geschäfte
dort führen lassen ; und namentlich im späteren Mittelalter und von
Seite derjenigen Kaufleute, welche seit längerer Zeit mit Venedig
in, Geschäfts Verbindung standen, wird das vorzüglich geschehen sein.
Aber andererseits müssen wir bedenken oder uns daran erinnern,
dass die von uns oben aufgeführten Kaufleute nur einen kleinen —
wir wissen leider nicht den wievielten — Prozentsatz aller derer
bilden, die mit Venedig in Geschäftsverbindung standen, die eben nur
deshalb in Urkunden nicht erwähnt werden, weil ihnen weder auf der
Reise noch in Venedig etwas widerfuhr, was Anlass zu Reklamationen
hätte geben können. Wenn nun aber jährlich so und so viele unserer
Landsleute nach der Lagunenstadt kamen — welch' eine Menge von
Eindrücken, Erfahrungen und Anschauungen wurde da zugleich ge-
wonnen! und in welch' unermesslicher Fülle musste da venetianische
Kultur und Gesittung nach Deutschland zurückströmen!
Ich habe eben der Vertreter der Kaufleute gedacht und
mehrere solcher ja bereits mit Namen zu nennen Gelegenheit gehabt.
Nach den Bemerkungen von Kriegk ^) , die anderweitig ihre Be-
stätigung finden, haben wir da zu unterscheiden zwischen den Hand-
lungsdienern oder Commis, ,famuli, servitores', und den Geschäfts-
führern, den ,actores, factores, negotiorum gestores'. Die ersteren
mögen wohl nur seltener, in einzelnen Fällen, von ihren Herren zur
Wahrung ihrer Interessen u. s. w. mit einem bestimmten Auftrag nach
Venedig geschickt worden sein. Die ,factores' hingegen waren gewiss
für längere Zeit die (ständigen) Vertreter des betreffenden Hauses,
das sie nach Venedig gesandt ^*'j. Namentlich Handelsgesellschaften,
die sich gerade für den auswärtigen Handel leicht bildeten und
deren frühzeitig mehrere genannt werden ^^), pflegten in dieser Weise
eich vertreten und ihre Geschäfte führen zu lassen. Natürlich, dass
1) Bd. I Nr. 506. - -) ebda. Nr. 199. — ^) ebda. Nr. 544. — ") ebda. Nr. 418.
— •') ebda. Nr. 115. - ") ebda. Nr. 564. - ') ebda. Nr. 105. — «) ebda. Nr. 559.
— ®) Deutsches Bürgerthum im Mittelalter, Neue Folge, S. 443 Anm. —
">) s. Bd. I Nr. 164, 409, 491, 622. - '>) s. Kriegk a. a. 0. S. 439; Mone, Zeitschr.
f. Gesch. d. Oberrheins IV, 244 ff.; Heyd, Oberschwäbischer Handel mit Italien
84 Geschichtliches.
dieser ,factor' dann noch Untergebene, „Lehrlinge", famnli u. s. w. zu
seiner Unterstützung hatte, dass so in der That eine förmliche Filiale,
ein „Gleger" des Hauses oder der Gesellschaft in Venedig entstand,
wie wir beispielsweise von dem „Gleger" der Fugger gehört haben.
— Wie aus dem Capitolare ^) erhellt, wurden unter dieser Maske
aber auch oft Betrügereien verübt: da kamen Leute nach Venedig,
die sich als Vertreter einer der grossen deutschen Handelsgesellschaften
ausgaben, in deren Namen grössere Käufe auf Kredit abschlössen
und beim Zahlungstermin — verschwunden waren. Die Regierung
beschloss daher im Jahre 1448, in Zukunft Beglaubigungsschreiben
und Zeugnisse zu verlangen.
In der Regel wurde wohl bei Kauf und Verkauf baar bezahlt;
wir sehen aber schon aus dem eben angeführten Aktenstück , dass
auch das Kreditgeschäft in Anwendung kam, und dann weiter gewiss
überhaupt alle Arten des damaligen Geschäftsverkehrs, wie das ja
vom Wechsel — bekanntlich einem italienischen Produkt — von
Schuldscheinen u. s. w. genügend bezeugt und auch durch ein-
zelne unserer Urkunden zu belegen ist^). Nach dieser Richtung
hin und überhaupt für das venetianische Handelsrecht belehrend
scheinen mir da die Verhandlungen vor dem Gericht der .Giudici
di Petizion', die ich deshalb ausführlich mittheilen zu sollen ge-
glaubt habe. Auch die Vergleiche, welche zwischen falliten oder
zahlungsunfähigen deutschen Kaufleuten und ihren Gläubigern in
Venedig getroffen wurden, beanspruchen unser volles Interesse ^). Ich
möchte hier nur noch speziell darauf aufmerksam machen, wie eifrig
sich die venetianische Regierung um das Zustandekommen solcher
Vereinbarungen bemühte und oftmals, über den Widerspruch einzelner
Gläubiger sich hinwegsetzend, das getroffene Uebereinkommen billigte
und für perfekt erklärte — ein neuer Beweis für die wohlwollende,
wenn auch von selbstischen Interessen gewiss nicht freie, Gesinnung
der venetianischen Regierung gegen die deutschen Kaufleute.
Am meisten würde es uns nun aber interessiren, über das
innere Leben der deutschen Kaufleute im Fondaco, über
die innere Geschichte dieser deutschen Kolonie in Venedig, wenn
man so sagen darf, etwas Genaueres zu vernehmen. Leider sieht
es hier aber mit unserer Kenntniss für das ganze Mittelalter nicht
eben besonders gut aus. Dem Wenigen, was Heyd hierüber zusam-
mengestellt hat, vermögen wir nicht viel Neues hinzuzufügen.
und Spanien in den Württemberg. Vierteljahrsschriften f. Landesgeschichte 1880
S. 147 aus der Chronik des Ladislaus von Suntheim; cf. Bd. I Nr. 247, 361, 363,
390, 409, 491, 526, 594, 598, 605, 606, 622. — ') pag. 174 c. 283 a. 1448. —
■') s. Bd. I Nr. .30, 533; 76, 77, 2.S3, 258, 259, 268, 271, 278, 290, 301, 303, 512;
cf. 0. Ruland, Haushaltbuch a. a. 0. S. IX, femer Zeitschr. f. d. gesammte Handels-
recht Bd. VI, 540; VIII, 37 mit Rücksicht auf das von Mone a. a. 0. Bd. IV
S. 24 ff. publicirte Material. - ^) s. Bd. 1 Nr. 286, 559, 561, 562, 564, 569, 573,
591*, 592, 594, 595 (598), 602-606,- 608, 609, 613—615.
I
Geschichtliches. 85
So lange die venetianische Regierung die Verwaltung des
Fondaco in Händen hatte — und das war, wie früher erwähnt, ja
bis zum Ende des 15. Jahrhunderts ganz und gar der Fall — , so
lange sie, wie Heyd es ausdrückt ^), die Beschaffung und Erhaltung
der Wohngelasse, Magazine und Verkaufslokale besorgte, die Polizei
im Hause übte, den Verkehr der Deutschen mit den Venetianern,
das Verfahren bei Kauf und Verkauf u. s. w. regelte, so lange blieb
den Deutschen wenig zu verwalten übrig. Das Wichtigste, was es
da gab, betraf ihr leibliches Wohl. Verköstigen nämlich mussten sie
sich selbst — meint Heyd. Das scheint mir aber nicht ganz richtig.
Dass die Regierung den Wein selbst z. B. beschaffte, der in der Schenke
verabfolgt wurde, hebt auch Heyd hervor. Was aber die deutschen
Kaufleute bei ihrem gemeinsamen Mahl assen und tranken, meint
er, das mussten sie selbst beschaffen. Nur das Geschirr für die
Küche habe die Regierung gestellt. Allein in dem betreffenden
Aktenstück vom Jahre 1474 ^) heisst es, dass die venetianische Re-
gierung auch „anderer Notdurft den deutschen Kaufleuten — gegen
Bezahlung — Fürsehung gethan"; und in einem späteren Dokument
lesen wir^), dass die Kaufleute bis zum Jahr 1510 für Beschaffung
der für die Küche nöthigen Sachen, Wasser, Oel u. s. w. monatlich
acht ,grossi' in Gold (= ^s Dukaten) per Mann der Regierung
zahlten, was im Jahre 1510 geändert wurde, worauf wir später in
einem anderen Zusammenhange zurückkommen werden.
Sicher hingegen ist, dass die Deutschen das Personal der
Küche, zwei Köche mit ihren Gehülfen, selbst wählten*). „Ferner
bedurften sie zu ihrer Bedienung, zur Krankenpflege, zu Gängen
in die Stadt Diener (Knechte oder Junckherren), Auch diese, im
Jahre 1474 vier an der Zahl, stellten sie selbst an. Endlich bestand
ein Botendienst zur Verbindung der Kolonie mit der deutschen
Heimath ^). Die Wahl der (reitenden) Boten und die Beaufsichtigung
derselben war Sache der Insassen des Fondaco." So weit schon Heyd^).
Wir können noch hinzufügen, dass auch die Aufnahme in die Zunft
der Ballenbinder, die ja, wie früher erwähnt, Deutsche waren, von
der Zustimmung der deutschen Kaufleute abhängig war ''). So gab es
immerhin Manches zu berathen, was die „gemeine Notturfft" antraf.
Abgestimmt wurde ,in der Regel in denselben (zwei) lands-
raannschaftlichen Gruppen, welche auch für die Sitzordnung bei
Tische massgebend waren und eben deshalb Tafeln genannt wurden;
als Beschluss galt, was in beiden Tafeln die Mehrheit der Stimmen
auf sich vereinigt hatte. Konnten sich die Tafeln über etwas nicht
einigen, so wurde die Entscheidung einer Generalversammlung (einem
') Hist. Zeitschr. a. a. 0. S. 206. — ^) s. Flegler im Anzeiger f. Kunde etc.
1867 S. 334. — '} ebda. S. 365 u. Thomas, Milesio S. 50. — *) Ob der mehrmals
erwähnte Unterkoch identisch ist mit dem 1474 genannten „Kellner" ist nicht
ganz klar. — ^) cf. unten S. 88. — ®) Heyd, Hist. Zeitschr. a. a. 0. p. 207 aus den
von Flegler a. a. 0. mitgetheilten Dokumenten, besonders S. 337. — ') s. Bd. I
Nr. 320, 524 und oben S. 20.
86 Geschichtliches.
,geTnain Kapitel') anheimgegeben, welche in der Regel zu solchen
Zeiten stattfand, wo besonders viele deutsche Kautleute beisammen
waren, an Weihnachten oder an Jacobi" ^). In diesen Kapiteln — dies
verdient noch hinzugefügt ^) und besonders hervorgehoben zu werden
— sollte „jeder gelenndter Kaufmann ain Stymm und Waal
haben", gleichwie jeder, der am gemeinsamen Mahle auf seine
Kosten sich betheiligen wollte, an den Tafeln Platz nehmen durfte,
da, wie ausdrücklich betont wird, „Nyemand sunnder (besondere)
öerechtigkait da hatt" : ein rechter Kaufmann galt so viel als
der andere. Die gemeinsam gefassten Beschlüsse aber wurden in
der „gemainen Truchen" , also in einer Art Archiv sorgfältig auf-
bewahrt, damit sie für spätere Fälle und Vorkommnisse als Richt-
schnur dienen könnten. Leider ist sie im grossen Brande vom
Jahre 1505 mit dem alten Gebäude zu Grunde gegangen. Ich sage
„leider" und kann hier mit Heyd nicht übereinstimmen, der meint,
dass der Verlust wegen der geringen Wichtigkeit der Berathungs-
gegenstände vielleicht nicht zu beklagen sei. Allein auch die kleinste
Notiz, meine ich, müsste uns für diese frühere Zeit willkommen sein
zur Vervollständigung des dürftigen sonstigen Materiales ; und viel-
leicht erführe auch die „innere Geschichte" der Deutschen im
Fondaco in diesem Zeitraum doch noch einige weitere Beleuchtung.
Auch hiefür hat bereits Heyd das, was die bisher bekannt
gewordenen Quellen berichten, geschickt zusammengestellt^). „Dass es
bei der Rivalität unter den einzelnen Städten nicht ohne Misshellig-
keiten und Kämpfe abging, lässt sich denken und dies ist eigent-
lich das Einzige, was wir auch aus Geschichtschreibern belegen können.
Zuerst melden diese einen Konflikt zwischen den Regensburgern und
Nürnbergern. Der (im 15. Jahrhundert lebende) Regensburger Pres-
byter Andreas erzählt in seinem Chronicon Generale^) nach dem
(mündlichen) Bericht eines Mithandelnden Folgendes: Zur Regie-
rungszeit Kaiser Karl's IV. rissen die Nürnberger den ersten
Platz (locuni supremum) im Fondaco an sich, welchen die Regens-
burger von Alters her inne gehabt hatten. Als die Regensburger
dies hörten, schickten sie eine grosse Summe Geldes nach Venedig
und Hessen durch ihre Kaufleute so viel Waaren auf einmal an-
kaufen, als die Nürnberger im Laufe eines Jahres zu kaufen pflegten
und zwar gegen baar, während die Nürnberger Vieles auf Rechnung
kauften. Daraufhin bestätigte die venetianische Regierung die
Regensburger in ihrem alten Recht. Später, unter König Wenzel's
Regierung, wollten die Nürnberger jenen Platz neuerdings in An-
spruch nehmen; zwei Regensburger aber, Matthäus Rantinger und
Franz Putreich (dies der Gewährsmann des Andreas), wehrten sich
für das Recht ihrer Stadt mit den Stöcken in der Hand. Die Sache
') Heyd, Hist. Zeitschr. a. a. 0. p. 207. — ^) gleichfalls aus Flegler a. a. 0.
— ^) a. a. 0. S. 208. — *) bei Pez, Thesaurus anecdotorum tom. IV p. 3
col. 606 C; Heyd hat die Stelle fast wörtlich wiedergegeben.
Geschichtliches. 87
wurde vor den Dogen gebracht; dieser wollte insgeheim den Regens-
burgern wohl, während die zahlreich in Venedig anwesenden Nürn-
berger viele Gönner sonst in der Stadt hatten. Franz Putreich führte
vor dem Senat ^) die Sache seiner Mitbürger — unter Hinweisung
auf jenen starken Einkauf — so kräftig, dass er ein Senatsdekret
erwirkte, welches den Regensburgern den ersten Platz im Fondaco
,für immer" zutheilte ^). Er und sein Genosse Rantinger brachten
dies Dekret selbst in die Heimath". Dort hat es Gemeiner noch ge-
sehen^), dann aber ist es spurlos verschwunden. In den venetianischen
Akten aber hat sich, so viel ich bisher habe sehen können, über
den ganzen Streit nichts erhalten. Allerdings sind gerade für diese
Zeit in den Registerbänden der in Frage kommenden venetianischen
Kollegien Lücken vorhanden. Um was es sich übrigens bei dem
ganzen Streit handelte, ist nicht recht klar; noch weniger sieht man
ab, wie Heyd mit Recht bemerkt, „inwieweit jener Vorrang wirkliche
Vortheile in sich schloss , die einen so hartnäckigen Kampf recht-
fertigen konnten". Vorausgesetzt, dass es schon damals General-
versammlungen (gemaine Kapitel) gab, könnte man an den Vorsitz in
denselben (und ebenso an den Tafeln) denken, was jedoch nur ein
Ehrenamt gewesen sein dürfte.
Ein anderer Streit, von dem wir bisher keine Kenntniss
hatten und erst aus unserer Urkundensammlung erfahren, entspann
sich am Anfang des 15. Jahrhunderts zwischen den Städten 0 ber-
und Niederdeutschlands*). An der Spitze dieser stand Köln, jener
Nürnberg. Die Nürnberger Kaufleute behaupteten, dass von Alters
her es in der Küche des Fondaco zwei Herde für zwei Köche ge-
geben habe, von denen der eine das Mahl für die Kaufleute der-
jenigen Städte bereitete, welche Fürsten oder Herren untergeben
waren, der andere für die Kaufleute, welche den (freien) Reichs-
städten angehörten. Ferner habe es ebenso zwei Tafeln bei Tische
gegeben, an deren einer eben die Kaufleute aus Herren-Städten
(um es kurz so auszudrücken) sassen, während an der anderen jene
aus den Reichsstädten. Beide Theile hätten dem entsprechend die
Kosten zu tragen gehabt. Die Kölner Kaufleute aber behaupteten,
das sei nicht richtig : sie hätten nicht an der Tafel, sondern für sich
in ihren Kammern gespeist, und weigerten sich, zu den Kosten
der einen Tafel (jener der Reichsstädte, zu der sie selbst gehört
hätten) ihrerseits beizutragen. Nachdem auf Befehl der venetiani-
schen Regierung die Visdomini des Fondaco die Voruntersuchung
geführt, kam der Streit zur Entscheidung vor das zuständige Kolle-
gium der ,Proveditori di Comun' und ,Consoli dei Mercadanti'.
Diese bestimmten nun, dass alle Kaufleute an den Tafeln speisen
') ,in publice Consilio'. — ^) ,Consules considerato jure et veritate decemunt
bullam Ducis continentem quod Ratisponenses perpetuo locum supremum in dicta
domo debeant obtinere.' — ^) Regensburgische Chronik Bd. II S. 220 Anm. —
■•) s. Bd. I Nr. 357.
Ges chichtliches .
und nur diejenigen von dieser Verpflichtung ausgenommen sein
sollten, die entweder durch Krankheit daran gehindert wären, oder
wegen ihrer Mittellosigkeit die Kosten nicht erschwingen könnten.
Wie früher solle es zwei Herde und zwei Köche geben, einen
für die Kaufleute aus den Herren- , den anderen für die aus den
Reichsstädten, gleichviel ob aus Ober- oder aus Niederdeutschland.
Weiters bestimmten sie — zu Gunsten der Nürnberger — , dass
die Kosten für den Koch und seinen Gehülfen, den Unterkoch,
sowie für die Tafel der Reichsstädte nicht allein von den Nürn-
bergern und Oberdeutschen getragen werden sollten, sondern zu
gleicher Hälfte von den Kölnern und Niederdeutschen und zwar
abwechselnd einen Monat von diesen, den folgenden von jenen.
Auch die Kosten für Bekleidung des Koches und Unterkoches, sowie
andere etwaige Geschenke an dieselben sollten in gleicher Weise
getheilt werden: die Nürnberger blieben also Sieger in diesem
Streite, bei dem es sich vorwiegend um materielle Interessen
handelte.
Nicht ganz 50 Jahre später finden wir die Nürnberger im
Streit mit den Augsburgern. »Die Nürnberger klagten im Jahre
1474 in einem Bericht an den Rath ihrer Heimathstadt über den
Eigennutz der Augsburger. Früher seien alle die Boten, die „auf der
Strassen auss oder ein geloffen" ^), gewöhnlich Nürnberger gewesen,
die unparteiisch ohne Bevorzugung der Einen oder Anderen ihren Dienst
versehen hätten. Jetzt aber würden Augsburger als Boten benützt,
und deren Reise werde heimlich unterwegs (in Mestre oder Treviso)
und dann namentlich in Augsburg aufgehalten, so dass die Nürnberger
Kaufleute ihre Briefe und Botschaften um mehrere Tage später
erhalten und die Antwort darauf in gleicher Weise sich verzögere.
Als Beispiel führen sie dann noch nachträglich an, dass jüngst um
Ostern ein Nürnberger Bote in 10 Tagen von Venedig hinausgeritten
sei, während die Augsburger Boten sich oft 13 — 14 Tage auf der
Strasse aufhalten. Auch sei diesem Nürnberger Boten von den
Augsburgern mit höhnischen Worten die Wegzehrung verweigert
worden, wie sie sich denn überhaupt im weiteren Verlaufe ihres
Berichtes vornehmlich über das rücksichtslose und parteiische Be-
nehmen der Augsburger besonders bei Anstellung und Verwendung
der gemeinsamen Diener beklagen.
Einmal würden dieselben von den Augsburgern eigenmächtig
verwendet und ausgeschickt, ohne dass diese davon dem anderen
Theil, der anderen Tafel, Meldung thäten oder sie gar, wie sonst
üblich, um Erlaubniss dazu fragten. In Krankheitsfällen ferner
Hessen die Augsburger ihren Kranken durch die Diener grössere
Sorgfalt angedeihen als denen der anderen Tafel. Wenn ein Diener
abgegangen oder entlassen worden, sei gewöhnlich an dessen Stelle
^) d. h. den Briefdienst von Deutschland nach Venedig versahen und um-
gekehrt.
Geschichtliches. 89
wieder einer aus der nämlichen Stadt oder Tafel gewählt worden.
Das geschehe auch jetzt noch sofort von Seite der Augsburger;
ihnen, den Nürnbergern, würden dagegen Schwierigkeiten in den
Weg gelegt, werde die Wahl hinausgeschoben.
Wieweit diese Klagen begründet waren, müssen wir mit Heyd
sagen, steht dahin. Die Augsburger behaupteten in ihrer Recht-
fertigungsschrift, sie hätten nie für sich allein und blos zu ihrem
Nutzen, vielmehr immer im Einklang mit der gesammten Kauf-
mannsgemeinde gehandelt, und es sei eine ungebührliche Ueber-
hebung der Nürnberger, wenn sie Anspruch auf besondere Berück-
sichtigung ihrer Vorschläge und Wünsche machten. Denn (wie schon
oben erwähnt worden) alle Kaufleute besässen gleiche Rechte, Nie-
mand besondere „Freiheiten" oder Privilegien: nur die Stimmen-
mehrheit entscheide, der sich die Minderheit zu fügen habe, in der
sich die Nürnberger eben jeweilig befänden. — Hinsichtlich der
Boten steht die Behauptung der Nürnberger, dass früher alle ge-
wöhnlich Nürnberger gewesen, im Widerspruch mit der Angabe
Greiff's^), dass „schon um die Mitte des 14. Jahrhunderts zwischen
Augsburg und Venedig ein regelmässiger Verkehr bestand , der
durch ,Ordinari-Postboten' unterhalten wurde, an den sich die dahin
handelnden Kaufleute als Reisegefährten anschlössen".
Auch über diesen Streit findet sich nichts und kann sich wohl
schwerlich etwas in den venetianischen Akten finden. Die paar
Dokumente, die in einem der Brief bücher des Nürnberger Rathes dar-
über verzeichnet sind, enthalten nichts Wesentliches und geben uns
nur einige Daten an die Hand zur genaueren Bestimmung der Zeit
des Streites ^). Dass derselbe aber keine ernstere Differenz zwischen
den beiden Reichsstädten selbst hervorzurufen im Stande war, bezeugt
ein anderes Schriftstück aus der nämlichen Zeit (Juni 1476), worin
der Nürnberger Rath dem von Augsburg Nachricht gibt von den
Umtrieben und Anschlägen zweier Widersacher beider Städte gegen
die aus Italien zurückkehrenden Kauf leute ^).
In der That „sieht man auch aus dem Gegenstande dieser kleinen
Reibereien, wie wenig Bedeutendes inmitten dieser kaufmännischen
Genossenschaft berathen und beschlossen wurde" ^).
Das änderte sich nun freilich bereits am Ausgange des
15. Jahrhunderts.
Auf einem am 2. April'*) 1492 gehaltenen General-Kapitel wurde
nämlich der Beschluss gefasst, dass zur Bestreitung der „gemein-
samen Ausgaben" jeder deutsche Kaufmann einen kleinen Geld-
beitrag je nach dem Umfange seines Waarenumsatzes leisten sollte.
Dieser Beitrag wurde der Cottimo genannt — ein Name, der auch
*) Anmerkungen zum Tagebuch des Lucas Rem S. 77 Nr. 2. — ^) s. Bd. I
Nr. 528-530, 532. — ') ebda. Nr. 541. - •») Heyd, Hist. Zoitschr. S. 209. -
■'■) Nach Elze, Der Cottimo der Deutschen Nation in Venedig (Beilage zu Milesio
bei Thomas S. 75) am 2. Februar.
90
Geschichtliches.
sonst als Bezeichnung für eine solche Quote öfters vorkommt \). Wir
werden über denselben und über die „gemeinsamen Ausgaben", für
welche er verwendet werden sollte, im nächsten Theile ausführlicher
zu handeln haben. Hier sei vorläufig nur noch erwähnt, dass zur
Erhebung und Verwaltung dieser Umlage aus dem Kreise der Kauf-
leute zwei Männer gewählt wurden, welche ,Cottimieri' hiessen
und erst später (1578 oder 1587) ^) offiziell von der venetianischen
Regierung den Namen ,Consoli', Consuln der deutschen Kaufleute
erhielten^). Anfänglich wurden sie, wie Milesio angibt'^), nur auf
die Dauer von 6 Monaten gewählt: wie aus einigen Aktenstücken,
die ich selbst gefunden, ersichtlich ist^), erfolgte die Wahl immer zu
Ende April oder Anfang Mai und Ende Oktober oder Anfang
November. —
Ehe wir die Geschichte des Fondaco weiter verfolgen, haben
wir zuvor noch über zwei Punkte zu handeln: über die Strassen,
welche die deutschen Kaufleute nach oder von Venedig einschlugen,
und über die Handelsartikel, welche sie entweder nach Venedig
brachten oder von dort mitnahmen.
IV. Die Verkehrswege.
Es ist natürlich nicht möglich; hier in dieser Skizze über ein
Thema erschöpfend zu handeln , welches den Gegenstand einer
eigenen Monographie bilden könnte und wozu es noch, namentlich
bezüglich der Verkehrsstrassen in Deutschland selbst, der umfassend-
sten Vorarbeiten bedürfte. Was sich aus unseren Urkunden hiefür
anführen lässt, ist nicht eben sehr viel. Im Zusammenhang und
ausführlich mit Angabe aller Stationen wird keine einzige Strassen-
route mitgetheilt; nur ganz kurz und im Allgemeinen wird ein paar
Mal einer Route und zwar häufiger von Venedig heraus als hinein
gedacht oder einzelner Punkte gelegentlich Erwähnung gethan.
So ist öfters von dem ,caminum', der ,via' oder ,strata Ale-
manie' die Rede ^) oder vom ,caminum Basle' "') und ,Usburgi' ^) (Augs-
burg) oder der ,via Nurimbergi' **) nach Flandern, wobei bald der eine,
bald der andere Weg von der venetianischen Regierung als derjenige be
zeichnet wird, den die venetianischen Kauf leute mit Vorliebe benutzten^
Oder es wird erwähnt^"), dass die Regierung den Deutschen de:
Verkehr über Treviso statt über Latisana erlaube. Oder wir lesen,^
dass Kaufleuten aus München und Regensburg W^aaren bei Treviso
I
^) cf. Boerio, Dizionario del Dialetto Veneziano. — ^) Elze a. a. 0. S. 75
,am 23. August 1578", Milesio bei Thomas S. 66 ,am 13. Juli 1587". — ^) In
einem Schriftstücke vom 15. Dezember 1539 werden sie als ,Deputati al Cothimo'
bezeichnet; cf. später Consuln-Liste. — *) bei Thomas S. 61 ad a. 1492. —
") cf. später Consuln-Liste. — «) s. Bd. I Nr. 101, 120, 123. - ') ebda. Nr. 133,
200, 204, 207. - «) ebda. Nr. 204, 207. — «) ebda. Nr. 215. — i») ebda. Nr. 49.
Geschichtliches. 91
geraubt wurden^), dass um 1375 die Kaufleute aus Nürnberg u.s.w.
meist über Serravalle und durch das Gebiet von Treviso ^), die aus
dem Erzbisthum Salzburg, aus Böhmen, Passau und Niederbayern
meist über Latisana nach Venedig zogen. Die ,via Latisana' wird
sonst noch erwähnt^), wo zugleich des Wasserweges dahin durch die
Lagune, den Kanal Poveglia und dell' Arco (la Cava Zuccarina
heutigen Tages) gedacht wird^). Von den Augsburgern lesen wir,
dass sie den Weg über Schongau an den Gardasee ^) oder über
Spital und Serravalle nach Venedig einschlugen ^). Auch die Nürn-
berger versicherten 1458 ^), den Weg über Schongau einem anderen
vorzuziehen.
Von einzelnen Punkten finden wir sonst noch erwähnt — und
ich . schliesse hier auch die von den Venetianern berührten Punkte mit
ein — das Schloss Lichtenberg bei Augsburg ^), Murnau, Weilheim ^),
Füssen 1^), Innsbruck ^^), Lavant (in Tirol) ^^), die Zollstätte an
der TöU bei Meran ^^), Toblach i^), Amsee bei Höhlenstein (Landro)
im Ampezzaner ThaP^), zu den Haiden (= Ampezzo) ^**), die Val-
sugana^^), Lovadina und Ospitale an der Piave^^), Caneva bei
Sacilei9), Conegliano ^ ") , LaMotta^i), Treviso 22)^ Villach ^s), Spital
und den Kreuzberg (in Kärnthen)^*) und einige andere, die uns
als Belege für die uns anderwärts überlieferten Nachrichten über
die benützten Strassenwege dienen können.
Hauptquelle hiefür sind die ausführlicheren Reiseberichte
namentlich nach dem heiligen Land ziehender Pilger, von welchen
Einzelne — freilich bis gegen Ende dieses Zeitraums, des 15. Jahr-
hunderts, nur Wenige — alle Orte verzeichnen, durch welche sie ge-
kommen, wo sie sich etwa Mittags aufgehalten oder Nachtquartier
genommen haben. So besonders der mehrfach genannte Felix
Fabri, dessen Evagatorium auch nach dieser Richtung hin Unschätz-
bares bietet; ferner der gleichfalls schon erwähnte Ritter Arnold
von Harff und einige Andere aus früherer Zeit, wie z. B. Albert
von Stade, der 1236 selbst eine Romreise unternahm und in seine,
wohl wenig später begonnene Chronik mehrere sehr genaue Itinerarien
eingeschaltet hat. Nicht minder wichtig sind die Reiserechnungen
des früheren (1191 — 1204) Bischofs von Passau und nachherigen
(1204 — 1218) Patriarchen von Aquileja, Wolfger von Ellenbrechts-
kirchen, den diplomatische Geschäfte wiederholt über die Alpen
führten. — Auf Grund dieser und anderer zerstreuter Nachrichten
und insbesondere der Nachrichten über die Römerstrassen, welche
vielfach oder meistens auch später benützt wurden, hat in letzter Zeit
1) s. Bd. I Nr. 88, 89. - ') ebda. Nr. 230, 231. — *") ebda. Nr. 252, 276,
786. — *) ebda. Nr. 325. — *) ebda. Nr. 503. - «) ebda. Nr. 439, 508. -
') ebda. Nr. 486. — ») ebda. Nr. 348. - ») ebda. Nr. 486, 503. — '") ebda, Nr. 26.
— 1') ebda. Nr. 386. — '^) ebda. Nr. 508. - >^) ebda. Nr. 517. — '') ebda.
Nr. 422, 431. - '') ebda. Nr. 452. — '") ebda. Nr. 498. - '') ebda. Nr. 583. -
>8) ebda. Nr. 451. — '«) ebda. Nr. 506. - ^o) ebda. Nr. 148, 444. — ^i) ebda.
Nr. .343. - ") ebda. Nr. 799. - ^^) ebda. Nr. 438. — 2") ebda. Nr. 439.
92 Geschichtliches.
E. Oelilmann eingehender über „die Alpenpässe im Mittelalter'
gehandelt ^), dem wir bei dieser Uebersicht uns anschliessen wollen.
Wir glauben hier absehen zu können von den westlichsten
Alpenpässen, dem Mont Cenis und Mont Genevre, die höchstens für
die gewiss nur selten nach Venedig wandernden Unterthanen des
Herzogs von Savoyen in Betracht kommen könnten. Ebenso wird
der Grosse St. Bernhard schwerlich von deutschen Kaufleuten benützt
worden sein; auch der Gotthard war gewiss wegen seiner Höhe und
Unwirthlichkeit keine sehr betretene Verkehrsstrasse, wiewohl seit
dem Ende des 13. Jahrhunderts, wie Oehlmann nachweist^), ein Saum-
pfad über denselben erwähnt wird, der übrigens naturgemäss mehr
dem Handel (der Schweiz) mit Mailand diente. Viel häufiger benützt
war der Bernhardin und besonders der Septimer, von welchem Oehl-
mann geradezu und, wie es scheint, mit gutem Grund behauptet^),
dass er im 13. Jahrhundert in jenem Theil der Alpen die wichtigste,
ja die einzige vom Handel und grossen Verkehr aufgesuchte Strasse
gewesen. Zunächst freilich ebenfalls wieder für den Verkehr mit
Mailand, Genua u. s. w. ; nach Venedig werden wohl nur die Schweizer
diesen Weg eingeschlagen haben. Denn wenn auch die verschiedenen
Wege aus dem südlichen Deutschland im Mittelalter bei Bregenz
am Ostende des Bodensee's zusammenliefen*), bequemer und näher
war doch auch für die Kaufleute West- und Südwestdeutschlands,
sowie selbst der Schweiz nach Venedig der Weg über den Brenner
oder durch eines der zu seinem Strassensystem gehörigen Thäler.
Oehlmann theilt dieses letztere selbst in folgende Abtheilungen:
1. Von Norden: die Hauptstrasse von Augsburg nach Verona,
2. Von Osten: das Pusterthal.
3. Von Südosten: das Brentathal.
4. Von Südwesten: die verschiedenen durch das Val di Non,
Val Camonica und über Riva gehenden und westlich vom
Gardasee ausmündenden Wege. Dazu
5. als Transversale die Strasse von Meran über Landeck
nach Feldkirch, welche das Brennersystem mit dem cur-
rätischen verband.
Um mit der letzten zu beginnen, so scheint sie im Mittel-
alter ziemlich belebt und im Gebrauche gewesen zu sein — viel-
leicht mehr als Oehlmann anzunehmen geneigt ist. In einem
Wallfahrtsbüchlein des 15. Jahrhunderts (in der ehemaligen Strass-
burger Bibliothek C. m. 458) ist ein Wegweiser von Strassburg
nach Italien enthalten^), worin als „Propinqua via zu dem Arie-
berg über die Etzge" eben diese Route angegeben ist: Strass-
burg— Oflfenburg — Gengenbach — Haslach — Hornberg — Villingen —
1) Im „Jahrbuch für Schweizerische Geschichte" Bd. III u. IV (1878—79);
vgl. auch Mone a. a. 0. IV, 8 u. ff. — ^) ebda. Bd. III S. 285. — ') ebda.
S. 201. — *) ebda. Bd. IV S. 167. — ^) Von Mone in der Zeitschr. für Gesch. des
Oberrheins Bd. IV S. 17 veröffentlicht und von Oehlmann nicht berücksichtigt.
Geschichtliches. 93
Geisingen — Engen — Radolfzell am Untersee — Konstanz-r-Rheineck —
Feldkirch — Bludenz — Klösterle (bei Stuben) — Arlberg^) — Landeck —
Prutz im Oberinnthal— Finsterraüntz — Nauders — Mals— Schlanders —
Meran — Kaltem — Tramin — S. Michele — Trient u. s. w.
Den nämlichen Weg zum Theil — mit Umgehung des Brenners
— ist auch der Ritter Arnold von Harff auf seiner Pilgerreise 1496
gezogen. Er nennt ^) folgende Orte, durch die er auf derselben ge-
kommen, die uns zugleich die wohl gewöhnlich von den Kölnern
eingeschlagene Route bezeichnen dürften: Köln — Bonn — Wynteren
(Königs -Winter) — Remagen — Breisach (Breissig) ^) — Andernach —
Coblenz — Rense — Boppard — Hirtzenau — St.Goar — Wesel — Bacharach
— Dreckshausen (Trechtlingshausen) — Bingen — Ingelhausen (Ingel-
heim) — Mainz — Oppenheim — Worms — Speyer — Bruessel (Bruchsal)
— Breyten (Bretten) — Smeen (?) — Vaihingen — Swepertingen (Schwie-
berdingen) — Canstatt — Esslingen — Göppingen — Geisslingen — Ulm ^)
— Mem mingen — Kempten — ISI esselwang — Fijls (Füssen) — Reutte —
Lermoos — Fernpass — Sigmundsschloss(burg) — Nassereit — Eyms (Imst)
— Landeck — Prutz — Reet (Ried) — Föns (Pfunds) — Nauders — Mals —
Schlanders — Letz (Latsch) — Turnot (Naturns?) — Meran — Eppan —
Kalters — Tramin — Lome (Salurn) — S. Michele — Nevus (Lavis) — Trient.
Wenden wir uns nun zu der Hauptstrasse über den Brenner
selbst, so wollen wir unsere Reise nicht erst von Augsburg antreten,
sondern weiter droben im Norden und zwar an der Hand des Albert
von Stade, der neben Wolfger im früheren Mittelalter diesen Weg am
ausführlichsten beschrieben, in Stade. Denn ähnlich mag die Route
gewesen sein für den Kaufmann, der aus Lübeck nach Venedig
zog. Da begegnen wir nun folgenden Stationen^): Stade — Celle —
Rietze in der Gemeinde Wipshausen — Braunschweig— Hornburg —
Wernigerode — Hasselfelde — Nordhausen — Langensalza — Gotha —
Schmalkalden — Meiningen an der Werra — Neustadt an der Saale —
Münnerstadt — Schweinfurt — Würzburg — Ochsenfurt amMain — Aub —
Rothenburg an der Tauber — Dinkelsbühl — Offingen — Donauwörth —
Augsburg.
Von Augsburg an entwirft Oehlmann auf Grund der Berichte
Albert's und Wolfger's, sowie anderweitiger Angaben folgendes ge-
') üeber die Umgehung des Arlbergs in früherer Zeit, dessen Strasse am
Ende des 14. Jahrhunderts zwar begangen und zu Pferde zurückgelegt wurde,
aber noch nicht fahrbar war, s. Bidermann, Herrn. Ign., Verkehrsgeschichte des
Arlbergs in der Zeitschr. des deutschen und österreichischen Alpenvereins 1884
S. 408 u. ff., worin derselbe nachweist, dass man von Landeck aus lieber den
Umweg über Imst (Telfs), Nassereit, Lermos, Reutte, am Gachtpass vorüber in's
Tannheimer Thal, Hindelang, Sonthofen, Immenstadt zum Bodensee einschlug. —
^) Ausgabe von Groote S. 5. — ^) Die Namen modernisirt und rectifizirt nach
L. Ravenstein, Spezialkarte des Deutschen Reichs (Leipzig 1883). — ■*) Von hier
bis Nassereit stimmt auch das Itinerar Fabri's mit diesem überein. — ^) Albert
führt sie freilich in umgekehrter Reihenfolge auf, da er von Italien nach
Deutschland reist ; cf. Oehlmann a. a. 0. Bd. IV S. 207 und die Ausgabe Albert's
von Lappenberg in den Monum. Germ. hist. Script, t. XVI p. 339.
tf
94 Geschichtliches.
nauere Itinerar über den Brenner: Augsburg — Igling — Schongau-
Peiting— Oberammergau ^) — Partenkirchen — Mittenwald — Scharnitz
— Seefeld — Zirl — Innsbruck — Wilten — Matrey — Brenner— Gossen-
sass — Sterzing^) — Franzensfeste — Brixen — (Säben) — Klausen — Leng-
stein auf dem Ritten - Plateau — Botzen — BranzoU — Tramin — Neu-
markt— Salurn — Trient — Volano — Roveredo — Lizzana — Ala — Rivoli
— Chiusa an der Veroneser Clause — Volargne — Verona.
,^ Daneben gab es nun aber streckenweise noch andere Wege,
die auf dieser Route eingeschlagen werden konnten und benutzt
wurden. So von Augsburg statt über Schongau und Peiting über
Mehring — Inning — Polling nach Oberau auf die Hauptstrasse. — Bei
Zirl vereinigte sich die Hauptstrasse mit der anderen, theilweise
schon oben angegebenen, welche von Ulm her über Kempten —
Füssen — Reute und den Fernpass führte und in Nassereit ebensogut
wie gegen Südwesten nach Landeck, so gegen Osten nach Zirl
und Innsbruck eingeschlagen werden konnte.
Eine besonders wichtige Strasse traf in Innsbruck von Norden
her mit jener anderen zusammen: die von Regensburg längs des
Inns über Rosenheim und Hall her führte und (über Wasserburg)
wohl auch von München aus benützt wurde ^).
Ehe wir von Innsbruck den Weg weiter nach Süden fortsetzen,
müssen wir uns noch einmal auf jene Hauptstrasse von Augsburg
nach Innsbruck zurückbegeben, um an einem der wichtigsten Punkte
derselben noch einen Augenblick zu verweilen, in Mittenwald, dessen
hervorragende handelsgeschichtliche Bedeutung J. Baader in seiner
„Chronik des Marktes Mitten wald" ^) in ein helles Licht gesetzt
hat. Was nämlich an Kaufmannsgütern aus Italien und Tirol einer-
oder aus Süddeutschland oder dem „Reiche" andererseits kam, musste
in Mittenwald „niedergelegt" werden und Niederlagegeld bezahlen.
Und zwar besass das ausschliessliche Recht der Erhebung dieses
Niederlagegeldes, sowie der „Verfrachtung" der Kaufmannsgüter
ein wohlorganisirter Verein bürgerlicher Fuhrleute, welcher den
Charakter einer Innung hatte und die „Rott" hiess. Davon wurde
die ganze Strasse auch die „Rottstrasse" genannt. Dieselbe führte
übrigens nicht blos über Partenkirchen und Schongau nach Augs-
^) Daisenberger, Gesch. des Dorfes Oberammergau im Oberbayer. Archiv Bd. 20
S. 83 „Die Ammergauer fanden durch Fuhrwerk, welches sie übernahmen, vielen
"Verdienst. Sie führten die Güter, die aus Italien kamen, gewöhnlich bis nach
Schongau, wo sie abgelöst wurden; die Güter, die von Augsburg kamen, nach
Partenkirch en" allerdings nach Daisenberger besonders erst seit der Gründung
des Klosters Ettal (1330), da „früher des Reiches Strasse von Au am Hengenstein
gen Eschenloh und Murnau nach Weilheim führte". — ^) Fabri a. a. 0. IV, 455
nennt als Stationen zwischen Matrey und Sterzing ,Im Lug' (Zollstation) ,ubi
sunt gravia telonea omnium rerum quae a Venetiis in Sueviam ducuntur estque
ibi culeum grande cum magnis catenis, in quo librantur gravissimi currus cum
Omnibus oneribus suis' und ,St. Valentin' (Wasserscheide zwischen Donau und
Etsch). — 3) s. Lori, Gesch. von Baiern II. Tbl. (von K. H. v. Lang 1816) S. 351.
— *) Nördlingen 1880.
Geschichtliches. 95
bürg, sondern dazu gehörte auch der früher ziemlich häufig, im
15. Jahrhundert aber wegen des schlechten Zustandes der Strasse
wohl weniger benützte Arm Partenkirchen — Murnau — Weilheim —
München^). „Verfrachtet durfte in der Regel nur bis zur nächsten
Rottstation werden, z. B. (von Mittenwald aus) nach Partenkirchen
baierischer-, nach Seefeld tirolerseits. Brachten dagegen die Rott-
leute Kaufmannsgut von weiter Entfernung, z. B. aus Augsburg
oder Botzen, auf eigenen Gefährten durch ^ie Rottstationen, so
waren sie zur Niederlage nicht verpflichtet; sie konnten ohne die-
selbe ihr Gut bis an seinen Bestimmungsort führen, entweder nach
Botzen einer- oder nach Augsburg andererseits. Die Rottleute wech-
selten mit der Verfrachtung der ankommenden Güter, so dass
immer einer nach dem anderen an die Reihe kam." — Man kann
sich denken , was das einbrachte , wie der Wohlstand des Platzes
und der ganzen Gegend in raschem Aufblühen begriffen war. Und
wie stark der Verkehr hier war und wie sehr er zunahm, geht am
besten auch daraus hervor, dass am Anfange des 15. Jahrhunderts
die Rottfuhren zu Lande für die Weiterbeförderung nicht mehr
ausreichten und die Mittenwalder daher im Jahre 1407 auch eine
Rottfuhr auf dem Wasser der Isar errichteten, an welcher nament-
lich die Nürnberger Kaufleute, wie überliefert wird, grosses Interesse
nahmen. Denn durch diese Wasserrott „dirigirten sie ihre Waaren
durch Baiern und vermieden die Strasse durch Schwaben und
Franken (?), wo ihnen zahlreiche Placker auflauerten" '^). Aber die
Mittenwalder verlangten anfangs so hohe Frachtgebühren und stellten
so harte Bedingungen, dass erst nach einigen Jahrzehnten — Baader
gibt die genaue Jahreszahl nicht an — zwischen 1431 und 1450
eine Uebereinkunft erzielt wurde. Immer mehr steigerte sich so
der Verkehr. Im Jahre 1470 bauten Richter, Rath und Gemeine
zu Mittenwald ein Waarenhaus, worin die ankommenden Güter
niedergelegt und verwahrt werden konnten. Und als nun vollends
im Jahre 1487 in Folge eines Streites zwischen dem Erzherzog
Sigmund und Venedig der grosse Botzener Markt nach Mittenwald
verlegt wurde, erreichte der Ort den Gipfel seines Glanzes. Denn
diese Botzener Märkte waren (nach Baader) ein „Brennpunkt des
Handelsverkehrs zwischen Deutschland und Italien gewesen; die
Kaufleute beider Länder rechneten dort auf den Messen mit einander
ab, zu welchem Behufe der Stadt auch ein schnelleres Rechtsver-
fahren in Schuld- und Wechselsachen verliehen war". Nachdem nun
in dem genannten Jahre 1487 Erzherzog Sigmund 130 Venetianer
Kaufleute in's Gefängniss hatte werfen lassen^), „beschloss die stolze
Lagunenstadt die Niederlage ihrer Waaren und die Abrechnung
mit ihren deutschen Geschäftsfreunden von Tirol weg nach Mitten-
1) cf. Bd. I Nr. 486, 503 und Töpfer im Oberbayerischen Archiv VIII, 286.
— ^) Baader a. a. 0. S. 171. — ^) cf. A. Jäger, Gesch. der landständischen Ver-
fassung Tirols Bd. II Thl. 2 S. .322 und Primisser im „Sammler f. Gesch. und
Statistik von Tirol" Bd. II S. 97 ff".
Qß Geschichtliches.
wald zu verlegen, und 192 Jahre lang wurden dann die Botzener
Märkte hier abgehalten." — Dieser Verlegung des Botzener Marktes
verdankte die Strasse München — Benediktbeuern — Kochel — Kessel-
berg— Walchensee — Wallgau — Grün — Mittenwald ihre Entstehung.
Denn gerade mit Rücksicht auf die gesteigerte Bedeutung von
Mittenwald, um seine Hauptstadt mit diesem Orte in nähere Ver-
bindung zu bringen, hat Herzog Albrecht von Bayern im Jahre
1492 diese Strasse ai?legen lassen, welche der einige Stunden weiter
westwärts ziehenden grossen Rottstrasse parallel lief ^). —
Von sehr untergeordneter Bedeutung waren, wie Oehlmann
wohl mit Fug und Recht sagt, die Strassen westlicli vom Garda-See,
die an irgend einem Punkte des Trieuter Thaies dahin abbogen, da
ohne besondere Veranlassung sich niemand seitwärts in das Gebirge
geschlagen haben wird, während ihn die gerade Strasse über Verona
schneller und leichter seinem Ziele zuführte. Da aber doch gelegent-
lich von Ileberfällen und Beraubungen die Rede ist, die in der Nähe
des Garda-Sees stattfanden ^), mögen kurz auch diese Wege genannt
werden. Es sind nach Oehlmann drei Linien, die hier in Betracht
kommen konnten: 1. die von Trient oder Roveredo nach Ripa am
Gardasee, 2, von Trient über Steuico im Sarcathale den Chiese ent-
lang nach Brescia, 3. durch Val di Non, Val di Sole und Camonica.
Hingegen von der grössten Wichtigkeit für den deutsch-
venetianischen Handelsverkehr und von diesem wohl fast noch mehr
benutzt als die Hauptstrasse Trient — Verona waren die beiden
nach Osten und Südosten vom Brenner abzweigenden Strassen durch
das Pusterthal und durch das Brentathal.
Was die erstere betrifft, so gedenkt ihrer bereits Albert von
Stade, aber freilich nicht in sehr schmeichelhaften Ausdrücken.
„Im Pusterthal, " sagt er, „ist es sehr theuer, und die Wirthshäuser
sind schlecht." Und selbst noch über 200 Jahre später klagt P'elix
Fabri, der auf der Rückreise von Venedig diesen Weg einschlug,
über einzelne schlechte Gasthäuser und besonders über den schlechten
Zustand der Strasse, an welchem freilich die Jahreszeit — Fabri pas-
sirte die Strasse im Monat Januar — und die Schnee- und Eismassen
wesentlich mit schuld gewesen sein mögen. Sie führte von der
Brennerstrasse bei der heutigen Franzensfeste weg und ging über
Bruneck — Toblach (wo in südöstlicher Richtung ein Weg über den
Kreuzberg nach Venzone abzweigte ^) — Niederndorf — Holenstein '^) —
Peutelstein (wo Venedigs Gebiet anfing und eine Zollstation errichtet
war) — Cortina oder Ampezzo (oder Prata, zum Heyden) — Cadore
(Kadober) — Ospitale — Capo di Ponte (Plassprugg von den Deut-
schen genannt) — Serravalle (Spervall ^) — Conegliano — über die Piave
') Baader a. a. 0. S. 184. — -) Bd. I Nr. 316. - ^) s. unten - ■•) Diesen
Ort als Nachtquartier nennt auch Burkhard Zink zum Jahre 1446 ; s. Chroniken
der deutschen Städte, Augsburg, Bd. II S. 181. — ') Diese Strecke von Capo
di Ponte bis Seravalle beschreibt genauer Marino Sanuto in seinem ,Itinerario
per la Terra ferraa Veneziana nell' anno 1483' (veröffentlicht von Rawdon
■^
Geschichtliches. 97
nach Treviso — Mestre, wo die Pilger die Pferde zu verkaufen pflegten
und die Kaufleute ihre Waaren auf die Barken umluden, mit denen
man nach Venedig hineinfuhr. —
Die Strasse durch das Brentathal oder die Val Sugana zweigt
von Trient ab. Als Stationen auf diesem Wege nennt schon Albert
von Stade (jedoch in umgekehrter Reihenfolge) : Pergine — Levico —
Borgo (di Val Sugana) — Grigno (Primolano) — Kofel mit einem wohl
befestigten Schloss , das zugleich die von hier nach Feltre — Quero
(Owero) an der Piave — Treviso abzweigende, sogar häufiger betre-
tene Strasse beherrschte, ferner Solagna und Bassano. Die weiteren
Stationen bis Venedig wären Cittadella — Rimine (Limena?) — Padua —
Lizzafusina — Venedig.
Von Interesse und mit den vorausgehenden Angaben ziemlich
übereinstimmend ist die Route, welche der letzte Graf von Katzen-
ellenbogen auf seiner Pilgerreise (1433 — 1434) einschlug, deren
Beschreibung jüngst Röhricht und Meissner herausgegeben haben ^).
Er reiste von Darmstadt über Zwingenberg — Sinsheim — Marbach —
Stuttgart — Nürtingen — Blaubeuern — Ulm — Memmingen — Kempten
- -Vils — Lermoos — Telfs — Innsbruck— Matrey — Sterzing — Mühlbach
— Brunneck — Toblach — Ampezzo — S. Martino — Ospitale — S. Croce —
Serravalle — Conegliano — Treviso — Mestre nach Venedig.
Den Rückweg nahm er von Venedig über Mestre — Treviso —
Conegliano — Serravalle — Capo di Ponte — Toblach — Bruneck —
Sterzing — Matrey — Innsbruck — Heiligenblut — Seefeld — Mitten wald
— Ammergau — Schongau — Augsburg — Wembding(en) — Schwabach
— Nürnberg — (Forchheim — Bamberg — Koburg — Gräfenau a. Um —
Erfurt — Rossla — Naumburg — Halle — Calbe — Magdeburg — Tanger-
münde — Wilsnack — Magdeburg — Halle — Naumburg — - Erfurt —
Eisenach — Cassel — Trey sa — Marburg — Hachenburg — Cöln — Aachen
— Jülich — Cöln — Poppeisdorf — Andernach — Boppard — Rheinfels).
Wenden wir uns nun zu dem Gebiet der Ostalpen, das theils
wegen der Configuration des Bodens, der reichen Gliederung der
Oberfläche und der früher vielfach unstäten Besitzesverhältnisse ein
Brown 1847) p. 124. Er nennt noch S. Croce, Vigo und il castello di Caxaniata, wo
in den Berg ein Loch (Tunnel oder Gallerie) gehauen war, um die Waarenballen
nach Deutschland durchzulassen (dove e uno buso taiato in la montagna tanto
quanto e le balle (che) si liga in fontego per andar in Elemagna le quäl
tutte convien passar di li). Desselben Tunnels gedenkt auch Felix Fabri mit
dem Bemerken, dass schon in Venedig beim Ballenbinden auf diesen Tunnel
Rücksicht genommen wurde (Evagatorium a. a. 0. IV, 446: venimus in locum
ubi ingens petra de pariete rupis protensa objicit se viae regiae; hanc petram
antiqui perforaverunt, maximis non dubito laboribus, ita quod per foramen
illud equites et onerarii currus transeunt cum omnibus Venetiarum mercibus.
Ad quantitatem autem illius foraminis colligantur fardella vel ballae aut sacci
mercium in fontico Venetiis, nee sinunt aliquid transire, quod latera foraminis
tangit, nee permittunt quod foramen amplietur ferro, ut semper eadem magnitudo
ballarum maneat. YA hoc rationabiliter faciunt, quia, si mercatores possent ad
suum libitum onera facere, multa bona perirent). — ') Zeitschr. f. deutsches
Alterthum Bd. XXVI S. 348 ff.
7
98 Geschichtliches.
ziemlich komplicirtes Strassennetz aufweist. Indem Oehlraann hier
den Angaben aus der Römerzeit und Wolfger's von Passau u
folgt, zerlegt er dieses Netz ebenfalls — in der Richtung von Süden
nach Norden — in fünf Abschnitte : a) von Aquileja über den Pass von
Pontebba bis Tarvis, b) von Aquileja oder Cividale über den Predil-
pass dahin , c) die gemeinsame Strasse von Tarvis über Friesach
bis an die Mur, d) von der Mur über die Sölkscharte nach Lorch^
e) von Unzmarkt über den Semmering nach Wiener-Neustadt. Wir
werden dieser Eintheilung uns nicht anschliessen , da es uns doch
mehr darauf ankommt zu wissen, welchen ^^ eg unsere Landsleute
nach Venedig hinein als heraus eingeschlagen haben. Beginnen
wir da mit Wien, das ja überdies mit am frühesten zu Venedig in
Handelsbeziehung getreten ist.
Als östlichster Verbindungsweg hätten wir hier zu nennen die
von Wien über Baden — Wiener -Neustadt — Oedenburg — Stein am
Anger — Körmönd — über die Raab — Martyancz — Radkersburg— (über
die Mur) — nach Pettau führende Strasse. Von hier ging dieselbe weiter
nach Ober-Pulsgau — Windisch-Feistritz — Cilly — Franz (Vransko) —
St. Oswald — Laibach — Sta. Croce— Ober-Laibach — Loitsch — über den
Birnbaumer Wald nach Wipbach — über den Isonzo — Palma Nuova —
Aquileja. Von hier aus benützte man wohl früher den Wasserweg
nach Venedig; später, als Aquileja sank, schlug man wohl von
Palma Nuova den Landweg über Latisana — Portogruaro — Oderzo
nach Treviso u. s. w. (cf. oben) ein. Ueberhaupt scheint diese ganze
Route, die hauptsächlich in früherer Zeit dem Verkehr zwischen Un-
garn und Venedig gedient hat, später weniger benützt worden zu sein.
Der Verbote österreichischer Herzoge im 14. Jahrhundert gegen
diesen Weg über Pettau haben wir schon früher gedacht^).
Von Wien schlug man in Folge dessen öfter, wenn nicht sogar
ausschliesslich, den Weg über den Semmering ein, der schon aus
Wolfger's Reiserechnungen ^) und den Angaben Anderer, z. B. Ulrichs
von Lichtenstein, sich so feststellen lässt: Wien — Traiskirchen —
Neustadt — Neuenkirchen — Glocknitz— Semmering— Mürzzuschlag —
Krieglach — Kindberg — Kapfenberg — Brück — Leoben — Pols — Knittel-
feld — Judenburg — Unzmarkt — Scheif ling — Neumarkt — Friesach —
Treibach — St. Veit (in Kärnthen) — Feldkirch — Villach — Tarvis —
Pontebba — den Fellacanal entlang über Chiusa — Resiutta — Venzone —
Ospedaletto — Gemona. Von hier aus konnte man^) (südöstlich über
Udine nach Aquileja oder) südlich über S. Daniele und Codroipo
nach Latisana, Portogruaro u. s, w. (s. oben) oder vom Tagliamento
bei Casarsa ab entweder über S. Vito — Portogruaro u. s. w. oder
endlich (wie z. B. Ulrich von Lichtenstein) über Pordenone — Sacile —
Conegliano — Treviso den Weg nach Venedig einschlagen.
ier 1H
en j|
^) cf. oben S. 49 u. fF. — ^) s. die Ausgabe derselben von J. Zingerle
(Heilbronn 1877). — ^) s. Zahn, Friaulische Studien im Arch. für österr. Gesch.
Bd. 57 S. 364 ff.
%
Geschichtliches. 99
Von dieser Hauptstrasse zweigten dann aber noch mehrere
andere Routen ab, deren wir hier noch zu gedenken haben. So
von Brück an der Mur eine in südöstlicher Richtung nach Graz —
Leibnitz, welche besonders dein Verkehr mit Ungarn diente, also
hier strenge genommen nicht in Betracht gezogen zu werden braucht.
In Folge des von Herzog Albrecht HI. 1386 verhängten Strassen-
zwanges zu Gunsten von St. Veit und Villach, dem Klagenfurt und
Völkermarkt zu entgehen suchten, gewannen die Wege über den
LoibI und durch die Eisenkappel über den Seeberg und den Kanker-
pass ^eine stetig wachsende Bedeutung" ^). — Im Jahre 1380 wurde
von Cividaler Kaufleuten die Strasse über den Predil, von Tarvis
nach Flitsch, angelegt^).
Besonders wichtig sind die von Norden oder Nordwesten her
auf diese Hauptstrasse (Wien — Semmering — Villach — Gemona)
treffenden Routen. Da kam zwischen Judenburg und Unzmarkt die
Strasse her, welche aus Oberösterreich über Zeyring führte. Oehl-
mann hat dieselbe nicht berücksichtigt. Aber wir wissen von früher
her^), dass den fünf Städten Wels, Linz, Enns, Steyr, Freistadt dieser
Weg gestattet oder vorgeschrieben, anderen Städten aber verboten
war. Also musste er doch ein öfters benutzter sein. Er wird von
Enns und Steyr der Enns entlang gegangen sein bis über Admont,
dann über Rottenmann und den Rottenm anner Tauern nach Zey-
ring geführt haben. — Oder er führte — und dies gilt besonders
für die Kaufleute von Linz und Wels — auf einer alten Römer-
strasse ^) — über Kirchdorf — Windischgarsten — den Pyrnpass nach
Lietzen — Rottenmann u. s. w. oder — dies allerdings wohl nur ein
Samweg ^) — von Lietzen südwestlich über Irdning durch das Gr. Sölk-
thal nach dem Katschthal über S, Peter — Oberwölz und erreichte bei
Scheifling die Hauptstrasse Wien — Friesach.
Etwas weiter hinter Scheifling bei Teufenbach kam eine andere
gleichfalls^) alte Römerstrasse heran, die, wenn wir sie rückwärts
verfolgen, über Murau — Tamsweg — Mauterndorf — Tweng— den Rad-
städter Tauern — Untertauern — Radstadt— Bischofshofen - Werfen —
durch den Pass Lueg — über Golling — Küchel — Hallein nach Salzburg
führte : eine der Hauptstrassen für den Handel zwischen Salzburg
und Venedig^). — Näher war es für die Salzburger wohl von
Mauterndorf statt östlich über Tamsweg südlich den Weg über den
Katschberg nach Gmünd^ — Spittal und von da die Drau entlang nach
Villach einzuschlagen *^) oder auf einem Samweg über Windisch-
Feistritz nach Tarvis zu ziehen ''). Und noch eine andere Route
(ebenfalls zum Theil Samweg) führte von Salzburg — Bischofshofen
über Gastein und den Malnitzer Tauern nach Ober-Vellach im Möll-
') s. Aelschker, Geschichte Kärnthens (1885) Bd. I S. 783. - ^) cf. oben
S. 50 u. ff. — ') cf. Aelschker a. a. 0. S. 71. — ") cf. Zahn a. a. 0. S. 365. —
*) cf. Aelschker a. a. 0. S. 71 und Koch-Sternfeld, Die Tauern (1820) S. 231 u. ff.
— ®) cf. Aelschker a. a. 0. S. 784 und Ankershofen, Handbuch der Gesch. des
Herzogthums Kämthen Abth. II Bd. I S. .556. — ') s. Koch-Sternfeld a. a. 0.
100
Geschichtliches.
thal und von da an die Drau nach Spittal und südöstlich nach Villach
oder südwestlich gegen Ober-Drauburg u. s. w. (cf. unten).
Dann traf vor Venzone noch eine Strasse auf jene Hauptlinie,
welche sich (rückwärts verfolgt) bald bei Tolmezzo („dem deutschen
Schönfeld ") ^) selbst wieder theilte. Von hier aus konnte man in
nordwestlicher Richtung durch den Canal di Gordo über „die uralte
deutsche noch heute bestehende Colonie" ^) Sappada (Bladen) - Comelico
— den Kreuzberg (Monte Croce) — Sexten — nach Innichen in's Puster-
thal u. s. w. gelangen; und für den Verkehr etwa zwischen Augsburg
und Aquileja war diese alte, schon 1184 erwähnte, obwohl „müh-
same" Strasse^) in der That der nächste Weg^). — Wandte man
sich aber von Tolmezzo direkt nördlich, so führte eine alte Römer-
strasse ^) über Zuglio (Julia Carnica) — Paluzza — durch den Canal
di S. Pietro nach Timau und über den Pleckenpass nach Mauthen
und über den Gailberg nach Oberdrauburg. — Von Osten her
mündete hier in Oberdrauburg eine der Drau entlang führende
Strasse von Spittal ein (cf. oben), während in nördlicher Richtung der
(Sam-)Weg über Capaun — Winklern — Döllach — Heiligenblut— den
Tauern — durch die Fusch oder Rauris nach Brück — Zell — Saal-
felden oder in nordwestlicher Richtung der Weg über Lienz —
Windisch-Matrey und den Velber Tauern nach Mittersill in's Salz-
burgische weiter führte *). — Der eben erwähnte Pleckenpass
hiess auf älteren Karten, wie Ficker betont, gleichfalls der , Kreuz-
berg' und wird heutigen Tages noch auf der italienischen (Friauler)
Seite , Monte Croce' genannt. Und Ficker hält wohl mit Recht ^)
gegen Meiller ^) und gegen Zahn '') eben diesen (Flecken) Kreuzberg
und nicht jenen bei Innichen, für denjenigen ,Mons Crucis', dessen
in einem Vertrage zwischen dem Patriarchen Bertold von Aquileja
und dem Grafen Meinhard von Görz vom 27. November 1234 Er-
wähnung geschieht. Der Graf hatte das ausschliessliche Geleitsrecht
„auf der Strasse über den Kreuzberg" beansprucht; der Patriarch
dagegen behauptete , dass ihm dasselbe nur zustehe gegenüber den
„Baiern" , die von den Tauern, und Allen, welche aus Gegenden
von Niederwelz aufwärts — d. h. aus dem Salzburgischen — kämen ;
nicht aber gegenüber Denjenigen, die aus Steiermark, Kärnthen und
0 esterreich kämen. Diese hätten gewöhnlich seit langer Zeit den
Weg über Chiusa und den Fella-Canal eingeschlagen; um aber der
Mauth bei Chiusa zu entgehen , nähmen sie jetzt auch den Weg
über den Kreuzberg, weshalb er nun die Mauth eben da am Kreuz-
berg erheben wolle. Schliesslich wurde durch schiedsrichterlichen
Spruch bestimmt, dass der Patriarch in der That von diesen Letz-
teren, wenn sie über den Kreuzberg zögen, an irgend einem Orte
^) Zahn a. a. 0. S. 367. — ^) Ficker in den Mittheilungen des Instituts
f. österr. Geschichtsforschung Bd. I S. 299. — =*) Ficker ebda. S. 301. — ") Koch
a. a. 0. — ') Babenberger Regesten 222. — ") Urkundenbuch des Herzogthums
Steiermark Bd. II S. 419 u. 631 und Friaulische Studien a. a. 0. S. 367.
Geschichtliches. 101
seines Gebietes die Mauth erheben dürfe, aber sie müsse um ein
Drittel erraässigt werden.
Damit hätten wir auch diese Seite der Alpen für unsere Zwecke
erledigt. Es erübrigt nur noch einen kurzen Blick auf das innere
Deutschland, so weit es noch nicht berührt wurde, zu werfen und zu
sehen, auf welchen Wegen man von hier aus nach Venedig gelangte.
Für die Prager war, abgesehen vom Weg über Wien, wohl die nächste
Verbindung die über Budweis durch den Böhmerwald nach Linz. Die
Breslauer konnten zuerst die Oder hinauffahren, mussten dann wohl zu
Lande bis Olmütz reisen und konnten von da wiederum den Wasser-
weg auf der March und zuletzt auf der Donau bis Wien benützen.
Die Nürnberger aber zogen wohl entweder über Augsburg oder über
München auf den oben verzeichneten Strassen nach Venedig. —
Im Anschluss hieran mögen einige Notizen über die Ent-
fernungen zwischen Deutschland und Venedig beigefügt werden.
Wie lange freilich der Kaufmann (oder sein Vertreter) mit seinen
Waaren unterwegs war, darüber fehlen alle Angaben. Nur über die
Zeit, in welcher der Weg zu Pferd von Reisenden und Brief-Boten
zurückgelegt wurde, sind wir, allerdings leider auch nur dürftig, unter-
richtet. So brauchte der früher erwähnte letzte Graf von Katzen-
ellenbogen auf seiner Pilgerreise^) 1433—1434 von Ulm bis nach
Venedig 10 Tage, von Venedig heraus nach Augsburg 11 Tage, und
weiter bis Nürnberg 14 Tage, die Markgrafen Johann und Albrecht
von Brandenburg 1435 von Nürnberg bis Venedig nur 9 Tage
(31. März bis 8. April) ^), Stephan von Gumppenberg 1449 von
Würzburg bis Venedig 13 Tage ^).
Johannes Schedel, ein älterer Bruder des berühmten Humanisten
Hartmann Schedel*), reiste nach seiner eigenen Angabe am 27. April
1459 in Nürnberg ab und langte — in 13 Tagen — am 9. Mai in
Venedig an. Den Rückweg legte er in gleicher Zeit vom 13. bis
26. Februar 1461 zurück^).
Hans von Radwitz ging am 3. April 1467 von Bamberg über
Nürnberg nach München und traf am 19. April in Venedig ein*");
Graf Eberhard von Württemberg im Bart brach am 10. Mai 1468
von Herrenalb auf und kam 20. Mai in Venedig an; den Rückweg
von Venedig nach Urach legte er in gleich kurzer Zeit vom
25. Oktober bis 4. November zurück "').
•) cf. Zeitschr. für deutsches Alterthum Bd. XXVI S. 348 ff. - ') Röhricht
und Meissner, Pilgerreisen etc. S. 472—473. — ^) ebda. S. 478. — ■*) s. Watteu-
bach in den Forschungen zur deutschen Geschichte Bd. XI S. 352. — *) Cod.
germ. der hiesigen Staatsbibliothek 409 fol. 306' heisst es : ,Item io Zuan Schedel
andava a Venesia con ser Lorenczo Memminger e si rivassemo a Venesia adi 9
de Mazo 1459 e si andessemo via a Nurembergo adi 27 de Avrilo, e son sta
con m" Pi(e)ro Chogo 21 mesi, 2 duc(ati) al niesi, che val 42 duc(ati). E si
andessemo via a Venesia adi 13 del Fevrer 1461 e si venissemo a Nur(embergo)
adi 26 del Fevrer 1461.' — *) Röhricht u. Meissner, Pilgerr. S. 485. — ') ebda.
S. 486.
102
Geschichtliches.
Johannes Tucher brauchte 1479 von Nürnberg nach Venedig
gleichfalls 13 Tage i), Felix Fabri 1483 ebensoviel (17.— 29. Januar)
zur Rückreise von Venedig nach Ulm ^).
Darnach ist es also gar nichts so Besonderes, wie Greiflf meint,
wenn der junge Lucas Rem 1494 in 10 Tagen ^) (vom 6. — 15. Oktober)
von Augsburg nach Venedig hineinreitet. Und was will das erst be-
sagen gegen einzelne, wirklich staunenswerthe Leistungen von Brief-
Boten? Erst in jüngster Zeit hat Hans Bosch unter dem Titel „Eil-
post im 15. Jahrhundert" im „Anzeiger des germanischen National-
museums" '^j eine Urkunde aus dem Scheurl'scheu Archiv im Germani-
schen Museum mitgetheilt, aus welcher hervorgeht, dass der Nürnberger
Bürger Jakob Krauss, „wahrscheinlich ein Bote", im Jahre 1494 inner-
halb 4 Tagen und einiger Stunden — von Freitag dem 14. Februar
Nachmittags 4 Uhr bis Mittwoch Früh 2^J4 Uhr — über Augsburg
nach Venedig geritten „respektive gereist" ist. Und er hatte dabei
noch 10^/4 Stunden länger gebraucht, als er beabsichtigt hatte. Denn
er hatte sich, wie es ausdrücklich in der Urkunde heisst, verbindlich
gemacht, in 4 Tagen nach Venedig zu reisen!
So unglaublich dies auf den ersten Anblick erscheinen mag,
es steht doch nicht ohne Analogie da! In der Antwort, welche die
Augsburger Kaufleute des Fondaco im Jahre 1474 auf die von uns
früher berührte^) Beschwerdeschrift der dortigen Nürnberger Kauf-
leute erliessen, heisst es unter Anderem^): „wol hatt es die gestallt,
das in verganngner zitt ain gemainer (= gemeinsamer) diener, on
vnnser wort wissen vnnd willen, durch sich selbs vnnd vnns ze
schaden ainen oder mer mit briefen, die kauifmanschafft berurten,
eylennts geschickt hätt, der nacher dann in fünnff tagen hinuß gen
Nüremberg kommen ist . .!" Jedenfalls musste da Tag und Nacht
durchgeritten und durchgereist werden. Sonst brauchten die Boten,
wie wir aus der nämlichen Beschwerdeschrift erfahren, von Venedig
heraus nach Nürnberg 10 — 13 oder 14 Tage, über welch letztere
Zeit aber eben als eine zu lange die Nürnberger Kaufleute sich
darin beklagen.
Von Augsburg bis Venedig rechnete man wohl auch damals
schon ^) für die gewöhnliche Bestellung der Briefe eine knappe
V^oche, nämlich von Samstag Abend bis wieder Samstag Früh und
umgekehrt von Freitag Abend bis zum andern Samstag „bei
guter Zeit". —
Wir betrachten endlich die Gegenstände des deutsch-venetiani-
schen Handels:
1) Röhricht u. Meissner a. a. 0. S. 499. - ^) ebda. S. 502. — ^) nicM
in 8, wie GreifF sagt (Tagebuch des Lucas Rem) S. X; cf. S. 5. — ^) 1886 S. 255.
— *) cf. oben S. 88. — ") Flegler im Anzeiger f. Kunde der deut. Vorzeit 1867
Nr. 11 S. 336. — ') cf. die „erneuerte" Augsburger Botenordnung vom Jahre 1555
bei Greiff, Tagebuch des Lucas Rem S. 77, auf welche ich im zweiten Theile
nochmals zurückkomme.
\
G eschichtliches. 103
V. Die Waaren.
Kurz, aber ziemlich treffend hat schon Mone als Hauptartikel
der deutschen Einfuhr nach Venedig , Leinwand und Wolle", als jene
der Ausfuhr aus Venedig „Spezereien, Seide und Wein" bezeichnet^).
Vollständiger sind darüber die meist aus dem Capitolare^) geschöpften
Angaben Heyd's in dem mehrerwähnten Aufsatz ^). Die deutschen
Kaufleute, sagt er, brachten nach Venedig:
1. die Ausbeute der deutschen Bergwerke: Metalle: Gold,
Silber, Eisen, Kupfer, Blei, Zinn und zwar besonders aus
den österreichischen Landen;
2. Pelzwerk aus den nördlicher gelegenen Theilen Deutsch-
lands, vielleicht auch aus Russland her;
3. die Manufakturerzeugnisse der deutschen Lande: Leder,
Hornwaaren, Zeuge aus Wolle, Leinwand und Baumwolle.
Aus Venedig aber holten unsere Kaufleute für die deutsche
Heimath :
L die Waaren der Levante, des Morgenlandes: Spezereien
aller Art, Pfeffer, Zucker, griechische Weine, Rohseide,
Baumwolle;
2. die Erzeugnisse des venetianischen Gewerbefleisses: der
Glasfabrikation in Murano und der sehr vorgeschrittenen
Textil-Industrie Venedigs für die feineren Zeuge aus Seide
und Baumwolle, die Sammte, Tafte, Schleier, Goldbrokate,
Kamelotte, Boccasini u, s. w.
Vergleichen wir damit unsere Urkunden, so finden wir fast
alle diese Artikel auch in ihnen gelegentlich erwähnt: als deutsche
Einfuhrartikel :
a) Gold und Silber, gemünztes und ungemünztes ''^), Messing^),
Eisen '^), Kupfer^), Zinn ^), Bernstein^);
b) Pelzwerk, Häute, Felle i«);
c) Deutsche Manufakturerzeugnisse: Zeuge (Tücher, Gewebe,
Kleider) aus Wolle und Leinwand, wie diese selbst auch
in unverarbeitetem Zustand ^^), Schleier und Hüte^^), kirch-
liche Ausstattungsgegenstände ^^), ferner Paternoster^'^).
Ausserdem bezog aber Venedig aus deutschen Landen
>) Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins Bd. IV S. 8. — ^) cf. p. XII; XV; 9 c. 29;
29 c. 86; 37 c. 105, 106; 53 c. 134; 73 c. 168; 74 c. 169; 83 c. 187; 86 c. 194;
95 c. 204; 100 c. 208; 103 c. 213; 116 c. 228; 133 c. 240; 141 c. 247; 153 c 258;
164 c. 275; 168 c. 278; 172 c. 282; 193 c. 305; 209 c. 325; 224 c. 4; 253 c. 21;
263 c. 27 ; 266 c. 30; 274 c. 39. — ■') S. 214 u. ff. ; cf. auch dessen Gesch. d. Lev.-H. II,
550 u. flf. - ") s. Bd. I Nr. 9, 50, 68, 69, 86, 91, 96, 97, 162, 173, 179, 265, 298,
798. — •') ebda. Nr. 487, 491. — ") ebda. Nr. 98, 109, 510, 782. — ') ebda.
Nr. 15, 16, 54, 216, 236, 360, 590, 597, 617. — «) ebda. Nr. 15, 16, 229,
2:36. — ") ebda. Nr. 212, 488. — '«) ebda. Nr. 59, 114, 281, 301, 346, 367,
488, 789. - ") ebda. Nr. 63, 106, 137, 163, 168, 181, 212, 267, 268, 270, 488.
- '2) ebda. Nr. 212. — ") ebda. Nr. 483. — '*) ebda. Nr. 298.
1Q4 Geschichtliches.
(besonders den angrenzenden österreichischen Gebieten) noch
Holz ^), Getreide ^ ), auf dessen Einfuhr mitunter sogar eine
Prämie gesetzt wurde ^); dann ab und zu andere Lebens-
mittel: Mehl, Nüsse, Kapaunen (?)"*), und namentlich Pferde
und sonstige Zugthiere ^) nebst Rosshaaren *').
Unter den Ausfuhrartikeln der Deutschen aus Venedig finden
wir erwähnt:
1. Specereien im Allgemeinen'') und speziell: Pfeffer^),
Ingwer^), Kümmel ^^), Zimmt ^^), Rhabarber i^), Safran ^^),
Cochenille ^^), Brasilienholz ^^), Räucherwerk ^'^); ferner
Mandeln ^^), Feigen und Rosinen'^), Johannisbrod^^),
Zucker 20), Wachs 21), OeP^), Seife ^ 3), Salpeter 2*); ferner
Fische (besonders getrocknete) 2^), Fastenspeisen 2*^), Weine
(Malvasier und Chriechel) 2'');
2. venetianische Fabrikate : Stoffe aus Seide, wie diese selbst '"* ^),
aus Sammt 2") und Baumwolle, wie diese selbst ^*^),
Barchent 31), Flachs ^ 2), Goldfäden oder Golddraht 3«),
Glaswaaren 3"*), Waffen (Panzer, Kürasse, Sturmhauben)^^),
Schleifsteine^^), Papier^''), Kaninchenfelle^*^) (die damals
in Deutschland also noch selten gewesen zu sein scheinen),
womit natürlich die Zahl der ein- und ausgeführten deutsch-
venetianischen Handelsartikel keineswegs erschöpft ist. Auch hiefür
bedarf es noch vielfacher Vorarbeiten.
In einem Friesacher Mauthtarif vom Jahre 1425 werden als
vorzüglichste Artikel, welche man aus Venedig (nach Kärnthen)
herausführte, genannt ^^): Salpeter, Schwefel, Alaun, Oel, Weinbeeren,
Mandel, Reis, Feigen, Seife, Lorbeeren, Boxhorn (Johannisbrot), Glas,
Paradiesäpfel, Malvasier und andere griechische und italienische
Weine, dürre (getrocknete) Fische, feines Tuch (aus Florenz und
Verona), Seidenzeuge, Sammt, Schleier, Strohhüte, Farbwaaren,
Gold- und Silbergeschmeide, alle Gattungen Gewürze, besonders
Pfeffer und Ingwer u. a. „Dafür hatte Kärnthen einen sichern Ab-
satz jener Produkte nach Venedig, welche dasselbe zur Ausrüstung
und Proviantirung seiner Arsenale und Schiffe und für seinen
n
') Bd. I Nr. 246. — =) ebda. Nr. 203, 563, 565. - ') ebda. Nr. 563. - *) ebda,
Nr. 194. — *) ebda. Nr. 345, 406, 549, 553, 558, 566. - ') ebda. Nr. 224. - ') ebda.
Nr. 75, 522. - «) ebda. Nr. 75, 236, 338, 440, 444. - «) ebda. Nr. 222. -
1") ebda. Nr. 234, 338. — ") ebda. Nr. 338. — ^^) ebda. Nr. 164. — ") ebda.
Nr. 11-13, 19, 326. — '") ebda. Nr. 88. — '*) ebda. Nr. 88. — 1«) ebda. Nr. 338.
- ") ebda. Nr. 221, 223. — '') ebda. Nr. 338. - '^) ebda. Nr. 787. — 2") ebda.
Nr. 75, 273, 338. — ^') ebda. Nr. 75. ~ ^^) ebda. Nr. 17, 49, 65, 108, 786. -
2«) ebda. Nr. 193, 338, 787. — '") ebda. Nr. 241, 283, 318, 327, 450, 552. —
2-^) ebda. Nr. 579, 580. — '") ebda. Nr. 202. - ") ebda. Nr. 202, 338. - '») ebda.
Nr. 43, 46, 61, 80, 83, 88, 89, 205, 423, 793, 794. — '») ebda. Nr. 205. — ^"j ebda. Nr. 56,
273, 338, 498, 522, 800. — "^) ebda. Nr. 236. - ^^) ebda. Nr. 194. — ^^) ebda.
Nr. 43, 158, 810. - ^*) ebda. Nr. 201, 256. — ^''•) ebda. Nr. 36, 37. — '«) ebda.
Nr. 113. — ") ebda. Nr. 266. — ^*) ebda. Nr. 340. — »') s. Aelschker, Gesch.
Kärnthens I, 778 — 781; Ankershofen, Handb. der Gesch. von Kärnthen II, 1 S. 550.
1
reschichtliches. 105
sonstigen Bedarf und Handel, als damals reich bevölkerte Stadt,
bedurfte. Die vorzüglichsten Artikel der Art waren: Leinwand
(und Hanf: Garn, Zwillich, Segeltuch oder Plahen), Tuch (Loden
aus der Wolle der zahlreichen Schafherden) , Pferde , Rindvieh
(Wallachen, Stuten, Hornvieh), Eisen und Blei, Getreide und Holz"^).
, Ausser diesen grösseren Artikeln kommen in dem oben erwähnten
Mauthtarife nocli folgende Waaren theils als Landesprodukte (Kärn-
thens) theils als Durchfuhrartikel vor: Honig, Meth, Bier, Hopfen,
Speck, Wachs, Parchant, Wolle, Flachs, Ross- und Rinderhaare, alle
Gattungen gearbeitete Häute, Stiefeln und Schuhe, Schweine, Ziegen,
Unschlitt, Schmalz, Käse, Federn, Filzhüte, Kotzen (grober wollener
Mantel), dann alle Gattungen Wilddecken und Rauchwerke, Yrch
oder gearbeitete Bockhäute, Kitzfelle, Kupfer und Zinn, Wasserblei,
Hüttenrauch (künstlich verfertigter Arsenik), Schwert- und Messer-
klingen, Gloriät oder Lörgat (Lärchenharz), Farbwaaren, Mehl,
Nürnberger Waaren, Zwirn, leinene Bänder jeder Gattung, Passauer
Geschirr, Quecksilber u. dgl. mehr" ^).
Aehnlich werden in einem Seitenstetter Codex aus dem (ausgehen-
den?) 15. Jahrhundert folgende Waaren als Ausfuhrartikel aus Oester-
reich nach Venedig angegeben ^) : Leinen, Quecksilber, Wachs, Garn,
Zwillich, Plahen, Federn, Schmer (Fett), Unschlitt, Felle, Irich, Kupfer,
Zinn, Tegel (Lehm?), Blei, Speck, Tücher (graue und weisse),
Hüttenrauch, Häute, Hausen (Fischart), Hering, Salz, Schwert,
Prennt (?) ; dagegen als Einfuhrartikel : Weinbeeren, Safran, Feigen,
Welscher Wein, Terrant (Weinsorte?), Cotpoln (= Kotbuckeln?
eine Art Fische), Glass, Poxhörnl (Johannisbrot), Oel, Seife, Sammt,
Baldachin (Baldekino, Seidenstoff), Zugatoni (?), Kamacka (Camocato,
Seidenstoff), Corosyn (?), Spintel (?), Purpur, Maromat (Maramato,
Goldbrokat), Taffata, Sarassmat (?), Zenndel, Sandelin, Parchant.
Die Menge der Tauschgegenstände zwischen Deutschland und
Italien hat Baader in seiner „Chronik des Marktes Mittenwald" durch
folgende Aufzählung der in den Waarenhäusern Mittenwald's in da-
maliger Zeit „niedergelegten* Waaren zu veranschaulichen gesucht^):
„Aus der Levante und Italien waren aufgestapelt alle Gewürze und
Südfrüchte, Ballen mit Baumwolle, Pfeffersäcke in grosser Anzahl,
Lagein mit Kamlit (Kamelot, Wollenzeug), Säcke mit Zitwar (bittere
Wurzel), Büschel Filetseide (gedrehte Seide) in Löschen (eine Art
Leder), Truhen mit Kanel (Zimmt), Säcke mit Johannisbrot, allerlei
Ballen mit Baumwolle umschlagen, Büsche] mit Löschen, schwarze und
weisse Poccaschyn enthaltend. Lagein mit Muskatblumen, Säcklein
mit Safran, in Lösch zusammengebundene Büschel mit Seide, Säcke
mit allerlei Gewürzen und Fastenspeisen, mit Wolle beschlagene
I
') Ankershofen a. a. 0. — ^) Kurz, Oesterreichs Handel in älteren Zeiten
S. 485; cf. S. 327 u. ff". — ^) S. 178 auf Grund archivalischer Aufzeichnungen;
cf. 38. Jahresbericht des hist. Ver. für Mittelfranken S. 108 u. ff. Die oben
eingeschlossenen Erklärungen sind von mir aus den Wörterbüchern von Grimm,
Lexer, Schmeller etc. beigesetzt.
106 Geschichtliches.
Ballen, Säcke mit Ingwer, Nägelein und Zibeben, Büschel mit Taffata
und Joppenseide, Scharnitzen mit Nägelein, Ballen mit Schreibpapier,
Lagein mit Weihrauch, Säcklein mit Muskat, Löschbüschel mit Gold-
tafehi und Töckelseide (Docken- d. i. gehaspelte Seide?) von allerlei
Farben, Wollenballen mit Silber- und Goldtafeln, Zockeln (Holzschuhe)
und Schreibtafeln, Senftsäcklein, grosse Schachteln mit Konfekt,
Schachteln mit Borten, Schleierlein, in Bretter gebundene Büschel mit
rothem und schwarzem Sammt und mit Tüchern von Damasko, Büschel
mit Gold- und Silberfellen, Büschel mit Stückbörtlein, Schachteln mit
Gold und Silber, Schachteln mit Zitronato, Wachsscheiben, Pome-
ranzen und andere Südfrüchte, Löschbüschel mit Zendel, Krüge
mit Sabaina (Sabina? Sade- oder Sevenbaum), Oelfässer, Lösch-
büschel mit Sturzhauben (Schleierart), Fässer mit Feigen, Zucker
und Palmatseide (weiche Seidenart), Lagein mit Feigen, mit Wein-
beeren, zahllose Fässer mit Wälsch- und Etschwein, Lagein mit
Malvasier, Säcke mit Mandeln und viel anderes Kaufmannsgut des
Südens und Ostens.
Aus Schwaben, Franken, Bayern, Sachsen und den Rhein- und
Niederlanden wurden nach Tirol und den angrenzenden Landen,
desgleichen nach Venedig und noch weiter verladen: Fässer mit
Kupferdraht, Viertelfässer mit weissen Blechen und Messing, Boden-
fässer mit schwarzem Eisen, Schocke (Büschel) mit Sturzhauben,
Säume mit Gewand, Tüchern von Aachen und Butzbach, rothen und
blauen lundischen Tüchern, weissen englischen Tüchern, dann mit
Tüchern von Frankfurt, Friedberg und Seligenstadt (Hessen), Säume
Kyrsaten („ein alter schwieriger Zeugname"), Doppel- Arras und mit
grauen englischen Tüchern, Säume mit Gewand von Köln, blauen
Tüchern, rothen und weissen Kyrsaten, dann hinwieder mit Trautner
und roth und kornblauem Teurner Gewand , Säume mit blauem
Herrnthaler und Speyrer Tuch, Kyrsat- Umschlägen und blauen
Guglern (Art Leinenzeug), Ballen und Fässer mit Barchant, Panzern,
Hundskappen (Art Visier oder Sturmhaube), Haarbändern, Nadeln,
Fingerhüten und Messern, Ballen mit Dorneckischen (Tournay) Tüchern
und Hosen, Packe mit Biretlein, Papierballen, Ballen und Truhen
mit Buchsbaumkämmen, Künlein (Kaninchenfelle), Kröpf- (Halsstück
von Pelz), Geis- und Luchsfellen, Lädlein mit Gold und Silber und
Heftlein, mit Abenteuer (Kleinodien) gezeichnet, Ballen mit Trusein-
hosen, mit Gewand von Löwen, grünem und rothem Tuch von
Löwen, mit schwarzem und lichtem Herrnthaler Tuch, mit schwarzem
und rothem Bursat (halbseidener Zeug), mit lichten Tüchern von
Aachen, mit rothem Frankfurter und rothem Gebershausener Tuch,
mit Lyrichhosen (Larichhosen? von Leinwerch, feinerem Werch),
mit grobem englischem und Akaley-Tuch, verschiedenes Kemlin-
Gewand (Zeug aus Kameelhaaren), Ballen mit Tafelmessing (in
Platten) und viele andere Handelsartikel der süd- und norddeutschen,
rhein- und ausländischen Industrie."
Geschichtliches. 107
Zweiter Theil.
Der grosse Brand, dessen wir öfters gedacht, brach in der
Nacht vom 27. auf den 28. Januar^) des Jahres 1505 im Fondaco
selbst aus. Erst am darauffolgenden Tage ^) konnte dem wüthenden
Element, das den ganzen Bau verzehrte, mit Hülfe der im Arsenal
Bediensteten Einhalt gethan werden, die für ihre Mühewaltung ein
Geldgeschenk erhielten ^).
Noch am nämlichen Tage, also am 29. Januar (und nicht erst
später), trat die Regierung in Berathung über den Wiederaufbau
des Fondaco. Der Gewinn, den die Republik aus demselben wie aus
dem Handel mit den Deutschen überhaupt bisher gezogen, war ja zu
augenscheinlich, als dass man auch nur einen Augenblick hätte Bedenken
tragen können, auf Staatskosten einen Neubau aufzuführen. Der Rath
der Zehn ertheilte sogleich einem der Beamten des Salzamtes, aus dessen
reichen Einkünften derartige Ausgaben damals gedeckt wurden, dem
Francesco di Garzoni, Vollmacht, für die nächsten dringendsten Be-
dürfnisse die Summe von 500 Dukaten auszugeben'^). Die Regierung
erklärte sich auch alsbald (am 6. Februar) bereit, zu den Kosten für
den interimistischen Aufenthaltsort der deutschen Kaufleute, welche
zu diesem Zwecke den Palast der Brüder Lippomano (bei S. Sofia)
mietheten, die grössere Hälfte (^/s oder 600 Dukaten für zwei Jahre)
beizusteuern •''). — Jene ersten 500 Dukaten waren freilich rasch
verbraucht. Am 19. April mussten weitere 1000 Dukaten bewilligt
werden**), und nachdem man sich im Laufe des Juni entschlossen
hatte, behufs Vergrösserung und Verschönerung des Gebäudes noch
mehrere der anstossenden Anwesen anzukaufen'^), belief sich der
Kostenvoranschlag, den der genannte Francesco di Garzoni auf
Befehl der Regierung Ende Juli entwarf, bereits auf 11,250 Dukaten^).
Und schliesslich, als auch noch die künstlerische Ausschmückung des
Neubaues durch einen Giorgione und Tizian hinzukam, überstiegen —
wie der Doge Leonardo Loredano in einem Schreiben an den Rath
von Nürnberg vom 6. Dezember 1508 selbst angibt^) — die Kosten
die Summe sogar von 30,000 Dukaten.
Freilich bildete dann auch das Gebäude in seiner neuen Gestalt
eine Zierde, eine Sehenswürdigkeit der Stadt, auf welche auch die
Reisebeschreibungen der Folgezeit nicht verfehlen aufmerksam zu
machen; und nicht mit Unrecht nennt es der venetianische Geschicht-
schreiber Francesco Sansovino selbst eine kleine Stadt ^*'). Es ist
') Nicht Juni, wie es bei Conrady, 4 rheinische Palästina-Pilgerschriften, S. 196,
Anm. 34 irrig heisst; cf. Sanuto, Diarii (Neue Ausg.) t. VI p. 126 und bei Thomas,
Zur Quellenkunde etc. S 39. — ^) Sanuto t. VI p. 128 und bei Thomas a. a. 0.
- ') s. Bd. I Nr. 629. - ") ebda. Nr. 628. - ») ebda. Nr. 630 ; Sanuto VI, 131
sagt fälschlich ,die Hälfte^ — «) Bd. I Nr. 634. — ^) Thomas, Quellenkunde,
S. 39-41 ; Sanuto VI, 175; cf. Bd. I Nr. 636, 637, 646—650. - ') Bd. I Nr. 636. —
») s. Flegler im Anzeiger f. K. d. d. V. 1867 Nr. 12 S. 364. — i°) In dem Schriftchen
108 Geschichtliches.
n
«
in der Form eines Quadrats gebaut mit einem Hofe in der Mitte
und fällt auch heute noch, obwohl seines früheren Schmuckes zum
grössten Theil entkleidet, durch die Grösse des Umfanges, welche
nach verschiedenen Angaben 512 Fuss beträgt, sowie durch die be-
deutende Höhe des Baues, der sich bis zu drei Stockwerken erhebt,
und durch seine Massigkeit überhaupt in die Augen.
Ich gehe hier weder auf die Baugeschichte noch auf den Bau
selbst im Einzelnen genauer ein. Was die erstere betrifft, so sei hier
nur erwähnt, dass der Neubau von der Regierung möglichst beschleunigt «h
wurde ^) und in der That rasch beendigt war. Am 1. August 1508 — 11
also nach etwas über 3 ^2 Jahren — war der neue Fondaco im Grossen
so weit fertig, dass er eingeweiht werden konnte. Es wurde, wie
Sanuto erzählt, zu dieser Feier im Hofe des neuen Gebäudes eine
Messe gehalten ; dann begaben sich die Visdomini in ihr Amtszimmer,
die deutschen Kaufleute begannen ihre Ballen binden zu lassen, wäh-
rend freilich noch innen und besonders aussen an der Vollendung des
Baues gearbeitet werden musste ^). Die Fresken scheinen aber doch
auch im- Jahre 1508 noch fertig geworden zu sein, da wir wissen,
dass dem Giorgione durch den Spruch dreier von der Regierung
II
, Delle cose notabili che sono in Venetia' 1561 p. 28, in welcher Sansovino nur im
Vorwort sich genannt hat. Da später das Büchlein anonym erschienen ist und dann
von Nicolö Doglioni Zusätze etc. erhalten hat, mag dies der Grund sein, warum
Milesio für die obigen Worte ,una piccola cittä' eben den Letzteren, N. Doglioni,
irrig als Gewährsmann nennt (Thomas, Beschreibung S. 29). Cf. Hans Gg.
Ernstinger's Raisbuch, hrsg. von Ph. A. F. Walther in der Bibliothek des
liter. Ver. in Stuttgart (1877) Bd. 135 S. 47 (Reise nach Venedig 1593): „fontico
dei Todeschi oder das teutsche hauss ain schönes grosses gebey am grossen
canal gelegen, mit ainem schönen gevierten hoff', glegsamben zimmern und ge-
wölbern, auch ainer gueten cistern versehen"; ähnlich Hans Chilian Neumaier
von Ramssla, Reise durch Welschland (1622) S. 27: „Nicht weit von der
Brücken ist der Deutschen Kauffhauls . . . stehet am Canal grande, ist ein vier-
eckicht grosses schönes Palatium, hat inwendig einen gevierdten Hoff vnd zween
gewölbte Gänge vber einander, sollen 80 Losament darinnen seyn . . ."; cf. auch
Joh. Henr. a Pflaumern, Mercurius Italiens (1625), p. 15 u. A. Die deutschen
Kaufleute selbst rühmen in einem späteren Dokument vom Jahre 1652 (cf. Bd I.
Nr. 773 S. 462) den Fondaco als eine ,fabbrica, e per la isquisitezza del sito, che la
rende conspicua, e per l'artificio dell' architettura , che la singolarizza nelle
qualitä, e per la grandezza della machina, che altamente la contradistingue,
e per l'effusione del dispendio, che la constituisce maravigliosa , ben degna di
quella mano, dalla quäle prendono le attioni Tattributo di illustri'.
^) Bd. I Nr. 631, 634, 640. - ^) Marino Sanuto, Diarii t. VII p. 597 : Adi
primo (dil mexe di Avosto 1508) marti. Fe cantä una messa, preparato in corte
dil fontego di Todeschi, fabrichato novamente ; opera bellissima, nel qual si ä
speso fin qui da ducati . . . milia. Et ä (:= ha) la cura di la expeditione sier
Alvise Sanudo, provedador al sal. Hör contato una solenne messa. Et introno
dentro li vicedomini a Tofficio, la nome di qual sarä qui sotto scripti, et li
Todeschi comenzono a intrar et ligar balle; e tutavia dentro si va compiando
et depenzendo di fuora via, tamen non li core fitto si non al primo di Marzo
1509 si comenzerä; et le bottege di sotto fonno affitade, e si trarä di fitto di
piü al' anno ducati . . . Hör li vicedomini che comenzono, fonno sier Zuan
Augustin Pizamano, quondam sier Fantin, sier Hieronimo Malipiero, di sier
Piero, et sier ....
II
I
H
Ü
li
Geschichtliches. 109
ernannter Schiedsrichter am 11. Dezember 1508 für , Bemalung des
Fondaco'' die Summe von 150 Dukaten zuerkannt wurde ^).
Dieser hatte ja, wie bereits oben angedeutet, wie auch Tizian,
von der Regierung den Auftrag erhalten ^), die Aussenseite des Fondaco
und den inneren Hofraum mit Fresken zu schmücken. Ich sage „von
der Regierung" und betone dies gegenüber der Darstellung Thau-
sing's in seinem ^ Albrecht Dürer". Es ist unbegreiflich, wie der-
selbe behaupten kann^), die Vertrauensmänner (d. h. die Cottimieri
oder Consuln) der deutschen Kaufherren hätten die Aussenmauern
des Fondaco von Giorgione und Tizian ganz mit Fresken bedecken
lassen zum Ersatz dafür, dass die Regierung verboten hatte, beim
Neubau etwas von Marmor oder in erhabener oder gebrochener Arbeit
herzustellen und anstatt dessen die Verwendung von „Roh-Bruchstein"
vorgeschrieben hatte. Dieses letztere Verbot ist allerdings richtig^).
Aber nichts kann gewisser sein, als dass die Regierung selbst, und
nicht die deutschen Kaufleute, die beiden genannten Maler mit jener
Aufgabe betraute. Und zwar wurde Giorgione die Bemalung der
West- und der Nordseite, d. h. der gegen den Canal grande und
der gegen den Rio del Fontico zugewandten Fa9aden nebst dem
Hofraume, Tizian dagegen die der Süd- und Ostseite, d.h. derFa9ade
des Haupteinganges von der Strasse aus und der über der heutigen
,Salizzada del Fondaco' liegenden Fa^ade übertragen, die als eine
Hauptverbindungsstrasse vom Campo di S. Bartolomeo (dem Ende
der Merceria) nach dem Ponte dell' Oglio und weiter nach S. Giovanni
Crisostomo führt. „Giorgione malte an den unteren Flächen statt-
liche Reiterfiguren in Colonnaden, an den Friesen, durch welche er
die Stockwerke abtheilte, Trophäen, nackte Figuren und steinfarbige
Köpfe als Consolen ; an den abgestumpften Ecken des Gebäudes
Geometer mit der Messung der Erdkugel beschäftigt; endlich theilte
er den oberen, die Fa9ade abschliessenden Fries in Nischen, welche
einzelne Gestalten enthielten" °). Im Hofe malte er in Chiaro-oscuro
über den Bogengängen der drei Stockwerke Friese, „Arabesken,
welche in gleichen Zwischenräumen mit Landschaften, Köpfen
römischer Imperatoren, Fratzengesichtern u. a. untermischt waren" ^).
Auch Tizian, scheint es, erledigte seine Aufgabe in ähnlicher Weise,
nur vielleicht in anderer Anordnung, indem er neben oder über den
einzelnen Figuren einen Fries in Chiaro-oscuro von Arabesken, Thieren
und sonstigen Phantasiegebilden anbrachte. Unter den Einzel-Figuren
') Crowe u. Cavalcaselle, History of Painting in North-Italy t. II p. 142
nota; cf. Gualandi, Memorie originali italiane risguardanti le Belle Arti.
Bologna l.«40 — 1842, Serie 111 p. 90. — Giorgione begnügte sich dann mit
130 Dukaten. — ^) Gegen Crowe und Cavalcaselle's Annahme (Life of Titian
vol. I p. 93) , dass Giorgione zuerst allein den Auftrag erhalten und ihn dann
aus freien Stücken mit seinem Schüler Tizian getheilt habe, wendet sich, wie
ich glaube mit Recht, neuerdings Lübke in seiner „Geschichte der italienischen
Malerei" Bd. II S. 487. - ^j (1. Aufl.) S. 256-257; der Fehler ist auch in der
2. beibehalten. — *) cf. Thomas, Quellenkunde, S. 42. — *) Lübke a.a.O. II, 486.
— *) Elze, Ausland, 1870, S. 627.
110 Geschichtliches.
aber wird besonders einer Judith, einer Eva, einer Venus, eines
Orientalen und eines jungen venetianischen Nobile in der Tracht
der Ritter ,della Calza' gedacht, welche im Jahre 1715 noch erhalten
waren und die Bewunderung der Beschauer erregten ^), Der Venetianer
Kunsthistoriker Zanetti rühmt bei Giorgione die glühende und
originale schöpferische Kraft, die Neuheit und Lebendigkeit der
Motive , die Meisterschaft in Abstufung und Vertheilung von Licht
und Schatten, an Tizian den grösseren, ruhigeren und weiseren
Genius, der das grosse Feuer Giorgione's in den tiefen Schatten und
den glühenden Fleischton zu einem Stil von vollkommener Schönheit
zu mildern gewusst ^).
Heutzutage ist von diesen Fresken in Folge von Wind und
Wetter und der Venedig eigenthümlichen salzigen feuchten Luft so
gut wie gar nichts mehr vorhanden: „die Wände haben," wie Elze
treffend bemerkt^), „einen trostlosen modernen Anstrich".
Anderes ist durch Menschenhand am Bau geändert und be-
seitigt worden. So namentlich die beiden kleinen Thürmchen, welche
ehedem sich an den beiden Hauptecken der dem Canale grande
zugekehrten Fa^ade erhoben. „Dieselben waren einerseits mit
marmornen Marciislöwen und der Inschrift ,Principatus Leonardi
Lauredani inclyti Ducis anno sexto', d. h. ,im sechsten Regierungs-
jahre des Dogen Leonardo Loredano' (1508) verziert*), auf der
anderen Seite aber mit Malereien Giorgione's und Tizian's ge-
schmückt''). „Im nordwestlichen Thurm (gegen den Rio) befanden
sich zwei Glocken von mittlerer Grösse, deren Geläute nach Hospiz-
sitte die Hausbewohner zu Tische rief." Diese Thürmchen wurden
erst in neuerer Zeit unter der österreichischen Herrschaft abgebrochen
und nicht zum Vortheil des Gebäudes durch Zinnen, gleich den
schon von Anfang an vorhandenen, ersetzt.
Noch erhalten ist die in der Mitte dieser Fa9ade gegen den
Canale grande angebrachte marmorne Trophäe in Basrelief mit der
ebenerwähnten Inschrift ,Germanicis D(icatum)', „den Deutschen
gewidmet". „Unter derselben über dem Spiegel des Wassers tragen
sechs grosse Pfeiler von istrischem Stein eine fünfbogige Landungs-
halle. Rechts im Eingange derselben befand sich ehemals das Amt der
Visdomini, darüber^) ein Marcuslöwe und die noch vorhandene Jahres-
zahl 1559 '^) nebst der Inschrift ,Respice finem' (Bedenke das Ende).
Diesem gegenüber auf der linken Seite des Canaleinganges lag die
Dogana (das Verzollungslokal), ein geräumiges Lokal mit zwei
Thüren und einem grossen eisenvergitterten Fenster, welches zur
1) Elze a. a 0. aus Milesio (cf. Thomas, Beschreibung, S. 44). — ^) Lübke
a. a. 0. II, 487. — ^) a. a. 0. S. 627. — ^) Wozu als Ergänzung die unten zu
erwähnenden Worte Germanicis d(icatum), „Den Deutschen gewidmet", gehörte.
— ^) Elze a. a. 0. S. 628 , woher auch das Folgende. — ®) So Elze a. a. 0.
S. 627; Milesio (bei Thomas, S. 30) sagt etwas genauer ,über der Eingangsthür'.
— ■') „In welchem das Amt dorthin verlegt wurde" Milesio ebda.
Geschichtliches. 1 1 1
Empfangnahme der Waaren in Pestzeiten und zur Austheilung des
Almosens der Panada ^) diente."
Des Weiteren ist dann noch gut erhalten das ansehnliche
„Eingangsportal auf" der Süd-(oder Strassen-)Seite mit marmornen
Säulen auf gleichen Piedestalen und mit einem Basrelief im Schluss-
stein der Bogenwölbung, das einen Putten mit Füllhorn darstellt.
Im Fries ist die (nämliche) Inschrift eingehauen (die früher an den
beiden Thürmchen angebracht war) ,Principatus Leonardi Lauredani
inclyti Ducis anno sexto'. In der Nische über dem Thor befand
sich ein geflügelter Löwe in Halbrelief ^). Unter dem Thore an
der rechten Wand liest man noch auf einer Marmortafel ein Verbot
vom Jahre 1670, im Hofe weder zu fluchen noch zu spielen, noch
zu rauchen, noch viel weniger sich zu prügeln oder Lärm zu machen,
um die Ruhe der Bewohner des Hauses nicht zu stören.
Das Thor führt in den (einzigen) Hof, einen „einfachen Pfeiler-
hof mit 20 Bogen im Erdgeschoss und je 40 (darüber) in den drei
Stockwerken, also zusammen 140 Bogen, hinter welchen in allen
Stockwerken regelmässige Korridore (und im Erdgeschoss ein Säulen-
gang) den Hof umgeben". „In demselben zu ebener Erde befanden
sich die Dienstzimmer des Pförtners (dessen eigentliche Wohnung
im obersten Stock war) oder des Hausmeisters, wie wir wohl heut-
zutage sagen würden^), dann der Ballenbinder, der Träger^), der
Wäger, dann zweier „Fattori" (Diener) der Deutschen; ferner die
Weinschenke •^) und 25 grosse Gewölbe (volte) **), welche als Magazine
zur Aufbewahrung der Waaren dienten." Auf der Aussen- oder
Strassenseite waren im Erdgeschoss 22 Verkaufsläden angebracht,
die von der Regierung an einzelne Private (Venetianer) vermiethet
wurden.
Zwei grosse Treppen, die eine im nördlichen, die andere im
südlichen Flügel, führen in vier Armen vom Hofe zu den Kammern
') cf. darüber weiter unten. — ^) Elze a a. 0. S. 629—30. Derselbe ist
in jüngster Zeit wieder angebracht worden. Unterhalb desselben hatten die
ersten Leiter des Neubaues des Fondaco, wie es scheint, ihre Wappenschilder
anbringen lassen, was aber dann von den drei Häuptern des Rathes der Zehn
nicht als statthaft erachtet wurde. Sanuto schreibt nämlich (Diarii t. VII
p. 589): 1.508 Luglio 21. Noto che il fontego di Todeschi fabrichato era a
bon termine. La cura dil quäl primo sier Piero Lando , poi sier Marco Tiepolo,
ultimo sier Alvise Sanudo, provedadori al sal, per il consejo di X l'ä a(v)uta.
Et havendo tutti li provedadori stati, maxime li passati, fato meter le soe
arme di marmoro soto San Marco su la porta dil ditto fontego, et de prae-
senti sopra l'officio dentro, parse a sier Marco Antonio Loredan, cao di X,
con li compagni, sier Nicolö di Prioli , sier Alvise Emo , atento e certa parte
vechia non si pol meter arme, di farle levar via; et cussi mandono comanda-
mento al sal, fusseno statim levate. Et ita factum fuit, et perhö ne ho voluto
far memoria. — ^) Milesio a. a. 0. S. 33 nennt ihn ,Scoador' , was identisch
sein dürfte mit ,Scoazzer' fcf. ßoerio ,Scoadura' = Spazzatura) und den Mann be-
deutet, der für die Reinhaltung eines Ortes zu sorgen hat. Elze hat das Wort
nicht übersetzt. — *) ,Bastasi' bei Milesio, was Elze wohl nicht richtig mit
„Sattler* wiedergegeben hat, — ^) Auch hier kann ich mit Elze's Uebersetzung
des Wortes ,Caneva' als , Keller" nicht einverstanden sein. — *) s. Bd. I Nr. 658.
112 Geschichtliches.
und mit 94 Stufen bis in's oberste Stockwerk. Ursprünglich waren
nur die Stufen bis in's erste Stockwerk von Stein, die übrigen von
Holz, die erst nach einem in der Nähe ausgebrochenen Brand in den
Jahren 1587 — 1595 durch steinerne ersetzt wurden^). — Was die
Zahl der Kammern betrifft, so wird dieselbe verschieden angegeben.
Im Jahre 1508 bei der erstmaligen Vermiethung waren es 7(5 Kam-
mern^), im Jahre 1576 gab es nach Elze^) 72 „bewohnbare"^)
Zimmer und im Jahre 1646 wird die Zahl der vermietheten Zimmer
oder Kammern auf 80^2 angegeben, wobei schon der Bruchtheil
darauf hinzudeuten scheint, dass diese vermehrte Zahl vermuthlich
durch Theilung und Zerlegung einzelner, ursprünglich besonders
geräumiger Wohngelasse entstanden ist. Dabei ist noch zu bemerken,
dass (damals) einige dieser Gelasse nicht an einzelne Kauf leute, sondern
an die deutsche Kaufmannschaft als solche vermiethet waren. „In einem
Zimmer (das die Nummer 55 trug) des obersten Stocks befand sich
nämlich^) seit 1575 das Archiv, in welchem die Bücher und Schriften
der deutschen Kaufmannschaft in guter Ordnung aufbewahrt wurden
unter der Aufsicht eines eigenen Archivars *")." „Seit dem 17. Jahr-
hundert (Mitte) dienten auch einige Zimmer (Nr.Slund 82) im obersten
Stockwerk als Versammlungslokal für den evangelischen Gottes-
dienst und als Wohnung des evangelischen Geistlichen'').''
Ausser diesen Kammern enthielten die drei Stockwerke noch
die Lokalitäten für den Wirthschaftsführer ^), den Schenkmeister ^),
den Koch und Unterkoch, die Küche selbst u. s. w., insbesondere
aber noch im ersten Stock zwei grosse Säle auf der dem Canale
grande zugekehrten Seite. Sie dienten den deutschen Kaufleuten
als Speisesäle, zu Versammlungen, Berathungen u. dgl. und hiessen
zunächst von der Zeit der Benützung der „Winter-" und der „Sommer-
saal". Der Wintersaal führte dann aber auch noch den Namen
,Sala della Stua' von dem darin befindlichen grossen prächtigen Ofen,
welcher in den Jahren 1587— 1588 von den Deutschen auf eigene Kosten
errichtet wurde und ein wahres Kunstwerk, einzig in seiner Art,
gewesen sein solP^). — Der Sommersaal dagegen hiess auch
„Gemäldesaal" (,Sala dell' Estate' oder ,Sala delle Pitture')
von der reichen Gemäldesammlung, welche unsere Landsleute von
berühmten venetianischen Meistern, wie Tizian, Palma Vecchio, Paolo
Veronese u. A., gleichfalls auf ihre Kosten anlegten. Ich darf auch
hiefür auf Elze und Milesio verweisen, welche sowohl diese Gallerie,
n
') Elze a. a. 0. ; Milesio S. 33 und 53. — ') Bd. I Nr. 653. - ') Ausland
S. 628. — *) vielleicht richtiger , bewohnte". — '^) Elze a. a. 0. S. 628; cf. Milesio
S. 45 und oben Bd. I Nr. 748. — **) Leider ist davon heute nicht mehr viel
vorhanden. Die in der Vorrede S. Xlll und XIV verzeichneten Kapitularien
im Besitz der evangelischen Gemeinde und einzelne Archivalien im Museo Civico
Correr sind die einzigen bisher wenigstens bekannten Ueberreste dieses Archivs.
— ') cf. darüber weiter unten und Bd. I Nr. 748. — **) ,Spenditore' bei Milesio
S. 33, von Elze gewiss nur aus Versehen mit , Spediteur" übersetzt. — ^) ,Canever',
Elze „Kellermeister". — ^'*) Siehe die detaillirte Beschreibung desselben bei
Milesio S. 34 u. ff.
Geschichtliches. 113
als auch die Anlage und Ausschmückung der beiden Säle im Einzelnen
genau beschreiben. Leider ist ja auch davon heute fast nichts mehr
erhalten: aus der Gallerie nur ein Christusbild von Tizian, das sich
jetzt im Besitze der Evangelischen Gemeinde in Venedig befindet.
Die beiden Säle aber, wie überhaupt die Dispositionen im Innern
des Fondaco, sind durch Um- und Neubauten kaum mehr zu er-
kennen. Dagegen sind noch jetzt vorhanden die beiden marmornen
Balkone (pergoli), auf welche man noch heute aus jenen beiden
ehemaligen Sälen treten kann, um dem Spiel der Wellen und dem
Leben und Treiben auf dem Canale grande zuzuschauen. Wie ganz
anders freilich muss das Schauspiel gewesen sein, als man von hier
aus noch auf die zahlreichen Barken blicken konnte, welche die '
kommenden und gehenden deutschen Kaufleute mit ihren Waaren
zur Landungshalle des Fondaco brachten und von da fortführten!
Hier nur noch ein Wort über den Baumeister. Man hat
früher lange Zeit den in Verona geborenen Fra Giocondo für den
eigentlichen Erbauer des neuen Fondaco gehalten, gestützt auf das
Zeugniss eines Zeitgenossen, des Pietro Contarini, der einmal in
einem Distichon den Fondaco als ,fratris Jucundi nobile opus' und
in einem anderen Werk als ,gloria de Jucundo geometra' bezeichnet ^).
Doch hat schon Selvatico in seinen ,Studi sulla architectura e sulla
scultura in Venezia^) und 0. Mothes in seiner „Geschichte der
Baukunst und Bildhauerei Venedigs"^) darauf hingewiesen, dass
nach urkundlichen Zeugnissen ein Deutscher, Namens Hieronymus,
der „Architekt" des Werkes gewesen sei. Elze, Heyd und Andere
haben dann auch stillschweigend diesen letzteren als den Erbauer
des neuen Fondaco angenommen. Anders Crowe und Cavalcaselle
in ihrem „Leben Tizian's". Auf Grund ihrer archivalischen For-
schungen behaupteten sie, dass der deutsche Baumeister Girolamo
Todesco einen gefährlichen Konkurrenten an Giorgio Spavento ge-
habt habe, der damals „Protho von S. Marco" und gewisserraassen
offizieller Stadt-Architekt gewesen sei und ebenfalls einen Plan für
den Neubau eingereicht habe. Lange Zeit sei es zweifelhaft ge-
wesen, wessen Plan acceptirt würde. Schliesslich habe die Rück-
sicht auf die Wünsche der deutschen Kaufleute, die lebhaft für
ihren Landsmann eingetreten, zu Gunsten des von Girolamo Todesco
eingereichten Planes entschieden. Im Juni 1505 habe der Senat
beschlossen, dass der Bau mit geringen Modifikationen nach dem
Modell des Hieronymus auszuführen sei. Zwei Tage hernach aber, am
20. Juni 1505, sei an Stelle des bisherigen Vorstehers des Salzamtes
und des mit der Ueberwachung des Neubaues betrauten Francesco di
Garzoni ein Anderer, Alvise Emo, getreten, und dessen erste Sorge
sei es gewesen, den Girolamo Todesco zu entfernen, der eine Stelle
') s. Thomas, Quellenkunde, S. 42 und 43 ; und Bulletino di arti, industrie
e curiositä Veneziane, Jahrg. I (1877) S. 24. — ^) (Venedig 1847) S. 166. —
») Bd. II S. 25.
8
1 14 Geschichtliches.
4
bei dem Artillerie- Wesen in Cattaro erhalten habe. Alvise Emo
habe dann den Antonio Scarpagnini (am 16. August 1505) zum
General- Oberaufseher gemacht unter dem Kommando so zu sagen
oder der Oberleitung des Giorgio Spavento, und so sei der Bau bis
auf unsere Tage ein Zeugniss für die Geschicklichkeit des Girolamo
Todesco und des Giorgio Spavento ^).
Inzwischen erhellte aus den von Thomas^) veröffentlichten Aus-
zügen aus Marino Sanuto, dass in der That die Regierung Anfangs
die Absicht gehabt zu haben scheint, dem Spavento den Neubau zu
übertragen^); dass aber am 19. Juni*) 1505 der Senat auf den Wunsch
der deutschen Kauf leute dem eingereichten Modelle des deutschen
Baumeisters Hieronymus vor dem des Spavento den Vorzug gab*).
Zur Motivirung der Entscheidung wird namentlich auch angeführt,
dass zwischen den beiden Modellen kein grosser Unterschied bezüg-
lich der Kosten bestehe ^). Ueber den weiteren Verlauf der An-
gelegenheit wird hier nichts Weiteres beigebracht; Crowe's Aus-
führungen scheinen Thomas unbekannt geblieben zu sein.
Es war meine erste Aufgabe, in den Protokollen des Rathes
der Zehn nachzusehen, ob wirklich, wie auch Sanuto angibt^), am
20. Juni 1505 Alvise Emo mit der Leitung des Baues betraut worden.
In den ,Misti' fand sich darüber nichts, wohl aber die Bestätigung
dieser Angabe in dem Protokollbuch des ,Collegio' '). Hingegen ist
es irrig, dass Alvise Emo der Nachfolger des Francesco di Garzoni
geworden. Dass dieser am 20. Juni nicht mehr ,Proveditore al Sal'
war, geht aus einer Notiz hervor*), wonach er am 29. April 1505,
weil seine viermonatliche gesetzliche Dienstzeit um war, einen Nach-
folger in der Person eines Andrea Magno erhielt, wie er sich denn
auch später^) selbst als ,gewesenen' (fo) Proveditore bezeichnet.
Und dieser nämliche Andrea Magno erscheint am 25. August 1505
ausdrücklich mit der Leitung des Baues betraut, ,deputado sopra la
fabrica dil fontego'^"), so dass man annehmen müsste, jener Alvise
Emo sei entweder inzwischen gestorben oder zurückgetreten oder
abgesetzt worden. Die Sache dürfte aber einfach so liegen, dass
^) Life of Titian I, 83. - ") Quellenkunde etc. S. 39. — ") Diarii t. VI
p. 85 (?): 6. Febbrajo 1505. Da poi disnar fo colegio di la Signoria per la materia
dil fontego di Todeschi, che lo uoleno refar presto e bellissimo e al ditto Zorzi
Spauento, protonotario di la chiesia di San Marco. Et poi fo terminato dar
principio et comesso a ser Francesco di Garzoni, prouedador al sal, la cura. Aus
der neuen Ausgabe (t. VI p. 131) geht aber hervor, dass statt des unverständ-
lichen ,al ditto' zu lesen ist aldito = udito: ,man vernahm den Spavento*. —
■*) Thomas, Quellenkunde S. 41 ; nicht am 18. Juni, wie man aus Crowe's ,two days
after' meinen könnte. — ^) ,non esser gran differentia de spesa da luno et laltro';
das ,de spesa' hat Thausing (in seinem „Dürer") einfach gar nicht übersetzt!
und diesen Fehler auch in der zweiten Auflage (Bd. I S. 346) beibehalten. —
«) Diarii t. VI p. 188 (Thomas a. a. 0. S. 40). - ') Bd. I Nr. 635. — «) Venedig,
Staats- Archiv. Cons. X. Misti t. 30 f. 129' : Depositarius officii salis loco s. Fran-
cisci de Garzonibus qui complet electus per menses quatuor juxta formam legis
s. Andreas Magno. — ») s. Bd. I Nr. 636. — ^o) ebda. Nr. 637.
Geschichtliches. 115
die einen, Francesco di Garzoni und Andrea Magno, mit der
finanziellen , Alvise Emo hingegen wirklich mit der technischen
Leitung des Baues betraut war.
Was sodann die Angaben Crowe's über des Hieronymus Ent-
fernung und Anstellung in Cattaro anlangt, so habe ich darüber aus
dieser Zeit, d. h. aus dem Jahre 1505, in den Akten der einschlägigen
venetianischen Kollegien nichts finden können. Hingegen wird über 30,
ja 40 Jahre später in Depeschen der Befehlshaber von Cattaro zu den
Jahren 1538 und 1544^) allerdings ein ,maestro Hieronymo Todescho'
als ,bombardiero' in venetianischen Diensten genannt und wegen sei-
ner Geschicklichkeit und Brauchbarkeit besonders gerühmt. Da auch
gesagt wird, dass er der Republik schon seit langer Zeit seine
Dienste gewidmet, und da er offenbar schon in höheren Jahren
steht, indem sein Sohn ebenfalls bereits zu den ,bombardieri'
gehört, so wäre es der Zeit nach nicht unmöglich, dass dieser
maestro Hieronymo Todescho und der beim Neubau 1505 genannte
eine und dieselbe Person seien. Aber man darf wohl aus inneren
Gründen schon daran zweifeln, den Erbauer des Fondaco zu
Venedig mit jenem Vorstand der Artillerieschule in Cattaro zu iden-
tificiren. Es wäre doch sonderbar, wenn die deutschen Kaufleute
selbst dies zugegeben hätten. Dass Deutsche im Solde der Republik
dienten, ist ja oft genug vorgekommen: so können und werden die
beiden Hieronymi doch zwei ganz verschiedene Personen sein. Milesio,
dessen Angaben man freilich nicht immer unbedingt vertrauen darf,
sagt ausdrücklich, dass am 9. März 1508 der Bau beendet wurde
„unter der beständigen Leitung des Girolamo Todesco" ^). Hätte es
seine Richtigkeit mit jener Entfernung, so wäre wohl auch anzu-
nehmen, dass Spavento seinen eigenen Plan zur Ausführung gebracht
hätte, was übrigens ohne Einwilligung und neue Verfügung der
Regierung wohl gar nicht hätte geschehen können. Von einer
solchen ist aber durchaus nichts bekannt.
So darf man, glaube ich, mit ziemlicher Sicherheit behaupten,
dass Crowe's ganze Aufstellung nur auf einer Kombination beruht
und nichts mehr ist, als eine kühne Hypothese. —
Was für ein Landsmann dieser Hieronymus gewesen, wird
nicht berichtet. Thausing möchte auf Grund „der Verhältnisse des
Baues" ihn für einen Augsburger Baumeister halten, und Andere
') cf. später bei den Urkunden im Anhang. — '^) Bei Thomas S. 42 : ,Del 1508,
9. Marzo fu terminata la fabbrica del nuovo descritto fontico de Tedeschi, sempre
con la sopraintendenza del giä detto Girolamo Todesco Protto e del jjur nominato
N. H. S. Marco Tiepolo a ciö deputato'. Dass Girolamo ^Proto" (nach Boerio
,il primo in alcuno arte, ma specialmente in quella de' Muratori') gewesen sei,
ist freilich sonst auch nicht überliefert; und wenn Milesio vorher (S. 29) be-
richtet, Marco Tiepolo habe schon am 19. Juni 1505 die ,8opraintendenza alla
detta fabbrica' erhalten, so steht das mit unseren obigen Angaben ebenfalls
im Widerspruch, während aus anderen Aktenstücken (Bd. I Nr. 646 S.) aller-
dings hervorgeht, dass mindestens seit April 1507 Marco Tiepolo die (finanzielle?)
Leitung des neuen Hauses erhalten hatte.
116 Geschichtliches .
n
haben daraufhin den Hieronymus ohne Weiteres als Augsburger
erklärt. Wenn aber Tbausing meint, diese Annahme finde darin
eine Unterstützung, dass „die Augsburger und Nürnberger Kauf-
leute den Vorsitz an den beiden Tafeln im Fondaco geführt und
somit an der Spitze der deutschen Kolonie in Venedig gestanden,"
so ist das, wie wir oben gesehen, nicht richtig. Denn nicht die
Augsburger, sondern die Regensburger standen wenigstens im Jahre
1474 an der Spitze der einen Tafel. Und darauf, dass die Augs-
burger Fugger die zwei ersten „Gewölbe" (sie!) im neuen Hause
erhielten, möchte ich auch kein so grosses Gewicht legen, wie es
Thausing that. Uebrigens muss ich es Kunstkennern überlassen zu
entscheiden, ob der Neubau etwa Augsburger Reminiscenzen aufweist;
ich möchte hier nur noch mit einem Worte auf die Uebereinstim-
mungen hinweisen, welche Mothes zwischen dem neuen Fondaco in
Venedig und dem bekannten Bau der ,Procuratie vecchie' aufgedeckt
hat ^). Freilich fällt der Vergleich mehr zu Gunsten des letzteren Baues
aus, der einen leichteren, gefälligeren Eindruck macht als der Fon-
daco. Doch darf dabei nicht vergessen werden, dass auch der Zweck,
dem beide Bauten dienten, ein ganz verschiedener war. Und man
muss sagen, dass dem Zwecke eines Kaufhauses der Neubau des
Fondaco sehr wohl entsprach. Auch heute noch wird jeder Besucher
des Hauses, namentlich wenn er den Hofraum betritt, den Eindruck
gewinnen, dass es ein kräftiger, gediegener und namentlich sehr
geräumiger Bau ist, in welchem sich bald ein reges neues Leben
entfalten konnte ^).
Die Regierung sorgte übrigens auch noch durch eigene Vor-
schriften dafür (1508 März 9 und Mai 12), dass die Gänge in den
einzelnen Stockwerken nicht mehr, wie früher, durch Kisten und
Kästen eingeengt und kaum passirbar, sondern stets frei gehalten
würden u. dgl. mehr^). —
Noch muss ich hier einer Ansicht entgegentreten, welche
Ennen ausgesprochen hat. Er ist der Meinung*), der prachtliebende
Doge Loredano habe deshalb den Fondaco „in erweitertem Umfange
und mit erhöhter Pracht" wieder aufbauen lassen, „um der Welt zujj
^) Gesch. der Bildhauerei u. Baukunst in Venedig II, 49 — 51. — ^) Durch
Herrn Prof. A. Thiersch dahier wurde ich nachträglich darauf aufmerksam ge-
macht, dass Weinbrenner in dem Aufsatz „Die Fugger'sche Grabkapelle bei
St. Anna zu Augsburg" („Entwürfe und Aufnahmen von Bauschülern der Gross-
herzoglich technischen Hochschule in Karlsruhe", Jahrg. 1884, Heft 1) im Hin-
blick auf die „innere Verwandtschaft" zwischen dieser, 1509 gestifteten
und 1512 vollendeten, Kapelle und den Bauformen des Fondaco den Hieronymus
für den Erbauer dieser Kapelle hält (zustimmend äussert sich R. Vischer in
der „Allgemeinen Zeitung" 1886 Nr. 74 S. 1088 und in seinen „Studien zur
Kunstgeschichte" 1886 S. 585), womit ein weiteres Moment gegen Crowe's Aus-
führungen gewonnen wäre. Was Weinbrenner über die bevorzugte Stellung der
Fugger im Fondaco vorbringt, beruht auf den irrigen Angaben Thausing's. —
^) Bd. I Nr. 657. — *) „Die Stadt Köln und das Kaufhaus der Deutschen in
Venedig" in der „Monatsschrift für rheinisch-westfälische Geschichtsforschung"
Jahrs. I S. 112.
m
Geschichtliches. 117
zeigen, dass der seit der Entdeckung von Amerika im Welthandel
eingetretene Umschwung noch nicht im Stande gewesen war, das
Vertrauen auf die dauernde Sicherheit der Handelsherrschaft Venedigs
zu erschüttern". Ich glaube, dass ein solcher demonstrativer
Gedanke der venetianischen Regierung — und diese, nicht der
Doge , hatte ja eigentlich über die Ausschmückung des Baues zu
entscheiden — ziemlich ferne lag, dass es ihr viel mehr, ja vorzugs-
weise darum zu thun war, die deutschen Kaufleute in Venedig
festzuhalten, wozu, wie sie wohl glauben mochte, ein geräumigeres,
prächtiger ausgestattetes Gebäude und mancherlei Vergünstigungen
(von denen später noch die Rede sein wird) ein Wesentliches
würden beitragen können.
Es war das ja damals, um dies hier einzuschalten, eine ernste,
schwere Zeit, eine Zeit bedenklicher Krisis für Venedig.
Allerdings nicht gleich im ersten oder zweiten Jahre nach der Auf-
findung des Seeweges nach Indien durch die Portugiesen machte
sich der damit verbundene Umschwung auf dem Gebiete des Levante-
handels geltend. Allein bald genug verspürte man in Venedig doch
die Folgen dieses Ereignisses. Marino Sanuto verzeichnet schon
am 1. März 1501 in seinen Diarien^) ein Sinken des Preises des
Pfeffers von 130 auf 102 Dukaten ,el cargo'^), weil die Deutschen
seit einem Monat keinen mehr kauften. Und wenige Monate später,
im Juli 1501, füllt Girolamo Priuli'^) die Blätter seines kostbaren
Tagebuches mit düsteren Betrachtungen über die aus Portugal ein-
treffenden Nachrichten. Er sieht es voraus, wie Ungarn, Deutsche
u. s. w. statt nach Venedig, nunmehr nach Lissabon gehen werden,
um dort ihren Bedarf an Spezereien einzukaufen. Das liege ihnen
näher (!) und sie könnten dort dieselben billiger bekommen als in
Venedig. Denn die Zölle, Abgaben und Steuern in Syrien und im
Reiche des Soldan vertheuerten die Waaren in solchem Masse, dass,
was in Colocut einen Dukaten koste, bis es nach Venedig gelange,
auf 60 — 100 Dukaten zu stehen komme, während der König von
Portugal nur die Kosten für Ausrüstung der Schiffe zu tragen habe.
Daher werde der Handel mit diesen Spezereien für Venedig ab-
nehmen, und das bedeute für den venetianischen Handel gerade
so viel, als wenn einem Säugling Milch und Nahrung fehle. Geht
aber der Handel zurück, dann wird auch das Geld, der Reichthum
sich mindern, und der Ruin der Stadt ist Priuli dann unausbleiblich ^).
*) t. III p. 1480. — ^) ^ carico, Ladung, Fracht. — ^) Geboren 26. Januar
1476, gestorben 6. Juli 1547, hielt er sich, um die Kaufmannschaft zu erlernen,
1493 — 1498 in London auf und begann schon hier seit 1494 Tag für Tag zu
verzeichnen, was ihm wichtig und bemerkenswerth schien, eine Gewohnheit, die
er dann auch als Kaufmann und Bankier in Venedig bis 1512 fortsetzte. Aus-
züge aus diesen Diarii hat Fulin veröffentlicht in seiner Festschrift zum 3. allgem.
Geographen-Congress ,Diarii e Diaristi Veneziani'. (Aus dem Archivio Veneto
tom. XXII.) — ^) Bei Fulin p. 160. manchando questo trafego de mar-
chadantia a Venetia se pol reputar manchar il lacte et nutrimento ad uno
118 Geschichtliches.
Dieselbe unheilsvolle Prophezeiung wiederholt er dann zum
Jahre 1506, nachdem er wiederholt (so zum Februar 1502^), März
und August 1503 2), Juli 1505 ^) das Sinken des Preises vom Pfeffer,
Ingwer u. s. w., die Flauheit im Geschäftsverkehr und speziell die
geringe Kauflust, die Zurückhaltung der deutschen Kaufleute notirt
hat, die im Vergleich zu früheren Jahren fast gar nichts mehr
einkaufen wollten, was für den venetianischen Handel einen beträcht-
lichen Ausfall bedeutete. Es war natürlich in Venedig nicht un-
bekannt geblieben, dass schon im Jahre 1503 eine grosse deutsche
Handelsgesellschaft, an deren Spitze die Augsburger Anton Welser
und Konrad Vöhlin standen, mit König Manuel von Portugal einen
günstigen Handelsvertrag über direkten Handelsverkehr mit Portugal
und direkten Bezug von Spezereien, Brasilienholz und anderer indi-
scher Waaren aus Lissabon abgeschlossen hatten^). Welche Be-
stürzung musste es erst in Venedig hervorbringen, als man erfuhr,
dass diese nämliche deutsche Handelsgesellschaft, zu der dann auch
die Fugger, die Höchstetter, die Gossembrot, die Imhof, die Hirsch-
vogel und Andere gehörten, im Jahre 1505 selbst drei grosse Schiffe
ausrüstete und sich damit an der Expedition nach Indien betheiligte! ^)
Allein es trat dann doch bald wieder ein wenigstens theilweiser
Umschwung zu Gunsten Venedigs ein. Die deutschen Unternehmer
bei dieser Expedition geriethen mit König Manuel nach ihrer Rück-
kehr, „sei es*^) wegen der an diesen zu entrichtenden Abgaben, sei
es wegen des ihnen vorenthaltenen Antheils an der Beute der
eroberten Städte Quiloa und Mombasa" in einen Streit, der schliess-
lich, nachdem die Waaren in Antwerpen verkauft waren, immer
noch einen Reingewinn von 150 — 175 Prozent übrig Hess, aber drei
Jahre hindurch währte. Die Preisschwankungen ferner, welche
durch die von König Manuel 1504 angeordnete Fixirung des Preises
und Concentration der Spezereien in Lissabon im Gegensatz zu der
früheren Handelsfreiheit hervorgerufen wurden, hatten mehrere Fal-
lissements zur Folge. Und schliesslich fand man auch an der Qualität
putino. Et per questo vedo chiaramente la ruina di la citade Veneta, perche
manchando il trafego mancharanno li denari, da li quali e proceduta la
gloria et riputatione Veneta. — ') Fulin p. 165: — pocho si faceva. Et questo
perche principiava a manchar li marchadanti Todeschi et de Alemagna, che
solevano venir a comprar a Venetia le spetierie, andavano in altri loclii a
comprare et in Portogal et Lisbona, che ne era molto miglior merchato. —
^) Eulin p. 167. — ') Fulin p. 188: La fiera consueta de li Todeschi de san
Jacomo di questo mexe havea facto pochissimo, rispecto a li anni passati ....
Et Todeschi non volevano comprar, et maxime piper ad niun pretio, rispecto a
queste charavelle di Portogallo, quäle metevano il mondo in grande expectatione
et dubio a comprare et fare marchadantia. — *) Sanuto verzeichnet in seinen
Diarii t. V p. 319 aus einem Schreiben des Genuesen Cazano Negri an seinen
Bruder Hieronymus, Lissabon 29. Aug., folgende Stelle: Et giä sono qui alcuni
Alemani de la compagnia grande de Alemani li quali se hanno obligä a questo
serenissimo re, de meter qui casa et lui li ha dato libertä et ha li facto de boni
partiti, adeo che harano bon star ; cf. Heyd, Gesch. des Lev.-H. Bd. 11 S. 522.
— ") Heyd a. a. 0. S. 523. - «) Heyd a. a. 0. S. 524.
Geschichtliches. 119
des von den Portugiesen importirten Pfeffers und namentlich Ingwers
Manches auszusetzen, fand, dass die Venetianer doch besseren brach-
ten als jene. Ueberhaupt „fehlte doch noch viel daran, dass die
Portugiesen den ganzen Waarenstrom, welcher von Indien aus nach
dem Occident gieng, durch ihre Hand geleitet hätten. Ausser Pfeffer
brachten die den portugiesischen Schiffen zugänglichen Küstenstriche
nur noch Ingwer und Zimmt, jedoch in ungleich geringerer Qualität
und Quantität hervor" ^).
Die von Priuli in sein Tagebuch eingetragene Liste ^) der
Spezereien und Waaren, welche von den Deutschen in der Zeit vom
1, Juli bis 8. August 1506, wo der neue Fondaco also noch nicht
fertig war, aus Venedig ausgeführt wurden, zeigt denn auch schon
wieder ganz erhebliche Posten. An Pfeffer freilich kein einziges
Pfund, dagegen an Ingwer 111,800 Pfund, Gewürznelken 5271,
Muskatnuss 7192, Macis (Muskatblüthe) 1085, Baumwolle 22,200,
Indigo 3855, (Gummi-) Lack 3542, Cappelletti (Köpfchen der Ge-
würznelken) 909; Galanga (Kalmuswurzel) 927, gefärbter Baumwolle
2200, Semenzina (Wurmsamen) 316, Inzenso (Weihrauch) 1146,
langem Pfeffer 446, Rhabarber 40, Rohseide 700 Pfund, ferner 594
Stück Zambellotti (Kamelotte) und Kramerei waaren im Betrage von
3686 Dukaten. —
Dann aber drohte dem eben wieder aufblühenden Handels-
verkehr^) (um auch dies sogleich hier einzufügen) eine neue
Gefahr von einer ganz anderen Seite: der Krieg zwischen der
Republik Venedig und dem Kaiser Maximilian I. Der äussere
Anlass zu demselben ist bekannt: es war die Weigerung der Re-
publik, Maximilian den Durchzug durch ihre Staaten nach Rom zur
Kaiserkrönung zu gestatten. Es darf auch als bekannt vorausgesetzt
und soll daher nur kurz hier erwähnt werden, wie Maximilian sich
am 4. Februar 1508 in Trient selbst zum „römischen Kaiser" erklärte,
dann den Zug nach Italien über das Gebirge antrat, aber nach wenigen
Tagen plötzlich umkehrte und nach Deutschland zurückeilte, den
Kampf mit der Republik seinen Truppen überlassend, die dann im
Cadore von dem siegreich vordringenden venetianischen Befehlshaber
Alviano zurückgeschlagen wurden. Als hierauf auch Görz, Triest,
Fiume in die Hände der Venetianer fielen, schloss Maximilian am
20. April 1508 einen dreijährigen Waffenstillstand mit der Republik,
der aber durch die am 10. Dezember des nämlichen Jahres 1508
geschlossene Liga von Cambray ausser Kraft gesetzt wurde.
Der Krieg, der sich nun entspann und bis in das Jahr 1517
sich hinzog, führte nun zwar nicht zu einer vollständigen Handels-
') Heyd a. a. 0. S. 525 u. 526. — ^) s. Fulin p. 203. - ^) Unter dem
12. August 1508 bemerkt Sanuto in seinen ,üiarii' t. VIT p. 608: In questi
zorni Todeschi, ritornati in fontego nuovo a far le so merchadantie, quäl perhö
si va lavorando, feno assa' merchadi con nostri per la fiera, maxime di zenzari
e altro.
120 Geschichtliches.
sperre, wie sie einst Sigmund angeordnet hatte, der „an den Pässen,
die nach Venedig führten, Posten aufstellte und die Anwohner er-
mächtigte, alle nach Venedig gehenden oder daher kommenden
Waaren wegzunehmen, die Kaufleute selbst gefangen zu setzen" ^).
Im Gegentheil: Maximilian benahm sich, wie sogleich näher gezeigt
werden soll, im Ganzen sehr loyal gegen die Kaufleute. Allein behindert
und gehemmt, bisweilen ganz unterbrochen war der Handelsverkehr
natürlich doch — namentlich in der ersten Zeit, wo der Krieg noch
energischer geführt wurde — und man empfand den Stillstand in
Venedig wie auch in Deutschland in gleich unliebsamer Weise.
Die Deutschen — führt Priuli einmal zum Jahre 1509 aus — trauten
sich nicht, mit Geld nach Venedig zu kommen, aus Furcht, unter-
wegs ausgeplündert zu werden. Dadurch aber entstand Geldmangel
in Venedig zu einer Zeit, wo man desselben gar sehr bedurfte.
Andererseits musste man in Deutschland deshalb der Spezereien
und Waaren entbehren, die man sonst aus Venedig bezog, da man
sie anderswo nicht so bequem und nicht so billig bekommen konnte ^).
Daher, fährt Priuli fort, , beklagten sich Venetianer und Deutsche in
gleicher Weise über den Krieg, da sie wegen der alten Handels-
verbindung, die zwischen ihnen bestand, gleichsam eine Seele geworden
waren" ^).
Wie innig diese Beziehungen in der That waren , geht auch
aus der Thatsache hervor, dass die venetianische Regierung im
Juli 1509 die Reichsstädte geradezu zur Vermittlung des Friedens mit
Kaiser Maximilian aufforderte, nachdem sie vorher schon gelegentlich
diesen gegenüber ihre Anhänglichkeit an Kaiser und Reich ausge-
sprochen, auch durch feierliche Verkündigung ihres Schutzes die
deutschen Kaufleute zur Fortsetzung der Handelsbeziehungen auf-
gefordert hatte "^j.
Seit dem Jahre 1511 beschränkte sich übrigens der Krieg
zwischen der Republik und dem Kaiser mehr auf Grenzräubereien
und Streifzüge, ohne zu grösseren blutigen Ereignissen zu führen.
Und eine Notiz bei Marino Sanuto zeigt, dass der Verkehr sich
damals bereits wieder zur alten Blüthe entwickelt hatte. Er be-
') Heyd, Gesch. des Lev.-H. I, 722. — ') Fulin p. 205. Et etiam il
paexe pativa grandemente di Alemania, perche haviano debisogno grande di
tute le sopradicte robe quäle se consumavano et manzavano in tuta la Germania,
ne potevano esser forniti di questi loro bisogni in altri lochi piui comodamente
et a meglior marchato cha in la citade Veneta, antiquissima loro consuetudine. —
^) — — etiam li populi Germanici molto se lamentavano di questa guera cum
Venitiani, per essere Venitiani et Todeschi quasi una cossa medema per l'anti-
quissimo comercio et consuetudine fra loro sempre stato. — ^) s. Bd. I Nr. 670,
674, 681 und das von Thomas mitgetheilte Schreiben des Dogen Leonardo
Loredano vom 16. Juli 1509 in den Sitz.-Ber. d. k. bayer. Akad. d. Wiss. philos.-
philol. Klasse 1869 S. 313. Ueber Unterhandlungen zwischen der venetianischen
Regierung und dem Kaiser oder Schritte zu solchen durch Vermittlung beson-
ders deutscher Kauf leute im Fondaco siehe Marino Sanuto, Diarii t. VllI p. 440 ;
IX, 257, 258, 268, 270, 382, 429.
I
Geschichtliches. 121
richtet nämlich, dass die Deutschen während des einzigen Monats
Januar des Jahres 1511 Spezereien, Zucker und Anderes für nicht
weniger als 140,000 Dukaten eingekauft hätten^).
Dann haben wir, wie schon angedeutet, auch bestimmte
Beweise dafür, dass Maximilian trotz des Krieges, ja trotz der zeit-
weise gegen Venedig verhängten Acht, dem Handel dorthin seinen
Schutz hat angedeihen lassen — allerdings aus eigenem Interesse,
das von einer schroffen Verletzung der freien Reichsstädte abrieth und
eine nachgiebige, zuvorkommende Haltung gegen dieselben dringend
erheischte. Denn diese traten für den unloehinderten Handel mit
Venedig in der energischsten Weise ein — zugleich ein sprechen-
der Beweis für die Vortheile, die sie aus demselben noch immer
müssen gezogen haben. In keinem grösseren neueren Geschichts-
werke, soviel ich sehe, sondern nur in einem Aufsatze von
Theodor Herberger: , Konrad Peutinger in seinem Verhältniss
zum Kaiser Maximilian I." ^) wird der Rolle gedacht, welche in
dieser Zeit die „Gebrüder von der Leiter, Herren zu Bern (Verona)
und Vicenz" gespielt haben — Nachkommen jenes Paolo della
Scala, der nach dem Verlust der Herrschaft über Verona dies alte
Geschlecht nach Deutschland verpflanzt und von Kaiser Sigmund
den leeren Titel eines kaiserlichen Vikars von Verona und Vicenza
erhalten hatte. Während der Kriege zwischen Maximilian und der
Republik — es ist nicht ganz klar, wann zuerst — erhoben diese
Herren „von der Leiter", Johannes der Aeltere und Johannes der
Jüngere, Anspruch auf Zurückerstattung ihrer früheren Besitzungen
und erwirkten vom kaiserlichen Kammergericht die Aussprechung
der Acht gegen Venedig. , Dadurch waren die Kaufleute der
Reichsstädte und namentlich Augsburgs, in grosser Gefahr, alle
Güter, welche sie in Venedig hatten oder von da herausführen
wollten, zu verlieren. Sie zu schützen hatte Maximilian allein die
Macht und auch die Theilnahme. Schon früher, beim Beginn des
Krieges, hatte er den Kriegsleuten und Hauptleuten im Gallian
(Calliano an der Etsch) und zu Trient befohlen, dass sie behülflich
sein sollten, die Güter, welche die Städte Augsburg, Nürnberg,
Ulm und Memmingen zu Venedig hatten, durch den Kadober
(Cadore) herauszubringen". Dies war am 26. März 1508 noch vor
dem Abschlüsse des ersten Waffenstillstandes mit Venedig ge-
schehen''), hauptsächlich eben freilich, weil Max auf die finanzielle
Unterstützung der Städte angewiesen war^). Bald nachdem der
Waffenstillstand zu Stande gekommen war, am 6. Juni 1508, erliess
der Kaiser dann sogar Schutzbriefe für die eigenen wie für die
venetianischen Kaufleute, denen der ungehinderte Verkehr in
des Kaisers Landen wie vor dem Kriege zugesichert wurde '').
') t. XI p. 720. — ^) Im 16./16. Jahresbericht des historischen Vereins von
Schwaben und Neuburg für 1849/50 (1851) S. 31 ff. - ^) s. Bd. I Nr. 656. —
*) ebda. Nr. 651 und 655. — *) ebda. Nr. 659.
^
122 Geschichtliches.
Und als dann der von den Herren von der Leiter angestrengte
Prozess gegen die „Herrschaft Venedig" seinen Fortgang nahm,
da gebot Maximilian auf dringendes Ansuchen der Städte des
schwäbischen Bundes^) dem Kammergericht, mit der Vollstreckung
des gefällten LJrtheils, d. h. mit der Ausführung der Acht „und
anderen mit ihr in Verbindung stehenden Prozessen stille zu stehen"
(I.März 1509)^); musste es aber erleben, dass das Kammergericht
in der Antwort sich unter Wahrung seiner Kompetenz auf des Kaisers
eigene Reichsordnung von Worms und Konstanz berief (19. März) ^).
Dies und Anderes*) bewog wohl den Kaiser hernach, dem Rechts-
verfahren freien Lauf zu lassen. Aber er unterliess es dann nicht, ein-
zelne Gesellschaften von Kauf leuten, „namentlich auf Konrad Peutingers
Betrieb, die Gesellschaft der Welser und Vöhlin" zu schützen, denen
er z. B. (Januar 1510)^) gestattete, eine grössere Menge Freiburger
Tücher nach Venedig hinein- und andere Waaren dafür heraus-
zuführen — trotz der Liga von Cambray^). Auch forderte er das
Kammergericht auf, eine Deklaration zu fertigen, dass jene Kauf-
mannsgüter der schwäbischen Bundesstädte, welche unter seinem,
des Kaisers, Geleit von Venedig herausgeführt würden, die Acht
nicht treffen solle'') (11. Oktober 1510), und eine Mahnung gleichen
Inhalts richtete er an die Herren von der Leiter am nämlichen
Tage. Allein diese kehrten sich nicht sehr viel daran und küm-
merten sich ebensowenig darum, dass sie in einem Vertrag vom
1. November 1510 mit dem schwäbischen Bund auf vier Monate
und dann weiter hinaus bis zum Palmsonntage (13. April) 1511
gegen die Summe von 800 fl. sicheres Geleit für die Kaufleute
versprochen hatten *). Sie Hessen trotzdem aus Venedig kommende
Waaren Augsburger Kaufleute zu Schongau niederlegen, worüber
es dann zwischen beiden Parteien zu längeren Auseinandersetzungen
kam, und auch Maximilian nochmals zu Gunsten der Kaufleute
eintrat^). Erst im Jahre 1513, als der Kaiser, in einem „trefflichen
Fürnehmen" begriffen, den Krieg gegen Venedig zu beenden hoffte,
lesen wir, dass der Kaiser strengen Befehl gab, die Pässe gegen
Italien zu sperren und „keinen Kaufmann noch ander unser Unter-
1) Bd. I Nr. 664-669. — 2) ebda. Nr. 671. — ') ebda. Nr. 672. — *) s. Schreiben
des kaiserlichen Statthalters in Tirol, Paul v. Lichtenstein, vom 20. März 1509.
Bd. I Nr. 673. — *) ebda. Nr. 676. — *) Aehnlich einem Strassburger ; cf. Marino
Sanuto, Diarii t. Xll p. 351 : 1511 adi 11 Agosto. (In colegio.) Etiam gionse
uno Zuam di Argentina, marchadante di fontego, venuto con salvoconduto dil
imperador a marchadantar con robe ; dice, spera le cose si acorderano . . . cf. auch
vorher t. IX p. 365—866: 1509 adi 5 Dicembre. In questa matina veneno alcuni
Todeschi (che) stanno qui, dicendo cinque merchadanti Todeschi voleno venir
qui a comprar merchadantie, et ha a(v)uto licentia di re condurle in Alemagna
per la via dil Friuli, et volse salvoconduto di la Signoria. Et cussi, libentissime
li fo fati cinque (salvoconduti) et ogi si dovea dar principio a ligar balle in
fontego, che in questo tempo nulla in ha fatto. Und dann p. 381 : adi 10 Dicembre.
In questo zorno, in fontego di Todeschi novo fu ligato balle per mandarle in
terra Todescha, ch'e molti zorni non si ha ligato. — ') Bd. I Nr. 678. — ^) ebda.
Nr. 680, 682, 684, 688. - ») ebda. Nr. 685—689.
Geschichtliches. 123
thanen mit Kaufmannsgütern, Proviant, Wein, Getreide noch Anderem
durchfahren, handeln oder wandeln zu lassen", was der Kaiser, wie
er selbst zugesteht, bisher — obwohl die Venetianer seine Feinde
waren — genediglich habe geschehen lassen ^) : fürwahr ein greller
Unterschied gegenüber dem Verhalten König Sigmund's I.! —
Schon aus dem bisher Gesagten wird erhellen, wie irrig die
Annahme ist, die Entdeckung des Seeweges nach Ostindien und
Amerika habe sogleich den ganzen Handel besonders der ober-
deutschen Städte mit Venedig aufgehoben und vernichtet. Im Gegen-
theil: man darf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts geradezu
als die Blüthezeit dieses Handels bezeichnen, wie dies insbesondere
auch von J. Falke in einem beachtenswerthen Aufsatz , Ober-
deutschlands Handelsbeziehungen zu Südeuropa im Anfang des
16. Jahrhunderts" ^) überzeugend dargelegt worden ist^).
,So lange Venedig", sagt Falke ^), „noch im Gewürzhandel mit
dem Orient gegen Spanien und Portugal und den neuen Seeweg
kräftig die Konkurrenz aufrecht erhielt — und wir haben hievon
immer noch zu Ende des 16. Jahrhunderts die sichersten Nach-
richten — solange wurden auch die vortheilhaften Verbindungen
mit den Oberdeutschen, den Hauptabnehmern ihrer morgenländischen
Waaren, möglichst lebhaft erhalten; und ausserdem hatte Italien selbst
Reichthum an Natur- und Kunsterzeugnissen genug, welche das der-
malige Deutschland bei seiner weit vorgeschrittenen Bildung und
seinem reich entfalteten gesellschaftlichen und politischen Leben
nicht zu entbehren vermochte. Dahin gehörten alle Arten italienischer
Südfrüchte, getrockneter und eingemachter, feinere Arten von
Tüchern, namentlich das vielgesuchte und gebrauchte Purpur- oder
phönizische Tuch, das vornehmlich in Venedig verfertigt und ge-
färbt wurde , dann alle Arten von Seidenwebereien, mit Gold und
Silber durchwirkter und gestickter Stoffe, dann das Geschmeide und
die feinen kostbaren Glaswaaren Venedigs .... Auch die zu Ende
des 15. und Anfang des 16, Jahrhunderts ausserordentlich lebhafte
politische, kirchliche und soziale Verbindung zwischen Deutschland
und Italien, welche durch Max' I. und Karl's V. Streben nach der
Oberherrschaft jenseits der Alpen, durch den in Deutschland herrschen-
den Humanismus, der die Grundlage aller Bildung im klassischen
Alterthum erkennend, von Italien und Rom seine Hülfsmittel bezog,
die häufigen Reisen und längere Anwesenheit von Fürsten und Ad-
ligen, von Kaufleuten und Gelehrten in Italien und über Italien
hinaus, dazu die Studienreisen deutscher Studenten — alles dieses
') Bd. I Nr. 691— 69.3. — «) Zeitschrift für Kulturgeschichte, 4. Jahrg., 1859,
S. 601 li'. — ') Auf diese Zeit wird auch die von L. v. Ranke „Zur Venezianischen
Geschichte" S. 28 u. 29 citirte Stelle des Paolo Paruta zu beziehen sein, der
seine ,historia Venetiana' als offizieller Historiograph 1580 begann und in lib. XI
zum Jahre 1546 schreibt: ,Tiene la cittä di Venetia con la Provincia (sie) di
Germania grandissimo e continuo commercio etc." — *) a. a. 0. S. 610.
124: Geschiclitliches.
trug dazu bei, einen Handelsverkehr zwischen den Ländern diesseits
und jenseits der Alpen in ungeschwächter Lebhaftigkeit und Frische
zu erhalten. Italien war damals noch für Deutschland das Land
des Geschmacks und der Mode, die Quelle aller wahren und ein-
gebildeten Bildung, und hauptsächlich im oberen Theile des deutschen
Reiches, soweit der Handel der süddeutschen Städte der herrschende
war. Jenseits der Alpen war für diesen Verkehr Venedig der
eigentliche Geldmarkt und Wechselplatz. Wir haben sogar Bei-
spiele, dass deutsche Studenten eigens von Bologna nach Venedig _
reiten, um ihre mitgebrachten Wechsel in Geld umzusetzen^)." ■■
„Ein weiterer Beweis, wie ausgebildet der Verkehr zwischen '
Italien und Deutschland geworden war und welche Aufmerksamkeit
darauf gerichtet blieb, geben uns die Nachrichten, welche sich die
Kaufleute namentlich zwischen Venedig und Genua auf der einen
und Nürnberg, Augsburg und Wien auf der anderen Seite, ur-
sprünglich in Briefform mittheilten, und welche von den Konjunk-
turen des Handels, von den politischen Verhältnissen, der Sicher-
heit und Gefahr der Wege und Meere, von der Ankunft der Frachten
und ähnlichem für den Kaufmann Wissenwerthem Kunde gaben.
Solche Briefe, worin zuerst die politischen und kommerziellen Nach-""
richten nur die Anhängsel, die Postscripta bilden, die dann aber
immer wichtiger und umfangreicher werden, bis sie den Charakter
geschriebener Zeitungen annehmen, finden sich aus diesem Zeitraum
zwischen allen deutschen Städten und den ihnen verbundenen fremden
Marktplätzen, bei den Kaufleuten der Hansa, zwischen dem ober- und
niederdeutschen Handelsstand und besonders zwischen jenem und
Italien. In Nürnberg enthielten vor Allem die Familiensammlungen
der Imhof und Ebner dergleichen handschriftliche Zeitungen^)."
Einen weiteren sprechenden Beweis für die ungeschwächte
Fortdauer dieser Handelsbeziehungen zu Venedig darf man auch
darin erblicken , dass man jetzt noch oder jetzt erst genau die
Zölle und Abgaben aufzeichnete, die in Venedig beim Ein-
und Ausgang zu zahlen waren — förmliche Tarife für den prak-
tischen Gebrauch^). Dem nämlichen Zweck dienten die „Handel-
bücher, darin angezeigt wird, welcher gestalt inn den fürnembsten
Hendelstetten Europe allerley Wahren anfencklich kaufft, dieselbig
wider mit nutz verkaufft; Wie die Wechsel gemacht, Pfund, Ellen
^) Falke a. a. 0. S. 612 Anm. : , Brief eines Behaim im Archiv des ger-
manischen Museums, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts". — ^) Falke S. 614. —
^) Dies betont auch Ranke a. a. 0.; ich bin unabhängig davon darauf aufmerk-
sam geworden durch eine wenigstens vor 1567 geschriebene Handschrift der
hiesigen k. Hof- und Staatsbibliothek Cod. germ. 4032 „Zoll- und andere Ab-
gaben etc.", welche vielfach übereinstimmt mit einer gedruckt vorliegenden
„Tariffa oder Vncostbüchlein von allen Wahren in Venedig | So auß vnd ein
gefürt mögen werden | durch Teutsche ] und andere Nationen. Auch was breuch
und Zoll in Venedig darinn gebraucht werden | Alles fein fleissig und ordenlich
in ein gute Ordnung gebracht. Durch S. V. Gedruckt zu Nürnberg | bey Chri-
stoff Heußler 1572".
\
Geschichtliches, 125
vnnd Müncz vberal verglichen, vnd zu welcher zeit die Merekten
gewönlich gehalten werden, Sampt anderen mehr nutzungen dar-
zu gehörig. Allen Hanthierern, vnd Jungen Kauffleuten gantz
nützlich vnd dienstlich", wie ein solches „Handelbuch" z.B. der Nürn-
berger Lorenz Meder 1558 in Nürnberg im Druck hat erscheinen
lassen. Die „Venediger Handlung" aber nimmt darin den ersten Platz
und den meisten Raum ein, und genau finden wir verzeichnet: „Wann
die Schiffart mit Wahren ankommen vnd abgehen. Bescheyd der
Mass vnd Elen. Was man den Vnterkeuffeln gibet von allem gut,
so per Teutschlandt gefüret wirdt. Was man gibet den Vnter-
keuffeln von allem gut das man hinein bringt vnd verkaufft; Was
man in Venedig den Herrn in Officio alla Cassa zalt von allerhand
specerey per Teutschland. Was das gut zalt in Officio, das man
auff gnaden füret etc. Venediger Negel prob. Bescheyd der Tarra
(Abzug) der Venediger Negel. Bescheyd der Franchita in Venedig.
Bescheyd der Denari Franchi^) in Venedig. Ein Wahr in wirden zu
halten. Gebrauch mit einem Sanser Specerey zu sehen. Bescheyd der
Wag vnd Gewicht in Venedig. Bescheyd der leufftigen Müntz in
Venedig, Bescheyd der Bezalung in Venedig. Bericht, so man in
Venedig halb gut heyst. Gantz gut genandt. Was man in Venedig den
Tragern zalt zu Garbulieren (Sieben, Durchseihen). Was man in
Venedig Tragerlohn zalt. Was man den Trägern gibet von dem Gut,
so auß Teutschland kompt. Was man den Trägern gibt von allem
gut anzulegen, so man hinauß füret. Was man im Teutschenhauß
Bindion zalt. Den Glaßbindern von Muran. Was man in Venedig
Wegerlohn zalt, Bindterlon in Venedig von Ballen so zweimal ein-
genehet vnd in stro gebunden. Was Plahen vnd Strick auff einen
Ballen gehen. Bescheydt mehrerley Sort specerey von Venedig per
Teutschlandt gelegt. Was 100 Pfund Venediger Negel in Antorff
(Antwerpen) am Garbuliern thun. Was 100 Pfund Venediger Nüß in
Antorff am Garbuliern thun. Was vnkost auff einFardel von 300 Pfund
roher Seiden gen Cöln gelegt gehet. Venediger Gallus (Galläpfel)
per Nürnberg gelegt. Venediger Saiffen per Nürnberg gelegt. Vene-
diger Zenzero per Nürnberg. Venediger Zenzero (Ingwer) per Antorff.
Wachß von Nürnberg per Venedig gelegt, Vnkosten auf Wachß von
Porto auf Venedig. Zucker von Nürnberg per Venedig. Ochssen-
brückisch leinwat per Venedig. Arbruische Seiden per Venedig.
Zimat, Saffron von Adler (Aquila) per Venedig".
Dergleichen „Taschenbücher für Kaufleute" wie man sie
wohl bezeichnen kann, hätten keinen Sinn gehabt, wenn man ihrer
nicht für den praktischen Gebrauch bedurft hätte. Und sehen wir
nicht in der That^), wie ein Paul Tucher im Jahre 1575 von
Antwerpen Waarenballen über Nürnberg und Salzburg nach Venedig"
schickt? Und spricht nicht für die Fortdauer des Waarenzugs von
») cf, später. — 2) Bd, I Nr. 710
126 Geschichtliches.
n
Venedig nach Deutschland jene Beschwerde Augsburger Bürger bei
der Venetianischen Regierung im Jahre 1616, dass ihnen eine grosse
Menge verschiedener in Venedig gekaufter Waaren zu Gemona auf-
gehalten worden seien, die für die bevorstehende Frankfurter Messe
bestimmt seien ^). Das war fast gerade hundert Jahre später, als
wegen „gleicher Zurüstung zur kommenden Frankfurter Herbst-
messe* der Augsburger Rath beim kaiserlichen Regiment in Inns-
bruck Schritte gethan hatte, um eine Verlängerung der von Kaiser
Maximilian gewährten Frist für Herausbringung der Waaren aus
Venedig zu erwirken^). Und dergleichen Belege werden sich gewiss
noch ausserordentlich viele beibringen lassen. — JB
Doch kehren wir nunmehr zum neuen Hause oder besser in
dasselbe zurück, um zu sehen, wie dasselbe verwaltet wurde.
Als einen Hauptunterschied gegen früher müssen wir da
bemerken, dass die Kammern oder Zimmer und Gewölbe nun von
vorneherein von der venetianischen Regierung auf längere Zeit
an die deutschen Kaufleute vermiethet wurden, indem die Miethe
sogleich pro Jahr festgesetzt wurde, worauf ich später nochmals
zurückkomme. Was diese selbst betrifft, so begreift es sich, wenn
die Regierung in Folge der bedeutenden Ausgaben, welche ihr aus
dem Neubau erwachsen waren, nun auch eine Erhöhung des Mieth-
zinses eintreten Hess oder lassen wollte. Denn es kam darüber
zu Differenzen mit den Kaufleuten, von denen besonders ein
Schreiben des Dogen Leonardo Loredano an den Rath von Nürn-
berg vom 6. Dezember 1508 ^) Kunde gibt. Wir entnehmen daraus,
dass die Deutschen über diese Frage selbst uneins waren und des-
halb schliesslich an die Regierung das Ansuchen stellten, es möchten
die Räumlichkeiten im neuen Hause unter ihnen versteigert
werden. Darauf ging jedoch die Regierung mit Recht nicht ein,
da dieser Modus gewiss nur Streit und Zank unter den Kaufleuten
hervorgerufen haben würde und, wie die Regierung selbst sehr richtig
bemerkt; den Preis der Kammern und Gewölbe wesentlich erhöht,
dieselben überhaupt vielleicht in den Händen einzelner Weniger
konzentrirt hätte. So setzte denn die Regierung im Mai 1508 den
Jahreszins für eine Kammer im ersten und zweiten Stock auf
12 Dukaten, im dritten auf 8 Dukaten fest^), während die Gewölbe
(nach Grösse und Lage?) zu verschiedenen Preisen zwischen 6 und
20 Dukaten, meist jedoch zu 12 Dukaten, vergeben wurden^).
Dabei bestimmte sie aber zu gleicher Zeit, dass die Deutschen
ausserdem, wie früher, alle die Ausgaben für die Verköstigung an
die Regierung — monatlich 8 grossi in Gold = ^/s Dukaten per
Mann, wie früher erwähnt^) — und ebenso dem Hausmeister für
1) Bd. I Nr. 733. — ') ebda. Nr. 692. — ^) Flegler im Anzeig. f. Kunde
der deutschen Vorzeit, S. 368. — *) s. Bd. I Nr. 657. - ^) ebda. Nr. 658. -
«) cf. oben S. 85.
Geschichtliches. 127
Beschaffung der Betten u. s. w. die bisherigen Spesen zu entrichten
hätten. Auch die etwaige Herstellung eiserner Fenstergitter für
die Kammern sollte von den einzelnen Kaufleuten, die solche
wünschten, selbst bestritten werden^).
Die Deutschen haben dem Anfangs zugestimmt, wie die so
überaus schätzbare Liste der ersten Miether im neuen Hause beweist^).
Aber nicht allzu lange hernach müssen sie Reue bekommen und den
Miethzins für zu hoch, vielleicht auch die Fortdauer der mittelalter-
lichen Oberaufsicht über die Küche u. s. w. als zu lästig befunden haben.
Sie wandten sich — wenigstens von den Nürnbergern wissen wir
das ^) — an den Rath ihrer Vaterstadt, damit dieser der venetianischen
Regierung Vorstellungen darüber mache. Dieselbe erklärte sich
daraufhin bereit'^), eine Verminderung des Miethzinses eintreten lassen
zu wollen; allein es dauerte dann noch zwei volle Jahre, bis eine
schliessliche Vereinbarung zu Stande kam. Wir lesen z. B. bei
Sanuto unter dem 16. Juni 1509, dass die Deutschen, obwohl sie
die Kammern im neuen Fondaco bereits „genommen", dieselben
doch noch nicht bezogen hätten, sondern noch in der ,cha' Lippo-
mano' wohnten, weil sie eben den hohen Zins nicht zahlen wollten ^).
Am 8. März 1510 berichtet er^) von Verhandlungen mit einigen
Kaufleuten (vielleicht den damaligen Cottimieri) im „CoUegio" in
derselben Angelegenheit. Dass dieselben noch nicht zu einer Ver-
ständigung geführt, zeigt seine weitere Notiz zum 19. März 1510 ''):
Es seien einige deutsche Kaufleute angekommen, um Spezereien zu
kaufen. Aber sie „kauften" d. h. machten ihre Geschäfte ausser-
halb des Fondaco. Die Regierung, um den Handel wieder in den
Fondaco zu zwingen, befahl hierauf, dass Keinem, der ausserhalb
des Fondaco bleibe, die nöthigen ,bollette' oder Zollscheine verab-
reicht werden sollten. Wenn Sanuto zu dieser Verordnung den Kopf
schüttelte^), so hatte er Recht. Am 24. Mai 1510 schreibt er in
sein Tagebuch^), dass den wegen des Krieges nach Venedig ge-
flüchteten Bewohnern von Vicenza unter anderen Lokalitäten der
neue Fondaco als Wohnort angewiesen worden, da derselbe leer
>) Bd. I Nr. 657. - ^j ebda. Nr. 653. - ^) Flegler a. a. 0.; s. Bd. I Nr. 662.
— *) Flegler a. a. 0. in dem dort mitgetheilten Schreiben vom 6. Dezember
1508. — ') t. VIII p. 408. Ozi zonse in questa terra forzi 16 Todeschi per
marchadantar , e come intenderano il levar di la scomunicha, ne vegnirano di
altri assa' con haver. Hanno per ancora la habitatione in cha' Lippomano, ne
sono venuti a star in fontego nuovo, licet habino tolto le camere, perche non
voleno pagar tanto fitto quando havia messo ser Marco Tiepolo , provedador
olim al sal , et deputato a questo. — ') t. X p. 24. 1510 Adi 8 Marzo la
matina in colegio nulla da conto, solum alcuni Todeschi marchadanti fonno
a Ja Signoria perche si aspetta bon numero zercha le camere di fontego per
quello (che) dieno pagar; et fo poi alditi aier Marco Tiepolo e sier Alvise
Sanudo, fo proveditori al sal, i quali tratono tal materia, e ordinato tra Ihoro
la conzano. — ') t. X p. 51. — •*) ibid. : unde per la Signoria col Colegio fo
mandato comandaniento non fosse fato bolette a niun se non le feveno in
fontego di Todeschi, et questo feno per far facende de li, nia meo judicio
fu tropo presto. — *) ibid. p, 415.
128 Geschichtliches.
stehe ^). — Ein weiteres Pressionsmittel versuchte die Regierung
einige Monate später. Sie hatte den fremden Kaufleuten eine Steuer
(wohl als Eingangszoll) von 2 grossi vom Dukaten (= 8^/3 ^/o) auferlegt,
gegen welche die Deutschen als eine neue Abgabe unter Berufung
auf die ihnen zugestandene Immunität protestirten. Die Regierung
erklärte nun, dass von dem Tage an, wo die Deutschen den für sie
bestimmten Fondaco wirklich bezögen, um dauernd darin zu bleiben,
diese neue Auflage von 2 grossi auf sie keine Anwendung finden
solle. Diejenigen Kaufleute aber, die sich etwa weigerten, im
Fondaco zu wohnen, sollten von dieser Vergünstigung ausgeschlossen
und verpflichtet sein, wie alle übrigen fremden Kaufleute, die
2 grossi zu zahlen ^).
Endlich am 8. Dezember 1510 kann Sanuto melden, dass die
Deutschen wieder im Fondaco Geschäfte treiben^), und am 19. De-
zember wurde alsdann durch ein Dekret der Regierung folgende
mit allen damals in Venedig weilenden deutschen Kaufleuten ge-
troffene Uebereinkunft verkündigt. Der jährliche Miethzins für eine
Kammer des ersten und zweiten Stockes wurde auf 10 Dukaten, des
dritten Stockes auf 8 Dukaten, für ein Gewölbe oder Magazin (ohne
Unterschied) auf 6 Dukaten festgesetzt^). Hingegen wurden die Kauf-
leute aller jener weiteren Abgaben sowohl an den Hausmeister wie
an die Regierung, deren wir oben gedacht haben, ledig gesprochen.
Der Hausmeister hinwiederum brauchte in Zukunft die Betten und
das sonstige Hausgeräth nicht zu beschaffen. Dafür, sowie auch
für die Küche u. s. w., hatten die Deutschen nun selbst zu sorgen,
worauf wir weiter unten nochmals zurückkommen werden. Die
Fenstergitterangelegenheit wurde in der Weise beglichen, dass die
Kaufleute dazu das Eisen liefern sollten, während die Regierung
die Herstellungskosten tragen wollte.
In dieser Weise blieb die Vermiethung des Hauses in der
ganzen folgenden Zeit geregelt. Der Miethzins blieb immer der-
selbe; nur im Jahre 1587 wurde, wie Milesio berichtet, wegen der
Herstellung der steinernen Treppen im zweiten und dritten Stock
eine kleine Erhöhung eingeführt^).
1) ,il fönt, de Tod. nuovo ch'e vuodo'. — ^) Bd. I Nr. 679. — ^) t. XI
p. 672. ,In questo presente mexe, al principio, vene alcuni merchadanti Ale-
mani, Todeschi, in questa terra, per comprar merchadantie , il quäl haveano
salvoconduto libero di la Signoria; e tanto steno in fontego, et comprono,
che si dice lassö in questa terra contadi, la piü parte Raynes, ducati 130
milia, che fo una optima cossa.* Aehnlich schreibt er (t. XI p. 720): 1511 adi
9 Zener. In questo mexe Todeschi veneno a comprar in questa terra specie,
zenzeri e altro per ducati 140 milia; si che a furia si liga balle in fontego di
Todeschi per mandarle in Alemagna. — ■*) s. Flegler a. a. 0. S. 365 und Milesio
bei Thomas S. 49. Wie Helianus auf dem Reichstag zu Augsburg (10. April 1510)
behaupten konnte : „Die Venetianer vermietheten den Deutschen ein Haus für
130 Dukaten nicht jährlich, wie man etwa denken könnte, sondern täglich,
welches ein Tribut von 50,000 Dukaten wäre," ist mir unerfindlich — wofern
er nicht die Einnahmen aus den Zöllen hinzugerechnet (s. Hegewisch, Ge-
schichte der Regierung Kaiser Maximilians I. Bd. II S. 117). — '^) Thomas
II
Geschichtliches. 129
Nur einmal, finde ich dann, nämlich im Jahre 1647 ^), war man
nahe daran, hierin eine prinzipielle Aenderung eintreten zu lassen.
Es war die Zeit der Türkenkriege, wo die Regierung Geld brauchte
und zu verschiedenen ausserordentlichen Mitteln greifen musste, um
solches zu beschafi'en. Sie verkaufte deshalb die Prokuratorenwürde
und die Aufnahme in das „Goldene Buch" und damit in den Adel ^)
und war nun zu demselben Zwecke auch bereit, den Fondaco oder
genauer die Benützung und ganze Verwaltung desselben — unter
Wahrung ihres Eigenthumsrechtes am Gebäude selbst — den deut-
schen Kaufleuten gegen eine Pauschalsumme für immer abzutreten.
Unsere Landsleute erklärten, 20,000 Dukaten dafür bezahlen zu
wollen. Sei es, dass der Regierung diese Summe zu niedrig schien
oder dass es sie überhaupt gereute — das Projekt wurde wieder
fallen gelassen und kam nicht zur Ausführung.
Stets blieb also die venetianische Regierung die Herrin auch
des neuen Hauses bis zum Untergang der Republik im Jahre 1797
durch die Franzosen. Sie war es denn auch, welche die Kammern
und Gewölbe vertheilte und in allen hier einschlägigen Fragen, wie
wir später noch sehen werden, die letzte Entscheidung hatte. Nach
wie vor führten auch die von ihr bestellten Beamten, die Visdomini,
die, wenn ich so sagen darf, gesammte äussere Verwaltung, soweit
sie sich namentlich auf die Abgabe der Zölle, auf den Verkehr mit
den Venetianern u. s. w. bezog. Nur findet man wiederholt^), dass
auch andere Kollegien, wie die ,cinque Savii sopra la Mercanzia'
oder die ,Governadori delle intrade', wichtige Verordnungen und
Entscheidungen über den Fondaco treffen. Dies, sowie die Aende-
rungen, welche die den Visdomini beigesellten oder untergebenen
Beamten, z. B. die Sensale, durchgemacht haben '^), im Einzelnen zu
verfolgen, muss späteren Nachforschungen überlassen bleiben.
Dagegen hatte sich, wie schon erwähnt, die Regierung im
Innern des Hauses grösstentheils der Verwaltung begeben und ent-
äussert, hatte den Deutschen, wie man es ausgedrückt hat, „Selbst-
verwaltung" — freilich nicht in allzu grossem Umfang, wie
wir hinzufügen müssen — gewährt, die in erster Linie die mittel-
alterliche Oberaufsicht und polizeiliche Ueberwachung der Kaufleute
durch die Regierung im Inneren des Hauses beseitigte.
Wir haben gehört, dass unsere Landsleute sich nunmehr gänz-
lich selbst verköstigten, zu welchem Behufe sie nach Milesio's An-
Beschreibung, S. 66. Aus den Worten Milesio's : ,Per detta spesa delle scale fu
cresciuto il dazio sudetto sopra gli affitti alla N, A.' lässt sich nicht entnehmen,
worin diese Erhöhung bestanden. Nach unseren Dokumenten (Bd. I Nr. 712
cf. Nr. 748) handelte es sich vielmehr um einen Zuschlag, der, wie ich ver-
muthe , durch die Münzverhältnisse hervorgerufen war. — ^) Bd. I Nr. 749. —
*) s. Lebret, Staatsgeschichte der Republik Venedig, Thl. III S. 441 ff. —
ä) cf. Bd. I Nr. 731, 738, 739 ff. — *) Ich verweise nur auf Bd. I Nr. 695, wo
der Rath der Zehn nun selbst wieder — entgegen seinen früheren Verfügungen
— die Verpachtung der Sensalposten zuliess!
9
130 Geschichtliches.
gäbe ^) alljährlich zwei aus ihrer Mitte mit dem Titel „Oberauf-
seher über die Küche" (Proveditori sopra la Cucina) wählten,
denen die Zurüstung des gemeinsamen Mahles oblag. Schon damit
wurde der Wirkungskreis des von der venetianischen Regierung
bestellten Hausmeisters, des massarius, nicht unwesentlich ein-
geengt. Noch mehr war dies der Fall, als die deutschen Kaufleute
einen eigenen Portier, Portiner (Portinaro) oder „Thorhüter"
anstellten. Wann dies zuerst geschehen, vermag ich nicht anzugeben.
Aus dem Jahre 1567 ist uns durch einen glücklichen Zufall ein
Vertrag erhalten, den Jakob Wernle von Delfs bei Innsbruck mit
der deutschen Kaufmannschaft im Pondaco eingeht, die ihn auf die
Dauer von 15 Jahren als „Thorhüter" in Dienst genommen^). Er
erhält dafür alljährlich 24 Dukaten, die aus dem Cottimo bestritten
werden, und „gepürliche Mundkost"; auf sonstige Geschenke an
besonderen Festtagen, Neujahr, Himmelfahrt u. s.w. erklärt er keinen
Anspruch erheben zu können. Dagegen verspricht er treuen Ge-
horsam, willige Dienstleistung und dergleichen mehr. Milesio setzt
den Portinaro dem Masser förmlich gleich ^) und vielleicht hat es
zu seiner Zeit, d. h. am Anfang des 18. Jahrhunderts, auch nur
noch den einen gegeben; in einer Verordnung des Jahres 1564 und
dann von 1595 für den Fondaco finde ich noch einen ,masser'
erwähnt^).
Im Jahre 1576 erhielt die deutsche Kaufmannschaft oder
, Deutsche Nation" (Nazione Alemana), wie sie sich nun vorzugs-
weise nannte, von der Gesundheitsbehörde, dem ,Magistrato della
Sanita', die Erlaubniss, auf ihre Kosten einen Beamten aufzustellen,
der den Zugang zum Fondaco bewachen und Niemand eintreten
lassen sollte, der nicht Geschäfte in demselben habe. Es geschah dies
allerdings zunächst nur aus Gesundheitsrücksichten, um die Ein-
schleppung der damals wüthenden Pest möglichst zu verhüten, zu
welchem Z-v^eck auch noch einige andere Verordnungen erlassen
wurden, wie z. B. die, dass die Packträger, wenn sie nicht beschäftigt,
ausserhalb des Fondaco auf dem ,Campo S. Bortolamio' sich auf-
halten, die Barkenführer, sobald sie die Waaren ausgeladen, sich
sogleich wieder entfernen sollten ^). Man weiss ja aber, wie es mit
derlei Verfügungen zu gehen pflegt. Für den Augenblick und für
ein ausserordentliches Bedürfniss erlassen, bleiben sie auch nachher
bestehen und bürgern sich für immer ein. War dies auch hier der
Fall — ganz sichere Kenntniss besitzen wir davon vorerst nicht —
so war damit ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Gebiete der
Selbstverwaltung gethan, die Polizei- Aufsicht der venetianischen
Behörden neuerdings geschmälert — wie es die deutschen Kauf-
n
0 Thomas S. 33. — ^) s. Bd. I Nr. 707. — ') Thomas S. 20 : il Publico
Governo manteneva salariati un Masser (sive Portinaro) ... — *) Thomas,
Register zum Kapitular des deutschen Hauses in Venedig . . . (Abhandlgn. d. k.
bayer. Akad. d. Wiss. I. Kl. Bd. XIV, Abth. I.) S. 65 und , Quellenkunde" S. 43.
- ») Milesio S. 32.
Geschichtliches. 131
leute auch schon im Jahre 1544^) von der Regierung erwirkt hatten,
-dass Schergen nicht in den Fondaco sollten kommen dürfen. —
Je mehr so die Deutschen die Herren im — freilich nicht
eigenen — Hause wurden, desto mehr waren sie zugleich bestrebt,
sich im Fondaco häuslich einzurichten. Ich erinnere daran ^), dass sie
im Jahre 1587 im grossen Wintersaal den kolossalen, meisterhaften
Ofen auf ihre Kosten setzen Hessen. Vorher schon, im Jahre 1571,
hatten sie an der Südseite des Nordflügels im Hofe mit Erlaubniss
des ,Magistrato del Sal' unter Hinzuziehung des berühmten Erbauers
der Rialto-Brücke , Antonio dal Ponte, eine grosse Uhr anbringen
lassen^). Und über diesen mehr praktischen Einrichtungen vergassen
unsere Landsleute, angeregt gewiss durch das Vorgehen der Re-
gierung und unter dem Einfluss der ganzen Umgebung, auch der
künstlerischen Ausstattung nicht. Sie waren es, welche den
Fondaco (nicht aussen, sondern) innen auf das reichste und herr-
lichste mit Kunstwerken schmückten. Wie früher der Einzelne seine
Kammer nach Belieben verschönerte und verzierte — was übrigens
auch jetzt noch geschah, namentlich die Kammer der Fugger rühmt
Sansovino wegen ihres reichen Schmuckes^) — so sorgte jetzt die
Kaufmannschaft als Ganzes für eine würdige Ausstattung der ge-
meinsam benützten Räume. Ich verweise nochmals auf die genaue
Beschreibung des „Sommer- oder Gemäldesaales " bei Milesio und
Elze, in welchem nicht blos die von einer Marmorsäule getragene
Decke von Schülern Tizians bemalt war, sondern sogar eine förm-
liche Gemäldegallerie Platz gefunden hatte. — Sie ist übrigens nicht
das einzige Zeugniss für die Kunstliebe und den Kunstsinn der
deutschen Kauf leute. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass sie noch
in demselben Jahre, wo der Fondaco niederbrannte, bei dem damals
gerade in Venedig weilenden Albrecht Dürer eine Altartafel, wahr-
scheinlich für die in der Nähe des Fondaco gelegene und gleichsam
dazu gehörige Kirche San ßartolomeo (Bartolamio) bestellten, welche
im September des folgenden Jahres 150(3 fertig wurde und die Ver-
herrlichung der h. Maria im Rosenkranzfest zum Gegenstand hatte.
Dass dieses Werk erst Dürer, wie er selbst angibt, die gebührende
Anerkennung als Maler bei den Italienern verschaffte, die in ihm
bisher nur den Stecher bewundert hatten, darf gleichfalls als bekannt
vorausgesetzt werden ^).
Die Tafel, später von Kaiser Rudolf II. angekauft und heute
im Besitze des Prämonstratenser-Stifts Strahow in Prag, enthält
ausser den Porträts von Maximilian L, Julius IL, Dürer und Anderen,
wie Thausing ansprechend vermuthet, auch das des Hieronymus,
') Milesio, S. 64. — ^) cf. oben S. 112. - ^) Milesio, S. 26 und 65. -
"•) Venezia descritta (Ausg. von 1663, p. 366 : ,fra le quali (camere e stanze)
era altre volte molto notabile la camera dei Foccari , dove con ordine pur
troppo maraviglioso si contenevano tante soppellettili e massaritie ehe hareb-
bono addobbato ogni gran casa*. — *) Thausing, Dürer (1. Aufl.) S. 259.
132 Geschichtliches.
des Erbauers des neuen Fondaco ^). Hingegen glaube ich nicht, wie
Thausing es gethan, dass Dürer eben wegen dieser Tafel nach Venedig
gereist sei. Die Art, wie er seinem Freunde Pirkheimer in seinem
ersten Briefe aus Venedig (am 6. Januar 1506) davon Mittheilung
macht: „ich habe den Deutschen eine Tafel zu machen," spricht
dafür, dass er erst dort den Auftrag erhielt^). Leider gibt Dürer
selbst in seinen Briefen keine näheren Aufschlüsse über den
Auftrag: weder nennt er irgend welche Personen, mit denen er
darüber verhandelt, noch bezeichnet er den Gegenstand der Tafel
irgend genauer, noch sagt er deutlich, für welchen Ort oder für
welchen „Altar" dieselbe bestimmt gewesen und ob sie wirklich
dort aufgestellt worden. Das hat denn Anlass zu mancherlei Kontro-
versen und wunderlichen Aufstellungen gegeben. Die eben ange-
führte Monographie von Jos. Neuwirth überhebt mich der Aufgabe,
dieselben hier einzeln vorzuführen und zu erörtern.
Grosse Verwirrung hat namentlich angestiftet und einige
Schwierigkeit in der That macht die Angabe des Schriftstellers
Sansovino^); dass „vor wenigen Jahren Christophorus Fugger ein
Marien-Altarbild von der Hand Albrecht Dürers nach der Kirche
San Bartolamio gebracht oder geschenkt habe" *). In Folge dessen
hat man — ohne Rücksicht auf die in Sansovino's Worten liegende
Zeit-Differenz — gesagt^), Christoph Fugger sei der Besteller des
„Rosenkranzfestes" gewesen, weil „er, als Dürer in Venedig war,
an der Spitze der dortigen Kaufmannschaft stand und als solcher
wahrscheinlich den grössten Beitrag gegeben hat." Das lässt sich
aber durchaus nicht beweisen. Als Vorsteher (,Cottimieri') der
deutschen Kaufleute zur Zeit von Dürer's Aufenthalt in Venedig
werden ganz andere Männer genannt^), ein Christophorus Fugger
n
*) s. die Abbildung in Thausing's , Dürer" und des Hieronymus Bildniss
separat nach einer Originalzeichnung Dürer's im k. Kupferstichkabinet zu Berlin
bei Lippmann, Zeichnungen von Albrecht Dürer (Berlin 1882), Blatt Nr. 10. —
^) Dieser Ansicht pflichtet auch Jos. Neuwirth in seiner kürzlich (Leipzig 1885)
erschienenen Monographie: „Albrecht Dürer's Rosenkranzfest" (gleichfalls mit
Abbildung) bei, in welcher alle auf das Bild bezüglichen Fragen eingehend
behandelt und auch Thausing's Irrthümer über den Fondaco schon (hauptsäch-
lich auf Grund der von mir gemachten Mittheilungen) berichtigt sind ; cf. auch
dessen Abhandlung: ,Zur zweiten Reise Dürer's nach Italien" in Lützow's Zeit-
schrift für bildende Kunst (Jahrg. 21) 1886 S. 87 u. ff. - ^) in der ersten
Ausgabe seines Buches ,Venetia citta nobilissima' 1581 f. 48. — ■*) ,Fu nobili-
tata (die Kirche) pochi anni sono da Christo foro Foccari Tedesco, il quäle vi
condusse una palla di Nostra Donna, di mano d'Alberto Duro, di bellezza
singolare per disegno , per diligenza et per colorito'. Wahrscheinlich hieraus
stammt die fast ganz gleichlautende Notiz bei Milesio (Thomas, S. 46) : ,L'anno . . .
(fehlt) fu nobilitata da Christofforo Foccari Mercante Todesco, che donö la
palla fatta da Alberto Durero Tedesco famoso Pittore et intagliatore di stampe,
di singolar bellezza, in cui vi e dipinta la Madonna.' — ^) so Waagen im
.Deutschen Kunstblatt" 5. Jahrg. 1854 S. 200. - «) s. Milesio (Thomas, S. 62) :
1505 Gio. Mossanner (unrichtig statt Mosauer aus Regensburg s. unten) e Fran-
cesco Hirschfegl (Hirschvogel aus Nürnberg); 1506 Gio. Mossanner e Sinibaldo
Kneissel (aus Nürnberg); 1507 die nämlichen.
Geschichtliches. 133
wird zu jener Zeit überhaupt nicht in Venedig erwähnt. Erst im
Jahre 1520 wird von einem daselbst weilenden Christophorus Fugger
berichtet. Marino Sanuto erzählt unter dem 26. Januar dieses Jahres,
dass derselbe die Schwester eines Pasqual Gradenigo geheirathet habe^).
Wie es scheint, Hess sich derselbe auch in Venedig in der Kirche
San Bartolomeo beisetzen oder hatte wenigstens eine Grabstätte
für sich darin ^): auf ihn würde also am besten jene Notiz des Sanso-
vino von der Stiftung des Dürer'schen Bildes in die genannte Kirche
passen^). Hingegen stimmt die Zeitangabe Sansovino's ,pochi anni'
durchaus nicht mit den übrigen Notizen, vorausgesetzt, dass man
es immer mit einem und demselben Bilde zu thun hat. Denn
wenigstens um 1550 befand sich nach dem Zeugniss Vasari's ,una
tavola d'Alberto Duro . , . cosa rara e piena di molte figure fatte
a olio' in der Kirche San Bartolomeo"^); und 1552 rühmt Doni in
einem Briefe an Simon Carnesecchi als eine Sehenswürdigkeit Venedig's
,una tavola d'altare d'Alberto Duro'^).
Namentlich diese letztere Angabe, zusammengehalten mit
früheren und späteren Nachrichten^), lassen kaum einen Zweifel
übrig, dass in der That das von den deutschen Kaufleuten bestellte
Bild eben das ^Rosenkranzfest" gewesen, dass es für den Altar der
deutschen Kaufleute in S. Bartolomeo bestimmt gewesen und nicht
erst von einem Christophorus Fugger später dorthin gebracht
worden ist.
Dann ist es allerdings das Einfachste, die ganze Nachricht des
Sansovino für einen Irrthum zu erklären und als unrichtig bei
Seite zu lassen, wie Neuwirth es thut. Oder man kann annehmen,
dass ein Christophorus Fugger — und zwar am ehesten jener, der mit
der Schwester des Gradenigo verheirathet war — ein anderes Bild
als das Rosenkranzfest vielleicht doch von der Hand Dürers in die
Kirche San Bartolomeo geschenkt habe, ein Bild, das vielleicht ein
') Thomas, Milesio's Beschreibung, S. 100 aus den ,Diarii' des Sanuto t. 28
f. 114. — '') Sansovino sagt a. a. 0 im Anschluss an die obigen Worte : vi fu anco
dipinto SU la sepoltura del de tto Foccari alcune figure da Battista Franco;
und Hieronymus Megiserus, Paradisus deliciarum, Leipzig 1610, p. 61 (ßriefl. Mit-
theilung des Herrn Dr. J. Neuwirth) sagt geradezu: „S. Bartholme ... Es liegt
Herr Christofif Fucker, ein Deutscher, darin begraben", vielleicht allerdings wieder
nur auf Grund der Angabe des Sansovino. Unter den von Cicogna gesammelten
Inschriften dieser Kirche (cf. später) findet sich keine auf einen Christoph Fugger.
— ^) Ein anderer Christophorus Fugger, ein Sohn Raimunds, erst 1520 geboren und
2. April 1579 gestorben, wurde nach seinem eigenen Willen in der Dominikaner-
kirche in Augsburg begraben; s. ^Contrafehe der Herrn Fugger* 1620 S. 17. —
*) Le Vite de' piü eccellenti scrittori ... ed. Milanesi Bd. 7 S. 433 bei Neuwirth
S. 16. — *) Tre libri di lettere, lib. II p. 185; Neuwirth, S. 17. — «) cf. Neuwirth,
S. 15 — 17. Namentlich sagt Christoph Scheurl (der Jüngere) in seinem bereits
1508 erschienenen ,libellu8 de laudibus Germaniae et ducum Saxoniae', dass auf
dem von Dürer „für die Deutschen" gemalten Bild ein vollendetes, lebenswahres
Portrait des Kaisers (Max) sich befunden habe, wie dies eben auf dem „Rosen-
kranzfest" der Fall ist; Scheurl gibt aber nicht an, wo das Bild aufgestellt
gewesen.
134 Geschichtliches.
anderer Fugger von Dürer bei seinem Aufenthalt in Venedig für
die von den Fuggern benützten Kammern im Fondaco hatte malen
lassen und jener Christophorus eben später der Kirche S. Bartolomeo
schenkte — dass also Sansovino dann beide Bilder vermengte. Einen
schwachen Anhalt findet diese Hypothese vielleicht in einem Aus-
drucke Dürer's, den man vielleicht hierauf beziehen darf. Dürer
schreibt^) am 23. September 1506 an Pirkheimer: „Wisset auch,
dass meine Tafel fertig ist; auch ein anderes Quadro, dessgleichen
ich noch nie gemacht habe ..." Er spricht da offenbar von zwei
Bildern, wovon das eine (über welches selbst wiederum die An-
sichten der Kunsthistoriker auseinandergehen) recht wohl im privaten
Auftrage entstanden sein konnte.
Absolut Sicheres lässt sich darüber mit dem bis jetzt bekannten
Material nicht feststellen. Den besten Aufschluss könnten wohl
archivalische Nachrichten über den Erwerb des „ Rosenkranzfestes "
durch Rudolf IL geben, die bisher leider ganz fehlen. Nicht einmal das
genaue Jahr, wann dieser statthatte, ist bekannt; sicher nur, dass er
zwischen 1593 und 1603 erfolgte. Denn unter dem ersten Jahre
berichtet (worauf ich Herrn Dr. Neuwirth aufmerksam machte) noch
Hans Georg Ernstinger in seinem Raisbuch^): „S. Bartholomeo da
predigt man teutsch; ist auch ein schöner Altar darinnen, den Albert
Dierer vonNüernberg gemalt." Im Jahre 1603 aber wird das „Rosen-
kranzfest" bereits als in Prag befindlich erwähnt ^). An seine Stelle
kam*) auf den der deutschen Kaufmannschaft gehörigen Altar in San
Bartolomeo, der in der ,capella alla sinistra della maggiore' stand ^j,
später (vielleicht im Jahre 1610*^) eine „Maria- Verkündigung" von
der Hand des baierischen Malers Johann Rottenhammer, „eines
gelehrten Schülers des Tintoretto, der sich nach den besten Bildern
seiner Zeit gebildet hat" '^) — ein Bild, das sich angeblich heute noch
dort befindet. —
Thausing bezeichnet S. Bartolomeo als die „Begräbnisskirche"
der Deutschen Nation. Dies ist nur zum Theil richtig. In früherer
Zeit wurden unsere in Venedig verstorbenen Landsleute, wie aus den
von verschiedenen Venetianern und insbesondere von Emanuele
Cicogna gesammelten Grabschriften ersichtlich, vielleicht grössten-
theils, aber keineswegs ausschliesslich in S. Bartolomeo, sondern
vielmehr auch in anderen Kirchen Venedigs bestattet*). Im Jahre
*) cf. Neuwirth in der Zeitschrift etc. — ^) Herausg. von Ph. A. F. Walther
in der Bibliothek des literar. Ver. Bd. 135 S. 48. — ^) Het Schilder-Boeck . . .
door Carel von Mander 1604 f. 209 a; Neuwirth S. 20. — ") s. Neuwirth, S. 17. —
') ebda. S. 18. — *) Diese Zahl fand sich (wenn ich Cicogna's Bemerkung recht
verstehe, cf. später bei den Grabschriften Nr. 6) auf einem Gemälde in der oben
erwähnten Kapelle der „Deutschen Nation" in S. Bartolomeo und bedeutete wohl
die Zeit der Stiftung. Nur stimmt Cicogna's Bemerkung, dass das Gemälde
die Geburt der heil. Jungfrau dargestellt habe, nicht mit den sonstigen An-
gaben über Rottenhammer's Bild. — '') Joh. Christ. Maier, Beschreibung von
Venedig (1795), Bd. I S. 304; Neuwirth, S. 17. - ^) cf. später; die Träger (bastiizi)
des Fondaco hatten mindestens seit 1625 in S. Bartolomeo eine Gruft.
Geschichtliches. 135
1565 erhielt dann die Deutsche Nation in Folge eines Privilegs
(vom 8. März) des damaligen Patriarchen Giovanni Trevisano das
Recht, alle ihre Angehörigen in S. Bartolomeo auf Kosten der
dortigen Geistlichkeit begraben zu lassen^). Erst im Jahre 1649
(25. November) erwarb dieselbe dann in S. Bartolomeo eine gemein-
same Gruft (arca) neben dem Hauptaltar für ihre Verstorbenen ^),
nachdem früher schon 1624 — 1625 ebendaselbst, wie es scheint
allerdings nicht auf Kosten der „Nation", sondern einer „deutschen
Bruderschaft zum Rosenkranz (von Bäckern?) und anderer in Venedig
wohnender Deutscher" ein Altar (für die Deutschen überhaupt oder
für die deutschen Bäcker?) errichtet worden war^). Doch finden
sich auch nach dieser Zeit noch Grabschriften von Deutschen in
anderen Kirchen*). (Im Jahre 1719 erwarben die protestantischen
Mitglieder der „Nation" einen eigenen Friedhof auf der kleinen
Insel S. Cristoforo della Pace zwischen Venedig und Murano^). —
Die Kosten für alle diese Ausgaben wurden — wenigstens
wohl zum grössten Theile und in erster Linie — aus jener
gemeinsamen Abgabe bestritten, welche, wie früher erwähnt, im
Jahre 1492 eingeführt worden war: aus dem Cottimo, der, wie es
Milesio ausdrückt ^), für ordentliche und ausserordentliche Ausgaben
bestimmt war. Dahin gehörte nun also eben die Instandhaltung
des Gebäudes, soweit die Regierung dafür nicht Sorge trug, des
Brunnens, der Uhr, die Kosten für das Oel der 24 Lampen, welche
die ganze Nacht hindurch im Gebäude brannten ''), die Besoldung der
von den Deutschen angestellten Bediensteten, wie des Thürhüters
u. s. w. , der Aggenti, Fattori und Avocati, deren man namentlich
später bei verschiedenen Rechtsstreitigkeiten öfters bedurfte. Dahin
gehörte ferner die Instandhaltung der Verkehrsstrassen nach Deutsch-
land , die Besoldung von Wächtern , welche zur Sicherung der
Waarentransporte an die Grenze geschickt wurden — in Cadore
^) 8. Milesio bei Thomas S. 47 und Gallicciolli , Memorie Venete t. III
p. 349, welch' letztere Stelle zeigt, dass dieser Erlass (von Gall. fälschlich in's
Jahr 1567 gesetzt) hervorgegangen ist aus einem Competenzconflikt zwischen
dem Kapitel der Hauptkirche von Castello und den Pfarreien der Stadt, welch'
letztere das Recht in Anspruch nahmen, die in ihrem Bereich wohnenden Fremden
zu begraben. Davon wurden „die Deutschen des Fondaco" ausgenommen, die
stets zu S. Bartolomeo gehören sollten. — ^) aus Veroneser Stein mit einem
Bronze-Schild, worauf der Reichsadler und eine Inschrift; s. Milesio bei Thomas
S. 46 u. 69 ; Th. Elze , Geschichte der protestantischen Bewegungen und der
deutschen evangelischen Gemeinde in Venedig (Bielefeld 1883), S. 52; bei
den Grabschriften Nr. 27. — *) s. Grabschriften Nr. 5 und die Anmerkung
Cicogna's, die aber nicht recht stimmt mit der Inschrift selbst, in welcher eine
deutsche Bruderschaft genannt wird, deren Vorstandschaft besonders deutsche
Bäcker bildeten. Vielleicht sagt deshalb auch Murr im Journal zur Kunst-
geschichte Bd. X (1781) S. 5 Anm., Dürer's Bild (das er als die Marter des
heil. Bartholomäus bezeichnet) habe „in der Beckerkapelle " gehangen. Ihre
Gruft hatten jedoch die deutschen Bäcker, wenigstens 1511, in S. Stefano;
cf. später im Anhang. — *) s. später, — ') s. Elze, Geschichte etc. S. 67. —
') Thomas S. 26. — ^ Milesio S. 26 ; cf. S. 84.
136 Geschichtliches.
wurde hiefür ein eigener Beamter aufgestellt — ; dann die Remu
neration für die Benützung der Kirche S. Bartolomeo, ferner die
besonderen Ausgaben bei Ankunft fürstlicher Persönlichkeiten oder
eines neuen kaiserlichen Gesandten und bei anderen ausserordent-
lichen Gelegenheiten; ausserdem aber wurden — und zwar von
Anfang an — aus dem Cottimo die Kosten für die sogenannte
,Panada' (eine Art Brodsuppe) bestritten.
Seit dem Jahre 1490 nämlich — im vorhergehenden Jahre
hatte die Pest in Venedig stark gewüthet — wurden alltäglich
(mit Ausnahme von Montag) Morgens die Speiseüberreste an Brod,
Fleisch, Suppe u. s. w. der im Fondaco speisenden deutschen Kauf-
leute und ihrer Diener den Armen der Stadt dargereicht. Es ge-
schah dies (in dem neuen Gebäude) von einem vergitterten Fenster
des zu ebener Erde befindlichen Zolllokales aus, zu welchem Zweck,
damit die Armen Venedigs dorthin gelangen könnten, ohne den
Fondaco selbst zu betreten, die Kaufleute mit Genehmigung der
Behörden später, im Jahre 1630, eigens einen hölzernen Steg bis
zum Traghetto del Buso bauen Hessen; ,über welchen jeden Morgen
beim Andämmern des Tageslichtes die Armen herbeiströmten" ^).
Zu Weihnachten und Ostern wurden überdies an die Armen noch
besondere Almosen ausgetheilt.
Man begreift daher leicht, dass die Summe von 2 Gazette =
4 soldi (der venetianischen Lira) auf je 100 Dukaten Waarenumsatz,
die anfänglich als Cottimo von jedem Deutschen zu entrichten war
= c. V^o'/o, auf die Dauer nicht ausreichte und daher später wieder-
holt erhöht werden musste. Im Jahre 1577 z. B. betrug sie 2 grossi
auf 100 Dukaten = 1/12 >•
Bis zu diesem Jahre war der Cottimo ohne spezielle Geneh-
migung der venetianischen Regierung erhoben und, wie es
scheint, ohne Widerspruch von den Einzelnen gezahlt worden.
Wenn sich bei einem späteren, sogleich zu erwähnenden Streit (1717)
die deutschen Kaufleute auf einen früheren Erlass der Regierung
vom Jahre 1541 beriefen, welcher die Expedirung der Waaren
aus dem Fondaco verbot, wenn zuvor nicht alle „Rechte" oder
Gebühren (diritti) des Fondaco entrichtet seien ^), so ist da doch nicht
ausdrücklich vom Cottimo die Rede. Ebensowenig ist es klar er-
sichtlich, ob etwa im Jahre 1546 gegen den Cottimo ein Protest
laut wurde , da es in einem späteren Schriftstücke heisst ,che sino
all' anno 1546 fu imperturbamente e con non interrotta serie sopra
tutti rascosso' ^).
Dies fand nun aber sicher im Jahre 1577 statt, und darüber
sind wir etwas genauer unterrichtet^). Ein gewisser Domenico
') Elze, Ausland 1870, S. 628. — ^) Elze bei Thomas, Milesio S. 81. —
') ebda. S. 95 ; ferner Thomas, Beiträge aus dem ülmer Archiv zur Gesch. des
Handelsverkehrs zwischen Venedig und der deutschen Nation (Sitz.-Ber. d. k,
bayer. Akad. d. Wiss. 1869 S. 71 ff.)-
Geschichtliches. 137
Ziliberti, ein Trientiner von Geburt und '„kürzlich gewester Vachin,
jetzo aber etlicher Deutschen Faktor, samt anderen vier oder fünf
Eisenkrämern und Vachini, so er an sich gehängt", weigerte sich
den Cottimo zu entrichten, da er als „nicht geborener, nicht achter"
Deutscher von der Versammlung und dem Kapitel der „Deutschen
Nation" ausgeschlossen worden war. Um diesen Vorfall zu ver-
stehen, müssen wir Folgendes erklärend einschalten.
Wir erinnern uns ^) , dass im alten Hause Kauf leute , die mit
Kleinigkeiten handelten, oder besser gesagt, Krämer, die sich nur
ganz kurze Zeit aufhielten, theils wegen der Beschränktheit des
Raumes , theils um ihnen die grösseren Kosten zu ersparen , die
Erlaubniss besassen, nicht in eigenen Kammern wohnen zu müssen,
sondern in den Gängen ihr Nachtquartier aufzuschlagen. Im neuen
Gebäude wurden nun von vornherein von der Regierung dieser
Klasse von Handeltreibenden ausdrücklich sechs Kammern im
dritten Stock reservirt^), welche nicht an Einzelne abgegeben
werden, sondern für diese ab- und zugehenden kleineren Kaufleute
und Krämer überhaupt bestimmt sein sollten. Von diesem Ab-
und Zugehen erhielten diese Kaufleute denn auch den Namen
,Viandanti', oder man nannte sie mit Rücksicht auf die Artikel,
^panni grisi (graue Tücher) di vilissimo prezzo', mit denen sie haupt-
sächlich handelten, ,Grisolotti', oder später, da es vorzugsweise
Trientiner waren, auch wohl ,Mercanti Trentini' ^).
Wie die Krämer im alten Hause, dürften auch diese ,Vian-
danti' eben wegen ihres kürzeren Aufenthaltes nun aber schwerlich
als Voll- und Gleichberechtigte mit den anderen, länger verweilenden
Kaufleuten im Fondaco gegolten und deshalb auch keinen Antheil
an deren berathenden Versammlungen oder General-Kapiteln gehabt
oder erhalten haben. Da sie aber, wie keinem Zweifel unterliegen
kann , trotzdem ebenso , wie die anderen Kauf leute , den Cottimo
entrichten raussten, so ist es leicht erklärlich, dass mit der Zeit in
ihnen der Gedanke reifen konnte: „gleiche Pflichten, gleiche Rechte" —
oder, wie es in einem späteren Schriftstück der Deutschen Nation
vom Jahre 1717 heisst: ,dall' aver commune il foco, pretesero
aver commune anche il titolo ed essere in tutto pareggiati ä
nazionali'*).
Diesen Anspruch erhob nun also Ziliberti und , da er damit
abgewiesen wurde, verweigerte er mit seinen Genossen, deren Zahl
übrigens verschieden angegeben wird, die Entrichtung des Cottimo.
Während es nach einem Schreiben des General-Kapitels der Deutschen
Nation'') vom Jahre 1577 nur 4 oder 5 Eisenkrämer und Vachini
gewesen sein sollen, waren es nach einem Schriftstücke der ,Nazione
Alemana' vom Jahre 1717 (in welchem dieses Streites gedacht wird)^)
l
') cf. oben S. 12. — ^) s. Bd. I Nr. 657. — ») Elze bei Thomas, Milesio
S. 91. - ") Thomas, Milesio S. 81. — >) Thomas, Beiträge S. 71. — ") Elze
bei Thomas, Milesio S. 82.
138 Geschichtliches.
4 — 6 Trientiner und an 4ie 40 (venetianische) Eisenhändler, die
Ziliberti in dem Streite vertrat, der sich nun zwischen ihm und der
Deutschen Nation entspann. Denn diese hatte nach der Weigerunp^
des Ziliberti von der Behörde der ,Governadori dell' intrade' ein Mandat
an die Visdomini des Fondaco des Inhalts erwirkt ^), dass denjenigen,
welche die ,Dazi' oder den Cottimo nicht entrichteten, auch keine
Zollscheine, keine ,Bollette' sollten ertheilt werden, mit anderen
Worten, dass ihnen somit die Ausfuhr ihrer Handelsartikel sollte
verweigert werden. Dagegen protestirte denn nun Ziliberti, indem er
der Nation überhaupt das Recht bestritt, ohne Genehmigung eines
(venetianischen) Magistrats von den im Fondaco verkehrenden Kauf-
leuten eine solche Steuer zu erheben und gar noch zu erhöhen, die,
wie er behauptete, nicht dem Handel im Allgemeinen, sondern
nur den Sonderinteressen Einzelner zu gut komme. Die Nation
hinwiederum berief sich auf das« Herkommen und legte zugleich
dar, wozu der Cottimo wirklich verwendet werde. Das Kollegium
der ,Governadori delle intrade' und der ,Cinque Savii sopra la mer-
cantia', vor welchem auf Wunsch beider Parteien der Streit dann
zur Verhandlung kam, traf am 6. September 1577 folgende Ent-
scheidungen: 1) dass Ziliberti und seine Genossen den Cottimo zu
entrichten hätten, die Nazione Alemana mit ihrem Verlangen im
Rechte sei, 2) dass die Nazione den Cottimo im bisherigen Betrage
von 2 grossi auf je 100 Dukaten wie bisher erheben und verwalten
könne; dass aber zu einer Aenderung oder Erhöhung des-
selben in Zukunft die Zustimmung der Majorität des ge-
nannten venetianischen Kollegiums erforderlich sein solle.
Als dann 14 Tage darauf, am 18. September 1577, die Nation die
Erhöhung des Cottimo um 2 weitere grossi von 100 Dukaten, also
auf das Doppelte beantragte, weil der frühere Betrag nicht mehr
ausreiche, namentlich die Kosten der ,Panada' zu bestreiten, da wurde
ihr dieses Gesuch abgeschlagen. Den von Thomas publizirten Akten-
stücken ^) zufolge wandte sich das General-Kapitel daraufhin an den
Rath der Städte Ulm, Augsburg, Nürnberg, um diese zu einer Eingabe
an den Dogen in dieser Angelegenheit zu bewegen. Eine solche
ging dann auch mit dem Datum des 31. Januars 1578 und, da wegen
des inzwischen eingetretenen Ablebens des Dogen eine neue Adresse
nothwendig wurde, mit dem Datum des 5. Mai 1578 versehen nach
Venedig ab , worin vorzugsweise und wohl nicht ohne Absicht die
Unmöglichkeit, die Panada fernerhin zu spenden, betont wurde,
wenn die Erlaubniss zur Erhöhung des Cottimo verweigert werde.
Wissen wir auch nicht, welche Wirkung diese Eingabe hatte, sicher
ist, dass in der folgenden Zeit der Cottimo immer mehr gesteigert
wurde. Im Jahre 1631 wurden 10 grossi von 100 Dukaten =
•'ji 2 ^/o erhoben, und im Juni dieses Jahres suchte die Nazione wegen
der schlechten Geschäfte bei den Governadori delle intrade und den
*) Thomas, Beiträge S. 72. — ^) a. a. 0.
Geschichtliches. 139
Ginque Savii um die Erlaubniss nach, den Betrag auf 12 grossi =
^/2 ^j'i zu erhöhen, die ihr auch zunächst auf die Dauer von 6 Monaten
ertheilt wurde ^). Im Jahre 1691 betrug die Steuer 24 grossi =
1 Dukaten ^ P/o, die höchste Höhe, die sie überhaupt erreichte;
dann sank sie wieder etwas herab und betrug im Jahre 1717
20 grossi = 5/6 > 2),
In dieser Zeit entbrannte ein neuer grosser Streit über den Cot-
timo , dessen Betrachtung wir jedoch besser auf später versparen.
Wir müssen uns vorerst nochmals in das lÖ. Jahrhundert und
speziell in das Jahr 1578 zurückversetzen. Vermuthlich in Folge der
Streitigkeiten mit Ziliberti und seinen Genossen wurden nämlich,
wie es scheint, gerade in diesem Jahre einige Aenderungen von
der Deutschen Nation in Bezug auf ihre eigene innere Verwaltung
getrofPen. Milesio verzeichnet zum Jahre 1578^) den Beschluss eines
General-Kapitels betreffs der Wahl der beiden Cottiraieri oder, wie sie
von da oder von etwas später an^) heissen, der beiden Consuln, ohne
jedoch den Inhalt dieses Beschlusses näher anzugeben. Es scheint nicht,
dass über die Amtsdauer der beiden Consuln eine Aenderung getroffen
wurde, die vorerst noch 6 Monate betragen zu haben scheint und
erst später — nach Milesio im Jahre 1604 5) — durch Beschluss
eines Generalkapitels auf 2 Jahre festgesetzt wurde und im 18. Jahr-
hundert noch erhöht worden sein mag, wenn nicht dieselben Persön-
lichkeiten mehrmals hintereinander wiedergewählt wurden. Aber
was Milesio als schon seit Einsetzung der Cottimieri bestehend
hinstellt 5), dürfte erst jetzt 1578 eingeführt worden sein: das ist
die Scheidung der Consuln nach (Geschäft und) Wohnung.
Der eine nämlich von ihnen erhielt den Titel ,Console Seniore*^
(konnte dem Alter nach aber der Jüngere sein) und wohnte
ausserhalb des Fondaco, der andere hiess ,Console Cassiere Juniore'
und hatte seine Wohnung im Fondaco. Vielleicht wurden damals^
1578, auch die 6 Aeltesten, ,Segretieri' genannt, eingesetzt, welche
den Consuln zur Seite standen und alle Gegenstände vorher durch-
zuberathen hatten, ehe sie an das General-Kapitel gingen, welches
nach wie vor die letzte oberste Entscheidung in allen Angelegenheiten
der Nation besass und nun nicht mehr blos an den beiden früher ange-
gebenen Terminen (Jakobi und Weihnachten), sondern jeden Augen-
blick im Bedürfnissfalle zusammentrat. Man sieht: es war eine
republikanische Verfassung, die sich die Deutsche Nation hier gab
oder die sich hier herausbildete im Anschluss wohl an die Vorbilder
der heimischen Städte -Verfassungen.
Je mehr sich so die in Venedig im Fondaco verkehrende
deutsche Kaufmannschaft zu einem ,Corpo politico' , wie es Milesio
bezeichnet**), oder wie wir lieber sagen würden, zu einer fest ge-
') Bd. I Nr. 736, 737. - ^) Elze bei Thomas, Milesio S. 83. — ») bei
Thomas S. 65. — ■•) cf. oben S. 90. - ") Thomas S. 67. — *) ebda. S. 25.
140
Geschichtliches.
gliederten Korporation, welche nun meist den Namen , Deutsche
Nation" oder „Nazione (Natione) Alemana" führte, zusammenschloss —
desto mehr bildete sich aber in ihrem Inneren ein eigenthümlicher
Zwiespalt und Gegensatz aus, der in der folgenden Geschichte
des Fondaco eine • grosse Rolle gespielt hat , und den wir daher
näher betrachten müssen.
Wir haben schon früher hervorgehoben ^) und müssen es an
dieser Stelle nochmals nachdrücklichst thun, dass in der älteren
Zeit bis zum Ausgange des 15. Jahrhunderts (und wohl auch noch
bis in den Anfang des 16. Jahrhunderts hinein) unter den im
Fondaco verkehrenden deutschen Kaufleuten — von den Krämern
abgesehen — keinerlei Unterschied bestand, keiner besondere
Rechte besass, keiner mehr galt als der andere, speziell der Ober-
deutsche nicht mehr als der Niederdeutsche, der aus einer freien
Reichsstadt nicht mehr als der aus einer Fürstenstadt. Jeder , ge-
lernte" Kaufmann hatte gleiches Anrecht auf Antheil an der Tafel
und am Kapitel und in diesem gleiche Stimme. Anders im aus-
gehenden 16. und besonders im 17. Jahrhundert.
Da lesen wir auf einmal von „Privilegirten" und ,Nicht-
Privilegirten", von „Berechtigten" und „Nicht-Berechtigten", von
ernsten Streitigkeiten, die sich über die Berechtigung, am Fondaco
und den damit verbundenen Privilegien Antheil zu nehmen, zwischen
den ober- und niederdeutschen Städten erhoben. Um es kurz zu
sagen: die oberdeutschen Städte nahmen am Ende des 16. und am
Anfang des 17. Jahrhunderts den Fondaco für sich allein in Anspruch.
Sie oder vielmehr ihre Kaufleute in Venedig behaupteten allein die
ächten, rechten Deutschen zu sein, die allein als ,antichi Todeschi
natural i' das Anrecht auf Benützung der Kammern, auf Theilnahme
an der gemeinschaftlichen (Mittags-)Tafel und an den Kapitelsitzungen
besässen. Diese drei Momente wurden dann meist als die ,3 requi-
siti' zusammengefasst und dann weiter behauptet, dass nur der Besitz
dieser 3 requisiti auch zum Antheil an den von der Regierung
für den Fondaco gewährten Privilegien und Immunitäten
berechtige.
Was zunächst diese letzteren betrifft, so findet sich eigentlich
nirgends eine zusammenfassende, übersichtliche Aufzählung derselben.
In dein Dekrete der venetianischen Regierung vom 19. Dezember
1510, welches die Miethe für die Kammern und Gewölbe im neuen
Hause u. s. w. endgültig festsetzt^), heisst es am Anfang nur ganz
allgemein, dass die Regierung die deutschen Kaufleute bei den Privi-
legien, Immunitäten und Exemptionen belassen wolle, die sie bisher
genossen; dass sie ihnen insbesondere keine neue Auflage oder
Steuer auferlegen wolle, welche die Kaufleute nicht bisher gemäss
ihrer alten Privilegien entrichtet hätten. Dazu würden nun also
1) cf. oben S. 86. - ^) s. Thomas, Milesio S. 49 und Flegler im An-
zeiger etc. S. 365.
Geschichtliches. 141
einmal alle die Vergünstigungen gehören, die wir oben gelegentlich
aufgeführt haben ^) und die wir hier nicht nochmals zu wiederholen
brauchen. Ferner jenes auch von Milesio^) erwähnte Privilegium
vom Jahre 1507, worin der Doge und die Regierung den deutschen
Kaufleuten im ganzen Gebiete der Republik freien Handel und
Wandel und Sicherheit der Person und der Waaren zusagt ^). Wenn
Milesio behauptet"^), dass dieselben darin sogar zu „Bürgern Venedigs"
erklärt worden seien, so ist das nicht richtig und wieder eine jener
Uebertreibuugen und falscher Urkunden-Interpretationen, deren sich
Milesio öfters schuldig gemacht. Es heisst nämlich in dem Aktenstücke
nur: „wir haben die deutschen Kaufleute wegen der alten gegen-
seitigen Handelsbeziehungen stets so geliebt (mehr als andere Kauf-
leute), dass wir sie für unsere Landsleute ansehen, und zwischen
unseren Bürgern und Einwohnern und ihnen bei uns kein Unter-
schied besteht*. Das ist aber doch etwas Anderes als eine förmliche
Bürgerrechtsverleihung. In dem Privileg vom 30. Dezember 1510,
das nochmals den deutschen Kaufleuten mit allen ihren Bediensteten
freien, ungehinderten, sicheren Verkehr gewährleistet^), fehlt ein
Hinweis auf eine solche venetianische Bürgerschaft der deutschen
Kaufleute ganz und gar; und auch sonst ist, wie mir Professor Predelli
versichert, über eine derartige Verleihung im venetianischen Staats-
archiv nichts überliefert oder bekannt. — Unwesentlich erscheint,
was Milesio sonst noch als Privilegien der Nazione Alemana ver-
zeichnet*^), dass sie Kuriere nach Rom spediren durfte, dass die jungen
Deutschen an der Universität Padua in Philosophie und Medizin und
später auch in der Jurisprudenz doktoriren durften. — Von erheblich
grösserem Belang war es, dass unseren Landsleuten im Jahre 1510
bei Festsetzung der Miethe die Zahlung der kurz vorher den Frem-
den aufgelegten Einfuhr-Steuer von 2 grossi vom Dukaten erlassen
wurde ^). Das war eine sehr wesentliche Vergünstigung und be-
deutete für unsere Kaufleute einen ganz ausserordentlichen materiellen
Gewinn. Und von nicht geringem Werthe waren einige weitere
Zollvergünstigungen, die denselben von der Regierung darnach noch
gewährt wurden. Mindestens schon im Jahre 1557 bestand für sie
das Privilegium der ,Denari (Danari) franchi' : eine Einfuhrprämie,
wie man es modern ausdrücken würde , indem jedem deutschen
Kaufmann, welcher Waaren in Venedig kaufte und nach Deutsch-
land ausführte, am Zoll ,12 grossi 20 piccoli' (also etwas über
V« Dukaten) von 100 Dukaten abgezogen wurden, wofern er vorher
Waaren aus Deutschland eingeführt hatte ^). — Ferner finden wir.
') S. 34-36. — 2) Thomas S. 62. - ^) Bd. I Nr. 652. - ") Thomas S. 24, 62.
- 5) Bd. I Nr. 681. - ') Thomas S. 24. - ') Bd. I Nr. 679; cf. oben S. 128. Das von
Milesio zum Jahre 1509 angeführte Privileg wird wohl das unserige Bd. I Nr. 674
sein. — ") Meder, Handelbuch f. IV' : , Was Wahr einer aufs Teutschland gen Venedig
bringt, vnd da verkaufFt, und im Officio sein Messetaria davon bezalt, so hat
er allweg von 100 Duc, so er dann gelöst hat am VerkauflFen, V^ Duc. 20 p(ic-
coli) gut, di heyst man Denari Franchi. Was denn einer kaufft, es sey was es
142 Geschichtliches.
•i
wenigstens bereits im Jahre 1572, ausserdem die sehr beträcht-
liche Zollermässigung von 15 ^/o für eingeführte deutsche Waaren,
,so man an dem Zoll wigt' und von 10 ^/o ,an all Wahren, so man
an dem Zoll zeit, so die Herrschaft schenckt und nachlest' ^). Und
ebenso von 10 ^/o bei der Ausführung venetianischer Waaren, wenn
deren Preise genau angegeben 2). — Desgleichen wurde die Naz. Alem.
im Jahre 1630 von einer ausserordentlichen Steuer befreit^) und am
Ende des 17. Jahrhunderts noch weiter mit Steuernachlässen q. s. w.
begnadet"*), die wir hier vorläufig übergehen können. Andere
gelegentliche Privilegien oder Vergünstigungen betreffen die Art
des Transportes oder gewähren Erleichterung des Verkehrs: z. B.
vom Jahre 1521, dass die Deutschen mit jeder beliebigen Barke
sollten ihre Waaren herbeischaffen lassen können ^) ; vom 1 7. Mai
1531, dass die Felleisen deutscher Brief-Boten nicht geöffnet und
durchsucht werden sollten''); vom 22. März 1539, dass die Ballen
der Deutschen in Verona nicht geöffnet werden sollten') u. dgl. mehr.
Nur die ächten Deutschen sollten also, sagten wir, nach
der Meinung der Oberdeutschen im Vollbesitze aller dieser Privi-
legien sein. Wer genauer unter jenen ächten Deutschen gemeint
sei, erfahren wir aus späteren Schriftstücken: es sind die Kaufleute
aus den Städten Augsburg, Nürnberg, Ulm, Strassburg,
wöU, vnd di Messetaria dauon zalen wil, so zeucht man im ab den V2 Duc.
"20 p., so vil einer derselben Denari Franci hat eingenommen. Allein am Piper
lest man darumb niemand nichts abgehen. Item wenn derselben Franchi Denari
mehr werden denn einer im Officio schuldig were, von dem was er gekauflFt
het, so gehet im ab, so vil es trifft, vnnd was vberbleybt, darumb geben ihm
di Schrivani ein Boleta. Hat er aber allein verkauflFt vnnd nichts gekaufft,
vmb wievil Ducaten sein Rechnung im Officio innen helt, so vil Denari Franchi
hat er gut, als V2 Duc. 20 p. per 100; da gibt man dir ein Boleta für, die
magst du bezalen, vnd stund es zweintzig jar an. Vnd wenn einer wider kompt
vnnd die Boleten weyset, so zeucht man im ab, wie oben stehet. Man kan
auch keinem die Denari Franchi verkauffen noch abschreyben, so lest man sie
keinem von deiner wegen abgehen, dann dem Namen der sie im verkauffen
gemacht hat. Allein mit dem kauften mufs maus also heraufs ziehen'. — Aehnlich
in der ,TarifFa' von 1572, f. 4': So dir Güter herein kommen, so magst vmb
souil werth wider her gegen Güter hinaufs binden, daran hast du vortheil an
dem Zoll grosch. 12 piceli 20 per Duc. 100 die valuta, so man minder zoll
zalt, als wenn du kein Gut herein hast: das heist man Danari franchi . . .
cf. Thomas, Milesio S. 90. — ^) Tariflfa f. 1'— 2, 27 u. öfters. — 2) ebda. f. 40' :
,So man die Keuff justo in notta geit von all Wahren, so Teutsch hinaufs binden,
vnnd der KauflFmann oder Sansser schwert, das so vil kost haben, so schlecht
man ab an dem zoll 10 per cento di valuta, das man minder davon zoll zalt,
dann das Gut kost, so die Herrschafft schenckt vnd nachlest. So man aber nicht
schweren wil, so schlecht man die 10 per cento nit ab, vnd schlagen es die
So(p)rastanti oder aufseher an, so es in nota nemen, nach dem sie für gut
ansieht. Sollichs ist erstlich nur 6 per cento gewest. So hat man aber den
zoll, der s(oldi) 3 per lira auflf das Zollgelt gerait, in dem 1561. Jar cressiert,
vnd hergegen der teutschen Nation mehr 4 per cento abzuschlagen vergünt,
per Conpenso . . .' cf. Thomas, Register zum Kapitular . . . 1. c. S. 42 zum 17. Sept.
1551 und S. 63, 64 zu den Jahren 1560-61. — ^) s. Bd. I Nr. 735. - *) Elze bei
Thomas, Milesio S. 90. — ^) Bd. I Nr. 696; Milesio S. 63; fälschlich zum Jahre
1515. - «) Milesio S. 63. - ') ebda. S. 64.
Geschichtliches. 143
Frankfurt, Regensburg, Wien, Steyer, Salzburg^) und des
von diesen Städten umschlossenen Territoriums, die sich als die
einzigen vollberechtigten Insassen des Fondaco hinstellten, die allein
im Besitze der ,drei Requisiti' seien.
Es ist mir bisher nicht gelungen, einen Anhaltspunkt dafür
zu finden, wann zuerst denn diese 3 requisiti erwähnt oder
formulirt wurden. Ganz falsch ist es, wenn Milesio behauptet^),
es hätte dieses Privilegium oder Vorrecht schon im Jahre 1418
bestanden, indem der venetianische Senat auf Ansuchen des Herzogs
Ernst von 0 esterreich damals den Bürgern von Laibach dasselbe in
gleicher Weise, wie es die Anderen besessen, eingeräumt habe. Es
steht davon nicht eine Silbe in dem noch erhaltenen Aktenstück^)
und kann auch nichts davon darin stehen, weil von einem solchen
Privileg damals überhaupt noch keine Rede war, da ja vielmehr
damals alle Kaufleute gleiche Rechte besassen. — Die Naz. Alem.
selbst sagt in einem Schriftstücke vom Jahre 1652*), dass vor dem
Jahre 1505 von den 8 requisiti keine Rede habe sein können, weil —
freilich ein fadenscheiniger Grund! — erst damals die camere gebaut
worden seien. Als ob es früher nicht auch solche gegeben! Ob etwa
bei Einrichtung des neuen Hauses, vielleicht im Hinblick auf die
,Viandanti', diese 3 requisiti aufgestellt worden, wird nicht angegeben.
Wahrscheinlicher ist es mir, dass dies wenigstens entschiedener erst
etwa 1578 nach dem Streite mit Ziliberti geschehen sein wird,
wo wir auch zuerst von dem Unterschied zwischen ächten und nicht
rechten Deutschen lesen ^), den damals allerdings wohl nur erst die
deutsche Kaufmannschaft selbst aufstellte. Von Seite der Regierung
wurde dann zuerst, soviel ich bis jetzt sehe, im Jahre 1597 ein
solcher Unterschied gemacht.
In diesem Jahre nämlich stellte der Rath der Stadt Dan zig
schriftlich und mündlich durch einen Abgesandten an die venetianische
Regierung das Ansuchen um Zulassung zum Fondaco^), indem sie
zugleich die Naz. Alem. selbst bat ^), eine ihrem Vorhaben günstige
Erklärung durch das General-Kapitel abgeben zu wollen. Wohl im
Einvernehmen oder nach Anhören der Naz. Alem. erstattete der Senat
dann den Danzigern folgenden Bescheid ^). Sie sollten in Bezug auf die
Behandlung und Expedirung ihrer Waaren dieselben Vorrechte und
Freiheiten u. s. w. gemessen, wie die übrigen im Fondaco wohnenden
Deutschen; sie sollten überdies, worum sie ferner noch nachgesucht
hatten, befreit sein für ihre Schiffe vom Ankerzoll, den andere fremde
Schiffe entrichten mussten; sollten ferner Oel ausführen dürfen mit Be-
zahlung der gewöhnlichen Zölle. Aber die Befreiung von der neuen
Auflage wurde ihnen nicht gewährt, und ebenso nicht das Recht, im
Fondaco selbst wohnen zu dürfen. Und zwar wurde diese abschlägige
') s. Bd. I Nr. 761 S. 453. - ') Thoraas p. 61. — ') Capitolare p. 120
c. 231. — *) Bd. I Nr. 773 S. 462. — *) cf. oben S. 137. - «) Thomas, Zur
Quellenkunde S. 45—47. — ^) s. Bd. I Nr. 713.
144
Geschichtliches.
Antwort damit motivirt, dass dies letztere Recht ,den Deutschen"
eingeräumt sei und sich daher die Sache nicht ,in integro' befinde.
Ohne den Vorrechten derer, denen schon früher jenes Wohnungs-
privilegium ertheilt worden, entgegenzutreten, könne man in dieser
Beziehung den üanzigern nicht gefällig sein. Sie müssten da mit
dem guten Willen vorlieb nehmen. Ob die Danziger sich damit
zufrieden gaben oder dagegen protestirten, vermag ich nicht an-
zugeben.
Aus dem Jahre 1601 ist uns ferner ein Schreiben des Nürnberger
Rathes an die venetianische Regierung überliefert^), worin jener
mittheilt, die in Venedig weilenden Nürnberger Kaufleute hätten
sich darüber beschwert, dass in den Fondaco auch Kauf leute „anderer
— welcher, wird nicht gesagt — Nationen" aufgenommen würden,
and um Massregeln dagegen nachsucht.
Des Weiteren ist dann einer Entscheidung zu gedenken, welche
im ,Collegio' unter Zuziehung der ,Governadori delle Intrade' und
der ,Cinque Savii alla Mercanzia' am 31. Januar 1605 getroffen
wurde ^). Es hatten sich — offenbar mit Rücksicht auf jene ein-
getretene Unterscheidung zwischen ächten und nicht ächten deutschen
Kaufleuten — Zweifel erhoben, wo die letzteren ihre Zölle ent-
richten sollten, ob im Fondaco (wo sie nicht wohnten) oder im ,Datio
della intrada di terra', d. h. im Zollamt für alle sonstigen vom Festland
eingeführten und dorthin auszuführenden Waaren — in welch' letz-
terem Falle sie der mit dem Fondaco verknüpften Zollvergünstigungen
nicht theilhaftig wurden. Nun wurde bestimmt, dass nur die
,naturali Todeschi' des Fondaco, d. h. diejenigen, welche am
Kapitel, an den Kammern und an der Tafel des Fondaco Antheil
hätten, und ausserdem diejenigen, welche vom Senat besonders
damit begnadet würden, ihre Zahlungen im Fondaco sollten ent-
richten und dabei also der verschiedenen Vergünstigungen theil-
haftig werden dürfen; alle anderen Kauf leute aber ihre Zölle im
,Datio della intrada da terra' entrichten müssten. Als einige Monate
später (im Juli 1605) zwei Brüder, Namens Holländer, aus Köln
das Ansuchen stellten, dass ihre Waaren im Fondaco behandelt
würden, wurde ihnen dies abgeschlagen, weil sie nicht im Besitze jener
3 requisiti und den Consuln der Deutschen Nation im Fondaco über-
haupt nicht bekannt seien ^). Möglich, dass diese Beiden oder dass
Andere sich darüber beschwerten: genug, wir finden zum 15. Sep-
tember 1607 eine neue Verhandlung und eine neue Entscheidung
über diesen Punkt im venetianischen Senat*). Da wurde nun sehr
richtig geltend gemacht, es sei nicht zweifelhaft, dass der Fondaco
ganz allgemein für alle jene deutschen Kaufleute errichtet
worden, welche Waaren aus Deutschland nach Venedig
brächten und bringen könnten. Wenn lediglich diejenigen,
1) Bd. I Nr. 714. — "") ebda. Nr. 719. — ^) ebda. Nr. 721. — ") ebda.
Nr. 722.
Geschichtliches. 145
welche augenblicklich im Besitze der 3 requisiti (oder ,prehe-
minenze') seien, des Benefiziums des Fondaco theilhaftig sein
sollten, alle anderen deutschen Kaufleute aber, welche (weil nur
vorübergehend in Venedig sich aufhaltend) keine eigene Kammer
und keinen Antheil am Kapitel und an der Tafel besässen, vom
Fondaco ausgeschlossen sein sollten: dann könnte und werde der
Fall eintreten, dass, wenn einmal die augenblicklichen Besitzer aus-
stürben, auch das Benefizium des Fondaco erlösche und der Fondaco
überhaupt aufhöre. Nicht blos die augenblicklichen Be-
nutzer, sondern überhaupt alle deutschen Kaufleute, welche
nach den Vorschriften (welche eheliche Abstammung im dritten
Glied verlangten) im Stande seien, die 3 requisiti zu erhalten,
sollten ihre Waaren im Fondaco behandeln lassen dürfen.
Dieser Entscheidung gemäss erhielten dann z. B. einige Wochen
hernach, am 6. November 1607, und ebenso später am 30. April 1608
die Beamten des Fondaco von den ,Cinque Savii sopra la mercanzia'
den Auftrag, die Waaren zweier ehelich geborener Kölner Kauf-
leute, eines Baptist Bergis und eines Jakob Hootschliger, im Fondaco
abzufertigen — in derselben Weise wie am nämlichen Tage (und
später am 17. Juni 1609) die von geborenen Nürnbergern ^). Und
dasselbe Recht der Behandlung ihrer Waaren im Fondaco wurde
mehreren Aachener Kaufleuten im Januar 1611 zuerkannt, die
schon Ende 1607 darum nachgesucht hatten^), und mehreren
Trientiner Kaufleuten am 30. Dezember 1618 von Neuem be-
stätigt; den letzteren dabei zugleich der Antheil an Kammern,
Tafel und Kapitel verweigert^), während wir Aachener dann auch
im Besitze von Kammern im Fondaco finden^).
Nichts Näheres ist mir über das Ansuchen der Stadt Wesel
im Jahre 1644 bekannt, von welchem in einem Dokumente des
Jahres 1649 die Rede ist^). Besser sind wir dann aber unterrichtet
über einen grossen Streit zwischen der Nazione Alemana und einem
Kölner aus den Jahren 1647 — 1652, der sich dann zu einem
principiellen Streit über die Antheils-Berechtigung Kölns
und der Niederdeutschen am Fondaco überhaupt erweiterte.
Es war im Jahre 1644 ein in Köln (1626?) , ehelich und
ehrlich geborener" Kaufmann, Namens Abraham Spillieur*^), in
den Fondaco aufgenommen worden — wie später von oberdeutscher
Seite behauptet wurde, weil man damals seine Vaterstadt nicht
gekannt. Denn als es sich nach 3 Jahren herausstellte, dass Abraham
Spillieur ein Kölner sei, erhielt er von den damaligen, inzwischen
neu gewählten, Consuln den Befehl, den Fondaco zu verlassen, weil
Köln in Niederdeutschland lieffe und kein Anrecht an den Fondaco
') Bd. I Nr. 723, 728, 729. - ^) ebda. Nr. 724-727, 730, 731. — ^) cf. unten
S. 151, 152. — *) Bd. I Nr. 771; cf. Thomas, Milesio S. 67. - *) ebda. Nr. 759. —
**) Der Name wird sehr verschieden angegeben : Spillieur, Spillieurs, Spilleurs etc. ;
ich wähle die erste Form mit Rücksicht auf die Unterschrift in Bd. I Nr. 779.
10
%
146 Geschichtliches.
habe. Der äussere Anlass und der ganze Hergang der Vertreibung
Spillieurs war, wie Herr Pfarrer Elze mir aus den darüber noch
erhaltenen Sitzungsprotokollen der Nazione Alemana mitzutheilen die
Freundlichkeit hatte, folgender.
In einem am 15, August 1647 gehaltenen Kapitel der 6 Aelteren
wurde vorgebracht, dass Abraham Spillieur eine Partie Ebenholz
diPonente empfangen und dieselbe, obschon in der Dovana(= Dogana)
dimar spedirt, gleichwohl in denFondaco unter die portichi habe legen
lassen. Es wird verfügt, dass er es wiederum aus der Corte räumen,
und hinfür Keiner Waaren unter die Portichi legen soll, die ausser
dem Fondaco spedirt (d. h. ausserhalb des Fondaco behandelt)
werden. Weil ferner „gemeldter Spillieur vor diesem etliche Mal
seinen Jungen (giovine, d. i. Diener) an die Tafel geführt und nie
bewiesen, ob er ein recht geborner Hochdeutscher sei, soll den
Küchenherren auferlegt werden, die längst begehrte fede (Geburts-
schein) von ihm abzufordern und solche in's nächste Kapitel zu
bringen, damit es der Nation zu praejuditio nit weiter verschoben
werde". Da aber Spillieur sich weigerte, das Ebenholz aus dem
Hause zu führen, wenn es ihm nicht von einem General-Kapitel
auferlegt werde, wurde er am 20. August 1647 in das Kapitel der
6 Aelteren gerufen und ihm schliesslich bis ultimo Frist zur Weg-
führung des Holzes sowie bis Ende des Jahres zur Beschaffung der
fede für seinen Jungen gegeben.
Aber schon am 10. September 1647 fand in dieser Angelegen-
heit ein General-Kapitel statt, und da wurde nun vorgebracht: Herr
Anton Hopfer, als gewester Küchenherr, habe vor etlichen Tagen
einen Forestiere, so Abraham Spillieur zu Gast geladen und ein
Kölner sein solle, an die Tafel gehen lassen, das ihm doch vorher
(von den Consuln) untersagt worden und das Kapitular vorgelegt
worden, dass die Kölner als Niederdeutsche an ansre Tafel keinen
Zugang haben können; gleichwohl nichts geholfen, sondern vorgeben,
er als „Consolo sogenannter Küchenherr liesse sich von den Consoli
nichts einreden, sondern er wolle denjenigen per forza an die Tafel
gehen lassen". Zur Strafe für seinen Ungehorsam wurde er auf
2 Monate „bandisirt", d. h. von Tafel, Küche, Keller und Kapitel
ausgeschlossen. Ausserdem wurde aber zu gleicher Zeit in dem
nämlichen General-Kapitel gegen Spillieur vorgegangen. „Nachdem
sich vermög unserer Capitulary befindet, dass keiner von Colin in
,Niderteutschlandt ligent' die Freiheiten des Deutschen Hauses
gemessen kann, wie andere Hochdeutsche, ausser was die Spedition
der Güter anlangt, daher wir keinen von selbigem Ort zu admittiren,
sondern vielmehr zu trachten, da disordini bei der löblichen Nation
eingeschlichen, solchen nunmehr vorzukommen, und weil (wir) sehen^
dass H. Abraham Spillieur seit Anno 1644 das Deutsche Haus
besitzet, da er doch bisher die gebräuchlichen requisiti nit gewiesen,
noch durch Ballotation von dem Capitel approbirt worden, wann (da)
nun dergleichen inconvenienti um mehrerer consequenz länger nit
n
Geschichtliches. 147
zu gedulden: als (so) ist determinirt, dass detto H. Spillieur, da er
seine rechte requisiti nit aufzuweisen, soll er ferner unsere Freiheiten
des Deutschen Hauses nit geniessen, wie andere rechte natürliche
Deutsche und wie sie von den legge ,abraciert' werden, doch mit
der condition, da er länger die beneficii der Nation geniessen will,
soll er in den nächsten 3 Monaten uns ausführlich beweisen, dass
er vom dritten Glied ein recht geborner Hochdeutscher sei, wie
gebräuchig von denjenigen, so vorher bei uns nit fähig erkannt
worden. Unterdessen soll er die Kapitel, Tafel, Küche und Keller
nit geniessen, da es ihm aber beliebt, die 3 monate über in der
Kammer zu wohnen, soll es dem freistehen; da er aber die begehrte
requisiti nit auflegen wird, hat er solche gleichfalls zu räumen" ^).
Allein Abraham Spillieur war nicht gewillt, dieser Entscheidung
sich ohne Weiteres zu fügen; er wandte sich durch seinen Mit-
bürger Johann Pelser ^) schutzflehend an den Rath seiner Vaterstadt.
Und dieser beschloss, für dessen und der eigenen Stadt Recht voll
einzutreten. Er protestirte in einem Schreiben (vom 7. August 1648)^)
an den Dogen entschieden gegen eine solche Vergewaltigung.
Abraham Spillieur sei in den Fondaco aufgenommen worden,
nachdem bezüglich seiner Herkunft und ehelichen Geburt die
nöthigen Zeugnisse beigebracht worden, und unter Zustimmung
des General-Kapitels. Die von dem neuen Consulat statuirte Schei-
dung zwischen Ober- und Niederdeutschland sei ganz unstatthaft
und habe nicht im Sinne der Gründer und Stifter des Fondaco
gelegen. Auch seien früher und erst jüngst Kaufleute aus ihrer
Nachbarstadt Aachen in den Fondaco und zum vollen Genuss von
dessen Privilegien zugelassen worden, welche demselben Westfälischen
Kreise angehöre und ebenfalls in Niederdeutschland liege, wie Köln,
das doch nicht geringer zu achten sei, als die Nachbarstadt. Der
Kölner Rath ersuchte daher den Dogen am Schlüsse, nicht blos dem
Spillieur zu seinem Rechte zu verhelfen, sondern auch ein für alle
Mal zu erklären, dass die Kölner befähigt und berechtigt seien, im
Fondaco sowohl zu handeln als auch zu wohnen und an allen Pri-
vilegien, Immunitäten u. s. w. Antheil zu haben, die damit verbunden
seien. — Vorher schon (am 3. und 10. April 1648)*) hatte sich der
Kölner Rath an den von Augsburg mit der Bitte gewendet, er möge
in Venedig die Rückgängigmachung des gegen Spillieur erlassenen
Ausweisungsbeschlusses erwirken, da der Rath von Augsburg selbst
dem von Köln mitgetheilt hatte, er weigere sich der Ausschliessung
zuzustimmen. Auch der Rath von Nürnberg scheint nach einer
gelegentlichen Notiz zuerst für die Berechtigung der Kölner eine
Erklärung abgegeben zu haben ^). Dann aber lesen wir bald darauf,
') cf. Bd. I Nr. 779 S. 471. — ") ebda. Nr. 754, 755. - ') Ennen,
,,Die Stadt Köln und das Kaufhaus der Deutschen in Venedig", in der Monats-
schrift für rheinisch-westfälische Geschichtskunde, Jahrg. I S. 1.S3. — *) s. Bd. I
Nr. 753, 754; Ennen S. 119 gibt fälschlich den 10. August an. - *) Bd. I
Nr. 750 u. 779, S. 472
148 Geschichtliches.
n
dass die RathskoUegien der oberdeutschen Städte, deren Kaufleute
den Hauptbestandtheil der Nazione Alemana im Fondaco ausmach-
ten, auf Bitten ebenderselben zu deren Gunsten gegen die Nieder-
deutschen auftraten. Wenigstens von den Nürnberger, Ulmer und
Kegensburger Kaufleuten können wir es ganz bestimmt nachweisen,
dass sie bei dem Rath ihrer Vaterstadt anfragten, was dort über
das Verhältniss Köln's zum Reiche und über dessen Anrecht an
den Fondaco bekannt sei. Die Antwort (vom 2., 10. und 12. März 1648)
lautete^): Köln gehört wohl zum Reiche, aber zu Niederdeutsch-
land; die Privilegien des Fondaco sind aber nur für die Oberdeutschen
erlassen — daher sind die Kölner auszuschliessen ! Ob auch die
übrigen oberdeutschen Insassen des Fondaco sich von ihren Heimaths-
städten Aufschluss erbeten, ist zwar bis jetzt nicht erwiesen, aber
sehr wahrscheinlich. Hingegen scheint es nicht richtig, dass, wie
Ennen meint^), „inFolge solchen Ansuchens am 14, September 1649
in Nürnberg Abgeordnete der Städte Augsburg (Christoph von Stetten),
Frankfurt (Franciscus^) Steinglinus), Ulm (Syndicus Dr. Sebastian Otto)
und Nürnberg (Senator Georg Imhof) zusammengetreten seien, um
durch ein gemeinschaftliches Anschreiben an den Dogen die An-
erkennung des ausschliesslichen Anrechtes der süddeutschen Städte
an den Fondaco zu erwirken". Wie wir aus den im Nürnberger
Kreisarchiv darüber vorhandenen Materialien ersehen, war der
unmittelbare Anlass zu dieser Konferenz ein anderer.
Mit dem Fall Spillieur vermengte sich nämlich ein anderer,
über welchen Herr Pfarrer Elze mir gleichfalls einige Notizen zu-
kommen zu lassen die Güte hatte. Ein geborener, ächter Hoch-
deutscher, Caspar Mangolt, aus Kaufbeuern war von da aus-
gewandert und Bürger in Basel geworden. Es wurde nun in Venedig
die Frage aufgeworfen, ob er trotzdem noch das Benützungsrecht am
Fondaco besitzen solle und könne oder ob er desselben als nun-
mehriger Bürger von Basel nicht verlustig gegangen sei*) — womit
sich natürlich weiter die Frage nach dem Anrecht Basels an den
Fondaco überhaupt verknüpfte. In dem Schreiben vom 14. oder
20. September 1649, welches die Vertreter jener oberdeutschen Städte
an die venetianische Regierung richteten ^), wurde diese Frage für
die ganze Schweiz verneint, da dieselbe erst neuerdings durch den
Friedensschluss von Münster und Osnabrück dauernd vom Reiche
getrennt worden sei. Dabei wird dann allerdings zu gleicher Zeit
in dem nämlichen Schreiben auch den niederdeutschen Städten jedes
Anrecht an Mitbenützung des Fondaco abgesprochen und die Be-
hauptung aufgestellt, dass „nach altem Herkommen und dem gelten-
den Brauche zufolge nur die Bewohner des durch die Städte Augs-
burg, Strassburg, Regensburg, Nürnberg, Frankfurt, Ulm und Lindau
umschlossenen Distriktes zur Benützung des Fondaco berechtigt seien".
») Bd. 1 Nr. 751. - ') a. a. 0. S. 119. - ^) nach Bd. I Nr. 756: Zacharias.
*) Bd. I Nr. 756—764 — ^) ebda. Nr. 763, 764, 756; cf. Ennen a. a. 0. S. 120.
Geschichtliches. 149
Ueber den weiteren Verlauf des Falles Mangolt theilt mir
dann Herr Pfarrer Elze mit, dass am 1. August 1650 vom General-
Kapitel in Venedig der Beschluss gefasst wurde, Herrn Caspar
Mangolt die Privilegien wie früher geniessen zu lassen, doch ohne
Präjudiz für seine Kinder, welche keineswegs ihrem Vater gleich
admittirt werden sollen. In einem General-Kapitel vom 26. August
1653 ersuchte hierauf Mangolt schriftlich und mündlich, seinen Kindern,
obwohl in Basel geboren, nicht als Schweizern, sondern als Nach-
kommen einer alten hochdeutschen Familie die vollen Rechte des
Fondaco zuzuerkennen, wie es auch in anderen ähnlichen Fällen
geschehen sei. Dieselben wurden dann zugelassen.
Was aber die Kölner Streitsache betrifft, so hatte der Doge
das Schreiben des Kölner Rathes vom 7. Augast 1648 dem Kollegium
der Cinque Savii zur Begutachtung übergeben und in gleicher Weise
die Visdomini des Fondaco aufgefordert, „über das wirkliche oder
vermeintliche Vorrecht der Oberdeutschen Bericht zu erstatten" ^).
Das Gutachten der Visdomini lautete zu Gunsten der Oberdeutschen ^).
Der Kölner Rath aber hatte sich inzwischen an andere niederdeutsche
Städte um Auskunft gewendet. Namentlich der Aachener Rath
bestätigte in seiner Antwort vom 24. Mai 1650^), dass aus der
Stadt Aachen Mathias Van-CöUn 1624, Caspar Ingelbrecht 1632,
Paulus Ramaecker 1645 und Jodocus Pelsser 1648 Kammern im
Fondaco innegehabt hätten. So berief sich denn der Kölner Rath
in einem neuen Schreiben vom 29. September 1651 an den Dogen*)
ausdrücklich auf das Beispiel der Aachener, um gegen das ausschliess-
liche Anrecht der Oberdeutschen zu protestiren und die Berechtigung
der eigenen Stadt an den Fondaco zu erhärten. Wie schon Ennen
berichtet hat, ist es dann zu einem förmlichen „Prozess" in Venedig
gekommen, wobei „das Interesse der Stadt Köln" durch den Agenten
Dr. juris Faustus de Nigris vertreten wurde ^). Es gelang dem-
selben, sich die Abschrift eines (oder wie wir, denen es ja be-
kannt ist, sagen dürfen) des Statuts vom 31. August 1475*^) zu ver-
schaffen, in welchem allen Einwohnern des gesammten deutschen
Reiches, Ober- wie Niederdeutschlands, das Recht zuerkannt wird,
die Vortheile des Fondaco zu geniessen". Gerade unter Berufung
auf jenen Erlass vom 31. August 1475 hat dann, nachdem der Streit
lange Zeit unerledigt und unentschieden geblieben — beide Theile
boten, wie ersichtlich. Alles auf, um eine für sich günstige Ent-
scheidung herbeizuführen '') — der Senat Venedigs am 5. Oktober
1652 zu Gunsten der Auffassung Köln's entschieden, dass sowohl die
Ober- wie Niederdeutschen und unter den letzteren speziell die
Kölner Zutritt zum Fondaco und das Recht auf Antheil an den
') Ennen a. a. 0. S. 120; cf. Bd. I Nr. 765. — ^) Dasselbe ist leider undatirt;
8. Bd. I Nr. 771. - ') Bd. I Nr. 767. - ") Ennen a. a. 0. S. 135. - ') cf. Bd. I
Nr. 768, 769. - •"') s. Ennen S. 126 und Capitolare p. 227 c 13. — ') Bd. I
Nr. 770 ff.
150 Geschichtliches.
Kammern, an der Tafel und am Kapitel besässen und besitzen sollten
Dieser zunächst an die Cinque Savii und an die Visdomini gerichtete
Bescheid wurde unter dem gleichen Datum vom Dogen dem Kölner
Rath mitgetheilt, worauf dieser am 6. November mit einem Dank-
schreiben erwiderte ^).
Allein die Oberdeutschen im Fondaco gaben sich damit nun
ihrerseits nicht zufrieden und protestirten gegen diese Entscheidung.
Sie wiesen in einer Eingabe, welche zwischen 5. Oktober und
16. November 1652 fallen muss, namentlich daraufhin^), dass Köln
zu den Hansastädten gehöre und dass, was der einen zugestanden
worden, den anderen nicht werde abgeschlagen werden können. So
werde es dahin kommen, dass, um für die , Fremden" Platz zu
schaffen, ihre eigenen Nachkommen würden ausgeschlossen werden
müssen, ungeachtet dessen, dass sie, die Oberdeutschen, doch so oft
freiwillig der Republik Beihülfe mit Geld und Gut geleistet hätten.
Daraufhin beschloss der Senat am 16. November 1652, seine
jüngst getroffene Entscheidung zwar nicht gänzlich umzustossen, aber
etwas zu modifiziren. „TJm die Nazione Alemana, die stets so viel
Ergebenheit gegen die Republik an den Tag gelegt, einigermassen
zu befriedigen" ^), sollten Niederdeutsche — mit Ausnahme der
Kölner — in Zukunft nicht ohne Weiteres zum Fondaco zugelassen
und in denselben aufgenommen werden; sondern es sollte, wenn ein
derartiges Ansuchen von einem Niederdeutschen gestellt würde, die
Nazione Alemana, d. h. prägnanter also die oberdeutsche Kaufmann-
schaft des Fondaco, vorher darüber vor dem Senat ihr Gutachten
abgeben, und dann erst, also gewissermassen ,von Fall zu Fall",
entschieden werden. —
Nachdem wir so den Verlauf des Streites dargelegt haben, mag
es gestattet sein, auf die Rechtsfrage noch etwas näher einzugehen.
Eines darf jedenfalls von vorneherein als sicher bezeichnet werden :
Ganz unrichtig und falsch ist es, wenn der Ulmer, Nürnberger und
Regensburger Rath im Schreiben vom März 1648 behauptet hat*), es
seien gar niemals Niederdeutsche in den Fondaco zugelassen worden.
Um vom alten Gebäude nicht zu reden, wo nach dem unanfechtbaren
Augenzeugniss Arnolds von Harff^) noch 1497 Ober- und Nieder-
deutsche in gleicher Weise Kammern im Hause inne hatten: auch die
Liste der Miether vom Jahre 1508 und selbst die vom Jahre 1646/47
zeigt Ober- und Niederdeutsche im Besitze von Kammern und
Gewölben^). Wir wissen nicht, ob man in Ulm und Regensburg
eingehender über die ganze Frage verhandelt hat; jedenfalls fehlt
in dem berührten Schreiben jede nähere Begründung der aus-
gesprochenen Ansicht. Ernst nahm man die Frage, Avenigstens den
4
1) Bd. I Nr. 772, 774; 775 und Ennen a. a. 0. S. 137. - ^) ebda. Nr. 773.
— ^) ,Converiiente si riconosce il render in qualche parte consolata la natione
Alemana^ Bd. I Nr. 776 S. 466. — ") Bd. I Nr. 751. - *) cf. oben S. 71. -
«) Bd. I Nr. 653, 658, 748.
¥
Geschichtliches. 151
oben erwähnten, mit hineinspielenden Fall Mangolt, offenbar in
Nürnberg, wo verschiedene Rathsherren darüber ihre Gutachten
abzugeben hatten und dies in eingehender Weise thaten^). Wir
ersehen daraus, dass es eigentlich ein Privileg vom Jahre 1507 war,
worauf man sich von oberdeutscher Seite berief, um das alleinige
Anrecht an den Fondaco zu erweisen. Das war nun freilich unglück-
licherweise damals in Nürnberg gar nicht zur Hand, und mit Recht
warnte daher einer der Rathsherren vor einer Uebereilung, damit
man nicht wie in einem früheren Falle (betreffs der Stadt Wesel)
hinterdrein zum Eingeständniss eines Irrthums sich genöthigt sehe ^) :
ein Rath, der aber schliesslich ebensowenig beachtet wurde als die
vorgebrachten Bedenken, warum man denn jetzt gerade jenes Privi-
legium so eng „restringiren" wolle und dass man doch nachforschen
müsse, ob nicht früher auch Andere zum Fondaco zugelassen wor-
den. So bewegt sich denn auch das Gutachten der vier Städte an
den Dogen vom September 1649 ^) nur in allgemeinen Ausdrücken.
Wir aber kennen das Privileg vom Jahre 1507''^), und da ist nicht
im Geringsten die Rede von einem Unterschied zwischen
Ober- und Niederdeutschen, sondern vielmehr von allen Kauf-
leuten deutscher Nation überhaupt. Es haben auch weder die Vis-
<iomini noch die oberdeutschen Insassen des Fondaco hernach in
ihren Gutachten und Eingaben irgend darauf Bezug genommen.
Was aber diese selbst nun vorbringen, kann meines Erachtens
ebenfalls in keiner Weise als stichhaltig bezeichnet werden. Wenn
die Letzteren, die Oberdeutschen, in ihrer Eingabe gegen die Ent-
scheidung der Regierung vom 5. Oktober 1652 protestirend bemerken^),
dass in den früheren Verordnungen aus dem 15. Jahrhundert vom
Jahre 1418 für die Laibacher oder vom Jahre 1426 für Savoyen
oder in jener vom Jahre 1475 nicht vom Antheil an Kammer, Tafel
und Kapitel die Rede sei, so ist das sehr erklärlich. Denn das
verstand sich eben damals ganz von selbst. Wer zum
Fondaco von der Regierung zugelassen wurde, trat (abgesehen von
den Krämern) damit zugleich in den Genuss aller dieser mit dem
Fondaco verbundenen Rechte. Denn, wie es ja noch 1474 aus-
drücklich von Seite der Augsburger betont wurde: es bestand
keinerlei Unterschied zwischen den deutschen Kaufleuten;
jeder, wer ein gelernter Kaufmann war, hatte gleiche Rechte u.s.w.*^).
Wenn die Oberdeutschen und die Visdomini sich dann weiter
auf das Beispiel der Danziger (1597) und der Trientiner (1618)
berufen '') , denen nur das Recht der Behandlung ihrer Waaren im
Fondaco zugestanden worden sei, nicht aber die Theilnahme an
Kammern, Tafel und Kapitel im Fondaco, so ist das wohl richtig.
Aber es muss doch bemerkt werden, dass jene ausdrücklich
darum gar nicht nachgesucht — die Ersteren vielmehr nur allgemein
') s. Bd. I Nr. 756-764. — ') ebda. Nr. 759. - ') ebda. Nr. 763. - *) ebda.
Nr. 652. - **) ebda. Nr. 773. — «) s. oben S. 86. — ') Bd. I Nr. 771 u. 773. -
}
152 Geschichtliches.
um Zulassung zum Fondaco, die Letzteren um Bestätigung der
früher schon erhaltenen Vergünstigung, , hinsichtlich der Waaren
und Personen, wie die übrigen Deutschen, behandelt zu werden" ^).
Die venetianische Regierung hat dann, weil die Oberdeutschen in
ihrem Gutachten mit Bezug auf den eben erwähnten Ausdruck „Per-
sonen" sogleich vorsorglich gegen die Ausdehnung jener Bewilligung
auf Kammern etc. protestirte, einen diesbezüglichen Passus hinzu-
gefügt, ohne jede nähere Begründung und ohne einen Gegensatz
zwischen Ober- und Niederdeutschen auszusprechen. Gegenüber den
Danzigern konnte die Naz. Alem. ihren Protest damit rechtfertigen,
dass dieselben wohl damals erst überhaupt mit Venedig in Handels-
beziehungen treten wollten; den Trientinern gegenüber mag die
Erinnerung an den Streit mit Ziliberti nachgewirkt haben.
Von Seite der Visdomini ist dann aber gerade auch noch das
Beispiel der Kölner gegen die Berechtigung der Niederdeutschen
angeführt worden, indem sie behaupteten, dass die ,Cinque Savii
sopra la mercanzia' durch eine Entscheidung vom 28. Juli 1605
(unter Berufung auf eine frühere vom 31. Januar 1605) die Kölner
nicht für ächte (naturali) Deutsche gehalten und deshalb bestimmt
hätten, dass ihre Waaren im ,Datio delP Intrada' und nicht im Fondaco
behandelt werden sollten^). Hier sind wir nun in der Lage, etwas
schärfere Kontrolle zu üben.
Dass die Kölner im 15. Jahrhundert, wie alle anderen Deutschen,
den Fondaco benützten, haben wir früher gesehen. Desgleichen aller-
dings auch, dass sie schon zu Anfang des 15. Jahrhunderts mit den
oberdeutschen Städten in Streit gerathen waren ; und dieser Gegensatz
tritt auch später noch öfters zu Tage. Am Ende des 15. Jahrhunderts
lesen wir von Differenzen zwischen Kölnern und den Oberdeutschen,
welch' letztere einen gewissen Heinrich Rummel aus seiner Kammer
im Fondaco zu vertreiben suchten, so dass der Kölner Rath am
3. Oktober 1497 sich mit der Bitte um Schutz an den Dogen wandte^). —
^) Die Bemerkung Predelli's zu Milesio's ganz irriger Notiz (Thomas S. 67)
scheint nach dem Wortlaut der mir durch Herrn Dir. Cecchetti gütigst in Ab-
schrift übersandten Eingabe der Trientiner (im Venet. Staatsarchiv ,Cinque
Savii alla Mercanzia, busta ,Fondego dei Tedeschi' no. 70 parte 4') nicht ganz
richtig. Ich entnehme daraus, dass mehrere in Venedig wohnende Trientiner Kauf-
leute um diese Bestätigung nachsuchten, weil in Folge eines Irrthums der Kardinal
von Trient bei der venetianischen Regierung Schritte gethan hatte, dass seine Unter-
thanen ihre Zahlungen nicht im Fondaco zu entrichten hätten. — ^) Bd. I Nr. 771.
— ^) Ennen a. a. 0. S. 127. Pro parte fidelis nobis dilecti civis nostre civitatis
Coloniensis Henri ci Rummel gravi cum querela extitit publicatum, quod licet
ipse Henricus unacum patre, fratribus et parentibus suis dudum et ad plures annos
fuerit in possessione pacifica ac quieta cujusdam camere cum quadam testudine
ac aliis commodis et pertinentiis ejusdem in domo Alamanorum infra inclitam
civitatem Venetiarum sitis, .... niehilominus nonnulli alii ex Alamania alta
etiam Venetiis negotia sive mercimonia sua exercentes nullo jure ad hanc cameram
suffulti, quo tarnen spiritu ducti nesciatur, eundem Henricum civem nostrum
hujusmodi camere cum suis testudiue et pertinentiis nituntur atque nisi sunt
possessione privare.
Geschichtliches. 153
Auch im neuen Hause finden wir unter den ersten Miethern Köl-
ner : den Antonius PafiFendorf, einen Gotthard Michercheni und noch
zwei Andere ohne Familiennamen ^). Desgleichen 1562—1563, wo es
wiederum Reibereien zwischen den Kölnern und Oberdeutschen gegeben
hat 2). Als damals der Kölner Rath die bis dahin von dem Kölner
Heinrich Helman im Fondaco innegehabte Kammer den Brüdern Wein-
hold und Johannes Moer (Moir, Mohr?) und jhrer Gesellschaft zur Be-
nützung sammt dem Genuss aller Privilegien überweisen lassen wollte»
wurde von einigen Insassen des Fondaco (vermuthlich oberdeutschen)
dagegen geltend gemacht, Helman habe seinen Platz bereits früher
,quibusdam nepotibus suis ex filio Norimbergio oriundis' abgetreten.
Das ersehen wir aus einem Schreiben des Kölner Rathes an die vene-
tianische Regierung vom 10. August 1562 und 28. Januar 1563,
worin zugleich bemerkt wird, die Gegner der Moer hätten ausser-
dem noch „Manches nicht zur Sache gehöriges" vorgebracht, wo-
gegen eben der Kölner Rath protestirt, indem er sich zugleich
nochmals für die Brüder Moer verwendet.
Was aber weiter die von den Visdomini angeführte Entschei-
dung der ,Cinque Savii' vom 28. Juli 1605 betrifft: was besagt die-
selbe denn eigentlich ^) ? Am 31. Januar war entschieden worden: nur
die ,naturali' Thodeschi d. h. diejenigen, welche Antheil am Kapitel,
an den Kammern und an der Tafel des Fondaco haben, und ausser-
dem diejenigen Kaufleute, welche vom Senat damit begnadet würden»
sollen der Vergünstigung theilhaftig sein, dass ihre Waaren im Fondaco
(statt im Zollamt ,della Intrada') behandelt würden, d. h. dabei alle
Vorrechte und Vergünstigungen geniessen, welche hiermit verbunden
waren ; alle Anderen aber sollen ihre Zahlungen dem Datio d'intrada
da terra entrichten (d. h. ohne die Vergünstigungen des Fondaco
geniessen zu können) '*). . Nun kommen zwei Brüder Thomas und
Alexander Holländer , geborene Kölner , und verlangen , dass ihre
Waaren im Fondaco behandelt und sie dabei aller Privilegien
theilhaftig werden sollen, welche die ,Nazione Alemana' geniesst.
Dies wird ihnen abgeschlagen. Und wie motiviren die Cinque Savii
ihr ablehnendes Votum vom 28. Juli 1605?^) ,non vedendosi il detto
comparente haver li requisiti (sopradetti) , non essendo neanche
conosciuto dalli SSri. Capi sive Cottimieri di esso fontego' — weil
die Petenten die 3 requisiti nicht besitzen (wie es die Entscheidung
vom 31. Januar 1605 verlangt) und sie überhaupt den Cottimieri
nicht bekannt seien.
Steht hier nun irgend etwas von dem, was die Visdomini
darinnen erblickten? War dies eine prinzipiell gegen die Kölner als
Nicht-Deutsche gerichtete Entscheidung? Keineswegs, sondern ledig-
lich die Abweisung zweier einzelner Kölner, welche die festgesetzten
Bedingungen nicht besassen — vermuthlich, nachdem sie gar nicht darum
') Bd. I Nr. 653. — ^) Enn6n a. a. 0. S. 128-131. — ') Bd. I Nr. 721.
") ebda. Nr. 719.
154 Geschichtliches.
nachgesucht und überhaupt erst kurz vorher nach. Venedig gekommen
waren. Es ist gewiss sehr charakteristisch, dass die Oljerdeutschen
in ihrer späteren Eingabe von diesem Argument gar keinen Gebrauch
machten, weil sie wohl selbst fühlten, dass es nicht stichhaltig sei.
Und was noch als bedenklicher bezeichnet werden muss, ist dies,
dass diese Entscheidung vom 31. Januar 1605 durch die spätere vom
15. September 1607 ^) vollständig aufgehoben worden ist, und
davon sagen die Visdomini keine Silbe! Es begreift sich daher
wohl, dass die Regierung auf dieses einseitige, den Thatbestand
geradezu verdunkelnde und entstellende Gutachten ihrer Beamten
bei ihrer endgültigen Entscheidung kein Gewicht legte, demselben
keine Rücksicht schenkte. Im direkten Gegensatz zu den Visdomini
haben überdies auch die Oberdeutschen, die ,Nazione Alemana', selbst
in dem General-Kapitel vom 10, September 1647 ausdrücklich zu-
gestanden^), dass die Kölner das Recht der Expedirung ihrer
Waaren im Fondaco besässen, was die Visdomini den Kölnern ja
gleichfalls nicht hatten zuerkennen wollen. Die Nazione Alemana aber
hat sich gegen den Anspruch der Kölner auf die 3 requisiti lediglich
auf ihre — Kapitularien berufen, „vermöge deren sich befinde,
dass keiner von Köln in Niderdeutschland ligent, die Freiheiten des
deutschen Hauses ausser der Spedition geniessen könne, wie andere _^
Hochdeutsche". Auch das ist unrichtig. Hätte die Nazione ihre jfll
Kapitularien genauer angesehen, so würde sie nicht blos den i
entgegenstehenden Beschluss vom 15. September 1607, sondern auch
gefunden haben, dass in der Liste von 1508 gleichfalls Kölner als
Miether von Kammern aufgeführt werden; und ebenso wird in der
von 1640 ein Vertreter des Balthasar Van-Cöllen aus Köln als im
Fondaco wohnend bezeichnet^).
So liegt, soweit ich auf Grund des bis jetzt bekannten Materials
zu urtheilen vermag, durchaus keine, irgend näher zu bezeichnende,
rechtlich gültige Entscheidung der venetianischen Regierung vor,
welche gegen das Anrecht Kölns und der Niederdeutschen auf den
vollen Genuss des Fondaco mit allen Privilegien hätte geltend
gemacht werden können oder geltend gemacht worden wäre; und
meines Erachtens war es ganz zutreffend, dass die Regierung zuletzt
auf ihren Erlass vom Jahre 1475 zurückgrifi", der durch keinen
anderen aufgehoben war. Es ist ja auch bezeichnend, dass der
Rath von Augsburg und Nürnberg (1648) dieses Recht Kölns ur-
sprünglich anerkannte und wohl erst auf Weisung seiner Kaufleute
im Fondaco diese Ansicht änderte.
Von den Oberdeutschen im Fondaco also ist, wie früher
gesagt*), diese Scheidung ausgegangen. Was konnte denn nun aber
diese dazu berechtigen, einen solchen Gegensatz aufzustellen? In
erster Linie wohl das numerische Ueberge wicht, in welchem sie
1) Bd. I Nr. 722. — -) cf. oben S. 14ß. — ') Bd. I Nr. 743. — ") cf. oben
S. 143.
jr
Geschichtliches. 155
sich den Niederdeutschen gegenüber im Fondaco stets befanden.
Vielleicht hat dazu auch beigetragen die Veränderung, die in der
Benützungsart des Fondaco nach dem Brande eintrat, deren wir
früher gedacht ^). Dadurch, dass Kammern und Gewölbe im neuen
Hause nun von Anfang an pro Jahr vermiethet wurden, fand ja
wohl kein so häufiger Wechsel mehr statt als früher im alten Hause,
wo die Mehrzahl nur vorübergehend sich aufhielt. Mehr und mehr
konnte und mochte sich deshalb hier ein fester Stamm von Benutzern
bilden, welcher nach den allgemeinen Verhältnissen überwiegend aus
Oberdeutschen bestand und mehr und mehr den ganzen Fondaco
besetzte. Und was geschah denn überhaupt mit jenen deutschen
Kaufleuten, die da etwa neu nach Venedig kamen und nicht auf ein
Jahr die Miethe zahlen, überhaupt nur kürzer verweilen wollten?
Im Mittelalter hatte die Regierung jeden Kaufmann behufs
besserer (Jeberwachung gezwungen, im Fondaco abzusteigen, und
schon deshalb für raschen Wechsel in der Benützung der Kammern
im Allgemeinen Sorge tragen müssen^). Das scheint in der neuen
Zeit seit dem Brande auch anders geworden zu sein. Vielleicht hat
man gleich bei Einrichtung des neuen Hauses von jenem Zwang ab-
gesehen, vielleicht erst später. Aus einer Verordnung vom Dezember
1528, die im Februar 1531 wiederholt wurde ^), ist mit Sicherheit
nur zu entnehmen, dass den Deutschen das Wohnen bei Privatleuten
in Venedig damals noch strenge untersagt war. Hingegen scheint es
mir ungewiss, ob die später im ,Capitolare della Nazione Alemana'
hinzugefügte Ueberschrift Recht hat, wonach es damals schon im Be-
lieben der deutschen Kaufleute gestanden hätte, im Fondaco in oder
den anderen von der Regierung bestimmten Gasthäusern S. Zorzi,
Leon Bianco, Peter Pender u. s. w. abzusteigen. Der Ausdruck
,li altri veramente oltramontani forestieri' kann sich auch nur auf
die deutschen Pilger und sonstigen Besucher der Lagunenstadt aus
Deutschland beziehen. Hingegen wird man allerdings sagen dürfen,
worauf Herr Pfarrer Elze mich aufmerksam machte, dass 1556 und
1557 zur Zeit, als dies Kapitular von Lucas Linder*) zusammengestellt
wurde, schon die Auffassung herrschend war, dass es im freien Be-
lieben der Deutschen stehe, ob sie im Fondaco wohnen wollten oder
nicht. — Deutlicher ist im Dezember 1570 in einer Verordnung der
Regierung die Rede von deutschen Kaufleuten, die nicht im Fondaco
wohnten ''). Herr Pfarrer Elze theilt mir ferner mit, dass im Jahre
1582 (im zweiten ,Capitolare della Naz. Alem.') ein Kaufmann Leon-
hard Hermann erwähnt wird, der „in der Contra SS. Apostoli wohnte
und doch Kaufmann im Fondaco war". Es wurde bereits früher
') cf. oben S. 126. — "'') cf. oben S. 13 u. ff. - =>) s. Bd. I Nr. 698, 700. -
*) 8. Vorwort zu Bd. I S. XIV. — *) Ven. St.-A. Capitolare dell' officio del fönt. de.
Tod. f. 144 (cf. Thomas , Register" f. 69) : 1570 Dec. 22 ,Tutti et cadauno marcante
(sie) Alemano nemine excepto et sii chi esser si voglia cosi habitante in
fontico come fuori . . . .'
i
156 -Geschichtliches.
gesagt^), dass später sogar der eine der Consuln immer ausserhalb
des Fondaco wohnte, so dass hierin gegenüber der älteren Zeit eine
völlige Wandlung der Verhältnisse eingetreten ist, die noch genauerer
Untersuchung bedarf. Vielleicht war auch hiefür das Jahr 1578
von eingreifender Bedeutung ^).
Man kann sich nun wohl vorstellen, wie von diesem Rechte^
ausserhalb des Fondaco wohnen zu dürfen, die Kaufleute derjenigen
Städte besonders Gebrauch machten, die nicht in fortwährender
ununterbrochener Handelsverbindung mit Venedig standen. Und dazu
werden ihrer ganzen Lage nach, sowie auch in Folge des veränderten
Ganges des Welthandels eben hauptsächlich die niederdeutschen Städte
gehört haben. Ihnen gegenüber beanspruchten dann eben wohl die
beständig in Venedig und speziell im Fondaco vertretenen Ober-
deutschen grössere oder ausschliessliche Rechte hinsichtlich der Be-
nützung und Verwaltung des Fondaco : mehr auf Grund der allmählich
gewordenen Verhältnisse als einer ursprünglichen Berechtigung. —
Fragt man aber nach den Gründen, warum die Oberdeutschen so eifer-
süchtig über jede Einmengung „fremder Nationen" in den Mitgenuss
der Privilegien des Fondaco wachten, so wird man in erster Linie
an die Rivalität in geschäftlicher Beziehung überhaupt zu denken
haben. Ferner wohl auch an den Gegensatz zwischen den ober-
deutschen Reichsstädten und der Hansa, der ja eigentlich auch offen
von den ersteren zugestanden wurde ^). Verschärft aber wurde
diese, bei den Deutschen ja leider nicht seltene, Zwiespältigkeit,^
wie es scheint, noch durch ein anderes Moment.
Denn was nun weiter die Rechtsfrage im Fall Spillieur
anlangt, so stehen sich hier zunächst zwei Aussagen direkt gegen-
über. Das General-Kapitel vom 10. September 1647 besagte, das&_y
Abraham Spillieur seit Anno 1644 das deutsche Haus besessen^BB
„da er doch bisher die gebräuchlichen requisiti nit gewiesen, "
noch durch Ballotation von dem Kapitel approbirt worden". Der
Kölner Rath dagegen in seinem Schreiben vom 7. August 1648 ver-
sicherte, dass derselbe aufgenommen worden sei — nachdem vorher
betreffs seiner ächten deutschen (ehelichen) Herkunft das Nöthige
beigebracht worden, und unter Zustimmung des General-Kapitels
,praeviis circa legitimationem personae et natalium Teutonicorum
debitis necessariis iisque sufficientibus requisitis accedente communi
eoque capitulari concluso' '^).
') cf. oben S. 139. — ^) Eine Schilderung der verschiedenen Arten deut-
scher Kaufleute in Venedig um hundert Jahre später siehe weiter unten S. 162;
wie weit dieselbe etwa auch für diese Zeit, für das 16. Jahrhundert zutrifft,
muss vorerst dahingestellt bleiben. — ^) s. Bd. J Nr. 763 u. 773 ; cf. Sartorius,
Geschichte des hanseatischen Bundes Thl. III S. 527. — *) Ennen a. a. 0. S. 133;
cf. Bd. I Nr. 754. Ich habe längere Zeit gehofft, diesen Punkt in's Reine zu
bringen. Denn nach Ennen's Worten, S. 119, müsste man annehmen, dass der Be-
schluss des General-Kapitels vom Jahre 1644 im Kölner Stadtarchiv noch vorhanden
wäre. Er citirt dafür ,Copienbücher, 1688 (statt 1648?) 10. April" ; allein Herr
Stadtarchivar Dr. Höhlbaum in Köln hat die Urkunde bisher nicht finden können.
11
Geschichtliches. 157
Die Visdomini in ihrem mehrerwähnten Gutachten behaupteten
ferner, man habe den Spillieur bei seiner Aufnahme in den Fondaco
für einen ächten, rechten (Hoch-)Deutschen gehalten und erst später
seine wahre Heimath Köln erfahren (worauf er den Fondaco habe
verlassen müssen). Das aber, scheint mir, ist doch ganz unwahr-
scheinlich. Möglich immerhin, dass man bei seiner Aufnahme, wenn
ich mich so ausdrücken darf, den Abraham Spillieur nicht nach seinem
Tauf- oder Heimathschein gefragt. Aber dass der Mann an die drei
Jahre im Fondaco verweilt habe und habe verweilen können, ohne dass
man ihm den durch Sprache und Gesittung sich gewiss unter-
scheidenden Kölner und Niederdeutschen angemerkt habe, halte ich
für ganz unglaublich. Ebensowenig kann wohl die Partie Ebenholz
der wahre Grund gewesen sein, dass man von Seite der Nazione
Alemana nun auf einmal in so energischer schroffer Weise gegen
ihn auftrat und ihm den Stuhl vor die Thüre setzte. Ich habe es
daher als eine sehr ansprechende Vermuthung betrachtet,
welche Herr Pfarrer Elze einmal mündlich und schriftlich mir
gegenüber geäussert hat : dass dahinter vielleicht noch andere, tiefere
Gründe steckten — Gründe religiöser, konfessioneller Art,
zu deren Konstatirung, wie mir scheint, es denn auch nicht an
einigem Beweismaterial fehlt.
Aus den jüngsten Publikationen von Th. Elze ^) und G. M.
Thomas^) ist ersichtlich, wie rasch die Reformationsbewegung
Luthers nach Italien und speziell nach Venedig drang. „Im
Juli 1520," schreibt Elze ^), „kamen die ersten Schriften Luther's nach
Venedig; es waren nur zehn Exemplare, die sofort verkauft wurden,
ehe noch hervorragende hier lebende Deutsche davon erfuhren".
Unter dem 26. August 1520 berichtet alsdann Marino Sanuto^), dass
der Stellvertreter des Patriarchen von Venedig im Rathe der Zehn
die Erlaubniss erwirkte, im Hause eines deutschen Buchhändlers
Jordanus (der bei San Maurizio wohnte) Nachforschung nach den
durch päpstliche Bulle excommunicirten Schriften Luther's halten
und dieselben mit Beschlag belegen zu lassen. Dies geschah, aber
Sanuto wusste sich doch ein Exemplar zu verschaffen und es seiner
Bibliothek einzuverleiben. Wollten dann wirklich, wie Elze ausführt^),
die Buchhändler aus Furcht keine anderen Exemplare mehr kommen
lassen, so waren es die deutschen Kaufleute, durch welche Luther's
Schriften nach Venedig gebracht und hier verbreitet wurden ^). Ein
grosser Theil, ja vielleicht der grössere Theil derselben kam aus
jenen Städten, wo Luther's Lehre am ersten Eingang gefunden hatte,
aus den freien Reichsstädten Nürnberg, Augsburg, Ulm, Strassburg,
Xördlingen, Memmingen u. s. w. So kann es nicht Wunder nehmen,
') Geschichte der protestantischen Bewegungen und der deutschen evange-
lischen Gemeinde in Venedig, Bielefeld 1883. — ^) Martin Luther und die Re-
formationsbewegung in Deutschland vom Jahre 1520 — 1532 in Auszügen aus
Marino Sanutos Diarien. Ansbach 1883. — ') a. a. 0. S. 2. — ■*) Thomas S. 4.
*j Gesch. S. 3 u. 45.
158 Geschichtliches.
dass wir bei Sanuto schon zum Jahre 1524 von geheimen Zusammen-
künften lutherisch Gesinnter im Fondaco lesen ^), auf welche der
Gesandte des Papstes und der Patriarch aufmerksam machen. Die-
selben fordern zur Vorsicht auf, man solle die Bücher Luther's nicht
verkaufen lassen u. s. w. Unter dem 14. April 1525 bemerkt Sanuto^)^
ein Dominikanerprediger in Venedig habe die deutschen Kaufleute
des Fondaco beschuldigt, dass sie zur Fastenzeit Fleisch gegessen
hätten — was gleichfalls als Zeichen des Lutheranismus galt —
und noch einige Male erwähnt dann Sanuto ^), wie Nachrichten über
den Stand und Fortgang der Bewegung Luther's durch Vermittlung
der deutschen Kauf leute, durch Briefe an diese nach Venedig gelangten.
Doch hielten die Anhänger der Reformation im Fondaco offenbar sehr
zurück mit ihren Ansichten, trugen dieselben nicht offen oder prahlerisch
zur Schau — wir hören dann nur sehr wenig darüber, wenn anders
nicht weiteres Material noch durch genauere Nachforschung hiefür
zu Tage gefördert werden wird. Ob man die Notiz in einem Be-
richt des Gesandten Johann Friedrich's des Aelteren von Sachsen,
Minkwitz, an seinen Herrn vom 5. Juni 1552: ,Alhie sind sonderlich
die kaufleute im Teutschen haus gut herzog Moritzen teils und er hat
alhier seine Verräter" ^) — in diesem Zusammenhang verwerthen darf,
will ich dahingestellt sein lassen ^). — Im Jahre 1555 unterstützten
deutsche Kaufleute des Fondaco den eingekerkerten Anhänger und
später ersten Märtyrer des Evangeliums Fra Baldo Lupetino aus Albona
in Istrien durch ihren Agenten Joh. Baier auf geheimem Wege mit
Geld ^), und das lenkte die Aufmerksamkeit der Regierung respektive
der Inquisition neuerdings auf diesen Herd des Lutheranismus. »Um
dem evangelischen Wesen und Treiben der deutschen Kaufleute im
Fondaco, das im Prozesse Lupetino's offenbar geworden war, entgegen
zu wirken, ward für dieselben in der dem Deutschen (Kauf-) Hause
nächstgelegenen Kirche S. Bartolomeo 1556 ein deutscher Gottesdienst
eingerichtet"; bemerkt Elze '') wohl mit Bezug auf einen Brief des
Joh. Aurifaber, herzoglich sächsischen Hofpredigers in Weimar, an
den König von Dänemark aus dem Jahre 1556. Allein, wie sich
Aurifaber eines Irrthums schuldig gemacht hat, indem er schreibt,
dass die deutschen Kaufleute eine eigene (!) Kirche bekommen hätten^
wo das reine Evangelium deutsch gepredigt werde und die Sakramente
nach Christi Einsetzung gereicht werden — ebenso ist es nicht richtig,
dass erst 1556 in S. Bartolomeo ein deutscher Gottesdienst ein-
gerichtet worden. Denn aus einer handschriftlich überlieferten Liste ^)
deutscher Prediger in S. Bartolomeo ist zu entnehmen, dass schon vor 1556
•I
^) Sanuto bei Thomas S. 36 : che si fa conventicole di Todeschi in fontego,
perhö che le terre franche molte e con Lutherio. — ^) Thomas S. 61. —
^) ebda. S. 148, 218. — '') DrufFel, Briefe und Akten zur Geschichte des 16. Jahrh.
Bd. II S. 564 Nr. 1509. — *) Wahrscheinlich ist sie nach der mündlich geäusserten
Ansicht des Herrn Prof. von Druffel vielmehr politisch als Beweis der anti-
kaiserlichen Gesinnungen der Kaufleute aufzufassen. — ") Elze, Gesch. S. 21
u. 45. - ') ebda. S. 21. - *) cf. später.
Geschichtliches. 159
dort deutscher Gottesdienst stattfand. Es scheint mir daher, nebenbei
bemerkt, auch fraglich, ob erst aus dieser Zeit jene kirchlichen
Ceremonien datiren, welche der Vikar von S. Bartolomeo mit seiner
Geistlichkeit alljährlich an den Abenden vor Weihnachten, vor Neujahr
und Epiphanias im Fondaco vornahm^). Derselbe begab sich da nämlich
in Prozession in den Fondaco, zog ^psalmodirend" in den Wintersaal und
hielt ihr vor einem von Tizian (1555) gemalten Bilde des segnenden
Erlösers eine „Funktion" mit einer gelehrten Anrede an die deutschen
Kaufherren ab und ertheilte denselben den Segen. Die Deutsche
Nation im Fondaco machte sowohl hierfür dem Vikar und seinem Kapitel
eine jährliche Verehrung in Geld, als auch dem deutschen Fasten-
prediger in S. Bartolomeo ein Jahresgeschenk von 20 Dukaten —
eine Sitte, die sich, wie Elze hinzusetzt, erhielt, auch als schon
längst alle Mitglieder des Fondaco Protestanten waren.
Von grossem Interesse und speziell für unsere Frage von be-
sonderer Wichtigkeit ist aber, was der geheime Agent der prote-
stantischen Fürsten in Venedig, Johann Baptist Lenk (Linke),
unter dem 19. Oktober 1609 dem Kurfürsten Friedrich IV. von der
Pfalz über die Religionsverhältnisse in Venedig mittheilte. Für
uns ist speziell der Passus von Interesse, wo er von den Deutschen
in Venedig spricht. Er schreibt wörtlich^): , Zweckdienlich (für
die Sache des Protestantismus) wäre es gewesen, wenn die im
Deutschen Hause alhier befindlichen Deutschen die Erlaubniss,
darin predigen zu dürfen, von dem Senate verlangt hätten.
Aber weil der eine Theil katholisch, der andere lutherisch und
kalvinisch, und die Lutherischen und Kalvinischen unter
sich selbst mehr uneins als mit anderen sind, ist's bisher
ersitzen geblieben, was sonst nicht fehlgeschlagen, und den Nieder-
ländern eine Anleitung gegeben haben würde, ebenfalls ein Fon-
dego zu errichten und von der Regierung einen Prediger zu be-
gehren."
Also die im Fondaco weilenden evangelischen Deutschen spalten
sich in Lutheraner und Reformirte und sind unter sich uneiniger
als gegen die Katholischen! Und dies wird bestätigt durch einen
Ausspruch Sarpi's vom Jahre 1608 in einer Relation des Burggrafen
Christoph von Dohna, Gesandten des Fürsten von Anhalt in Venedig,
vom 4. August und durch Dohna's Bericht selbst ^). Fragen wir aber,
in welchen deutschen Städten wir die Lutheraner, wo die Reformirten
zu suchen haben, so wird es keiner spezielleren Nachweise bedürfen.
^) cf. Elze, Gesch. S. 23 und , Ausland" 1870 S. 629; Milesio bei Thomas
S. 47, 55. — ') Zeitschr. für Baiem und die angrenzenden Länder, Jahrg. 2 Bd, 3
(1817) S. 355 aus P. Ph.Wolf s Geschichte Maximilian's 1. (Bd, II S. 97—102 Note).
Ritter (Briefe u. Akten z. Gesch. des 30jährigen Krieges Bd. II S. 465) scheint die
Autorschaft dieses Berichtes einem gleichzeitig in Venedig weilenden Agenten
des Herzogs von Neuburg, Daniel von Hatten, zuschreiben zu wollen. — ^) Ritter,
Briefe etc. II, 81 : ,Poi c'e quel fondaco de Todeschi. Se que' mercanti fossero-
uniti, che gl' impedirebbe di teuere un ministro ?'
160 Geschichtliches.
^
dass die Lutherischen aus den oberdeutschen Reichsstädten Augsburg,
Nürnberg u. s. w. kamen. Was aber die Reformirten betrifft, so
werden wir sie allerdings nicht zunächst in den niederdeutschen
Städten, nicht in dem katholischen Köln suchen. Aber zu unserer
Ueberraschung finden wir, dass dem doch so gewesen. Wir lesen
nicht blos, dass jener Abraham Spillieur der Sohn oder Enkel
eines der reformirten Kirche angehörigen Kölners ') , sondern damals
selbst sogar der Vorsteher einer reformirten Gemeinde unter
den deutschen Kaufleuten in Venedig war. Schon im Jahre 1624
nahmen Deutsche, vermuthlich Kaufleute vom Niederrhein, etwa aus
Köln und Aachen, wie Elze bemerkt^), Theil an dem reformirten
Gottesdienst, welcher im Palast des niederländischen Gesandten
in Venedig gehalten wurde. Die Generalstaaten hatten nämlich,
einem Rathe Paolo Sarpi's folgend, 1622 ihren ersten ständigen
Oesandten dorthin geschickt und demselben zugleich in der Person
eines Andreas Colvius einen evangelischen Gesandtschaftsprediger
mitgegeben, gegen den man von Seite der venetianischen Regie-
rung nicht vorgehen konnte. Elze nennt als des Colvius Nach-
folger einen gewissen Volcker Alberti, der von 1627 — 34 den Posten
eines niederländischen Gesandtschaftspredigers bekleidete. Sei es,
dass derselbe keinen Nachfolger erhielt, oder dass der Besuch des
evangelischen Gottesdienstes im Palaste der Gesandtschaft mit zu
grossen Umständlichkeiten verbunden war: genug, die Reformirten
ergriffen eine günstige Gelegenheit, um sich selbst einen Prediger
zu bestellen und eine Gemeinde zu organisiren. Hören wir darüber
Elze, der dies zuerst aus Akten des Züricher Staatsarchivs kon-
statirt hat ^). „Im Winter 1647 — 48 kam ein reformirter Candidat
der Theologie, Namens Räbmann, auf seiner Rückreise aus Candia,
wo er Feldprediger des in venetianischen Diensten stehenden Grafen
Ernst Casimir zu Solms gewesen war, nach Venedig und hielt hier
während eines längeren Aufenthaltes einigen reformirten deutschen
Kauf leuten Gottesdienst mit deutscher Predigt. Dadurch wurden diese
zu dem Entschluss ermuthigt, sich ein stetiges ,Religions-Exercitium'
einzurichten. Sie traten zusammen, wählten aus ihrer Mitte die Herren
Ambros Sneider und Abraham Spillieur aus Köln zu Gemeinde-
vorstehern und den Candidaten Räbmann zu ihrem ersten ordentlichen
Pfarrer." Räbmann wurde dann mit einem Schreiben vom 18. April
1648 nach Zürich geschickt, um sich dort ordiniren zu lassen, von wo
er aber zum gleichen Zwecke in seine Heimath Bern entsendet wurde
^) Ennen, Geschichte der Stadt Köln Bd. V S. 341 : Nicolaus Spillers
erklärte am 14. März 1594: „er glaube die 12 Artikel des christlichen Glaubens,
sei nicht papistisch, auch nicht römisch-katholisch, sei auch nicht von der
Augsburgischen Konfession , sondern er sei von der reformirten Kirche und
glaube, was die Propheten und Apostel gelehrt hätten, sei nicht von den Täufern,
auch nicht Zwinglisch, auch nicht vom Hause der Liebe, halte von Calvin nichts,
desgleichen halte er auch von Luther nichts*. — ^) Geschichte etc. S. 38. —
^) ebda. S. 39.
M
I
Geschichtliches. 161
Diese Ereignisse fallen also gerade in die Zeit, wo von
Seite der Oberdeutschen Spillieur's Verweilen im Fondaco beanstandet
und seine Ausschliessung gefordert wurde. Es scheint mir schwer,
hier keinen ursächlichen Zusammenhang finden zu sollen. Elze
freilich meint, das Umgekehrte habe stattgefunden. Er sagt^):
„Abraham Spillieur aus Köln kam 1644 in den Fondaco, aus dem er
aber 1647 als unberechtigt (weil Kölner) ausgeschlossen wurde. Die
Austreibung Spillieur's aus dem Fondaco (1647) dürfte zur Begründung
der reformirten Gemeinde (1648) mitgewirkt haben." Aber erinnern
wir uns aller der früher geltend gemachten Momente, welche das
Vorgehen der Oberdeutschen oder der Naz. Alem. meines Erachtens
als rechtlich unbegründet erscheinen lassen; erinnern wir uns ferner
der charakteristischen Aussprüche Sarpi's und Lenk's über die
Gegnerschaft zwischen Lutheranern und Reformirten im Fondaco,
dann muss man es meiner IJeberzeugung nach wenigstens als höchst
wahrscheinlich bezeichnen, dass religiöse Differenzen bei dem
Vorgehen gegen Spillieur mitgewirkt haben. Dass diese
nicht in den Schriftstücken und Verhandlungen erwähnt werden, ist
begreiflich, da öffentlich von den evangelischen Gesinnungen so vieler
deutscher Kauf leute im Fondaco überhaupt nichts verlauten durfte ^).
Wenn man dagegen noch etwa anführen wollte, dass die Gründung
der reformirten Gemeinde erst 1648, die Austreibung des Spillieur
aber schon (im Herbst) 1647 erfolgte, so muss ich bemerken, dass nach
Elze ^) der Graf zu Solms bereits im April und Mai des Jahres 1647
wegen Regelung der Soldzahlung in Venedig gewesen sein soll. Es
können also schon damals Verhandlungen zwischen den reformirten
deutschen Kaufleuten und dem Grafen zu Solms gepflogen worden
sein. Weiter ist zu erwähnen, dass der Nachfolger des im August
1649 nach der Schweiz zurückberufenen Räbmann, der schweizerische
Prediger Nicolaus Zaff, der bis 1652 als reformirter Prediger in
Venedig weilte, einmal am 9. Juni 1651 an den Antistes Joh. Jak.
Ulrich in Zürich geradezu schreibt, die evangelischen deutschen
Kauf leute Augsburger Bekenntnisses, die in grosser Anzahl im
Fondaco wohnten, hätten es nicht länger geduldet, dass von den
Reformirten Gottesdienst im Fondaco gehalten werde, da sich die-
selben inzwischen selbst ihren Gottesdienst mit eigenem Prediger ein-
gerichtet hätten^). Es ist nicht ganz sicher, wann dies letztere zuerst
stattgefunden. Wenn aber die Naz. Alem. bereits 1646 im Besitze
der beiden Kammern im Fondaco erscheint^), in denen später der
evangelische Gottesdienst gehalten wurde, dann wird man wohl den
Beginn der evangelischen Gemeinde auch etwa in diese Zeit ver-
') Geschichte S. 39 Anm. — 2) ob in den Worten des Kölner Rathes
in einem Schreiben vom 10. April 1648 an den von Augsburg „der privat
dabei unterlaufender Passionen und Affekten zu geschweigen" (Bd. I Nr. 754
S. 444) eine Andeutung hierauf zu erblicken, wage ich nicht zu entscheiden;
doch halte ich es für wahrscheinlich. — ^) Geschichte S. 39 Anm. 1. — *) ebda.
S. 42 Anm. 2. — ») Bd. I Nr. 748 S. 439.
11
162 Geschichtliches.
n
legen dürfen, was die Spannung nur noch erklärlicher macht. — Der
evangelische Gottesdienst ist dann bis auf den heutigen Tag bestehen
geblieben und von einer ununterbrochenen Reihe von Predigern
gehalten worden, während die reformirten deutschen Kaufleute nach
Elze bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts bei französischen refor-
mirten Predigern und Gemeindeältesten ihre Erbauung gefunden zu Jl
haben scheinen ^). «■
Abraham Spillieur aber kam nach der Entscheidung der
venetianischen Regierung vom 5. Oktober 1652 wieder in den Fondaco,
nahm daselbst am 7. April 1653 wieder an einem General-Kapitel
Theil und lebte noch am 23. September 1655.
Faktisch scheinen freilich die Niederdeutschen von dieser Zeit
ab, wie überhaupt den Handel mit Venedig, so auch den Fondaco
immer weniger frequentirt zu haben. Die Zersetzung oder Scheidung
der deutschen Kaufmannschaft in Venedig mag aber in Folge dieser
Vorgänge noch weitere Fortschritte gemacht haben. In einer Ein-
gabe der ,Naz. Alem.' auf einen Erlass des Senats vom 25. Mai 1675
betreffs des ,Dazio' werden folgende Gruppen von deutschen Kauf-
leuten in Venedig unterschieden ^) :
1. solche, die wirklich im Fondaco wohnen und der drei
requisiti ,tavola, camera et capitolo' fähig sind;
2. solche, die in Venedig wohnen, der tavola u. s. w. fähig
sind, auch Kammern im Fondaco haben und am Kapitel
theilnehraen, aber nicht im Fondaco wohnen;
3. solche, die in Venedig wohnen, der drei requisiti fähig
sind, aber keine Kammern miethen und am Kapitel nicht
theilnehmen wollen, um zu den Lasten des Fondaco nicht ^
beisteuern zu müssen; fll
4. solche, die als „ächte Deutsche" der drei requisiti fähig "^
wären, aber nur durch Vertreter mit Venedig in Ge-
schäftsverbindung stehen, welch' letztere der ,requisiti'
nicht theilhaftig werden können. —
Eine ähnliche Wandlung gegen früher trat dann mit der Zeit
noch bezüglich eines anderen Punktes ein, die gleichfalls noch
der näheren Untersuchung bedarf und daher nur kurz hier erwähnt
werden soll. ■
1) s. Elze, Gesch. S. 43 u. ff. - 2) Capitolare della Naz. Alem. 3 fol. 143' ■■
,Sono varie sorti di Tedeschi, cioe altri habitanti in questa cittä che attual-
mente habitano nel fontico et sono capaci di tavola, camera et capitolo nel
medemo; altri sono pur habitanti in questa cittä, capaci delli tre sudetti
requisiti e che tengono camere in fontico et partecipano del capitolo, ma no
habitano attualmente in esso ; altri pure habitano in questa cittä, sono national;
e capaci delle tre requisiti, ma non vogliono pi-ender camera in fontico ne entran
nel capitolo per non sottomettersi a gli aggravii con la natione. Altri finalmenti
sono veri nationali, capaci delli tre requisiti, ma che stando alle loro ca*
in Germania negotiano col mezo de loro procuratori, quali non sono capaci deU
privileggi . . .'
Geschichtliches. 163
Wir erinnern uns^), dass früher den Venetianern der
direkte Handelsverkehr mit Deutschland aus finanzpoliti-
schen Gründen untersagt war — nur einige Artikel, wie Pferde,
Waffen und Lebensmittel durften direkt von den Venetianern dorther
geholt werden. Dieses Verbot bestand, wie es scheint, selbst noch
im Jahre 1558^). Aber vielleicht schon damals und jedenfalls später
scheint eine andere Praxis Platz gegriffen zu haben, scheinen die
Venetianer auch andere Waaren direkt aus Deutschland bezogen und
solche direkt dahin spedirt zu haben. Diese Waaren zahlten aber
nicht bei der Behörde des Fondaco, sondern bei derjenigen der
,Intrada da Terra' die vorgeschriebenen Zölle. Erst im Jahre 1671
(und 1675) wurde nach der Behauptung betbeiligter venetianischer
Kaufleute von der Regierung bestimmt, dass diese mit Deutschland
in Verbindung stehenden venetianischen Kaufleute ihre Waaren
gleichfalls in der Dogana des Fondaco verzollen lassen sollten^).
Daraufhin verlangte die Naz. Alem. im Jahre 1717, dass diese
Venetianer auch den Cottimo entrichten soUten, damit sie nicht bloss
die Wohlthaten des Fondaco genössen, sondern auch zu dessen
Lasten beitrügen*). Aber dagegen sträubten sich diese sehr heftig,
nicht ohne sich zugleich über die vielen Privilegien zu beschweren,
in deren Genuss die Naz. Alem. sich befand^).
Denn zu den früher erwähnten**) waren neue hinzugekommen:
sie hatte nun 20 "/o Zollermässigung für ihre Waaren überhaupt '^)
und eine besondere Vergünstigung hinsichtlich des Ausfuhrzolles ^),
was allerdings eine erkleckliche Summe ausmachte.
Die Naz. Alem. brachte zur Rechtfertigung ihres Verlangens
vor, dass nicht erst seit 1671, dass vielmehr schon seit dem
Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts und zwar seit zwei
Erlassen der Regierung vom Jahre 1492 und 1508 alle Waaren,
welche von Deutschland, von welcher Person, auf welchem Wege
und auf welche Weise immer nach Venedig eingeführt würden, in
den Fondaco behufs Zahlung der Zölle gebracht werden müssten.
Sie berief sich ferner darauf, dass unter den ,Mercanti di Ferrarezze',
den „ Eisenkrämern ", die im Jahre 1577 als Genossen Ziliberti's
zur Bezahlung des Cottimo verurtheilt wurden, eben auch venetia-
nische Kaufleute verstanden gewesen seien. Ohne genaue Kenntniss
der einschlägigen Dokumente ist es nicht thunlich, in diesem Streite
ein Urtheil zu fällen. Hier nur so viel, dass der Jahre lang dauernde
Prozess, der sich daran knüpfte, nicht zu Gunsten der Naz. Alem.
endigte. Im ,Collegio' wurde, wie ich durch gütige Vermittlung des
Herrn Pfarrers Elze höre, am 5. September 1729 zu Gunsten der
venetianischen Kauf leute gegen die Naz. Alem. entschieden, so dass die
1) 8. oben S. 31. — ^) Elze, Der Cottimo bei Thomas, Milesio S. 88. —
^) ebda. S. 87. — '') ebda. S. 76. - '') ebda. S. 86 u. fF. — «) cf. oben S. 141 u.
142. — '') s. Milesio S. 70 und Elze ebda. S. 80 und 90. — ') .pagano Dazio
per Uscita sul piano della prima stima d'Intrata senz' aggionti' Elze ebda. S. 90.
154 Geschichtliches.
n
ersteren am 29. September 1729 auf Rückgabe des inzwischen erhobenen
Cottimo (im Betrage von 3000 Dukaten) durch die Naz. Alem. bei
den Cinque Savii alla Mercanzia drangen. Am 12. März 1731 kam
dann zwischen der Naz. Alem. und den venetianischen Kaufleuten
ein Vergleich zu Stande: die letzteren verzichteten auf die Rück-
erstattung jener Summe, da die Naz. Alem. versprach, in Zukunft
den Cottimo von ihnen nicht mehr zu verlangen. —
Wir heben aus den von Elze hierüber veröffentlichten Schrift-
stücken noch einige Notizen hervor, welche namentlich für die
Geschichte des Cottimo von Interesse sind. Da lesen wir z. B. ^),
dass die Einnahmen aus dem Cottimo damals, zu Anfang des
18. Jahrhunderts, in zwei Kassen vertheilt wurden: in die eine,
Cassetta genannt, kamen die Beiträge der „nicht deutschen" Kauf-
leute, die auch gehalten waren, zur nämlichen Zeit, wo sie die
vorgeschriebenen Zölle zahlten, sogleich auch den Cottimo zu ent-
richten. Die „ächten" Deutschen hingegen konnten, wie mit den ^
Zöllen, so auch mit dem Cottimo einen Monat warten; die Kasse, ■■
wohin ihr Betrag floss, hiess ,Cassa grande'.
Werthvoll sind ferner die Angaben über die Höhe der
Einnahmen aus dem Cottimo, die pro Jahr von beiden Seiten
auf ca. 2350 Dukaten angegeben werden, was bei einem Prozentsatz
von ^/e ®/o einem Umsatz von 280,000 Dukaten entspricht, der
immerhin noch ziemlich ansehnlich genannt werden kann.
Freilich, die Blüthezeit des Fondaco war dahin: im Jahre 1723
betrug die Zahl der (vollberechtigten) deutschen Kaufleute nur 35,
während im Jahre 1717 bereits 92 venetianische Kaufleute mit
Deutschland in Handelsverbindung standen^). Im Jahre 1770 war die
Zahl der Mitglieder der Naz. Alem. auf 30, im Jahre 1800 auf
12 herabgesunken ^). Der Sturmwind der französischen Revolution
hat dann auch diesem Institute des Mittelalters ein Ende gemacht^).
Nachdem im Mai 1797 die „Republik" Venedig ihr Ende gefunden
hatte, nahmen am 18. Januar 1798 nach halbjährigem Regiment der
Franzosen die 0 esterreicher Besitz von Venedig. Durch den Frieden
von Pressburg am 24. Dezember 1805 trat 0 esterreich Venetien an
das neue Königreich Italien ab und damit war die Todesstunde des
Fondaco gekommen: denn die neue Regierung verlegte die Zoll-
behörde in das Gebäude, die Deutsche Nation wurde deshalb Anfangs
Juli 1806 aufgefordert, das Haus zu verlassen, dessen Privilegien
wurden zu gleicher Zeit für erloschen erklärt — fast genau 300
Jahre nach Begründung des neuen Gebäudes.
Ueberblicken wir nochmals diesen Zeitraum und fragen wir
nach der Stellung, welche die deutsche Kaufmannschaft innerhalb
II
') Elze bei Thomas, Milesio S. 93 und 94. — ^) ebda. S. 85 und 78. —
Elze im Ausland S. 628. — ') Elze, Geschichte etc. S. 84-87.
Geschichtliches. 165
desselben in Venedig und im Fondaco eingenommen hat, so werden
wir sagen dürfen, dass im Vergleich zum Mittelalter diese Stellung
sich 3,llerdings in manchen Punkten zu Gunsten der Deutschen ver-
ändert hat. Kein Zweifel, dass ihnen vielfach freiere Bewegung im
neuen Hause eingeräumt war, dass sie befreit waren von der
strengen, polizeilichen Oberaufsicht des Mittelalters, dass sie mehr
wie unsere Landsleute anderwärts, z. B. im Stahlhof zu London, eine
eigene Gemeinde unter selbstgewählten Vorstehern bilden konnten.
Aber freilich zu völliger Selbstständigkeit und Unabhängigkeit haben
sie sich auch in diesem Zeitraum nicht durchzuringen vermocht —
von dem Mangel jedes politischen Einflusses gar nicht zu reden,
so angesehen auch ihre äussere merkantile Stellung in der Lagunen-
stadt geworden war. Denn als die hervorragendsten Träger des
Bank- und Börsengeschäftes, als ,principal membro delle faccende
de' Banchi e della Piazza', werden die Deutschen (Consuln) einmal
geradezu 1567 von den venetianischen Behörden bezeichnet ^). Ge-
rade aus jenen Streitigkeiten im 16., 17. und 18. Jahrhundert geht
deutlich hervor, dass unsere Landsleute selbst bei inneren wich-
tigeren Angelegenheiten, wie betreffs des Cottimo und der Benützung
der Kammern, in letzter Linie dem Urtheile der venetianischen
Rathskollegien nach wie vor sich fügen mussten ^). Von eigener
Gerichtsbarkeit nach heimischem Recht ist auch in dieser Zeit keine
Rede; es war mehr nur eine disciplinäre Polizeigewalt, welche von
den Cottiraieri etc. gegen die einzelnen Glieder der Naz. Alem. durch
zeitweise Ausschliessung von Kapitel, Tafel und Kammer ausgeübt
werden konnte. Es war also doch eigentlich, wie bereits gesagt, nur
ein bescheidenes Mass von Selbstverwaltung, welches die Regierung
den deutschen Kaufleuten im neuen Hause zugestanden hatte. Kein
Zweifel aber andererseits auch, wie mir scheint, dass gerade dieses
Moment, diese allezeit bescheidenere Stellung — im Verein allerdings
mit dem allmählichen Niedergang der venetianischen Republik — die
Ursache davon gewesen ist, dass das Institut des Fondaco in Venedig
sich länger erhalten konnte, als unsere mittelalterlichen Handels-
colonien oder Faktoreien in Russland, Dänemark, den Niederlanden,
England u. s. w. , und dass unsere Landsleute hier in Venedig ver-
schont blieben von all den Reibereien und Anfeindungen, denen sie
in jenen Ländern später von Seite der einheimischen, aufstrebenden
und gegen „die Monopole der Fremden" eifersüchtigen Bevölkerung
und der diese nationalen Regungen benützenden Landes-Regierung
mehr und mehr bis zu ihrer definitiven Verdrängung ausgesetzt
waren ^).
Die nämlichen Streitigkeiten zeigen aber noch eines: sie bestä-
tigen, welches Gewicht man immer noch auf den Handel mit Venedig
in jenen deutschen Städten legte, und wie zufrieden man im Ganzen
') Milesio S. 24. - ^) cf. Bd. I Nr. 703, 711, 738-741. — ') s. meine
Schrift: Die Deutschen als Colonisatoren in der Geschichte (Hamburg 1885) S. 36.
166 Geschichtliches.
mit dem Institut des Fondaco war. Von dieser Zufriedenheit und zu-
gleich von der Dankbarkeit der Bewohner des Fondaco, wie von ihrem
guten Einvernehmen mit der venetianischen Regierung überhaupt
zeugen übrigens ferner ausser den vielfachen Almosen, welche sie,
wie die Panada, an die Armen Venedigs spendeten ^), besonders ihre
freiwilligen Anerbietungen von Geldsummen zur Unterstützung der
Regierung im 17. Jahrhundert, wie z.B. im Jahre 1646^), oder die
Theilnahme der Bewohner des Fondaco an dem Siege von Lepanto
im Jahre 1571, der, wie Sansovino berichtet, gerade hier im Fondaco
zuerst durch Beleuchtung, Feuerwerk und Musik in glänzender
Weise gefeiert wurde ^).
Nicht allein bei so aussergewöhnlichen Anlässen war übrigens
der Fondaco die Stätte und der Mittelpunkt allgemeiner Lust und
Fröhlichkeit. Alljährlich ward hier, und zwar „in den Jahrhunderten
vor 1600", wie Milesio berichtet*), in dem „ Wintersaal " oder der
,Sala della Stua' in den drei Tagen vor Beginn des Karnevals mit
Erlaubniss der venetianischen Behörden auf Kosten der Deutschen
Nation ein grosses öffentliches Ballfest gehalten, zu welchem «von allen
Seiten die Masken herbeiströmten, um sich des Vergnügens eines
drei Tage lang dauernden, ununterbrochenen (?) Balles zu erfreuen,
mit welchem die deutsche Nation jährlich die Gastfreundschaft der
Venetianer vergalt."
Andererseits fanden in dem nämlichen Saal, wie bereits
erwähnt^), alljährlich am Weihnachtsabend, am Sylvesterabend und
am Vorabend vor dem Feste der „heiligen drei Könige" jene merk-
würdigen kirchlichen Feierlichkeiten ernsten Charakters statt, über
welche ausführlicher Milesio und nach ihm Elze berichtet hat^). —
Ausführlich beschreibt Milesio auch '') das Ceremoniell, womit die
„Deutsche Nation" sich am Empfang eines in Venedig einziehenden
neuen kaiserlichen Gesandten des Reiches bei der Republik betheiligte.
Kurz mag endlich noch bemerkt werden, dass die Säule, welche
in der Mitte des „Sommer" -Saales dessen Decke trug, alljährlich
1) cf. Milesio S. 26 u. 27. — ^) ebda. u. Bd. I Nr. 746. — ^) Venezia descritta
(1663) p. 415: Belle et honorate furono le dimostrationi singolari di allegrezza,
che si fecero l'anno 1571 per la vittoria che si hebbe del Turco. Et lasciando
l'altre cose a dietro che si vedero in questa materia, due furono gli apparecchi
principali : glorificandosi tuttavia in cosi fatte feste et trionfi la sua divina bontä.
II primo fu de i Tedeschi, i quali rallegrandosi con la Signoria della vittoria,
hebbero licenza di poter festeggiare, fatte che fossero prima le solennitä spiri-
tuali. — Essi adunque per tre sere continue acconciarono il fontico di razzi et
accomodarono di dentro et di fuori per diversi gradi lumiere dal primo corri-
dore fino alla sommitä del tetto, che rendevano dalla lunga una veduta quasi di
un cielo stellato. Da pi'ima sera fino alle 5 höre di notte si udi continuo suono
di tamburi, di pifFeri et di trombe squarciate, et sopra i pergoli del fontico si
fecero diversi et rari concerti di musica con spessi tiri d'artigliarie , di modo
che il luogo rassembrava la casa et il palazzo della gioconditä et dell' allegrezza
insieme. Questo fatto incitö il popolo a far il medesimo per la cittä. —
*) Thomas S. 25; cf. Elze, Ausland S. 629. — ^) cf. oben S. 159. - ") Milesio
bei Thomas S. 55 ; Elze S. 629. — ') S. 56 und darnach Elze S. 636.
Geschichtliches. 167
am 1. Mai mit frischem Grün und Blumen umwunden wurde, um
nach deutscher Weise den Frühlingsanfang zu feiern *),
Dies ist zugleich Alles, was wir über das innere Leben der
Deutschen im neuen Fondaco, ihre Sitten und Gebräuche vorerst
mitzutheilen in der Lage sind. Doch mögen die noch vorhandenen
imd noch zu durchforschenden Archivalien auch hiefür noch manche
schätzbare Notiz enthalten.
Zum Theil verschmilzt und verwächst die Geschichte des
Fondaco in späterer Zeit mit derjenigen der deutschen evange-
lischen Gemeinde, die ja, wie wir gesehen, aus ihm hervor-
gegangen ist. Daher darf hier nochmals ausdrücklich auf die Dar-
stellung der Geschichte dieser Gemeinde verwiesen werden, welche
der von uns so oft erwähnte gegenwärtige Pfarrer derselben, Theodor
Elze, vor einiger Zeit veröffentlicht hat.
Aber auch bezüglich der Frage nach den Benutzern oder
Bewohnern des Fondaco ist, was die spätere Zeit betrifft, in erster
Linie auf diese Schrift zurückzugreifen : denn im 18. Jahrhundert war
wohl der grösste Theil der Insassen protestantisch, und die 79 Kauf-
herren, welche vom Jahre 1704 ab die evangelische Kirchenordnung der
Gemeinde unterschrieben haben und von Elze namentlich aufgeführt
werden 2), dürfen wohl als der Stamm der,NazioneAlemana' in jener Zeit
betrachtet werden, und viele von ihnen werden bei Milesio als Consuln
der Naz. Alem. aufgeführt. Leider ist es auch Elze nicht bei allen
geglückt, ihre Heimath angeben zu können, so dass schon deshalb eine
genaue Statistik über die Betheiligung der einzelnen Städte am Handel
mit Venedig in diesem Zeitraum noch nicht möglich ist. Und noch
viel weniger, was die vorhergehende Zeit von 1506 an, das 16. und
17. Jahrhundert; betrifft. Die umfassendsten Studien und Nach-
forschungen in den Archiven Venedigs und der deutschen Städte sind
hiezu noch nöthig. Von besonderer Wichtigkeit wäre hiefür die Auf-
findung verschiedener offizieller Verzeichnisse: so erstlich mehrerer
alphabetischer Listen über die Erhebung des Cottimo von 1492 —
1546—1577—1603—1679, deren in jenem Streite vom Jahre 1728'
gedacht wird^), und zweitens der Verzeichnisse über die Miether der
Kammern und Gewölbe, welche, einer Verfügung des Senates zufolge,
erst vom 1. September 1636 an im Bureau der Visdomini geführt
werden sollten *). Uns stehen nur vier solcher Verzeichnisse zur Ver-
') Milesio S. 41 ; Elze S. 630. - ') Geschichte S. 62 ff. — ^) Elze bei Thomas;
Milesio S. 93 : ,Tutti li libri che saronno qui sotto per nominarsi, tutti abbracciano
le riscossioni del Cottimo ... Li primi cinque libri, scritti in carattere Alemano,
abbracciano dal 1492 sino al 1546 ... Li secondi alfabettati comprendono il corso
degl' anni 1547 sino all' anno 1577 ... Li terzi corrono dal 1580 sino al 1G03. Li
quarti abbracciano dal 1604 sino al 1679. — *) Milesio bei Thomas S. 31 (cf. 68) —
l'ufficio di detto Magistrato (dei Visdomini), nel quäle del 1636 primo Settembre
per Public! Decreti, si principiö a teuer Libro Maestro, sive Quaternio e Giomale
per gli affitti delle Camere e per li Conti del Dazio dei Privileggiati.
168 Geschichtliches.
fügun^: eines vom Jahre 1508, die ersten Miether im neuen Hause
enthaltend^), ein zweites vom Jahre 1640^), das dritte wahrscheinlich
vom Jahre 1646 (oder 1647)^) und ein weiteres vom Jahre 1723*)
(wozu noch ein gelegentliches ^) Verzeichniss deutscher Kauf leute in
Venedig von 1573 gerechnet werden mag).
Sehen wir nun, so weit es möglich ist, wie sich die Zahl der
Miether auf die einzelnen Städte vertheilt, und versuchen wir auf
Grund anderer Quellen, wie z. B. der Liste der Consuln der Kauf-
mannschaft im Pondaco, der Grabschriften in Venedig bestatteter
Deutscher, der Liste der in S. Bartolomeo beigesetzten Deutschen
u. s. w., überhaupt zu konstatiren, welche Städte und in welcher
Ausdehnung sie in der Zeit nach 1506 noch an dem Handel mit
Venedig betheiligt erscheinen '').
Beginnen wir wie früher mit Regensburg. In der Liste von
1508 finden wir bei den Magazinen einmal die Stadtgemeinde selbst
als Mietherin eingetragen und daneben einen ßegensburger als Ab-
nehmer, wie es scheint, des grössten Gewölbes (Nr. 21): Zan Musauer
= Johannes Musauer (oder Mosauer) — derselbe, der nach Milesio
1505 und 1506, also gerade zur Zeit des Brandes, Consul der deutschen
Kaufleute war. Eine Kammer scheint die Stadt anfangs nicht ge-
miethet zu haben, wohl aber Musauer. Denn er ist höchst wahrschein-
lich hinter jenem ,Zanin Usana' versteckt, der die Kammer Nr. 27
und vielleicht auch Nr. 26 im 2. Stock miethete''). Denn in einem
Dokument vom S.Mai 1510 wird gesagt^), Johannes Musauer habe
ein grosses Gewölbe und 1 ^2 Kammern im 2. Stock gemiethet,
deren Benützung ihm und seinen Nachkommen auf seine Bitten für
immer zugestanden wird, da er seit vielen Jahren in Venedig Ge-
schäfte treibe und zu den ersten Miethern im neuen Hause gehört
habe. — Damit stimmt nun nicht recht überein, wenn Gemeiner in
seiner Regensburgischen Chronik^) zum Jahre 1508 erzählt, der
Hausmeister des Fondaco habe „die Regensburgischen Kauf leute aus
dem Besitz der Vulten zu setzen und dieselbe anderen Kaufleuten
einzuräumen gesucht, welches Waarengewölbe (volta) gewiss schon
im grauesten Alterthum ein Besitzthum der Regensburgischen Kauf-
leute und (wegen des früher^*') erwähnten Vorranges von Regens-
burg im Fondaco) wahrscheinlich auch eines der bequemsten und
schönsten Gewölbe gewesen sei. Der Rath habe sich nachträglich
beim Dogen und beim Senat in Venedig darum verwandt und ein
Schreiben dahin geschickt, das ein Kaufmann Hans Schönhofer über-
bracht habe, der in seinen eigenen Angelegenheiten den Weg hinein
machte". Aus dem von Gemeiner mitgetheilten Schreiben ist zu
1) s. Bd. I Nr. 653 u. 658. - ') ebda. Nr. 743. - ') ebda. Nr. 748. -
*) Elze bei Thomas, Milesio S. 85. — ^) Bd. I Nr. 709. — ®) Ich muss hier noch-
mals ganz besonders betonen, dass diese Zusammenstellung keinen Anspruch auf
Vollständigkeit machen will, sondern nur ein erster derartiger Versuch sein
und zu weiterer Forschung anregen soll. — ') Bd. I Nr. 653. — **) ebda.
Nr. 677. — *•) Bd. IV S. 140 und Anm. 287. — '") cf. oben S. 47.
\
Geschichtliches. 169
entnehmen (was Gemeiner nicht angibt), dass eben Joh. Musauer
diese ,camera sive habitaculum', welche den Namen ,1a balta (= volta?)
de San Piro (oder Pjro)' geführt habe, von der Stadt zur Benützung
erhalten hatte, und der Regensburger Rath ersucht eben die venetia-
nische Regierung, den Joh. Musauer im Genüsse dieser ,camera' zu
belassen. Dieses Schreiben ist nun aber datirt vom 4. März 1508,
während die neuen Kammern ja bereits im Februar 1508 vergeben
wurden und Musauer bereits im Besitze jener Kammern sich befand.
Auch ist von derartigen Namen der neuen Kammern oder Gewölbe
sonst nichts bekannt. Das ganze Schreiben passt offenbar viel besser
in die Zeit vor als nach dem Brande, in welche es auch Gemeiner
verlegt, da er — freilich irrthümlicherweise — sagt, der Brand scheine
sich zwischen 1512 und 1518 begeben zu haben. Ich vermuthe
daher, dass das Datum des Schreibens nicht richtig ist, statt 1508
vielleicht 1503 oder 1505 zu lesen ist.
Was aber die spätere Zeit betrifft, so meint Gemeiner, die
Stadt scheine seit dem (von ihm also in die Jahre 1512 — 1518 ver-
legten) Brande ihre „Vulten", wofür sie jährlich einen (sie!) Dukaten
Zins bezahlt, nicht mehr behauptet zu haben. Wir vermögen in der
That aus der unmittelbar folgenden Zeit keinen weiteren Regens-
burger hier zu nennen, wofern nicht Thomas Karg, der 1586 und
1587 Consul war, der gleichnamigen Regensburger Familie angehörte^).
Aber 1648 gibt doch auch der Rath dieser Stadt seine Ansicht in
dem Streit über das Benützungsrecht am Fondaco ab — ein Beweis
dafür, dass Regensburger noch immer in Venedig und im Fondaco ver-
kehrt haben. Aus dem 18. Jahrhundert führt dann Elze noch fol-
gende Regensburger auf, welche die evangelische Kirchenordnung
in Venedig unterzeichnet haben:
1721 Joh. Christ. Esterlin, der 1716 in das „Verzeichnis der jungen
Leute" siVh eingetragen und noch 1723 im Fondaco war^); und
1751 Gg. Zach. Hagen, 1786 im Verzeichniss der jungen Leute
aufgeführt und 9. Februar 1768 im 58. Jahre in Venedig ge-
storben ^). —
Unter den Städten, die 1648 als mit Venedig in Handels-
beziehung stehend genannt werden, banden sich auch Enns und
Steyr.
In der That wurden Steyr noch 1640 die alten Privilegien
wegen des Handels mit venetianischen Waaren von Kaiser Ferdinand II.
bestätigt"*). Aus Steyr stammte die später nach Nürnberg über-
gesiedelte und wohl von dort aus mit Venedig Handel treibende
Familie Gutbrod •^). Vielleicht war ebendorther der in der Liste von
') cf. Siebmacher's Wappenbuch, hrsg. von 0. T. v. Hefner V, 2, p. 27,
— 2) Elze S. 63 und bei Thomas, Milesio S. 86. - ^) Elze S. 64, bestattet auf
der Insel S. Cristoforo. — ^) Pritz, Beschreibung und Gesch. der Stadt Steyr
(1837) S. 291. - ^) cf. unten S. 192.
170 Geschichtliches.
1646/47 aufgeführte Joachim Endeil oder Hendel, da ein Joachim
Händl 1619 — 24 Bürgermeister zu Steyr war^). Ob Sebald Hendell
(1557 und 1558 Consul) und Adam Hendell (1610—1611 Consul) der-
selben oder einer anderen, in Nürnberg vorkommenden Familie an-
gehören, weiss ich nicht ; in Steyr selbst stellte jene Familie schon im
16. Jahrhundert Bürgermeister ^). — Ferner war aus Steyr Georg
Auracher, geb. 5. Okt. 1605, gest. 10. April 1628 zu Venedig und
dort bestattet ^).
Wie Regensburg, erscheint auch die Stadt Wien 1508 als
Mietherin eines Gewölbes und einer Kammer im neuen Fondaco.
,Wir sehen auch," sagt J. Falke in seinem bereits erwähnten Auf-
satz über „Oberdeutschlands Handelsbeziehungen zu Südeuropa im
Anfang des 16. Jahrhunderts" •''), „dass Wien, sobald es sich von den
Belagerungen und der Einnahme erholte, welche es durch die feind-
selige Stellung gegen das Haus Habsburg, besonders gegen den Kaiser
Friedrich, sich zugezogen hatte, und unter Max I. wieder zu neuer
schöner Blüthe als Residenz erhoben wurde, auch sogleich durch
den Rath und die Bürgerschaft als eine erste Bedingung ihres Wohl-
standes begehrte, dass die durch Zollstätten und jede Art von Er-
pressung und Gewaltthätigkeit verlegte und niedergehaltene Strasse
von Venedig wieder eröffnet werde. Kaiser Friedrich hatte aus
Politik gegen das widerstrebende Wien mehreren Nachbarstädten
auf Wiens Unkosten Freiheiten und Niederlagsrechte ertheilt; Mürz-
zuschlag und Neustadt, auf solche Privilegien sich stützend, strebten
auf's Begehrlichste darnach, für sich Niederlags- und Stapelrechte an
der Strasse nach Italien zu behaupten. Auch Max I. hatte noch
eine gewisse Vorliebe für Neustadt . . . Dennoch aber, trotz der
Ungunst der Kaiser und der Verhältnisse, war die Lage Wiens als
Knotenpunkt für Italien, Deutschland und die östlichen Donauländer
von der Natur zu sehr begünstigt, als dass auf die Dauer der Handel
der Stadt unterdrückt und seiner natürlichen Richtung hätte entrückt
werden können. Die Klagen über den in Wien herrschenden Luxus,
die Verordnungen Maximilians I. gegen denselben, worin er vor allem
die Perlen, die Gold- und Silberstoffe, die Kleider von Sammt und
Seide mit kostbaren Stickereien den unteren Ständen verbot, beweisen,
in welcher Menge damals diese Stoffe aus Italien bezogen wurden.
Auch finden wir in Wien seit dem Ende des 15. Jahrhunderts die-
selben kaufmännischen Nachrichten und Zeitungen, wie in Nürnberg
und Augsburg, welche ebensowohl über die Zustände Italiens und
den Gang des venetianischen Krieges, wie über die niederländischen
Unruhen Bericht erstatten. Wien, durch die Verhältnisse und Ver-
bindungen seines Kaiserhauses mit Italien und den Niederlanden
zugleich begünstigt, trug am meisten im Laufe des 16. Jahrhunderts
zu der Ausbildung dieses Zeitungswesens bei, stellte auch um diese
') Pritz, a. a. 0. S. 384. — ') in S. Lio. - ^) Zeitschrift für Kultur-
geschichte 1859 S. 621.
• Geschichtliches. 171
Zeit eine besondere Botenverbindung mit Venedig her, obwohl auch
hier wieder begünstigte, an der italienischen Strasse liegende
steirische Orte: Neustadt, Mürzzuschlag, Brück, Leoben und Pettau,
die alle am deutsch-italienischen Handel theilnahmen, oft genug aus
Eifersucht hindernd einwirkten. Eine vollständige (?), für den vene-
tianischen Handel aufgerichtete Zollordnung, die Hormayr in seiner
Geschichte der Stadt Wien hat abdrucken lassen, gibt einen weiteren
Beleg für die ununterbrochene Wichtigkeit des Waarenzuges von
Venedig auf Wien, deren Hauptzollstätte in Wien das Mautneramt
am rothen Thurm war . . . Die häufig wiederkehrende urkundliche
Erwähnung der Zölle der östlichen italienisch-deutschen Strasse, deren
jährliche Erträge gegen oft sehr bedeutende Schuldsummen verpfändet
wurden, geben einen weiteren Beleg für die Mächtigkeit des hier statt-
findenden Waarendurchzuges. Solche Zölle waren zu Rottenmann^
Judenburg, Neumark, Gratz, Leoben und an vielen kleineren Orten."
Namentlich aufgeführt werden folgende Wiener:
1508 Gabriel Traie (= Troy?)^); vielleicht war auch Georg
Prasteter (= Prantstetter) aus Wien 2); ferner der
1566 (30. März im 17. Jahre) in Venedig verstorbene Vitus (Veit)
Lagkhner^), Sohn des Patriziers Franciscus L.^);
1567, 1573 und 1581 werden genannt die Brüder Andreas und
Sebastian Haisler ^) ; derselben Familie gehörte vielleicht an der
1605 (3. oder 8. März im 40. Jahre) in Venedig verstorbene Carl
Haisler ^) ;
1663 (13. Nov.) stirbt ebendort (24 J. alt) der Wiener Hermann
RaidideP). — Ferner stammte aus Wien die später in Venedig
ansässige (protestantische) Familie Pommer*"), aus welcher
Joh. Christ, schon 1661 im Fondaco, 1670—72 Consul, 1671 auch
schwedischer Consul '') und
Joh. Jak. „aus Wien gebürtig % 1713—14 Consul, 1717 in Venedig
gestorben ist ^). Ob der
1808 (13. April, 70 J. alt) in Venedig gestorbene^) Franz Georg
May ein Kaufmann gewesen, muss dahin gestellt bleiben.
') cf. Lazius, Wienerische Chronik (Deutsche Ausg.) Buch IV S. 14 u. 33.
— ^) Wiewohl der in den Jahren 1558, 1559 etc. als Bürgermeister von Wien
(cf. Lazius a. a. 0. S. 52) genannte Georg Prantstätter nach Ernst von Hart-
mann-Franzenshuld (Archiv f. österr. Gesch. Bd. 49 S. 473) erst 1508 geboren
wurde. Wahrscheinlich ist der 1508 in der Liste der Miether aufgeführte aus
Salzburg und vielleicht der Vorfahr des Wiener Pr. — ') bestattet in S. Bar-
tolomeo. — *) der 1557 Oberstadtcammerer von Wien war; cf. Lazius a. a. 0.
S. 65. — ") Bd. I Nr. 709 u. 711; Stockbauer, Die Kunstbestrebungen am bayer.
Hofe unter Albert V. und Wilhelm V. in den Quellenschriften zur Kunstgeschichte
Bd. VIII S. 57 ; cf. Archiv f. österr. Gesch. Bd. 49 S. 492 und Siebmacher V,
2 p. 14, wo ein Seb. Eyssler 1530 als Bürgermeister von Wien erwähnt wird. —
«) cf. Elze, Geschichte S. 63 u. ff. — ') Elze a. a. 0. S. 60 Anm. 6. — ") Sieb-
macher V, 1 S. 13; bestattet in Memmingen?, wo seine Wittwe ihm ein Grab-
mal setzte; s. Karrer, Memminger Kronik (1805) S. 131. — ') bestattet in
S. Fosca.
172 Geschichtliches.
Aus Wiener-Neustadt war vielleicht der in der Liste von
1508 aufgeführte räthselhafte Christoph Chelbit (Chebe), wenn man
dahinter einen Kelbel suchen darf, deren Einer, Jacob K.,
1483 Bürgermeister in Wiener-Neustadt war ^).
Steiermark stellt diesmal keinen Namen ^), Kärnthen,
speziell Villach, nur wenige:
1508 (aber nicht in der Liste genannt) verkehrte ein gewisser
Codel aus Villach in Venedig ^) ;
1594 (7. März, 49 J. alt) starb in Venedig der Villacher Kaufmann
Christoph Hoffer*), vermuthlich identisch mit dem 1573 und
1574 genannten, der 1574, 1578, 1579 auch Consul war. Ob
der 1584, 1590, 1591 als Consul aufgeführte Joh. Hopffer der-
selben Familie angehörte, oder der schwäbischen, von Kauf-
beuren nach Augsburg eingewanderten Familie Hopffer, ist
zweifelhaft. Sicher stammte dorther die angesehene Familie
Vidman (Widmann)-Rezzonico, deren Stammvater Johann, bürger-
licher Herkunft, Faktor (Greschäftsführer) im Fondaco wurde
und hier den Grund zu dem späteren Reichthum und Glanz
des Geschlechtes legte. Wiederholt ist er 1601, 1613, 1618
— 1619, 1623 — 1625 Consul der Deutschen Nation gewesen
und, wie es scheint, dort 1634 gestorben^). Seine Söhne
Johann Paul (von Manchen für zwei gehalten, was ich nicht
entscheiden kann), Martin, Ludwig, Berthold, Christoph, David
blieben dann, scheint es, in Venedig*') und erlangten hier 1646
für die der Republik im Candianischen Krieg geleisteten grossen
Geldvorschüsse das adelige Patriziat und den Grafentitel, nach-
dem bereits früher die Grafschaft Paternion (1639?) und Orten-
burg (1640) in Kärnthen sammt dem österreichischen Frei-
herrntitel in den Besitz der Familie gekommen waren '').
1653 (5. Aug.) starb in Venedig, 27 J. alt, ein Leonhard Ghigen
aus Villach ^). Ebendaher stammte die nach Nürnberg über-
gesiedelte Familie Tiefferer, aus welcher
1689 Hans Tiefferer nach Venedig in die „Schreibstube" von
Hans Wolff und Emmerich Auracher aus Nürnberg gieng ^).
1695 starb in Venedig, 44 J. alt, der Villacher Kaufmann Johann
Georg Regatsnig^''). Ein Matthias Ferdinand Regatsnig wird
noch 1723 im Fondaco genannt ^^).
1) cf. Gleich, Gesch. der Stadt Wiener-Neustadt (1808) S. 69. — ^) wenn
nicht der 1678 8. Aug. in S. Bartolomeo bestattete ,Gotfredo Adamo Maichel'
ein Kaufmann war. — ^) cf. Sanuto, Diarii VIT, 690. — ^) best, in S. Bartolomeo.
— ^) bestattet in S. Canciano; s. Grabschrift Nr. 37; cf. Aelschker, Geschichte
Kärnthens Bd. III S. 903 (aus Ankershofen, Handbuch der Gesch. des Herzogth.
Kärnthens Abth. II Bd. II Hft. 2 S. 85), wo aber der alte Johann Vidm. noch
1649 als lebend bezeichnet wird. — ") s. Grabschrift Nr. 36. — ') s. Kneschke,
Neues allgem. deutsches Adelslexikon Bd. 9 (1870) S. 564. — *) bestattet in S. Bar-
tolomeo. — *) s. Roth, Gesch. des Nürnb. Handels II, 104; Zeitschr. für Baiern
Jahrg. 2 Bd. 3 (1817) S. 357; cf. unten S. 195. — '») bestattet in S. Canciano.
— ") Elze bei Thomas, Milesio S. 85.,
Geschichtliches. 173
Aus St. Paterniano in Kärnthen war nach Elze ^) der noch
1723 im Fondaco weilende Kaufmann Jacob Miller;
aus Klagen fürt: Franz Christoph Ambtmann (mindestens
1705 — 1710 in Venedig^), der — oder dessen Vorfahr gleichen
Namens — bereits 1659 — 1662 und wiederum 1682 — 1688 Consul
war. —
Aus Krain, dessen Handel mit Venedig am Anfang dieses
Zeitraums noch ungeschwächt, später aber sehr vermindert fort-
dauerte^), speziell aus Laibach, werden genannt:
1508 Johann Stantener und Johann Kleinhoffer; vielleicht war eben-
daher Wolfhard Puller*): sämmtliche Miether im neuen Hause.
Mit TJebergehung von Friaul, das damals nicht als deutsch
gelten konnte, da es venetianisch geworden war, gelangen wir nach
Tirol.
Aus Trient werden (unter den in S. Bartolomeo Bestatteten)
genannt :
1586 (5. Aug., 40 J. alt) der öfters erwähnte^) Domenico Zilberti;
1622 (25. Dez.) Alessio de Alessii;
1649 (20. Juni) Christofalo Baiardi;
1654 (17. Juni) Giacomo Briö.
Aus Innsbruck war Georg Reiter, 1637 (29. Okt. im 65. J.)
gestorben^), 1620 — 22 und 1628 — 29 Consul; ferner stammte von
dort nach Cicogna's Angaben '^) die Familie Ott, aus welcher beson-
ders David Ott, der oft erwähnte Faktor der Fugger in Venedig ^),
wiederholt 1546—48, 1554 — 55, 1579 (in welchem Jahre er in Venedig,
72 J. alt, gestorben) ^) Consul war, wie aucb andere dieser Familie
diese Würde öfter bekleideten: Hieronymus Ott 1582—83, 1589, 1600,
1626—27, 1643, oder Christoph 1586, 1594, 1605—06; Octavius
1630 — 32, ein anderer David 1635 — 36. In der Liste von 1646
erscheinen Hieronymus und Christoph Ott. —
In regem Verkehr mit Venedig treffen wir in dieser Zeit
Salzburg. Unter den ersten Miethern von 1508 befinden sich
folgende Salzburger:
Stephan Käser (oder Kaserer), der schon früher^*') erwähnt ward;
Sebastian Tunkel (Tonchel), „einer der vornehmsten Bürger Salz-
burg's" (1514, 5. Sept. gestorben) ^ i) ;
Johann Matschperger (Mazzenperger) (1511 Bürgermeister von
Salzburg; gestorben 1514)^^); ein Erasmus Mazzenperger war
1541—1545 Consul;
Ruprecht Lasser, dem berühmten Geschlecht der Lasser angehörig,
') Bei Thomas, Milesio S. 85. — '^) s. Elze, Geschichte S. 109—110. —
ä) cf. Dimitz, Gesch. Krains II, 49, 290; III, 224, 448. — ") Ein Geschlecht
Püller in Laibach verzeichnet Dimitz a. a. 0. IV, 88. — ') cf. oben S. 137. —
®) bestattet in S. Bartolomeo ; cf. Grabschriften und Sterberegister. — '') In-
scrizioni Veneziane t. VI p. 359. — *) cf. Stockbauer, Die Kunstbestrebungen etc.
a. a. 0. Bd. VIII S. 25 u. ff. — ») bestattet in S. Canciano. — '") cf. oben S. 55.
— ") cf. Walz, Grabdenkmäler S. 157. - '') ebda. S. 156.
174 Geschichtliches.
wie schon aus der Zusammenstellung mit Matschp erger hervor-
geht, der 1526 für sich und seine Söhne Wolfhard und Christoph
ein besonderes Privileg für den Verkehr mit Venedig von der
venetianischen Regierung erhielt ^).
Als unbestimmt, ob nicht auch Salzburger, nenne ich aus der
Liste von 1508:
Sebastian und Wenzel Wagner ^) ;
Georg Prantstätter, welche Familie Ende des 15. Jahrhunderts in
Salzburg vorkommt ^) ;
Wolfhard Puller '^) ; ein Salzburger war ferner wohl Berthold Wid-
mann, 1580 ConsuP).
In der Liste von 1646/47 finden wir folgende Salzburger:
Wolfhard Paurnfeind '') und den mit ihm genannten Emmerich
Lugistan = Lugenstein ');
Johann Stainhauser aus einer bekannten Salzburger Familie*),
welche schon 1573 in Georg Birchil einen Vertreter in Venedig
hatte ^).
Ob der 1640 und in der Liste von 1646 genannte Mathaeus
Pirchell mit diesem Letzteren verwandt und auch ein Salzburger
oder anderswoher, vermag ich nicht zu entscheiden. Sicher hingegen
gehört nach Salzburg noch
Maximilian Han (Haan), 1639—41 Consul, der 1647 (10. Nov.,
45 J. alt) in Venedig starb ^°) und in S. Bartolomeo bestattet
ward, gleichwie (sein Bruder?)
Andreas Han, gestorben 1653 (9, Aug., 45 J. alt).
Ob der in der Liste von 1646 genannte Alessandro Fux identisch
ist mit dem Salzburger Alexander Fux oder der Nürnberger Familie
Fuchs angehört, ist unbestimmte^).
Ausser den oben genannten liegen in Venedig noch folgende
Salzburger Kaufleute begraben:
Ludwig Alt^^), Sohn L. Alfs des Jüngeren e^), gest. 18. Januar
1585, 19 J. alt;
Georg Elsenhaimer^^), gest. 1577, 18 J. alt, Sohn Johanns Eis.;
^) Rupr. L. war bereits 1514 Bürgermeister von Salzburg; cf. Zillner, Gesch.
der Stadt Salzburg I, 356 no. 4. Ferner s. Walz S. 179, 180 ; Mittheilungen der
Gesellschaft für Salzburger Landeskunde XI, S. 40 u. ff.; Prasch, Epitaphia
Augustana I, 280. — ^) cf. Mittheilungen XVI, S. 448. — ^) ebda. XV, S. 159
(oder Wiener? cf. oben S. 171 Anm. 2). — ■») Ein Wolfgang Pulcher wird 1513
in Salzburg begraben; cf. Walz S. 507 (oder Laibacher?) cf. oben S. 178. —
5) cf. Walz S. 267; gestorben 7. Juni 1594. - «) cf. Zillner I, 272, 317, 319; Herr
Geheimrath von ßauernfeind, Director der hiesigen Technischen Hochschule,
hatte die Güte, den Salzburger Ursprung seiner Familie zu bestätigen. — ') ebda.
S. 273 — ^) ebda. S. 273 u. Walz S. 213, 339, 524. - ») Bd. 1 Nr. 709. - '") nicht
1648, wie Zillner I, 329 angibt. — ^') besonders auch deshalb, weil der Salz-
burger Fux „des inneren Rathes und Handelsmann" angeblich schon 1632
gestorben ist, was freilich Walz S. 389 als eine Verwechslung mit 1662 an-
zweifelt. — ^^) in S. Giovanni e Paolo ; über den 1586 gest. Vater cf. Walz,
S. 266. — ^^) in S. Sebastiano ; cf. Cicogna, Inscrizioni IV. 222.
Geschichtliches. X 7 5
Thomas Unterhölzer^), gest. 26. März 1568 im 43. J. und
Isaak Unterhölzer^), Sohn Georgs Unterholzer, gest. 15. Dez.
1572 im 21. J.;
Mathäus Spangler, gest. 23. Aug. 1767 ^) und
Johannes Spangler, gest. 9. Aug. 1783 im 68. J.*), wenn beide
wirklich aus dem gleichnamigen Geschlecht in Salzburg **). —
Die eben genannte Familie Unterholzer bietet uns den Ueber-
gang zu Baiern-München. Denn der gleichfalls in Venedig (19. Nov.
1564 im 21. J.) verstorbene*') Sebastian Unterholzer war der Sohn
des gleichnamigen Vaters, welch' letzterer vor seiner Uebersiedelung
nach Nürnberg Bürger zu München war '); und zwar finde ich^), dass
derselbe noch 1550 und 1555 hier in München gewesen ist. Von hier
aus dürfte er also schon seine geschäftlichen Verbindungen mit
Venedig unterhalten haben, wo er früher 1536 und 1538 im Fon-
daco die Würde eines Consuls bekleidete.
Dasselbe Amt hatte inne 1533 und 1535 ein anderer Münchener,
Achatius Tegernseer ^). Ob derselben Familie der in der Liste von
1508 aufgeführte Zan Tegesser angehörte, wage ich nicht zu ent-
scheiden.
Vielleicht war auch Hans Maroldt, der 1559 (und 1560?)
Consul war, ein Münchener, da ein Stadt-Unterrichter gleichen
Namens hier 1648 erwähnt wird^*^). — Im Uebrigen gab die Kunst-
liebe der bayerischen Herzoge des 16. und 17. Jahrhunderts Anlass
zu fortdauernder Verbindung mit Venedig. Albrecht V. und Wil-
helm V. Hessen wiederholt Kunstgegenstände dort einkaufen und
hatten ihre ständigen Agenten daselbst, die dann durch die deutschen
Kauf leute die erworbenen Gegenstände heraussandten ^^) ; Maxi-
milian I. liess 1603, 1604 und später gewirkte Tapeten daselbst in
dem hohen Betrag von 1981, 4215 und 1940 fl. ankaufen u. s. w. ^^).
— Münchener Leinwand wird ferner besonders unter den nach
Venedig eingeführten Waaren erwähnt ^^).
Desgleichen solche aus Braun au ^'^). Ferner finden wir noch
am Handel in Venedig unter den bayerischen Städten betheiligt
Landshut ^^), woher vielleicht Abraham Gigler (= Ziegler?) 1563
ConsuP*^); Mittenwald, das noch am Anfang des 18. Jahrhunderts
Durchgangsstation der „Venediger" Güter war und selbst aktiv an
') Cicogna ebda. 221. — ^) ebda. ; über die Familie s. Zillner 1, 328 u. 333.
— ') bestattet in der Confratemitä delle Stigmate di Francesco. — *) bestattet
in S. Canciano. — *) Zillner I, 328. — *) und ebenfalls in S. Sebastiane bestattet ;
cf. Cicogna IV, 221. — ') cf. Roth, Gesch. d. Nürnb. Handels 1, 387. — «) im
Oberbayer. Archiv XI, 273. — ") cf. über ihn Oberbayer. Arch. Vll, 105; XI, 121;
XXV, 291. — '") Oberbayer. Arch. XXV, 3.36. — ^') s. Stockbauer a. a. 0.
S. 25 u. fF. — ") 8. Freyberg, Pragmatische Gesch. der bayer. Gesetzgebung und
Staatsverwaltung seit den Zeiten Maximilian's 1. Bd. II (1836) S. .384 Anm. —
") in der oben (S. 124 n. 3) erwähnten ,TarifFa'; cf. unten S. 197. — ^*) ebda.;
cf. Freyberg a. a. 0. S. 391. — '•') s. Thomas, Sanuto etc. p. 138 Nr. 236 (1528).
— '*) cf. Chroniken der deutschen Städte, Baierische St. S. 365.
176 Geschichtliches.
^
diesem Handel Theil nahm^). Sonst erscheint von baierischen Städten
noch Partenkirchen durch die Familie Melling^), aus welcher ver-
mutlich der Consul Lorenz Jakob Mehling 1740 — 47^) und Lands-
berg durch den 1616 erwähnten Erhard Erhardt^) am venetianischen
Handel betheiligt, dessen Brüder oder Verwandte uns den Uebergang
vermitteln zu Augsburg.
Wie innig Augsburg die Verbindung mit Venedig fortsetzte,
geht schon daraus hervor, dass im Jahre 1555 die „ Botenordnung "
erneuert wurde, aus welcher Greiff in den „Anmerkungen zu Lucas
Rem's Tagebuch"^) folgende Bestimmungen mittheilt: „Es soll alle
Samstag Abends ein Bot zu Augspurg die Brief einsammeln und
damit auf sein, und den nächst darnach folgenden Samstag bei
guter Tagszeit die Brief zu Venedig überantwurtten. Dessgleichen
soll auch in Venedig ein anderer Bot, aus genanter der Augsburger
Gesellschaft, am Freitag zu Nachtz die Brief einsammeln und am
anderen Samstag darnach dieselben bei guter Zeit in Augsburg über-
antwurtten, wie dan ain Zeitlang ist beschehen und die Post ver-
pracht hat. Und sullen die Boten am Herkommen vom 1. Merz an
bis auf Michaelis am Freitag zu Abend oder am längsten am Samstag
bis zu 8 Uhr hier sein, dessgleichen zu Venedig bis Mittag auch da
sein. Hernach von Michaelis an bis wieder primo Merz sollen sie
die Brief Vormittag hie und in Venedig auch antwurtten zu 20 Uhr."
„Diese Boten," fügt Greiff noch hinzu, „bildeten eine Zunft, oder
Gesellschaft unter sich und erhielten ihre Anstellung und Ordnung
vom Rathe der Stadt, der darüber genaue Aufsicht führte" ^).
^) s. Baader, Chronik des Marktes Mittenwald S. 90. — '^) Deutinger, Beiträge
zur Gesch. . . . des Erzbisthums München und Freising VI, 501. — ^) Elze bei
Thomas, Milesio p. 100 ; Gesch. S. 64 u. 82 verzeichnet Elze einen Matth. Meilin aus
Kempten (1729—57). — ■*) Bd. I Nr. 732. - *) S. 77. — «) cf. hiezu Bd. I Nr. 704.
Wie ich nachträglich sehe, ist diese ,Venediger Potenn-Ordnung' von 1555 in der
Zeitschr. des hist. Ver. f. Schwaben 1876 S. 303 u. ff', von Kränzler „Die Augs-
burger Botenanstalt" veröff'entlicht worden. Ich entnehme dem Aufsatz noch
Folgendes : „Die Boten, welche der , Ordnung' sich unterwerfen zu wollen erklärt
haben, sollen aufgeschrieben werden, in einer durch das Loos bestimmten Reihen-
folge, und in dieser dann reiten. Sie sollen allein berechtigt sein, Briefe und
Gelder auf der Venediger Strasse zu befördern und deswegen für 300 fl. Bürg-
schaft stellen. Die Zahl der eingeschriebenen Boten war anfänglich 8 ; fünf
Jahre später wurden sie auf 6 herabgesetzt. Der erste Bote, der nach der Ord-
nung abritt, war Hans Schwarzenburger (auch in Bd. I Nr. 704 genannt), näm-
lich am , ultimo Martzo' 1555. Er kam wieder am 20. April ; er hatte also in
Venedig eine Woche gerastet. Der zweite war Jörg Suitter, ritt weg am 7. April
und kam wieder am 26. Der dritte war Peter Tuiringer, ritt weg am 1. Nov.
und kam wieder am 21. Nov.; am 26. Dez. 1555, und kam wieder am 16. Januar
1556. Wer seinen Ritt nicht in der vorgeschriebenen Zeit vollendete, wurde
bestraft. Ritt einer ausser der Ordnung nach Venedig, so musste er auch so
wieder herausreiten. Ob ausser oder in der Ordnung, beim Abgehen sowohl
als beim Ankommen zahlte jeder Bote in die Botenbüchse 8 Kreuzer. Aus dem
so Ersammelten werden in Unglücksfällen den Boten Unterstützungen gewährt.
Im Laufe der Jahre erfuhr die Ordnung mannigfache Veränderungen und Zu-
sätze. Nach Rathsbeschluss vom 3. März 1562 soll kein Venediger Bote mehr
als 2 Pferde mitnehmen und keinen fremden Boten ,der in der Ordnung nit
G eschichtliches. 177
Die Liste von 1508 weist folgende Augsburger auf:
Ulrich Fugger;
Wilhelm und Konrad Rehlinger;
Georg Rem (gestorben 1511, 11. Januar in Venedig^);
Andreas Grander ^);
Georg Höchstetter ^);
Anton Welser und Konrad Vöhlin;
Andreas Weiss*);
Leonhard Pimmel^);
Wilhelm Lindimer (? Lindiner); noch 1515 im Fondaco*^); viel-
leicht auch
Wolfhard Schwarz (oder Nürnberger?);
Jakob Dalazagna = Talmazinger (?);
Erasmus Pariomet = Parmet (?) ^).
Jedenfalls sehen wir die hervorragendsten Geschlechter hier
vertreten, die zum Theil dann auch in der Liste der Consuln wieder-
kehren, während im Verzeichniss von 1646/47 nur folgende wenige
davon aufgeführt sind:
Anton Fugger;
Georg Honolt^);
Anton Pepfenhauser '') ;
Emmerich Weiss, von dem es aber fraglich, ob er derselben
Familie Weiss angehört, wie jener Andreas Weiss;
Johann Baptist Schorer^^), der Sohn des am 10. April 1637 in
Venedig verstorbenen, wohl einem Memminger Geschlecht ent-
stammenden, 1629 von Augsburg nach Venedig geflüchteten
Raymund Schorer ^ ^) ;
Alexius Egger, der Schwager des vorhergehenden^^);
begriffen' . . . Nach Beschluss vom 27. März 1582 sollen 7 Ordinariboten sein.
Kann einer nicht reiten, so reitet der nächste eingeschriebene. ,Von jedem Unz
der Postbrief soll ihnen 6 Kreuzer gegeben werden, und sie darneben verbunden
sein, was sie sonst ausserhalb der Postbrief von Waaren oder Anderem, das
man nach dem Gewicht zu lohnen pflegt, mitnehmen, sich auch mit 7 Kreuzer
für das Pfund genügen zu lassen'. Die zu leistende Bürgschaft wird auf 500 fl.
erhöht. Nach Beschluss vom 17. April 1590 , sollen die Venediger Ordinari und
extraordinari Botten nit mer als mit 3 rossen reuten'; am S.Januar 1598 er-
laubte der Rath mit 4 Rossen zu reiten. Am 20. April 1602 wird die Zahl der
Ordinariboten auf 12 erhöht". Weitere Beschlüsse nach 1602 hat Kränzler nicht
gefunden. — ^) bestattet in S. Giovanni e Paolo. — ^) „der letst seines Namens
in Augspurg" gest. 24. Aug. 1531, bestattet zu Öt. Annen in Augsburg. Prasch,
Epitaphia Augustana (1624) 1, 279. — =*) cf. Bd. 1 Nr. 653 n. 21a. _ *) der
„1496 von Maximilian I. das Wappen mit dem Luxen erhielt"; Stetten, Gesch.
der adeligen Geschlechter in Augsburg S. 314. — ') cf. Stetten S. 290. —
*) s. Thomas, Register etc. S. 54. — ') welche Familie im 17. Jahrh. in Augs-
burg vorkommt; cf. Stetten S. 443. - **) Stetten S. 302. - ») cf. Stetten
S. 444 und Prasch 1, 295. — '") cf. Zapf, Augsburgische Bibliothek (1795)
Bd. 1 S. 424. — ") ebda. S. 246 u. 423. — '^) cf. Zapf I, 245-247: „eigentlich
aus Lindau gebürtig, ward 1626 nach Venedig in's Eberz'sche Haus (Geschäft)
geschickt, heirathete dort eine Tochter Raymund Schorer's, gieng aber 1643
von Venedig hinweg nach Augsburg".
12
178
Geschichtliches.
Johannes Amauser (cf. unten);
Balthasar Ertel (Nürnberger?).
Hingegen finden sich unter den Consuln nun eine ganze ausser-
ordentlich grosse Menge Augsburger:
1509—12 Leonhard Sulzer i);
1515 — 16 Johann L auginger ^) ;
1517 und 1539, 1540 Georg Uttinger, wohl als Vertreter der
Handelsgesellschaft Endris Rem & Cie.^);
1524 Marcus Ulstätt und aus der nämlichen Familie:
1556 und 1564 Sebastian Ulstätt, auf dessen Veranlassung Lucas
Linder (gleichfalls aus Augsburg) das grosse Capitolare I der
Naz. Alem. zusammenstellte *) ;
1592—93 Karl Ulstätt;
1598 Johannes Ulstätt;
1602 David Ulstätt, der 1548 (oder ein früherer?) vom Dogen
S. Francesco Donato zum Cavalier von S. Marco ^) gemacht
worden ist;
1626—27 Christoph Ulstätt. Ferner
1525 Jakob Welser und aus derselben (?) Familie:
1581 und 1582 Marcus Welser;
1527 Ludwig und 1531 Raphael Langenauer ^) ;
1528—29, 1530, 1532, 1537, 1538, 1549, 1550 Philipp Walther');
1532, 1533, 1534, 1535 Anton Menhardt»);
1536 Gerhard Hang");
1537 Pandulf Her wart;
1546—47, 1551, 1553, 1556, 1560, 1563, 1567, 1572, 1575, IS'
Johannes Amauser (Amhauser^*'), Anhauser);
^) cf. Stetten S. 316 u. Augsburger Hochzeitsbuch hrsg. von F. Warnecke
(1886) S. 13. - 2) ebda. S. 183; cf. Hochzeitsbuch S. 14-18. — ^) Wenigstens
schickt Lucas Rem 1536 u. 1538 seine Söhne zu ihm und 1543 ^übernahm von
ihm (Jörg Uttinger) der Diener Rems Hans Hartlieb Bücher und Cassa in Vene-
dig"; cf. GreifF, Tagebuch des Lucas Rem S. 32, 64, 67, 72. Wiederholt wird
Jörg Uttinger in den Lehrbüchern über das „Zwifach Buchhalten etc." eines
Johann Gottlieb (1545/46) oder Wolfgang Schweicker Senior von Nürnberg (1549)
und im ,Libro Mercantile' des Domenico Manzoni (1564) aufgeführt — ein Zeichen,
wie bekannt er in Venedig war; cf. Thomas. Sanuto p. 218 Nr. 349. — ■*) cf. Vor-
wort zu Bd. I S. XIV. - ^) Stetten 193, Hochzeitsbuch S. 51. — ") cf. Prasch I,
280 und 287; cf. Dimitz, Gesch. Krains III, 227. — ') Nach Cod. Cicogna
3100 im Museo Civico Correr wird 1552 ein Philipp Walther ,aus Augsburg" in
Venedig ermordet. — *) cf. Stetten S. 442 und Augsb. Hochzeitsbuch S. 41. —
9) cf. Stetten S. 442 und Augsb. Hochzeitsbuch S. 40. — '") So lautet die Form
in Cod. Cic. 3100 des Museo Civico Correr (,Copia der Brief etc.' ; cf. oben Vorwort
S. XIV und später die Consuln-Liste), sowie bei Stockbauer a. a. 0. S. 57, 60, woraus
Milesio , Amauser' gemacht ; trotzdem scheint fast die Form Anhauser die richtige
zu sein, die sich als ,Anhuser' in einem Schreiben des Strassburger Rathes vom
Jahre 1568 an die damaligen Cottimieri (cf. später Urkunden zum „Anhang")
und als Annhauser in dem Vertrag zwischen Hans Paulus von Hörwarth und
seinen Creditoren vom 3. Januar 1576 (Zeitschr. des bist. Ver. f. Schwaben 1882
S. 151) findet, aus welcher zugleich hervorgeht, dass Hanns Annhauser der Factor
Herwarths in Venedig war, wofern, wie ich nicht zweifle, beide Persönlichkeiten
wirklich identisch sind.
Geschichtliches. 179
1551—52 Ulrich Waiblinger i) ;
1553 Hieronymus Gienger^) (freilich auch ein Ulmer Geschlecht);
1554 (und 1560?) Karl Rehlinger;
1555 Sigmund Ehen (Ehern) 3);
1557 Narciss Lieber (eigentlich aus Ulm)*);
1560 Hieronymus Rem^) und
1562 Abraham Rem;
1574 Johannes Eisfogel'');
1584—85,1590, 1591 (1595?) Johannes, 1635—36 Georg, 1643—44
Ludwig und 1703—08 Erasmus Hopffer^);
1589, 1590 Daniel Widholz»);
1591 Marcus Manlich^);
1599, 1600, 1614 Lorenz Craffter (gestorben 1616 am 26. Januar
in Venedig, 72 J. alt)i«);
1603—04 und 1612 Georg Walther;
1610—11, 1615—16 Robert Amhauser (Reformirt) i'i) ;
1612, 1615 — 16 Johann von Stetten;
1614 und 1617 Christ. Eisfogel (?);
1628—29, 1639—41 Emmerich Wais (= Weiss? Reform.) ^i);
1637—38 Peter Linder (?);
1642 Joh. Bapt. Schorer (Reform.) ^ 2);
1645 — 46, 1649 — 1651 Anton Pepfenhauser ;
1651-53 Joh. Jak. Burkhard (?)^^);
1653—55 Daniel Bachmayer 1^) und Paul Pecchlen (=Böckhlin?) ^^) ;
1659 — 62 Joh. Leonh. Schorer;
1670—72 Melchior und
1679 — 82 Johannes Langenmantel )Protest.) '^);
1676 Gabriel Mangolt (? cf. später);
1682—88 und 1703—1709 Philipp Albrecht Rad (Protest.), ge-
storben 17. Juli 1712, 78 J. alt^^);
1715—20 Daniel Amman (Protest.), schon 1713 in Venedig^«),
auch 1723 im Fondaco^»), gestorben 1764 ^o);
1720—22 Joh. Gg. Herm. Lucker (?);
1) Prasch I, 189. — ') Augsb. Hochzeitsbuch S. 36. — ') Prasch I, 151
u. Stetten S. 194. — *) Stetten S. 264 u. Hochzeitsbuch S. 62. — ^) Prasch I, 152
und Hochzeitsbuch S. 64. - ") cf. Prasch IH, 90. — ') Stetten S. 291. —
**) cf. Prasch II, 46. — ®) bekannte Augsb. Familie; cf. Prasch I, 49 u. 271;
Hochzeitsbuch S. 52. — ^") bestattet in S. Bartolomeo ; cf. Hochzeitsbuch S. 44.
— >') Elze, Gesch. S. 40. - '^) ebda. S. 60. — ") wenigstens bei Prasch I, 287 u.
III, 57 n. 80 kommt diese Familie vor. — '*) cf. Elze bei Thomas, Milesio S. 86 Anm.
- '*) Stetten S. 443. — '") cf. Zapf. Augb. Bibliothek I, 354 u. Elze, Gesch. S. 56 ;
ein .lohann David Langenmantel wird auch 1677 als Deputirter der nach Italien
handelnden Augsburger Kaufleute bei Erneuerung des Vertrages wegen der
Rottfuhren mit Schongau erwähnt. Oberbayer. Arch. X, 107. — ") cf. Elze,
Gesch. S. 1)6 ; Zapf 1, 376, bestattet als Protestant auf dem Lido. — ^^) Elze,
Gesch. S. 111. — '^) Elze bei Thomas, Milesio S. 85; über das Geschlecht s. Stetten
S. 319. — ^*') bestattet auf dem protest. Kirchhof S. Cristoforo della Pace ; Elze,
Gesch. S. 82.
180 Geschichtliches.
1722—31 Johann Beck (Protest.), 1715 Kaufherr^), seit 1720 mit
Schwestermüller associirt^), gest. 9. März 1753, 70 J. alt^);
1731 — 35 Samuel Rudolf Kleinschmid (Protest.), 1720 Kaufherr,
noch 1754 in Venedig^);
1740 — 47 Joh. Konr. Schwestermüller (Protest.), schon 1716 in
Venedig, 1720—42 mit Joh. Beck associirt, gest. 16. Okt. 1751,
60 J. alt*);
1747_53 Gottfr. Friedr. Amman (Protest.), 1733 Kaufdiener i),
1745 Kaufherr, noch 1750 in Venedig^).
Ausser einzelnen schon Genannten sind ferner in Venedig
folgende Augsburger bestattet*^):
Georg Rem, gestorben 1511'');
Johannes Sitzinger, gestorben 19. April 1512^);
Johann Ulrich Linck, Patricier, gestorben 26. Febr. 1566 (?)^);
Johann Christel, gestorben 31. Okt. 15701");
Marcus Hatitze, Patricier, gestorben 1578^);
Johann Singer, Bote, gestorben 1582^);
Paul von Stetten, Patricier, gestorben 15. Juli 1579^);
Georg Stenglin, gestorben 22. Juli 1591, 17 J. alt^i);
Raymund Imhof, Sohn des Hieronymus Imhof i'^), Bürgermeister i^),
gest. 8. Dez. 1591, im 44. J. ^), Gemahl der Regina BimeP*);
Johann Herzel, gestorben 7. Sept. 1593, 60 J. alt^);
Tobias Hopfer, gestorben 19. Dez. 1593, 24 J. alt^^);
Christoph Christel, gestorben 27. Okt. 1636, 24 J. alt 9) (Sohn
des 1573 genannten?) i*^);
Raymund Schorer, gestorben 1637 (10. April, cf. oben)^'');
Georg Lottner, gest. 22. April 1658, 70 J. alt 9) (bei Van-CöUn?);
Hermann Lucchner (Luckner?), gest. 28. Dez. 1659, 24 J. alt ^)
(bei Pecchlin (Böcklin?) und Sorer);
Georg Christoph Mangolt, gestorben 1663 1**);
Johann Christoph Hochaicher (bei Hopfer und Bachmayer), ge-
storben 23. Nov. 1678. 63 J. alt^»);
Jakob Schneider, gestorben 6. Mai 1718, 38 J. alt^»);
n
i
^) Elze, Gesch. S. 63 u. 112. Diese Angaben bedeuten immer, in welchem
Jahre der Betreffende die Kirchenordnung der evangelischen Gemeinde in Venedig
als 'Kaufdiener oder als Kaufherr unterzeichnet hat. — ^) best, auf S. Cristoforo ;
cf. Elze S. 63, 83 und bei Thomas, Milesio S. 85. - *) Elze S. 63 u. 118 und
bei Thomas, Milesio S. 85. — *) bestattet auf S. Cristoforo ; cf. Elze S. 82 und
112 fF. und bei Thomas, Milesio S.. 86 Anm. — ^) Elze S. 64 u. 117. — «) Hiebei
sind auch die nicht ausdrücklich als Kaufleute Bezeichneten aufgeführt. —
') bestattet in S. Giovanni e Paolo. — ®) bestattet in S. Francesco della Vigna.
— ») bestattet in S. Bartolomeo. — i«) ebenso ; cf. Bd. 1 Nr. 707 und Stetten
S. 443. — ^') ebenso; cf. Stetten S. 302. — ^^) ,des Jüngeren", der sich in
Augsburg niedergelassen s. Stetten S. 176. — ") 1589 s. Oberbayer. Arch. X, 93.
— '*) cf. Augsburger Hochzeitsbuch S. 77. — '*) nicht 1543 oder 1544, wie
es in der Abschrift Cicogna's (s. Grabschrift Nr. 25) heisst; bestattet in S. Bar-
tolomeo. — '") cf. Bd. I Nr. 709. - '') Zapf I, 423. - '«) bestattet in
S. Bartolomeo; cf. Zapf 1, 354. — ^') bestattet in S. Bartolomeo. — '^") bestattet
als Protestant am Lido.
M
Geschichtliches. 181
Friedrich Pfauz (Prot., 1736 Kaufdiener, 1753 Kaufherr), gestorben
13. Nov. 1778, im 64. J.^) und seine Gemahlin Ernestine Euphro-
syne Pfauz, gest. 28. Sept. 1780^); ferner ohne Angabe des
Todesjahres :
Johannes Haider ^) ;
Marcus Fugger ^).
Von sonstigen mit Venedig in Handelsverbindung stehenden
oder dort selbst verkehrenden Augsburgern seien noch erwähnt:
Lucas Sitzinger 1516*);
Ambrosius und Johann Höchstetter vor 1530^);
Melchior Hainhofer 1563^);
Christoph Pleinger '') , Vertreter von Daniel und Georg Hopfer,
1573«);
Sebastian Pfaffenberger (und Georg Federlein?) 1573^) und Ludwig
Walther (1569—1571)1«);
Hans Paul von Hörwarth vor 1576, in welchem Jahre (3. Januar)
dieser zu Augsburg seinen Creditoren u. A, „die camer numero 36
im teutschen hauß zu Venedig sambt der vahrnus und dem
gewelb daselbsten, dergleichen was ime Hanns Annhauser, sein
factor, und andere alda noch zu thun schuldig seien, frey
bezahlungs weiß " abtritt ^ ^) ;
Anton und Philipp Revial (Brüder) 160212);
(Christoph Georg Mair 1605— 1608?) i^);
Joh. Farckhet 1624 i*);
Ludwig Hopfer als Vertreter von Hieronymus Marcus Ulrich Hogfer
16401^);
Marx Huber 1642—164516); ferner
Sigmund Mangolt, Bruder des Gg. Chr. M., c. 1659— 66 i^);
Hopfer und Bachmair, schon 1679 associrt^«), 1705 — 14 i^), der
letztere in Verbindung mit Lucker 1719—1729 20);
Joh. Gg. Herm. Lucker allein 1734—1741^1);
Gust. Ad. Amman 1706 22);
') bestattet auf S. Cristoforo delle Face; cf. Elze S. 115, 64 u. 82. — '') be-
stattet in S. Bartolomeo. — ^) bestattet in S. Lio. — *) s. Ant. Tucher's Haushalt-
buch in der ßibl. des literar. Ver. zu Stuttgart Bd. 134 S. 129. - ») Bd. I Nr. 699;
aus der bekannten Familie ; cf. Hochzeitsbuch S. 33. — *) cf. Stetten S. 293.
In Cod. Cicogna 3468 Mus. Civ. Corr. findet sich ein Schreiben des Augsburger
Rathes an die ,Frocuratores super rationibus camerarum' in Venedig über eine
Schuldforderung des M. H. gegen einen ,Leo Hebreus Veronensis'. — '') s. Bd. I.
Nr. 709 u. Augsb. Hochzeitsbuch S. 77. — ^) s. Hochzeitsbuch S. 74 u. Frasch I, 283.
«) s. Bd. I Nr. 709. — '") Bei diesen war 1569—71 Karl Hörmann aus Augs-
burg (aus dem Kaufbeuren'schen Geschlecht) in Lehre; cf. L. Brunner, Aus dem
Bildungsgange eines Augsb. Kaufmannssohnes aus dem Schluss des 16. Jahrh.
in der Zeitschr. d. histor. Ver. f. Schwaben 1874 S. 144. — ") 5 Herwarthische
Urkunden mitgetheilt von Hans Herwarth von Bittenfeld in der Zeitschr. d.
histor. Ver. f. Schwaben 1882 S. 151. - '^) Bd. I Nr. 716; cf. Frasch II, 1. —
") Zapf I, 351. - '*) s. Grabschrift Nr. 5. - ") Bd. I Nr 743. - '«) Zapf I, 314.
— '') cf oben S. 178 u. Zapf I, 354. - "») s. Grabschrift Nr. 25. — ^*) Elze, Gesch.
S. 109-111. — 2°) ebda. S. 112-114. - ^0 ebda. S. 114-116. - ") ebda. S. 108.
182 Geschichtliches.
Hans Albr. Dimpfel 1707—1721 1), von 1722—1732 associirt mit~
Hermann aus Meramingen ^) ;
Jak. Gottl. Winklei 1735 -1740 3); diese alle wohl Protestanten,
wie auch die folgenden:
Hieronymus Sulzer, 1719 Kaufdiener, 1722 Kaufherr^);
Matth. Langenmantel, 1721 Kaufdiener, 1733 Kaufherr, noch 1736
in Venedig^);
Joh. Jak. Habissreitinger, 1714 Kaufdiener, 1745 Kaufherr, noch
1751 in Venedig*^);
Paul Moriz Rachel 1726, 1745 und 1748^);
Balthassar von Hösslin 1741, 1751 und 1773 »);
Joh. Jak. Gutermann 1745 und 1768'^);
Bened. Adam Liebert ohne Jahr^*^); ferner
Sam. Dav. Kleinschmid 1763 in Venedig ^^);
Friedrich Pfauz jr. 1780—1795 in Venedig i^).
Endlich in neuester Zeit mehrere Glieder der Familie
Benz: Christian, 1781 Kaufdiener, 1843 in Venedig gest. ^^); Lud-
wig, 1794 Kaufdiener, 1810 Unterzeichner der ev. Organisations-
akte; Paul, 1790 Kaufdiener, 1831 in Venedig gest. ^2); ferner
Sam. Ludw. Burry, 1762 Kaufdiener, 1818 in Venedig gest.^^);
Gottl. Christ. Haid, 1757 Kaufdiener, 1815 in Venedig gest.^^).
Christ. Jak. v. Koepff, 1781 Kaufdiener, 1838 in Venedig gest.^^^).
Nicht minder lebhaft als Augsburg nahmen die übrigen
schwäbischen Städte noch immer an dem Handel nach Venedig Theil.
Zum Beleg, dass „die von Augsburg westlich gelegenen
schwäbischen Städte auch während dieses Zeitraums fortfuhren, einen
von Augsburg unabhängigen, durchaus selbstständigen Handel auf
Italien (und, wie wir hinzufügen dürfen, besonders nach Venedig)
zu führen", verweist Falke ^*) auf eine kaiserliche Urkunde vom
Jahr 1522, worin „kraft älterer Verordnungen bestimmt wird, dass
der neue Weg, welchen die Stadt Kempten durch den Kemptner
Wald, den vorher nur Saumrosse begehen konnten, jetzt auch für
Fuhrwerke erbaut hatte, von jetzt an als die Hauptstrasse des
Handels durch Tirol nach Italien dienen und niemand mehr den
Nebenweg von Kempten auf Vils zu diesem Zwecke gebrauchen
soUe".
So finden wir Kaufb euren in der Liste von 1646 vertreten
durch :
Kaspar Mangolt, der später nach Basel übersiedelte^^); ferner in
der Liste der Consuln durch
') Elze, Gesch. S. 108-113; cf. Zapf I, 299. - "") Elze, Gesch. S. 113—114.
— 3) Zapf I, 525. — ") Elze S. 63. — ') ebda. 63 u. 115. - ') ebda. S. 64 u. 118.
— ') Elze S. 64 u. 117. - «) ebda. S. 64 u. 112. - «) ebda. S. 65. - ^o) Elze
S. 65. - 1') ebda. S. 120. - '^} ebda. S. 123—125. — '^) ebda. S. 91 Anm. -
1*) Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte 1859 S. 616. — '*) cf. oben S. 148
und Elze S. 56.
Geschichtliches. 183
Matthias Lauber von Laubenfeld (Prot., geb. 27. Jan. 1627) 1666
—1669, 1673— 75; 1664 bereits iniFondaco, gest. 26. Dez. 1710 1)
und dessen Bruder Joh. Christoph Lauber, gest. 27. Jan. 1711,
70 J. alt ^). Ausserdem war aus Kaufbeuren die Familie
Heinzelmann, welche an der Entwicklung der protestantischen
Gemeinde Venedigs grossen Antheil genommen hat und min-
destens seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Venedig vertreten
war, zuerst durch Joh. Gg. H., 1714 Kaufherr, dann durch
Joh. H., 1715 Kaufdiener, 1753 u. ff. Consul, 1765 (23. Mai)
in Venedig gestorben, und dessen Söhne Joh. Konr. , 1750
Kaufdiener, 1768 Kaufherr, 1810 gestorben; Gg. Dan., 1768
Kaufherr, 1816 gest.; Sigm. Christ. 1754, 1768; Joh. Gg. Jak.
1760, 1768; Seb. Wilh. 1773, 1768, 1816 gest. 3). —
Aus Kempten waren die Kaufleute:
Felix Fehr, Prot., 1706 Kaufherr, 1731-1735 Consul, 1768 in
Venedig gestorben^); die Firma bestand aber weiter und hiess
später (von 1779 an bis wenigstens 1785) Felix Fehr und
Gwinner (aus Stuttgart) ^) ;
Joh. Konr. Seutter, Prot., 1717 Kaufherr«);
Matthias Mellin, Prot., 1729 Kaufherr, 1757 in Venedig gestorben');
Christ. Ludw. Brombeis, Prot., 1711 Kaufdiener, 1746 Kaufherr,
1764 in Venedig gestorben');
Otto Phil. Zeller, Prot., 1728 Kaufdiener, 1754 Kaufherr, 1774
in Venedig gestorben');
Matth. Föhr, Prot., 1750 Kaufdiener, 1754 Kaufherr, 1757—1760
Wendelin Luc. Dickh,' Prot., 1721 Kaufdiener, 1769 Kaufherr^);
Hieronymus Hau, Prot., 1744 Kaufdiener, seit 1754 wenigstens
Kaufherr, bis 1790 in Venedig ^^);
Johann Michael Weitnauer, Prot., 1783 mit Elhardt associirt, ge-
storben 1802^1);
Hieronymus Elhardt, Prot., 1754 Kaufdiener, gestorben 1800^^),
vielleicht Sohn des 1776 verstorbenen Gabriel Elh.^^);
Gg. Jak. Daumiller, Prot., 1793-95 in Venedig ^4);
Jak. Karrer, Prot., 1795 Kaufdiener, 1810 Unterzeichner der
evangel. Organisationsakte ^*);
Jak. Zäberlein, Prot., geb. 1764, 1769 Kaufdiener, 1810 Unter-
zeichner der ev. Organisationsakte, gest. 1820 in Venedig ^^). —
') Elze S. 56, 66, bestattet am Lido. — ^) bestattet am Lido. — ') s. Elze,
Gesch. S. 6.S— 65, 74 u. fF. — ") bestattet auf S. Cristoforo, Elze S. 63 u. 82;
cf. Ph. J. Karrer, Beschreibung von Kempten (1828) S. 94. — *} Elze S. 121—123.
— ') Elze S. 63 u. 112; cf. Karrer, S. 186. - «) bestattet auf S. Cristoforo
s. Elze S. 64 u. 82. - ') Elze S. 64 u. 119; Karrer S. 81. - **) ebda. S. 65 u. 121.
- 9) ebda. S. 65, 118 u. 125; Karrer S. 94. — ") ebda. S. 65 u. 123. — ") ebda.
S. 65. — ") ebda. S. 82. - ") ebda. S. 124-125. — '") ebda. S. 91. — '*) ebda.
S. 91 u. 92.
184
Geschichtliches.
Aus Memmingen waren wohl imter den in der Liste
1508 genannten Kaufleuten:
Leonhard Miner ^) und
Hieronymus Hais (= Heuss? cf. unten);
in der Liste von 1646 :
Georg Zoller (1660 in Augsburg) ^) und
Raymund Schorer^).
Unter den Consuln waren wohl Memminger:
1567 Anton Schorer;
1571 Leonhard Hermann (cf. nachher);
1637—1638 Georg Zoller;
1657—1659 Franz Pilgram^);
1735—40 Benedict Hermann, Prot., 1710 Kaufdiener, 1722 asso-
ciirt mit Dimpfel, vom Kaiser später geadelt, gest. in Venedig
1782^); und aus derselben (?) Familie Joh. Mich. Hermann
1747-53 Consul.
Bestattet sind in Venedig ferner aus Memmingen:
Johann Wilhelm Hügel, Prot., 1716 Kaufdiener, 1736 Kaufherr,
gest. 1768, 9. August, 69 J. alt 6);
Joseph Friedrich Heuss, Prot. (geb. 14. Dez. 1716), 1740 Kauf-
diener, 1753 Kaufherr, gest. 1770, 9. Sept.'); 1766 associirt
mit Schalkhauser, 1743 — 54 auch mit Jastram (a. Portsmouth);
Michael Bauer, Prot., 1783 s).
Ferner werden erwähnt:
Johann Jakob Mayr, Prot., 1757 Kaufherr, gest. 1795 (Pin Venedig)^);
Veit Ludwig Laminit, Prot., 1746 Kaufdiener, 1769 Kaufherr,
1775—87 associirt mit Reck»);
Joh. Kleiber, Prot., 1769 Kaufherr i»);
Joh. Wolfgang Schifflin, Prot., 1769 Kaufdiener, wenigstens 1779
Kaufherr ^ ^) ;
David Kerler, Prot., 1793 Kaufdiener, 1810 Unterzeichner der
Organisationsakte, gestorben 1812 in Venedig^'). —
Ziemlich zahlreich ist Ulm vertreten.
In der Liste von 1508 erscheinen folgende Ulmer:
Ludwig Rottengetter, wohl aus der früher ^^) erwähnten Familie;
Johann Rorer;
Nikolaus Gregk ^^) und wahrscheinlich
^)'cf. Schorer, Chronik von Memmingen (1660) S. 62. — ^) cf. Schorer
Vorwort und Karrer, Memminger Kronik S. 122 ; cf. Zapf I, 248 u. 424 ; nach
Grabschrift Nr. 12 hätte es bereits seit 1524 ein Familiengrab in S. Bartolomeo
gegeben. — ') cf. oben bei Augsburg S. 177. — *) nach Elze S. 56; doch gab
es auch eine Nürnberger Familie gleichen Namens ; cf. Roth 1, 353 u. II, 83. —
*) bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 82 u. 83; cf. Karrer, Memminger Kronik
S. 105, 120, 227. — ^) bestattet auf S. Cristoforo; cf. Elze S. 63, 82, 115-120. —
') bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 64 u. 82. - «) Elze S. 64. — ») ebda.
S. 65, 122-124. - '«) ebda. S. 65. — ") ebda. S. 65 u.l23. - '^) ebda. S. 91.
— '') cf. oben S. 63. — ^^) cf. Kembeck , Zur Gesch. der Familie Greck in
Geschichtliches: , 185
Georg Besserer fPexa);
in der Liste von 1646:
Johann Chechel (= Kechel, Prot.^);
in der Liste der Consuln:
1551—1553 Albert Schad^);
1557 Narciss Lieber, der später nach Augsburg übersiedelte');
1558—1559, 1562, 1565 David Adelhart, der am 12. Juli 1570 in
Venedig, 40 J. alt, gestorben ist*);
1571 Johann Heinrich Gienger (oder Augsburger?)-'');
1633—1634 Jakob Kechel;
1642 Kaspar Kechel (schon 1622 in Venedig)^);
1695—1702 Johann Georg Kechel, noch 1723 im Fondaco');
1710 — 1712 Daniel Friedrich Weichmann (Weickhmann?), schon
1706 in Venedig, noch 1723 im Fondaco^);
1715—1720 Georg Matthias König, Prot., schon 1711 in Venedig,
1746 dort gestorben 9); 1747—65 hiess die Firma: G.M. Königes
Erben i").
Bestattet in Venedig sind ferner noch folgende Ulmer:
Jodocus (Jobst) Schad, Sohn des Daniel Schad, gest. 22. März 1584
(oder 1. April 1585?) im 20. J.^i);
Hieronymus Kechel und seine Gattin Magdalena, gest. 1622 1^);
Georg Weichmann, gest. 23. Juli 1660, 23 J. alt^^).
Ausserdem führt Elze noch folgende Kaufleute aus Ulm auf:
Wolfg. Gottl. Schellenegger, Prot., 1715 Kaufherr, auch 1716 in
Venedig ^^)]
Joh. Jak. Merck, Prot., 1710 Kaufdiener, 1720 Kaufherr, gestorben
1723 nach dem 22. März^^);
Jakob Müller, Prot., 1708 Kaüfdiener, 1720 Kaufherr i*);
Matth. Lud. Kiechel, Prot., 1736 Kaufdiener, 1745 Kaufherr i^);
Joh. Jak. Firnkranz, Prot., 1745 Kaufdiener, 1757 Kaufherr,
gestorben 1797 ^^). —
Wenn in der Liste von 1508 unter ,Lunardo da Norlin' nicht
ein Nürnberger Leonhard Nördlinger zu verstehen ist, wäre auch
Nördlingen damals in Venedig vertreten, was später nur sehr
spärlich der Fall gewesen zu sein scheint — obwohl es an der
grossen Handelsstrasse Augsburg — Nürnberg lag, „auf welcher der
levantische Handel von Venedig nach dem Norden zog" ^^). Ich finde
eigentlich nur einen Christoph Spinabac (?), gest. 7. Jan. 1574 im
I
den Württembergischen Vierteljahrsheften 1879 S. 56. — *) s. Elze S. 56. —
2) cf. Dieterich, Beschreibung der Stadt Ulm (1826) S. 195. — ') cf. oben S. 179.
— ") bestattet in S. Lio. — *) cf. Dieterich S. 194. — ") s. Grabschrift Nr. 33. —
') cf. Elze S. 66 und bei Thomas, Milesio S. 85. - ') s. Elze S. 109 und bei
Thomas S. 85. — ») bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 82 u. 111. - '") Elze
S. 117—120. - ^') bestattet in S. Bartolomeo. — ^^) s. Elze S. 63 u. 111. ~
") ebda. S. 63 und bei Thomas, Milesio S. 85. — ") Elze S. 63. — '*) ebda.
S. 64. — '") Beyschlag, Gesch. der Stadt Nördlingen S. 36.
186 , Geschichtliches.
56. J. ^), und Johann Gabriel Doppelmayr, Prot., 1723 Kaufherr.
1726 mit Esterlin associirt, bei Elze 2) erwähnt;
ebenso einige wenige aus Stuttgart:
Johann Georg Stahl, Prot,, 1717 Kaufdiener, 1722 Kaufherr,
1753 — 1759 Consul, in oder bei Venedig gestorben^);
Job. Christ. Gwinner, Prot., 1769 Kaufdiener, 1775 wenigstens
Kaufherr, 1779 — 85 associirt mit F. Fehr*).
Aus Ludwigsburg verzeichnet Elze ^)
Joh. Heb. Dannenberger, Prot., 1753 Kaufdiener. 1760 Kaufherr,
noch 1769 in Venedig.
Dass auch kleinere Orte noch eifrig am Handel mit Venedig theil-
nahmen, mag das Beispiel von Schwäbisch-Gmünd beweisen, das,
wie es in einer alten Beschreibung ^) heisst, zwar an keinem schifF-
reichen Wasser gelegen, keine grosse Landstrasse, keinen Kornbau,
keinen Weinwachs besessen, aber sich bestrebt habe, mit Kauf-
mannschaftsgewerben in fremde Länder zu handeln: „sonderlich mit
Handwerken, Segisschmidt, Paternoster, Augstein (= Bernstein),
Christallen, Bein und Holzwerk, die mehrertheils in Lisabona, Italia,
Venedig, Maylandt, Lyon u. s. w. verführt, dagegen andere Wahr
heraus gebracht werden".
Genannt werden ein Jakob Hörn und ein Lucas Uschall, welche
dem im Jahre 1552 nach Venedig reisenden Daniel Ecklin von Aarau
Empfehlungsbriefe dahin mitgaben, wie auch ein Dr. Balthasar Brunch
an einen „dazumal zu Venedig wohnhaften" (aber nicht genannten)
Kaufmann von Schwäbisch-Gmünd ''). Eben daher waren vielleicht
auch die in der Liste von 1646 aufgeführten Erben des Georg Schmit
und Tobias und Georg Schmit, sowie der Consul Matthaeus Schmid
1623—25 8). _
Auch Biberach stand noch immer in Geschäftsverbindung mit
Venedig, wie folgende Biberacher beweisen, welche die Kirchen-
ordnung der dortigen evangelischen Gemeinde unterzeichneten:
Emanuel Ludwig Gauy 1717 als Kaufherr'');
Joh. Sigm. Natter 1735 als Kaufdiener, 1753 als Kaufherr, ge-
storben 17731«). u
Desgleichen Ravensburg, woher vielleicht 11
Andreas Aigler 1561 ConsuP^) und Gottfried Eichler 1672— 73 ~*'
Consul» 1);
Joh. Georg Specht, Prot., 1706 Kaufherr, gest. 1751 in Venedig 1^);
Hier. Mich. Schürnbrand, Prot., 1708 Kaufdiener, 1717 wenigstens
') bestattet in S. Sebastiano. — ^) Gesch. S. 63 u. 113 und bei Thomas.
Milesio S. 86. - ") bestattet auf S. Cristoforo , Elze S. 63 u. 82. - ') Elze
S. 65, 122, 123. - ■*) Gesch. S. 64 u. 121. — «) J. Frischlin's, s. Birlinger in den
Württembergischen Vierteljahrsheften 1880 S. 26. — ') s. Feyerabend, Reyßbuch
1584 fol. 399'. - «) cf. Bd. I Nr. 369. — ") Elze S. 63 u. 64. — '") bestattet
auf S. Cristoforo, s. Elze S. 64 u. 82. — ") cf. Eben, Versuch einer Geschichte
der Stadt Ravensburg S. 521. — '') bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 63
und 82.
Geschichtliches. 187
Kaufherr, 1735—1740 Consul, gest. 7. Juni 1750, 68 J. alt, in
Venedig^). —
Aus Leutkirch war
Job. Jakob Deller, seit 1670 im Fondaco etablirt, 1673 — 1675,
1688—1694 und 1695—1702 Consul, 22. Dez. 1707, 63 J. alt,
in Venedig gestorben ^), und
Johann David Weber, Prot., 1791 Kaufdiener, 1810 Unterzeichner
der evang. Organisationsakte, gestorben 1847^). —
Isny ist namentlich durch die (protest.) Familie Eberz ver-
treten, die freilich auch in Lindau, Memmingen und Augsburg zu
finden"*). Als Angehörige dieser Familie erscheinen in Venedig:
1573 Kaspar Eberz s);
1640 und 1646 Georg Eberz der Aeltere^);
1646 Georg Eberz (der Jüngere) und Daniel Eberz '') ; ein gleich-
namiger starb 18. Nov. 1629, 55 J. alt, in Venedig^); ferner in
der Liste der Consuln:
Jakob Eberz 1544 — 1545 und 1549 — 1551; ein gleichnamiger
starb 3. Dez. 1644, 18 J. alt, in Venedig «);
Johann Hieronymus Eberz 1664—1666 und 1669 — 1670;
Georg Christ. Eberz 1675—79 (1683, Aug. noch in Venedig) ^). -
Aus Lindau werden aufgeführt:
Müller, Prot, (um 1650)^0);
Jakob Bensperg, Prot., in Venedig wenigstens seit 1712, 1720 — 22
Consul, gest. 25. Febr. 1739, 71 J. alt^i);
Joh. Gg. Bensperg, Prot., 1733' Kaufdiener, 1739 Kaufherr, noch
1760 in Venedig 12).
Joh. Heinr. Enderlin, Prot., 1720 Kaufdiener, 1739 Kaufherr,
6. März 1752, 45 J. alt, in Venedig gestorben i^);
Andr. Riesch, Prot., 1736 Kaufdiener, 1749 Kaufherr i^);
Erhard Riesch, Prot., 1736 Kaufdiener, 1789 — 91 wenigstens mit
Wagner associirt, 1794 allein, seit 1801 Consul, gest. 25. Nov.
1810 in Venedig 15).
David Egg, Prot., geb. 3. Jan. 1743, gest. 21. Juni 1802 i«');
Jak. Schweicker, Prot., 1780 Kaufdiener, 1810 Unterzeichner der
evang. Organisationsakte, 1839 in Venedig gestorben i^);
Joh. Ludw. Schweicker, Prot., 1793 Kaufdiener, 1810 Unterzeichner
der evang. Organisationsakte, 1850 in Venedig gestorben ^ ^) ;
') bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 68, 82, 83. — ^) Elze S. 66;
bestattet, obwohl Protestant, in S. Bartolomeo. — ') Elze S. 90 u. 91. — '') cf. Zeit-
schrift des historischen Vereins von Schwaben XI, 26 ; Stetten S. 444, Elze S. 56
und Schorer S. 25. — ■') Bd. I Nr. 709. — ") ebda. Nr. 743. - ') ebda. Nr. 748.
— **) bestattet in S. Bartolomeo. — ') s. Sterberegister von S. Bartolomeo. —
'") Elze S. 56. — ") cf. Elze S. 110-115; bestattet auf S. Cristoforo. - '^) Elze
S. 64 u. 119. — 1») bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 64. — ") Elze S. 64.
— '*) Elze S. 87 Anm. 3. — '") bestattet auf S. Cristoforo. — ") Elze S. 91.
188 Geschichtliches.
Joh. Jak. Siri, 1799 Kirchenältester, mit seinen zwei Söhnen
Jak. Gottfr. (gest. 1832 in Venedig) und Joh. (gest. 1847 ebendort) :
sämmtliche 1810 Unterzeichner der evang. Organisationsakte ^).
Ausser Betracht lassen wir die Schweiz, die zu Beginn dieses
Zeitraumes allerdings noch zu Deutschland gerechnet wurde, wie
aus einzelnen Verfügungen an die Visdomini (z. B. von 1518 und
1536) hervorgeht^), und z. B. St. GaUer Leinwand^), Freiburgische
Tücher ^) noch immer unter den Einfuhrartikeln begegnen. Frei-
lich steht dahin, wie weit die Schweizer selbst aktiv an diesem
Handel mehr betheiligt waren — Namen sind uns aus dieser Zeit
nicht bekannt geworden. Dass sie später nicht mehr als zu Deutsch-
land gehörig betrachtet wurde, ist bei dem Falle Mangolt 1649
ausführlicher besprochen worden.
Wenden wir uns den Rhein hinab zu Strassburg. Dies ist
in der Liste von 1508 vertreten durch:
Friedrich Brechter ^);
Matthaeus Ingolt^);
Anselm Johann^), wozu als vierter — in dem Verzeichniss der
ersten Miether der Gewölbe vom Jahre 1508 wird das mit „Nr. 25"
bezeichnete ausdrücklich „den vier Strassburgern" zugewiesen'^)
— vielleicht Chimento in Compagnie mit Ziegler (?) gehört
oder Stephan Kappler. |
Als Faktor der Ingolt in Venedig wird später Hans Albrecht Arm-
bruster genannt, der 1568 Consul und vielleicht noch 1589 in Venedig
war ^). Sonst sind aus späterer Zeit keine Namen von Strassburgern
überliefert, und aus gelegentlichen Bemerkungen in der Streitfrage
des Jahres 1649 scheint hervorzugehen, dass die Strassburger damals
kaum mehr in sehr regem Verkehr mit Venedig gestanden '-*).
Aus Colmar nennt Elze ^*^)
Gg. Frdr. Faber, Prot., 1755 Kaufdiener, 1760 Kaufherr, noch
1775 in Venedig.
Etwas regeren Verkehr mit Venedig unterhielt vielleicht noch
Frankfurt, auf dessen Anschluss man in Nürnberg 1649, wie es
scheint, besonderes Gewicht legte.
In der Liste von 1508 dürften aus dieser Stadt sein:
Johann Brun ^ ^) ;
Nikolaus Rayner (?) ^ ^) ;
^) Elze S. 85 u. 91. - 2) Thomas, Register zum Capitular S. 33 u. 36. -
3) cf. ,Tariffa' und unten S. 197. — ") s. Bd. 1 Nr. 676. — ^) cf. Code historique
et diplomatique de la ville de Strasbourg (1843) t. I, p. II, p. 282. — '^) ibid.
p. 283. — ') s. Bd. I Nr. 658. — ") Zeitschrift für Baiern Jahrg. 2 Bd. 3 (1817)
S. 354. Ein Albr. A. mit seinem Sohn Daniel wird nämlich von Samuel Kiechel
1589 erwähnt („Reisen", hrsg. v. Hassler in der Bibl. des literar. Ver. Bd. 86
S. 462). — ') cf.Bd. I S. 448. - ") Gesch. S. 64 u. 79. - ") wenigstens eine
Frankfurter Familie am Ausgang des 15. Jahrb.; cf. Archiv für Frankfurtische
Geschichte, Neue Folge, III, 165. — ^') cf. Stetten S. 443.
I
•4
Geschichtliches . 189
Johann Soth oder Scoth, d. h. wohl Schott (?), auch 1506 schon
genannt ^).
Aus der nämlichen Familie wären dann anzuführen:
1573 Tobias und Abram Sot, deren Vertreter Christoph Mercart^).
Ferner ist zu nennen:
1640 Joh. Phil, und Nikolaus Fleischbein (Prot.) ^), vertreten durch
Christ. Rottenhofer (aus Nürnberg), der später (1 649) als Schwieger-
sohn des Letzteren erwähnt wird^). Die nämlichen werden in
der Liste von 1646 aufgeführt, wo ferner aus Frankfurt Avohl
Jakob Stengel*).
Unter den Consuln wären dann Frankfurter gewesen:
Sebastian Soth 1537, 1539;
Martin Abt 1595 s);
Joh. Phil. Fleischbein 1630—1632;
unter den in Venedig Bestatteten:
ein anderer Johann Fleischbein, gest. 3. Mai 1631, 26 J. alt^);
Phil. Ludw. Fleischbein von Cleeberg, gest. 3. Nov. 1674, 28 J. alt '');
Justiuian Buker, Prot., gest. 19. Dez. 1803, 41 J. alt«).
Ausserdem wüsste ich hier nur noch anzuführen, was Kriegk ^)
aus einem 1558 geschlossenen Geschäftsvertrag zwischen dem Frank-
furter Patrizier Kraft Stalburg und dem Hagenauer Patrizier Jakob
von Botzheim mittheilt. Es heisst darin: „Unsere gemeinsame
Kammer im Teutschen Haus zu Venedig sol uf dismal also beruhen
und in Bedacht sten, ob man die wieder verkaufen oder fürbass
behalten wolle".
Wie nothwendig aber hier überall noch genauere Recherchen
über die Betheiligung der einzelnen Städte sind, zeigt recht deutlich
das Beispiel Kölns, über dessen fortdauernde Beziehungen zu Venedig
wir dank den Nachforschungen Ennen's besser unterrichtet sind als wie
über irgend eine andere Stadt. Mit Recht hebt derselbe hervor, dass
der Fondaco im 16. Jahrhundert noch immer eine grosse Anziehungs-
kraft für die Kölner behalten. In der Liste von 1508 finden wir:
Gotthard (Michercheni) ;
Anton Paffend or p ^'');
einen Peter ^^) und einen Hermann ohne weitere Bezeichnung;
,in den 30er Jahren stand Gottfried Hittorf mit den Venetianern
in lebhaftem Handelsverkehr" ^2);
') Bd. 1 Nr. 639, 642, 644; über die Frankf. Familie Schott s. Mittheilungen
für Frankfurtische Gesch. IV, 171. — «) Bd. I Nr. 709. — ») Elze, Gesch. S. 56. —
*) Bd. 1 Nr. 761 (wo gesagt wird, er habe sich lange Zeit im Fondaco auf-
gehalten). — •■*) nach Siebmacher's Wappenbuch V, 2 p. 12. — *) bestattet in
S. Bartolomeo. — ') bestattet in S. Canciano; fränkisches Geschlecht cf. Kneschke,
Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon (1859 ff.) Ill, 276. — ^) bestattet auf
S. Cristoforo. — ') Deutsches Bürgerthum im Mittelalter S. 451. — '") cf. Arnold
von Harff's Pilgerfahrt, hrsg. von E. v. Groote, S. 41. — ^') den Elze freilich,
aber meines Erachtens ohne Grund, für einen Peter Van-Cölln (aus Aachen) hält,
Gesch. S. 41 Anm. - ^^) Ennen S. 117.
190 Geschichtliches.
m
n
1554 im Januar zogen Vitus Kleinhans und Matthias Lederer mit
einer Waarensendung nach Venedig;
1561 finden wir in Venedig den Kaspar Westerburg und Lubbert
Koch; um dieselbe Zeit trieben Heinrich Helman und sein Sohn
Carl in Venedig kaufmännische Geschäfte ^) ; die von ihnen im
Fondaco benützte Kammer sollten 1562 die schon gegen 8 Jahre
in Venedig Geschäfte treibenden Brüder Weinhold und Johann
Mohr erhalten;
1578 finden wir Sebastian Ritz als Faktor von Andreas Polster;
1580 Heinrich Sob;
1581 Simon de König; ^
1583 Kaspar Rumpf als Vertreter der Firma Kaspar von Wedig, H
Gisbert von Gir und Göddert von Wedig in Venedig; '
1597 wird Peter Gabry als ein in Venedig Handel treibender
Kölner Kaufmann angegeben.
„Auch im 17. Jahrhundert bestand ein nicht unerheblicher
Handelsverkehr zwischen Köln und Venedig. Von den Kaufleuten,
welche von Zeit zu Zeit Waarensendungen nach Venedig expedirten,
werden genannt: Heinrich und Jakob de Grote, Nikolaus Spilleurs ^), i
Peter de Berges, Anton Gierath, Hermann von Wedig, Jakob Greuter, jfl
Hermann Rheinfelden, Philipp Dore, Johann von Bolandt, Franz "
Brassart, Anton Tonet und Simon Borel" ; wozu wir noch hinzufügen
können:
1605 die Gebrüder Holländer^);
1607 Baptist Bergis^);
1608 Jakob Hootschliger ^).
„In Venedig selbst finden wir," fährt Ennen fort, „theilweise
als Eigenhändler, theilweise als Faktoren:
1627 Johannes de Colonia;
Franz Haltermann, 1627 in Venedig gestorben;
David und Johann Ulstatt, die 1626 in Venedig für Hermann
Rheinfelden Kristallgläser kauften und dieselben zu Schiff nach
Amsterdam schafften;
Kaspar Frickhausen, der in Venedig heirathete;
Nikolaus, Paulus und Nicasius Vivien 1631;
Johann Baptist Mora 1633;
Paulus Ramaecker 1643 (oder aus Aachen? cf. unten);
Balthasar Van-Cölln 1643, in welchem Jahre er (oder sein Sohn?)
am 16. Januar in Venedig, 20 J, alt, gestorben''); 1640 wird
als sein Vertreter im Fondaco Gio. Borgetti genannt ^) ;
Kaspar Van-Cölln 1644;
Ferdinand Van-Cölln 1646;
Abraham Van-Cölln 1649.
Freilich ist bei den letzteren nicht sicher, ob sie nicht der
') cf. oben S. 153. - ^) cf. oben S. 160 Anm. 1. — ») Bd. I Nr. 721. - *) ebda.
Nr. 723. — *) ebda. Nr. 728. — ^) bestattet in S. Bartolomeo. — ^) Bd. I Nr. 743.
Geschichtliches. 191
ursprünglich Aachener Patrizierfamilie gleichen Namens angehören,
von welcher ausserdem in der Liste von 1646 Johann und Peter
Van-Cölln aufgeführt werden, wie unter den Consuln: Franz Van-
Cölln 1541 — 1543 und später der schon genannte Abraham Van-
Cölln 1655—57, 1662—64 und 1669—70, Haupt der reformirten
Gemeinde ^).
Ferner darf Abraham Spillieur hier nicht übergangen werden,
und gegen Ende des 17. Jahrhunderts finden wir noch einen Franz
Bourel (Verwandten des oben genannten Simon Borel?) aus Köln,
der 23. März 1699 im 73. J. in Venedig gestorben ist ^).
Aus der Nachbarstadt Aachen sind ausser den schon genannten
Gliedern der Familie Van-Cölln noch anzuführen^):
Peter Cupp; Daniel Hagen; Johann Van-Cölln; Gotthard Gra-
vingen 1607; ferner^)
Matthias Van-Cölln 1624;
Kaspar Ingelbrecht 1632;
Paulus Ramaecker 1645 (cf. oben);
Jodocus Pelser 1648.
Von den übrigen Städten Nord- oder Niederdeutschlands sind
mir nur folgende wenige Nachrichten über Handelsverbindungen mit
Venedig bekannt geworden.
Aus Hamburg werden bei Elze^) als Unterzeichner der
Kirchenordnung der evangelischen Gemeinde aufgeführt:
Joh. Koning (Koninck), 1729 Kaufherr, 1736 — 44 mit Stahl associirt,
gestorben 1746 6), und (sein Sohn?) Richard, gest. 1777^);
Konrad Martens, geb. 10. Jan. 1704, 1732 Kaufdiener, 1743 Kauf-
herr, gest. 1. Jan. 1786, dänischer Consul in Venedig*);
ferner aus Berlin:
Sigmund Streit, Prot., 1710 Kaufdiener, 1715 — 52 Kaufherr,
gest. 1775 in Venedig^), und
Friedr. Ludw. Streit, Prot., 1737 Kaufdiener, 1757 Kaufherr bis
wenigstens 1765 ^*').
Ob Danzig nach jenem Gesuch von 1597 die Beziehungen zu
Venedig weiter gepflogen hat, vermag ich nicht anzugeben ^^). In
eifrigeren stand wenigstens am Anfange dieses Zeitraumes noch
Breslau, wie schon daraus hervorgeht, dass im Januar 1527 eine
nach Wien an König Ferdinand abgeordnete Gesandtschaft des
Breslauer Rathes um Aufhebung des Niederlagsrechtes der Wiener
,für die Handlung g3n Venedig" sich verwenden sollte ^^). Mit
Namen zu nennen wäre hier nochmals jener
') cf. Elze, Gesch. S. 41—43. — ^) bestattet in Sa. Marina. ~ =>) cf. Bd. I
Nr. 724 u. ff. - '') ebda. Nr. 767. — V^esch. S._63 u. Ö4. -- «) bestattet auf
S. Cristoforo, s. Elze, Gesch. S. 03, 115, 116. — ') best, ebda., s. Elze, Gesch.
S. 82. - «) best. ebda. Elze S.63-, 83. - ») best. ebda. Elze S.63, 71, 82. — ">) Elze,
Gesch. S. 64, 79. — ") cf. oben S. 143. — '^) Klose's Darstellung der inneren
Verhältnisse der Stadt Breslau 1458 — 1526 in den Script, rer. Silesiac. t. III
p. 409 (cf. 411).
192 Geschichtliches.
Konrad Sauermann, dessen Schuldforderung (von 6300 Dukaten)
, Wolfgang Wiener Breslauscher Bürger in Venedig auszahlen
sollte* ^); ferner (ob Kaufmann, wird nicht gesagt)
David Forst, der Sohn eines Georg Forst, 25. Mai 1590, 24 J.
alt, in Venedig gestorben und bestattet^); ferner
Christ. Wilh. König, Prot., geb. 10. April 1699, 1716 Kauf-
diener, 1746 Kaufherr, gest. 18. Okt. 1760 3).
Aus Zittau in dem benachbarten Sachsen waren
Joh. Jak. Hartig (?), in der Liste von 1646 genannt^); und
Joh. Phil. Hering, der wenigstens 1707 — 18 in Venedig etablirt
war ^) ;
aus Lengenfeld im Voigtland nennt Elze *^)
Dan. Frdr. Wolff, Prot., 1742 Kaufdiener, 1753 Kaufherr, noch
1775 in Venedig;
aus Gräfe nthal in Thüringen^)
Frdr. Sam. Wenndrich, Prot., 1753 Kaufdiener, vor 1755 Kauf-
herr, gest. 21. Nov. 1775. —
Wir beschliessen diesen Rundgang mit Nürnberg, das auch
jetzt wieder wie in früherer Zeit neben Augsburg am meisten am
Handel mit Venedig betheiligt erscheint. Ich möchte an dieser
Stelle auf die Notiz aus dem Jahre 1649**) hinweisen, dass die
deutschen Kaufleute, welche „am meisten nach Venedig gehandelt,
zum Merkzeichen vor Alters die Venedische arma oder insignia
S. Marci (d. h. den Löwen des heil. Markus) an ihren Häusern in
Stein inalboriren" Hessen ^).
In der Liste von 1508 begegnen wir folgenden Nürnbergern:
Anton Kolb (auch 1515 im Fondaco)^^);
Leonhard EysfogeP^);
einem Friedrich ohnr J-]amiliennamen ;
Joh. Imhof nebst Söhnen ^ ^) ;
Franz und Joh. Baumgartner;
Zacharias Stahl ^ ^) ;
Jobst Memminger ^'*^);
Wolfhard Schwarz {?)^^);
Hieronymus Foith (?);
*) Klose a. a. 0. p. 137. — ^) in S. Giovanni e Paolo. — ^) bestattet at
S. Cristoforo, Elze S. 64. — *) nach Angabe von Herrn Pfarrer Elze. — ^) Elze,
Gesch. S. 109-111; cf. S. 117 u. 119, wo zum Jahre 1748 und 1757 ein Christn.
Aug. und ein Gottfr. Benj. Hering aus Zittau als Kaufdiener genannt werden.
«) Gesch. S. 64 u. 122. — ') ebda. S. 70 Anm. 2. — «) Bd. I Nr. 761 S. 453. -
®) In Nürnberg erinnere ich mich selbst dieses Wahrzeichens an einem Hause
der Adlerstrasse und am Viatishaus; cf. Festing, Ein Gang durch Nürnberg 1882
S. 19 u. 21. — ^*') cf. Thomas, Register etc. S. 81 und Lochner, Die Personen-
namen in Albr. Dürer's Briefen aus Venedig (1870) S. 33. — *^) cf. oben S. 79.
- 12) cf. Lochner a. a. 0. S. 25 u. ff. - '^) cf. Bd. I Nr. 645, wo er als ,civis
Venetus' bezeichnet wird; cf. Siebmacher V, 1 p. 16. — ^*) cf. Roth I, 345. —
") ein Wolflfgang Schwarz war 1504 Genannter; cf. Roth, Verzeichniss aller Ge-
nannten des Grössern Raths (1802) S. 53; derselbe wird bei Sanuto IX, 257 erwähnt.
Geschichtliches. 193
Sebald Reicht);
ferner in der Liste von 1578:
Leonhard Hermann (oder Augsburger?);
in der von 1646:
Bartolomaeus Viatis (wohl der Sohn des 1558 nach Nürnberg
übergesiedelten Venetianers gleichen Namens) ^) und Martin
Peller, als deren Vertreter 1640 Peter Cresser genannt wird^);
Lorenz, Horatius und Wolfhard Gutbrod, der letztere gest. 27. Nov.
1649, 55 J. alt-^);
Balthassar Ertel (Oertel?)^);
Christoph Rottenhoffer, 1640 Vertreter für den Frankfurter Nicol.
Fleischbein *^) ;
Christoph Führer '^) ;
Wilhelm Imhof;
Joachim Hendel ^) ;
Pandulf, Jacob, Joachim und Georg Fin (Fynn?)^), der letztere
auch 1640 schon im Fondaco^*');
Johann Gast, gestorben 1649, 21. Juli in Venedig ^^).
Eine grosse Anzahl Nürnberger ist dann auch unter den Con-
suln zu finden:
1505 Franz Hirschvogel;
1506 Sebald KneisseP^);
1508—1512 Sebald Grundlach (?)^^);
^) wenn unter diesem, wie kaum zu bezweifeln, der ,Sinisbaldo Rizzo,
zu verstehen, der unter den Miethern der neuen Gewölbe erscheint; (Bd. I
Nr. 658) ; cf. Anton Tucher's Haushaltbuch , hrsg. von Loose in der Bibliothek
des literar. Vereins Bd. 134 S. 58. — ") ^der 1538 in Venedig geboren, 1550
arm und gänzlich mittellos nach Nürnberg kam und hier zuletzt eine wohl-
habende Wittwe heirathete, die seine letzte Dienstherrin gewesen war. Durch
Handel mit Semisch-Leder , Straussenfedem , Färbereien, vorzüglich mit Lein-
wand, schwang er sich so empor, dass er gegen Ende des Jahrhunderts als
einer der reichsten Kaufleute in Deutschland galt und ein Vermögen von weit
über eine Million Gulden hinterlassen haben soll. Seinem Schwiegersohne Martin
Peller baute er, nachdem er für sich ein stattliches Haus an der Barfüsser-
(jetzt Museums-) Brücke vollendet hatte, in Nürnberg am Aegidienplatz das
berühmte Peller'sche Haus, das Muster eines glänzenden Bürgerhauses aus dem
16. Jahrh. und zugleich der sprechende Beweis von der Herrschaft des italie-
nischen Geschmackes in Oberdeutschland" ; Falke in der Zeitschr. f. deutsche
Kulturgesch. 1859 S. 613. Der Hofraum namentlich erinnert lebhaft an den
Fondaco in Venedig. Gestorben ist Bartholomäus Viatis — übrigens nur ein
Beispiel für manche andere nach Deutschland eingewanderte Venetianer —
1624 in Nürnberg; cf. Vulpius, Kuriositäten Bd. V S. 550. - ^) Bd. I Nr. 748.
— *) bestattet in S. Bartolomeo ; cf. oben S. 169. Ein 1642 verstorbener Lorenz
G. aus Steyr liegt begraben auf dem S. Johannis-Kirchhof in Nürnberg; s. Gugel,
Norischer Christen Freydhöfe Gedächtniss (1682) Bd. I S. 35 und Trechsel, Er-
neuertes Gedächtniss des Nümb. Johannis-Kirchhofes (1736) S. 603. — ') cf. Roth
1, 351. — *) cf. oben S. 189; cf. Siebmacher, V, 2 p. 9. — ') cf. Gugel a. a. 0.
I, 12. - ») cf. Roth I, 332. — ») ebda. II, 52 u. Siebmacher, Wappenbuch V, 2,
p. 14. - ^°) Bd. I Nr. 743. — ") bestattet in S. Bartolomeo; cf. Gugel 1, 83 u. II, 128.
— >2) cf. Roth I, 339. - ") Gundlach? cf. Roth I, 327.
13
194
Geschichtliches.
1513—1516 Ulrich Mayer (?) i), 1518 - 14 mit Stephan Rigler (?) 2);
1518—1519 Johann von Wimpfen (?)3);
1520—1522 Veit Wittich (?)^);
1526, 1580, 1531 Johann Futach (Füterer?)^);
1528-1529 Moritz Fischer«);
1548—1549 Stephan Fenzel');
1556 Georg Freidel (Friedel?) 8);
1556—1557 und 1561 Bernhard Pflanzer (Flänzer?) ");
1557—1558 Sebald Hendel;
1564, 1568 Georg Fenzel;
1566, 1602 Bernhard Noettel^«);
1573, 1576—1577, 1588 Horatius Fenzel;
1587 Heinrich Imhof;
1588 Martin Peller;
1589 N. NoettePi);
1594 Michael Imhof;
1596—1597 Eberhard Seutter (?)^^) und Johann Schopper (?); der
letztere auch 1607—1609, 1617:
1605—1606, 1620—1622 Wolfhard Gutbrod;
1610—1611 Adam Hendel;
1633—1634 Joachim Hendel;
1645—1646, 1655—1657, 1662—1664, 1666—1669, 1672—1673
Peter Cresser, Prot., 1640 Vertreter von Viatis und Peller, 1684
in Venedig gestorben ^ ^) ;
1647 — 1649 Joh. Joach. Hendel und Christ. Rottenhofer, der letztere
auch 1651—1653;
1649—1651 Tobias Martin Peller, Prot.i*);
1657—1659 Franz Pilgram (?)^^) und Joh. Wolfhard Auracher^^),
der letztere auch 1664—1666, 1679—1682;
1669 Joh. Christoph Welsch (?)i*');
1675—1679 Balthassar Ertel (?);
1709—1712 Georg Christ. Brückner i^), noch 1723 im Fondaco^«).
Begraben aber liegen in Venedig ausser den schon genannten
noch folgende Nürnberger:
Sebastian Unterholzer der jüngere, gest. 1564^'');
ein Bartholomäus (Barthelmess?), gest. 14, Sept. 1578, 16 J. alt 2*^);
Horatius Fin (?), gest. 29. Sept. 1591, 50 J. alt 2"):
Joachim Imhoff, gest. 3. Juni 1595, 20 J. alt^o);
t
1) cf. Roth II, 256. - ') Friedr. R. war 1498 Genannter; cf. Roth, Ver-
zeichniss S. 49. — =*) Roth II, 262. - *) ebda. 117. — ') cf. Ant. Tucher's Haus-
haltbuch S. 177. — «) cf. Roth II, 251. — ') cf. Gugel I, 78. — «) ebda. 172. —
«) Flenzer im 17. Jahrh. in Nürnb.; cf. Roth II, 251. - ^°) cf. Roth I, 348. —
11) Kiechel, Reisen a. a. 0. S. 463. — '^) cf. Roth II, 100 u. 244; aber auch in
Augsburg, Kempten und Lindau kommen Seutter vor. — ^^) cf. Elze S. 59. —
") ebda. S. 56. - '^) cf. Roth I, 353 ; II, 83 u. Verzeichn. aller Genannten S. 90
u. 101 (zu 1569 u. 1593); oder aus Memmingen? Elze S. 56. — ^''') ein Balth.
W. war 1625 Genannter; cf. Roth S. 116. — '') cf. Roth II, 41. — '') Elze bei
Thomas, Milesio, S. 85. — ") cf. oben S. 173. - ^'^) bestattet in S. Bartolomeo.
Geschichtliches. 195
Tobias Fin, gest. 7. Juli 1616 im 24. J. i).
Jonas Miller, gest. 5. April 1659, 53 J. alt 2);
Karl Friedrich Volkamer von Kirchensittenbach , gest. 9. März
1707, 25 J. alt^);
Michael Foliant, gest. 2. Juli 1739, 50 J. alt^);
Joh. Andr. Seitz, gest. 1. April 1759, 26 J. alt 5);
Joh. Karl Schweyer (Sohn des Karl Magnus Schweyer), Prot.,
geb. 1691, schon 1720 in Venedig etablirt, 1723 im Fondaco*^),
gest. 4. Sept. 1759'^), und seine Gattin Magdalena geb. Forster,
gest. 30. April 1771 '); vielleicht deren Schwager:
Martin Pius Forster, gest. 22. Okt. 1787 im 22. J. ').
Endlich verzeichne ich noch folgende, anderwärts als mit
Venedig in Handelsverbindung stehend erwähnte Nürnberger:
1506, zur Zeit, als Albrecht Dürer sich in Venedig aufhielt und
von ihm in seinen Briefen genannt ^) : Bernhard Hirschvogel ;
Kastell Fugger (mit dem Reh); Sebastian und Franz Imhof;
Bernhard Holzbeck; Andreas Künhofer;
1507 Joh. und Ambrosius Schütz und Georg FröscheP);
1507, 1516 und 1517 Georg Spengler i«);
1507 und 1512 Hans Imhof's Sohn^i);
1509 Kaspar Letscher^^); wozu
Anton Tucher selbst noch zu zählen; ferner
Angelus Säur, der zwischen 1530 und 1540 einen lebhaften Tuch-
handel mit Venedig betrieb ^^);
1575 Paul Tucher 1*);
1607 Jakob VaPS);
1609 Jesaias Clivan (Cliver)!^);
um 1650 Familie Haid, Prot.i^);
1675 Joh. Lor. Schweyer ^^), zu dem später Karl Magnus Schweyer
in die Lehre kam, der selbst wenigstens 1706 — 1714 als Kauf-
herr in Venedig erscheint ^^) und der Vater des oben genannten
Joh. Karl Schweyer war;
1689 Hanns Wolff und Emmerich Auracher, bei denen Hans
Tieffrer aus einer Villacher Familie als Kaufdiener eintrat ^^);
1707—12 Joh. Thom. Rottenhoffer ^i);
1719 Joh. Adam Fleischer, Prot., der auch 1723 als Compagnon
') bestattet in S. Bartolomeo; 1613 Genannter; cf. Roth, Verzeichn. S. 110.
— ^) cf. oben S. 173. — ') bestattet als Protestant am Lido. — ^) bestattet in
S. Canciano. — *) bestattet auf S. Cristoforo ; cf. Sterberegister von S. Barto-
lomeo. — ") B. Elze, Gesch. S. 80 Anm. 5 u. 113 und bei Thomas, Milesio S. 86.
— ') bestattet auf S. Cristoforo. — ") cf. Quellenschriften für Kunstgeschichte
Bd. 3 S. 3 ff., 186 ff. — «) Bd. I Nr. 643. — '«) ebda. Nr. 645; cf. Ant. Tucher's
Haushaltbuch S. 43, 131, 154. — i') Ant. Tucher's Haushaltbuch S. 53 u. 96. -
^^) ebda. S. 69. - ") Falke in d. Zeitschr. f. d. Kulturgesch. 1859 S. 11. - '') cf. Bd. I
Nr. 710. - 1*) ebda. Nr. 723. — '") ebda. Nr. 729 ; cf. ,Addenda' zu Bd. I. — '') nach
Elze, Gesch. S. 56. - '«) Elze S. 80 Anm. 5; cf. Roth H, 99 (1684 Genannter).
— 19) Elze S. 80, 109-111. — ^o) cf. Zeitschrift für Baiern Bd. 3 Jahrg. 2 (1817)
S. 357 und Roth II, 103, 104; oben S. 172. — "') Elze S. 108—111.
196
Geschichtliches,
von Zimmermann genannt wird, mit dem er wenigstens bis
1728 associirt war^); der letzteren Familie gehörte vielleicht
der 1743 — 46 genannte Joh. Matth. Zimmermann an ^).
Endlich sind aus einigen Orten der Umgegend von Nürnberg
noch folgende Kaufleute als mit Venedig in Verbindung stehend zu
erwähnen: aus Feucht:
Joh. Mich. Wagner, Prot., geb. 6. Dez. 1685, 1722 in Venedig
etablirt, auch 1723 im Fondaco, 1747 oder 1753 stellvertreten-
der Consul, gestorben 30. März 1767 in Venedig^);
Joh. Sal. Wagner (?), Prot., 1719 Kaufherr^);
aus Wendelstein:
Seb. Schalckhauser, Prot., geb. 11. Okt. 1701, 1722 Kaufdiener,
1735 Kaufherr, 1743—66 mit Hügel, bis 1754 auch mit Jastram
associirt, 1762 (?) Consul, gest. 22. Dez. 1774 in Venedig^);
Joh. Konr. Reck, Prot., geb. 3. März 1721, 1759 Kaufdiener, 176^
Kaufherr, 1775 — 87 mit Lamminit associirt, gest. 11. Dez. 1801
in Venedig^).
Im Anschluss hieran mögen noch genannt werden:
Konrad Ster aus Windsheim, 1557 — 1558 Consul, wahrscheinlich
11. Juli 1568 in Venedig gestorben''), und Sebastian Ster,
1573 in Venedig 8).
Bei dieser Uebersicht ist nicht einmal ganz berücksichtigt jenes
Sterberegister von S. Bartolomeo und das Verzeichniss der jungen
Kaufleute oder Lehrlinge, „Diener und anderer Recommandirten,
welche von Anno 1705 an in die evangelische Gemeinde auf- und
angenommen wurden"^), deren Zahl sich von 1705 bis 1797 auf
nicht weniger als 573 belief — allerdings ein sprechender Beweis
dafür, dass Venedig selbst im vorigen Jahrhundert noch „als einer
der besten Plätze für die praktische Ausbildung junger Kaufleute" ^),
als Hochschule des Handels galt. —
Was ferner die Waaren betrifft, welche den Gegenstand des
deutsch-venetianischen Handels in dieser Zeit bildeten, so geben jene
früher erwähnten Tarif- und Handelsbücher uns darüber den besten
Aufschluss. Sie sind im Wesentlichen dieselben, wie in früherer Zeit,
Spezereien, Baumwolle, Seidenwaaren, Glassachen bildeten noch
immer die Hauptausfuhrartikel der Deutschen aus Venedig ^^); und
wie früher brachten diese die „Erzeugnisse der Natur oder de&
1) Elze, Gesch. S. 63, 114 und bei Thomas, Milesio S. 85. - '-) Elze S. 116,
117. _ 3^ bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 71, 82 und bei Thomas, Milesio
S. 85. - ^) Elze, Gesch. S. 63. — ') bestattet auf S. Cristoforo, s. Elze S. 71
Anm. 2 und S. 82, 83 Anm. 3. — '') best, ebda., s. Elze S. 65, 91 Anm., 122- 124.
— ') best, in S. Bartolomeo. — *) Bd. 1 Nr. 709; gest. 1576 und in Augsburg
begraben: cf. Prasch 11, 97. — ') Elze S. 108 u. ff. — '") Paolo Paruta, bist.
Venetiana lib. XI nennt als solche ,speciarie, gottoni et moltre altre merci';
cf. Falke, Oberdeutschlands Handelsbeziehungen zu Südeuropa im Anfang des
16. Jahrh. in der Zeitsclirift für deutsche Kulturgeschichte 1859 S. 610.
Geschichtliches. 197
Fleisses" von Deutschland^), Eisen, Stahl, Gold, Silber, besonders
aber Leinwand, Tücher, Pelzwerk und allerlei Kramsachen, nach
der Lagunenstadt.
So werden in der ,Tariffa' von 1572 als „hereinkommende
Güter im Teutschen Hauss" aufgeführt^): Tele d. i. Leinwat
(Leinwand) und zwar: Ochsenbrucker (aus Osnabrück), Praunawer
(Braunau in Bayern), St. Galler, Cosch witzer (Konstanz), Kemptner;
Rupfen (aus Werg), Zwilch „geschmitzter. Bayerischer, Münchner",
Pairischer Peyeri ^), Piachen oder grob Rupfen; Merze oder Kramerey :
Ambra oder Augstein, Antimonio (Spiessglas), Zinober, Quecksilber,
Bruckischer (Brügge?) Atlas, Thuch aller Sort, Carise aller Sort
(Kirsey, gekörperte Sarsche?), Friseto (Organsinseide), Tepich und
Razi (= arazzi, Tapeten), Farben aller Sort, Barchet, Grana (Ker-
mesbeere) und Palver davon, Zera (Wachs), Federn zu Betten,
Tafelmessing, Messingdraht, Leuchter, Hültzewerk (Holzarbeiten?),
Blech, Kupferdraht, Zon (Stangen), Röt damit man ferbt, Yeriol
(= Vetriuola, Mauerkraut oder Vitriol?), Spongrün (Grünspan),
Zucker, Spiga (Aehren? Lavendel?) und Terrarossa, Risigal(lo) (Rausch-
gelb, Schwefelarsenik) und Arsintico (Arsenik), Zaffero (Saffara?
mineralische Mixtur zum Blaufärben des Glases) undBibergail, Marche-
seta (Schwefelkies), Lidre Hosenfehl (Lepre? Hasenfelle), Messer,
Scheermesser, Tischtücher, Facoli (Fazzoli, Taschentücher), Veladi,
Baumwollne Schleier, Kölnisch Gold (Golddraht?), Glunffen (Glufen?
Heftlein), Börtlein, Fingerhut, Hefftlen, Scheeren, Augengläser,
Spiegel, Pfeifen, Schellen, Paternoster, Elfenbein, Federkiel, Bürsten,
Wetschgertaschen (Hängetaschen, Felleisen), Zeloni, Püxen, Schlösser,
Bertoeli (= Bandelle, Thür- oder Fensterbeschläge), Kupferne und
messingne Kessel, Arrabrustgarn und -fusti (Stangen), Goldschmied-
tiegel. Ferner Zinn und Blei; Schön- und Fech(Pelz-)werk : Conini
oder Kinla-Belg (Kaninchenfelle), Vari oder aller sort Fech, Cebelini
oder Zobel, Armelini oder weisse Hermla, Pulgari (Bulgari) oder
gewerckte Kalbsfel, Grissi zoe grob Loden-Tuch, Martori oder Maeder
(Marder), Loue zeruieri oder Luchsfei, Weisse und rothe Füchsfelle;
Cuori oder Ochsen-, Küh- und Kälberhäute; Pani oder Tuch und
Dapecerey: Santoni, Poloni, Friseti, Sarsse (= sarze, sargie, grobes
Wollen-Tuch), Dopleti und Doploni (Futterbarchent), Cordeladi
(Cordelats, feiner Wollenzeug), Tapedi, Tapecerey aller Sort, Carise;
Largado oder Larget; Cremes; Serwitz (Zirbitzer, eine Drogue aus
der Zirbelnuss); Eisen; Stahl; Ciodi oder eiserne Nägel, Rame oder
Kupfer, Verge di Rame oder Kupferzon (Kupferstangen); Englische
Woll, Lin e Stopa zoe Flachs und Werck (Werg), Safran.
') Ranke, Zur venez. Gesch. S. 29. — ^) S. 25 u. fF. Aehnlich im früher (oben
S. 124) erwähnten Cod. germ. 4032 der hiesigen Staatsbibliothek. — ') In Schmeller's
Wörterbuch (neue Aufl. von Frommann) 1, 224 aus Cgm. 4032 citirt, aber nicht
erklärt; eben daher und aus anderen Hilfsmitteln, wie auch Joh. Ulmann's brauch-
barem Wörterbuch für Kauf leute (Wien 1879), habe ich die in Klammem beigesetzten
Erklärungen entnommen; freilich bleiben noch manche Ausdrücke unauffindbar
l98
jreschiciltliches.
Als Güter, welche „hinweg und hinaus gesandt werden
vom Teutschen Hauss", werden aufgeführt ^) : Piper oder Pfeffer;
Specerei, Troge: Lang und kurz Canel (Zimmt), Negel (Nelken)
und Fusti, Capelleti von Negel (die Köpfe der Nelken), Muscatnus,
Mazis (Muskatblüthe) , Imber (Ingwer), Zucker, Riobarbero (Rha-
barber), Irios (Veilchenwurzel), Myra; Incenso (Weihrauch), Aloue;
Endigo, Alon (Alaun) oder Lume di Rocha; Schwebel, Gallas (Gall-
äpfel). Seyden aller sort (als solche werden später aufgeführt: Rocha
Dopia, Rocha Crespa oder Maremola, Isoila, Wallona, Belladona oder
Wallona Primati, Belgrada, Dechora, Ricolica, Salina Fior di Morea,
Roche Capitoni oder Strusi, Bolicia, Castrauana, Canneri, Ardassa oder
Ardasina, Mamadea oder Ablac, Vicentiner, Bassaner feine, Gewerckte,
Veroner Näh- und Stickseide, Veroner geferbte, Vicentiner Stib-, Pello-
und Näh-, Stesi oder Filetseide). Ferner feine Tuch ; Daffet roh und
gefärbt; Rochen Leder, Corduani (Saffian), Filadi di Goton. Ferner
Fruti oder Fastenspeiss : Mandel, Feigen, Carobe (Johannisbrod), Wein-
beer, Cibeben (Rosinen), Maroni (Kastanien), Capari (Kappern), Li-
moni, Uva di Candia oder Rosin- Weinbeer, Pomi (Granatäpfel),
Olive, Senavro, Naranzi (aranci. Orangen), Citroni; Oglio (Oel); Seife.
Ferner Tuch- und Seidengewand: Resteigno d'oro, goldene und silberne
Thuch, Sammet, Damast, Atlas, Ormasin, Zendeldort, Stattzendel,
Postzendel (verschiedene Arten), Carisse, Zambeloti, Wollentuch;
Goton oder Baumwoll, Schreibpapier; Comini (Kümmel); Malvasier
und Wein; Merze oder Krämerey^); auch Gläser; Gemacht Werck
von Holz oder Messing; Gesalzen Fisch, Hausen-Blattern (Blasen),
Fischbein u. dgl.; Frucht so aus Soria und Alexandria kommen:
Datoli, Pesteygi e Pignoli (Zirbelnüsse); Formasi oder Käs. —
Dasselbe wie von den Waaren gilt von den Wegen, auf denen
dieser Handel sich von Deutschland nach Venedig bewegte. Im
Wesentlichen blieben auch sie die nämlichen — abgesehen von
einzelnen, durch die fortschreitende Kultur hervorgerufenen Ver-
besserungen, auf die hier nicht eingegangen werden kann. Mehr
und mehr kamen nun auch hiefür gedruckte Hilfsmittel auf: Reise-
beschreibungen von Deutschland, Italien, worin die hauptsäch-
lichsten Strassen ausführlich angegeben wurden.
In der Schrift des Guilhelmus Gratarolus ,De regimine iter
agentium' (von 1553) ^) finde ich folgenden Weg von Basel nach Venedig
verzeichnet: Basel — Laufenberg — Schaffhausen — Constanz — Dednang
— Isne — Kempten — Reitte(n) — Ferrerberg — Nazoret — Innsbruck —
Stain(ach) — Brennerberg — And (?) — Brixen — Botzen — Solotoren
^) S. 40 u. fF. — ^) Hier werden zum Theil dieselben Waaren aufgeführt, die
oben als deutsche Einfuhrartikel genannt wurden, weil sich manche der in Venedig
und im Fondaco etablirten deutschen Geschäftshäuser solche aus Deutschland
kommen Hessen und dann selbst weiter expedirten, da jene monopolistischen
Tendenzen der Regierung nicht mehr so streng wie im Mittelalter aufrecht er-
halten werden konnten. — ^) Ausgabe von 1591 in der ,Ars peregrinandi' fol. 175.
Geschichtliches. 199
(Salurn) — Trient — Burg (Borgo)— Hospital — Cobel (Kofi) — Bassan(o)
Castel Franc — Mestres' — Venedig; dann als eine andere Route: Basel
— Liechstal^ Zoffingen — Lucern — Uri — Gottardberg — Pellinsona —
Loners (Lavis) — Ferres (Varese) — Mailand — Cremona — Brescia —
Verona — Vicenza — Citadella — Castelfranco etc.
Neumaier von Ramssla gibt in seiner „Reise durch Welsch-
land" (1622) zwei „ordinari" Wege von Deutschland nach Italien
an^): 1) von Strassburg durch die Schweiz; 2) von Augsburg durch
Tirol, den er folgendermassen näher anführt: von Augsburg über
Landsberg oder Spötingen (Stötting) — Romenkessel und Schöngaw —
Kloster Rotenbusch (Rotenbuch) — Ambergau — Erthal (Ettal) — Parten-
kirch— Mittenwald — Seefeld — Zirl — Inspruck— Schönberg— Matterach
(Matrey) — Steinach — Lueg — Brenner — Gossensäss — Sterzing — Peiser
in der Aw — Brixen — Clausen — Colmar(Collniann)— Blumau — Botzen —
BransoP) — Neumarck— Salurno— S. Michael — Nevis (Lavis) — Trient
— Perschen (Persine) — Lavego (Levico) — II Borgo — Spitaleto — Grigna
— Clause — Carpeney (Carpane) — Bassano — Castelfranco — Tervis —
zu Wasser nach Venedig.
Ebendenselben Weg in umgekehrter Reihenfolge mit einigen
anderen Zwischenstationen finden wir in Martin Zeiller's ,Itinerarium
Germaniae' zum Jahre 1629^): Venedig — Mestre — Treviso — Castel-
franco — Carpenedo — Cisimont oder Cismon — Kobel — Primolano —
Grino — Burgo — Levegno — Persien — Trento — Naves — S. Michel —
Salurn — Neumarckt — Franzuol— Potzn — Startz (Sterzing) — Clausen
— Brixen — Beisser — Im Sack — Mauls — Stertzing — Griess — Stainach
— Mattern (Matrey) — Inspruck — Cirle — Seefeld — Clausen — Scheidnitz
(Scharnitz) — Mittenwald — Partenkirchen — Kienberg — Ettal— Ober-
und Unter- Ammern — Bayerisch Soya (Bayersoyen) — Rotenburg — -
Schöngaw — Landsperg — Augsburg — Zussmarshausen — Günzburg —
Ulm.
Als näheren Weg bezeichnet ZeiUer gleich darauf die Route:
Ulm — ■ Memmingen — Grünenbach (Grönenberg) — Kempten — Nessel-
wang — Füssen — Nazaret — Yms — Landeck — Meran — Tramin —
Trient.
Diese Strasse mögen namentlich die Strassburger gewählt
haben, wenn sie nicht über Basel durch die Schweiz zogen. Als
Stationen auf dem Wege Strassburg — Ulm verzeichnet Zeiller*):
Oberkirch — Noppenau — Kniebiss — Freudenstatt — Schopf loch —
Eyingen — Rotenburg — Derendingen — Reutlingen — Minsingen — Blau-
beurn — Ulm.
Zeiller gibt auch sonst über die Verbindungswege zwischen
den Hauptplätzen in Deutschland selbst genaue Auskunft und viele
Details, so eben über die Strecke Strassburg — Basel oder Nürnberg —
^) S. 1 u. ff. — 2) j)^g Qj^g -werden alle Wahren, so man aus Deutschland
nach Venedig, und von Venedig nach Deutschland schicket, niedergelegt." —
^) S. 340; cf. oben S. 97. — *) ebda. S. 269.
200 Geschichtliches.
Augsburg, Prag — Regensburg und Augsburg, Ulm — Lindau, Passau —
Innsbruck u. s. w. Wir wollen nur noch zwei oder drei Routen
ausführlicher verzeichnen, welche aus 0 esterreich nach Venedig
führten.
Von Wien führte den Reisenden (z.B. im Jahre 1622) der Weg^)
über Gunderstorff — Draesskirchen— Salenau — Neustatt— Neukirchen —
Glockenitz — Schaidwein — Sämring — Spital — Mürzzuschlag — Langen-
wang — Kriegle — Kienberg — Mörtzhoffen — Kapffenberg nach Brück.
Von hier aus konnte man den Weg entweder ^) in weiterer Entfernung
über Berneck — Rötelstein — Fronleuten — Pekach nach Graetz (Graz)
fortsetzen und von da folgende beschwerliche Route einschlagen:
Muereck — Rackerspurg (Radcony) — Pettau — Veistritz — Gonnawitz —
(Lindeck) Hoheneck — Cilly — Sachsenfeld — über die Sann — Fraintz
(Franz) — über den Trojanerberg — Glogowitz — Potpeth (Podpetch) —
durch den Fluss Feistritz — Dregeml — Laybach — Ober-Laybach —
Kruscheza — Pirnbaumer Wald — Haudisch (Haidenschafft) — Görtz —
über den Isonzo — Lazeney (Lucinico) — Gradisca — Oppoliano (Popo-
gliano) — Palma — Muscoli — Cervignano — auf dem Canal in den Taglia-
mento — Caorle — Porto de Piave — Venedig. Oder^) man schlug von
Brück aus den näheren Weg über Leoben — Michael — Margareth —
Knitelfeld — Judenburg — Feistritz — Unzmarkt — Scheifling — Neu-
markt— Friesach — St. Veit — Klagenfurt nach Villach ein. Hier ver-
einigte sich dieser Weg mit jener anderen, wichtigen, von Norden
kommenden Strasse, die^) von Salzburg über Hall — GoUing — Werflfen
— Rastat— den Tauern — Gweng (Tweng) — Mautterdorff — S. Michel
— Katzberg — Reinbach — Gmünd — Spital — Paternion nach Villach und
von da über Arnolstein — Terle — Klein Tärvis — Mal Borgetto — Ponte
Fella — Ponte Chiusa — Venzon — Gemona — Portogruar — Concordia —
Caorle nach Venedig führte.
Diese Route Salzburg — Gemona — Venedig scheint in jener Zeit
besonders auch von den Nürnbergern benutzt worden zu sein. Wie
jener Paul Tucher (1575) seine Waaren von Antwerpen über Nürn-
berg— Salzburg nach Venedig schickt ^), so finden wir auch in Meder's
Handlungsbuch mehrfach diese Strecke erwähnt.
Aehnlich reiste Samuel Kiechel im Jahre 1586*^) von Wien über
denSemmering — Villach — Uhelesteinf Arnoldstein?) — Pontabl — Venzon
— S. Daniel— Valvison (Valvasone) — a la Motta — a la Foschetta nach
Venedig. Den Rückweg aber nahm er im Jahre 1587^) überPadua —
Margera — Meisters — Castelfranco — Carpones — Kobl— Bourgo— Trient
— Nöevis (Lavis) — Neyenmarck — Bozen — zur Clausen — zum Sack
(„ein einige herberg") — zum Lueg („auch ein einzechtige herberg") —
Inspruck — Sehfelld — Bartenkürch — Amberga (Ammergau) — Schon-
gau— Landsperg — Augspurg — Zusmarshausen — Görzberg — Ulm.
M cf. Zeiller S. 300 u. ff. ; cf. oben S. 98. - ^) ebda. S. 327 u. ff. —
8) ebda. S. 568. — ") ebda. S. 570; cf. oben S. 99. — ^) cf. Bd. I Nr. 710. —
«) Reisen, Ausg. von Hassler (Bibl. d. lit. Ver. Bd. 86) S. 144 ff. — ") ebda. S. 463 ff.
Geschichtliches. 201
Hans Greorg Ernstinger reiste 1593^) von Innsbruck ebenfalls
über Wilthan (Wilten) — Matray — Steinach — Lueg — Cottensass
(Gossensass) — Sterzing — Peisser — Brichsen — Clausen — Colman —
Pluemau — Botzen — Brontzol — Neumarckht — S. Florian — Salurn —
S. Michel — Nevis — Trient — Fersen — Levigo — Burgo— Gringo — Kofi
— Primolano — Bassano — Cittadella — ßimine — Padua — Lucefusina auf
der Brenta nach Venedig und von dort zurück^) überMagera — Maestre
— Terviso — Carnudo — Feltre — Gringo nach Trient u. s. w.
Von Interesse ist Ernstinger's im Jahre 1595 unternommene
Heise, die er in Linz antrat und in folgender Weise fortsetzte^):
Ebersperg (Ebelsberg) — Anfelden — Gschwent — Kemeten — Crembsegg
— Cr embsmünster — Claus — Preysegg — D urnbach — Windischgär sten
— Spittäl — Piern — Lienzen (Liezen) — Enss — Rottenman— Triebn —
über den Tauern — S.Johann — Zehhthoff — Muerbruggen (Moederbruck)
— S. Georgendorf — Oberzeyring — Scheif ling — Huntsmarckht (Unz-
markt)'*)— Neumarkht — Tirnstain(Dürnstein)— Friessach— Melbling—
St. Veit — Tautzenberg — Ciagenfurt — Landtscron — Villach — Vodraun
(Federaun) — Zärlstein — Törl — Klain Ter vis — Pontafel — Chiusa —
Venzon (Peischldorf) — Clemona — S. Daniel — Duride (Turrida) —
Valvasona — S. Vito — Porto a Cruara — zu Wasser nach Venedig.
Seltener hören wir dagegen von der Route durch das Am-
pezzo-Thal. Und doch ist es gerade diese, welcher bis heute zur
Erinnerung an den alten Verkehr geradezu der Name der ,Strada
d'AUemagna' geblieben ist. Noch heute liest man an den Meilen-
steinen derselben diesen Namen, der lebhafter als Anderes das
Andenken an die alte Zeit, die Vorstellung an unsere vordem nach
Venedig ziehenden Kaufleute wachruft.
Wer einmal in solchen Gedanken diese Strasse hinabgezogen
ist, der wird dann auch sicher seine Schritte zum ,Fondaco dei Tedeschi'
am Rialto lenken, der für jeden deutschen Besucher Venedigs über-
haupt eine „Sehenswürdigkeit" unter den vielen Schätzen der Lagunen-
stadt sein sollte — als eine Stätte, die zwar, wie bereits Eingangs
erwähnt, nicht, wie so manche andere deutsche Handelskolonie
früherer Zeit im Ausland, von gewaltigen Kämpfen und glorreichen
politischen Siegen unserer Kaufleute zu erzählen hat, die aber
wahrlich nicht minder glänzendes Zeugniss ablegt von deren Unter-
nehmungslust, deren Rührigkeit und Tüchtigkeit, die hier in fried-
licher Arbeit Jahrhunderte lang goldene Früchte für die deutsche
Heimath gezeitigt hat.
') Raisbuch, hrsg. von Walther in der Bibl. des literar. Ver. Bd. 135
S. 31, 35 fF. — 2) ebda. S. 63 ff. - ") ebda. S. 66. — ") gehört vor ScheifUng.
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Liste der Consuln
der
deutschen Kaufmannschaft im Fondaco
1492-1753.
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A-ls das Wertlivollste in der ganzen mehrerwähnten „Beschrei-
bung des Deutschen Hauses in Venedig" durch G. B. Müesio ^) möchte
ich die darin mitgetheilte Liste der Consuln der deutschen Kauf-
mannschaft oder der „Deutschen Nation" im Fondaco von 1492 an
bezeichnen, da sie mit ein Hülfsmittel ist, festzustellen, welche deutsche
Familien von dieser Zeit an noch persönlich am Handel mit Venedig
Theil nahmen. Freilich muss ich sogleich hinzufügen, dass dieselbe
weder vollständig noch korrekt ist. Für die spätere Zeit von 1647 an
hat dies schon Th. Elze nachgewiesen, indem er aus den Original-
protokoUen authentische Verbesserungen und Zusätze ( — 1753) zu
Milesio's Liste hinzufügen konnte '"*). Und was die frühere Zeit be-
trifft, so bin ich in der Lage, wenigstens für mehrere Jahre die
Ungenauigkeit Milesio's festzustellen. In einer Handschrift der Samm-
lung Cicogna's im Museo Civico Correr zu Venedig Nr. 3100 befindet
sich ^) (in Abschriften) eine Anzahl von Briefen der deutschen Con-
suln von 1548 — 1560, welche zum grössten Theil datirt und mit
den Unterschriften der Consuln versehen sind. Die Liste, die sich'
hieraus ergibt, stimmt nun keineswegs mit der bei Milesio.
Ich dachte zuerst daran, nur diese Verbesserungen hier mit-
zutheilen. Aber die Erwägung, wie wichtig und von allgemeinerem
Interesse doch diese Liste ist, und die Hoffnung, die von Milesio
gar sehr verunstalteten und verstümmelten Namen der Consuln
wenigstens theilweise in besserer deutscher Form geben, bei Vielen
auch den Heimathsort hinzufügen zu können, haben mich zu einem
Wiederabdruck der ganzen Liste samt den Verbesserungen und Zu-
sätzen Elze's bewogen. Freilich bei vielen Namen blieb alle Mühe,
die richtige Form und die Heimath zu ermitteln, umsonst; mögen
Andere, Kundigere hier mit ihren Forschungen einsetzen.
Nach Milesio's Angabe wurden die' ersten Consuln, deren es
zwei waren, wie früher erwähnt worden ist'^), 1492 (am 2. April oder
am 2. Februar) eingesetzt, und ihre Amtsdauer währte zuerst 6 Monate
— und zwar wie aus den unten mitgetheilten Angaben zu den Jahren
') Veröffentlicht von G. M. Thomas in den Abhandlgn. d. k. bayer. Akad,
d. Wiss. I. Kl. Bd. XVI, Abth. II (1881); cf. Vorwort zu Bd. I §. VII. — ') ebda.
S. 98—100. — ') cf. Vorwort zu Bd. I S. XIV. - *') cf. oben S. 89.
206 Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco 1492 — 1753.
1557 — 1560 hervorzugehen scheint, von Ende April bis Ende Oktober.
Doch lässt sich ein sicherer Schluss daraus nicht ziehen, da manchmal
auch eine Stellvertretung eintreten konnte. Jedenfalls war Wieder-
wahl gestattet, da dieselben Namen öfters hintereinander begegnen.
Ursprünglich hiessen diese beiden von der deutschen Kaufmannschaft
selbst gewählten Vorsteher von jener gemeinsamen Abgabe (Cottimo),
von welcher früher^) die Rede gewesen ist, ,Cottimieri'; und so
unterschreiben sie sich auch in den vorhin erwähnten Briefen als
,Cottimieri' oder ,Cottemieri' oder ,Cottomieri della Nation Alemana'
oder ,theitscher Nacion'. An einer anderen Stelle ^) heisst es einmal :
,Die 15 Decembris 1539 aldidi (= uditi) m. Zorzi Uthiner (Uttinger)
insieme con altri marcadanti Alemani, deputati al cothimo'. Selbst
1605 findet sich noch^) der Ausdruck ,signori capi sive cottimieri
di fontego', obwohl damals der venetianische Senat bereits seit __
längerer Zeit — nach Milesio^) seit dem 13. Juli 1587, nach Elze al
seit dem 23. August 1578 ^) — die Bezeichnung ,consoli' anwen- ^
dete. Dass wahrscheinlich 1578 über die Greschäftstheilung der
beiden Consuln eine Verfügung getroffen wurde, ist früher bereits
erwähnt worden*^); 1604 wurde in einem Generalkapitel beschlossen,
dass das Amt derselben künftig zwei Jahre dauern sollte ^). — Sonst
gibt Milesio keine weitere Notizen über diese Vorsteher, deren Liste
lautet, wie folgt.
') cf. oben S. 89. - ^) In Cod. Cic. 2795 (Mus. Civ. Corr.) - dem vo
Thomas theilweise veröffentlichten Capitolare dei Visdomini — f. 82'. — ') s. Bd.
Nr. 721. - '') Thomas S. 66. — ') cf. oben S. 90. — «) cf. oben S. 139. -
') Milesio S. 67.
%0l
1492. Guido (Veit) Imhof (Nürnberg) ') und Jakob Keyfferer (?).
1493. Jakob Keyfferer (?) und Sebastian Imbof (Nürnb.).
1494. Stephan Keyfferer (?) und Jeremias Imhof (Nürnb.).
1495. Stephan Keyfferer und Guido (Veit?) Imhof (Nürnb.).
1496. Stephan Keyfferer und Johann Toller (Vöhlin aus Augsburg?).
1497. Dieselben.
1498. Stephan Keyfferer und Franz Imhof (Nürnb.).
1499. Stephan Keyfferer und Peter Imhof (Nürnb.).
1500. Johann Heller (Frankfurt) und Stephan Käser (Salzburg).
1501. Marcus Mülich (Augsb.?) und Stephan Käser (Salzb.).
1502. Johann Stibig (Laibach?) und Robert Lasser (? Salzburg, bei Mi-
lesio: Leser).
1503. Dieselben.
1504. Dieselben.
1505. Johann Musauer (Regensburg) und Franz Hirschvogel (Nürnb.).
1506. Johann Musauer (Regensb.) und Sebald Kneissel (Nürnb.).
1507. Dieselben.
1508. Sebald Grundlach (Gundlach? Nürnb.) und Leonhard Sulzer (Augs-
burg, bei Milesio: Sultar).
1509. Dieselben.
1510. Dieselben.
1511. Dieselben.
1512. Dieselben.
1513. Ulrich Mayer (Nürnb.?) und Stephan Rigler (Nürnb.?).
1514. Dieselben.
1515. Johann Lauginger (Augsb.) und Ulrich Mayer.
1516. Dieselben.
1517. Johann Scheilner (?) und Georg Uttinger (Augsb.).
1518 (27. Mai). Johann von Wimpfen (Nürnb.?) und Blasius Moser
(Salzb.?).
1519. Dieselben.
1520. Konrad Weiss (Augsb.?) und Veit Wittich (Köln? Nürnb.?).
1521. Dieselben.
1522. Dieselben.
1523. Pandulf Schneyker (?) und Christoph Moser (?).
1524. Pandulf Schneyker und Marcus Ulstett (Augsb,),
1525. Pandulf Schneyker und Jakob Welser (Augsb.).
1) Da die Namen bereits früher bei den betreffenden Städten angeführt wurden, ist es
wohl nicht nöthig, hier nochmals die Belege für die Heimathsorte anzugeben, wiewohl ich
gleich hier bei dem ersten Consul nachtragen muss, dass nach Koth's Verzeichniss aller Ge-
nannten des Grossem Raths in Nürnberg (1802) S. 49 der Vorname richtiger Veit lautet.
208 Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco 1492 — 1753.
1526.
1527.
1528.
1529.
1530.
1531.
1532.
1533.
1534.
1535.
1536.
1536
1537.
1538.
1539.
1540.
1541.
1542.
1543.
1544.
1545.
1546.
1547.
1548.
1549,
1549.
1550.
1551,
1551.
1552.
1553,
1553.
1554.
1555.
1556,
1556,
Pandulf Schneyker und Johann Futach (Füterer? Nürnb.).
Ludwig Langenauer (Augsb.) und Friedrich Zankenried (?).
Philipp Walther (Augsb.) und Moritz Fischer (Nürnb.).
Dieselben.
Johann Futach (Füterer? Nürnb.) und Philipp Walther (Augsb.).
Johann Füterer (Nürnb.) und Eaphael Langenauer (Augsb.).
Anton Menhardt (Augsb.) und Philipp Walther (Augsb.).
Anton Menhardt (Augsb.) und Achatius Tegernseer (München).
Anton Menhardt (Augsb.) und Hadrian Huber (?).
Anton Menhardt (Augsb.) und Achatius Tegernseer (München).
Sebastian Unterhölzer (München - Nürnberg) und Gerhard Haug
(Augsb.).
m. V. = 1537, 21. Februar, werden als Cottimieri genannt Sebastian
Soth (Schott aus Frankfurt?) und Philipp Walther in Cod. Cicogna
3100 des Museo Civico Correr zu Venedig im Register „Zue den
geschrifften im Canzelo und Ledlen", Rubrik: ,Obligatione, accordi,
scritti et procure'. Milesio nennt zum Jahre:
Pandulf Herwart (Augsb.) und Philipp Walther (Augsb.).
Philipp Walther (Augsb.) und Sebastian Unterholzer (München-
Nürnb.).
Georg üttinger (Augsb.) und Sebastian Soth (Schott? Frankf. ?).
Georg Üttinger (Augsb.) und Johann Heder (? Nürnb.).
Franciscus Van-Cölln (Aachen) und Erasmus Matschperger (Salz-
burg).
Dieselben.
Dieselben.
Jakob Eberz (Isny) und Erasmus Matschperger (Salzb.).
Dieselben.
Johann Amhauser (Augsb.) und David Ott (Innsbruck- Augsb.?).
Dieselben.
und David Ott. Beide unterschreiben
1548 ,per la Comon Nation Alemana';
Cod. Cic. 3100 Copia der brieff etc.
Stephan Fenzel (Nürnb.?)
noch am 15. November
s. Ven. Mus. Civ. Corr.
fol. 19; fol. 20.
6. August, unterschreibt Stephan Fenzel, während bei Milesio ge-
nannt sind zum Jahre:
Jakob Eberz (Isny) und Philipp Walther (Augsb.).
Dieselben.
7. März. Johann Anhauser (Augsb.) und Jakob Eberz (Isny); (Cod.
Cic. 3100 fol. 20'); bei Milesio:
Albert Schad (Ulm) und Ulrich Waiblinger (Augsb.).
Dieselben.
18. April. Hieronymus Gienger (Augsb.) und Albert Schad (Ulm)
, Cottimieri della nation Allemana et per nome di essa' (Cod.
Cic. 3100 fol. 24) ; bei Milesio :
Joh. Amhauser (Augsb.) und Hieronymus Pinfer (? Ginger?).
Karl Rehlinger (Augsb.) und David Ott (Innsbr. ?).
Sigmund Ehen (Augsb.) und David Ott.
6. März. Georg Freidel (Nürnb.) und Sebastian Ulstatt (Augsb.)
,Cottimieri' (Cod. Cic. 3100 fol. 31 und 33).
6. April. Bernhard Pflanzer (Flänzer aus Nürnb.?) und Sebastian
Ulstatt (Augsb.). (Cod. Cic. 3100 fol. 26.)
1
Liste der Consuln der deutschen Kaufraannschaft im Fondaco 1492 — 1753. 209
1556, 28. Juli. Bernhard Pflanzer und Joh. Amhauser (Augsb.). (Cod.
Cic. 3100 fol. 36.)
1556, 19. Okt. und 10. u. 12. Dez. Bernhard Pflanzer und Sebastian
ülstatt. (Cod. Cic. 3100 fol. 36'-40'.) Diese auch bei Milesio
genannt zum Jahre 1556.
1557, 14., 30., 31. März und 8. Mai. Bernhard Pflanzer und Martin
Fogler (Nürnb.?). (Cod. Cic. 3100 fol. 42—45.)
1557, 14. und 21. Mai, 3., 23. Juni, 8., 18. Juli etc. bis 30. Okt. Sebald
Hendell (Nürnb.) und Narciss Lieber (Ulm- Augsb.). (Cod. Cic.
3100 fol. 45'— 57'.) Diese auch bei Milesio zum Jahre 1557.
1557, 10. Nov. - 1558, 23. April. Sebald Hendell und Konrad Star (Winds-
heim). (Cod. Cic. 3100 fol. 58' -64.)
1558, 6. Juni — 28. Okt. Konrad Ster (Windsheim) und David Adelhardt
(Ulm). (Cod. Cic. 3100 fol. 64'— 69.)
1558, 10. Nov. - 1559, 20. Mai. David Adelhardt (Ulm) und Kaspar
Renff (?). (Cod. Cic. 3100 fol. 70-76.)
1559, 2. Juni— 10. Nov. Hans Maroldt (München?) und Kaspar Renff (?).
(Cod. Cic. 3100 fol. 77-81.) Milesio nennt statt dessen:
1558. Joh. Amhauser und Sebald Hendell.
1559. Joh. Amhauser und David Adelhardt.
1560, 12. Jan. — 23. Mai. Hans Amhauser und Hans Maroldt. (Cod.
Cic. 3100 fol. 81'— 82'.)
1560, 13. Juni — 17. Sept. Hans Amhauser und Hieronymus Rem (Augsb.).
(Cod. Cic. 3100 fol. 83'— 86'.) Milesio nennt zum Jahre:
1560. Karl Rehlinger (Augsb.) und Joh. Maroldt (München?).
1561. Bernhai-d Pflanzer und Andreas Aigler (Ravensburg?).
1562. David Adelhardt (Ulm) und Abraham Rem (Augsb.).
1563. Joh. Amhauser und Abraham Gigler (Ziegler aus Landshut?)
1564. Sebastian Ulstatt (Augsb.) und Georg Penzel (Nürnb.).
1565. Sebastian Sessal (?) und David Adelhai-dt (Ulm).
1566. Kaspar Renff (? Rempff bei Milesio) und Bernhard Noettel (Nürnb.).
1567. Joh. Amhauser und Ant. Schorer (Memmingen). Beide wenigstens
bis 1568, 2. April. Cf. Schreiben des Strassburger Rathes an
dieselben (Vened. Mus. Civ. Corr. Cod. Cic. 3468 Original) im
Anhang.
1568. Joh. Albrecht Armbruster (Strassb.) und Georg Fenzel.
1569. Kaspar Renff und Peter Hateberg (?).
1570. Kaspar Renff und Peter Ozenpener (?).
1571. Leouhard Hermann (Memmingen?) und Joh. Heinrich Gienger(ülm?).
1572. Joh. Amhauser und Christoph Neahoöer (?).
1573. Kaspar Renff und Horaz Fenzel (Nürnb.).
1574. Joh. Eisfogel (Augsb.) und Christoph Hoffer (Villach, bei Milesio
Hopfer).
1575. Joh. Amhauser und Daniel Folmar (? später Volmar).
1576. Kaspar Renff und Horaz Fenzel.
1577. Dieselben.
1578. Joh. Amhauser und Christoph Hoffer (Villach).
1579. David Ott (Innsbruck- Augsb.) und Christoph Hoffer.
1580. Kaspar Renff und Berthold Wideman (Salzb.?^ Villach?).
1581. Kaspar Renff und Marcus Welser (Augsb.).
1582. Marcus Welser und Hieronymus Ott (Innsbr.- Augsb. ?).
1583. Hieronymus Ott und Daniel Volmar (?).
U
210 Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco 1492 — 1753^
1584. Joh. Hopfer (Augsb. oder Hoffer a. Villach?) und Jakob Oper-
mann (?).
1585. Dieselben.
1586. Christoph Ott (Innsbr.- Augsb.?) und Thomas Kargh (Regensb. ?)►
1587. Heinrich Imhof (Nürnb.) und Thomas Kargh.
1588. Horaz Fenzel (Nürnb.) und Martin Peller (Nürnb.).
1589. Hieronymus Ott und Daniel Widholz (Augsb.).
1590. Joh. Hopfer und Daniel Widholz.
1591. Joh. Hopfer und Marcus Manlich (Augsb.).
1592. Daniel Volmar (?) und Karl Ulstatt (Augsb.).
1593. Dieselben.
1594. Christoph Ott und Michael Imhof (Nürnb.).
1595. Joh. Huper (Hopfer?) und Martin Abt (Frankfurt?).
1596. Eberhard Seutter (Nürnb. ? Kempten ?) und Joh. Schopper (Nürnb. ?)
1597. Dieselben.
1598. Christoph Heibig (?) und Joh. Ulstatt (Augsb.).
1599. Matthäus Ainech (Heineke?) und Lorenz Craffter (Augsb.).
1600. Hieronymus Ott und Lorenz Craffter.
1601. Marcus Manlich (Augsb.) und Joh. Yidman (Villach).
1602. David Ulstatt (Augsb.) und Bernhard Noettel (Nürnb.).
1603 — 1604^). Jonas Gangmeister (?) und Georg Walther (Augsb.?).
1605—1606. Christoph Ott und Wolfhard Gutbrod (Steyr-Nürnb.).
1607—1609. Joh. Schopper (Nürnb.?) und Elias Hupper (?).
1610 — 1611. Robert Amhauser (Augsb.) und Adam Hendel (Nürnb.).
1612. Georg Walter (Augsb.?) und Joh. von Stetten (Augsb.).
1613. Joh. Vidman (Villach) und Joh. Heinhauser (?).
1614. Lorenz Craffter (Augsb.) und Christoph Eisfogel (Augsb.?).
1615 — 1616. Robert Amhauser (Augsb.) und Joh. von Stetten (Augsb.)..
1617. Joh. Schopper (Nürnb.?) und Christoph Eisfogel (Augsb.?).
1618-1619. Joh. Vidman und Friedrich Bergh (?).
1620—1622. Wolfhard Gutbrod (Nürnb.) und Georg Reiter (Innsbr.).
1623—1625. Joh. Vidman und Matthäus Schmid (Schwäbisch-Gmünd?).
1626—1627. Hieronymus Ott und Christoph Ulstatt (Augsb.).
1628—1629. Georg Reiter (Innsbr.) und Emmerich Wais (Weiss? Augsb. ?).
1630—1632. Octavius Ott und Joh. Philipp Fleischbein (Frankfurt a. M.)..
1633—1634. Jakob Kechel (Ulm) und Joachim Hendel (Nürnb.).
1635—1636. David Ott und Georg Hopfer (Augsb.).
1637—1638. Peter Linder (Augsb.?) und Georg Zoller (Memmingen).
1639 — 1641. Emmerich Weiss und Maximilian Han (Salzb.).
1642. Kaspar Kechel (Ulm) und Joh. Baptist Schorer (Augsb.).
1643 — 1644. Hieronymus Ott und Ludwig Hopfer (Augsb.).
1645 — 1646. Anton Pepfenhauser (Augsb.) und Peter Cresser (Nürnb.).
1647, vor 15. Aug. — 1649, 19. Juni. Joh. Joachim Hendel (Nürnb.) undi
Christ. Rottenhoffer (Nürnb.) ^).
1649, 9. Juni — 1651, 24. Januar. Anton Pepfenhauser (Augsb.) und
Tobias Martin Peller (Nürnb.).
1651, 24. Jan. — 1653, 26. Aug. Christ. Rottenhoffer (Nürnb.) und Joh..
Jakob Burkhard (Augsb.?).
1) Von hier ab betrag, wie oben erwähnt, nach Milesio (bei Thomas S. 62) die Amts-
daner eigentlich zwei Jahre.
2) Diese und die folgenden von Elze in den , Verbesserungen ..." festgestellt bei
Thomas, Milesio S. 98.
Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco 1492—1753. 211
1653, 16. Aug. — 1655, 23. Sept. Daniel Bachmayer (Augsb.) und Paul
Pecchlin (Böcklin? Augsb.).
1655, 23. Sept. — 1657, 22. Aug. Peter Cresser (Nürnb.) und Abraham
Van-Cölln (Aachen).
1657, 22. Aug. — 1659, 21. Dez. Franz Pilgram (Memmingen? Nürnb.?)
und Joh. Wolfhard Aur acher (Nürnb.).
1659, 21. Dez. — 1662, 17. Jan. Franz Christ. Ambtmann (Klagenfurt)
und Joh. Leonhard Schorer (Augsb.).
1662, 17. Jan. — 1664, 22. Jan. Peter Cresser (Nürnb.) und Abraham
Van-Cölln (Aachen).
1664, 22. Jan.— 1666, 20. Sept. Joh. Wolfhard Auracher (Nürnb.) und
Joh. Hieronymus Eberz (Isny).
1666, 20. Sept. — 1669, 26. Febr. Peter Cresser (Nürnb.) und Matthias
Lauber (Kaufbeuren).
1669, 26. Febr.— 1670, 15. Dez. Abraham Van-Cölln (Aachen) und Joh.
Hieronymus Eberz (Isny), an dessen Statt, da er verreist, 1669,
14. Aug.: Joh. Christ. Welsch (Nürnb.?).
1670, 15. Dez.— 1672, 22. Dez. Joh. Christoph Pommer (Wien) und
Melchior Langenmantel (Augsb.).
1672, 22. Dez. — 1673, 2. Aug. Peter Cresser (Nürnb.) und Gottfried
Eichler (Ravensburg?).
1673, 2. Aug. — 1675, 4. Dez. Matthias Lauber (Kaufbeuren) und Joh.
Jakob Deller (Leutkirch).
1675, 4. Dez.— 1679, 18. Okt. Balthasar Ertel (Nürnb.? Augsb.?) und
Georg Christoph Eberz (Isny) , an dessen Stelle , da er verreist,
1676, 8. Juli: Gabriel Mangolt (Augsb.?).
1^379, 18. Okt.— 1682, 13. Mai. Joh. Wolfhard Auracher (Nürnb.) und
Joh. Langenmantel (Augsb.).
1682, 13. Mai — 1688, zwischen 1. und 15. Mai. Franz Christoph Ambt-
mann (Klagenfurt) und Phil. Albert Rad (Augsb.).
1688—1694. Joh. Jakob Deller (Leutkirch) allein 0.
1695—1702. Joh. Georg Kechel (Ulm) und Joh. Jakob Deller.
1703—1708. Phil. Albert Rad (Augsb.) und Erasmus Hopffer (Augsb.).
1709. Georg Christoph Brückner (Nürnberg) und Phil. Albert Rad
(Augsb.).
1710 — 1712. Gg. Christ. Brückner und Daniel Friedr. Weichmann (Ulm).
1713—1714. Joh. Jakob Pommer (Wien) und Joh. Martin Streng (?).
1715 — 1720, 4. April. Georg Matthias König ^) (Ulm) und Daniel Amman
(Augsb.).
1720, 24. April— 1722, 15. Sept. Joh. Georg Herm. Lucker (Lindau,
Augsb.?) und Jakob Bensperg (Lindau). ^
\1TI, 15. Sept.— 1731, 1. Mai. Joh. Pommer (Venedig) und Joh. Beck
(Augsb.).
1731, 1. Mai -1785, 8. Sept. Felix Fehr (Kempten) und Rudolf Klein-
schmid (Augsb.).
1735, 8. Sept. — 1740, 18. Mai. Benedict Hermann (Memmingen) und
Michael Schürnbrand (Ravensburg).
1740, 18. Mai - 1747, 17. Mai. Joh. Konrad Schwestermüller (Augsb.)
und Lorenz Jakob Mehling (Partenkirchen?).
J) Nach Milesio S. 71, aus dem auch die folgenden Namen — 1716.
*) Die folgenden wieder nach Elze.
212 Liste der Consuln der deutschen Kaufmannschaft im Fondaco 1492 — 1753.
1747, 17. Mai— 1753, 31. Juli. Gottfried Ferdinand (Friedrich ?) Amman
(Augsb.) und Joh. Mich. Hermann (Memmingen), an dessen Stelle
später, z. B. 1753, 30. April, erscheint: Joh. Mich. Wagner
(Feucht bei Nürnb.).
1753, 31. Juli — ? Johann Heinzelmann (Kaufbeuren) und Johann Georg
Stahl (Stuttgart) '),
1) Hiemit schliesst die Reihe bei Elze in den „Verbesserungen etc."; in seiner „Gesch.
der Protest. Bewegungen etc." erwähnt er freilich (S. 83 Anm. 2), dass Stahl — 1759, dann
Seb. Schalckhauser (von Wendelstein bei Nürnb.) 1762 — ?, und (S. 87 Anm. 3) Erhard Eiesch
(V. Lindau) seit 1801 Consuln der Deutschen Nation in Venedig gewesen.
I
m
m.
Grabschriften
Deutsclien in Venedig.
^^
n
Der Sammlung von Grabschriften in Venedig verstorbener und
bestatteter Deutscher, die ich dem Nachlasse Cicogna's entnehmen
konnte^), möchte ich folgendes Wenige vorausschicken.
Emmanuele Antonio Cicogna entstammte einer kretischen, nach
dem Falle von Candia nach Venedig übergesiedelten, Familie und
wurde hier im Jahre 1789 geboren. Zu Udine erzogen, erhielt er
später einen Sekretärsposten beim Appellationsgericht in Venedig, lebte
aber vor Allem bis zu seinem im Jahre 1868 erfolgten Tod seinen
Büchern und historischen vaterländischen Studien. Als Hauptfrucht der
letzteren sind neben seinem ,Saggio di bibliografia Veneziana' (1847)
die ,Inscrizioni Veneziane' zu bezeichnen, deren erster Band 1824
erschien, denen noch 5 weitere (der letzte sechste in 2 Abtheilungen)
folgten bis zum Jahre 1853. Aus welchem Grunde die Fortsetzung
des Werkes unterblieb, ist mir nicht bekannt: auch so darf es als
eines der inhaltreichsten und werthvoUsten Werke zur Geschichte der
Stadt bezeichnet werden. Vorgearbeitet und vorbereitet hatte Cicogna
Alles zur Weiterführung, indem er in sauber geschriebenen Heften die
Inschriften jeder Kirche mit fortlaufenden Nummern zusammengestellt
und bei den umfangreicheren die Anmerkungen in einem besonderen
Hefte beigefüg hat. Diese Hefte ,Fascicoli' in einzelnen , Schede' (Cahiers)
befinden sich heute in der reichen ca. 5000 Nummern zählenden
Handschriftensammlung, die Cicogna sammt seiner grossen Bibliothek
von ca. 40,000 Bänden dem Museo Civico Correr in Venedig ver-
macht hat''*). Freilich nicht als abgeschlossen, nicht als druckreif
kann diese Fortsetzung bezeichnet werden, denn noch fehlt Manches,
was er beim Drucke hinzugefügt hätte, wie aus den bereits ver-
öffentlichten Bänden zu entnehmen ist. lieber die von ihm befolgte
Methode, die auch für die nachfolgenden Grabschriften Geltung hat,
äussert er sich im Vorwort zum ersten Band seines Werkes^) fol-
gendermassen :
Der Eintheilung der Inschriften nach Klassen oder nach Materien
(Stand und Verhältnisse der Personen) oder nach Epochen (chrono-
logisch) oder nach dem Alphabet der Familien, wie sie von Anderen
*) cf. Vorwort zu Bd. I S. XV. — ^) Ich entnehme diese Angaben wie das
Vorhergehende dem Nekrolog auf Cicogna von A. Sagredo im Archivio Storico
ItaUano Ser. 3» t. VII (1868) p. 208 ff. — '») S. 25.
216
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
gewählt worden sei, habe er die nach den Kirchen und den öffent-
lichen und privaten 0 ertlichkeiten vorgezogen — allerdings nur mit
Rücksicht auf die Subscribenten im Interesse einer grösseren Mannig-
faltigkeit und Abwechslung. „Jeder Kirche schicke ich in aller
Kürze deren Geschichte voraus, mich auf das beschränkend, was aus
den Inschriften über Rechte, Privilegien und Schmuck der Kirche
u. s. w. erhellt, und auf das, was die Zeit ihrer Erbauung und ihrer
verschiedenen Restaurirungen betrifft, welch' letztere wichtig sind, um
die Ursache des Verlustes vieler Steine zu erfahren. Ich trete alsdann
in die Kirche ein und, meist mit der rechten Seitenwand beginnend^
hernach auf die linke übergehend und mit dem Fussboden schliessend ^)y
führe ich mit fortlaufender Nummer die Steine auf, die ich finde^
wobei ich die Zahl der Zeilen (durch senkrechte Striche) und alle Ab-
kürzungen des Originals wiedergebe . . . Hierauf verzeichne ich kurz
den Platz, wo jede Inschrift sich befindet. Daran schliessen sich jene
Inschriften, die ich nicht selbst gesehen, deren Kenntniss ich viel-
mehr aus anderen Werken geschöpft, welche selbst auch, sowie deren
Verfasser (nebst den Varianten, wie noch hinzuzufügen ist) genau
angegeben sind. An's Ende setze ich die Inschriften, die ich ausser-
halb der Kirche in der Nähe anderswo, an privaten oder öffentlichen
Plätzen, befinden oder befanden; dann folgt noch ein alphabetisches
Namensverzeichniss über die Inschriften jeder Kirche und endlich
ein erklärendes Verzeichniss der vorkommenden Abkürzungen." Des
weiteren verbreitet sich Cicogna noch über die Anmerkungen, die
er jeder Inschrift beizufügen sich bemühte und die eine Fülle werth-
vollster historischer Notizen aller Art enthalten, manchmal sogar
das Mass des Nothwendigen nicht unbedenklich überschreiten^).
Er entschuldigt sich dabei noch, dass er manche Inschriften
ohne Erläuterung habe lassen müssen; und wenn wir nun näher
zusehen, so finden wir das meist bei den Grabschriften der Deutschen
unterlassen. Dies ist aber für den Venetianer um so mehr zu ent-
schuldigen, als wir selbst leider nicht immer in der Lage sind, hier
zum Ersätze dafür einzuspringen ^).
Es fehlt demnach bei den Inschriften, die ich unten mittheile,
wenn man sie mit diesen Bemerkungen vergleicht, namentlich die
Einleitung über die Kirche selbst, sowie die Uebersicht über die Ab-
kürzungen und das alphabetische Namensverzeichniss, Dafür habe ich
selbst eine Liste der häufigeren und wichtigeren Abkürzungen und ein
^) .cominciando per lo piü suUe pareti a diritta, indi seguendo a sinistra,
e poi sul pavimento scorrendo . . . .' — ^) Dies hat auch ganz richtig Gius.
Tassini erkannt, der im Archivio Veneto Bd. 11, 12 u. 17 in sehr verständiger
Weise angefangen hat, die Vorarbeiten Cicogna's mit einigen Kürzungen heraus-
zugeben — eine sehr erspriessliche Arbeit, die meines Erachtens fortgesetzt zu
■werden verdiente. — ^) Die verbesserten deutschen Namen und sonstige erläu-
ternde Bemerkungen habe ich in Klammern denen Cicogna's hinzugefügt. Voran-
geht jeder Inschrift der Fundort, d. h. die Nummer des ,Fascicolo' und der
jScheda' Cicogna's, sowie des Eintrages bei der betreffenden Kirche.
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 217
chronologisches Verzeichniss der Inschriften hinzugefügt. Im Uebrigen
habe ich Cicogna's Original getreulich wiedergegeben, wobei nur
noch ein Punkt zu erwähnen ist. In den gedruckt vorliegenden
Bänden hat Cicogna bei allen Inschriften durchgängig grosse Buch-
staben angewendet; dies ist bei den anderen, handschriftlichen aber
nicht der Fall. Ob er beim Abdruck dasselbe Verfahren beobachtet
hätte, weiss ich nicht. Da er darüber auch, soviel ich sehe, keine
Andeutungen hinterlassen hat, blieb nichts übrig, als sich genau an
die Vorlage zu halten, wo grosse Buchstaben nur am Anfang u. s. w.
gewählt sind. Der Gleichheit halber habe ich die wenigen deutschen
Grrabschriften, die sich in den veröffentlichten 6 resp. 7 Bänden der
Inscrizioni fanden und die ich der Vollständigkeit zu liebe hier
nochmals wiederzugeben für gut hielt, in derselben Weise, d. h. nicht
mit durchgängig grossen Buchstaben abdrucken lassen, was übrigens
der Uebersichtlichkeit sicher zu Statten kommt, und habe dabei
auch das von Cicogna angewendete v in u umgeändert.
Eine weitere Inschrift habe ich selbst zufällig einmal in der
Kirche S. Maria ai Frari (beim Staatsarchiv) gefunden; und endlich
verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn Pfarrers Dr. Elze die
Kenntniss einer Inschrift aus S. Croce bei Serravalle auf der Strasse
nach dem Cadore, welche diese Sammlung beschliesst.
Mit Ausnahme von 2 — 3 Nummern sind es also Grabschriften
auf Deutsche (nicht bloss Kaufleute), die in Venedig gestorben und
bestattet sind. Ueber den Werth dieser Inschriften ist es wohl
nicht nöthig, viel hinzuzufügen : Jeder wird leicht erkennen, dass sie
für die deutsche Familiengeschichte von hohem Interesse und nicht
geringer Bedeutung sind.
ut
n
Abkürzungen.
A.D.
A. 0.
A. R.
A. R.
A. S.
D. =
D.D.
D.D.
D.M.
D.O.
D.O.
D. T.
D. V.
F. =
F.F.
F.I.
H. F.
H.M.
H. M.
H.M.
H.M.
I. F.
L. B.
M. D.
M. F.
M. H.
M. P.
M. P.
O.E.
O.E.
P. =
P.C.
P. F.
P. F.
P.P.
Q. =
R. E.
0. M. = AI Domino Ottimo Massimo (?).
R. = Anno Originis Redemptoris i).
N. = Anno Redemptoris Nostri.
S. = Anno Reparatae Salutis (cf. Cicogna Inscr. Venez. 1. 1
R. = Anno Salutis Reparatae.
Dominus . Domino . Dedicat.
= Dedicaverunt.
D. = Donum Dedit. Dedicavit (?).
= Domino Magistro.
M. = Deo Optimo Maximo.
M. S. = Deo Optimo Maximo Sacrum.
0. M. = Deo Trino Optimo Maximo i).
et T. S. = Deo Vni (oder Vno) et Trino Sacrum ').
Filius . Fecit.
= Fieri Fecit . Fratres.
— Fieri Jussit.
= Hoc Fecit (Fecerunt).
F. C. = Hoc Monumentum Fieri Curavit.
F. C. C. = Hoc Monumentum Fieri Curaverunt.
P. = Hoc Monumentum Posuit.
P. C. = Hoc Monumentum Poni Curavit (Curaverunt).
= Jussit Fieri.
= Liber Baro.
= Magnifici Domini.
C. = Monumentum Fieri Curavit.
= Monumentum Hoc.
= Monumentum Posuit (Posuerunt).
P. = Monumentum Posuerunt.
B. Q. r- Ossa Ejus Beate Quiescant2).
B. Q. C. = Ossa Ejus Beate Quiescant?
Posuit . Parenti . Patrj.
= Poni Curavit (Curaverunt).
= Poni Fecit oder Positum Fuit.
M. = Poni Fecit (Positum Fuit) Monumenttun.
— Posuerunt.
Quondam.
= Romanae Ecclesiae.
1) So nach Herrn Pfarrer Dr. Elze in Venedig aufzulösen.
2) So aufzulösen nach Prof. G. M. Thomas, dessen ich hier nicht ohne Wehmuth gedenke.
Denn während des Druckes dieser Arbeit, welche eine Ergänzung zu seinen, von uns so oft
citirten, Publikationen sein soll, ist derselbe aus dem Leben geschieden. 0. E. B. Q. !
112
R. S. H. — Reparatae Salutis Hominum (?)
T. P. H. M. S. = Testamente Patris Hoc Monumentum Statuere.
T. S. = Trinitati Sacrum i).
T. S. E. L. = Trinitati Sacrum Et ? i).
V. F. = Vivens Fecit.
V. M. = Virgine Maria.
XPO = Christo,
co.'evang. (alt.) = comu evangelü (oder como dell' evangelio) „auf der rechten Seite des
Altars" (alt. = in alto, oben).
c. epist. — como dell' epistola „auf der linken Seite des Altars".
Arr. = Arrigoni2), eine Abschrift der von M. Luciani (cf. unten) gesammelten Inschriften in
S. Giovanni e Paolo, im Besitze des Grafen Orosio Arrigoni befindlich (Manuscript).
Berg. — Bergantini, Gius. Giacinto Maria, Sammlung der Inschriften in Sa. Maria de'
Servi. (Mss.)
Col. = Coleti, Gian Domenico (t 1798), Sammlung der venetianischen Inschriften. (Mss.)
Gurti — Curti, Rocco (t c. 1770), ,Inscrizioni sacre e profane . . . di Venezia.' (Mss.)
Grad. = Gradenigo, 4 Bände Grabschriften ,appartenente alla libreria de' nobili Gradenigo
della contrada di Sa. Giustina' (aus der Mitte des 18. Jahrh. ?). Mss.
Luc. = Luciani, Marcantonio, Sammlung der Inschriften in S. Giovanni e Paolo aus dem
Jahre 1521 (nur in handschriftlichen Kopien erhalten, wovon eine bei dem Senator
Pietro Gradenigo unter den 4 Bänden Grabschriften Grad, cf vorhin).
Martinelli ^ Martinelli, Domenico, 11 ritratto overo le cose piü notabili di Venezia (1. Aus-
gabe von 1684 cf. unten Grabschrift Nr. 3 ; neue Ausg. 1705).
Mosch. — Moscliini, Giannantonio, Guida per la cittä di Venezia 1819.
Palfero ~ Palferus, Johannes Georgius (ein Deutscher), Memorabilia Venetiarum monu-
menta .... vor 1635. (Mss. „Erste allgemeine Sammlung für Venedig".)
Scradero = Scradero oder Scradeo , Lorenzo , Monumentorum ptaliae . . . libri 4. Helm-
stadt 1592.
Svayer = Sammlung von ,Inscrizioni sepolcrali Veneziane', welche .apparteneva alla libreria
di Amadeo Svayer' (t 1791). Mss.
Zucch. = Zucchini, Tomm. Arcangelo, Nuova cronaca Veneta . . . 1785.
Nicht erwähnt finde ich bei Cicogna die beiden folgenden Namen: Antonelli und
Corrier (s. unten Grabschrift Nr. 84).
J) So nach Herrn PfaiTer Dr. Elze in Venedig aufzulösen.
2) Die folgenden Abkürzungen und Erklärungen sind theils den handschriftlichen Be-
merkungen Cicogna's in den ,Fascicoli', theils seinem Vorwort zu Bd. I der Inscrizioni
pag. 11—18 entnommen.
i
\i
^p
n
Cicogna. Scheda 498 fasc. 5. Chiesa de' SS. Apostoli n. 53.
D. 0. M. I Sepulchrum Joannis Pauli Jager | pauperum praesidentis
ac ecclesiae procuratoris | et pro posteris suis | Obyt die ascensionis Do
mini | anno Domini \ MDCCXII.
In mezzo di seguito linea capp. Comaro. (Jäger aus?)
2.
Cic. 498 fasc. 6. SS, Apostoli n'»74.
Mors certa incertum mortis genus. Constantino ab Amin Marchiacö
nobili Germano natione gente virtutibus eruditione clarissimo viro. ho-
mini ad omnem summam laudem nato nisi eum e medio gloriae curri-
culo immatura mors summo cum suorum ac bonorum omnium luctu ac
moerore eripuisset Obiit anno S. MDLXXIX. idibus martii aetatis suae
anno duodevicesimo.
Palfero. Palf. ommette : certa, ma suU' autoritä del Gradenigo, benchö posteriore,
ve la posi io. Coleti copiö male : duodecimo. (v. Arnim.)
3.
Cic. 498 fasc. 5. SS. Apostoli n. 76.
D. 0. M. S. 1 Quem vides sarcophagum viator cineres servat nobilis
aeque ac strenui adolescentis Joannis Von der Deiken Saxonis dioecesis
Bremensis qui dum Latio omni illustrato Venetias ut patrios lares repe-
teret advenisset felix inopine morbo oppressus annum agens secundum
supra vigesimum decessit . cuius piis manibus frater Henricus pie paren-
tans boc fieri monumentum curavit . Obiit anno salutis MDXCIl pridie
Kai. novemb.
Martinelli. Martinelli (ediz. 1684) h il primo a riferirla ; altro dice : si ritrovano
in questa chiesa le ceneri di un nobile di Sassonia con la seg(uente)
mem(oria). (Vermuthlich aus dem niedersächsischen Geschlecht Von der
Decken, über welches s. Schmersalü im „Hamburgischen Magazin" 1752
Bd. 9 S. 619 ff.)
4.
Cic. 498 fasc. 5. SS. Apostoli n. 78.
Dum adhuc ordirer succidit me Joannem Gullielmum de GoUen
Friburgensem Briscoium dominum in Kischeimb Ftbalme Bach etc. die
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 221
IX. martii MDCLXXVI quem peregrinantem in terris ut portum caeli
invenirem in aquis statuit voluntas Dei. Disce ex me terrae viator ubique
vivere ut peregrinus caeli . quod gratae memoriae monumentum dilecto
patrui suo poni curavit illustriss. dominus Gervasius Gullielmus a GoUen
sacrae Cesareae regiaeque maiestatis actualis aulico et appellationum con-
siliarius intimusque secretarius . anno Domini MDCLXXVI . die XV. Oc-
tobris . Amico operis executore Francisco Matthia Kircboffer de Kirchoffen
Veronensi protonotario apostolico et canonico Boemiae.
Martinelli. ,E all' incontro dell' altra' dice Martinelli. Curti legge ,Ethalme'
per : Fthalme. (Das Erstere vielleicht richtig und mit Bach zu vereinigen;
Kircheimb wohl = Kirchheim. Yon Gollen seit 170G österr. Freiherren;
cf. Kneschke, Neues allgem. deutsch. Adels-Lexikon 1859 ff. HI, 276.)
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 4.
D. T. 0. M. I Altare hoc erectum fuit süpt | frat.^^ SS. Rosarii nat.
Ger.*® nee | non elee.^^ pio.m Ger.™ hab.™ hie Ven.i^ | incip. | D. Joe.
Nellebach C.« | D. Joe. Parcet V. ] D. Josa Maier S. | sind. | D. Crist."
Gaff et TOhe.mo Koch | MDCXXIIII.
Deipa V. M. 1 ad finem produt. | D. Baltasa.° Wideman C." | D.
Wolegi.o Fiebig V. | D. Casp.» Faul. S. | sind. | D. Leon.d« Six. et Casp.°
Krenchle [ MDCXXV.
Sul muro c. evang. alt. dell' Annunciata in capella. Era la capella e l'altare
della Nazione Germana. (Cf. die folgende Nummer über die Abkürzungen
C. = gastaldo, V. = vicario, S. = scrivano, Sind. = sindicis. Die zuletzt
genannten Namen finden sich zum Theil in etwas anderer Gestalt in einem
Dokument vom 18. Oktober 1629 in der .Mariegola dei Pistori' (Mus. Civ.
Corr. IV n. 5 fol. 99') und zwar in dieser Reihenfolge : Baldisera Vidiman,
Gasparo Fai, Giacomo Sander, Zuanne Cleber, Bolfo Fiebigh, Adamo Sarf,
Gasparo Tungher, Marco Freigher. Es waren also Bäcker ; ob deren Zunft
den Altar gestiftet oder eine andere Vereinigung Deutscher in Venedig über-
haupt, vermag ich nicht zu entscheiden ; cf. oben S. 135. Von den zuerst Ge-
nannten ist Joh. Farcet = Farckhet ein Augsburger Kaufmann (cf. Langen-
mantel , Historie des Regiments . . Augspurg 1725 Register der Herren
Kauff leuthe), ebenso vielleicht Wilhelm Koch ; Christoph Gaff ein deutscher
Wirth des ,Aquila nera' in Venedig; cf. Sterberegister von S. Bartolomeo
unten zu 1609, Okt. 5, 1622, 1638, Aug. 7.)
6.
Cic. 199 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 5.
In tempo fu gastaldo Gasparo Krenckle | Giovanne Kon vicario
Gulielnio Kock scrivano | Michiel Teffinger et Giovane Vnsel sindici | 1610.
In detta capella su quadro. E il quadro collanascita della Madonna c. evangelü.
(cf. oben S. 134.)
7.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 9.
Sepoltura | de' bastazi | di Fontico.
Del sec. XVIII allorchfe si rifece il pavimento. Gradini capp. S. Nicolö. La
antica inscrizione diceva: Sepulture (V) de bastasi in fontico di Todeschi
anno dorn. MDCXXV. (Grabstätte der Träger des Fond.)
222
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
8.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 14.
Monumentum | domus | Teutonicae.
Del sec. XVIII allorche si rifece il ]pavimento. Verso i gradini alt. S. Fran-
cisco Xaverio e tutti santi. (Die Gruft der Deutschen Nation; cf. oben
S. 135 und unten Nr. 27.)
9.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 20.
Successoribus | Hertz | .
Del sec. XVin etc. wie bei 8. AI pilastro.
10.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 31.
Elisabeth Man | 1753.
Capp. maggiore; di flanca c. evang.
11.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeoln. 44.
Anno MDLXXIX | XV. die iulii obiit | nobilis et magnifi | cus do-
minus Pauluti I US a Stetten patriti | us Augustanus . 1 Beati qui in Do-
mino I moriuntur.
Gradenigo. Per error Coleti 16 per 15. ZuccM non ha l'epoca principiando
con: magnificus. Curti dice: dominus Paulus An. Steten; Svayer: Pau
lutius a Stetten.
12.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 49.
Quod I Justo Sorer et success. | P. F. M.
anno MDXXHII XVEI
iulii I ubi maiorum plerique | in quo | Emanuel et Gottofridus | fratres
amantissimi | Alexius pronepos et frater ] fratrib. uxori sibi | et successorib.
1 P.C. I anno MDCL | die XIX mensis augusti.
Gradenigo. Svayer male: Soror. Curti dice: 1700 invece di 1650. (Schorer
aus Memmingen-Augsburg.)
4
13.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 52.
Joannes Cristei ] Augustanus | mercator integer | hoc sepul. | iacet
obiit pridie cal. | Novemb. MDLXX.
Gradenigo. (Statt Cristei jedenfalls zu lesen Cristei ; cf. oben S. 180.)
Grabschriften von Deutschen in Venediff.
223
14.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 53.
Marcus Hantze | Danielis F. | patricius Augustanus | hie situs est
Gloria | soli Deo | anno MDLXXVIII.
Gradenigo. Nel mss. Svayer dopo ,Danielis F' si legge : Joannis patricius ec.
15.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 54.
Bartholomaeus Nurimbergensis | cuius pater alter | Bartholomaeus
Nur I imberg. erat mer | cator ille tarn | integerrimus | heu mors iu-
venem | indolis nob. | XVI annos at | tingentem rapuit | MDLXXVIII
XTTTT sept. | hocq. pia mater fi | eri curavit.
Gradenigo. Svayer per errore nel secondo luogo dice ,Nur | bimer' e ,non'
invece di:nob., cloe nobilissime o nobilis. (Barthelmess ?)
16.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 55.
D. V. et T. S. 1 Siste viator pedem Joachimi Imhoff | Joan. F. patricii
Norimberg. corp. hac | urna clauditur cui in N. iun. R. S. H. | A.MDXCV.
pmatura mor : erep : iu | veni gne avitae familiae suae vir | tutum
aemul : cum vix . A . XX . Juliana | Geuder mater nato filio dulciss. I. F.
soror I isq. moestiss . germano desiderio | luct. sui pub. test. H. M. F. C. C. [
Mors tua Christe mihi vita est | victoria regnum:
Labe mea morior sanguine viso tuo.
Gradenigo. In Zucchini: I per T cioe Trino e cosi copiö Coleti. Zucchini:
Inchoff; Svayer: Inhoff, e Gradenigo: Imhoff; e cosi va bene essendo
cognome noto anche per Jac. Wilhel. Imhoff che diede alla luce varie
opere. Nel mss. si legge : con, ma forse errore per cor. cioe corpus, gne
cioe genere. Coleti 1 ommise e Zucchini fece gnae; Svayer dice: avita
per avitae; Curti: egre invece di gne; a vitar invece di avitae. Svayer:
Gerderi e Grad. Geuderi, Zucchini Geuder. Svayer dice: I. F., ma Gra-
denigo e Zucchini F solo; Curti: corp.
Cic. 499 fasc. 2.
17.
S. Bartolammeo n, 56.
Christo . Hopfer civi | Vilacho optima in | dolis . obiit aetatis | suae
anno XXXXVIII | men. IUI | sibi suisq. heredi | bus anno Domini [
MDXCin men | marzo | die VI.
Gradenigo. jHopfer' Graden., Svayer: Hofer. Svayer III invece di Dil;
Svayer MDXCIIII ; Curti 49 e 3 e 1594. (Hoffer oder Hofer aus Villach,
gestorben 7. März 1594 nach dem Sterberegister von S. Bartolomeo.)
18.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 57.
Johannes Herzel sem .... mercator Augustanus obiit in XPO aetatis
suae anno LX, in cuius memoriam moestiss. eius filius Joannes Herzel
224
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
hoc posuit monumentum sibi suisq. anno Dm MDXCIII mensis septT
die VII.
Gradenigo. Sem . . . cosi nei due mss., Col. 1' ommise. ,Senior' dice Curti.
(Dies jedenfalls richtig.)
19.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 58.
Georgias Stenglinus Augustanus obiit in XPO aetatis suae annorum
XVII . in cuius memoriam optimus eius parens hoc erexit monumentum
ann. Domini MDXCI . mensis iulii die XXII. | Resurget frater tuus . lo : XI.
Gradenigo. Curti ann. 18.
20.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 59.
ßaymundus Imhoff Hier. F. Augustanae Vind. reip. consul patri
cius . Vix . A . XLIII . M . VI . D . XVII . A . Chr . MDXCI . dec . VIII . Regina
Pimlina uxor marito incomparabili moest. P. C. | Expecto donec veniat
immutatio mea.
Gradenigo. ,Consui' il mss. Grad, e Svayer ; Col. disse : consü. Coleti: Priulina.
Curti : oonsul patritius. (Gest. 3. Nov. 1591 cf. Sterberegister v. S. Bartolomeo ;
vermählt mit Reg. Bimel 7. Okt. 1578; cf Augsb. Hochzeitsbuch, hrsg. v.
F. Warnecke S. 77.)
Hl
itri- Am
21.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 60.
Sepultura illustriss .D.D. Joan . Georg . Vngua . L . Baro , in Sonnech .
Germani et ipsius haeredum obiit anno MDLXXXIII . XIX . maii.
Grad. Liberi Baronis cioe ; Curti dice : Vngnad. Bar. (Job. Gg. v. Ungnad
von Sonneck, Sohn des berühmteren Haus Ungnad; cf Dresser, Ungna-
disohe Chronik ri»n2] S. 107; nach dem Sterberegister von S. Bartolomeo
gest. am 28. Mai.)
22.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 63.
Abrahamus Behm patricius Augustanus qui vixit et in Christo obiit
die XXm. M. octob.
Grad. Coleti ,pie' per : qui. (Rem? cf. oben S. 179, 209.)
23.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 64.
Siste viator perlege:
Corpus terra tuum est charis lego nomen amicis.
Solve preces aniraae quisquis amicus ades.
Joan. Vdalrico Georgius Henichius frater moestiss. sibi et haere-
dibus P. C. obiit anno MDCXII. die XI. mensis augusti.
Grad. ,Tuum' lo dice Curti, gli altri : tutum o : tegit. Dopo ,ades' trovo in
Grad. ,Parcati pientiss. mii' che no so cM si attribuisca; ma gli altri
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 225
lo omettono; dopo ,ades' Curti dice : parenti pientiss. filii Joann. Udalrico
e Georgias Henricus (forse Henicliius). — Dann noch eine Randbemerkung :
Scradero (o Scradeo) p. 30(5 del suo libro monumentonim Italiae an. 1592
riferisce quest' inscrizione cosi : , JoannesUldaricus Linckius patric. augustan.
anno domini MDLXVI Februarii die XXV pie hie obiit. Clausit Joannes
Uldricus Linckius annos undenos bis agens hie sua fata pie Augustae
civis ter quingentesimus annus. Ille fuit Christi sextus et undecimus'.
E credo che questa inscrizione riferita dallo Scradero fosse in luogo de
quella che ho riportata io, essendo naturale che sia stata rifatta nel 1612
quando anche il fratello volle esser colä sepelito ; e questo fe il caso che
presto fede allo Scradero, benche nel riferire le inscrizioni sia alquanto
inesatto (vedi anche il Foscarini Lett. Ital. p. 18ö). (Linck a. Augsburg.)
24.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 65.
Rarus gemmar. cognitor hoc lapide premitur Conradus Bau Au-
gustanensis mercator. Andreas Bau de Norimberga e vita decessit anno
MDXXIX die IV. maii. Fratres lugubres posuere MDXXX IL iunii.
Grad. Inperfetto il mss. Grad, in questa inscrizione, ho seguito Moschini
e Coleti; dopo l'anno MDXXIX ,Bais' dice Curti. Curti dice: 1,523 8. Aug
(Baier? oder Weiss?)
25.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 66.
Tobias Hopfer civis Augustanus optimae indolis qui obiit anno
salutis MDXXXXIIII Erasmus Hopfer et Mathias Bachmayer restaura-
runt anno salutis MDCLXXVIIII.
Grad. Curti: 1543. (Nach dem Sterberegister v. S. Bartol. starb ein gleich-
namiger Hopfer am 29. Dez. 1593.)
26.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 67.
Joannes Haider hoc sub lapide quiescit cui videre solem dedit Au-
gusta Vindelicorum diem ultimum urbs Veneta. Vix . satis nam bene
nee male cuiquam . si vivitur vivit filii f. nunc .... bis ....
certo incertus est dibus . unum hoc mihi hodie praesta crastino
quod tibi optatiss . sperabis.
Grad. E tal quäle in Grad., ne fe possibile intendere di piü. Coleti dice:
cuiquam filii moestiss. F. unum ec, e sfogge cosi ogni difficoltä. Curti:
quiesco primum qui videre solem degit augusta — tutti errori e cosi
tutto segue: . . . urbs Veneta vix sat : nam bene : male cuiquam si vivit:
vix : vivitur filii e . . nimium I nunc ibis certo incertus et redibus unum
hoc mihi hodie praesta crastino quod tibi mutatis sperabis.
27.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 68.
Monumentum hoc domus Theutonicae municipes mortalitatis me«
mores in hospita Venetiarum urbe suis posuerunt certum post fata hospi-
tium A. 0. R. MDCXLIX. Exornaverunt A. MDCLXXXI.
Grad. Oggi in luogo di questo abbiamo veduta Tindicazione al n. 11 (cf. oben
Nr. W). Era dietro l'altare della Madonna de' 7 dolori su d'un monumento
nel cui mezzo vedesi scolpita fra fogliami in bronzo la dicta inscrizione ;
fe riportata anche daZuccliini. (Die der deutschen Nation gehörige Gruft
cf. oben S. 135).
15
226
Grahschriften von Deutschen in Venedi».
28.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo ii. 70.
Joseph Miller Jacobi filius merc. sibi et suis vivens posuit anno
Domini MDCXXVII.
Grad. ,Milles' dice Curti.
29.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 76.
Georgias Reiter merc. Oenipontanus vir pietate et prudentia clarus
qui diu Venetiis degit Omnibus gratus cunctis beneficus adeo ut ad pias
causas ex facultatibus validis per se partis ultra scuta decem milia ero-
gaverit . tandem corporali morbo oppressus mente semper libera dedit
Doiparae laudes vivendo coelebs e vita evolavit anno MDCXXXVIII
lU Kai. Novembris in humanis fuit annis ....
Q-rad. Era all' alt. deir addolorata. E anche in Zucchini con poca differenza.
Coleti fece X con Zucchini per III e mise poi : annis LXI di suo Capriccio
e ommise : tandem cori)orali morbo oppressus. , Vivendo celebs abüt et ad
vitam evolavit anno Domini' Curti, e: annis LXIY. (Nach dem Sterbe-
register von S. Bartolom. gest. am 29. Okt. ica7.)
30.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 79.
Ingenuo iuveni Jodoco Schad natione Germano patricio Vlmensi
praematura morte abrepto aetatis suae annum agenti XIX cum mensibus
VI. diebus IX. anno Christi Salvatoris supra millesimum quingentesimum
octuagesimo quarto die XXII Martii. Filio desideratiss. parentes moestiss.
Daniel reip. Vlmensis duumvir cum coniuge Regina amoris ergo FF.
Grad. Era all' alt. di s. Mattia appostolo. (Im Sterberegister von S.
tolomeo unter dem 1. Apiil 1585 verzeichnet.)
31.
Bar
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 84.
D. 0. M, Conrado Stoer Conr. F. mercatori
honestiss. parentibus oriundo Sebastianus ep. de
MDC . . . quinto idus . . . vixit ann ....
celeberr. Winshemiae
se benemer. obiit anno
Grad. CoLeti empi i vacuo MDCXV; idus octobris ann. LIIII. Quell' ,ep' e
un errore certamente. Curti dice : fi-atri, e aggiunge : l'ann. 15K.S quinto
idus iulii cum vixisset annos XLII. (Ster aus Windslieim; cf. oben S. 196.)
32.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartola mneo n. 91.
Dum pars illa mei melier coelestia carpit
Gaudia subiecta clauditur altera humo.
Reddita utraque mihi spondam redivivus in ipsis
Perfruar aeterna prosperitate Bei.
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 227
Nobili atque modesto adoles. | Vito Lagkhner | Franciscus pater
patritius senatoi-q. | Viennes filio cariss. modestiss. | FF. vixit ann. XVI, |
■mens. X. dies XVI | obiit ann. M.Ü.L.X.V.I | die XXX. mens. mar.
Curti. .Mausoleum in atrio januae ecclesiae' dice Curti (cf. oben S. 171).
33.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 08.
Ma^°. dno Chechel merc. Ger", et Magd^. ] uxori eius filius Casparus
sibiq. ac successor. sepulcrum hoc perpetue FF an. 1622.
Curti. ,Forse dominico' Curti. (Kectel a. Ulm; cf. oben S. 185.)
34.
Cic. 499 fasc. 2. S. Bartolammeo n. 103.
Thobias Fin Q. Joannis Norimbergensis hie cineres in empyreo
-animam P. C. sie et postei-um suorum. Obijt anno salutis M.D.CXVI. die
VII. Julii aetatis vero XXIIII.
Curti. (cf. oben S. 195.)
Cic. 499 fasc. 4. S. Beuedetto n. 15.
D. 0. M. I Carolus . Colloredus . comes | ordinis . Teutoniei | eques . et
magnus . eommendatarius . in . Austria | e . secretiori . eonsilio . Caesaris .
legatus . in eins . exercitu | propra . agminis . pedestris . tribunus | Italico .
in hello . et . adversus . Borussorum . regem | strenue . versatus | legatione .
ad . Russos . ac . Britannos \ prudentissime . functus ] A. MDCCLXXXVI.
"VII. cal. nov. | annos . natus . LXIX. j mortalia . hie . omnia . deposuit |
Pavimento in mezzo la chiesa. (C. Borrom. CoUor., geb. 31. Juli 1718, des
Deutsch-Ordens Land-Comthur der Bailei Oesterreich, Oberst e. Infanterie-
Regiments; cf. des heil. Rom. Reichs (ieneal. u. Schemat. Calender auf
1788 S. 35).
36.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 6.
Divo Maximo epis. ] Jo. Paulus Martinus Ludovicus | Bertoldus
"Christophorus et Davit | Vidmani fratres | familiae requie hie constituta |
patriis votis obvii ] DD | MDCXXXIX.
Cappella S. Mas.simo sul rauro cor. evang. (Die Söhne des in Nx\ 37 genann-
ten Joh. Vidman aus Villach; cf. oben S. 172.)
37.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 7.
Joanni Vidimano | filii | paternae benefieentiae | memores | sacelio
■extructo | P. P. obiit MDCXXXIV.
Capp. S. Massimo sul muro cor. epist,- (cf. Nr. 3ö.)
228
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
38.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 17.
Joanni Spangler mex'cat". Alemano 1 qui magis mercatus i pietate-
et religione quam comercio | maesti nep^^. M, H. posuere nee non po-
steris | obyt V. idus augusti MDCCLXXXIII | etatis suae LXVIII.
Pavim. altar. cuor di Gesü al confession. (Aus SalzbixrgV cf. oben S. 175.)
39.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 30.
Sepulchrum familiae | Chenigshaven ! 1752,
A' gradini alt. S. Anton.
40.
Cic. 499 läse. 8. S. Canciano n. 54.
David Otti Nobili Alemano viro optimo mercatori fiäeliss. Baduaria.
uxor moestiss. sibi posterisque tumulum hunc fieri curavit. Obiit anno
aetatis suae LXXII. salutis humanae vero MDLXXIX.
Palfero. Coleti malamente : Danieli pro David, Ott pro Otti. A Davit Otto
Anton Francesco Doni intitnla (poco dopo il I56n) ,Nova opinion del Doni
sopra le imprese amorose e militari ec' V. Attavanta del Doni p. l+,
Firenze 1857, publicata per cura del Cav. Lazari. (Ott aus Innsbruck-
Augsb. ; cf. oben S. 173.)
Cic. 499 fasc. 8.
41.
S. Canciano n. 80.
D. 0. M. I Conrado Filgerio patri optimo nee non ] integerrimae matrfc
Elisabeth posterisq. | ut sibi | Matthaeus filius statuit monuraeutum 1 III..
idus octob. M.D.C.XXV.
Gradenigo.
42.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 82.
Ossa I Philippi Ludovici Flaisbain | a Cleeberg.
obiit die IH. novembris 1 MDCLXXIIII.
aetat, XXVIIl
Gradenigo. (Fleischbein von Cleeberg, fränkische Familie in Frankfurt &M-
cf. Kneschke, Adels-Lexikon III, 276 und oben S. 189.)
43.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 84.
Jo. Georgius Regatsinig | mercator Villachensis | amicorum delicium;
egenorum solatium | hie situs est. 1 Vir sane pius ubiq. muniticus | vereq..
Germanus aevo dignus ] oceumbit | anno sal. MDCXCV. aetat. XLIV.
Gradenigo. (Regatsnig a. Yillach ; cf. oben S. 172.)
ri
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 229
M
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 88.
Amantes filii amato | patri Michaeli Archperger 1 sibi posterisq.
■suis 1 posuere requiem | anno MDCLXXXI.
Grad Svayer: Aichperger. Curti ha Tanno 1739 invece di 1681. Graden,
nella copia fatta dal Curti ha MDDXXXIX (?) ma rorigiuale: MDCLXXXI.
45.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 89.
Basti : Roder | et sui here. et succ. l'ano 1 MDCLXVII.
Grad. Col. 1666.
46.
Cic. 499 fasc. 8. S. Canciano n. 91.
Michael Foliant a Norimbergh. | Sanctae matris ß. E. ] filius | obiit
VI. non. iulii ] anno MDCCXXXIX aetat. suae. L.
Grad. Svayer: Foliant.
47.
Cic. 500 fasc. 2. Chiesa de' SS. Ermagora e Fortunato detta S. Marcuola n. 38.
Joa. Adulph. Hasse | praeclaro harmoniae magistro | natoMDCXCIX]
■defuncto MDCCLXXXIIII | nomine gratae posteritatis | D. D. D. 1 Fran-
<}iscus Sal. Kandier | MDCCCXX.
Sul pavimento in mezzo . . (Nach dem authentischen Zeugniss Kandler's in
seinen ,Cenni storico-critici intorno alla vita ed alle opere del cel. com-
positore di musica Gio. Ad. Hasse detto il Sassone (Venedig 1820) ist
Hasse (geb. 1699 in Bergedorf bei Hamburg) gest. am 16. Dez. 1783.)
48.
Cic. 500 fasc. 6. S. Feiice n. 25.
Hanc domum ultimam | cunctis Balthassar Vidmamis | vir optimus
•sibi I suisque eredibus adhuc | vivens praeparavit | anno salutis |
MDCXXXIV. kal. may. | Anüent . co . Laurentio | Ambrosio patre et filiis |
Oirardi instauratam | anno salutis MDCCXXXXII.
In mezzo a dritta sotto le panche. (co. = condam?)
49.
Cic. 500 iasc. 7. S. Fosca n. 34.
Hie iacet | illmus D: Caietanus L: B: de Widmann D. in ] Raper-
schuang consil: S:™i Elect. Bavariae et | eiusdem in Anglia ablegatus
aetatis XXXXI | obyt XEI Xbm MDCCXIII.
In mezzo. (Frdr. Caj. v. Widnmann auf Rapperszell, Kurbayer. Regierungs-
rath in Araberg; cf. Knesclike, Adels-Lexikon IX, 565.)
230
l^aDscnmtenvon ™e^ enedig.
50.
Cic. 501 fasc. 7. S. Giacomo dall' Orio n. 11.
D. 0. M. I Francisco . Georgio . May | Vindebonensi t religione . pie-
tate . probitate | spectatissimo | Franciscus . Xaverius . ac . Petrus . Leo-
poldus I F. F. de Victorinis | avunculo . beneficentissimo | moerentes | mo-
numentum . hoc . P. C. | obiit idib. apr. an. MDCCCVIII | aetatis . suae . LXX..
Di faccia altare S. Sebastiano. (cf. oben S. 171.)
51.
Cic. 501 fasc. 11. S. Giov. Crisostomo n. 34.
Huius templi procurator Joannes Stainauser Germanus sibi suisq^
piissime M. P. an. Domini MDXXI. XXVI. ian.
Palfero. (Aus Salzburg? cf. oben S. 174.)
52.
Cic. 502 fasc. 1. Chiesa de' SS. Giovanni e Paolo, detta S. Zanipolo e Cap-
pella d5 Madonna della Pace.
Sepultura de i ligado [ ri de fontico 1 MCCCCLXXII.
Pavimento gradini capp. S. Alvise. Vera innanzi altra inscrizione che fii
cassata e forse era questa che trovo nel mss. : ,ligatores de fontico
Theotonicorum posuerunt pro se MCCCCLXXII' e fu per awentura cam-
biata traducendola in italiano a maggior intelligenza. (Gruft der deut-,j
sehen Ballenbinder des Fond. ; cf. oben S. 20.)
53.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 120.
Genere e virtutis nominibus | excellenti iuveni Ludovico Alt [ de-
Salisburga Germano qui | die XVITI. ianuarii anno autem | a Christo natö
M.D.L.XXXV. I aetatis suae XIX. pie ex hac vita | excessit Ludovicus Alt
pro I tempore iunior dictus pater | eius superstes moestus civis ] predictae-
civitatis filio unico | dilecto | = In .' Christo . omnes . vivificabuntur.
Capella de' Morti a Croce in mezzo. La lapide dice : e, Palferi scrisse : et.
(Die Inschrift ist jetzt noch sichtbar , hat lauter grosse Buchstaben und
nach : delicto noch : F. F. ; cf. oben S. 174.)
54.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 166.
Vratis-
morb»
officiü
D. 0. M. S. 1 Egregio iuveni Danieli Forst Germano 1 apud
laviä Silesiae nato que | in cursu virtutis ad optima tendentem
oppressit filio unice charo j Georgig Forst parens moestissim9 qui
istud poti9 ab illo sibi olim | pollicebatur cü lachrimis posuit. |
I Scio quod redemptor me9 vivit |
pro se et suis heredib^ M.P.C. | Obiit pie an. salu. MDXC. maii XXIX. [
aetatis suae XXIIII.
Capella maggiore un poco in fianco. Palferi male : Forest.
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 231
55.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 173.
Sepultura . di . ligador ] de . fontego . di . Todeschi ] adi . primo .
marzo. 1428,
Gradini deir altare, capella Trinitä. (Aelteres Begräbniss? cf. oben Nr. 52.)
56.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 180.
Annae Huobergerin uxori dilectiss. qua cum | vixit unanimiter
annos III . menses IX . dies IX . | ac etiam Joanni Jacobo filiolo men-
sium IUI . I et dier. X. immatura heu morte matrem sequuto | Georgius
Federlein mercator Germanus | coniunx et pater moestiss . doloris sui |
testimonium et sibi et posteris suis | sarcophagum posuit | anno salutis
M.DLXVII.
Capella Trinitä in mezzo. Lo scultore fece: flUiolo, suui, suuis. Palf. erro
nel cognome dicendo : Huobergeim e Federich. (cf. Bd. I Nr. 709 u. oben
S. 181.)
57.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 211.
Joanis et Margaritae Peringer | ac posteror. | 1683. 27. ianiiarii.
Navata di faccia l'Organo.
58.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 229.
D. 0. M. I Joanni Trentini patri | Angelae Bugie matri | Bartholo-
raaeus filius ] sibi suisque P.
Pavimento nel antico capitolo allato alla Sagrestia. (Eine zum Theil jetzt
hier in München lebende, wohl aus Trient stammende Familie.)
59.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 321.
MCCCCV adi XXII marzo 1 obiit Petrus dictus Haler de Norum-
bergo 1 requiescat in | pace.
Dal mss. Luciani e Gradenigo; era in S. Orsola. Arrigoni: Norimbergo.
(Haller; cf. oben S. 76.)
60.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 338.
Anno dni MCCCCXXXVI. die vero | XVII mensis Septembris obiit
honorabilis ] vir Georgius Bauliaw^ civis | et mercator de Wratislavia |
cuius I corpus hie requiescit. Orate pro eo.
Mss. Lnciani e Gradenigo; era in chiostro. (cf. oben S. 72.)
232
Grabschriften von Deutschen in Venediar.
61.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 389.
Hic iacet honorabilis vir Christophorus Cisenhuter | mercator de
Kurembergo qui obiit anno Domini ] MCCCCXVI; mensis augusti XXI.
cuius anima requiescat in pace . amen.
Luc. e Grad.; era in chiostro. (Zu lesen wohl Eisenliuter; cf. oben S. 7(i.)
62.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 403.
MCCCXCVI. adi primo septemb. | Hic iacet nobilis vir dns Coran-
rado Incuria de Norimbergo cuius | anima | requiescat in pace.
Luc. 6 Grad. ; era in chiestro. Goleti credette bene di cangiare e dire: Con-
radus de Incuria. ,Conradus in Curia' Svayer. — Auf einem nachträglicli ein-
gehefteten Zettel femer: ,Nella Mariegola di S. Cattarina dei sacchi che
ho . . . sec. XIV vi e fra casuali lett. E. : S. Eigo Incuria Norimbergo
nob. in fontegho ; e circa 1390, codice mio 278() ; e alla lettera N. : S. ßigo
Incuria todescho in fontego.' (Koni. Imhof ; cf. oben S. 75.)
63.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 431.
Pasche coniug. cariss. immatura morte extincte Nicolaus Franc-
fordie maritus mestiss. suis et sibi V. F. an. MCCCCLXXXI.
Luc. e Grad. ; era in S. Orsola. Ait. : Francfordia. La Eubrica del mss. dice:
Francfordia sive Fontana; e quindi vedere se in Tedesco Francfordia
vuol dir Fontana o se e passato in un Fontana questa sepultura. — Spätere
Notiz : e Francfordia stampatore in Venezia. Vedi la mia Mariegola dei
stampatori. (Nicolaus aus Frankfurt, der bekannte Buchdrucker.)
64.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 449.
Conradus Gruober de Eatisbona et Joannes de Vlma pro se et suis
heredibus posuerunt.
Luc. e Grad. ; era in S. Orsola.
, Gruber' Coleti e Svayer.
65.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 462.
D. M. Stephano Landolti Ratisponen. integerr. tabelioni summo
Helisabeth. coniunx cariss. amanter posuit. MCCCCLXXI. adi XXV. martii.
Luc. e Grad.; era in S. Orsola. Arrigoni: D. I. M.
66.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 489.
MCCCCLVII adi XXIII de mazo . Questa 6 la sepultura de maistro
Martin pistor de Weillehorn e tutti sui heredi.
Luc. e Grad. ; era nel Cap. grande. Coleti lesse : Weillerhoin. (Wohl Weilheim.)
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 233
67.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 539.
Georgias Ren Germanus Augustensis .... pacifice a labore quiescit
anno salutis MDXI. die XI. ianuarii aetate XXXVIII.
Luc. e Grad. ; era in S. Orsola. Arr. : Vindel. in vece dei punti. ,Augustanus'
costitui Coleti. Svayer ,Vinder pose nei punti. ,Rem' Scradero (dies rich-
tig; cf. oben S. 177).
68.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 546.
Sepultura D. Joannis Rocfas de Francforth et suis MCCCLXXVIII.
Luc. e Grad. ; era nel Chiostro. Ait. 1478 (dies richtig ; cf. oben S. 68 über
Joh. Rauchfass).
69.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 562.
Anno Domini MCCCCL . VIII. die mensis iunii obiit D. Joannes
Speringer civis Ratisponensis cuius anima requiescat in pace.
Luc. e Grad. ; era nel Chiostro.
70.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 594.
Anno Diu. MCCCCLVIIII. die V. maii. obiit honorabilis vir dn"s.
Fridericus Timchel de Salispurg. cuius anima requiescat in pace. amen.
Luc. e Grad. ; era nel Chiostro. Arr. 1469 ; Arr. Tunchelde (dies richtig :
Tunkl a. Salzb.; cf. oben S. 56 u. 173).
71.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo n. 598.
Sepultura heredum de domino Petro Vendelin de sancta Fuscha.
Luc. e Grad. ; era in S. Orsola. (Buchdrucker Wendelin y)
72.
Cic. 502 fasc. 1. SS. Giovanni e Paolo. Beilagenheft, wo zuletzt ein .Elenco
delle Sepulture o senza inscrizioni o colle inscrizioni logorate in modo
da non potersi leggere che esistevano sia nella chiesa sia nei cimiteri
e chiostn od altri luoghi della chiesa di S. Giov. e Paolo, tratte dal
Mss. del P. M. Luciani e dal Mss. Gradenigo, poste per ordine alfabetico.'
Darunter :
Erchel —
v' fe la sepultura d. Andreae Erchel in terra jacens est in claustro immediate
iuxta gradus porte in claustri {»ic) que est apud sanctam Mariam de Pace
alterq. vero dm Martini Martini Erchel . senza epitafflo nel Chiostro.
234
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
Cic. 502 fasc. 1.
Helier-Plun.
73.
SS. Giovanni e Paolo. Beilagenheft (cf. Nr. 72).
Ewi sepoltura d. Georgii Plun (Blum; cf. oben S. 68) de Francforth et d.
Gasparis Heller (Heller, gest. 1502 ; cf. oben S. 68) de Francfordia con due
epitaffl, ma questi non sono riportati dal Luc.
74.
Cic. 502 fasc. 10. Chiesa di S. Leone detta Lio n. 3.
D. 0. M. S. I Hie Situs est nobilis et | iuvenis vir Georgias Aura-
cherus | S. Caesai'eae maiestatis minister natus | Styriae in Austria supe-
riori V. Octobris | anno M.DC.V. denatus Venetiis | X. aprilis anno
MDCXXVIII. etatis suae XXIIi:
Sopra la porta laterale che segne (quella a dritto intemo). Dopo ,Venetiis'
non si legge altro colpa la bussola (wegen der Thürbekleidung). Ma da'
mss. abbiamo il rimanente. (cf. oben S. 170.)
75.
Cic. 502 fasc. 10. S. Lio n. 23.
Hic iacet David Nadelhart mercator Germanus civitatis
aetatis suae annorum XXXX obiit XII, mens, iulii MDLXX,
Palfero. (Adelhart; cf. oben S. 185.)
Vlmae
76.
Cic. 502 fasc. 10. S. Lio n. 31.
D. 0. M. Marco Fuchero patr. Augustano.
Palfero. (Fugger.)
77,.
Cic. 503 fasc. 13. S. Maurizio n. 9.
D. 0. M. I Hic . quiescuht | Stephani . B. de Lottinger 1 Lotharingl |
augg. Austr. Caesarum | Genuae . Mediolani . Venetiis | consulis . quae-
storis . consultoris | cineres | e. D. Gemini ani . aede ] Ludovicae . de . Colle |
sororis . F. cura | translati I an. MDCCCVII \ oblt. an. MDCCCIV ] Augg.
et . civibus | aeque . carus.
Pavimento alla porta dirimpetto di fianco l'altare di N. D.
78.
Cic. 505 fasc. 12. S. Eustachio detta S. Stae n. 25.
D. 0, M. Joanni Milier Alemano civi Roterpurgensi summae fidei
ac probitatis viro Justina uxor moestiss. Andreas et fratres filii pientiss.
ex T. P. H. M. S. Vixit annis LXX. obiit X. id. Martii MDLXXIII.
Palfero. T. P. H. M. S. = ,testamento patris hoc monumentum statuere' o
simile. (Miller aus Rottenburg oder Rothenburg?)
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 235
79.
Cic. 1592 fasc. 6. S. Francesco della Vigna n. 184.
Ossa M. D. Vincentii Saler cum uxore carissima | Obiit anno Do-
mini MDCXIV. aetatis suae 1 LXXXII.
Gradenigo, Palfero. (Sailer?)
80.
Cic. 1592 fasc. 6. S. Francesco della Yigna n. 220.
Vuolfango Lindeman Germano in humanis indole decora immaturo
funere rapto fratres Ingubres pientissimi posuere anno MDIX. kal. Fe-
bniarii. Sed et vos vita fugaci fruentes parati venite ad nuptias. Regent
in aeternum.
Gradenigo, Palfero. Grad. : Lindemar e Palfero : Vindemann sembra se non
che e ambigua in quest' ultimo la prima lettera; le parole ,sed et vos
ec' e ,regent ec' sono trasposte nel mss. Grad, e Palfero; saranno allu-
sive allo stemma od altro che sarä stato sculto nella sepoltura. Dopo
, decora' Curti pone : poUenti , dopo ,fruentes' pone : memores e ,venire
non: venite, ,regnat' non ,regent'. Grad. ,MD. IX Kai.' non: MDIX. Grad.:
Lindemar, indole decora polenti, sedet nos vita fugavi fruentes memores
parati vivere ad nuptia (con errori). (Aus Augsburg?)
81.
Cic. 1592 fasc. G. S. Francesco della Vigna n. 234.
Joannes Sitzinger de Augusta mihi posterisq. posito paterna pie-
täte contegor hoc tumulo | MDXII die XIX aprilis.
Graden. , Palfero. Palfero lascia fuori : paterna pietate. ,Setzinger' Curti.
(cf. oben S. 180.)
82.
Cic. 1592 fasc. 10. Confratemita delle Stigmate di S. Francesco, in campo, n. 4.
D. 0. M. I Mattio Spangler | requiescat in pace ] amen | obiit li 23
Xb^ I anno Domini \ MDCCLXVII.
Attomo i capitelli di tre colonne in mezzo la chiesetta (?). Sul pavimento a
sinistra. (Aus Salzburg? cf. oben S. 175.)
83.
Cic. 1593 fasc. 8. S. Stefano protomartire n. 43.
Sepoltura | della fraternita | de pistori maestri e | lavoranti Ger-
manici | in tempo de ser ] Zuanne de Lovin | gastaldo e compagni ] MDXI.
Pavimento alt(are) concezion dopo l'organo. Femer in fasc. 9 die Bemerkung:
Anche questa (inscrizione) e modema. — (Etwas ausführlicher berichtet
über diese Inschrift Gradenigo in den ,Iscrizioni sepolcrali ed altre
nelle chiese di Venezia' t. II n. 21: Altare di S. Caterina. Nel piano della
Chiesa davanti al detto Altare vi h l'Arca de Pistori Tedeschi con la
seguente Iscrizione volgare (folgt dieselbe wie oben). (Grabstätte der
deutschen Bäcker-Meister und -Gesellen ; cf. später im Anhang S. 272.)
236
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
84.
Cic. 1593 fasc. 8. S. Stefano protomartire n. 74.
In tempo de M. Zuan Peco | gastaldo F. I. | MCCCCLXXIIII.
Alt. S. Michaele Arcang. Ferner in fasc. 9: Nota in Gradenigo dice sepol-
tura de' Calegheri Todeschi vedi n. 207 (cf. folgende Nr.). F. F. dice
Antonelli Manoscritto; E. I. Corrier. (Gruft der deutschen Schuhmacher-
Meister (?); cf. spätei im Anhang; statt 1474 vermuthlich zu lesen 1483.)
85.
Cic. 1503 fasc. 8. S. Stefano protomartire n. 207.
MCCCCXXXVI adi XIII de luio . sepoltura de Tedeschi lavoranti
calegheri.
Gradenigo. — Femer in fasc. 9 : vedi n. 74 (oben Nr. 84; Grabstätte der deut-
schen Schuhmacher-Gesellen).
86.
Cic. 509 fasc. 6. Isole. Lido. Inscrizioni nel cimiterio degl' Inglesi, Ale-
manni ec. n. 5.
Sub hoc marmore conditur | illustrissimus et excellentissimus do-
minus I dn. Ferdinandus | L. B. a Decenfeld | ser. Yen. reip. conductus 1
ser. electori Palatino a consiliis intimis | et eiusdem consil. bellici praeses I
natus est 31 decembris anno MDCXXIX | denatus 25 aprilis anno MDCCX '
hie suam expectat Anastasin | prout pius prudens fortis et constans | et
immortalitate dignus eheu | saxum hoc erigi curabunt ex fratribus nepotes.
Sul prato lungo la Cavana (term. techn. Schifferplatz) alla chiesa di s. Nicolö.
(Grabstätte des blinden Frhrn. Ferd. v. Degenfeld, ältesten Sohnes des
bekannten venetian. , 1653 gestorb. , Generals Christoph v. Deg. ; cf. A.
Graf Thürheim, Chr. M. v. Degenfeld und dessen Söhne (Wien 1881), wo
auch (S. 101) dieselbe Insclu:ift mit folgenden Varianten : dn. fehlt; Degen-
feld et; electoris; ej. regiminis praes. ; est fehlt, ebenso zweimal anno;
heic statt hie; quondam st. prout; et und eheu fehlen; curarunt.)
87.
Cic. 509 fasc. 6. Isole. Lido n. 9.
I
Sta viator | hie iacet | illustrissimus dominus Matthias Lauber |
S. Caes. mai. a consiliis in mereibus dirigendis | nationiq. Grermanicae
quae degit | hie Venetiis suo tempore fuit ] eonsul meritissimus | natus
Kaufbeira 27. ianuarii MDCXXVII \ et denatus | MDCCX 26. Decembris
die Sti. Stephani | Venetiis | animae requiem preeare et lucem 1 perpetuam.
Vicina (von n.
(cf. oben S. 183.)
88.
Cic. 509 fasc. C. Isole. Lido n. 11.
D. 0. M. I et ae. m. maxime generosi ] Caroli Friderici Volcamer |
Akirghensittenbaeh | qui 1 ex antiqua et splendidissima | patritiorum No-
rimbergensium stirpe | ortus | virtute insignis probitate singulari | eru-
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 237
ditione clarus exstitit | post varia itinera ] virtutis causa cum fratre huo
usque per acta 1 tandem Venetiis veram patriam petiit et invenit | an»
MDCCVII. IX mart. Vixit annos XXV. D. X. ] frater et soror bene-
merenti non sine lacr. ] H. F.
Vicina (von n. 87). (Volkamer von Kirchensittenbach ; cf. oben S. 195.)
89.
Cie. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo. Inscrizioni nell' antico Cimiterio della
Nazion Tedescha n. 1. (cf. Anm. zu Nr. 112.)
Georgius Zacharias Hagen | Ratisbonensis | Venetiis rebus humanis
ereptus | A. R. S. MDCCLXVIII. V. iduum febr. | vixit A. LVII. M. III.
D. I I soror ac fratres | dilectissimo fratri posuerunt —
loh. XI. XXV. lesus dicit . ego sum resurrectio j et vita . qui
credit in me etiam si | mortuus fuerit vivet.
Era sul suolo nel cimiterio. (cf. oben S. 169.)
90.
Cic. 159i fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 2.
D. 0. M. S. I Anna Catharina Hav 1 Hieronymi pictor. et Senator.
Campodunens. | filia | nata A. R. S. MDCCXXII. die XXI. ianuar. | pie de-
cessit 1 Venet. MDCCLXVII. die XXII. Octobr. ] 0. E. B. Q. C.
Ivi (cf. Nr. 89). (Hau aus Kempten; cf. oben S. 183.)
91.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 3.
D. 0. M. I Job. Guilielm. Hügel | Memmingensis ] vir eximiae pie-
tatis et religionis 1 mortalitatem exuit Venetiis | aetatis suae annorum
LXIX anno Domini MDCCLXVIII | D. IX. august. | Patruo optimo bene-
merenti 1 Vitus Ludovicus Laminit. | ex sorore nepos haeres \ grati animi
raonumentum | pos.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben Nr. 184.)
92.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 4.
Josephus Fridericus Heuss ] Memmingensis 1 natus die XIV. mensis de-
cembris | annoMDCCXVI | obiit die IX. mensis septembris 1 annoMDCCLXX.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 184.)
93.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 5.
Magdalenae . Forsterae | Jo . Caroli . Svaieri | Norimbergensis [ uxori .
integerrimae ] studio . rei . familiaris | caritate . in . pauperes 1 morum .
238 GraDscnmten von T^ufschen in Venedig.
suavitate ] spectatissimae filii . moerentes | matri . dulcissimae | pietatis .
caussa | monumentum . poss | vixit. A. LXXVIII. M. XI. D. XXV | obiit
A. MDCCLXXI. prid. Kai. mal | — In te Domine speravi.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 195 und unten Nr. 97.)
94.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 6.
Martino . Pio . Porstero | Norimbergensi | optimae . indolis . adoles-
centi I qui . morbo . gravissimo | immature . sublatus . est | Carolus . Forste-
rus I filio . dilectissimo | cum . lacrymis | M. P. | Vixit A. XXI. M. X. D. X. ]
obiit XI. cal. nov. MDCCLXXXVII.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 195).
95.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 7.
Amadeo . Svaiero . Veneto | Jo . Caroli . Norimbergensis filio ] mo-
rum . honestate . praestanti | litterarum . studio . ac bibliotheca | locupleti |
sibi . amicisque . instructa | eruditionis . laudem . adepto | Qui . vixj. A.
LXV . D . XVI . mor . MDCCXCI . die XXVIII . dec | fratres moerentes { M. P.
Ivi (cf. Nr. 89). (Der Utterarisch bekannte Amadeo Svayer = Amadeus Schweyer,
Sohn Joh. Karls Schw. (Nr. 97); geb. in Venedig 12. Dez. 1727 nach Elze,
Gesch. etc. S. 8ö Anm. 5.)
96.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 8.
D. 0. M. I Pratri optimo | Johanni Michaeli Svayer | nato Venetiis
D. XII. mart. [ MDCCXXV | denato D. XXX. septembr. | MDCCCV ]
bocce bonae memoriae et amoris | monumentum posuit | eius frater.
Ivi (cf. Nr. 89). (Ebenfalls Sohn Joh. K. Schw. (Nr. 97) ; cf. Elze, Gesch. S. 80.)
97.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 9.
D. 0. M. I Jo. Carolo Svaier | Caroli . magni . filio ] Norimbergensi'
singulari . pietate . probitate | commerciorum . prudentia | praedito | moe-
rentes . filii . parenti . optimo | M. P. | Vixit annos LXVIII. | menses . V
dies XXVII | obiit prid . non . sept | aerae Christ . an . MDCCLIX. —
Opus iustitiae | pax.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 195 und Nr. 93.)|
98.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 10.
Christoph . Guilielm . de Roenig | nat . Breslav . Siles . D . X . april .
MDCXCIX I denat . Venet . D . XVIII . octobr . j MDCCLX | H. M.F.C.
Beat . defunct | sobrin . et cons . | Christoph . Ludovic . Brombe . . .
Ivi (cf. Nr. 89). (Koenig a. Breslau und Brombeis a. Kempten ; cf. oben S. 192
und 183.
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
239
99.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 11.
A. I D. 0. M. I Qui giace \ Giustiniano Buker | cittadino . nativo . di
Francfort . sul . Meno 1 visse | anni . XLI | probo . cittadino . inercatanto .
onorato ] amoroso . marito | mori | l'anno . MDCCCIII . il giorno . XIX
decembre | Cecilia . moglie . amante | afflitta | eresse | questo monumento
alla . di . lui . memoria . ed . al . suo . dolore .
Ivi (cf. Nr. 89).
100.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 12.
D. 0. M. I Marito . ac , patri optimo | Joanni . Conrado . de . Reck 1
nato . Wendelstein . D . III . mart . 1 MDCCXXI . | denato . Venet . D.XI,
decembr. ] MDCCCI . | vidua . ac . liberi . moestissimi ] grati . animi | hocce .
gratitudinis . pietatisque | monumentum . posuerunt .
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 196.)
101.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n, 13.
D. 0. M. S. i Memoriae . Friderici . Pfauz | Augustan i Vixit . A
LXIII . M . II . D . V . I pie decessit A . R . S . MDCCLXXVIH . idibus
novembr. | vidua filii filiaeque |H.M.P.C.10.E.B.Q.|
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 181.)
102.
Cic. 1594 fasc. 2, Isole. S. Cristoforo n. 14.
D. 0. M. S. I Ad . latus . mariti . optimi | hie . quiescunt . ossa | Er-
nestinae . Euphrosinae I Pfauz | August . ex . stirpe . Gullmann | pie obiit.
A . R . S . MDCCLXXX . IV . cal . octobr | Vixit . A . LI . M . VIII . D . |
VII I matri dulcissimae 1 moerentes titulum posuere | filii filiaeque |
Joh , XI . XXIV . I credimus quod sit resurrectura | in resurrectione
Ultimi diei.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 181.)
103.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole, S. Cristoforo n.l5.
Regina . Catharina . Reck | nat . D . XV.novemb. MDCCLXVI | mor-
tales . exuvias | deposuit | D . IV . aprilis . MDCCXC ] digna . fuit . intel-
lectus . maturitate | et morum . venustate I coelitum . consortio | hoc . pie-
tatis . monumentum | posuere | parentes afflictissimi.
Ivi (cf. Nr. 89). (Verwandt wohl mit J. C. v. Reck aus Wendelstein;
cf. Nr. 100.)
240
rrabschriften von Deutschen in Venedig.
104.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 16.
D. 0. M. S. I Johanna . Regina . Lamminit | nata . Heinzelmann | pie
tatena . et . animum | in . divina . voluntate . acquiescentem ] in . morbo [
quo . ad . obitum per . III . fere . annos I afflictabatur | ferendo . egregie |
declaravit ] obiit . Venet . A . S . R . MDCCLXXII | D . XXIX . Februar |
Vixit . A . XXIV . D . XVIII ] coniugi dilectissimae | maritus maestiss |
Vitus Ludovicus Lamminit | pos. |
Ivi (cf. Nr. 89). (Laminit aus Memmingen; cf. oben S. 184.)
105.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole, S. Cristoforo n. 17.
D.O.M. S. I Sebastiano . Schalkhauser | nato . Vendelsteini Noricor. |
A . R . S . MDCCI . D . XI. octobr | denato Venetiis 1 MDCCLXXIIII . D .
XXII. decembr | Johannes . Conradus . Reck 1 ex . sorore . nepos | memo-
rem . beneficiorum . animum | testaturum |M.P.|O.E.B.Q.C.|
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 196.)
106.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 18.
David Egg j vir bonus mercator ingeniosus | civis singulari in pa-
triam | pietate ornatus 1 natus est Lindavii | III . non . ian . MDCCXXXXI1I|
Venetiae | adolescentulum | humaniter excipiunt | iuvenem fovent | virum |
honoribus bonisque adauctum | in patriam dimittunt | aetate provectiorera |
Venetorum amicorum desiderium | ad oras pelagi Adriatici | reducit |
Venit videt amplexatur suos | sed eheu | mors praematura et inopinata |
eripit eum amplexui suorum | et hie tumulus condit ossa sacra | obiit
XL caL iul. MDCCCII. | T . S . E . L .
Ivi (cf. Nr. 89).
107.
Cic, 1594 fasc. 2, Isole, S, Cristoforo n. 19.
D. 0. M. I Felicita de Reck | filia et soror optima | nat. Venet. die
IV. mensis Febr. | MDCCLXXXII | obiit die XXVI mensis septembr |
MDCCLXXXVII I hoc bonae memoriae et pietatis monumentum | mater
ac fratres i moerentes dicarunt.
Ivi (cf. Nr.
(cf. Nr. 100.)
108.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 20.
Siste pedem hospes ! hie terrarum angulus | sepulturae dicatus | quo
moUiter reeubent ossa | Germanorum | pietatis autem quod cernis simu-
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 241
lacrum | ad . rei memoriam | aere nationis Germanicae erectum | A.E.N.
MDCCXIX I Georgio Matthia Koenigio ] et Daniele Ammano | consu'ibus.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 135 und unten S. 248.)
109.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 21.
D. 0. M. I Hic iacent cineres | ill. Conradi Martens | civis Hambur-
gensis | S. M. Eegis Danorum | apud | sereniss. Venetam remp. | consulis
generalis . | de mercatura per annos L. | in hac urbe opt. meriti | natus
A . MDCCIV I die X ian. obiit A . MDCCLXXXV ] die XVI. aug. \ una
cum I Maria Doran | optima coniuge . nata Lond . | A . MDCCXIX. die
rV. mart. | pie denata A . MDCCLXXXVI | die I. ian. | in . grati . animi
erga parentes ] memoriam | monumentum hoc | filii moerentes posuere |
simulq. sibi ipsum destinavere | suaeq. familiae |
Nee minus | Mariae Elis. Konig | Guil. Conradi Martens | dilectis-
simae uxoris | nata A . MDCCXLVIII | die XX april. | et decessa A .
MDCCLXXXV I die XXVIII nov.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. oben S. 191.)
110.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 22.
Johann . Michael . Wagner ] Feuchto . Noricus . [ ex . hac . vita .
ad . beationem . | translatus . est . | Venet . A . S . R . MDCCLXVII . D .
XXX. mart. 1 vixit . A . LXXXI . M . III . D . XIII . | patri . et . socero .
optimo . 1 hoc . luctus . et . pietatis. | monumentum. | filii . filia . ac . gener .
moerentes . posuere .
Joh. V. XXIX. Qui . bona . fecerunt . | in . resurrectionem . | vitae .
provenient.
Ivi (cf. Nr. 89). (Wagner aus Feucht bei Nürnberg; cf. oben S. 196.)
111.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 23.
D.O.M.S. I Hieron". Wagner | nat . Venet . | A. S . R . MDCCXXV.
IV . iduum . mart . 1 denat . MDCCLXXVII . XIV . calend . octobr | ma-
rito . ac . patri . optimo | hocce . bonae . memoriae . pietatisque | monu-
mentum I moerentes . dicarunt | vidua . et . X . liberi |
Credo . resurrectionem . carnis ] et . vitam . aeternam . amen .
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. Elze, Gesch. S. 64; Gemahl der in Nr. 112 genannten
M. S. Heinzelmann.)
112.
Cic. 1594 fasc. 2. Isole. S. Cristoforo n. 24.
D. 0. M. I Hic iacet | Maria Sibilla Wagner | nata Heinzelmann |
quae | origine Germana | nativitate Veneta | moribus praeclara familiae
16
242
Grabschriften von Deutschen in Venedig.
decus 1 annis LX mens. VI vixit | Venetiisq. die XXI. ap. MDCCLXXXIX
obiit I cui I matri optimae benemeritae | lugentes liberi | hocce bonae me-
moriae et pietatis | M. P. P.
Ivi (cf. Nr. 89). (cf. Elze S. 74 und Nr. 111.)
Zu diesem Fascikel 2 gehört dann ein eigener Fascikel Noten , dem folgendes Blatt von
Cicogna's Hand vorn eingeheftet ist:
,Cimitero della Nazione Alemana.'
Con decreto 11 Febbrajo 1719 erasi assignato luogo separato alla Nazione Alemanna
per dar sepoltura a'suoi morti fuori del viso romano CattoUco. La stessa Nazione de' Tedesclii
implorö nel 1759 che nel luogo stesso potessero esser anche sepolti i flgli di questi, fossero
fanciulli od adulti, brama che dal Senato fu soddisfatta con decreto di quell' anno il di
21 Aprile.
Vedi nel codice 2983 num 7. consulto circa il diritto della Naziou AUemana di far
sepellire qualunque defunto senza differenza d'etä.
Die Noten selbst lauten folgendennassen:
ad 1. 2. 3. 4. (oben Nr. 89—92). Queste quattro lapidi, ch'erano nel cimeterio degli Accatolici
in S. Cristoforo, le vidi e copiai nella bottega del tagliapietra Parrocco al Malcantore.
Ve n'eran di piü, ma furon tutte segate e poste ad altri usi. Ognuna era in marmo
bianco con fregio e dintomo e ognuna con istemma gentUizzio.
ad 1. (89). Nella prima lo stemma era segato via.
ad 2. (90). Aveva per istemma un braccio armato con una spada in mano coUa punta all insu,
ad 3. (91). stemma cera gru (Kranich).
ad 4. (92). stemma un capretto rampante (ein aufrecht stehendes Böckchen),
queste 5. 6. 7. 8. 9. e seguenti (93 u. ff.) le vidi nell' orto del coltissimo e amatissimo delle
patrie cose e antichitä S. David Weber a S. Eufemia, ov' ha la fabbrica di Cremor di
Tartaro (gereinigter Weinstein) e colori, ed erano in S. Cristoforo, raccolte da lui onde
non vadano disperse.
Quella di Amadeo Svajer (95) la donö al Seminario (patriarcale) — quelle altre le
fa ora (l'aprile 1820) segare e porle sul muro intomo.
ad 7. (95). e in fine va cosi. MDCCXCI. Michel et Benedictus fratres .... moerentes monu-
mentum. Autore e il cav. Morelli.
ad 8. (96). II fratello era Benedetto Svajer.
ad 9. (97). di questo e autore Tab. dalle Laste come rilevasi alla p. 58 delle sue lettere in
quella scritta al Viviani in data 2 genn. 1760 (vedi ediz. Keccadinisiano). Ma vi ö quäl che
differenza : ecco come sembra ch'egli l'habbia dettato. D. 0. M. | Joanni Carolo Svayer I
Norimbergensi I singulari pietate flde I commerciorum prudentia predita moerentes fllii
parenti optimo | vixit annos . . . M . . . D . . . obiit c . . .
ad 20. (108). Questa dovrebbe esser la prima, ma la vidi solo oggi 22 giugno 1820 e la piede-
stallo sopra cui era un framento di simulacro della Pietä.
ad 21. 22. 23. 24. (109—112). Queste 4 lapidi le vidi e copiai oggi 12 febb. 1823. Elle sono
a pian terreno della casa in S. Canciano abitata dalli Signori Celini e sono di ragion
del Sig. Martens. Vi son scolpiti stemmi con altri omati marmo di Carrara.
™
113.
Cicogna. Inscrizioni Veneziane tom. I pag. 80. Sa. Maria de' Servi n. 161.
M^CCCCXXIII . Die XI Augusti . 1 obiit . Augustinus . Valteri . As-
purgensis 1 textor . de confinio Sei . Salvatoris . Eius | anima . requiescat .
in pace.
Agostino Valter da Ausburgo e il piü antico ch'io trovi nelle veneziane in-
scrizioni indicato come festere e tessitore di panni di seta . . . Non e
difficile che da lui discenda la famiglia Valter che qui abita tuttavia,
della quäle abbiamo avuto un pievano a s. Leonardo . . . Questa (inscri-
zione) e in Palf. e Berg.
Cic. Inscr. Venez. 1. 1 p. 249.
Bernhardus Sixt . Germanus
vens paravit | an. MDCXXX.
Sixt. Dal Moschini.
114.
La Croce n. 36.
hunc sibi et . heredib.
I tumulum I vi-
►
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 243
115.
Cic. Inscr. Venez. 1. 1 p. 265. S. Gregorio n. 18.
D. 0. M. Joannes Sacher Germ.'^^ orig.^ patria Venetus hie cor-
poris cineres commisit amicor. preces pro iii expectäs . Obiit anno MDCCIII .
die pmä Februarii aetatis suae ano LXXI.
Sacher. Dal Gradeuigo«
116.
Cic. Inscr. Venez. 1. 1 p. 335. Sa, Marina n. 7.
Hie requiescunt | ossa Francisci Bourel | Coloniae Agrippinae nobili
familia nati | qui hac in urbe | plenam innocentiae et liberalitatis merca-
turam | diu fecit | Eius heredes ] Gabriel et Franciscus Joseph | hoc aman-
tissimo patruo | sibiq. ac posteris suis 1 monumentum posuere | Obiit | anno
MDCIC I decimo kalendas Aprilis ] aetatis vero suae \ anno LXXIII.
Ho veduta e confrontata io stesso suUa pietra questa inscrizione gittata sul
suolo. Corregio quindi il mss. Gradenigo e Svayer che dicono ,Bonver
6 il mss. Coleti che ha: Bonwel. II Necrologio concorda coli' epigrafe, se
non che nel 2i marzo segua la morte non nel 23 che dalla pietra si deduce.
(cf. oben S. 191.)
117.
Cic. Inscr, Venez. t. IV p, 221. S. Sebastiane n. 47.
Parca mihi teretem cessat devolvere fusum .
Quis locus in terris? Protinus astra petam .
Candenti mihi hie tumulus servabit marmore structus
Ossa sed insignis fama superstes erit.
Christophoro Spinabac nob. Nerlingensi integerrimo viro patriq.
opt. Fusca uxor et filii moestiss. sibi et post. p. Vixit an. LVI. Obiit
VII. Id. Januarii anno Dom. MDLXXIIII.
Era nel chiostro sul pavimento. La traggo dal Palfero e dal Gradenigo.
Uno de' mss. Gradenigo e il Sajanello lessero ,Spinabec' anziehe .Spina-
bac'. Palfero ommette ,viro'. Era un ricco e reputato negoziante in
Venezia (a. Nördlingen; cf. oben S. 185).
118.
Cic. Inscr. Venez. t. IV p. 221, S. Sebastiano n. 48.
I. Corint. XV Sicut in Adam omnes moriuntur ita per Christum
omnes vivificabuntur. Philipp. I Mihi vita Christus est et mors lucrum.
Pietate singulari morum suavitate et rarissimis virtutibus ornatus
iuvenis Isaac Vnterholzer praeclari viri Georgii civis Salispurgensis piae
memoriae fil. In Christo obdormivit an . sal . MDLXXII . die XV . mens .
Decembris . aetat . suae XXI.
Anche questa (cf. Nr. 117) stava di seguito nel Chiostro. Si ha nei manu-
scritti. H Palfero ommette le citazioni I Corint. XV e l'altra Philipp I.;
dice ,et morum' e jVnterholtzer'. üna delle copie Gradenigo ha ,Septemb.'
invece di Decembns. Famiglia questa pure di negozianti. (cf. oben S. 175.)
244
■Grabschriften von Deutschen in Venedig.
119.
Cic. Inscr. Venez, t. IV p. 221. S. Sebastiano n. i9,
Psal XXVI. I Credo videre bona Domini | in terra
Job. XIIII. I Tu qui solus potes facere | mundum de immundo
semine operi | manuum tuarum porriges | dexteram.
viventium |
conceptum
Thomas Vnterholzer Alemanus civis Salispurg . et mercator vir sin-
gulari virtute et prudentia praeditus atq. supra quam dici potest pientiss.
anno aetatis suae XLIII. committens seipsum Deo ad meliorem vitam
transivit die XXVI. Martii an. MDLXVIII.
Sul suolo nel chiostro. Di essa non potei copiare che i soli motti della s.
Scrittura; il rimanente era spezzato e perduto. üna delle copie Gradenigo
legge ,prudentia et virtute', e ,Allemanus' e ,XXVI mensis Martü' . Pal-
fero ommette le citazioni ,Psal. XXVI' e l'altra ,Job. XIIII', ommette
.XLÜI' e ,die'. (cf. oben S. 175.)
120.
Cic. Inscr. Venez. t. IV p. 222. S. Sebastiano n. 50.
Job. XIX I Scio quod Kedemptor meus vivit et in novissimo die de
terra surrecturus sum et rursum circumdabor pelle mea et videbo Deum
quem visurus sum ego ipse et oculi mei conspecturi sunt et non alius.
Sebastianus Vnterholzer Seb. civis Norimberg. f. anno aetat. suae
XXI pie obiit die XIX. Novembr. anno MDLXIIII.
Di~seguito (cf. Nr. 119) sul pavimento. La traggo da' soliti manoscritti. II
Palfero lasciö fuori ,Job. XIX'. Dice ,rursus', e ,sunt non alius' ; ommise
,Seb.' e disse ,fecit' invece di f. cioe ,filius' e ,anno Dei'. Uno de' mss.
Gradenigo ,Redentor' . . . e poi ,in came mea videbo'. (cf. oben S. 175.)
121.
Cic. Inscr. Venez. t. IV p. 222. S. Sebastiano n. 51.
Oportet corruptibile induere incorruptionem et mortale hoc induere
immortalitatem . Paulus ad Corinthios cap. XV. j
Georgio Elsenhaimer Germano Jo . civis Salispurg . f. iuveni rara
indole ac vitae supra aetatem integerrimo fratres eius moestiss. H. M. P.
Vixit annos XVII. mens. VII Obiit MDLXXVII.
Sul suolo an che questa colle precedenti (cf. Nr. 117—120) in chiostro. Palfero
ommette ,hoc', e la citazione , Paulus' ec, dice ,vita' e chiude: ,Moestis-
simi monumentum hoc viventes posuerunt anno Domini 1577 vixit annos
17 mens. 7.' üna copia Gradenigo dice ,Enselhaimer', altra dice .Elsen-
haimer'. II metodo che mostrano queste cinque lapidi di preporre de'
motti tratti dalle sacre pagine il vedremo in varie lapidi di acattolici, le
quali giä erano nel cimitero dell' Isola di s. Cristoforo (cf. Nr. 89—112).
(cf. oben Nr. 174.)
Grabschriften von Deutschen in Venedig. 245
122.
Venedig. S. Maria dei Frari nach eigenem Augenschein,
D. 0. M. I Jo . Bernardo Jegher | Mognntise Patritio | Morum inte-
gritate | rei militaris Scientia et Virtute 1 Praeclarissimo | Venetarum Le-
gionum Duci | Filia eius moestissima | Posuit | Et Sibi Suisque Heredibus |
Paravit | Obyt XV Marty MDCCXXXVEI 1 ^tatis LXXXVH.
Darunter noch das Wappen, Linkes Seitenschiff nach den Stufen neben
dem Chor.
123.
An'der Dorfkirche von Sa. Croce bei Serravalle (Strasse nach dem Cadore) nach
gefälliger Mittheilung des Herrn Pfarrers Dr. Th. Elze.
Paulus Imhoff patritius | Norimbergi . Quod estis | fui . et quod sum
eritis I Migravi die VII men | sis Julii MCCCCLXXVIII.
\^^
Ich lasse die Inschriften nun noch in chronologischer Ordnung folgen , wobei ich die
Nummer der obigen Reihe in Klammem beisetze und solche mit doppelter Jahreszahl wieder-
holt verzeichne.
1396 Imhof, Konrad (62).
1405 Haller, Peter (59).
1416 Eisenhuter, Christ. (61).
1423 Walther. Aug. (113).
1428 Ligadori (55).
1436 Calegheri lavoranti (85).
1436 Bauliaw, Georg (60).
1450 Speringer, Joh. (69).
1457 Martin (66).
1459 Tunkel, Friedr. (70).
1471 Landolt, Steph. (65).
1472 Ligatores (52).
1474 (1483?) Calegheri (84).
1478 Rauchfass, Joh. (68).
1478 Imhoff, Paul (123).
1481 Pascha, Gem. d. Nicolaus a. Frank-
furt (63).
1509 Lindeman, Wolfg. (80).
1511 Pistori maestri e lavoranti (83).
1511 Rem, Gg. (67).
1512 Sitzinger, Joh. (81).
1521 Stainhauser, Joh. (51).
1524 S(ch)orer, Justus (12).
1529—30 Baier (? Weiss) (24).
1544 (?1593) Hopfer, Tob. (25).
1564 Unterholzer, Seb. (120).
1566 (?) Linck Joh. Ulr. (23).
1566 Laghkner, Veit (32).
. 1567 Huobergerin, Anna (56).
1568 Unterholzer, Thom. (119).
1570 Adelhart, Dav. (7.5).
1570 Cristel, Joh. (13).
1572 Unterholzer, Isaac (118).
1573 Miller, Joh. (78).
1574 Spinabac, Christoph (117).
1577 Elsenhaimer, Gg. (121).
1578 Hantze, Marc. (14).
1578 Barthelmess (15).
1579 Arnim, Const. v. (2).
1579 Ott, Dav. (40).
1579 Stetten, Paul. v. (11).
1583 üngnad, Joh. Gg. v. (21).
1584 (1585) Schad, Jobst (30).
1585 Alt, Ludw. (53).
1590 Forst, Dan. (54).
. 1591 Stenglin, Gg. (19).
. 1591 ImhoflF, Raymund (20).
1592 Von der Deiken (Decken), Joh. (3).
1593 Herzel Joh. (18).
a. 1593 (?) Hopfer, Tob. (25).
. 1593 (1594) Hoffer, Christn. (17).
. 1595 Imhoff, Joach. (16).
1610 Altarbild in S. Bartolomeo (6).
1612 Linck, Joh. Ulr. (23).
1614 Saler (Sailer?), Vinc. (79).
. 1615 (?) Stoer, Konr. (31).
1616 Fin, Tob. (34).
1622 Kechel (33).
. 1624—25 Altar in S. Bartolomeo (5).
. (1625) Bastazi (7).
. 1625 Filgerius, Konr. (41).
1627 Miller, Jos. (28).
1628 Auracher, Gg. (74).
1630 Sixt, Bernh. (114).
. 1634 Vidman, Balth. (48).
. 1634 Vidman, Joh. (37).
. 1638 (1637) Reiter, Gg. (29).
1639 Vidman (36).
1649 Gruft der Nazione Alemana in S.
Bartolomeo (27).
89.
90.
91.
92.
93.
94.
95.
96.
97.
98.
99.
100.
101.
102.
103.
104.
105.
106.
107.
108.
109.
110.
111.
112.
113.
114.
115.
116.
117.
118.
1650 S(ch)orer (12).
1667 Roder (45).
1674 Fleischbein v. Cleeberg, Phil. Lud-
wig (42).
1676 Von Collen, Joh. Wilh. (4).
1679 Hopfer, Tob. (25).
1681 Gruft der Nazione Alemana in S.
Bartolomeo (27).
1681 Archperger, Mich. (44).
1683 Peringer, Joh. u. Marg. (57).
1695 Regatsnig, Joh. Gg. (43).
1699 Bourel, Frz. (116).
1703 Sacher, Joh. (115).
1707 Volkamer, Karl Friedr. (88).
1710 Degenfeld, Ferd. v. (86).
1710 Lauber, Matthias (87).
1712 Jäger, Joh. Paul (1).
1713 Widmann^ Cajetan (49).
1719 Protest. Friedhof (108).
1738 Jäger, Joh. Bernh. (122).
1739 Foliant, Mich. (46).
1742 Widmann, Balthass. (48).
1752 Chenigshaven (39).
1753 Man, Elisab. (10).
1759 Svayer, Joh. Karl (97).
1760 Koenig, Christoph Wilh. (98).
1767 Wagner, Joh. Mich. (lio).
1767 Hau, Anna Kath. (90).
1767 Spangler, Matthaeus (82).
1768 Hagen, Gg. Zach. (89).
1768 Hügel, Joh. Wilh. (91).
1770 Heuss, Joh. Frdr. (92).
1771 Forster, Magdalena (93).
1772 Lamminit, Johanna (104).
1774 Schalkhauser, Seb. (105).
1777 Wagner, Hieron. (111).
1778 Pfauz, Frdr. (101).
1780 Pfauz, Emestine (102).
1783 Spangler, Joh. (38).
1785—86 Martens, Konr. mit Gemahlin
(109).
1786 Colloredo, Karl (35).
1787 Forster, Mart. Pius (94).
1787 Reck, Felicitas von (107).
1789 Wagner, Maria Sib. (112).
1790 Reck, Regina Kathar. (103).
1791 Svayer, Amadeus (95).
1801 Reck, Joh. Konr. v. (100).
1802 Egg, Dav. (106).
1803 Buker, Justin. (99).
1805 Svayer, Joh. Mich. (96).
1807 Lottinger, Steph. (77).
1808 May, Frz. Gg. (50).
1820 Hasse, Joh. Adolf (47).
Ohne Jahi'eszahl:
119. Behm, Abr. (22).
120. Erchel, Andr. (72).
121. Fugger, Marc. (76).
122. Gniber, Konr. (64).
123. Haider, Joh. (26).
124. Heller, Kasp. (73).
125. Hertz (9).
126. Johannes (64).
127. Plun (Plum), Gg. (73).
128. Trentini, Joh. (58).
129. Vendelin, Peter (71).
130. Monumentum domus Teutonicae (8).
hki
Beilage I.
Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig bestatteten
Deutschen von 1580—1765.
Nicht ohne anfängliches Widerstreben und nur gegen die Ver-
sicherung, dass es mir lediglich um die Kenntniss der deutschen
Namen zu handelsgeschichtlichen und statistischen Zwecken zu thun
sei, wurde mir von dem ,Parocco' der Kirche San Salvatore während
der allerletzten Tage meines letzten Aufenthaltes in Venedig die Er-
laubniss ertheilt — dann aber auch zu jeder beliebigen Tageszeit —
die Sterberegister der Kirche S. Bartolomeo durchzugehen, die in der
Sakristei der erstgenannten Kirche aufbewahrt werden und auf deren
Wichtigkeit mich Herr Pfarrer Dr. Elze aufmerksam zu machen die
Güte hatte. Diese ,libri de' morti', mit dem Jahre 1580 beginnend, sind
schmale (ca. 10 cm breite) Bände in Papier in klein Folio und ver-
zeichnen ausser dem Todestag und dem Namen noch das Alter der ver-
storbenen Person, die Dauer der Krankheit und Anfangs meist diese
selbst oder die Todesursache, sowie den behandelnden Arzt oder die
behandelnden Aerzte. Bei den Deutschen wird ziemlich regelmässig vom
Jahre 1653 oder Bd. II an (der bis 1765 reicht) auch angegeben, wer
die Leiche bestatten Hess. Alles dies habe ich, wenn auch mit einigen
Abkürzungen, wiedergeben zu sollen geglaubt. Leider sind die deut-
schen Namen oft wieder so verderbt und verunstaltet, dass man den
wirklichen kaum ahnen kann. Möglich daher auch, dass einer oder
der andere gar keinen Deutschen bezeichnet ; ich habe aber lieber einen
mehr als zu wenig aufnehmen wollen. Die Wichtigkeit dieses Ver-
zeichnisses wird man, hoffe ich, gleichwohl nicht verkennen, und es
ist nur zu bedauern, dass ähnliche Sterberegister nicht auch aus
der früheren Zeit sich erhalten haben. Mehr als die beiden ersten
Bände durchzugehen, erlaubte die Zeit nicht; doch dürften die
folgenden Bände wohl auch nur wenige Deutsche mehr enthalten.
S. Bartolomeo war jedenfalls die Kirche, in welcher die meisten
der in Venedig verstorbenen Deutschen — und zwar nicht blos Kauf-
leute — bestattet wurden^). Erst im Jahre 1649 2) (25. Nov.) wurde
aber von der „Deutschen Nation" zu diesem Zwecke in der Kirche
eine eigene Gruft erworben, in welcher dann Männer und Frauen,
') cf. oben S. 135. - ^ ebda. ; cf. Milesio S. 69, Elze S. 52.
248 Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765.
Katholiken und — Protestanten ihre letzte Ruhestätte fanden. Aller-
dings offiziell durfte es keine Protestanten geben ^) und der katholische
Geistliche nahm die Beisetzung vor. Erst mit dem Ende des 17. Jahr-
hunderts kam es, wie Elze aktenmässig berichtet, darüber zu Reibereien
und Streitigkeiten^). Am 12. Oktober 1684 sollte ein angesehener
evangelischer Kaufmann Peter Cresser (aus Nürnberg) in S. Bartolomeo
beigesetzt werden, aber „das von unbekannter Seite aufgehetzte Volk
widersetzte sich dem und verlangte, dass die Leiche nach dem Lido
gebracht werden sollte", wo nach Elze alle protestantischen Deutschen
und Fremde, die nicht Mitglieder der „Deutschen Nation" waren, be-
stattet wurden. Sein Name fehlt in der That in der nachfolgenden
Liste, während der einer am 13. November 1689 verstorbenen Ballen-
binderswittwe Baldauf sich darin vorfindet, welche, obwohl Lutheranerin,
in Folge schriftlicher und ausdrücklicher Erlaubniss der Sanitätsbehörde
in der Gruft der Deutschen Nation zu S. Bartolomeo beerdigt wurde ^).
Aehnliche Anstände gab es bei der Beerdigung des am 22. Dezem-
ber 1707 verstorbenen Kaufmannes Johann Jakob Deller aus Leutkirch,
die „auf besonderen Befehl der Avvogadori di Comun hin" *) ebenfalls
in der Nationalgruft zu S. Bartolomeo erfolgte. Dann scheint allerdings
auch das Einschreiten der venetianischen Behörden (wofern deren Unter-
stützung wirklich angerufen worden !) nichts gefruchtet zu haben. Wie
1707 ein Ballenbinder des Fondaco wegen „verdächtiger Religion" auf
dem Lido bestattet wurde, so geschah es auch in dem Zeitraum
von 1710 — 1718 mit einigen anderen hervorragenden protestantischen
Kaufleuten des Fondaco, bis endlich die Protestanten durch ein Dekret
des Senats vom 11. Februar 1719 die Erlaubniss erhielten, einen
eigenen Friedhof einzurichten. Am 4. März desselben Jahres wurde
dann zu diesem Zweck „vom Kloster der Augustiner-Eremiten auf
der Insel S. Cristoforo della Pace ein Stück Grund gekauft und am
11. März der Kauf und die Anlegung des Friedhofes an diesem Orte
von der Sanitätsbehörde im Auftrage des Senats endgültig bestätigt.
Am 8. August ward als erster auf diesem Friedhofe der verstorbene
Ausgeber ^) im Fondaco , Joh. Heinrich Calenbach aus Westhausen
bei Hildburghausen, beerdigt" ^), der auch im Sterberegister von .S Bar-
tolomeo verzeichnet ist, wie auch darnach noch andere Protestanten
neben den in S. Bartolomeo bestatteten Katholiken.
1) cf. Elze S. 52 u. fF. — ^) S. 59. — ^) Elze S. 59. - ") Elze S. 66. —
") .spenditore' wohl besser „Wirthschafter". — ®) Elze S. 67 und 68.
m
Catastico di S. Bartolamio in S. Salvadore. Libro de' Morti vol. 1 1580 — 1653,
1 f. 6. 1582, Okt. 23 ^). Christophoro Todescho, pistor gia et hora mer-
cadante, morto in la osteria del s(igno)r Zorzi.
f. 6. 1582, Okt. 24. M. Zuane Singher, corier d'Augusta, d'anni 80
amalato dalla giozza ^) gia giorni 5.
f. 7. 1582, Nov. 26. M. Lionardo Todescho , portiner del fontigho di
Todeschi, di anni 38 incircha, malato gia giorni 10 da febre.
f. 8. 1583; Mai 28. M. Zan Zorzi üniotto gentilhuomo Alamanno, di
anni 20 , malato gia giorni dieci , da vavole ^) et febre , visita(to)
per li ecc(ellent)i el sig'^- Zuanni Aliä (Allan?) franzese, el sig^- Don
Zelini el Negroni et el sapio (?). (üngnad cf. oben S.224 Nr. 21.)
5 f. 8'. 1583, Okt. 6. Morse il sig^- Jacomo de behcze (?) Alemano di
anni 24 in circa, amalato di febre gia giorni 35.
f. 11. 1585, April 1. Morse il mag(nifi)co m. Justo Scate (?) Allemano
di anni 20, amalato gioi'ni quatordici di petecchie *) et mazuccho'^),
visitato d'ecc(ellen)te Maripello. (Schad a. Ulm cf. oben s. 226 Nr. so.)
f. 11'. 1585, Aug. 30. Morse Otto (ütto?) Wolfardo Thedesco di anni
trenta, e stato amalato giorni 13 di febbre continua nel osteria di
S. Giorgio.
f. 12. 1585, Sept. 17. Morse m. Franc(esc)o Allemano nella osteria
di S. Giorgio di febbra continua, e stato amalato un mese di eta
anni vinti.
f. 15. 1586, Aug. 5. Morse m. Domenico Gilberto, mercante Trentino,
di anni 46 e stato amalato un mese di febbre continua. (Zilberti
cf. oben S. 173.)
10 f. 15'. 1587, März 14. Morse Maria et Madalena, figlia di m. Leonardo
Todesco al Aquila (Leonhard Egger cf. unten S. 284) di giorni quattro di
mal nascente ^).
f. 18'. 1588, Mai 25. M. Pangratin Todescho de anni 50, oste de
l'ostaria del S. Zorzi, amalato di febre circa giorni 15. (Pancratius
Hochgesang cf. unten S. 28 t.)
1) Im Original wird das Datum meist in dieser Form vorgetragen : Adi 2i Ottobrio
1582 etc. , wobei Januar = Gennaro oder Zener , Februar = Febbrajo , März = Marzo, April =
Aprile, Mai = Mazo oder Maggio, Juni = Zugno oder Giugno, .Juli = Luio oder Zuglio, August
= Agosto, September = Settembre oder Settembrio, Oktober = Ottobrio, November — Novembre,
Dezember = Decembre. Der besseren Uebersicht wegen habe ich die obige kürzere Form gewählt.
2) Schlagfluss.
3) = vajuole, Blattern.
*) Scharlach?
5) ,mal mazzuco termine de' maniscalchi (Hufschmiede) ,Letargia, malattia del cavallo
e del l)ue' Boerio ; sonst finde ich nirgends eine Erklärung dieser Krankheit, welche also eine
Art „Starrkrampf-' zu sein scheint.
6) ,nascenza morbosa, piceolo enflato (Geschwulst), ciccione (Blutgeschwür) 0 simile,
che venga di per sfe in alcuna parte del corpo' Boerio.
250 Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765.
f. 19'. 1589, Juli 14. Mori m. Mattio EflFenbergher di anni 30 To-
desco di morte subitana.
f. 20. 1589, Sept. 2. Morse Zuanne Eberbai (?) Todesco, mercante di
fontego, de anni 44, ammalato gia giorni 22 di febre. (Eberz?)
f. 21'. 1590, Mai 29. Morse Domicelo Fiei-stier Thodesco d'anni vinti,
ammalato da febre gia dieci giorni.
15 f. 22'. 1591, April 5. Morse Christofolo Eberslauter (?) di anni 23,
amalato gia giorni 15 da febre et affano nel cor.
f. 23. 1591, Mai 26. Morse Marchio Piria Todescho di anni 28,
amalado gia giorni 22 da febre petechie.
f. 23. 1591, Mai 28. Morse m. Lunardo sta (?) Todescbo di anni 30
incircha, amalato gia giorni 15 da febre mal di macucbo.
f. 24. 1591, Sept. 25. Morse Giorgio Todescho, amalado za giorni
10 da febre, di anni 50.
f. 24. 1591, Sept. 29. Morse signor Oratio Fes Todescho, mercante de
fontego de anni 50, amalato de mal de piera gia gorni 15 ; et vene
tre congi-egation S. Silvestro , S^- Maria Mater Domini , S. Anzoli
per li preti. (Fens? Fin aus Nürnberg? cf. oben S. 194.)
20 f. 24. 1591, Nov. 3. Morse il signor Rimondo Incuria, merchante
Allemano, de anni 44, amalato gia giorni 10 da febre et mal di
pietra; et vene li 4 congregation S. Silvestro, S*^- Maria Mater
domini , S*°- Anzolo , S^^- Maria Formosa. (imhoff a. Augsb. cf. oben s. 224
Nr. 20.)
f. 25. 1592, Jan. 16. Morse Stefano, fio del signor Giacomo Cheler
Allemano, di anno 7, amalato di febre et spasemo ^) gia giorni 10.
(Keller oder Heller?)
25. 1592, Jan. 19. Morse m. Giacomo de Bendit (?) Alemano
di anni 23, amalado da febre sta giorni 10.
26. 1592, Mai 15. M. Jacomo Cheler, Allemanno marcante, di anni
39, amalado gia giorni 13 da febre et pettechie.
28. 1593, Sept. 7. Morse il s»"- Zuanne Ercel Todecho (sie) di anni
60 incircha, amalato da febre continua gia giorni 12. (Herzel a.
Augsb. cf. oben S. 223 Nr. 18.)
28'. 1593, Dez. 29. Morse il s. Tobia Hopfer, marcante di fontego
di Todeschi, di anni 24, amalato di febre gia giorni 12. (Hopfer
a. Augsb. cf. oben S. 225 Nr. 25.)
29. 1594, März 7. Morse il mag(nifi)co sig^- Cristoffero Hoffer,
mercante del fondego di anni 50, di febre et punta ^) in giorni 10.
(Hoffer a. Villach cf. oben S. 223 Nr. l*^.)
31. 1594, Nov. 8 (? corr.). Dholfram (Pholfram?), mercante Ted.,
d'anni 56; giorni 20 ^). (Wolfram?)
31. 1595 , Febr. 8. Bartolo , fio di M. Francescho de Ambroso
Zucher, de anni 3, amalato da febro anni 2.
34. 1595, Nov. 17. Zuanne Garbo Alemano de anni 26; zorni 4.
38. 1596, Juli 17. Si negorno il signor Zorzi Todescho di etta di
anni 19 incirca et il Sig. Zorzi Alemano di etta di anni 20.
f. 37, 1596, Dec. 28. Paulina, fia del s. Zua(n) Checher Allemano, di
anni 8. (Kechel a. Ulm cf. oben S. 185.)
f. 37. 1597, Jan. 2. Cristofolo, fio del s. Zuan Chechel Alemano di
anni 1 '/2 ; giorni 10.
f.
f.
f.
25 f.
f.
f.
f.
f.
30 f.
1) = spasima, Reissen, Krampf.
2) Seitenstechen.
3) Von hier ab wird die Krankheit nicht mehr regelmässig und die Dauer derselben
ohne den Zusatz ,amalato' angegeben.
i
Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765. 251
f. 40'. 1598, Sept. 16. Giorgio Hubner anni 36 ; giorni 11.
f, 41. 1598, Nov. 20. Giovanni Fridericbo, fio dil s. Zuanne Checbel
anni 9 : giorni 14.
35 f. 42. 1599, März 17. Piero, fio del q(uondam) M. (?) Bagoci Trentin
anni 30.
f. 42. 1599, März 17. Gasparo di m. Zorzi Fizer, ligador di fontego
mesi 6. '
f. 43. 1599, Juli 9. Si ha :negato Antonio Koeg (Toeg?) Todescho
anni 13.
f. 43'. 1599, Sept. 25. Zorzi Todescho, canever dil fönt, anni 28
giorni 25.
f. 44'. 1599, Nov. 28. Maria, fia di m. Zuanne Todescho, anni 2
giorni 30.
40 f. 44'. 1599, Dec. 25. S"^- Zuanne Todescho anni 27; subito morto.
f. 45'. 1600, Febr. 25. S^- Zuanne di Alberti Alemano anni 23
giorni 15.
f. 47'. 1601, Jan, 26, Francescho Teodorico a Burch anni 26; un mese
f. 48'. 1601, Mai 19. Vittoria, fia di M. Zuanne Gregen, zorni 13.
f. 48'. 1601, Aug. 11. Madna- Orsa, relitta del q(uondam) s. Zorzi
Chricher, d'anni 75.
45 f. 50. 1602, März 25. Giov. Adamo Chretoler Todescho anni 26
giorni 15. (Chrestoler= Christeller V)
f. 50. 1602, Aug. 19. Ellena, fia di m. Zuanne Tiphinburger (Tiphin
lauter?) nascente,
f. 50'. 1602, Sept. 8. Magno, fio di m. Zuanne Tiphinburger (Tiphin
lauter?), anni 2^/2; giorni 10.
f. 53'. 1603, Mai 30. Lodovico Stengher anni 28; giorni 4; visitato
dal medico Parisano.
f. 55'. 1603, Dec. 19. Felipo Kini (Trini? Prini?), merchante Todescho,
anni 80; mesi 2.
50 f. 56. 1604, Febr. 17. Zuane di Minichausen Alemano anni 20;
giorni 20. (Münchhausen ?)
f. 56'. 1604, Sept. 16. Adamo Obman Alemano anni 30; vis. dal
Santorio.
f. 58'. 1605, März 3 (8?). Carlo Haisler mercante di fontego anni 40;
anni 2. Vennero 3 Congregation. (a. Wien ; cf. oben S. i7i.)
f. 58'. 1605, Mai 8. Margarita, fia di s. Cristofolo Gaf Todescho,
anni 2 ; mese 1.
f. 61. 1605, Sept. 25. Zorzi Paur Tedesco anni 35; giorni 5; Santorio.
55 f. 64'. 1607, Mai 28. Matio Uster Alemano anni 41 ; 3 settimane.
f. 64'. 1607, Juni 18. David Gais Todescho, fio de Giacomo (?), anni 25;
mesi 10.
f. 66. 1608, Jan. 23. Maria, figlia di Zorzi Todescho, di mese 15.
f. 66. 1608, April 8. Zuane e Giacomo, fio de m. Adamo Todescho;
giorni 18.
f. 68'. 1608, Dec. 10. Agustin Todescho anni 25; giorni 12.
60 f. 70. 1609, Okt. 5. Anna et Catterina, figlia di Cristof. Gaf, oste
all' Aquila negra, di mese 2.
f. 71. 1610, März 13. Barbara, moglie del s. Giovanni Aider (Haider?),
oste al Leon biancho, anni 46 ; mesi 5,
f. 72. 1610, Juli 15. Antonio Reder, conduttier Todesco, di anni 38 ;
caduto giii d'un alta finestra.
252 Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765.
f.
65 f.
f.
f.
f.
f.
70 f.
f.
f.
f.
f.
75 f.
f.
f.
f.
f.
80 f.
f.
f.
f.
f.
85 f.
f.
f.
f.
90 f.
f.
f.
f.
f.
73'. 1610, Sept. 25. Chilianno Haehr Todesco pellegrino a. ^) cino-
vanta (?).
79. 1612, Dec. 12. Bortolamio Caiger Todesco a. 20.
82'. 1614, März 9. Bolf. Stainder (?), ligador de fontego, a. 72;
casGado de una scala.
88'. 1615, Okt. 27. Zuanne Caf Todesco a. 36; g. 12.
89. 1616, Jan. 26. S""- Lorenzo Crafter, mercante in fontego della
nation Germanica, a. 72 ; tre mesi ; visitato da Marinelli e Ragoza.
(a. Augsb. ; cf. oben S. 179.)
90. 1616; März 7. Maria, moglie di missier Christoffolo Sacher To-
deseha, a. 45.
90'. 1616, März 28. Mad^- Barbara, moglie di m. Adamo Axel,
a.30 incirca; amal. anm4; visit. da Zuanne Stocbemaier. (Stockmaier?)
90'. 1616, April 28. Hieri sera intorno 22 höre fü ammazzato et
mori subito Christoforo Prukner a. 36, corriero di Soia ^) della
92. 1616, Juli 7. Tobias Fien a. 25; g. 8; Belessario Galdaldino ^).
(Pin oder Fynn a. Nürnb. ; cf. oben S. 227 Nr. 34.)
92. 1616, Juli 30. Francesco Härder (?) a. 26; g. 8; Marinelli et
Benzon.
96. 1618, Jan, 4. Giorgio Vuolffegan di Esinberg (Winberg?) Ale-
mano a. 27.
97'. 1618, April 13. Zan Carlo Rix (?) a. 25 ; a. 6.
100'. 1619, Jan. 3. Sara, fia de m. Lodovico Todesco, nasente.
106. 1620, Sept. 27. Vrbano da Viena a. 50 ; g. 10.
107'. 1621, Mai 23. Filippo Frizesof (?), bastaso de fontegho, a. 46;
g. 3 ; Sforza.
108. 1621, Juli 24. Sebastian Sven (?) Alemano a. 74; g. 8.
109. 1621, Okt. 17. Giovanni Erbole Alemano a. 19; g. 18.
110. 1622, April 2. Zorzi Arting a. 42; g. 50.
111. 1622, Aug. 14. Donna Caritä, moglie de m. Zuanne Bergman
Alemano, a. 48 ; g. 9; Benzon.
112'. 1622, Nov. 1. D. Maria, moglie de m. Cristoforo Gaff, oste
all' Aquila negra, a. 50 ; g. 28.
113'. 1622, Dez. 25. Alessio de Alessii da Trento a. 75 ; g. 27.
114. 1623, Febr. 10. Zuanne da Broda Trentino a. 40 ; g. 12.
120'. 1624, Aug. 12. Francesco Griaga (?) Trentin a. 40 ; g. 8.
125. 1626, Aug. 14. Sebastiano Weitershaim Alemano a. 24.
126'. 1627, März 16. Mattio Piler Todesco in fontego a. 60; g. 8;
Benzon.
126'. 1627, März 29. Andrea Maffatti Tedesco, figliolo del q(uondam)
Zuanne; mesi 6.
127. 1627, Juli 5. Helia Hupper a. 52 ; a. 2. (i607-i609 Consui; cf. oben S. 210.)
130'. 1629, April 18. Giacomo Zell Thodesco a. 20.
131. 1629, Mai 8. Fedricho Ebrzi (?) a. 32. (Eberz?)
133'. 1629, Sept. 10. Andrea Stercin Todescho a. 18 ; g. 15.
136. 1629, Nov. 18. Daniel Eberz a. 55; g. 8. (a. Isny; cf. oben S. 187.)
136. 1629, Nov. 27. Bulfardo Guetprott a. 55 ; g. 6. (Gutbrod a. Steyr ; cf. oben
S. 193.)
1) Behufs Eaumersparniss kürze ich von hier ab: a. = anni; g. = giorni; m. = mesi,
2) Baiersoien bei Schongau.
3) An dieser letzten Stelle wird — aber nicht regelmässig — der behandelnde Arzt mit
oder ohne Zusatz wie ,medico' oder ,visitato da' aufgeführt.
Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765. 253
95 f. 136'. 1629, Dez. 24. Zuanne Strubel a. 24 ; mesi 4.
f. 156'. 1631, April 3. Dominio Trentin a. 20.
f. 157. 1631, Mai 3. Zuane Flaispan Todescho a. 26; g. 5; di un
bubone SOtto sequestrato. (Fleischbein a. Frankf. ; cf. oben S. 189.)
f. 160'. 1631, Juli 27. Vldrigo Paimagen (?) Tod. a. 50; g. 5.
f. 165. 1634, Nov. 19. Mag»- sig^- Michiel Tach, mercante Alemano,
a. 42 ; g. 31 ; Santorio, Benzon et Artigio.
100 f. 166. 1635, Aug. 29. Lunardo Comiperler a. 14; g. 8.
f. 167. 1636, Juni 24. Maria, figlia del Christian Ott Tod., mesi 10.
f. 167'. 1636, Okt. 27. Christofolo Chistel Todesco a. 24; medico To-
deSCO. (Christel a. Augsb. ; cf. oben S. 180.)
f. 170. 1637, Okt. 25. Pietro Zuanne Vancholen a. 19; a. 1; Artigio
Alemano. (Van-Cölln a. Aachen; cf. oben S. 191.)
f. 170. 1637, Okt. 29. Giorgio Raiter (a. Innsbr. ; cf. oben S. 173.) a. 64;
g. 7 ; Artigio.
105 f. 171'. 1638, Aug. 29. Christofolo Gaff oste a. 65; mese 1; Artigio.
f. 172'. 1639, Febr. 10. Vielmo, figlio dil s. X. Gio. Juster Tod., a. 7.
f. 175. 1640, Sept. 15. Zaccaria Schueccart (Schueuart?) Todescho,
lavorator da bocali, a. 22 ; Artigio.
f. 175'. 1640, Okt. 30. Christofolo Pacher Tod. a. 23 ; g. 5 ; Artigio.
f. 177. 1641, März 30. Maria, fia di m. Zuanne Pagogher (?) Ted., a. 3.
110 f, 177'. 1641, Mai 20. Zuanne, fio di m. Zuanne Pagogher, a. 2.
f. 177'. 1641, Juni 6. Anna Maria, figliola di m. Lunardo Hibler
(Aibler?) Ted. pittor, di mesi 2.
f. 179. 1642, Mai 6. Mag^o- s^- Enrico Mandroche (?) Alemano
a. 21 ; g. 15 ; m. Artighio.
f. 179'. 1643, Jan. 16. Baldiss^- Van Collen a. 20; g. 30; m. Artighio
e Bota. (a. Köln ; cf. oben S. 190.)
f. 182'. 1644, Dez. 3. Giacomo Ebrez a. 18; g. 8; m. Artighio. (Eberz
a. Isny; cf. oben S. 187.)
115 f. 184. 1645, Sept. 1. Zuanne Maier dai remessi ^) d'anni 45; g. 20;
m. Artighio.
f. 185. 1646, März 20. Tobia dai remessi Tod. a. 26 ; a. 1.
f. 186'. 1646 , Sept. 8. Giacomo Giovanni , figliolo del s. Michiel
Miller, subito nato.
f. 188'. 1647, Nov. 10, Massimilian Haan q(uondam) Lunardo (a. Saizb.;
cf. oben s. 174.) a. 45; g. 40; visitato dal medico Valenzi Hebreo.
f. 191. 1648, Okt. 21. Giorgi Gierol. Coles Alamano a. 24.
120 f. 192'. 1649, Juni 20. Christofolo Baiardi Trentino a. 38; g. 14; m.
Hebreo Balenz.
f. 192'. 1649, Juli 21. Gio. Gast Todesco d'anni 60 incirca; g. 8;
visitato dalli medici Molinetto et Trivellin. (a. Nürnb. cf. oben S. 193.)
f. 196'. 1651, Sept. 1. Nicolo Buster d'anni 80 circa, amalato da
vecchiagia mesi 3 circa, visitato dal medico Hebreo detto Chebeghe ;
et lui Buster per esser venuto a Venetia giovine, non si sä di che
paese preciso egli si sii ; ma vien detto che sii Bavaro ; sta in
Venetia da anni 72 in qua.
f. 197. 1651, Sept. 19. Dominico Coler Todesco sartor d'anni 30 in-
circa, amalato da febre maligna g. 15 circa, visitato dal medico
Hebreo detto Chebeghe.
1) laorar de remesso = impiallaceiare, mit Holzibelegcn, oder — intarsiare, mit Holz
einlegen ; cf. Boerio.
254 Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580—1765.
Vol. II 1653—1765.
f. 1. 1653, Aug. 5. Lunardo Ghigen, fio di D. Gierol. Todesco da
Villaco, d'anni 27 circa, amalato da febre giorni 15, visitato dall'
medico Brani.
125 f. 1. 1653, Aug. 9. Andrea Han, mercante di Salzsburgo (cf. oben S. 174),
d'anni 45 incirca, amalato da febre maligna e petecchie giorni 15.
Visitato dal Medico Otto Alemano.
f. 3. 1654, Juni 17. Francesco, fio di Giacomo Briö da Trento, d'anni
20 circa, hieri sera alle höre 23 circa fu assalito da un suo inimico,
che lo trucidö con undeci ferite, e mori subito.
f. 9. 1657, Jan. 4. Cattarina, q(uondam) Zuatone Auser (Hauser?)
Todesco, d'anni 85 circa, amalata da vecchiagia e caduta la seconda
volta di percossia giä mesi disdotto. Visitata dalli medici Molina
e Cabibi Hebreo. La fa sepelir D. Lorenzo Onzelt, suo germano e
credono comissario. ,
f. 12'. 1658, April 22. Giorgio Lottner d'Augusta d'anni 70 circa,
infermo giä mese 4 d'apoplesia e cattaro senza medico. Lo fa
sepelir il S^- Vancolen (a. Aachen) di fontico.
f. 12'. 1658, Mai 14. Lion, figliolo di M. Marcello Maltingner, di mesi
18 circa, amalato da spasemo giorni 8 circa. Visitato dal medico
Folis. Lo fa sepelir il d. suo padre.
130 f. 13. 1658, Aug. 31. Lorenzo Onzelt calegher d'anni 68, amalato da
una caduta con febre continua mesi uno. Visitato dal medico
Molina. Lo fa sepelir Pietro Onzelt, dicono suo nepote.
f. 13. 1658, Okt. 9. Dominico Cester Todesco d'anni 60 circa, amalato
da febre continua senza medico mesi tre. Lo fa sepelir la scola^)
amore Dei.
f. 15. 1659, April 5. II s^^- Giona Miller di Nolimbergo (sie) d'anüi
53 circa e ricade la seconda volta giä giorni sei : lo visitö il medico
Moresini. Lo fä sepelir il s'^- Baidissera Ertel per esser giovene di
sua Camera in fontego.
f. 16. 1659, Sept. 10. Zorzi Pauer Todesco di anni 24 incirca, giersera
e venuto da Roma ä höre 24 et a tre höre e morto per il sangue
che li e uscito da naso. Lo fanno sepelir li suoi compagni.
f. 16. 1659, Sept. 17. Michiel Cibech, Todesco da Baviera, di anni 24,
amalato da febre continua giorni otto in circa, visitata dal medico
Molina. Lo fä sepelir il s^'- Zuanne Rostt Todesco, suo compatrioto.
135 f. 16'. 1659, Okt. 3. Maddalena Milarin Todesca di anni 30 incirca,
amalata da febre e cataro mesi 3 incirca , visitata dal medico
Romano. La fä sepelir sua madre.
f. 16'. 1659, Dez. 28. Ermann Lucchner d'Augusta d'anni 24 circa,
amalato da febre maligna giorni 10 incirca, visitata dal medico
Trivelino. Lo fä sepelire D. Giacomo Paflfler, comesso de Signori
Pecchlin (Böckhiin ? cf. oben s. 179.) et Sorer.
1) Die Bruderschaft der Bäcker? oder Schuhmaoher? oder?
Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765. 255
f. 18. 1660, Juli 23. Giorgio Waichman d'Olmo (Weickmann; cf. oben S. iss)
d'anni 23 cii'ca, amalato da febre continua giorni otto circa;
medico Vallencino. Lo fa sepelir la Nation Alemana.
f. 18'. 1660, Okt. 20. Cbristoforo Martini Alemano, portinaro di
fontego de Todeschi, d'anni 28 circa, amalato da febre continua
giorni 15 circa; medico Trevelin. Lo fä sepelir la Natione.
f. 22'. 1662, Juni 16. Zuanne, fio di Mattio Echelpac; g. 2; suo padre^).
uo f. 24. 1668, Mai 27. Anna, consorte di M. Zorzi Hens, a. 50; g. 8 ;
Medico Ebreo; suo consorte.
f. 25'. 1663, Nov. 8. Giorgio Christoforo Mangolt a. 42; g. 20; m.
Trivillin; Sigismondo Mangolt suo fratello. (a.Augsb. ; cf. oben S. i8o u. I8i.)
f. 25'. 1663, Nov. 13. Armano Raididel da Vienna a. 24; g. 15; m.
Mussato ; s^- Dominico Zannini.
f. 27'. 1664, Sept. 8. Zuanne, fio di m. Zuanne Hilleprant, a. 23; g. 7 ;
Dolfin e Monsü francese; suo padre.
f. 28. 1664, Okt. 13. Zuanne Trane (?) Todescho a. 25; g. 8; Ber-
nardo Gherin, suo cognato all' Aquila Nera.
145 f. 28. 1664, Okt. 22. Gio. Leonardo Sorer, mercante Alemano (Schorer
a. Augsb. ; cf. oben s. 179) a. 35 ; g. 18 ; Florio e Liarca ; Mattio Lauber
(a. Kauf beuren; cf. oben S. 183) SUO COmpagnO nel negotio.
f. 29. 1665, April 26. Gio. Batt(ist)a, f. d. ßJrtolo Gnuff m. 10;
m. 1 ; sua madre.
f. 29'. 1665, Mai 17. Zorzi Aiz Todesco a. 55; un mese; medico
todesco Aldimarsi; Zuanne Puceni Todesco suo camerata. (Hais?)
f. 31. 1666, April 20. Gio. Christoforo Ginuag Allemano a. 21; g. 8;
Trivilin e Blanchenbach ; Mattia Lauber di fontico.
f. 31'. 1666, Aug. 2. Anna, fia di m. Michiel Arson Tod., a. 12 ; g. 14;
Blanchinbach ; suo padre.
150 f. 33'. 1667, Okt. 10. Lorenzo Heipech Tod., camerier all' Aquila
negra, a. 36; Mussato; fa sepelir D° Bernardo Gering, patron dell'
ostaria sudetta.
f. 35. 1668, Sept. 3. Christi ano Naiderich (Naidovich?), cuogo in fontico
de Tod., a. 22; mesi 3; Blanchinbach; la Natione stessa.
f. 36. 1669, Febr. 13. S. Pandolfo e Sebastiane Fesch a. 54; g. 24;
Blanckenbach; Gio. Giac. Tegelar suo paesano.
f. 87. 1669, Juni 6. Gio. Fedrigo Videnmarcher di Aisnoch (Eisenach?)
d'anni 22 incirca, amalato da febre maligna et flusso giorni 34
incirca. • Visitato dal ecc(ellentissi)mo Moreo. Per esser eretico et
morto impenitente si manda alli lochi ordinarii ^).
f. 38'. 1670, Febr. 15. Adamo Recher, a. 36 , di Boemia, heri sera
cade in aqua et si anegö; li suoi Patroni.
155 f. 41. 1671, Aug. 12. Giov, Hilebrant, ligador di fontego, a. 68
g. 4 ; Musitelli ; sua consorte.
f. 41. 1671, Okt. 9. Feiice conte di Lodron e castel Romano a. 37
Sig. Mai'chese Capra suo nepote.
f. 41'. 1672, April 26. Henrico Lodovico Luz Tod. a. 28; g. 21
Otton ; Bern. Gerin (?) oste all' Aquila Nera.
f. 41'. 1672, Mai 22. Giacomo Snaider, canever di fontico, a. 24
g. 10; Musitelli; la nation Alemana.
1) Ich lasse von hier ab die Worte ,amalato' (visitato dal) .medico', ,lo fa sepelir' wieder weg.
2) auf den Lido ; cf. oben S. 248.
256 Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765.
f. 41'. 1672, Aug. 7. Michiel, figliolo di M. Iseppo Belin, bastago in
fönt. d. Tod.; a. 5 ; m. 5; Musitelli; suo padre.
160 f. 42. 1672, Okt. 21. Gäo. Corado Alemano a. 30 ; g. 8 ; Locatello ; la
Nation per caritä.
f. 42'. 1673, Jan. 16. Daniel Guntertuendorf a. 22 ; g. 2; Otton; si
sepelisce per l'amor di Dio.
f. 47'. 1676, Aug. 26. Anna Maria, figlia del S. Mattio Lauber, a. 7;
g. 18; Ben; suo padre.
f. 50'. 1677, Sept. 22. Vitto Ernesto Vieh (Wich?) a. 21; g. 9; Za-
netti et Florio; S. Cristoffolo Eberz.
f. 52'. 1678, Aug. 8. Gotfredo Adamo Maichel di Gratz a. 45; g. 8;
Ben; Pietro Cortelli suo patrone.
165 f. 53'. 1678 , Nov. 23. Gio. Cristoffalo Hochaicher d'Agusta a. 63 ;
g. 26; Gilberto; SS. Offer et Pacmagier. (magier = mayer ; Hopfer u. Bach-
mayer a. Augsb. ; cf. oben S. 181.)
f. 60. 1681, Aug. 9. Giacomo Cheldeman, bastaso in fontico, a. 60;
m. 4 ; Ben ; la scola de bastasi senza capitolo.
f. 61'. 1682, März 2. Ulderico Hiselfelder a. 25; g. 15; Ben; Filippo
Rad (a. Augsb. ; cf. oben S. 179) SUO corrispondente.
f. 64. 1683, Juli 18. Giovanni fio di d« Giovanni Thechel Tod. ; a. 3;
m. 1 ; m. Vetto Pferchert (?).
f. 64. 1683, Aug. 28. Gio. Giorgio Pagier (Payer?) a. 24; g. 14;
Alberti ; S. Giorgio Christofolo Hebertz (Eberz ; cf. oben s. ist) suo
padrone.
170 f. 64'. 1683, Nov. 30. Maria, fia di Bastian Egrettamagier m. 6
suo padre senza cap.
f. 65'. 1684, März 3. Margarita Roser vedoa a. 83 ; g. 8; Gio. Bohem
Mattio Lauber con capitolo.
f. 69. 1684, Sept. 4. Lodovico, fio di m. Bastian Egertmagier, g. 20
suo padre senza capitolo.
f. 70. 1686, März 7. Paulo Chercil, a. 26; g. 9; Stafetta; la scola
de calegheri Todeschi senza capitolo.
f. 72', 1687, März 6. Leonardo Ruepprecht a. 21; g. 9; Alberico e
Ben; Mattio Lauber mercante di fontico de Tod.
175 f. 75'. 1687, Sept. 17. Pietro da Piera della Pieve di Condino, diocese
di Trento, a. 34; g. 12; Bonamin; suo germano con capitolo.
f. 81'. 1689, Okt. 15. Daniel Balth(asar?) Todesco a. 40; sua consorte
senza capitolo.
f. 82'. 1689, Nov. 13. Margarita, consorte del s. Daniel Baldauf
(cf. oben s. 248.) , a. 40; g. 18; Ben; M. Adamo Porer ligador di fönt,
f. 84'. 1690, Sept. 23. Zuanne, fio di Michiel Miler soldato Tod. ; m. 3
(si sepelisce) per l'amor di Dio.
f. 88'. 1693, Febr. 6. Andrea Maria, consorte di s. Martin Parisent,
hoste all' Aquila nera a. 37; m. 3; Bohem Todescho; suo consorte.
180 f. 88'. 1693, März 5. Gio. Alberto, fio di Fil. Giac. Mizel Tod., g. 12;
suo padre senza capitolo.
f. 89. 1693 , Aug. 1. Michaele Masser Tod. a. 60 ; g. 2 ; suo nipote
senza capitolo.
f. 89. 1693, April 16. Adamo, fio di m. Bastian Egertmagier, a. 6 ; suo
padre senza capitolo.
f. 89'. 1693, Sept. 20. Giacomo Grassei, mercante di fontico, d'anni
63 ; m. 2 ; Bohem ; la sua Natione con capitolo.
Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580—1765. 257
f. 92. 1694, Dez. 29. Giov. Giacomo Sigman, spendidor di fönt., a. 77;
la nation Alemana con capitolo.
185 f. 95'. 1696, Nov. 2. Eegina, figlia di Henrico Vagman (Wagmann?)
pittor, a. 1; m. 6; suo padre senza capitolo.
f. 97. 1697, Okt. 1. Zorzi Caufmegir (Kaufmeyer?) di nation Alemana
a. 50, portinaio di fonticho di Tod. ; g. 8 ; morto nel sodetto fon-
tico; Ben. Lo fanno sepelir i suoi patroni con capitolo.
f. 97'. 1697. Okt. 15. Maria Ponte Todescha a. 62; m. 1; Franceschi;
suo figlio con capitolo.
f. 99. 1698, Nov. 18. Antonio Maria, fio del s. Gio. Carlo Herzhauser,
q. Vito Giovanni ; m. 2 ; suo padre con capitolo.
f. 99'. 1699, Febr. 2. Zuanne, fio di Filippo Mizel, ligador in fönt. d.
Tod., subito nato; suo padre senza capitolo.
190 f. 99.' 1699, Febr. 2. Maria, fia di Filippo Mizel, subito nata; suo
padre senza capitolo.
f. 100 1699 , Juni 13. Cattarina Elisabetta Cleme Todescba a. 18 ;
m. 1; Musitelli; sua sorella senza capitolo.
f. 100'. 1699, Dez. 19. Elena Lucia, fia di s. Gio. Carlo Herzhauser,
a. 8; suo padre senza capitolo.
f, 104. 1701 , Sept. 1. Elena, fia di s. Gio. Carlo Herzhauser, m. 9 ;
suo padre senza capitolo.
f. 105', 1702, Nov. 14. Cattarina, fia di Simon Giovanelli, speditor
di fönt, di Tod.; m. 8; suo padre senza capitolo.
195 f. 106'. 1703, März 6. Paulina, relicta del q(uonda)m Domenico
Easchir (?) , a. 42 ; m. 3 ; D. Gio. Batt*- Ceriol suo commissario con
capitolo.
f. 113. 1705, Mai 24. David Feher Todesco, ligador in fontico de
Todeschi, d'anni 30, ammalato da febre maligna gia giorni 5, visi-
tato dal medico Been e per quanto si puö sapere e di religion
sospitta; fanno sepellir li suoi parenti al Lido.
f. 115. 1706, April 30. Meneghina del q(uondam) Maffio Flutardi
(Hutardi?), relita del q(uondam) Michiel Hartong, d'anni 80; m. 4;
Giovanni Miller commissario con capitolo.
f. 115'. 1706, Aug. 6. Daniel, fio di altro Daniel Snor, m. 8; g.6\
suo padre (con) prete e zagho ^).
f. 119'. 1707, Dez. 22. II S^- Giov. Giac. Deler d'anni 63, uno de
colleggiati della nation Allemana del fontico de Todeschi privileg-
giata, ammalato da febre e mal d'orina giorni 12; visitato dall'
ecc™^- medici Alberti et Arteman (Hartmann?); fanno sepellir li sig"-
COnSOli della Nation sudetta con capitolo. (Deller a. Leutkirch ; cf. oben
(S. 248.)
200 f. 125. 1709, Sept. 16. Tomaso Laider callegher a. 46; g. 10; Freschi,
Lo farä sepellir la scola dell' Anontiata de Todeschi in San SamueP)
(con) prete e zago.
f. 128. 1710, Okt. 28. Gio. Zorzi, fio di s. Iseppo Fessel Todesco,
g. 15; suo padre con prete e zago.
f. 128. 1710, Dez. 26. II s^- Mattia Lauber de Laubenfeld, conseglier
di comercio di S(ua) M(aest)a Ce(sare)a, d'anni 84, uno de collegiati
della Natione Alemana del fontico de Todeschi privileggiato , am-
malato da febre e mal d'orina giorni 20 incirca; visitato dall'
J) = chierico cf. Boerio.
2) Die Bruderschaft der deutschen Schuhmacher; cf. später im Anhang.
. K 17
258 Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765.
ec(.mo. Medice Behm; fä sepellix* il S'^- Gio. Christofolo Lauber, uno
fratello, della Natione sudetta al Lido. (cf. oben s. i83).
f. 128'. 1711, Jan. 27. S^- Giov. Christofolo Lauber d'anni 70; amma-
lato g. 4 dalla percossia; fanno sepellir sua consorte e nipote al Lido.
f. 134. 171-^, Juli 17. Filippo Alberto Kad (a. Augsb.; cf. oben s. 179)
a. 78 , mercante in fontico de Tod. , ammal. da febre e rottura ^)
g. 4 ; med. Giov. Behm ; fa sepellir il s"^- Giac(om)o Benspergh al
Lido.
205 f. 139. 1714, April 20. Giustina, fia di m. Gioachin Frac, bastazo di
Font., g. 18; suo padre (con) prete e zago.
f. 139'. 1714, Mai 31. Gio. Gasparo Hosler (corrigirt) Todescho, giovane
del s'^- Gio. Sola, a. 22 ; g. 10 ; Fehx ; s. Gio. Sola con capitolo.
f. 148'. 1717, Juni 27. Elisabetta, cons(orte) di Stefano Smit (Schmit?),
bastaso di fönt, de Tod., a. 23; g. 5; Fez (?); suo marito (con) prete
e zago.
f. 151. 1718, Mai 6. II S"^- Giacomo Sneider d'Augusta (Schneider?)
d'anni 38 ; ammalato da febbre et infiammatione ^) g. 56 ; vis. d.
Bem et Lodovici; fa sepellir il Sig. Giacomo Benspergh al Lido.
f. 152'. 1718, Dez. 31. Bartolo Pelizari, sottocogo del fontego de Tod.
a. 36; colica con estinuatione m. 3; vis. dal Fehx; fa sepellir il
sigr. console della Natione Alemanna con capitolo.
210 f. 154. 1719, Aug. 8. Gio. Henrico Colmbach (Caienbach s. oben s. 248) di
Coburgo di religion sospetta d'anni 34 incirca; ammalato di febre
maligna gia giorni 14 incirca; visitato dall' ecc*^- Fez; fa sepellir
il console ä S. Cristofolo de la Face nel luoco destinato.
f. 159. 1721, März 3. Matteo, fio di m. Gabriel Paxmid, ligador di
fönt.; g. 14; fa sepelir suo padre (con) prete e zago.
f. 166. 1725, Jan. 12. E capitato alla riva del fontigo de Tod. il
cadavere di S. E. il S. Co. Federigo Luigi Eevenston (? Reventiov?),
Camerier di S. M. Reale di Danimarca, d'eta anni 25 ; ammalato da
variole g. 17 ; morto in Padova , medico ßoella di detta cittä. ; quäl
cadavere il capitato qui con un barchiello in una cassa impegolata
e lastrata di ferro ') , e detto cadavero fu posto in deposito in
fontigo de Tod. d'ordine del mag(istra)to ecc(ellentissi)mo della sanitä
per dover esser spedito in Danimarca sua patria.
f. 174. 1730, Jan. 28. Pasqua Elexempamber (?) a. 50; g. 11; Bene-
detti; suo marito con capitolo.
f. 197. 1738, April 5. Antonio Elesampamber (?), fio d. s. Erolamo,
a. 21; Fontana; suo padre con capitolo.
815 f. 200. 1739 , Febr. 25. Illnio- s'^- Giacomo Benspergher (Benspergh a.
Lindau; cf. oben S. 187), mercante di fontico de Tod.; Luteran d'anni 71
incirca, amalato da una ernia "*) intestinale g. 4 ; M. Paison ; mori
all' höre 24; si sepelisce a S*o- Cristofolo.
f. 203. 1740, Jan. 16. Antonio ßizer a. 70 ; S. Pietro Santorini ; sua
figlia con capitolo.
f. 22^7'. 1746, Sept. 5. Giovanni Conich a. 47; m. 5; m. Steffani; si
sepelisce nel luogo solito de protestanti. (König?)
f. 231'. 1747; Nov. 17. Domenico Valt a. 44; amore Dei.
1) Bruch.
2) Entzündung.
3) ..in einer verpichten, mit Blech beschlagenen Kiste"
i) Bruch.
Verzeichniss der in S. Bartolomeo zu Venedig best. Deutschen 1580 — 1765. 25P
f. 234'. 1748, Nov. 23. Paula Frizele a. 72; m. 1; amore Dei.
220 f. 235. 1749, Juni 16. Agata Miller a. 68.
f. 236. 1749, Nov. 8. Maddalena q. Mattio Echelpach rel(itta?) del
q. Zuanne Ries a. 88; con capitolo.
f. 237'. 1750, Jan. 8. Giro!, e Giorgio Elesempamer a. 68; suo figlio
con capitolo.
f. 238, 1750, Juni 7. Michiel Arnbrand (Schümbrand a. Ravensburg; cf. oben
S. 187) a. 68; g. 4; Francesco Hisperger; nel luogo solito de prote-
stanti.
f. 243. 1751, Okt. 16. Gio. Corrado Westermiller (Schwestermüller a.
Augsburg; cf. oben s. 180) a. 60; Paitton ; nel luogo solito de protestanti.
225 f. 244. 1752, März 6. Zuanne Enrico Lencberlin (Enderiin a. Lindau;
cf. oben s. 187) a. 45 ; nel luogo solito de protestanti.
f. 248. 1753, März 9. Zuanne Beccber (Beck a. Aagsburg; cf. oben S. i80)
a. 70; Francesco Bonajuti; nel luogo solito de protestanti.
f. 254'. 1756, Mai 19. Cristofolo di Giorgio Hail m. 9 ; senza capitolo.
f. 260'. 1758, Nov. 1. Cecilia q(uondam) Girolamo Elesempanber,
a. 50; con capitolo.
f. 261'. 1759, April 1. Gio. Andrea Seitz Tedesco di Norimberg
a. 26 ; Scarmolin ; nel luogo solito de protestanti.
230 f. 262'. 1759, Juli 29. E arrivato alle ore 20 dalla Follina^ in una
cassa il cadavere del q(uondam) Gio. Giorgio q(uondam) Filippo
Sthal a. 64; nel luogo solito de protestanti. (Stahl a. Stuttgart; cf. oben
S. 186).
f. 273. 1763, Nov. 11. Giovanni di Giorgio Enrico Hail a. 5; g. 10;
Nomicö; nel luogo solito de protestanti in S. Cristofalo.
f. 274'. 1764, Nov. 19. Giorgio q(uondam) Girol. Elesempamber; a. 57
(visitato) dair Oglio (?); con capitolo.
1) (Comune nel Veneto, provinc. di Treviso'.
i^6o
n
Beilage II.
Verzeichniss deutscher Fastenprediger in Venedig.
„S. Bartholomaei Kirche, allda in der Fasten, wie Henznerus
schreibet, Teutsch geprediget wird" berichtet Martin Zeiller in seiner
„Raiß- Beschreibung durch's Welschland" ^). Eine Liste solcher
deutscher, meist aus Deutschland stammender, Fastenprediger in
S. Bartolomeo findet sich, worauf mich Herr Comm. N. Barozzi
aufmerksam zu machen die Güte hatte, in einer Handschrift der
Sammlung Gradenigo (Nr. 25) des Museo Civico Correr in Venedig,
die den Titel führt : ,Raccolta di alcuni predicatori ed oratori che
decorarono gli pulpiti della cittä di Venezia'. Die Liste beginnt auf
dem ersten Blatt mit dem Jahre 1711 und geht mit Unterbrechungen
bis 1776; auf dem folgenden Blatt werden noch mehrere Namen
aus dem 15., 17. und 18. Jahrhundert, wie es scheint, nachgetragen.
Ich lasse jedoch die Ordnung, wie sie die Handschrift aufweist.
^) Itinerarium Italiae 1640 cap. 3 f. 65. Die citirte Stelle steht in Pauli
Hentzneri Itinerarium Germaniae, Galliae, Angliae, Italiae (1617) zum Jahre
1599 pag. 228.
lei
Predicatori in tempo di Quadragesima S. Bartolomeo,
1711. D. Gio(vanni) Franc(esc)o Erel di Baviera.
1712. R(everen)do D. Giovanni Erel di Baviera.
1713. D. Giovanni Franc(esc)o Erel sudetto.
1718 (sie). P. Fran(cesc)o a Puero ') Jesui Tedesco in questo e nell' anno
seguente dell' Ordine Jerolimino (sie).
1715. P. Fedele . . Professore della Provincia di Siria ^).
1716. P. Eligio Liberse per li Tedeschi.
1717. D. Z(an) Francesco Antonio Erti (?) Bavarese.
1721. —
1722. —
1723. P. Cornelio Flores, Riformato, per la Nazione Alemana.
1724. P. Cornelio Froller, Riformato, per i Tedeschi.
1725. P. Cornelio Herer, Riformato, per i Tedeschi.
1726. P. Fortunato, Capuccino, per la Nazione Alemana.
1727. —
1728. —
1729. P. Giuseppe Lovina, Gesuita.
1742. P. Gio(vanni) Antonio Kraus per li TodescM, Riformato.
1743. P. Gio(vanni) Antonio da Bolzan per li Todeschi, Riformato.
1750. Per li Todeschi P. Concordio da Piciardi, Riformato.
1751. Per li Todeschi P. Concordio da Milan, Riformato.
1752. P. Concordio da Milan per li Todeschi.
1753. P. Concordio da Milan o da Tiliano, Riformato.
1754. R. P. Eligio d'Annania ^) Cappuccino della Provincia della Stiria.
1755. P. Adefonso da Monaco per la Nazione Tedesca.
1756. P. Adefonso sudetto da Baviera, Cappuccino.
1757. R. P. Franc(esc)o Reggio, Cappuccino della Provincia di Baviera.
1758. P. Franc(esc)o Regii da Rieda *) nella Baviera, Capuccino.
1759. P. Sisenando (sie) da Landshutz ^), Capuccino, Tedesco.
1760. R. F. Primus Buel, Capuccino, Tedesco.
1761. R. F. Primo da Bologna, Capuccino, per la Nazione Tedesca.
1762. R. F. Primo da Bologna, sudetto.
1763. P. Emiliano da Badia, Teologo Capuccino.
1764. P. Emiliano sudetto.
1) cf. unten S. 262, wo derselbe gleichfalls zu 1718 und 1719, aber als P. Franc, a Pueco
aufgeführt ist.
2) Zu lesen ,Stiria' wie später?
ä) Anagni?
♦) Ried.
6) Landshut.
262
Verzeichniss deutscher Fastenprediger in Venedig.
1765. E. P. Engardo da Marano ^), Capuccino.
1766. E. P. Engardo da Marano, Capuccino sudetto.
1767. E. P. Massimino Eiformato.
1768. E. P. Massimino Tedesco Min(orita) Eif(ormato).
1769. P. Massimino sudetto.
1770. E. P. Alberto Sprene Minor(ita), Eiformato.
1771. II M. E. P. Alberto Todesco, Eiformato.
1773. II E. P. Teodoro Prov(encia)le da Brixinone ^) nel Tirol, Capuccino.
1774. II Edo. P. Teodoro Todesco da Brissinone, Eiformato.
1775. II E<io- P. Teodoro da Bressanon, Eiformato Tedesco.
1776. II Jldo. p. Alberto da Eppanio ^) Minor(ita) Eiformato per li
Todeschi.
Dann auf dem folgenden Blatt:
1446. F. Teodoro di Alemagna, Lettore Eremitano.
1447. F. Teodoro sudetto predicö il primo Gennaro ed anco la Quaresima.
1452. F. Arigo dal Brabante, Lettore Agostiniano, la Quaresima agli
Alemani.
1454. F. Jodoco di Alemagna la Quaresima, Agostiniano Lettore.
1695. P. Didaco da S. Iseppo, Gen. Carmelitano per li Tedescbi.
1699. P. Placito Interingler Benedittino.
1700. P. Placido Interinger per la Nazione Alemana.
1706. P. Franc(esc)o Majer da Passavia, Gesuita per li Alemani.
1718. P. Franc(esc)o a Pueco^) Chesu Todesco, eremita di S. Gerolamo.
per la nascione (sie) Alemana.
1719. P. Franc(esc)o a Puecö Clesü (sie) Todesco per la Nazione.
1) Meran?
2) Brixen.J
3) Eppan in Tirol?
*) cf. oben S. 261.
Ui
Anhang:
Zur Geschichte deutscher Gewerbe-
treibender in Venedig.
l
I
^
(b^
JJie welthistorische Bedeutung Venedigs als politische und als
Handels-Grossmacht, sowie die Grundlage dieser Weltstellung sind zu
bekannt, als dass man darüber viele Worte verlieren dürfte, ohne
befürchten zu müssen, oft Gehörtes oder Gelesenes zu wiederholen.
Auch die Bedeutung Venedigs als „Kulturstaat" haben Andere zu
würdigen nicht unterlassen, so insbesondere G. M. Thomas in seiner
Festrede^): „Die Stellung Venedigs in der Weltgeschichte". Kurz
und bündig weist er hin auf den Einfluss, den diese Handelsstadt,
die Petrarca als „emporium orbis", Bessarion als „alterum Byzantium"
bezeichnet^), in der Geschichte des Völkerverkehrs, des Völkerrechts
und der Handelsgesetzgebung, im Seewesen, in der Finanzwirthschaft,
im Geld- und Münzwesen, in der Frage über Ansässigmachung und
Aufnahme in die Bürgerrolle, über Gewerbeschutz und Gewerbefreiheit,
ferner auf die Wissenschaft im Allgemeinen, auf Länder- und Völker-
kunde insbesondere, auf die Geschichte der Literatur, auf das Archiv-
wesen, die Statistik (wie wir mit J. Burckhardt^) hinzufügen wollen),
die Geschichtschreibung, auf Kunst und Kunstgewerbe lange Zeit
hindurch ausgeübt hat. Ein anderer Einfluss kommt dabei weniger
zum Ausdruck, der aber vielleicht nicht minder bedeutsam ist und
hier etwas mehr betont werden mag — ein Einfluss auch kultur-
geschichtlicher Art, das Wort nur noch in einem etwas engeren,
spezielleren Sinne gefasst : ich meine den Einfluss, den die Lagunen-
stadt auf die Gestaltung des Lebens anderer Völker ausgeübt, die
Rolle, die Venedig in der Geschichte der Sitte gespielt hat.
Um es mit einem Worte auszudrücken: Venedig ist für das
Mittelalter und lange Zeit darüber hinaus, vielleicht bis zum Ende
des vorigen Jahrhunderts, das „Paris" der neueren Zeit in gutem
und freilich auch in — schlimmem Sinne gewesen — ein Vergleich,
der so nahe liegt, dass man sich nicht wundern darf, ihn auch ander-
wärts von Anderen ausgesprochen zu finden.
„Venedig" , sagt z. B. Falke in ähnlichem Sinne in seiner
Geschichte des deutschen Handels'*), „war für Wien damals, im
^) zur Vorfeier des allerhöchsten Geburts- imd Namensfestes K. Ludwig II.
in der k. bayer. Akad. der Wiss. am 25. Juli 1864. — ^) Thomas a. a. 0. S. 16.
— ä) Die Kultur der Renaissance in Italien (1. Aufl.) S. 69. — *) Bd. II (1860) S. 33.
266
Anhang.
15. Jahrhundert ganz besonders, die Stadt der Moden, die Quelle
des Luxus, woher die Reichen und Vornehmen nicht nur die Seiden-
und Sammt-, die Gold- und Silberstoffe bezogen, sondern auch das
Geschmeide." Und wenn er zum Beweise hiefür eine Urkunde vom
Jahre 1490 anführt, durch welche einem Wiener Kaufmann von
Kaiser Friedrich III. verschiedene Mauten u. s. w. im Betrage von
1500 Gulden überwiesen werden, die der Kaiser für ein in Venedig
bestelltes und erkauftes Halsband von Gold „mit Diamanten, Balesen
und Perlen" schuldete — so können wir auf eine nicht minder charak-
teristische Notiz in den Protokollbüchern des venetianischen Senates
hinweisen, aus welcher hervorgeht^), dass der nämliche Friedrich für
die burgundische Braut seines Sohnes Maximilian im Jahre 1477
Seiden- und Sammtstoffe in Venedig ankaufen Hess. Aber auch
bereits im Jahre 1303 erhält die „Königin von Deutschland", wohl
Elisabeth, die Gemahlin Kaiser Albrechts L, Geschmeide aus Vene-
dig^), und dergleichen mag noch unzählige Male vorgekommen sein.
Es schiene mir eine dankenswerthe , aber freilich auch mühsame
und nicht eben leichte Arbeit, dieses Thema noch weiter zu ver-
folgen und den Einfluss Venedigs besonders auf unsere süddeutschen
Reichsstädte nach dieser Seite hin einmal näher zu untersuchen.
Venedig war aber auch — und zwar in späterer Zeit nach dem
Mittelalter trotz seines politischen Niederganges vielleicht noch mehr,
wie früher — ähnlich eben wie das moderne Paris, die Stadt der Ver-
gnügungen, wohin man reiste, um sich zu unterhalten, sich zu
belustigen, sich zu amüsiren.
Wenn dies im Mittelalter weniger der Fall war, so rührt dies
nur daher, weil man damals überhaupt weniger reiste. Ausser
den politischen und militärischen Reisen und Zügen der Fürsten
und Gesandten und neben den Reisen der Kaufleute und Studenten
kannte das Mittelalter eigentlich nur noch eine Art von Reisen:
die zu religiösen Zwecken, insbesondere die Pilgerreisen nach dem
Orient, nach dem heiligen Land. Reisen im heutigen Sinne, des
Vergnügens halber, um neue Länder und Gegenden zu sehen, kannte
man damals nicht oder nur höchst selten ^). Gerade für jene Pilger-
reisen nun aber spielte Venedig eine ausserordentlich wichtige Rolle.
Denn von hier aus pflegte man die Reise nach dem Orient anzu-
treten, hier schiffte man sich zumeist ein, hieher kehrte man nach
glücklich zurückgelegter Fahrt zurück, und kaum einer unter all' den
Palästinafahrern, welche bei Röhricht und Meissner '^) aufgezählt sind,
dürfte sich finden, der nicht wenigstens einmal die Lagunenstadt
') s. unten Nr. 65. — ^) s. unten Nr. 1. — ^) Selbst des „böhmischen Herrn
Leo von Rozmital (Schwagers des Böhmenkönigs Georg Podiebrad) Ritter-, Hof-
und Pilgerreise durch die Abendlande 1465 — 67" (hrsg. von Schmeller in der Bibl.
des liter. Ver. Bd. VI), wo „die Schaustellungen des erlöschenden Ritterthums
und die Genüsse eines von Hauptstadt zu Hauptstadt wechselnden Hoflebens"
mit besonderer Vorliebe geschildert werden, wurde unter einem anderen Titel
unternommen. — *•) Pilgerreisen nach dem heiligen Lande (Berlin 1880).
Anhang. 267
berührt und dort einige Tage verweilt hätte, um alle die Schätze
anzustaunen, welche dem bewundernden Auge des Fremden sich
hier in dieser merkwürdigen Stadt darboten.
In der That sind denn auch Alle des Lobes voll über die Stadt,
ihre Lage, ihre Pracht, ihren Glanz, ihre Sehenswürdigkeiten, ihre
Verfassung. „Venedig erschien zu Ende des XV. Jahrhunderts wie
das Schmuckkästchen der damaligen Welt" ^), es war das „Wunder
jener Zeit" ^). Statt vieler möge nur des einen Felix Fabri Lobspruch
auf Venedig hier mitgetheilt werden: Er rühmt es geradezu als die
schönste und kostbarste Stadt, die er in der ganzen Christenheit,
wie ausserhalb derselben gesehen, und als das Wunderbarste und
Merkwürdigste auf der Welt überhaupt ^). Und gleich vielen Anderen
bekennt er seine Unfähigkeit, die Stadt nach Gebühr ganz und voll
preisen zu können*), führt dann aber doch die einzelnen Punkte
an, welche nach seiner Meinung den Ruhmeskranz Venedigs aus-
machen. Er zählt deren dreizehn auf, obwohl es deren noch viele
andere gäbe:
1. die wunderbare Lage, Gründung und Erbauung der Stadt,
2. die Menge der Bevölkerung,
3. das geordnete, stetige Regiment in Verbindung mit den
Charaktereigenschaften der Venetianer,
4. die grosse Ausdehnung der Herrschaft,
5. die Menge der Kirchen und gottesdienstlichen Gebäude,
6. die grosse Anzahl der Reliquien,
7. die Kostbarkeit der Kirchenschätze,
8. den Ueberfluss an Lebensmitteln,
9. die Bewegung des Handels,
10. die pompösen Festlichkeiten,
IL die Weisheit der Staatsmänner und Leiter der Regierung,
12. den Besuch fremder Fürsten und die zahlreichen Ordens-
kapitel,
13. die grossen Privilegien und Vergünstigungen, welche ver-
schiedene Päpste der Stadt und ihren Bewohnern verliehen.
') Burckhardt a. a, 0. S. 62. — ^) Gregorovius, Geschichte der Stadt Rom im
Mittelalter (2. Aufl.) Bd. VII S. 693. — ^) Evagatorium, hrsg. von Hassler in der
Bibl. des liter. Ver. Bd. IV S. 398 : Venetiana urtis est vetustior et pretiosior cunctis
civitatibus quas ego vidi, tam in Christianitate quam extra, nee vidi quid-
quam mirabiUus hac urbe, nihil curiosius perspexi, et in nuUo loco diutius niansi
hospes. — ^) Quis hanc clarissimam et florentissimam urbem, cujus immensa fama
et gloria per se toti notissima exstat orbi, describet ad plenum? Aehnlich
z. B. Pietro Casola in seinem ,Viaggio a Gerusalemme' (Ausgabe von 1865, p. 6,
citirt von Molmenti, La storia di Venezia nella vita privata p. 166): — non e
possibile dire nö scrivere pienamente la belleza, la magnificentia, ne la riccheza
della citta de Venezia; und ein Jahrhundert später Paul Henzner (1599) in seinem
.Itinerarium Germaniae, Galliae, Angliae, Italiae' (Ausgabe von 1617, p. 217):
,Venetiae urbs . . . nostro aevo omnium celeberrima opulentissimaque, cujus
tanta magnificentia ac dignitas, ut etiam illi qui hanc perlustrarunt, admirari
eam potius quam dignis laudum eloquiia celebrare queant.'
268
Anhang.
Fabri scliliesst dann das Lob Venedigs mit folgender poetischer
Verherrlicliung, die „einer seiner Landsleiite" ^) gedichtet habe:
Dum niare Delphinos, dum coeli clara tenebunt
Sidera, dum gratos tellus dabit humida fruges,
Dum genus humanum sua deget saecula terris,
Splendor erit toto Venetum celeberrimus aevo.
Dieselben Verse ^) finden sich auch in jener berühmten Hand
Schrift Hartmann Schedel's ^) der hiesigen Staatsbibliothek, dem ,liber
antiquitatum', in welcher Schedel Notizen aller Art über die von ihm
besuchten Städte Deutschlands und Italiens, Inschriften u. s. w. zu-
sammengestellt hat. Fol. 198 bringt auch er einen längeren Passus
, Landes inclitae urbis Venetiarum', den er damit beginnt, dass er
die Lagunenstadt Rom an die Seite stellt, der „ehemaligen Herrin
der Welt" , mit der jene an Ruhm und Grösse der Herrschaft und
glorreicher Thaten wetteifern könne.
Rom war in der That vielleicht die einzige Stadt, welche in
Bezug auf den Fremdenverkehr mit der Lagunenstadt sich messen
konnte, und dies allerdings erst, seitdem es mit dem Beginne des
15. Jahrhunderts nach der Rückkehr der Päpste aus der avignonesi-
schen Gefangenschaft wieder der Mittelpunkt der Papstherrschaft
geworden war und unter deren Einfluss aus Schutt und Trümmern
heraus allmählich zu neuem Glanz erstand, insbesondere aber dann
mit dem Wiedererwachen des Alterthums, wie früher, die „klassische
Stadt der Welt" ^) wurde.
Aber wir werden nicht fehl gehen, wenn wir den Eindruck,
den die Siebenhügelstadt mit ihren noch halb verfallenen Plätzen
und Ruinen auf den Fremden machte, mehr als den grossartiger
Erhabenheit bezeichnen, die man, wie ja selbst noch heutigen Tages,
in Scheu und Ehrfurcht betrat. „Rom war und ist noch das archi-
tektonische Theater der Weltgeschichte selbst, und die monumentale
Stadt des Abendlandes voll feierlicher Majestät" °).
Anders die Lagunenstadt. Hier pulsirte frisches fröhliches Leben,
hier konnte man sich ganz und voll der Lust, dem Genüsse hingeben,
wie dies ja auch das Volk selbst that, das die herrschende Adels-
aristokratie mehr und mehr von der Theilnahme an den öffentlichen
Angelegenheiten wegzudrängen und auszuschliessen verstanden hatte.
Sehr treffend hat Lübke^) auf den ursächlichen Zusammenhang des
„ lieber wiegens des materiellen Genusslebens" in Venedig mit jener
Thatsache, mit der politischen Bedeutungslosigkeit der unteren Klassen,
aufmerksam gemacht, wie andererseits auch kein Zweifel darüber be-
stehen kann, dass das Festhalten an diesem Grundsatz „Panem et
n
^) ,quidam ex nostris carmine in eorum laudem futuram cecinit dicens'. —
^) Andere Lobsprüche auf Venedig von verschiedenen Autoren in gebundener und
ungebundener Rede s. in Nicolai Reusneri Leodini Silesii de Italia (1595) lib. 11
p. 28 u. ff. - 3) Cod. lat. 716. - ') Gregorovius a. a. 0. Bd. VIII S. 112. —
^) Gregorovius Bd. VII S. 693. — ^) Geschichte der italien. Malerei Bd. I S. 510.
Anhang, 269
Circenses für das Volk" den Todeskeim der Republik in sich trug.
Lange Zeit aber noch hat gerade dieser äussere, theilweise aus jenem
Genussleben resultirende , Glanz den Ruhm det Republik und der
Stadt nach Aussen hin aufrecht erhalten. Noch im 16. Jahrhundert,
auch nach der Entdeckung Amerika's „trat die Weltstellung der Stadt
glänzend und grossartig vor Augen" ^); noch lange Zeit und, wie schon
erwähnt, in späterer Zeit erst recht war Venedig ,sede principalis-
sima del piacere' ^), das ,paradisus delitiarum' ^).
Was Wunder, dass eine solche Stadt nun auch viele Leute von
auswärts anlockte , die dort ihren Lebensunterhalt in irgend einer
Weise zu finden bestrebt waren? Deutschland aber stellte dazu ein
besonders zalilreiches Kontingent. Neben den Kaufleuten im Fondaco
und den deutschen Bediensteten desselben erscheinen deutsche
Gewerbetreibende aller Art ^), insbesondere Bäcker und Schuh-
macher, wie wir deren ja bereits unter den „Grabschriften von
Deutschen" und ebenso in der Liste der in S. Bartolomeo bestatteten
Deutschen Mehrere erwähnt gefunden haben.
Was zunächst die Bäcker betrifft, so ist es eine alte Ueber-
lieferung, dass schon im 10. Jahrhundert deutsche Bäcker in Venedig
sich angesiedelt hätten. Und zwar wird erzählt^), dass die vene-
tianische Regierung 34 Oefen für sie auf der Insel S. Elena bei
Venedig habe bauen lassen, wo sie ehedem meist den Zwieback
(,il biscotto') für die Seemannschaft zu backen hatten. Worauf sich
diese Ueberlieferung stützt, vermag ich nicht anzugeben. Dann soll
sich — und dies ist glaubwürdiger — um die Mitte des 12. Jahr-
hunderts eine Anzahl von Graubündnern in Venedig als Zuckerbäcker
niedergelassen haben, welche mehr und mehr Landsleute nach sich
gezogen und mittelst bedeutender Summen das Recht erkauft hätten,
ihre Waaren feilbieten zu dürfen *^). Aus einem Dokument des Jahres
1402 (Dez. 20) ') erfahren wir, dass die in Venedig weilenden deutschen
Bäcker „schon seit langer Zeit" eine Bruderschaft errichtet hatten,
welche sich in der Kirche S. Filippo e Giacomo versammelte. Daselbst
besassen sie einen eigenen Altar, an welchem Messen gelesen wurden
und Gottesdienst gehalten wurde, wie das bei solchen Bruderschaften
der Brauch war^). Da einige „Uebelgesinnte" gegen die Statuten
I
') Ranke, Zur venezianischen Geschichte S. 30. — ^) ,Ritratto della vita
civile dei Veneziani nel 1565' Lettera d'incerto autore a Camillo Paleotto citirt bei
Molmenti a. a. 0. p. 173. — ^) Hentzneri Itinerarium . . . (1617) p. 218; cf. Reusner,
Italiae lib. II p. 28. — ") cf. Lebret, Geschichte von Italien Thl. IX (Halle 1787)
S. 548. — •') 8. Zeitschr. für Baiem Bd. 3 Jahrg. 2 (1817) S. 347. — ") Sprecher,
Gesch. der RepuVjlik der drei Bünde im 18. Jahrh. Bd. II S. 148. — ') s. unten
Nr. 47. — **) cf. Venezia e le sue lagune vol. I p. 1 pag. 181 : ,ogni arte aveva
11 suo luogo di ritrovo, sotto la protezione di un Santo, in onore del quäle si
celebravano solenni sacre funzioni. I luoghi di ritrovo, quäle maggiore e piü
splendido, quäle minore, si chiamavano scuole ... Le corporazioni o fraglie
delle arti, se non erano rieche e non avevano scuola propria, si adunavano in
una chiesa, dove possedevano un altare e lo mantenevano. Le principali avevano
270
Anliang.
und Regeln der Bruderschaft sich aufzulehnen gewagt, erbitten sich
die Vorsteher der Bruderschaft vom Rathe der Zehn die Erlauhniss,
gegen solche Ruhest^er einschreiten zu dürfen.
Genauer wird dann 20 Jahre später diese Bruderschaft als die
der deutschen Bäcker-Gesellen bezeichnet und dieselbe vom Rathe der
Zehn am 23. Juli 1422 gewissermassen von Neuem bestätigt^). Die
Bäcker-Meister Venedigs hatten nämlich kurz zuvor das Ansuchen
gestellt und durchgesetzt, dass die drei damals bestehenden Bruder-
schaften der Bäckermeister, der lombardischen und der deutschen
Bäckergesellen zu einer einzigen vereinigt oder richtiger die der
Bäckergesellen aufgehoben würden ^). Mit Erfolg widersetzten sich die
deutschen Bäckergesellen diesem Beschluss, traten für ihre eigene
Bruderschaft ein, welche lediglich fromme religiöse Zwecke verfolge,
und erhielten unter dieser Voraussetzung und mit der Bedingung,
dass in ihre Matrikel nichts aufgenommen werde, was das Gewerbe
selbst betreffe, dass sie vielmehr hierin den Vorständen der Innung der
Bäckermeister Gehorsam leisten würden, die Erlauhniss, nach wie vor
in der Kirche S. Filippo e Giacomo ihre Bruderschaft zu versammeln.
Gerade diese Separat-Bruderschaft der Bäckergesellen spielte
dann über 100 Jahre später eine wichtige Rolle **). Auch hier, wie
unter den übrigen in Venedig sich aufhaltenden Deutschen^), hatte
nämlich die lutherische Lehre Eingang und begeisterte Anhänger ge-
funden. Bereits im Dezember 1527 sah sich die Innung der Bäcker-
meister zu Beschwerden und Massnahmen gegen die deutschen Bäcker-
gesellen veranlasst ^), da diese ihren Verpflichtungen nicht nachkom-
men, ihre Arbeit nicht verrichten wollten, sich überdies unterstanden
hätten, ein Kapitel zu berufen und die Meister vor dasselbe zu
laden, sowie sogar mit Auswanderung zu drohen — also, modern
ausgedrückt, eine Art Strike in Scene gesetzt hatten, welchem ver-
muthlich damals schon religiöse Motive zu Grunde lagen.
Solche führten dann ausgesprochenermassen 16 Jahre später
zur Aufhebung der Bruderschaft der deutschen Bäckergesellen. Offen
rühmten sich dieselben, wie aus einem interessanten Aktenstück vom
19. September 1543^) zu entnehmen, der Erfolge von Luther's Lehre
in Deutschland und versuchten, wie es scheint, mit Gewalt, durch
Unbotmässigkeit , Einstellung der Arbeit und Thätlichkeiten , die
Meister zur Annahme der „ketzerischen" Lehre zu zwingen. Diese
aber, vertreten durch den Vorsteher der Zunft und einen besonderen
l'una e l'altro'; cf. Sagredo, A., Sülle consorterie delle arti edificative in
Venezia (Venedig 1857) S. 54 u. ff. Die gerade für die folgende Darstellung
wichtigen Fragen der Stellung der religiösen Bruderschaft zur Zunft oder Innung
bedürften aber noch genauerer Untersuchung; cf. Schanz, G., Zur Gesch. der
deutschen Gesellenverbände (1877) S. 69 ff. und Neuburg, C, Zunftgerichtsbar-
keit und Zunftverfassung vom 13, — 16. Jahrh. 1880, — ') s, unten Nr. 56. —
^) s. Nr, 55. — ') Ob sie da noch in S. Filippo e Giacomo ihren Sitz hatte,
wird nicht erwähnt; s, Nr. 77. — *) cf. oben S. 157 u. ff. — ^) s. unten Nr. 75,
— «) s. Nr. 77.
Anhang. 271
Ansschuss, beschlossen daraufhin, die Bruderschaft der Bäckergesellen
aufzuheben, die Haupträdelsführer zu bestrafen und vom Bäckergewerbe
in Venedig auszuschliessen. Als Schuldige wurden bezeichnet:
Paul Faistele Pixmoester (?), in Arbeit zu S. Apostolo^);
Johannes Vechst zu S. Raphael und
Anton Stonz, dessen Gefährte zu S. Trovaso;
Vincenz in der Calle longa;
Jakob Nirombergher (Nürnberger oder aus Nürnberg?) in der
Calle longa;
Michael Steirer zu Sa. Maria Zobenigo;
Leonhard Lanz in der Frezzaria;
Heinrich Vozle in der Calle longa;
Georg Cusmoer zu S. Pantaleon;
Christoph Cuoco ,ai do Ponti';
Johannes Stegman (?) in ,Rio Terrao';
Johannes Stete in ,Rio Marin';
Six zu S. Cassan;
Balthassar in ,Ruga Gaiuffa (Giuffa)' ;
Marcus in der Calle longa ; dazu ein Schuhmacher Jakob, der das
Amt eines Predigers bei ihnen versah.
Die übrigen Bäckergesellen sollten gehalten sein, sich in die Innung
der Bäckermeister aufnehmen zu lassen, so dass es, auch zu reli-
giösen Zwecken, künftig nur eine einzige Genossenschaft geben solle.
Die ,Provveditori alle Biave', denen das Bäckereiwesen unterstellt
war, genehmigten diese Beschlüsse, empfahlen jedoch die Schuldigen
der Gnade der Zunft ^).
Ueber 100 Jahre, heisst es dann in einem*anderen Dokument^),
blieb es bei dem, was hier festgesetzt war. Im Jahre 1660 finden
wir dann aber doch wieder eine Genossenschaft deutscher Bäcker-
gesellen mit einem Vorsteher (Gastaldo), und zwar reklamirte oder
vertheidigte dieselbe damals das Eigenthumsrecht an das Bäcker-
Spital zu S. Samuele, wie es scheint, gegenüber von Ansprüchen,
die von italienischer Seite darauf erhoben wurden^). Wie es näm-
lich in dem eben erwähnten^), von den italienischen (lombardischen)
Bäckergesellen im Jahre 1685 verfassten, Schriftstück heisst, waren
sowohl die deutschen Bäckermeister, die früher die Mehrzahl ge-
bildet, mit der Zeit weniger geworden, als auch hatte sich die Zahl
der deutschen Bäckergesellen verringert, während die der italieni-
schen Meister und der (lombardischen) Gesellen bedeutend gestiegen
war. Und sie blieben, führen eben die letzteren aus, nicht wie die
Deutschen, die meist wieder in ihre Heimath zurückgekehrt seien,
nur kurze Zeit in Venedig, sondern nähmen hier mit ihren Familien
ständig ihren Wohnsitz. Wohl möglich, dass sie eben deshalb nun
auch die Deutschen aus dem Besitze des Spitales zu verdrängen
^j Ueber die Oertlichkeiten s. Tassini, G., Curiositä Veneziane (3* ediz.
1882). — ^) 8. unten Nr. 78. - =") s. Nr. 86. - ") s. Nr. 84.
272
Anli;
ang.
suchten — ähnlich wie 1568 die deutschen Schuhmacher in Venedig
ihr Spital gegen italienische Ansprüche zu vertheidigen hatten ^).
Ist Tassini's Notiz ^) , dass dieses Spital der deutschen Bäcker zu
S. Samuele bereits 1433 gegründet worden, richtig, dann konnten
sich die Deutschen 1660 allerdings mit gutem Grund auf die Ver-
gangenheit berufen; aber, wie es scheint, ohne Erfolg.
Nach Tassini ^) hätte dann auch in der Kirche S. Stefano unter
dem Titel der „Geburt der Jungfrau Maria" eine Bruderschaft
deutscher Bäcker(meister ?) bestanden. Doch gibt er darüber leider
nichts Näheres und insbesondere nicht an, wann dieselbe etwa er-
richtet worden. Soviel ist sicher, dass, wie wir aus einer Inschrift
wissen^), im Jahre 1511 in dieser Kirche S. Stefano eine gemein-
same Grabstätte für die deutschen Bäckermeister und Bäcker-
gesellen erworben wurde, als ,Zuanne de Lovin' Zunftvorsteher war.
Nach S. Stefano wurde allerdings auch im Jahre 1529 (am 31. Jan.)
die Zunft der Bäckermeister verlegt '^), nachdem dieselbe vorher
mehrfach mit ihrem Versammlungslokal gewechselt. 1423 und 1426
wird als solches die Kirche S. Salvatore genannt ^) , 1426 aus-
nahmsweise (?) S. Bartolomeo *^), 1462 (oder 1468) S. Filippo e Gia-
como^), 1491 und 1527 S. Giovanni e Paolo ^); später endlich
(1591) S. Samuele^). — Worauf sich eine andere von Cecchetti jüngst ^°)
mitgetheilte Inschrift an einem Hause neben der Kirche S. Apol-
linare (Aponal im Dialekt) vom 2. März 1508 aus der Zeit des
nämlichen, eben genannten Zunftvorstehers bezieht, ist nicht er-
sichtlich. Sie lautet:
NEL TEMPO . DE • SER • ZVANE • DE • LOVIN-
PISTOß • A • S • APONAL • — GASTALDO •
E COMPAGNI • M • D • VIII • ADI • 11-
DE • MARZO •
Vielleicht bestand hier ein zweites Spital für die deutschen
Bäcker, oder ein gesondertes für die Bäckermeister.
^) cf. unten und Nr. 82. — ^) ,Edifici di Venezia distrutti o volti ad uso
diverso . . .' (1885) p. 45. — ^) s. oben S. 235 Nr. 83. — *) Ven. Mariegola dei
Pistori im Mus. Civ. Corr. f. 37' (im Staats-Archiv f. 46') : 1528 (m. V. = 1529)
ultimo Zener. ,Clie la Scuola de nostri pistori, che al präsente se congrega e se
aduna in Zuan e Polo, questa sia trasferida in S. Stefano logo nostro . . .' —
^) ibid. f. 22 (resp. 27) : 1423, 17. Maji. ,Cum scbola seu universitas confra-
trum schole Sancte Marie pistorum de Venetiis egeret aliquo loco seu hospitio,
in quo habiliter diebus congruis et debitis possit pro commoditate sua se redu-
cere et congregare confratres suos in unum remedio animarum suarum juxta
ritum aliarum scbolarum et se reduxisset ad ecclesiam Salvatoris videlicet ad
quoddam hospitium infrascriptum ipsius ecclesie . . .' — ^) ibid. f. 13: , Parte
presa in pien capitolo in la chiesia de san Bartolomio, non possendose redur
in luogo de san Salvador al luogo deputado di pistori per certa cason . . .'
— ') ibid. f. 16 (20). - ®) ibid. f. 20: 1491, 29. Mazo ,Congredado el capi-
tolo al luogo suo deputado a San Zan e Polio' und unten Nr. 75. — ®) ibid.
f. 78 (89) 1591, 13. Oct. — ^°) im Archivio Veneto t. 29 p. 302.
Anhang. 273
Nichts Näheres ist auch bekannt über das Stärkeverhältniss
der deutschen Bäckermeister, die ja in früherer Zeit die Mehrzahl
in der Innung gebildet haben sollen, zu den übrigen nichtdeutschen.
Nur aus dem Jahre 1471 ist ein Verzeichniss der Bäckerläden der
beiden Stadtviertel ,Rialto' und ,S. Marco' erhalten ^), aus welchem
zu entnehmen, dass damals von 22 Läden in jenem mindestens 6,
von 17 in diesem Stadtviertel 8 in deutschen Händen waren. Im
Viertel ,Rialto' werden genannt:
Ugolinus aus Ulm, der im Bezirk S. Cancian seinen Laden hatte;
Konrad aus Konstanz zu S. Cassan;
Peter aus Augsburg zu S. Simeon (,in Rio Marin');
Justus Spiera (?) zu S. Pantaleon;
Ugolinus aus Bayern zu S. Rafael;
Georg aus Ulm zu S. Barnaba.
Die im Viertel von S. Marco genannten sind:
Peter aus Ulm zu S. Domenico;
Demetrius aus Agram zu S. Zaccaria;
Heinrich aus Nürnberg zu S. Zan del Tempio;
Zan de Lovin ^) zu S. Antonin;
Hermann aus Nürnberg zu S. Maria Formosa ,in Calle longa';
Johann aus Brunneck zu S. Salvador ,in Cofanaria' ^) ;
Paul aus Augsburg zu S. Lucca;
Georg aus Augsburg zu S. Moise;
wobei aber nicht ausgeschlossen ist, ob nicht noch einige andere
der dort aufgeführten Bäckermeister Deutsche waren, wie z. B.:
Zan de Maganza (Johannes aus Mainz?) zu S. Marcuola ,in Rio
Terra') im Rialto-Viertel),
Das waren also Privatbäckermeister, über die ganze Stadt
vertheilt, die aber unter der Oberaufsicht der venetianischen Be-
hörden, speziell der ,Provveditori alle biave' standen^).
Davon zu scheiden ist das offizielle Backhaus der Regierung, das
„Deutsche Beckenhaus " in der Nähe des Arsenals, über dessen Ent-
stehung mir gleichfalls nichts bekannt geworden ist. Ich finde nur ^),
dass nach Sanuto 1473 zu S. Martin „an der Riva des Canals" 32 neue
Oefen für die Herstellung der ,Biscotti' um 8000 Dukaten errichtet
wurden. Später, im 16. und 17. Jahrhundert, thun deutsche Reisende
dieses Backhauses gelegentlich Erwähnung. So Samuel Kiechel (Ende
1586), der folgendes darüber schreibt**): „Am heimgöhn (vom Arsenal)
nach der herrlaerg wurden wür in der herrn (von Venedig) bachaus
') cf. Cecchetti a. a. 0. p. 299-300. — ^) Wohl identisch mit dem vorhin
genannten jgastaldo' von 1508 u. 1511 und daher wohl ein Deutscher. — ') ,cofFoneria
(cofaneria) deve significar un luogo a S. Marco, dove si costruivano o vendevano
0 portavano cofani, speci di cassette o di ceste coperte un po' arrotondate'. Brief-
liche Mittheilung des Herrn Dir. Cecchetti. — *) cf. Cecchetti, La vita dei
Veneziani nel 1300, im Archivio Veneto t. 29 p. 294 u. ff. — •') Gallicciolli,
Delle Memorie Venete antiche p. I § 319. — ') , Reisen* (Bibl. des liter. Ver,
Bd. 86) S. 158.
18
274 Anhang.
gefiiert, in wölchem bei 48 öfen und manigmal 80, mehr und wehniger,
personen dorinnen schaffen, wölches durchaus teütsche böckhen sein,
und würt kein ander brot do gebachen dan pöscoten, wölches harrt
und 2mal ingelegt würt, ein groser vorrath von brot und ganze
häufen mehl gleich als düe kreidenberg do gesehen werden, und
kompt solches brot alles uf ihre, der herrschaft schif und gallea,
düe marinari, sclaven und andere, wölche doruf sein, domitt zu
speisen."
Aehnlich Martin Zeiller in seiner ^Raiß-Beschreibung durch's
Welschland" ^): „Ferners ist auch das Teütsche Beckenhauß nahend
dem Arsenal zu sehen, darinn 44 Backöfen seyn, wie Pflaumerus
schreibet, vnd vns der Meister darüber berichtet hat; wiewol
Megiserus von fünff'tzig Meldung thut. Besagter Meister war von
Saltzburg, vnd hatte, neben genügsamen Essen vnnd Trincken,
monatlich viertzig Venedische Pfund, eins zu zwantzig Schilling,
vnd ein Schilling für zwölff Pfenning, in gemeiner Zahlung, gerechnet.
Wird von lauter Teutschen Beckenknechten versehen, deren jeder
Brods genug, vnd täglichen achtzehen Schilling oder Soldi, vnnd
also schier ein Pfund Gelts hat. Sie haben Handmühlen das Meel
auszubeutein, welches von Treviso dahin gebracht vnnd darauß eine
sehr grosse Summa Biscott gebachen wird." —
Schliesslich verzeichne ich noch einige sonst gelegentlich er-
wähnte deutsche Bäcker in Venedig:
1425 Claus Walther aus Augsburg, „Peckenknecht" ^);
1443, Juli 5, Bernardus und Ugolinus, Gesellen bei einem Bäcker
Michael, den sie ermordet^);
1450, Okt. 23, Martin aus Ulm, Bäcker zu S. RaphaeH);
1455, Febr. 28, Johannes Gomborus zu S. Giovanni Crisostomo ^) ;
1457 Martin, Bäckermeister aus Weilheim (?), bestattet in S. Gio-
vanni e Paolo ^);
1490, Juni 18, Johannes de Erb, Bäckergeselle, mit einem ,Ja-
cobus Bertoldus a biscotis' des Todschlages beschuldigt an einem
deutschen Bäcker(-Meister?) Jakob zu S. Feiice '^);
1629, Okt. 18, Balthassar Vidiman (Wideman), Kaspar Fai (Faul),
Jakob Sander, Johann Cleber, Wolf Fiebigh, jAdam Sarf,
Kaspar Trungher, Marcus Freigher ^). —
Neben den deutschen Bäckern verdienen in erster Linie genannt
zu werden die deutschen Schuhmacher.
Dass ihre Zahl in Venedig keine geringe gewesen, beweist schon
der Umstand, dass auch sie und vielleicht noch früher als die Bäcker
in einer Genossenschaft oder Innung vereinigt erscheinen. Wenigstens
^) Jtinerarium Italiae' (1640) f. 66. — ^) s. unten Nr. 57. - ^) Venedig,
Staats- Archiv. Quarantia Criminale. Parti vol. 4 fol. 7'. — *) ebendaselbst fol. 12.
— ") s. unten Nr. 63. — *) s. oben S. 232 Nr. 66. — ^) Ven. St.-A. Quar. Crim.
Parti vol. 6 f. 32'. — ^) Ven. Museo Civico Correr. Mariegoia dei Pistori f. 99';
cf. oben S. 135 Anm. 3 und S. 221 Nr. 5.
Anhang. 275
l)erufen sich diese in der oben erwähnten Eingabe vom Jahre 1402^)
eben auf das Beispiel der ,schola cerdonum Theutonicorum', die in
der Kirche S. Stefano sich versammle. In der That lesen wir in
einem späteren Dokument vom 10. Okt. 1483 ^), dass der Rath der
Zehn am 15. Juli 1383 den deutschen Schuhmachern die Errichtung
einer ,societas' (Bruderschaft) erlaubt habe, die als Patronin die
,Virgo Maria Annunciata' erwählte. Und aus dem nämlichen Jahre
1383 ist uns dann im Original der Vertrag erhalten, den im Namen
aller in Venedig wohnenden deutschen Schuhmacher Konrad aus
Böhmen im Bezirk S. ApoUinare, Heinrich von Nürnberg zu S. Pa-
terniano, Friedrich aus Bayern zu S. Silvestro, Peter aus Böhmen,
Georg aus Ulm zu S. Paterniano, Nikolaus aus Freiburg zu S. Cassan
mit dem Kapitel von S. Stefano über die Erwerbung einer Gruft
und eines Altars in dieser Kirche für ihre Zunftgenossen und über
die Abhaltung von Messen gegen Entrichtung einer bestimmten
Summe am 25. November 1383 abschlössen^). 100 Jahre später
(am 10. Okt. 1483) wurde dieser Vertrag erneuert und modificirt '^),
nachdem durch eine Verletzung desselben von Seite des Klosters
ein längerer Streit zwischen diesem und den Schuhmachern aus-
gebrochen war. Genau und ausführlich werden hier die einzelnen
Punkte — Kapelle mit Altar, Gruft und Begräbnissplatz, Messen
und Gottesdienst für die verstorbenen Zunftgenossen, Geldentschädi-
gung von Seite der letzteren — erörtert, worüber man sich ver-
ständigte.
Als Vertreter der deutschen Schuhmacher werden hier genannt
ausser dem Anwalt der Zunft, dem Doktor der Medizin Cosmus aus
Böhmen (Boyemus?), Meister Johann Frank (oder Frey? Franchus)
aus Nürnberg zu S. Moise, Meister Franz Roner aus Heilbronn (Al-
brun?) zu S. Apostoli als Stellvertreter für Meister Johann Peter aus
Feldkirch zu S. Angelo, Meister Stenzel aus Sambor in Russland
(d. h. Galizien, ausdrücklich als Deutscher bezeichnet) zu S. Martino,
Meister Johannes aus Weissenburg zu S. Cassan, Meister^ Jakob
Fogaizlingen (?) zu S. Pantaleone als Stellvertreter für Meister Johann
Heremberth (?) zu S. Maria Formosa °).
Nur dies mag noch aus jenen Verträgen und zwar aus dem
älteren von 1383 erwähnt werden, dass der Altar, welcher der Zunft
gehörte, früher der hl. Ursula, später dem hl. Nicolaus von Tolentiuo
geweiht war.
Dem entsprechend finden wir unter den Grabschriften aus
S. Stefano auch zwei, die sich auf die deutschen Schuhmacher be-
ziehen •*): die eine aus dem Jahre 1436 besagt, dass am 13. Juli
^) s. unten Nr. 47. — ^) s. unten Nr. 66. — ') Es ist wohl nicht nöthig,
die Bestimmungen des Vertrages hier im Einzelnen wiederzugeben, da er unten
im Wortlaut folgt; s. Nr. 42. — ■*) s. Nr. 66. — ') Sowohl diese, wie die vor-
herigen Namen zeigen, dass Lebret's Angabe (Gesch. v. Italien Thl. IX S. 548),
das Schusterhandwerk sei beinahe ganz den Graubünduern überlassen worden,
nicht zutrifft. - «) cf. oben S. 236 Nr. 84 u. 85.
276 Anhang.
n
dieses Jahres eine Grabstätte für die deutschen Schiihmachergesellen
errichtet worden, die andere scheint sich auf die deutschen Schuh-
macher(-Meister ?) zu beziehen und würde mit den Angaben in der
Urkunde vom Jahre 1483 übereinstimmen, wenn man die Zahl 1474
als verschrieben für 1483 ansehen dürfte ^).
Ausserdem aber besass die Genossenschaft ein Spital bei
S. Samuele , von dem Tassini ^) behauptet, dass es im 14. Jahr-
hundert gestiftet, 1482 erweitert und 1659 restaurirt worden sei.
Das letztere ist sicher richtig; denn ich selbst habe an einem
Hause Nr. 3127 und 3128 der heute sogenannten ,Calle Crosera''
(zwischen S. Stefano und S. Samuele), das durch einen Schuh als
Abzeichen und ein Kapital mit Maria Verkündigung sich als das
Spital der Schuhmacher kennzeichnet, folgende noch gut erhaltene
Inschrift gefunden:
D. 0. M.
FU RESTAURATO IL PRESENTE HOSPITALE
DE CALEGHERI TODESCHI SOTTO
IL GOVERNO DI MISTRO ZVANE MESTICH
GASTALDO ET SOPRAINTENDENTE DELLA
FABRICHA CON LASSISTENZA DI MISTRO
CHRISTOFFOLLO MENSORI SOPRASTANTE
ALLA MEDESIMA
CON CONSENTIMENTO DEL CAPITOLO GENERAL
ADI PRIMO OTTOBRE MDCL Villi.
Dass der Besitz des Spitales in den 60er Jahren des 16. Jahr-
hunderts für die deutschen Schuhmacher durch die italienischen
gefährdet war, habe ich bereits erwähnt ^). Wir erfahren dies aus
einer interessanten Urkunde vom 2. April 1568*), in welcher die
Schuhmacher Strassburgs, vertreten durch den Bürgermeister
Johannes Hammerer und die Rathsherren Johannes Braun und
Christoph Kolleffel aus der Zunft der Schuhmacher, sich energisch
für dieses Spital ihrer deutschen Genossen in Venedig verwenden
und die damaligen Cottimieri der deutschen Kaufmannschaft im
Fondaco, Johann Amhauser und Anton Schorer, zu ihren Bevoll-
mächtigten ernennen, Alles zu thun, um den deutschen Genossen in
Venedig jenes Spital zu erhalten. Dass diese Bemühungen von
Erfolg begleitet waren, zeigt eben die Restaurationsinschrift von
1659. Ein paar weitere Notizen aus den Jahren 1593 und 1685^),
dieses Spital betreffend, beziehen sich auf, wie es scheint, un-
^) Ven. St.-A. Catastico del Convento di S. Stefano, Process Nr. 431 finden sicH
femer die beiden folgenden Notizen : ,1590 Ricevute del Sagrestano di S. Stefano
a calegheri Todeschi di soldi contati a conto di un livello di ducati 54 annui
che pagano alla sagrestia; 1599 Dimanda de padri per el detto libello alli
calegheri. Difesa de medesimi non esser tenuti'. Leider wird nicht angegeben,
wofür dieser Pachtzins zu entrichten war. — ^) Edificii di Venezia . . . p. 44. — •
3) cf. oben S. 272. — ") s. unten Nr. 82. — *) s. Nr. 83 und 85.
Anhang. 277
erlaubte Benützung desselben durch deutsche Kaufleute. — Endlich
wiederum noch einige Namen von deutschen Schuhmachern zu den
bereits genannten:
1359, Januar 11, Martinus calegarius zu S. Apostoli^);
1403, Okt. 23, Meister FrizeP);
1408, März 15, Petrus sutor zu S. Sofia 3);
1440, Aug. 3, Anzelinus calegarius'^);
1459, April 28, Marinus aus Laibach bei S. ApoUinare ^) ;
1484, Okt. 4, Johannes Her, quondam Pasqualis de Vana'^);
1657, Jan. 4, Lorenz Onzelt, der am 31. August 1658 in Venedig
starb und von seinem Nefi'en Peter Onzelt in S. Bartolomeo
bestattet ward '') ;
1686, März 7, Paul Chercil, von der Bruderschaft (schola) der
deutschen Schuhmacher in S. Bartolomeo beigesetzt^); des-
gleichen
1709, Sept. 16, Thomas Laider^). ~
Zahlreich scheinen aus Deutschland auch Wollarbeiter nach
Venedig gekommen zu sein. Denn von dem (1566 gegründeten?)
Spital derselben auf dem sogenannten ,Campo Businello' oder ,della
Lana' (wo heutigen Tages die Kirche Gesü e Maria) spricht Tassini ^°).
Er berichtet, dass in jenem Jahre (1566) ein gewisser ,Voltier de
Voltier, gastaldo di Thodeschi dell' Alemagna Alta, et della scuola
de m^- S*^- Maria di Carmeni' (d. h. wohl ein gewisser Walther) zu
Protokoll gegeben habe, die Genossenschaft (die sich also in der Kirche
Maria dei Carmini versammelt zu haben scheint) besitze bei S. Croce
an einem Platz, genannt ,el businello', einige kleine Häuser und ein
Lokal mit drei Kammern, welche „wir Deutschen mit unseren Fa-
milien bewohnen". Auch die ,Cronaca Veneta sacra e profana' ge-
denkt nach Tassini dieses Spitales der deutschen Weber, welches
dieselben an dem bezeichneten Platze von den ,Procuratori sopra gli
Ospitali' gemiethet hatten. Am Eingang des ,Sottoportico Secondo
della Lana' ist nach Tassini noch heute das Abzeichen der deutschen
Weber und unterhalb desselben eine Sigle A T sichtbar, die er
wohl richtig mit ,Arte Tessitori' auflöst ^^).
^) Ven. St.-A. Signori di Notte al Criminal. Processi vol. 3 f. 59. —
2) cf. unten Nr. 48. — ') s. Nr. 50. - ") Ven. St.-A. Cons. dei 10 Misti vol. 12
fol. 6G. — ") Ven. St.-A. Giudici di Petizion Estraordinario Nodari Nr. 25. —
*) wohl auch ein Deutscher ; erwähnt im Testament des deutschen Buchdruckers
Johann Herborth aus Seligenstadt (cf. Archivio Veneto tom. 29 p. 412). —
') s. oben S. 254. - ») s. oben S. 256. - ») s. oben S. 257. — ^°) Curiosita
Veneziane (3^ ediz. 1882) p. 324. — '') In einer Handschrift des Museo Civico
Correr (Cod. Cicogna 3249 fasc. 19) betitelt , Ospitali e case date da abitare
per carita' circa 1560 (diese Zahl von Cicogna beigesetzt) findet sich fol. 29'
bei S. Croce folgende Bemerkung: ,Hospedal di Todeschi di Alemagna alta,
govemato da uno Anderlin (= Enderlin) et uno Zorzi, tesser da panni, et
maestro Anzolo de Francesco, tesser da panni, habitano in dicto luogho — Corte
di San Marco con alcune case lequal sono date per amor de Dio per la ditta
«cuola de S, Marco a poveri d'essa'.
278 Anhang.
Folgt hieraus, dass die deutschen Wollarheiter meist im Be-
zirk S. Croce wohnten, so wird man nicht fehlgehen, wenn man
jene Deutschen, welche, fast 100 an der Zahl, im Januar 1407 eben-
dort einen grossen Auflauf machten, auch für Wollarbeiter hält^).
In einem Aktenstück des Rathes der Zehn vom 8. Januar 1410^),
das vielleicht von dem nämlichen Tumult und Aufruhr der Wollen-
weber gegen ihre Meister handelt, werden folgende Deutsche er-
wähnt: Symon Scrunitor, Anechinus Claichen Daxia (von Hessen?),
Petrus de Salistot (Seligenstadt?) de Alamanea alta, Conradus Fisser
(Fischer?), Artraannus de Franchfort de Alamanea alta, Gerardus
de Cologna nepos magistri Juliani, Cul (?) Daxia, Erardus sive
G-erardus de Vilacho sive Frixach (Friesach?).
In einem anderen Aktenstück des Rathes der Zehn vom 7. Juni
1447^) wird deutscher Barchentarbeiter (fustanearii) gedacht, die
auch eine Genossenschaft gebildet und demnach in grösserer An-
zahl längere Zeit in Venedig scheinen vertreten gewesen zu sein.
Ob deren Genossenschaft identisch ist mit jener der Wollarbeiter,,
vermag ich jedoch nicht anzugeben.
Für einen deutschen Seidenweber hält Cicogna den am 11. Au-
gust 1423 gestorbenen, in S. Maria de' Servi bestatteten Augustin
Walter aus Augsburg, der freilich in der Grabschrift nur einfach
als ,textor' Weber bezeichnet ist'^). —
Daneben kommen nun aber noch eine Menge anderer deutscher
Gewerbetreibender in Venedig vor, die vielleicht allerdings nur
vereinzelt vorübergehend sich dort aufhielten, vielleicht aber auch
in grösserer Zahl daselbst vertreten und ähnlich corporativ ver-
bunden waren. So werden z. B. erwähnt:
1335 und 1336 zwei deutsche Seifensieder Konrad und Berthold ^);
1369, Juni 19, ein deutscher Schmied Gerardus bei S. Moise'');
1403, Okt. 23, zwei deutsche Töpfer Christoph und sein Bruder
Konrad ^) ;
1415, Juni 28 und 29, ein deutscher Schachtelmacher (Drechsler?
bussolarius) Georg aus Laibach ^);
1459, April 30, ein deutscher Goldschmied (aurifex) Meister Rigus
aus Köln bei S. Cassan ^);
1501, März 8, deutsche Paternostermacher Georg, Sohn Martins,
mit Sohn Johann und JustuS; Sohn eines gleichnamigen Vaters,
die auf 20 Jahre ein Privileg für die alleinige Verfertigung
von Paternoster erbaten und erhielten ^°). —
^) s. unten Nr. 49. — ^) s. Nr. 51. — ^) s. unten Nr. 62; die italienischen
Barchentarbeiter trennten sich damals von den deutschen, weil sie sich nicht
vertragen konnten, und erlangten die Erlaubniss, eine Zunft oder Genossenschaft
(congregacio) für sich zu bilden. — •*) s. oben S. 242 Nr. 113. — ^) s. unten Nr. 7
und 9. — ') Ven. St.-A. Sign. d. notte al Crim. Proc. vol. 4 fol. 96'. — ^) s. unten
Nr. 48. — ^) s. Nr. 53. — ») Ven. St.-A. Giud. d. Petiz. Estraord. Nodari Nr. 25.
— ^°) s. unten Nr. 73.
Anhang. 279
Andere Deutsche kamen nach Venedig, um theils im Dienste
der Republik, theils in Privatstellungen ihren Unterhalt zu
finden. So wird von dem Dogen Francesco Foscari und seinem Sohne
Jacopo berichtet ^), dass sie sich , mit Vorliebe deutsche Diener ge-
halten zu haben scheinen , wie denn ausser den im Prozesse gegen
Jacopo Foscari genannten Kaspar und Peter auch noch ein dritter
deutscher Diener, Namens Johannes, in den Kriminalakten zum
13. Nov. 1450 vorkomme" ^). Andere Diener von Privatleuten werden
z. B. 1360, Juni 9 (Leonhard); 1369, März 2 (Nikolaus aus Wien,
Konrad und Konrad aus Köln); 1392, Juli 20 (Johannes); 1432,
Aug. 30 (Heinrich aus Wien) genannt^).
Dahin gehören ferner Andere, welche als Boten oder als Ballen-
führer von Venedig nach Flandern, Deutschland u, s. w. erscheinen:
so 1341, Juli 14 ein Petrachinus aus Böhmen (Ballenführer)*);
1344, Dez. 30 ein Konrad (Bote)^); 1346 ein Marcus aus Wien
(Bote)^); 1358 ein Petrus aus Wien, Christoph, Jakob Piloto aus
Venzone (Ballenführer) '').
Im öffentlichen Dienste der Republik treffen wir Deutsche ver-
einzelt bei einzelnen Behörden ^), wozu auch z. B. deutsche Sensale
oder andere Bedienstete im Fondaco zu rechnen sind ^) , besonders
zahlreich aber als Söldner oder als Söldnerführer. Namentlich in
älterer Zeit, im 14. Jahrhundert, werden deren viele in den Proto-
kollen des Senats aufgeführt, insbesondere wenn sie aus irgend einem
Grunde Urlaub zur Rückkehr in die Heimath verlangten. So z. B. ^^):
1338, Juni 29, ein Corradus^^);
1346, Dez. 31, Johannes Bistoch de Hengellem (Ingelheim?), Reiter-
führer in Treviso^^), und sein Verwandter Henricus de Garlem-
both als Stellvertreter ^^) ;
1347, Mai 24, Petrus de Hes, Reitersmann in Treviso ,de banderia'
(Schwadron?) Bistochi ^*) ;
1348, Aug. 18, Guarnerius de Gostrop, Reiterführer in Treviso;
sein Stellvertreter Helf de Vremestisp ^ ^) ;
1350, März 23, Conradus de Säulen, Reiterführer in Treviso ^*^);
*) cf. R. Senger, Historisch-kritische Studien (1874) S. 92 und oben Bd. I
Nr. 411 Anm. 1. — ^) In den ,Parti' der ,Quarantia Criminale' (Ven. St.-A.) vol. 4
f. 11 habe ich bereits zum 12. Okt. 1450 folgenden Eintrag gefunden: ,Ut haberi
possit veritas istius fractionis carceris mulierum, Johannes Theotonicus domicelus
Serenissimi domini ducis, Nicolaus Furlanus . . . retineatur'. — *) s. unten Nr. 26,
32, 43, 58. — ") s. Bd. I Nr. 101. — *) s. unten Nr. 17. — ") s. Nr. 19. —
'') s. Bd. I Nr. 176—177. — «) so 1343, Juni 2 einen Georgius Theutonicus
custos capitum sexteriorum (Ven. St.-A. Grazie vol. 9 f. 93'). — ®) cf. Bd. I
Nr. 45, 64, 65, 185, 186, 190, 546; Predelli, Regesti dei Commemoriali lib. III
Nr. 404, VI, 28. — ^") Den grössten Theil der folgenden Namen hat Cecchetti
im Archivio Veneto tom. 29 p. 31 n. 4 mitgetheilt, andere habe ich selbst ge-
funden; ich glaube sie hier alle aufführen zu sollen, da man der Namens-
forschung gerade in neuerer Zeit erhöhte Aufmerksamkeit zuwendet. — ' ') Ven.
St.-A. Grazie vol. 7 f. 81'. — ^^) »contestabile equestre'. — '^) Ven. St.-A. Senate
Misti t. 23 f. 67. — '") ebda. t. 24 f. 15. - ") ebda. t. 24 f. 94; Cecchetti liest
Holf de Vremestrop. — ") Ven. St.-A. Senate Misti t. 26 f. 9.
280 Anhang.
1350, Sept. 4, Albertus Suzii, Reitersmann in Treviso^); Okt. 4
Rom de Auspurch desgleichen^); Okt. 21 Henricus de Hetueg
desgleichen ^) ;
1351, Jan. 14, Pangracius, Reiterführer in Treviso^); Sept. 29
Johannes de Chruch, Reitersmann in Treviso ^'') ; Dez. 17. Gual-
terius Operger, früher Soldat in Capodistria ") ;
1352, Jan. 21, Ensedisio de Smisfort (?) ^) ; Mai 3 Anes de Gon-
dolio ^) ;
1353, Febr. 9, Johannes de Sprichich, Neffe oder Enkel (nipote)^^ t.
des Henricus de Gorstorph (Gostrop ? cf. oben) ^) ; ^^H^l
1361, Jan. 28 und Okt. 12, Vilichinus de Raderoden i«); ^"^
1370, Mai 1, Hermanus de Zürich, ,stipendiarius in bastita (Bollwerk)
inferiori contra Tergestum (Triest)' ' ^); Mai 19 Fuschinus, Reiter-
führer in Treviso^^); Sept. 10 Henricus de Monacho, ,sub ban-
deria Jacobi a Schanellis' in Treviso^^);
1373, Okt. 30, Rabotus, Reiterführer in Treviso^^);
1377, Okt. 6, Vigilasius de Salzburg, ,caporalis equestris' in Tre-
viso ^^);
1389, Sept. 19, Roboth de Engestorp, Reiterführer in Treviso^*^).
Andere mögen auf der venetianischen Flotte gedient haben ^'');
mit Vorliebe scheint man, wie anderwärts ^^), deutsche Geschütz-
meister und Bombardiere in Venedig in Dienste genommen
zu haben, so 1453^^);
1484, Febr. 25, wird ein Meister Petrus aus Rotenburg (,de Rutim-
burgo in re bombardaria et fortificatione fortiliciorum praestan-
tissimus') nach Crema geschickt ^^);
1496, Mai 4, wird ein Maistro Federico da Cologna (Cöln?), Bom-
bardier, mit 7 Dukaten Besoldung monatlich angeworbene^);
1504 ein Meister Marcus Seiler mit 10 Dukaten monatlich e^);
1) Ven. St.-A. Senato Misti t. 26 f. 44'. — ^) ebda. f. 47' (?). — =*) ebda.
f. 46'. — ') ebda. f. 49'. - ^) ebda. f. 67'. — ") ebda. f. 76. - ') ebda,
f. 79'. - ^) ebda. f. 95. — ») ebda. f. 106'. - i") ebda. t. 29 f. 43 u. 30
f. 28; bei einigen in den dazwischen liegenden Jahren erwähnten Deutschen
hat Cecchetti den Charakter nicht angegeben, weshalb ich sie nur hier auf-
führe. Es sind: 1352, Febr. 18, Simonino Paycher (Misti t. 26 f. 107'); 1354,
Mai 6 und 1355, Mai 18, Simonio Dupacher oder De Upachier, aus Burgund,
vielleicht identisch mit dem vorhergehenden (Misti t. 27 f. 1 u. 9'); 1359, Sept. 29,
Corrao de Aspich (Misti t. 29 f. 27); 1361, Juni 28, Rinaldo de Motrenberg
(Misti t. 30 f. 6') ; 1364, Sept. 12 u. 1366, Sept. 13, Corrado de Husbach (Misti
t 31 f. 77 ü. 32 f. 14); 1365, Juli 1, Pietro de Valecli (Misti t. 31 f. 102'); 1370,
März 2 u. 1371, Okt. 19, Arnoldo de Stromburg und Peroto de Valat (identisch
mit dem vorigen?) (Misti t. 33 f. 95' u. 138'); 1370, Okt. 20, Federico de Auers-
burg (Misti t. 33 f. 84'); 1371, März 11, Themale di Metheiich u. Leopoldo de
Staym (Misti t. 33 f. 96'). - '') Ven. St.-A. Senato Misti t. 33 f. 53. — '^) ebda,
f. 56', _ 13) ebda. f. 74. — ") ebda. t. 34 f. 69'. — '^) ebda. t. 36 f. 42. -
'«) ebda. t. 41 f. 35'; s. unten Nr. 44. — ^') 1360, Nov. 30 wird z. B. ein Mat-
thaeus aus Laibach ,marinarius, qui utitur in galeis' erwähnt; s. unten Nr. 25.
^^) cf. Decker, Gesch. des Geschützwesens in Europa (1822) S. 45. — ^^) Ven.
St.-A. Senato Terra vol. 3 f. 65'. - 2°) ebda. vol. 9 f. 59. — 'i) ebda. vol. 12
f. 139'. — 22) ebda. vol. 15 f. 29'.
Anhang. 281
1507, Juni 4, ein Meister Johann aus Augsburg^);
ferner jener Meister Hieronymus, der „seit langer Zeit in venetiani-
schen Diensten" 1544 in Cattaro an die Spitze einer Geschützschule
gestellt wurde, den Crove und Cavalcaselle mit dem gleichnamigen
Erbauer des Fondaco irrthümlicherweise identifizirt haben ^).
Wieder Andere fanden bei den Befestigungsarbeiten (?) am
Lido oder in Malamocco Beschäftigung (1356 und 1375)^). Früh
schon und früher vielleicht als anderwärts bediente sich die Republik
auch deutscher Bergleute zu militärischen Zwecken'^). Ein inter-
essanter Beleg hiefür ist der Vertrag vom 16. Januar 1364, den ein Ab-
gesandter des Dogen Lorenzo Celsi mit vier Grubenarbeitern (Meistern)
in Kuttenberg in Böhmen abschloss, welche mit einem Schmied oder
Zimmermann und zwanzig Gesellen gegen eine monatliche Löhnung
von 400 Goldgulden und freie Kost für die Dauer der Arbeiten sich
bereit erklärten, im Dienste der Republik auf der damals rebelli-
schen Insel Kandia Minirarbeiten u. s. w. vorzunehmen •''). — Andere
deutsche Bergleute kamen, um in den Bergwerken von Friaul, be-
sonders in den neuentdeckten Quecksilbererzlagen von Tolmein und
Idria, auf eigene Rechnung ihr Glück zu suchen, und erhielten von
der auch hier den Deutschen entgegenkommenden Regierung auf ihren
Wunsch mancherlei Vergünstigungen (z. B. 1493 und 1494)'^),
Eines ähnlichen Wohlwollens hatten sich wieder andere Deutsche
zu erfreuen, die ihre speziellen Kenntnisse im Interesse der Republik
verwerthen wollten, wie dies z. B. in der für Venedig wichtigen Er-
richtung von M ü h 1 e n öfters geschehen zu sein scheint. Denn wenn
G. M. Thomas hierüber einige Dokumente aus dem Jahre 1494 für
einen Hans Felber aus Ulm veröffentlicht hat, der sich erbot Wind-
mühlen zu errichten ''), so findet sich Aehnliches auch schon viel früher,
indem bereits im Jahre 1323 einem deutschen Ingenieur (ingenerius)
gleichfalls mit Namen Johannes, vom Grossen Rath die Erlaubniss
ertheilt wird, gegen Entgelt einen ähnlichen Versuch mit Ausführung
seiner Erfindung, einer besonderen Art von Mühlen, anzustellen^).
Gar manche von diesen nach Venedig gekommenen Deutschen
beschlossen dann nach längerem Aufenthalt und längerer, oft 20- bis
30jähriger Dienstzeit, für immer in der Lagunenstadt zu bleiben,
und erlangten da auch das Bürgerrecht, wurden entweder
Bürger ,de intus' oder ,de intus et extra', worüber Le Bret fol-
gende Erläuterung gibt^). „Jener wurde nur zu einigen geringen
I
') s. unten Nr. 74. — ^) s. unten Nr. 76, 79, 80 und oben S. 113-115. —
^) s. unten Nr. 22 u. 41. — *) s. Fischer, Gesch. des teutschen Handels (1797)
Thl. II S. 523 über die Berufung deutscher Bergleute nach England (1452),
Schottland und Frankreich. — ") s. unten Nr. 29 und Romanin, Storia documentata
di Venezia t. III (1855) p. 220. — «) s. unten Nr. 70-72; cf, Yen. St.-A. Senato
Misti vol. 57 f. 148, 164, 203, 242 und Senato Terra vol. 6 f. 91'. - ') Zur
Quellenkunde des venetianischen Handels und Verkehres in den Abhandlgn. der
bayer. Akad. d. Wiss. I. Kl. Bd. XV Abth. I S. 217. -- ») s. unten Dok. Nr. 4
u. 5. — ®) In seiner „Staatsgeschichte der Republik Venedig" Thl. I S. 610 ff.
282 Anhang.
inneren Diensten der Stadt fähig, durfte einige Künste und Hand
werke ausüben und wurde mit einem geringen Maasse von Abgaben
belegt. Ein Fremder hingegen, der Bürger ,de intus et extra' wurde,
erhielt nicht nur die inneren bürgerlichen Rechte, sondern wie die
Eingeborenen die Freiheit der venetianischen Schifffahrt und das
Recht, an allen Orten, wo die venetianische Handlung durch Ver-
träge gewisse Rechte und Vortheile erlangt . . . der Handlung zu
obliegen. Das allgemeine privilegirte Bürgerrecht (also ,de intus
et extra') genossen (nach der Schliessung des Grossen Rathes) alle
Fremde, welche in Venedig wohnten und 25 Jahre dem Fürsten
(Dogen) den Tribut bezahlt hatten." 1313 verordnete der Senat ^),
dass die in Venedig geborenen Kinder von fremden Nichtbürgern
Bürger ,de intus' sein sollten, wenn sie 12 Jahre beständig in Venedig
gewohnt hätten; blieben sie weitere 6 Jahre, sollten sie zugleich
Bürger ,de extra' sein. Nach der Pest von 1348 gestattete man das
Bürgerrecht allen Fremden, welche mit ihren Familien nach Venedig
kämen, sich allda zwei Jahre aufhielten und die bürgerlichen Bürden
mit trügen. Im Jahre 1382 wurde die Zeit des Aufenthaltes in
Venedig auf 8 Jahre festgesetzt, um Bürger ,de intus' zu werden,
15 aber wurden zum Bürgerrechte ,de extra' erfordert. So wurden
systematisch Fremde herangelockt und herangezogen: „mit Anfang
des 15. Jahrhunderts hatten die Fremden bereits das Fette des
Landes in Händen" ^), und da sie, wie es heisst, im Unglück den
Staat eilends wieder verliessen, machte man die Erlangung des
Bürgerrechtes schwerer und unterstellte sie einer Prüfung durch
die obersten venetianischen Behörden. 1407 aber ertheilte man das
innere Bürgerrecht wieder ohne Bedenken solchen Fremden, welche
in Venedig eine geborene Venetianerin heiratheten und sich daselbst
mit ihrer Familie niederliessen. Am Anfang des 16. Jahrhunderts,
als „die Handlung merklich abzunehmen schien, setzte man, um den
Fremden zu schmeicheln, für das innere Bürgerrecht 8, für das
äussere 16 Jahre des Aufenthaltes in Venedig fest".
Früh schon werden derartige Bürgerverleihungen an Deutsche,
insbesondere in den ,Libri Commemoriali' erwähnt, die ich hier ver-
zeichnen will, ohne Angabe, ob sie das Bürgerrecht de intus oder
auch de extra erhielten:
1321, Januar 15, ein Guarnerius (Werner);
1324, Juli 24, Philipp von Passau;
1330, Mai 24, Franziscus dei Letelli aus Trient;
1332, April 19 und 21, ein Friedrich (merciaio, Krämer);
1335, Okt. 26, Nikolaus Reich, genannt Todeschinus, Sohn eines
Albertus ;
1340, Nov. 29, Heinrich Splecher, Sohn des Odoricus^);
1361, Nov. 2, Konrad und sein Bruder Jakob Dal Pe*);
^) cf. Lebret a. a. 0. — ^) Lebret ebda. S. 6n. — ^) Diese sämmtlich in
lib. III der Commem. n. 30, 60, 193, 308, 432, 433, 518. — *) Commem. lib. TI n. 274:
Anhang. 283
1368, Mai 24, Bernhard, Sohn Michaels, ,panchogolo' (= fornaio
Bäcker?)!);
1368, Juni 2, Donatus Brazadellis ,quondam Amici' aus Trient;
1370, Mai 19, Bartholomaeus , Sohn Bertholds, dal Piede (?) aus
Bruneck ;
1371, Mai 28, ein Bäcker Johannes;
1374, Mai 29, Jordanus, Sohn des Odoricus, aus Bozen !);
1382, Sept. 13, Nikolaus Stulpo, Sohn Friederichs ^);
1384, Okt. 27, Johannes Dorus, Sohn Rudolphs aus Basel ^);
1386, Sept. 14, Heinrich Spiera (aus Speyer?)*);
1392, Juli 20, ein Johannes^);
1439, Mai 10, Heinrich Bemp, Sohn des Nicolaus, aus Hebern (?) ^) etc.
Unter den persönlichen Vorzügen der Venetianer hebt Felix
Fabri besonders ihre ausserordentliche Massigkeit im Essen und
Trinken rühmend hervor, indem er hinzusetzt, dass die Schenken
eigentlich nur für die Deutschen, Waadtländer, Sklaven und Andere
bestimmt seien ^). Es mag das zwar übertrieben erscheinen, aber
wir wissen in der That, dass es den Venetianern im Allgemeinen
durch Gesetz verboten war, in den Osterien oder Schenken Wein
zu trinken^). Damit hängt es dann wohl auch zusammen, dass
die Wirthschaften vielfach von Ausländern geführt wurden. Im
Jahre 1454 wurde sogar offiziell festgestellt, dass die „Tabernen"
und „Osterien" Venedigs zum grösseren Theil (ehemaligen?) deut-
schen Dienstleuten und solchen aus Ferrara und Florenz überlassen
seien ^). Wiederholt begegnen wir denn auch solchen deutschen
Schenkwirthen , die daneben gerne als Dolmetscher vor Gericht
u. s. w. verwendet wurden !®), Mehrfach wurde freilich der Wein-
ausschank von Deutschen, besonders im Bezirk von S. Moise,
ohne Erlaubniss der Regierung betrieben !!). Ebenso befanden sich
die grösseren Gasthäuser oder Herbergen vielfach in deutschen
Händen, wie dies eben der Besuch Venedigs durch Deutsche, be-
') Dieser, wie die folgenden vier in Commem. lib. VII n. 429, 432, 571, 629,
745. — 2) Yen. St.-A. Senate Misti vol. 37 f. 108'. - «) ebda. vol. 39 f. 17 ; die
beiden letzteren finden sich nicht in den Commemoriali, wo von da an derartige
Einträge, wie es scheint, wegblieben. — *) s. unten Dok. Nr. 43. — ^) s. unten
Nr. 46. — ") 8. unten Nr. 59. — '') Evagatorium lib. III in der Bibl. des liter. Ver.
Bd. IV S. 407 : In cibo et potu, ut prudentes decet, ultra quam credi potest, sunt
temperati, ne per ingurgitationem et ebrietatem mercandi usus impediatur aut
Status politiae turbetur. Tabernas non habent, nisi quas pro Teutonicis et Sclavis
et Vadienis et scortis sustinent ... — ®) s. Cecchetti im Arch. Veneto t. 30
p. 297. — ^) Ven. St.-A. Notatori di Collegio vol. 17 f. 14' : Cum, sicut exposuit
circumspectus secretarius noster Ludovicus Beaziano, taberne et hostarie Venet,
pro majori parte concesse fuerint fachinis Theotonicis, Ferariensibus et Floren-
tinis. — '") So werden erwähnt 1343, März ein Nicolaus ad minus (de minuto)
s. unten Nr. 15; 1359, Mai 31, 1360, Jan. 16, 1362, Mai 19 ein Johannes de
minus, s. unten Nr. 24, 27, 28 (cf. Cecchetti a. a. 0. p. 307 Anm. 6) ; 1414 ein
Armanus de Alemanea, olim hospes ad cabaletum (das heutige ,Cavaletto') Ven.
St.-A. Grazie vol. 20 f. 95'. — ^*) s. unten Nr. 6.
284 Anhang.
m
sonders durch die Palästinafahrer, wünschenswerth machte. Gerade
den Berichten der letzteren verdanken wir die Kenntniss einer An-
zahl solcher deutscher Gasthäuser und ihrer Besitzer. „Ritter und
Kaufleute", heisst es bei Röhricht und Meissner darüber^), „logirten
im Spiegel, im Weissen Löwen, im Schwarzen Adler, gewöhnlich aber
im Deutschen Hause, das sonst St. Georg, zur Flöten oder Pollten,
auch zur Trinität genannt wird. Hier in diesem Hause, als dessen
Wirthe Peter Ugelheimer aus Frankfurt (der 1488 gestorben ist,
wie wir hinzufügen können^), Meister Johannes, später Nicolaus
Frigg und Pancratius Hochgesang (gestorben 25. Mai 1588, 50 Jahre
alt ^), genannt werden, waren (wenigstens zur Zeit Felix Fabri's, wie
hinzuzusetzen ist) Wirth, Wirthin, Knechte und Mägde deutschen
Ursprungs ; kein fremdes Wort wurde in dieser Herberge , die bei
S. Bartolomeo lag*), gesprochen, und, wie (von Fabri) erzählt wird,
selbst der vierbeinige Wächter des Hauses, ein stämmiger Hund,
schnüffelte nichtdeutsche Reisende , Bettler und Hunde sehr bald
heraus und hielt sie alle von der Schwelle zurück." Bemerken wir
hiezu noch ergänzend, dass als Wirth des „Weissen Löwen" (der
gleichfalls „auff S. Bartholomeus Platz gelegen war" ^) 1610 (März)
ein Johann Aider (Haider?) genannt wird^), und als Wirthe des
„Schwarzen Adlers" in späterer Zeit folgende Deutsche erscheinen:
1587, März, Leonhard Egger''); ferner seit 1605, Mai oder 1609,
Okt.— 1638, Aug. 29, wo er, 65 Jahre alt, stirbt: Christoph Gaflf^);
dann 1664, Okt. — 1672, April, Bernhard Gering^); endlich 1693,
Febr., Martin Parisent ^'^).
Besonders beliebt und besucht von Deutschen scheint am Aus-
gang des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts das Gasthaus des
Peter Pender gewesen zu sein, das zugleich mit dem „Weissen
Löwen" und „St. Georg" auch 1528 und 1531 noch ausdrücklich
von der Regierung als Absteigequartier für die nicht im Fondaco
wohnenden Deutschen bezeichnet oder bestimmt wird^^). Hier bei
Peter Pender, der bereits 1487, Dez. 16 als Zeuge in Venedig er-
scheint^^), und dessen Gasthaus ebenfalls bei S. Bartolomeo lag ^^),
logirte 1497 Herzog Bogislaus von Pommern^*); hier stieg 1499
der Gesandte Kaiser Maximilians ^^), 1500 und 1503 der ungarische
Gesandte ab^^); hier wohnte 1506 Albrecht Dürer ^''); und wieder-
holt wird der Mann in den Tagebüchern des Marino Sanuto ge-
^) Deutsche Pilgerreisen nach dem Heiligen Lande (1880) S. 11; cf. oben
S. 13 u. 155. — ') cf. oben S. 69. — ^) cf. oben S. 249. — *) cf. Marino Sanuto,
Diarii (Ausg. der Deputazione Veneta) tom. III p. 1433. — ^) Feyerabend, Reissbuch
1584 f. 32'; cf. Sanuto, Diarii III p. 1539. - «) s. oben S. 251. — ^) s. oben
S. 249 und Röhricht, Pilgerreisen S. 11 Anm. 7. — «) s. oben S. 251-253. -
9) s. oben S. 255. - '") s. oben S. 256. - '') s. oben S. 155 und Bd. I Nr. 698
und 700. — '2) s. Bd. I Nr. 577. - '^) s. Sanuto, Diarii III, 630: 1500 adi
14 Avosto. Vene Piero Pender, tien caxa in questa terra a San Bartolomeo,
per alozar Todeschi. — ^■') s. Röhricht S. 11 Anm. 6. — ^^) Sanuto II, 1216. —
^') ebda. III, 587; IV, 766. — ^') s. Lochner, Die Personennamen in Albrecht
Dürer's Briefen aus Venedig (1870) S. 49. Damit widerlegt sich Thausiag's
Anhang. 285
nannt, bald als Wirth, bald als Vertreter der Deutschen und als
ihre und der Regierung Vertrauensperson, der mehr als einmal den
gegenseitigen Verkehr vermittelt ^).
Nicht minder treö'en wir ausserhalb Venedigs in den um-
liegenden Städten deutsche Wirthe, die wohl mit Rücksicht auf die
zahlreichen nach Venedig ziehenden deutschen Landsleute an solchen
Durchgangsstationen sich niedergelassen hatten: z. B. in Treviso, wo
schon in den 40er Jahren des 14. Jahrhunderts ein Johannes und
in den 60er Jahren ein Sebastian Rem aus Augsburg zu finden ^) ; in
Mestre, wo vor 1437 ein Johannes de Cologna^); in Padua, wo 1442
Stephan (aus Köln?) als ,hospes ad varotas' (zum Eichhörnchen?)^)
genannt wird.
Endlich ist noch eines Gewerbes zu gedenken, welches Deutsche
in der Lagunenstadt betrieben — und zwar ohne Rücksicht auf
deutsche oder italienische Kunden! — das der — Langfinger! Die
Akten der venetianischen Polizeibehörde ,Signori di Notte al Criminal'
enthalten eine ganz erkleckliche Anzahl von Verurtheilungen und
Bestrafungen deutscher Diebe, die aus allen Gegenden Deutschlands
nach Venedig kamen, um auf diese Weise in der Weltstadt ihren
Unterhalt zu finden, ja, was interessant genug ist, zu förmlichen
Gesellschaften sich vereinigten, um das Geschäft mit besserem Erfolge
zu betreiben und den Gewinn hinterher zu theilen^).
Wenn ich im Anschluss hieran der Juden gedenke, so geschieht
es theils wegen der verachteten, fast ehrlosen Stellung, die sie be-
sonders im ausgehenden Mittelalter in Deutschland einnahmen*^), und
die sie wohl vielfach mit zur Auswanderung nach dem gastlicheren
Italien und Venedig einlud — theils weil sie auch hier mehr durch
gewerbsmässiges Ausleihen von Geld, als durch wirklichen Handel
ihre Existenzmittel zu beschaffen pflegten. Es wird behauptet, dass
gerade deutsche Juden zuerst in grösserer Zahl und zwar bereits
seit der Mitte des 12. oder sicher doch im 13. Jahrhundert nach
Venedig zum ständigen Aufenthalt gekommen seien '''). Freilich war
ganz irrige Vermuthung in den Quellenschriften für Kunstgeschichte Bd. III
S. 195 Anm. 31. — ^) Diarii II. 440, 688, 735; VII, 622. - ^) s. unten
Nr. 34 u. flF. - «) Yen. St.-A. Grazie vol. 23—24 f. 206 (cf. Kiechel, Reisen
a. a. 0. Bd. 86 S. 152). — *) varoter — vaiaio, Kürschner, von vajo, varo; s. unten
Nr. 60 (cf. Fabri Evag. a. a. 0. Bd. IV S. 390). — ^) Ich theile unten aus den
wenigen Bänden, die ich hiefür durchgehen konnte (s. Vorwort zu Bd. I S. XII)
eine Anzahl Verhöre und Verurtheilungen solcher ergriffener deutscher Diebe
mit, die auch wegen der Notizen über die angewandten Torturen und die
Strafmaasse von Interesse sind. — ") cf. Stobbe, Die Juden in Deutschland
während des Mittelalters (1866) S. 174, 193. - ') cf. GalliccioUi, Delle Memoria
Venete antiche (1795) lib. I § 872—990 (tom. IT p. 278—326), der aus einem
Manuscript von Pietro Vanzi eine Menge urkundlicher Notizen zur Geschichte
der Juden in Venedig niitgetheilt hat; femer s. G. Wolf, Aktenstücke zur
Gesch. der .luden bei Steinschneider, Hebräische Bibliographie, Bd. I S. 16 u. ff.;
Lebret, Gesch. von Italien Th. IX S. 558 u. ff. ; Graetz, Gesch. der Juden 2. Aufl.
Bd. IX (1877) S. 42 u. ff. ; und (Lattes in dem Werk :) Venezia e le sue lagune
286 Anhang.
^
auch hier dann ihr Geschick ein sehr wechselndes, das an dieser Stelle
nicht bis in alle Einzelheiten verfolgt werden kann. Wenn sie im Jahre
1366 aus dem nahen Mestre nach Venedig berufen wurden, um Leih-
banken zu errichten im Interesse der Armen, so beweist dies, dass sie
vorher sich vorzugsweise dort aufgehalten haben, oder schon einmal
dorthin verwiesen worden waren. Dann wurde ihnen im Jahre 1373 (oder
1375) der Aufenthalt in Venedig auf fünf Jahre förmlich gestattet und
■diese Bewilligung öfters und auf länger gegen Erlegung einer jähr-
lichen Summe von 4000 Dukaten wiederholt; 1386 ihnen sogar auch
eine Begräbnissstelle am Lido eingeräumt, bis dann im Jahre 1394
(Aug. 27) ihreVerbannung aus Venedig beschlossen wurde. D.h. es wurde
ihnen wieder Mestre als Wohnsitz angewiesen und nur ein 14tägiger
Aufenthalt in Venedig verstattet und zugleich während desselben das
Tragen eines gelben ovalen Fleckes auf der Brust vorgeschrieben —
Bestimmungen, die, weil wiederholt umgangen, wiederholt erneuert
wurden, z. B. 1409 mit dem weiteren Verbot, Synagogen (Gottes-
dienst) in den gemietheten Häusern zu halten ^). 1443 verbot man
ihnen auch das Unterrichtgeben im „Spielen, in Künsten, in Wissen-
schaften und Sprachen, im Tanze, in der Musik und im Singen".
Hingegen wurde ihnen 1463 die Niederlassung in allen Städten der
Republik und 1508 auch wieder das Wohnen in Venedig auf 5 Jahre
erlaubt, 1516 endlich ihnen ein eigenes Quartier, der „Ghetto", zu-
gewiesen. Nach neuerlichen Verbannungen und Zurückberufungen
gaben sie sich 1534 eine festere Organisation, bildeten eine Gemein-
schaft, Universitä, welche aus drei Abtheilungen bestand : deutschen
Juden, morgenländischen oder Levantiner, abendländischen oder
Ponentiner Juden. Schon hieraus erhellt, wie zahlreich stets die
deutschen darunter müssen vertreten gewesen sein.
Was speziell noch ihr Verhältniss zum Fondaco betrifft, so
scheint aus einem Dokument vom 26. Juni 1329 ^) hervorzugehen,
dass sie damals, wie andere deutsche Kaufleute, in demselben ver-
kehren mussten. In späterer Zeit war das jedenfalls anders. Wir
lesen ^), dass im Jahre 1665 die ,Avvogadori di Commun' den
Juden den Zugang zum Fondaco gestatteten, die deutschen Kaufleute
desselben, die ,Nazione Alemana' aber hiegegen, weil gegen das alte
Herkommen, protestirte und es auch erwirkte, dass am 24. März 1668
(1847) tom. I p. II Append. pag. 103 u. fi. Hieraus die oben folgenden Angaben.
— ^) Dieser Beschluss steht auch im Capitolare dei Visdomini del Fontego dei
Todeschi (Ausgabe von G. M. Thomas 1874) S. 137 cap. 244 mit der die spätere
Zeit verrathenden Ueberschrift ,Ebrei non faciano sinagogi fuori del ghetto'.
Dass man übrigens, wie so oft, auch hier in Venedig von einzelnen Bestim-
mungen ausnahmsweise dispensirte, zeigt Dokument Nr. 68 unten vom 4. Mai
1491, worin auf den Wunsch des Kaisers Maximilian einem jüdischen Diener
desselben, Samuel, das Tragen des Abzeichens erlassen wurde. Im Uebrigen
werden in unserem Urkundenanhang nur wenige deutsche Juden in Venedig er-
wähnt: 1390, März 2, ein Robertus aus Nürnberg (Nr. 31), 1421 ein Rüben und
Ysaak aus Deutschland (Nr. 54), 1467, Juni 8, ein Haym Rappe in Mestre
<Nr. 64). - 2) s. Bd. I Nr. 82. — ') Milesio bei Thomas S. 52, 53.
Anhang. 287
der Senat allen Juden den Zugang zum Fondaco verbot und sie
bei etwaigen Geschäften an die Vermittlung der Christen verwies.
Eine Ausnahme wurde nur hinsichtlich der jüdischen Aerzte gemacht.
Stets ja hatten sich die Juden in dieser Kunst besonders aus-
gezeichnet; die jüdischen Aerzte waren auch in Venedig 1395 von
der. Verbannung ausgenommen worden ^), und selbst zum Fondaco
hatten die Consuln der Nazione Alemana ausnahmsweise z. B. im
August 1648 dem jüdischen Doktor David Valenzin mit Rücksicht
auf sein Wissen und seine Tüchtigkeit den ungehinderten Zugang
und den freien Verkehr im Fondaco ausdrücklich gestattet ^).
In der That wird der nämliche Doktor Valenzin oder Valenzi
(Valenz) nebst einem anderen Chebeghe (Cabibi) unter den behan-
delnden Aerzten einige Male (so zum Jahre 1647, Nov. 10; 1649,
Juni 20; 1651, Sept. 1; 1657, Jan. 4; 1663, Mai 27) im Sterbe-
register von S. Bartolomeo aufgeführt ^). Daneben dann auch meh-
rere andere deutsche Aerzte: so ein Johann Stockmaier (1616,
März 28)*), ein ,Artigio' (1634, Nov. 19; 1637, 1638, 1640, 1642—
1645)5), ein Otto oder Otton (1653, Aug. 9; 1672, April 26; 1673,
Jan. 16, wohl derselbe)^), ein ,Aldimarsi' (1665, Mai 17)'^), und
wohl auch ein Blankenbach (1666, April 20, Aug. 2; 1668, 1669)')
und ein ungenannter (1636, Okt. 27) ^).
Diese eben erwähnte Klasse von deutschen Gewerbetreibenden
in Venedig — wenn dieser Ausdruck erlaubt ist — mag uns den
Uebergang bilden zu einer anderen Gruppe, welche ihrer kultur-
geschichtlichen Bedeutung nach an erster Stelle hätte genannt werden
sollen: den deutschen Buchdruckern, die „in der blühenden Welt-
handelsstadt, vom Geiste des Humanismus und der Renaissance erfüllt,
herrliche Werke schufen" ^). Venedig war nach dem Urtheil eines
kompetenten Forschers auf diesem Gebiete ^°) als der unbestrittene
„Mittelpunkt des Buchhandels in Italien von vorneherein die vor-
nehmlichste Kolonie des deutschen Buchdruckers, als solche Lyon
noch überragend". Und in der That: welch' eine stattliche Reihe
deutscher Buchdrucker ist nur in den Jahren 1469 bis 1530 in den
Annalen von Panzer verzeichnet! Zuerst
1469 jener Johannes von Speyer, der die neue Erfindung über-
haupt nach Venedig verpflanzte ^ ^) ; dann
1470 sein Bruder Wendelin aus Speyer;
1470 Christoph Waldarfer aus Regensburg;
1471 Johann von Köln und Johannes Manthen de Gherretzem
(Gerresheim bei Düsseldorf?) (1473);
^) Gallicciolli a. a. 0. § 900 S. 289. - ^) Milesio bei Thomas S. 52, 53. —
3) s. oben S. 253—255. - *) s. oben S. 252. — *) ebda. S. 253. — ^) ebda.
S. 254-256. — ^) ebda. S. 255. - ») ebda. S. 253. — ") Hase, Die Koberger.
2. Aufl. S. 293. — i**) Hase a. a. 0. - '') cf. Falkenstein, Geschichte der
Buchdruckerkunst (1840) S. 212 u. fl".; R. Fulin, Documenti per servire alla storia
della tipografia Veneziana im Archivio Veneto t. 23 p. 84 u. flP. Im Folgenden
verzeichne ich nur aus Panzer das Jahr des ersten Druckes.
288 '' Anhang.
1471 Adam (de Ambergau?), Franz Renner aus Heilbronn und
Nicolaus aus Frankfurt^), ,quondam domini Arigini'^);
1472 Leonhard Aurl (Corrector?);
1473 Albert von Stendal;
1474 Adam von Rottweil;
1476 Johann de Hallis oder Leoviller;
1476 Bernhard Maler oder Pictor aus Augsburg, Peter Löslein
(1483) aus Langenzenn und Erhard Ratdolt (1478) aus Augs-
burg ;
1477 Theodoricus de Reynsburch (Regensburg?) und Raynaldus
de Novimagio^);
1478 Leonhard Wild, ,quondam ser Girardi' aus Regensburg ^) ;
1479 Georg Walch;
1480 Johann Lucilius Santritter aus Heilbronn '^); j^^^J
1481 Johann ,dictus Magnus' Herbort aus Seligenstadt^); ^H^l
1482 Johannes de Rheno (?); ^^P™l
1482 Hermann Lichtenstein aus Köln*^);
1483 Johann aus Nördlingen; i
1484 Konrad Stachel aus Blaubeuren in Verbindung mit Andreas j
Corvus, ,burciensis de Corona' (aus Kronstadt in Siebenbürgen) \
und Martinas, ,burciensis de Czeidino' (Szegedin?) '');
1487 Johann Emmerich ,de Udenhem' oder aas Speyer (1494);
vor 1487, Dez., Peter Ugelheimer aus Frankfurt^);
1496 Johann Hammann aus Landau, genannt Hertzog^);
1497 Caspar aus Köln (?) ^^) und Peter Lichtenstein aus Köln^^);
1502 Johann Rymann ,de Oringaw' (?) und Johann Michiel,
,budorensis' aus Portz bei Köln^^);
1515 Wolf gang Maegerli aus Salzburg und Jakob aus Strass-
bürg (?)");
1516 Johann Oswald aus Augsburg;
1519 Johann Phiroben und Johann Divineur;
1527 Cornelius Adelkind (?).
Hiezu mögen noch folgende deutsche, mit Venedig in direkter"
Verbindung stehende oder dort selbst verweilende Buchhändler
^) Der seiner 1481 in Venedig verstorbenen Gattin Pascha, sowie sich selbst
in der Kirche S. Giovanni e Paolo eine Grabstätte errichtete; cf. oben S. 232
Nr. 63. — ') Fulin a. a. 0. p. 100 Nr. 2 (1478 , März 14). — ') Da derselbe
1484 (cf. Panzer) ausdrücklich als Teoteutonicus bezeichnet wird, ist hier
unter ,Novimagio' wohl Speyer gemeint. — *) cf. Fulin a. a. 0. p. 135 Nr. 87
(1498, Nov. 14). — ^) gestorben 1484, Okt. 8; über sein am 4. Okt. 1485 ver-
fasstes Testament cf. Cecchetti im Archivio Veneto tom. 29 p. 410. — ") gestorben
vor 3. Sept. 1494; cf. Fulin a. a. 0. p. 115 Nr. 31. - ^) cf. Fulin a. a. 0. p. 136
Nr. 90. — ^) cf. Motta a. a. 0., oben S. 69 ; Cecchetti a. a. 0. hält ihn freilich
nur für einen Buchhändler. — ^) Fulin a. a. 0. p. 119 Nr. 40; bei Panzer zum
Jahre 1501 aufgeführt. — i") Fulin p. 128 Nr. m (April 18); cf. p. 149 Nr. 125
(ad a. 1502), Sept. 29, wofern wirklich Köln gemeint ist. — ") cf. Fulin p. 181
Nr. 195 (ad a. 1515), Jan. 14. - ^^) Fulin p. 147 Nr. 119 (Febr. 17). - ^^) ,Giacomo
di Argentina' Fulin p. 183 Nr. 198 (Juli 25).
Anhang. 289
aus dem Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts erwähnt
werden :
1484 Peter aus Venzone ^) , Kaspar aus Cilli (?) ^) , Peter TJgel-
heimer aus Frankfurt, Ludwig Linder, Sohn Konrads, aus
Augsburg ;
1496 Stephan Roemer und Kaspar Grosch^);
1500 Anton Kolb aus Nürnberg^), der hier als Herausgeber des
grossen Planes von Venedig des Jacopo de' Barbari wohl noch-
mals genannt werden darf;
1501 Anton Koberger und sein Vetter Hans^);
1501 Sebastian Hyber aus Krakau*^);
1513 Leonhard Alantsee aus Wien*").
Die eben genannten Männer versetzen uns in jene Zeit, wo
ein Albrecht Dürer in Venedig weilte , dessen Name uns zugleich
jene Männer in Erinnerung bringt, die — um nur einige wenige zu
nennen — wie ein Augustin Hirsvogel (1534) ^) oder der Maler
Michael Herr (vor 1620)^), des Goldschmieds Christoph Ritter
Sohn Paul Hieronymus (gestorben 1679 in Venedig)^), der Musiker
Hans Leo Hasler (1584) ^*'), sich des Studiums halber für kürzer
oder länger nach der berühmten Lagunenstadt begaben, um sich dort
in ihrer Kunst oder in ihrem Handwerk auszubilden und zu vervoll-
kommnen, die daher an dieser Stelle der Vollständigkeit wegen
nicht unerwähnt bleiben dürfen.
Vergessen wir endlich auch nicht, dass seit dem Jahre 1256
die Deutsch-Ordens-Ritter hier in Venedig in der Kirche S. Trinitä
ein Ordenshaus besassen, welches von 1291 — 1309 sogar das Haupt-
haus des ganzen Ordens war und bis 1595 im Besitze des Ordens
blieb ^^). Und gedenken wir endlich in diesem Zusammenhange noch-
mals des Fondaco dei Tedeschi mit all den vielen Deutschen, die er
in sich und um sich versammelte: dann müssen wir wahrlich staunen,
wie überaus zahlreich die Spuren ehemaligen deutschen Lebens sind,
die uns — theils dem Auge des Forschers in den Bibliotheken und
Archiven verborgen, theils dem freien Blick des Beschauers an
^) ,mercator librorum', genannt im Testament Johann Herborts aus Seligen-
stadt; cf. Arch. Ven. t. 29 p. 411. — ^) ,de Zelacho mercator librorum de confinio
S. Patemiani', wo die Buchdrucker vor Aldus Manutius ihre Werkstätten und
die Buchhändler ihre Verkaufsstellen hatten; Cecchetti a. a. 0. — ^) Fulin
p. 119 Nr. 40. - ") Fulin p. 142 Nr. 105 (Oct. 30); Sanuto, Diarii t. III p. 1006:
,1.500 adi 30 Ottobre per la Signoria fu fato una termination che, avendo An-
tonio Colb, merchadante Todesco, fato con gran spexa far stampar Veniexia,
quäl si vende ducati 3 l'una, che possi trarle di questa citä et portarle senza
pagar dacio'; cf. oben S. 192. — *) Hase S. 292, 294 u. flf. - ') bei Panzer.
— ') s. C. Friedrich, Augustin Hirsvogel als Töpfer (1885) S. 6Q und Johann
Neudörfer's Nachrichten von Künstlern und Werkleuten (hrsg. von Lochner in
den Quellenschriften für Kunstgeschichte Bd. X S. 152 — 154). — *) Neudörfer
a. a. 0. S. 202. — ») ebda. S. 204. — '") ebda. S. 216. — '') s. Tassini, Edifici
di Venezia ... S. 71; Flamin. Cornelius, Ecclesiae Venetae (1749) Decas VII
tom. V pag. 1 u. ff.; Job. Voigt, Geschichte Preussens . . . (1830) Bd. IV S. 70
u. ff., 251 u. ff.; cf. unten Nr. 31.
19
290
Anhang.
Ort und Stelle noch heute sichtbar — auf Schritt und Tritt in
Venedig entgegentreten. Ihnen nachzugehen, gewährt meiner Empfin-
dung nach einen eigenen Reiz. Denn einerseits werfen sie mannigfach
neues Licht auf das Leben unseres Volkes in früherer Zeit, anderer-
seits rücken sie die wunderbare einzigartige Lagunenstadt uns näher,
die so durch unendlich viele Fäden mit unserer Geschichte und
unserer Vergangenheit verknüpft erscheint.
^
fi
Dokumente zum Anhang.
1303, Nov. 1. Der Doge mit seinem Kleinen Rath beantragt, dass der
Gesandte der Königin von Deutsehland Edelsteine für dieselbe
zollfrei ausführen dürfe.
1303 kalendis Novembris. Volumus esse inter 40 pro faciendo
gratiam domine regine Alemanie ^), quod absolvatur ejus nuntius a datio
quarundam zoiarum que portabantur ei; quod datium est librarum 19
vel circa.
Ven. St.-A. Graz. 2) 2 f. 50' = 1 f. 58.
1304, Jan. 18. Aehnlieh (wie Nr. 1) für den Neffen des Kaisers be-
treffs zollfreien Transportes von Wein nach Padua.
1303 (m. V.) die decimo octavo Januarii. Pro facienda gratia nepoti
illustris regis Alemanie ^) de amforis duabus vini portandis Paduam sine
datio pro suo usu.
Ven. St.-A. Graz. 2 f. 52' = l f. 61.
3.
1319, März 15. Auf Verwendung Friedrichs des Schönen wird eine
Partie Fische (Härjnge?), welche von einem gen. Wiener für
deutsehe Studenten nach Bologna geschickt, aber unterwegs auf-
gehalten worden war, vom Grossen Rath wieder freigegeben.
1319 die 15 Marcii. Cum quidam dominus Henricus Sandoli de
Viena mitteret per quemdam suum nuncium certam quantitatem piscium
vocatorum atengi *) in duabus botis ^) ad partes Bononie causa donandi
1) Elisabeth, Albrecht's I. Gemahlin.
2) Ueber die Abkürzungen u. s. w. sehe man das Vorwort zu Bd. I.
3) Wohl Johann Parricida von Schwaben.
*) Undeutlirli , oder acengi (V) , über welche Fischart ich ebensowenig etwas finden
kann. Nahe liegt die Konjektur: arengi (Häringe), die bekanntlich schon damals auch einen
Handelsgegenstand bildeten.
5) bctta, Tonne.
292 1319—1334.
quibusdam Teutonicis studentibus Bononie, et capitaneus riperie Marchie')
invenerit dictum piscem et miserit Venecias ad officiales de contrabanis,
qui habent eas pro perditis : capta fuit pars ad preces domini regis Federici
de Alemania, quod fiat gratia de dicta pisce, quod totum restitui debeat^
et sunt officiales de hoc contenti inquirendo bene , quod aliud non esset
in botis, quam pisces, et est etiam captum per 40.
Yen. St.-A. Magg. Cons. (Aw. di Com.) Nept. f. 76'.
4-5.
1323, Jan. 27 und 29. Der Grosse Rath bewilligt einem gen. Deutsehen
eine bestimmte Summe für die probeweise Errichtung von Mühlen..
1322 (m. V.) die 27 Januarii. Cum quidam Teuthonicus ingenerius
offerat et promittat facere fieri molendina multum artificiose in hac terra,,
et dicat quod multa fieri poterunt, que macinabunt ad sufficientiam terre,
et cum eo rationatum sit et appareat satis verisimile quod dicit secundum
dictum nostrorum qui locuti sunt cum eo ; et ut videri possit certituda
facti, offerat se facere probationem : capta fuit pars, quod possit expendi
usque ad libras octo grossorum pro experientia antedicta, que dentur in
manibus dominorum Leonardi Aymo et Philippi Bellegno, qui faciant fieri
dictam probationem.
1322 (m. V.) die 29 Januarii. Cum captum fuerit in isto majori con-
silio die 27 mensis presentis, quod quidam magister Joannes Teuthonicus,
inzenerius molendinorum, debeat facere unum molendinum et commissum
sit nobilibus viris dominis Leonardo Aymo et Philippe Belligno, quod
possint expendere usque ad libras octo grossorum pro experientia dictorum
molendinorum et in dicta parte non fiat mentio de provisione dicti ma-
gistri Joannis, si fecerit dicta molendina: capta fuit pars, quod addatur
dicte parti, quod dominus dux, consiliarii et capita de quadraginta et
predicti domini Leonardus et Philippus Belligno habeant plenam liber-
tatem et bayliam ^) de providendo dicto magistro Joanni, si dictum opus
erit bonum et utile pro communi, secundum quod justum fuerit et eis
videbitur vel majori parti eorum ; et quod factum et provisum fuerit per
eos vel majorem partem eorum sit firmum, sicut factum esset per istud
consilium et firmatum.
Durchstrichen. Yen. St.-A, Magg. Cons. Fronesis f. 103'.
1334, Juni 5 (und Nov. 24). Straferlass für eine wegen verbotenen:
Weinverkaufs verurtheilte gen. Deutsehe.
1334 die 5 Junii. Quod fiat gracia Malgarite (sie) Theotonice, con-
demnate per justiciarios veteres in libris 30 soldis 12^|2 . . . . pro eo quod
dicunt ipsam vendidisse vinum ad furatula(m). Et officiales dicunt quod
majus impedimentum habent de furatulis que fiunt in Sancto Moyse^
1) d. i. der ,Marca Trivigiana' (Treviso).
2) = ,potestas, auctoritas' Ducange.
1334-1336. 293
•quam in aliquo alio loco. Sed habito respectu ad ejus paupertatem,
sunt content!, corigendo ipsam in aliquo, quod dominatio faciat, sicut
placet.
Capta in majori consilio die 24 Novembris 1334.
Ven. St.-A. Graz. 5 f. 49'; f. 54 ebenso für einen ,Henricus Theotonicus
Sancti Moysi' 1331 die 12 Sept. ; capta 1331 (m. V.) 10. Febr. ; desgleichen Graz. 6
f. 27 1335 (die 21 Julii?) für einen ,Otto Teutonicus', aber ohne , Capta'.
1335, Mäpz 24. Antrag auf Zurückgabe confiscirten Holzes an
einen gen. deutsehen Seifensieder.
1335 die 24 Marcii tercie indicionis. Quod fiat gratia Conrado
Theotonico de contrata Sancti Hermacore, fideli nostro laboratori saponis,
cui accepta fuerunt circa 6 plaustra lignorum domesticorum per famulos
justicie veteris, que habebat in domo propria babitacionis sue: quod in-
specta conditione facti dicta ligna restituantur sibi. Et justiciarii veteres
dicunt, quod in capitulari eorum inter cetera continetur, quod illi qui
faciunt saponem non possunt habere nee comburere alias lignas quam de
Ystria et ab Ystria ultra, facientes illa ibi emi et inde conduci, et quod
dictum consilium est bonum, et bonum est quod observetur ; nichilominus
dominatio faciat, sicut placet.
Ohne Capta.
Ven. St.-A. Graz. 5 f. 67'.
8.
1335, Okt. 28. Strafeplass (beantragt) für einen wegen unerlaubter
Gesehäftsvepmittlung vepuptheilten gen. Deutschen.
1335 die 28 Octubris. Quod fiat gratia Siboto Teutonico, qui nescit
linguam Latinam, quod propter ejus conditionem et considerata qualitate
negocii absolvatur libere a pena librarum 100, quam sibi petunt capita
sexteriorum, pro eo quod unus custos ipsorum retulit eis inposuisse sibi
penam ordinatam, quod permitteret se circari ^) existendo in hostaria An-
tonii Sabadino; quam impositionem pene non intellexit in lingua nostra,
nee etiam arma habebat, cum sit antiquus et forensis et homo bone con-
dicionis; cum capita sexteriorum respondeant, quod de facilli potuit in-
currere ipsam penam propter ejus condicionem, et quod contenti sunt,
quod fiat sibi dicta gratia.
Ohne Capta.
Ven. St.-A. Graz. 6 f. 38.
9.
1336, Januap 30. Gleichen Inhalts wie Nr. 7.
1335 (m. V.) die penultimo Januarii. Quod (similis) gratia fiat Ber-
toldo Teothonico, condempnato per justiciarios veteres in soldis 40 par-
vorum pro valore lignorum sibi in domo inventorum, que de Istria non
1 = cercari? (sich in Dienst nehmen lassen?)
294
1336-1340.
erant nee comburrere potest secundum ordinem; et justiciarii veteres
dicunt, quod non potest dicta ligna in domo tenere, quia facit saponem,
et secundum ordinem ipsum condempnarunt; et quod dominatio faciat,
sicut placet.
Ohne Capta.
Yen. St.-A. Graz. 7 f. lO'.
10.
1338, Juni 7 (und 1339, März 15). Rückgabe beschlagnahmter Waaren
an einen aus Rom zurückkehrenden Deutschen.
1338 die 7 Junii. Quod fiat gratia Paulo Teotonico pauperi pere-
grino, qui nuper de Roma revertebatur ad propria, quod sibi libere resti-
tuantur certa seta et flores cinamonum ^) sibi accepti per scaraguaytas ^).
Et (officiales de) catavere dicunt, quod ipsi libenter restituissent predicta,
sed non possunt, quia valent ultra libras decem, et quod non solvunt ali-
quod datium, et quod credunt .... quod dicta gratia sibi fiat.
Capta in 40 15 Marcii 1339.
Yen. St.-A. Graz. 7 f. 88.
11.
4
1340, April 24 (Mai ^6 u. 9). Straferlass für einen wegen Einführung
von Silber- und Goldgeräthe verurtheilten gen. deutschen Juden.
1340 die 24 Aprilis. Cum Samisso Judeus Teutbonicus, qui nuper,
ut dicit, venit de Alemania Venecias causa eundi ad partes Jerusalem,
et dum in septimana sancta esset in canali Sancti Marci super quadani
navi pro eundo ad partes Cipri et inde peregrinatum , supervenerunt fa-
muli officii de catavere et acceperunt ei quatuor centuras *) argenti , sex
coclearia ■*) ai-genti, sex cyatos argenti, unam buchetam ^) auri, sex para-
xides ^) argenti , duos nappos argenti, unum buchaletum argenti, et qua-
tuor cutellos furnitos de argento, que omnia postea recomparavit ab ipsis
officialibus pro octuaginta duchatis auri; de quibus gratiam et miseri-
cordiam petit, quod restituantur eidem, sicut peregrino, qui ibat ad dictas
partes Jerusalem. Et (cum) dicti officiales dicant quod predicte res argenti
fuerunt invente absconse in quadam valice et quod portabantur contra
ordines; et conpatiendo deliberaverunt ei ad incantum pro libris 8 gros-
sorum, et valebant 16 vel circa; et quod jam denarii sunt divisi et positi
in comune per ser Johannem Maurocenum, qui die sequenti exivit de
officio, qui tunc erat camarlengus, et quod Judei non sunt peregrini:
considerata condicione facti vadit pars, quod dicti denarii accepti per
dictos officiales, ut est dictum, restituantur dicto Samisso Judeo.
Am Ranck Capta in 40, 6 Maji.
Capta in majori consilio 1340, 9 Maji indictione 4 ^),
Yen. St.-A. Graz. 8 f. 56i
1) Zimmt.
2) „Scharwächter".
3) = cintura, Gürtel.
4) = cochlearia, Löffel.
5) = bocchetta, Schliesse (?)
6) = parascides i. e. catinos, Napf, Schüssel.
7) Muss 8 heissen.
1342. 295
12—13.
1342, Juli 6 und 13. Verhandlung im Senat über die von einem
gen. Deutsehen in Serravalle eingelegte Berufung gegen seine
Veruptheilung in einer Streitsache mit einem Wirth in Treviso.
1342 die 6 Julii. Ser Petrus Arimondo, ser Mapheus Bembo, ser
Andreas Mauroceno, officiales appellacionis Tarvisii.
Visa et diligenter examinata hac questione vertenti inter Nicolaum
Ragatinum Theotonicum, habitatorem Serravalis, ex una parte agentem,
et Joannem hosterium, habitatorem Tarvisii, se ex altera defendentem, et
Omnibus et singulis scripturis, juribus et instrumentis ab utraque parte
in judicio productis et super hiis omnibus cum salariatis nostris habita
deliberatione solempni , videtur dictis officialibus ex eo presertim . quod
dictus Nicolaus id quod petebat se obtulit probaturum et nichil probavit,
et quia non probante dicto Nicoiao de ipsius voluntate delatum fuit
juramentum supradicto Joanni, qui sacramento firmavit se nichil debere
dicto Nicoiao: quod male fuerit appellatum et bene judicatum per domi-
num Petrum de Labertinis, vicarium viri nobilis ser Petri de Canali, olim
potestatem et capitaneum Tarvisii, et quod ipse Nicolaus condampnetur
in expensis legittime taxatis, sicut debet de jure.
21, 18.
(Antrag des:) Ser Jacobelus Bragadino caput 40, consentiente sibi ser
Johanne Gradonico capite de 40. Capta, quod sapientes deputati super
appellationibus Tarvisii examinent testes, quos producere voluit Nicolaus
Teotonicus in facto appellacionis, interposite per eum ad nos a sententia
lata contra eum et in favorem Joannis Teutonici per ser Petrum de Ca-
nali, tunc potestatehi Tarvisii, et dicta eorum potestati faciant in scriptis
et dicant quicquid velint et postmodum venietur huc et fiet, sicut videbitur.
-22 (21), de non 1, non sinceri 7 (8): Dass dieser Autrag bei zweimaliger Ab-
stimmung angenommen zeigt die neue Verhandlung vom
1342 die 13 Julii. Ser Petrus Arimondo, ser Mapheus Bembo, ser
Andreas Mauroc(eno), officiales appellationis Tarv(isii).
Visa et diligenter examinata etc. fast wörtlich gleich mit dem vorhergehen-
den Dokument.
53, de non 2, non sine. 20.
Yen. St. A. Sen. Misti 20 f. 67 u. G9.
14.
1342, Okt. 27. Rückgabe aufgehaltenen Geldes an einen jungen in
Padua studirenden gen. Deutschen.
1342 die 27 Octubris. Quod fiat gratia Rodulfo Teuthonico Scolari
in Padua, quod pezias tres argenti, quas sibi fecerat aportare pro ex-
pensis faciendis in studio, impeditas per officiales argenti, dum de hie
Paduam portarentur, restituantur eidem, cum dicti officiales dicant, quod
famulus dicti Scolaris pure et simpliciter portabat, ordinem ignorando.
Ohne Capta.
Yen. St.-A. Graz. 9 f. 6.5.
296
1343-1346.
15.
1343, Mäpz 15. Strafnaehlass (beantragt) für einen gen. deutsehen
Gastwirth in Venedig.
1343 15 Marcii. Quod fiat gratia Nicoiao Teuthonico, hospiti ad
minus super plateam Sancti Marci, condempnato per officiales de cata-
vere in soldis 16 grossorum propter salem grossum maris de Sardinia
circa staria quatuor, ut dicunt, sibi inventum in domo sua per eoi*um
famulos, quem non presentavit salinariis maris, ut est ordo sub pena
Unius grossi pro omni denario valoris dicti salis. Quem salem habuit a
quibusdam marinariis forensibus, qui, ut dicit, descenderant in suo hospicio
et, non babentes unde solverent, dictum salem sibi taliter dimiserunt
et aliquas alias etiam suas res. Et cum officiales dicant ipsum Nicolaum
esse purum et pauperem bominem, intuitu pietatis de dicta condemp-
nacione solvere debeat soldos 100 et a reliquo misericorditer absolvatur.
Olme Capta.
Yen. St.-A. Graz. 9 f. 82.
16.
1344, Sept. 27 und 28. Bewilligung einer Summe von 250 Dukaten
für Geschenke an die Schwester des Königs von Sicilien.
1344 die 28 (?) Septembris. Quod pro honore nostri dominii possit
provideri in donis isti domine sorori domini regis Sicilie ^), que vadit ad
maritum in Alamaniam, in ducatis 250 auri in rebus que domino, con-
siliariis et capitibus de 40 videbuntur convenire, cum talia possint respon-
dere utiliter et honorifice, tam ex parte Sicilie quam Alamanie, quo vadit.
Die 27 Sept. capta in 40, die eodem capta in majori consilio.
Yen. St.-A. Graz. 10 f. 60.
17.
1344, Dez. 30. Straferlass (beantragt) für einen gen. deutschen Boten.
1344 die penultimo Decembris. Quod fiat gratia Conrado Teutho-
nico, cursori ad viagium Flandrie, condempnato per officiales Rivoalti in
libras 30 sol(idos) 2, quia contra formam capitularis ipsorum officialium
ipse de brachiis 14 panni sibi aportati de partibus Flandrie in ballis
mercatorum dedit, consensit et vendidit uno suo amico, qui eum roga-
verat prout dicit: considerata condicione facti a dicta condempnatione
totaliter absolvatur.
Ohne Capta.
Ven. St.-A. Graz. 10 f. 75'.
18.
1346, März 3. Der Senat besehliesst, dem (Burg-)Grafen von Nürn-
berg mittheilen zu lassen, dass er unbesorgt nach Venedig
1) Elisabeth, die Tochter Friedrich 's und Schwester Peter's von Arragonien-Sicilien
und seit 1328 Gemahlin Stephan 's, des zweiten Sohnes Ludwig 's des Bayern; cf. Lebret, Gesch.
Von Italien Thl. IV S. 71.
1346—1356. 297
kommen und in's heilige Land fahren könne, obgleich ep einmal
ippthümlieh venetianische Waapen aufgehalten hatte.
1346 die tercio Marcii. Capta. Cum ambaxatores nostri, qui va-
dunt ad dominum ducem Austrie'), scripserint nobis quod comes de Norim-
bergo ^) louutus eis fuerat, quod intendebat venire Venecias et ire ad
sepulcrum, set dubitet quia quondam tempore intromitti fecit certas bailas
nostroi'um fidelium credendo quod essent aliorum, quas postmodum scivit
quod erant nostrorum et fecit eas restitui, sicut inventum est modo per
nostros provisores, qui examinaverunt factum: vadit pars quod dictus
comes libere et securo possit huc venire et de hinc transire ad sepulcrum,
cum et nostri ambaxatores predicti dicant quod receperunt ab eo magnum
honorem.
Yen. St.-A. Sen. Misti 23 f. 48.
19.
1346, Mäpz 31 (und Appil 11). Stpafeplass füp einen gen. deutsehen
Boten.
1846. Capitanei postarum. Quod fiat gratia Marco de Vienna,
qui aportavit litteras ambax(iatorum?) et in sua reversione cum litteris
nostris . quas portabat nostris amba\(iatoribus) , acepte fuerunt sibi per
custodes capitaneorum postarum libr(ae) 17 de seta sine buleta, quas
dicti capitanei dicunt esse ammissas; et quia de hoc nullum dacium ve-
niebat et est pauper homo, intuytu pietatis ei libere restituantur.
Capta in 40 ultimo Marci; 1346 die 11 Aprilis capta in majori
consilio.
Yen. St.-A. Graz. 11 f. 67.
20.
1350, Aug. 27. Bestpafung eines gen. Deutsehen [aus Melk wegen
Diebstahls.
1350 die 27 Augusti. Angelus Theothonicus de Meles ') {sie) ductus
in Camera tormenti coram dominis de nocte, interrogatus de furtis et malis
comissis per ipsum Veneciis, nichil voluit confiteri; et quia erat multum
suspectus de furto, fuit positus ad tormentum sive lapidem, ubi stetit
per bonam horam. Tandem petiit deponi, dicens velle dicere veritatem;
et depositus dixit et fuit confessus, quod sunt forte sex dies quod ipse
applicuit Venecias e(t) continue hospitabatur in hospitio Maroni Sancti
Marci
Yen. St.-A. Signori di Notte al Criminal. Processi vol. 2 fol. 13.
21.
1356, Juni 30 und Sept. 11. Bestpafung eines gen. Salzbupgeps wegen
Diebstahls.
1) Leopold V
2) Johann; cf. Müllner, Annalen der Stadt Nürnberg Bd. I bis 1350 (Nümb. 1836).
3 Melk?
298 1356.
n
1356 indictione 10 die Veneris ultimo mensis Junii, Otto Teo-
tonicus, qui fuit de Salceporgh, vagabundus, ductus coram dominis de
nocte ad cameram tormenti et, ante quam exponeretur tormento, fuit
interrogatus ut diceret veritatem de furtis et malis per ipsum Veneciis
comissis et in districtu. Et quoniam nesciebat linguam latinam, fuit in-
terrogatus per interpretem id est per Blasium de Cividali, custodem ad
officium de nocte in sexterio Sancti Marci, dato eidem interpreti sacra-
mento de veritate dicenda. Qui Otto Teotonicus dixit nulum furtum neque
malum fecisse. Et cum non diceret veritatem foretque suspectus de
furto facto ser Francisco Contar(eno) Ei90, campsori in platea Sancti
Marci, fuit expoliatus et ligatus ad cordam tormenti absque lapide et
tiratus superius et nolendo aliquid dicere fuit sibi data una saccuta ') et
tunc peciit deponi, asserens velle dicere veritatem. Et tunc depositus de
tormento non dixit aliquid quod videretur consonum veritati et propterea
fuit iterato tiratus superius. Qui statim peciit se deponi, quia volebat
confiteri veritatem; et tunc depositus de tormento nicbil dixit. Et cum
nichil velet dicere foretque nimia suspicio contra ipsum, fuit mandato
dominorum predictorum remotus ab ipso tormento et statim positus sup-
pinus super teracium ^) cum renibus superius et ibi cum lardone ^) accenso
fuit pergotatus *) ; et dum pergotaretur isto modo , statim peciit remo-
veri ab inde, asserens quod volebat dicere veritatem. Et tunc remotus
ab ipso tormento dixit et fuit confessus, quod bodie in bora prandii
ipsa iverat ad quamdam tabulam cujusdam campsoris in platea Sancti
Marci, cujus nomen ygnorat, ostendendo velle cambire monetas pro uno
ducato et tunc numerante campsore monetas quas ipse ei dederat, ipse
cum animo comittendi furtum, posuit manum in quodam ordegno^) ligni
quem nescit an sit platena ") vel nombratoria '^), et inde furtive accepit
tres ducatos auri
11. Sept. Strafmass: Verlust des linken Auges.
Ven. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 3 f. 13.
22.
1356, — (Juli 26). Erwähnung deutscher Arbeiter am Lido.
1356, 9 indictione. Quod fiat gratia Nechino ') de Cologna, capiti
Theotonicorum , qui laborant ad litus, condempnato per potestatem Pu-
pille in libr. 25 parvorum quia vendebat vinum
Capta in 40 26 Julii.
______ Ven. St.-A. Graz. 13 f. 85'.
1) = saccata, sacchata eine Torturart, der „Expansion" oder „Elevation" entsprechend,
über welche vergl. Wächter, C. G. , Beiträge zur deutschen Geschichte, insbesondere Gesch.
des deutschen Strafrechtes (Tübingen 1845) S. 102.
2) = terazzo, jener eigenthümliche venetianische Fussboden aus Marmorstückchen und
Cement; cf. Boerio.
^) „Speck" ; cf. Boerio.
i) percotar = pillottare , eigentlich (wie mir mein Freund Dr. Buzzati in Venedig er-
klärt) „den Braten mit brennendem Speck begiessen" ; cf. Boerio.
5) in senso di vase, scodella' (Napf), Mittheilung des Herrn Dir. Cecchetti.
6) lieber diesen Ausdruck habe ich nichts finden können.
7) Wohl statt Henichino.
1358—1359. 299
23.
1358, März 2, 9 und Juni 27. Bestrafung gen. Deutscher wegen
Diebstahls.
1358 mense Marcii die secundo intrante. Magister Nicolaus dimi-
cator '), qui fuit de Alemanea et nunc habitator Clugie, suspectus de ali-
quibus frixaturis ") acceptis done Benevenute merQarie S. Juliani gesteht
erst nach mehrmaligen Folterversuchen die 9 mensis Marcü, quod die primo
mensis presentis, dum foret simul cum Nicbele Teotonicho de Marborgi,
hora circa tercias ipse ivit simul cum ipso ad stacionem unius femine,
que vendit frixaturas in mer^aria, quas idem Nicbele volebat emere. Et
dum forent ad stacionem ipsius mer^arie, fecit ostendi frixaturas et,
ostensis multis ex ipsis, ipse furtive et animo et proposito furtum comit-
tendi accepit unam frixaturam de duobus brachiis albam, quam frixa-
turam postea dicta die, quia ipsa magistra a frixaturis cognovit ipsum,
restituit sibi ipsam frixaturam ....
Nota quod 1358 mense Junii die 27 intrante per judices de proprio
predictus fuit sententiatus idem magister Nicolaus dimicator ad frustan-
dum ^) et bullandum *) et d(ominus) Bertucius Bocassio protulit sententiam.
Yen. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 3 f. 59.
24.
1359, Mai 31, Juni 26 und Juli 5. Verurtheilung deutscher Diebe.
1359 indictione 12 die ultimo Maji. Georgius Theotonicus de Boemia
suspectus de furto . . . quia ignorabat linguam latinam, fuit interrogatus
per Johannem Todescum, hospitem de minus, interpretem . . . tiratus su-
perius et fuit sibi data una sacbata .... fuit confessus, quod ipse simul
cum aliquibus suis sociis . . , recessit de Alemania et omnes venerunt
Venecias ad festum ascensionis et babuerunt simul tractatum et pactum
omnes simul per omnem modum quem ipsi possent furari in Veneciis et
incidere bursas et in ecclesia Sancti Marci et omne et totum quod ipsi
possent furari dividere inter se et unusquisque accipere partem suam et
in suum usum converti
Participes furti: Mices qui dicitur Nicolaus de Polä (?), Nicolaus
et Paulus de Driga (?) , Johannes de 01eme9 ^) et Petrus de Jerme (?),
omnes de Boemia.
Post hec .... die 26 Juni coram inclito domino duce Georgius Theo-
tonicus predictus . . . cum ibi essent duo capita centurarum argenti, duo
annuli et una vera ®) auri, una corda de paternostris et modicum sete de
Grana, dictus für vidit et recognovit esse illas res quas furtive subripuit.
') „Fechtmeister?" Vermuthung des Herrn Dir. Cecchetti.
2) = fregiatura .guamimento, fomitura d'abiti' Tommaseo.
8) = flagellare Ducange.
*) ,ferro candenti reos innrere' Ducange.
*>) Olmütz.
'') = virga, Stange ; cf. Ducange.
300 1359—1360.
Et ibi statim per ser Nicolaum et ser Johannem de Polin extimatores
comunis extimate fuerunt dicte res duc. 17.
Mense Julii die 5 per judices de proprio fuit sententiatus fidem
Georgias ad suspendendum per gulam, ita quod moriatur.
Yen. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 3 f. 66'.
25.
1360, Nov. 30. Verhandlung über die Ermordung eines gen. Deutsehen
durch einen anderen Deutsehen.
1360 die ultimo Novembris. Processus et inquisicio (facta) de man-
dato Serenissimi domini, domini Jobannis Delpbino, dei gratia incliti
Veneciarum ducis, de morte et super facto mortis Nicolai Teutonici Sancti
Petri, de cujus morte inculpatus est Mateus de Lubiana, marinarius
Sancti Samuelis.
Nicolaus Todescus laborat ad manganum ^) Sancti Leonis et moratur
in contrata Sancti Petri a cä Copo, juratus dicere veritatem, qui conque-
rendo coram domino Bertucio Cornario domino de nocte dixit, quod beri
bora tercia campane vel circa cum esset in contrata Sancti Samuelis et
descendebat de curte dacba Maureceno, ubi moratur quedam venderigula^),
quidam nomine Matbeus Teotonicus qui utitur in galeis, qui moratur
in dicta contrata Sancti Samuelis, ibi prope sine aliqua causa et sine
aliquibus verbis cum uno cultello magno .... percussit et vulneravit eum
super capite a latere sinistro, uno ictu de talio^) cum effuxione sanguinis.
Die Nachbarn aber zeugen gegen ihn , dass er die Frau (Maria) des Matheus mit ,0 putana
Maria bastarda' den Mann mit ,becbo', geschimpft habe u. s. w. Da er am 21. Januar
an der "Wunde stirbt, wird Matheus am 23. Sept. ,libere absolutus'.
Yen. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 3. f. 86'.
26.
(1360, Juni 9 und) 1362, Mai 6. Verhandlung über die Ermordung eines
gen. Deutsehen.
1360 indictione 13 die nono Junii. Processus . . . super facto
mortis Leonardi Theotonici percussi et vulnerati uno ictu de punta *) in
corpore in latere dextero, stricto et profundo cum plaga et sanguine, de
cujus morte inculpatur Martinus de Sorto, qui utebatur cum barcbis
de Padua.
Leonardus Tbeotonicus vagabundus, olim familiaris ser Laurentii
Superantio Sancti Samuelis, dixit quod, dum ipse Leonardus dicta die (in
vigilia s. Antonii de Padua) fecisset forum ^) de quadam barcha causa
1) ,macchina, sotto cui si lustrano le tele' Boerio.
2) venderigola = revendicola, rivenditrice, Trödlerin, Krämerin; ct. Boerio.
3) = taglio, Messerschneide.
*) = puncta, acumen, pointe Duc.
.mercatum, precium' Duc.
1360-1364. 301
eundi Paduam cum certis aliis Teotonicis et hora media noctis dicti
diei ivisset Rivoaltum, ubi manent barche Pad(uane?), dicens: ubi sunt
isti barcaroli qui debent portare me Paduam? unus barcharolus . . . dixit
ei: nos sumus hie. Et statim dictus Leonardus dixit ei: leva nos; et
barcharolus respondit: non volumus, quia vos promisistis nobis solidos 8
parvorum pro quolibet, et non vultis nunc dare nisi 6 ; et etiam patronus
barche non est hie ....
1362 die 6 Maji fuit sententiatus dictus Martinus ad perdendum
manum dexteram et oculum sinistrum.
Yen. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 4 f. 13'.
27.
1362, Mai 19 und Juli 13. Bestrafung eines deutsehen Diebes.
1362 die 19 Maji. De Rodulfo füre.
Rodulfus Teotonicus de Orimbergo ^) . . . . fuit interrogatus per
Johannem hospitem a minori interpretem, fuit confessus, quod ipse alias
fuit familliaris ser Gratiani hospitis Sancti Marci ....
Die 13 Julii sententiatus ad frustandum et bullandum.
Yen. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 4 f. 18'.
28.
(1360, Januar 16 und) 1362, Okt. 22. Desgleichen (wie Nr. 27).
1359 (m. V.) die 16 mensis Januarii. Nicholaus Teotonicus depren-
sus . . . cum pluribus rebus acceptis furtive de quadam domo Sancte Marie
Jubanice, cum interpretaretur verba ipsius Johannes hospes de minus
Sancti Marci.
1362 mense Octobris die 22 sententiatus ad suspendendum per
gulam, ita quod moriatur.
Yen. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 4 f. 25.
29.
1364, Januar 16. Vertrag des Abgesandten des Dogen mit böhmischen
Bergleuten in Kuttenberg über deren Eintritt in venetianische
Dienste auf der Insel Kreta.
Pactum cum minatoribus.
In nomine domini amen. Millesimo trecentesimo sexagesimo quaito
die sexto decimo mensis Januarii in montibus Chuttinis ^) districtus et
regionis Boemiae. Ibique providi viri magister Joannes dictus Scaffer ^),
1) Wohl zu lesen ,Norimbergo'.
2) Kuttenberg ; cf. Stemberg, umrisse einer Gesch. der böhmischen Bergwerke (181,6)
Bd. 1 Abth. 1 S. 46 u. ff.
3) Schaffer V
302 1364.
Conradus Valli, Hermanus Syralb et Henricus Syralb pactum firmaverunt
cum domino Laurentio de Bicquis, nuntio illustris domini, domini Lau-
rentii Celsi, dei gratia Venetiarum ducis, cum modis et conditionibus
infrascriptis , videlicet: Quod praedicti quatuor magistri superius nomi-
nati promittunt et sie juraverunt venire et ire cum uno magistro fabro
et viginti aliis laboratoribus instructis in arte et laborerio subfossiouum
et cavarum ad servitium praedicti domini duci et communis Venetiarum
ad partes insulae Cretae, et ibi fideliter et quantum melius sciverint et
poterint laborabunt et facient subfossiones , cavas et alia aedificia , in
quibus erunt instructi et sicut fuerit impositum eis per dominum ducem
praedictum vel ejus nuntios , ad honorem ipsius domini ducis et com-
munis Venetiarum, et quod stabunt et erunt ad servitium praedictum
pro illo tempore quod placebit domino duci praedicto.
Et ex adverso praedictus dominus Laurentius, nuntius praedicti ducis
domini, promittit nomine et vice praedicti domini ducis et communis
Venetiarum praedictis quatuor magistris, quod habebunt et recipient a
domino duce et commune Venetiarum praedictis pro suo soldo et labore
et praedictorum fabri et viginti laboratorum florenos auri quadringentos
in mense quolibet, et quod incipient lucrari praedictum soldum a die, quo
se praesentaverint Venetiis cum omnibus laboratoribus coram domino
duce Venetiarum praedicto, et quod ibunt cum navigiis domini ducis
praedicti et sie redibunt. Verum postquam fuerint in loco, ubi fieri de-
beat aliqua cava vel aliud opus, per ipsos, et inceperint laborare, debent
habere expensas oris a domino duce et commune Venetiarum quousque
compleverint opus quod inceperint, et de alio tempore debent esse in pro-
priis expensis, habentibus ipsis tamen in casibus praedictis soldum prae-
dictum, quod recipere debeant de mense in mensem. Et si contingeret
quod per opera sua dominus dux praedictus aquireret civitates vel castra
in insula supradicta, totum id quod praedicti magistri lucrati fuerint
cum sociis suis de bonis mobilibus inimicorum domini ducis praedicti
sit suum; remanente tamen in libertate domini ducis praedicti providendi
eis et faciendi gratiam, sicut esset justum, eorum fide, meritis et labo-
ribus consideratis. Etiam si, postquam fuerint Venetiis vel antequam in-
cipiant laborare, insula praedicta haberetur et rediret ad obedientiam
domini ducis praedicti, remaneat libertati ipsius domini ducis providendi
eis , sicut sibi videbitur. Debent quoque magistri praedicti cum sociis
suis, postquam fuerint Venetiis recipere pagam unius mensis, defalcando ^)
primo florenos centum quinquaginta , quos habuerunt et receperunt in
montibus Chuttis a supradicto nuntio domini ducis Venetiarum praedicti.
Caeterum praedicti quatuor magistri debent esse fidejussores et quilibet
ipsorum in solidum domino duci et communi Venetiarum praedictis pro
Omnibus suis sociis de observando praedicta sub illa poena et punitione
quae videbitur condigna ipsis non observantibus vel delinquentibus in
aliquo contra praedicta et honorem domini ducis Venetiarum ; et de hoc,
videlicet quod fideliter laborabunt et facient id quod erit honoris domini
ducis et communis Venetiarum praedictorum et observabunt praedicta,
praedicti quatuor magistri corporaliter juraverunt cum sociis suis. Item
si tempore quo erunt ad servitium domini ducis praedicti aliquis ipsorum
vel laboratorum deficeret, videlicet postquam fuerint praesentati coram
domino duce praedicto , debent tanto minus percipere de soldo , quanto
1) .deducere, subtrahere' Ducange.
1364—1365. 303
esset justum pro tempore quo aliquis deficeret. Insuper si dominus dux
praedictus aquiret aliquam civitatem vel castrum per cavas praedictorum
et praedicti cum sociis suis caperent aliquos inimicos, quod praedjcti ini-
mici sie capti per ipsos sint eorum carcerati, hoc addito quod, si ex captis
sie per ipsos dominus dux aut ejus nuntius voluerit aliquem, quod
tunc teneantur dare illum vel illos qui requisiti forent per ipsum do-
minum ducem vel ejus nuntium, percipientibus istis magistris cum sociis
pro restauro illorum inimicorum, quos sie darent, id (quod) esset justum.
In quorum quidem omnium fidem et evidentiam pleniorem praedicta
celebrata, confirmata et jurata fuerunt in praesentia egregiorum virorum
dominorum Proeopii, filii et vieegerentis domini Enderlini, urberarii ^) in
montibus Chuttnis, et Harmani dicti patris, magistri curiae, praesentibus
dominis Petro pat(re?), nunc seabino, et magistro Ludovico, rectore scolarum,
et aliis et me Wenceslao Wazingz. ^) qui de voluntate partium praedicta
scripsi etiamque roboravi; et sigillum domini Harmani, magistri curiae,
praesentibus est appensum in testimonium omnium praemissorum. Cum
autem sigillum supraseripti Harmani magistri curie, de quo superius fit
mentio, deficeret, ut in hoc suppleretur, appensum fuit sigillum domini
Proeopii supradicti.
Commemoriali lib. 7 fol. 137' (Wiener Copie); cf. Piedelli Regesti lib. VII n. 125.
30.
1365, März 14, 21 und Aug. 25. Verurtheilung eines deutsehen Diebes.
1365 die 14 Marcii. Henrieus de Colonia Theotonieus vagabun-
dus . . . fuit confessus, quod modo sunt dies 15, quod ipse venit Vene-
cias et mansit in una taberna prope Kivoaltum et hodie hora vespertina
ipse, ubi stant domini officiales missetarie, et ibi, quia erant multe gentes
ad stangatam ^), posuit manum in searsella ^) unius hominis ... et de ipsa
accepit denarios in monetis quot potuit . . ,
Die vigesimo primo Marcii. Henrieus . . . sponte confessus est,
quod modo sunt dies 15 vel circa quod, dum ipse foret in Veneciis simul
cum Johane et Chozio Theotonicis ejus sociis et habuissent simul pactum,
quod si aliquid possent furari conjunetim vel separatim, comunicare
simul, quadam die hora vespertina ipsi tres iverunt in Rivoaltum, ubi
venduntur sindones, et intrarunt stationem unius femine, que vendit
sindones causa furandi ....
1365 mense Augusti die 25 sententiatus ad perdendum ambos oculos.
Ven. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 4 f. 54'; f. 63 1365 (m. V.) Febr. 13 Verhör
eines ,Renoldu8 de Viena' , 1366 April 29 Strafmass : beide Augen und die linke
Hand; f. 63' an derti gleichen Tage gegen ,Martel Theotonieus, interrogatus
per Michaelem de Boemia interi)retem' : linkes Auge und linke Hand; f. 77 1366
(m. V.) Jan. 15 gegen ,Thomas Theotonieus' und ,Conradus de Francho', April 9:
beide Augen; f. 77' 1366 (m. V.) Jan. 20 gegen ,Fredericus de Austria', März:
linkes Auge und linke Hand.
1) Zu lesen ,urburarii' oder ,urborarii' ; cf. Sternberg a. a. 0. H, 71 u. ff. (Duc. ,urba-
rius, exactionis urbora nuncupatae collator').
^) corrigirt; Herr Gymn.-Prof. Rottraanner dahier vermuthet .Wazinger'.
3) = stanghetta, Riegel, Gritter V
♦) Geldbeutel.
304 1365.
31.
1365, Sept. 2 und 15. Verhör und Geständniss eines gen. Deutsch-
Ordensbruders und früheren Priors des Klosters S. Trinitä in
Venedig über einen von ihm am Kloster verübten Diebstahl.
Confessio fratris Joannis Eoliger Theutonici, qui derobavit mona-
sterio de Trinitate.
In nomine domini amen. Anno ejusdem nativitatis millesimo tre
centesimo sexagesimo quinto indictione tertia Arimini tempore domini
Ui'bani papae quinti die secundo mensis Septembris. Constitutus frater
Joannes Roliger ordinis Alamanorum, olim gubernator ecclesiae de Tri-
nitate de Venetiis coram venerabile viro, domino Jacobo de . ., reverendi
in Christo patris et domini domini Angeli, dei et apostolicae sedis gratia
episcopi Arimini, vicario generali, eidem delato sacramento per dictum
dominum vicarium de veritate dicenda super iis de quibus idem dominus
vicarius ipsum interrogabit. Qui frater Joannes suo sacramento ad inter-
rogata respondendo sponte et ex certa scientia dixit et confessus fuit,
quod ipse frater Joannes pignori posuit penes quemdam Bartholomaeum
faeneratorem in Castro seu burgo de Mestre territorii Tervisini duo para-
menta praesbyteri ad missam celebrandam deputata et unum librum pro
duodecim ducatis pro solvendo cuidam famulo pro mercede sua ex eo,
quia serviverat monasterio sanctae Trinitatis de Venetiis. Et iterum pig-
nori posuit unum calicem paenes eundem faeneratorem pro octo ducatis.
Item vendidit circa nonaginta staria frumenti pro pretio sexaginta duca-
torum, de quibus solvit sexaginta libras parvorum pro expensis factis et
necessariis pro dicto monasterio. Quae res et bona omnia supradicta
erant et pertinebant ad dictum monasterium et de dicto monasterio ipse
frater Joannes accepit. Similiter etiam dixit se accepisse argentum super-
positum brachio sancti Matthiae Apostoli. Verumtamen dixit, quod dictum
brachium non est 0 semibracbium , videlicet a junctura manus supra
usque quasi ad nodum brachii; quod argentum conflavit et minutatim
incisit. Et iterum de dicto monasterio accepit duas cuppas ^) argenteas dicti
monasterii. Iterum de dicto monasterio accepit viginti tres bullas au-
reas; quod argentum, cuppas et bullas aureas secum exportavit et Ra-
vennae pignori posuit dictas cuppas pro octo ducatis paenes quemdam
Vitalem^) Ebreum faeneratorem^; et ibidem emit duos equos, quos secum
Ariminum conduxit, et postea ibidem Arimini dictum argentum et dictas
bullas aureas vendidit, videlicet dictas bullas pro pretio viginti sex duca-
torum et dictum argentum pro pretio viginti duorum ducatorum, excepto
aliquantulo de dicto argento et exceptis duabus de dictis bullis et uno
sigillo argenteo, quod, quem et quas habet paenes se, et ibidem emit unum
equum. Et dixit quod paenes Contium hospitatorem suum deposuit tri-
ginta quatuor ducatos, de quibus dixit se rehabuisse viginti Bononinos *) ;
et etiam idem hospitator expendidit de praedictis denariis pro expensis
dicti fratris Joannis et suorum equorum. Item dixit se accepisse de dicto
monasterio unam crucetam ^) parvam, in qua sunt reclusae aliquae parvae
1) fehlt nisi?
2) Kelch, Schale.
3) = Lob?
*) Bologneser Münze.
5) = crocetta, kleines Kreuz.
13Ö5. 305
reliquiae, quam secum Arimimim portavit. Interrogatus si alii Theutonici,
qui secum de Venetiis usque Ariminum venerunt, dederunt eidem auxi-
lium, consilium et favorem in praedictis et pariter etiam de pi-aedictis
fuerunt culpabiles, dixit quod non, quoniam ipse solus praedicta fecit et
culpabilis fuit et est; et praedicti Theutonici praedicta sciverunt per
dictum fratrem Joannem fore perpetrata, cum fuerunt Arimini, et quod
unus ex dictis Theutonicis fuit famulus praedicti fratris Johannis forte
per duos menses, alium vero cognoverat solum per aliquos paucos dies,
ante cum modo noviter de civitate Venetiarum recesserit.
Acta fuerunt omnia et singula suprascripta Arimini in domibus
episcopatus Arimini in simalto (?) dictarum domorum prope scalas lapideas
cortilis dictarum domorum praesentibus testibus ad praedicta vocatis et
rogatis venerabile viro domino Petro de Arzune, canonico Ariminensi,
Viviano domini Franciscbini judice de Raubotinis, Guidone magistri Tha-
rini, Nicoiao Zicbini cali (?) ') et aliis pluribus de Arimino.
Signi notarii locus. Ego Masius, filius quondam Henrici notarii de
Arimino, imperiali auctoritate notarius et judex Ordinarius et nunc nota-
rius et officialis praefati domini vicarii et ejus curiae episcopalis, bis
Omnibus presens fui et rogatus scripsi meoque solito signo signavi.
Dicta die constitutus in judicio Henricus et Amsi Theutonici coram
sapiente viro, domino Bartholomaeo de Pistorio, magnifici domini domini
Galeoti de Malatestis in civitate Arimini vicario generali, et eisdem et
cuilibet ipsorum delato sacramento per dictum dominum vicarium de
veritate dicenda super bis de quibus dictus dominus vicarius eos inter-
rogabit.
Qui Henricus respondendo ad interrogata per dictum dominum vi'
carium dixit et sponte confessus fuit ex certa scientia, quod cognovit
supradictum fratrem Joannem in civitate Venetiarum per aliquos dies,
antequam ipse modo noviter cum praedicto fratre Joanne discessit de
Venetiis; et etiam per duos dies steterat in monasterio Trinitatis de Ve-
netiis cum dicto fratre Joanne, et secum venit in barcha, cum discessit
de Venetiis, una cum supradicto Amsi et cum duabus meretricibus Theu-
tonicis, et dictus frater Joannes pignori posuit duas cuppas argenteas in
civitate Ravennae pro octo ducatis paenes quendam faeneratorem Hebreum;
et ibidem emit dictus frater Joannes duos equos, et omnes praedicti vene-
runt Ariminum, et ibidem idem frater Joannes tradidit eidem Henrico
certam quantitatem argenti deorati et quamplures bullas aiireas, quod
argentum et bullas venderet; et sie fecit, quia dictum argentum vendidit
pro viginti duobus ducatis et dictas bullas pro viginti sex ducatis. De
quibus denariis dictus frater Joannes emi fecit in civitate Arimini unum
equum pro quatuordecim ducatis. Residuum vero dictorum denariorum,
videlicet triginta quatuor ducatos dedit et deposuit, cum ipse fuit captus
ista de causa mandato dicti domini vicarii, paenes Contium hospitatorem
in dicta civitate Arimini, in cujus hospitio etiam dicti tres equi et etiam
ad praesens dicti triginta quatuor ducati sunt paenes dictum Contium.
Et quod nunquara scivit praedicta furta et derobationes fuisse commissas
per dictum fratrem Joannem, nisi postquam ipse fuit in civitate Ari-
mini; et quod de praedictis in aliquo non fuit culpabilis; et quod si
dictus frater Joannes ipsum in aliquo de praedictis inculparet, mentiretur
1) Undeutlich, calzV
20
306 1365-1369.
tamquam malus homo; et aliud dixit se nescire de interrogationibus per
dictum dominum vicarium.
Amsi Theutonicus suo sacramento respondendo ad interrogata per
dictum dominum vicarium dixit sponte et ex certa scientia, quod ipse fuit
famulus supradicti fratris Joannis per duos menses vel circa in civitate
Venetiarum et quod numquam scivit, quod dictus frater Joannes aliquid
acciperet de bonis dicti monasterii sanctae Trinitatis; quoniam quicquid
fecit dictus frater Joannes de praedictis rebus per ipsum subtractis et
ablatis de dicto monasterio, sine con scientia, scientia et praesentia dicti
Amsi fecit; et aliud de interrogationibus per dictum dominum vicarium
dixit se nescire, nisi prout supra dixit et confessus fuit dictus Henricus.
Signi notarii locus bic cadit. Et ego Masius quondam Henrici no-
tarii de Arimino, imperiali auctoritate notarius et judex Ordinarius et nunc
notarius et officialis supradicti domini vicarii, praedictis Omnibus interfui
et ea rogatus scripsi meoque solito signo signavi.
Millesimo trecentesimo sexagesimo quinto indictione tertia die decimo
quinto mensis Septembris frater Joannes Eoliger Theotonicus ordinis sanctae
Mariae Jerosolimitanae, alias prior ecclesiae sanctae Trinitatis de Venetiis,
constitutus personaliter coram venerabile (sie), viro domino fratre Leu-
poldo de Chyrpercb, provinciali totius Lombardiae, in camera tormenti
dominorum de nocte ligatus et positus sub tortura cum duobus lapidibus
ad pedes de mandato dicti provincialis, interrogatus ab eo quid fecerat
et quid sciebat de illo frustro brachii beati Jacobi (sie) apostoli, quod de-
ficit et videtur abscisum a frustro sive a parte illa quae remansit in mona-
sterio praedicto, dixit et confessus fuit quod verum est, quod de anno
praesenti in vigilia sancte Margaritae hora primi somni de nocte dictus
frater Joannes instigatus spiritu maligno ivit ad sacrestiam dicti loci et
inde accepit brachium beati Matthiae et portavit ipsum ad cameram suam
in dicto loco et apperuit unam bussolam '), quae erat argento constructa
circa dictum brachium, et inde accepit brachium et cum una sega dictum
brachium segavit in duas partes, quarum unam partem, scilicet pars a
latere cubiti, reposuit in argento per illam bussolam, unde acceperat, et
alteram partem, scilicet a latere manus, ligavit in uno panno setae et
ipsum die sequenti tradidit cuidam famulo provincialis, qui tunc erat in
domo, ut ipsum ferret in Alemaniam, et pro parte sua traderet cuidam
comiti Alberto de Outemgh'^), cui famulo dedit unum equum, qui consti-
terat sibi ducatos decem et unum ducatum pro expensis famuli praedicti.
Interrogatus quomodo vocatur ille famulus, dicit quod vocatus Is de
Sofloth. Interrogatus si sciebat aliquid de hoc quod sibi dederat, dixit
quod non, nisi quod bene dixerat sibi, quod erat una reliquia; nee ipse
famulus jam sciebat, qualis i'eliquia esset.
Commemor. lib. 7 (Wiener Copie) f. 248' ; cf. Predelli Regesti vol. Vn n. 230.
32.
1369, März 2. Verhandlung gegen gen. deutsehe Bedienstete in
Venedig.
1) = cista? cf. ,bussulus' Duc.
2) Oettingen? da Pi-edelli im Original ,Outeingh' liest.
1369-1370. 307
1369 inensis Marcii die secundo. Capta. Quod pro habenda veri-
tate istius quereile deposite per Masium de Ubriachis contra et adversus
Nicolaum de Vienna, famulum Bandini Parisii, Coradum de Cologna, fa-
muluni Gerardi Betinö, et Coradum Teotonicum, famulum Francisci Con-
tareno, inculpat(os) intravisse domum ipsius Masii de nocte per fenestram
malo modo, fiat collegium secundum quod per majorem ipsorum habeant
libertatem tormentandi et examinandi predictos. Et cum eo quod postea
habebitur, venietur huc et fiet sicut videbitur.
Ven. St.-A. Quar. Crim. Parti 2 f. 72'.
33.
1369, Juni 19 und Juli 6. Verurtheilung eines gen. Deutsehen wegen
Todtsehlages.
1369 mense Junii die 19. Processus .... super facto mortis Coradi
Theotonici, qui morabatur in curia nova, de cujus morte inculpatur
Rodulfus in lingua Theotonica et Lant ^) in lingua latina (sie) ^). Da der
Verwundete gestorben, legen Zeugschaft ab : Nicolaus Teotonicus Sancti Moysis in
cuiia nova, Gerardus Theotonicus faber S. Moysis in curia nova.
Mense Julii die 6 sententiatus ad suspendendum per guUam, ita
quod moriatur.
Ven. St.-A. Sig. di Notte al Crim. Proc. 4 f. 96'.
34.
1370, Mai 15. Der Augsburger Rath empfiehlt der venetianisehen
Regierung den gen. Bevollmächtigten des Sebastian Rem behufs
Erhebung der Hinterlassenschaft von dessen Gattin in Treviso.
Eecommendatitie ^) ad ducem Venetiarum Sebastianum Remum con-
cernentes ratione hereditatis in Tarvis(io).
Potenti et magnifico ac excellentissimo domino, domino Venetie
duci, nostro domino gracioso, magistri seu gubernatores consules tota-
que civium universitas civitatis Augustensis ad quevis beneplacita para-
tam voluntatem cum effectu. Notificavit nobis Sebastianus Rem, servitor
ac fidelis vir et amicus noster specialis, quod domina Thomazia, uxor
sua, in Tarvis(io) heu ex hac luce migravit, quare in propria persona
ad vestram presenciam venire se disposuit, sed pronunc legittime impe-
ditus misit ad celsitudinem vestram Ulricum dictum Winckler avun-
culum suum, ut nomine suo petat bona uxoris sue. Quare supplicamus
excellencie vestre, ut predictum Ulricum Winckler latorem presencium
graciose promovere dignemini, ut sibi assignentur bona, que ex morte
domine Thomasie prenominato Sebastian© Rem, servitori vestro, de jure
cedere debent intuitu serviciorum saorum , que de multis annis vobis
et universitati vestre fideliter exhibuit. Et quod nostra universitas tarn
1) Oder Laut, was nicht zu unterscheiden.
2) Umgekehrt heisst es später : ,Rodulfus Theotonicus S. Moysis in curia nova sive
Lant in sua lingua' ; vermuthlich hiess der Mann Rudolph Lant (oder Laut). ,
3) Recom. — Tarvis. von späterer Hand.
308
1370.
divitum quam pauperum pro vestre benignitatis benevolencia conabitur
perpetuo deservire.
Datum Auguste 18 (sie) kallen. Junii mensis 1370 ^). A magistratu
Augustano concessae et expeditae 18. kal. Jun. 1370.
Augsb. St.-A. Brfb. la pag. 92.
35.
1370, Mai 15. Aehnlleh (ef. Nr. 34) an den Podestä von Trevlso.
In simili ^) ad superiorem in Tarvis(io).
Nobili ac potenti viro domino, domino civitatis Tarvisii bonora-
bili potestati, consules seu gubernatores universitatis civitatis Augustensis
se promptes ad servicia cum effectu voluntatis. Ad vestram presenciam
venit Johannes dictus Eeme, concivis noster, lator presencium, certus
nunccius ac legittimus procurator Sebastiani patrui sui, civis Augustensis,
mariti quondam domine Tbomasie bostene (?) ^) Tarvis(ii?), ad petendum
et requirendum res et bona ipsius Sebastiani existencia et que exstabant
penes dictam dominam Thomaziam, ejus uxorem, et que visa fuerint
esse et extare penes eam tempore mortis ipsius domine Tbomasie et
ante. Quare legalitati vestre supplicamus, ut eundem Jobannem dictum
Beme, procuratorem prefati Sebastiani, graciose promovere dignemini, ut
ad possessionem bonorum dicte Tbomasie ponatur et justicia de pleno
sibi fiat de inpedientibus ipsum, parati semper vobis in similibus com-
placere.
1370 Augustae 18 kal. Junii ■*).
Augsb. St.-A. Brfb. la pag. 92.
36.
1370, Dez. 9. Aehnlieh (ef. Nr. 35) an den Dogen Andrea Contarini.
In simili reiteratae ad ducem Venetiarum.
Nobili ac potenti domino, domino Andree Condarini (sie), duci
Venecie, domino nostro gracioso, consules et gubernatores civitatis Au-
gustensis servicia sua parata. Nobilitati vestre tenore presencium decla-
ramus, quod Jobannes dictus Rem, concivis noster, coram sapientibus
viris, judicibus Tarvis(ii), petivit res et bona, que extabant penes dominam
Tbomasiam bostenam Tarvis(ii), quondam uxorem Bestiani (sie) dicti Eeme,
patrui sui; cujus Sebastiani prefatus Johannes Rem legitimus procurator
constitutus gravatur ex dilacione et prolongacione juris tum propter graves
expensas tum eciam negligendo alia facta sua. Quare supplicamus lega-
litati vestre, ut litteras vestras gratiosas destinare velitis domino civitatis
Tarvis(ii) bonorabili potestati, quatenus judicibus suis injungat, ut Johanni
dicto Rem , concivi nostro prenominato, fiat justicia de piano secundum
libros et statuta civitatis Tarvis(ii), dilacionibus et prolongacionibus ob-
missis, parati semper vobis et vestris in similibus et majoribus complacere.
Datum Auguste quinto ydus Decembris anno septuagesimo.
Augsb. St.-A. Brfb. la p. 93.
1) = Idibus Madii ! Die Zahl wie das Folgende übrigens wieder von späterer Hand.
-) In simili — Tarv. von anderer Hand.
3) Zu lesen hosteiie (von hosterius gebüdet), Gastwirthin?
*) 1370 etc. von anderer Hand.
I
1371-1372. 309
37.
1371 oder 1372 (Mai 26?). Der Augsbupger Rath ersucht die vene-
tianisehe Regierung, die Hinterlassenschaft des Seb. Rem 5füp
dessen Wittwe und den zu erwartenden Erben aufzuheben
(cf. Nr. 38).
A') magistratu Augustano reiteratae recommendatitiae ad ducem
Venetiarum nomine Sebastian! ßemi puncto haereditatis.
Nobi(li) ac potenti etc. consules, jurati etc. Nobilitati vestre tenore
presencium declaramus, quod domina Lucia, relicta Sebastian! Eem, qui
quondam consueverat morari bospes in civitate Tarvis(ii) (et) de bac luce
nuper migravit, concivis vestra, est in spe propinqua gener ande prolis et
vicina partui. Quare supplicamus serenitati vestre, ut res et bona prefati
Kernen , que sub vestra dicione sunt posita, sub vestra tutela reserventur,
donec prenominata a partu liberetur, quia ipsa una cum prole generanda
marito suo predicto in rebus et bonis jure successit. Et si interim aliquis
amicorum prenominati Kernen peteret illa bona , illum vel illos non ad-
mittatis intuitu serviciorum nostrorum et juris, parati vobis et vestris
in similibus et majoribus complacere. Dat. etc.
Augsb. St.-A. Brfb. la p. 94.
38.
1372, Mai 26 (?) ^). Der Podestä von Treviso an den Augsburger
Rath: in der Erbschaftsangelegenheit des Seb. Rem (ef. Nr. 37)
sei es nöthig, dass der Vormund des Kindes persönlich in Tre-
viso erseheine.
Nobilibus et sapientibus viris, dominis consulibus civitatis Augu-
stensis, Johannes Gradonico, civitatis Tarvis(ii) potestas, salutem et dilectionis
affectum. Literas vestre nobilitatis die Mercurii ') 26 die Maji instantis
recepimus super facto hereditatis bonorum quondam Sebastian! dicti Rem,
olim habitantis Tarvisii. Quarum intellecto tenore sie duximus respon-
dendum, quod orta prole domine in vestris literis nominate studeat tutor
puer! vel puelle cum literis vestre nobilitatis coram nobis comparere legi-
time, offerentes nos paratos sibi facere expeditum juris et justicie com-
plementum. Datum Tarvisii 26 Maji ^).
Preterea ad vestri informacionem significamus vobis, quod [oportet]
secundum jura et ordines civitatis nostre tutor conficere debeat inven-
tarium de bonis et hereditate defuncte persone et cum inventario per
se vel procuratorem legitimum ad hec specialiter constitutum debeat
comparere et cum instrumento tutele nee non cum literis vestri regiminis
recommendantibus de bona fama notariorum qui confecerint. Interea
parati ad quelibet vobis grata,
Augsb. St.-A. Brfb. la p. 99.
'; A — haered. von anderer Hand.
2) Nachdem im Schreiben selbst dieses Datum als Ausstellungszeit eines Schreibens
des Augsburger Rathes (vielleicht von Nr. 37) vorkommt , muss das vorliegende später
datirt sein.
3) Diese Angabe verweist auf das Jahr 1372.
310 1372-1373.
39.
n
1872. Der Augsburger Rath theilt dem Podestä von Treviso mit,
dass über die Hinterlassenschaft des Seb. Rem (ef. Nr. 38) ein
Vergleich erzielt worden.
Litterae ^) ab urbe Augustana ad superiorem in Tarvis(io), nego-
tium Sebastiani Remi puncto baereditatis esse amicabiliter compositum.
Nobili ac potenti domino , domino civitatis Tarvis(ii) , honorabili
potestati, consules jurati civitatis Aug(ustensis) servicia sua fidelia. Nobi-
litati vestre tenore presencium notificamus, quod coram nobis in consilio
nostro comparuerunt tutores et consangwinei proximi Sebastiani pueri,
quem domina Lucia relicta Sebastiani dicti Eem, qui quondam morabatur
in Tarvisio, concivis nostra ^), genuit post mortem patris, de quo eciam ante
nobilitati vestre scripsimus ex una parte, et Jobannes Rem, concivis noster
dilectus, ex alia parte ^). Tutores vero et mater et consangwinei proximi
predicti pueri dicebant, quod idem puer patri suo Sebastiano Rem bone
recordationis succedere debet in bonis et bereditate patris sui in Tarvis(io)
et alibi sitis. Prenominatus autem Rem asseruit se esse in possessione
bonorum predictorum. Ambas igitur partes cum consensu et voluntate
utriusque partis concordavimus et ad pacificara concordiam duximus tali
condicione, quod prefatus Jobannes Rem puero prefato a*) suis tutoinbus
alia bona hie nobiscum sita et cum boc paratam pecuniam in recom-
pensam bonorum in Tarvisio sitorum dare et assignare debet, quod et
fecit. Quare supplicamus nobilitati vestre, ut prenominatum Jobannem
Rem ad possessionem liberam predictorum bonorum in Tarvisio et sub
dicione vestra sitorum admittatis et ipsum promoveatis, ut babeat liberam
facultatem vendendi seu disponendi de predictis bonis, secundum quod
visum fuerit sue utilitati congruere, et quod ipse et beredes sui deinceps
pacifica gaudeant possessione ; in hoc nobis specialem gratiam vestram,
de qua semper presumpnimus, ostendentes, parati vobis et vestris in simi-
libus complacere.
Augsb. St.-A. Brfb. la p. 56.
40.
1373, Dez. 19. Die Behörden von Treviso ersuchen den Augsburger
Rath um Zeugenvernehmung in einer Streitsache zwischen einem
gen. Bürger von Treviso und Johannes Rem (cf. Nr. 39),
Nobilibus et sapientibus dominis, dominis honor(abilibus) consu-
libus juratis civitatis Augustensis, amicis carissimis, judices ^) in Tarvis(io)
ad civitatem Augustanam in causa Sebastiani Remi.
Amici carissimi. Cum agitetur questio coram nobis inter Jacobum
de Partanon®), babitator Tarvisii , seu ejus procuratorem ex parte una
agentem, et Jobannem Rem de Augusta seu procuratorem suum ex
parte altera se defendentem; in qua questione et causa producta sunt
coram nobis capitula pro parte dicti Jobannis; que quidem capitula asse-
1) Literae — compos. von anderer Hand.
2) vestra ? cf. S. 309 Nr. 37.
3) Diese Schreiben sind nicht bekannt.
*) Zu lesen: et?
5) Judices — Remi von anderer Hand.
6) Pordenone.
1373-1383. 311
ritur probare velle per procuratorem Joli(annis) de Rem per testes vestre
jurisdictioni subpositos. Quacirca amiciciam vestram presentium tenore
rogamus, quatinus testes, quos idem Johannes seu ejus procurator coram
vobis duxerit nominandos, citari facere placeat et velitis ipsosque exami-
nari super capitulis et inteiTOgacionibus, quas vobis mittimus presentibus
interclusas, prius eisdem de veritate dicendo prestito juramento, ipsorumque
attestationes et dicta simul cum dictis capitulis et interrogacionibus nobis
interclusas vestris litteris remittentes, parati etc. Insuper vos rogamus,
quatenus vobis placeat interrogaciones presentibus interclusas secretas
teuere et neutri ipsorum partium pandere, quia Tervisii talem consue-
tudinem observamus.
Pataleon Garbo Tarvis(ii) potestas. Ibi datum die decimonono De-
cembris undecima indictione.
Augsb. St.-A. Brfb. la p. 95.
41.
1375. Erwähnung deutscher Arbeiter in Malamoeeo.
1375 13 indictionis. Cum, sicut exponit Peti'us de Locbo Theo-
tonicus, existente ipso pro capite Theotonicorum, qui laborant in Matha-
mauco comuni et non habende tunc aliquid ad laborandum, acceperit
unam tabernam in Pelestrina a quodam, qui tenebat illam, et ipsam ta-
bernam tenuerit quinque mensibus; quam accepit cum conditione quod
de toto vino quod venderet deberet solvere dacium; et transactis dictis
quinque mensibus officiales Mathamauci miserunt pro ipso Petro, quia
volebant facere laborari et Theotonici sine ipso non poterant poni in
ordine . . .
Yen. St.-A. Graz. 17 f. 59.
42.
1383, Nov. 25. Vertrag zwischen den deutsehen Schuhmachern und
dem Kloster S. Stefano in Venedig über Erwerbung einer Gruft,
eines Altars u. s. w. für die ersteren in der genannten Kirche.
In Christi nomine amen. Anno nativitatis ejusdem millesimo tre-
centesimo octuagesimo tercio indictione sexta die vigesimo quinto mensis
Novembris Venetiis in contrata Sancti Vitalis in domo habitationis Bar-
tholamei Benedicto speciarii ') (?), presentibus providis viris Bertuccio a
Türe, filio quondam Francisci, habitatore Venetiarum in contrata Sancti
Samuelis, Benevenuto dicto Turlo, custode dominorum de nocte, et Petro
a Türe, filio quondam ser (?) Nicole de contrata Sancti Vitalis, testibus
rogatis et ad infrasscripta specialiter convocatis; ibique nobilis vir do-
minus Franciscus Venerio quondam domini Belleti, habitator Venetiarum
in contrata Sancti Samuelis, procurator monasterii fratrum capituli et
conventus sancti Stephani de Venetiis ordinis fratrum heremitarum sancti
Augustini, habens ab ipsis fratribus capitulo et conventu ad infrascripta
omnia celebranda sufficiens mandatum — px*out patet quodam publico pro-
curationis seu commissionis instrumento, facto scripto et publicato ac se-
cundum mores et consuetudines civitatis Venetiarum complecto et roborato
1) Orig. sparü.
312
1383.
manu Nicolai de Ferantibus, ecclesie sancti Vitalis presbiteri et Vene-
tiarum notarii, in millesimo trecentesimo octuagesimo tercio mensis Julii
die 7 indictione sexta Rivoalti, a me notario infrascripto viso et lecto —
procuratorio nomine dictorum monasterii fratrum capituli et conventus
sancti Stephani predicti ac virtute dicte procurationis et comissionis
sponte libere et ex certa scientia dedit tradidit et concessit Conrado de
Boemia de contrata Sancti Apolinaris, Henrico de Norimbergo de contrata
Sancti Paterniani, Frederico de Bavaria de contrata Sancti Silvestri, Petro
de Boemia, Georgio (de) Ulmo de contrata Sancti Paterniani et Nicoiao de
Frayburch de contrata Sancti Cassiani, omnibus cerdonibus et de socie-
tate ac congregatione cerdonum Theotoni corum, habitantium civitatis Vene-
tiarum, ibidem presentibus et pro se ac vice et nomine aliorum cerdonum
dicte congregationis presentium et qui de futuro in congregatione et socie-
tate erunt stipulantibus et recipientibus, quoddam pecium terreni seu
territori vacuum, situm et positum penes portam sive hostium conventus
dictorum fratrum et monasterii sancti Stephani, videlicet prope archas
et sepolturas sonatorum cum plenisima vii'tute auctoritate et potestate
possendi construere ac construi et hedifficari facere in ipso terreno seu
territorio unam archam seu sepulturam , in qua possint et valeant poni
et sepelliri omnia et singula funera omnium cerdonum Teothonicorum
et personarum, qui ad presens sunt et in futurum erunt dicte societatis
et congregationis. De quo quidem terreno seu de dicta archa et sepul-
tura super ipso terreno construenda, idem dominus Franciscus Venerio
procuratorio nomine predicto et virtute commissionis predicte promissit
litem non movere vel inferre nee moventi vel inferenti consentire, sed
ipsum terrenum et archam supra ipso hedifficandam deffendere guarren-
tare et disbrigare^) a quibuslibet personis ipsum terrenum seu sepulturam
impedire volentibus.
Item ipse dominus Franciscus procuratorio nomine predicto et vir-
tute dicte commissionis tradidit, designavit et concessit ipsis cerdonibus
suprascriptis, pro se ac vice et nomine omnium cerdonum et personarum
qui et que sunt et in futurum erunt dicte societatis et congregationis
stipulantibus et recipientibus, unum altare situm et possitum in ecclesia
Sancti Stephani predicti, quod ad presens vocatur altare sanote ürsule ') ;
ita et taliter quod ipsi cerdones et ceteri de dicta societate et congre-
gatione possint absque contradictione aliqua fratrum dicti monasterii et
alterius cujuscunque persone facere et fieri facere ad ipsum altare unam
pallam seu anconam beate virginis Marie cum hornatione aliorum sanc-
torum.
Item ^) idem dominus Franciscus procuratorio nomine quo supra
fecit dare atque designari facere per fratres dicti monasterii et ecclesie
Unum locum habilem, ubi ipsi et alii de dicta societate et congregatione
erigerunt per medium dictum altare sine contradictione aliqua unam co-
lonam lapideam et marmoream, super qua stare debeant tres cerei seu
candelloti, qui debent ardere ad missam omnibus diebus dominicis et in
aliis festivitatibus principalibus.
Item ipse dominus Franciscus procuratorio nomine quo supra ac
virtute dicte comissionis seu procurationis dedit tradidit et concessit ipis
n
hoc'
1) .molestia et lite liberare' Ducange.
2) Von späterer Hand ausgestrichen und darüber geschrieben : sancti Nicolai de Tolentino.
3) übergeschrieben ,ua' und dem entsprechend weiter unten bei , principalibus' ,catum
vacatum hoc „ungiltig".
1383. 313
cerdonibus suprascriptis , pro se ac vice et nomine omnium cerdonum et
personarum dicte societatis et congregationis stipulantibus et recipientibus,
unum banchum situm et positum in dicta ecclesia sancti Stepbani penes
altare sancti Marci ')> in l^io bancho ipsi et alii de dicta societate et con-
gregatione possint et valeant absque contradictione aliqua ponere et te-
nere doplerios ^) cereos et candellas portandos et portandas ante et post
quando aliquis de dicta societate et congregatione decesserit, pro sui de-
votione.
Item ipse idem dominus Pranciscus procuratorio nomine predicto
ac virtute et potestate dicte procurationis et comissionis promisit et
cum suprascriptis cerdonibus, ut supra stipulantibus et recipientibus,
convenit, quod fratres monasterii capituli et conventus sancti Stepbani
predicti tam presentes quam futuri celebrabunt semper omni anno pro
animabus defunctorum et vivencium salute dicte societatis et congrega-
tionis ad dictum altare, quod ad presens vocatur altare sancte ürsule '),
super quo est construenda dicta pala de novo fienda, missas quinqua-
ginta, dicendas et cellebrandas hoc modo videlicet: quinque in cantu,
unam in festo sancte Marie de mense Augusti, unam in festo sancte Marie
de mense Septembris, unam in festo omnium sanctorum *), unam in festo
sancte Mai'ie a scolis de mense Februarii, et aliam in festo sancte Marie
de mense Marcii — hoc tamen apposito quod illi de dicta congregatione
notificent domino priori seu ejus locum tenenti una die ante illam diem
qua debet celebrari missa dicenda in cantu ut supraque celebranda — alias
vero missas quadragintaquinque qualibet die dominica ^).
Et hec omnia et singula suprascripta idem dominus Franciscus
fecit promisit et convenit, quia e converso suprascripti cerdones superius
nominati, asserentes se ad hec celebrandum habere plenam libertatem
auctoritatem et arbitrium ab omnibus et singulis in dicta sua societate
et congregatione constitutis, promiserunt dare et solvere semper omni
anno in festo sancte Marie de mense Augusti ") libras sexdecim pai'vorum '').
Et hec omnia et singula suprascripta promiserunt ipse partes sibi
ad invicem vicissim solemnibus stipulationibus hinc inde intervenientibus,
videlicet prefactus dominus Franciscus procuratorio nomine dictorum fra-
trum suprascriptorum dictis cerdonibus superius nominatis, pro se et aliis
de dicta societate et congi-egatione presentibus et futuris stipulantibus et
recipientibus, et ipsi cerdones prenominati pro se et vice et nomine
aliorum de dicta societate presentium et futurorum ipsi domino Fran-
cisco, stipulanti et recipienti vice et nomine dicti monasterii fratrum capi-
tuli ecclesie et conventus sancti Stepbani prelibati, suprascripta omnia
et singula in presenti instrumento apposita et contenta attendere obser-
vare et adimplere ac non contrafacere dicere opponere vel venire per se
vel alium seu alios aliqua ratione vel causa de jure consuetudine vel de
facto sub pena librarum quinquaginta parvorum Venetorum tociens per
partem observantem aufferenda a parte contrafacente quotiens in singulis
capitulis et clausulis in presenti contractu contentis fuerit contrafactum
1) Von späterer Hand corrigirt in : dicti sancti Nicolai.
2) Fackeln.
3) 8. Urs. ausgestrichen.
*) Ausgestrichen und von späterer Hand darüber geschrieben : in die omnium defunctorum.
5) Darüber geschrieben ,Junü' ; hieher gehören wohl die am Ende des Dokuments bei-
gefügten Worte: ,unam de mortuis prima die hine post festum sancte Anne'.
*) von späterer Hand corr. : in die defunctorum.
1) zwischen sexd. u. parvorum von späterer Hand eingefügt XXUI.
314 1383-1389.
n
cum reffectione omnmin et singulorum damnorum expensarum et Interesse
litis et cetera. Et predicta pena semel et pluries soluta vel non ac gra-
tioxe remissa vel non, rata tarnen maneant omnia et singula in presenti
instrumento sita posita et adjecta. Pro quibus omnibus et singulis atten-
dendis observandis et firmiter adimplendis dicte partes, videlicet dictus
dominus Franciscus procuratorio nomine predicto obligavit omnia dictorum
fratrum monasterii capituli et conventus bona mobilia et inmobilia pre-
sentia et futura, et dicti cerdones superius nominati obligaverunt omnia
sua dicte societatis bona mobilia et immobilia tam habita quam habenda.
De quibus omnibus suprascriptis ipse ambe partes nominibus predictis
quibus supra rogaverunt me Odoricutn notarium infrascriptum, ut auten-
ticum conficerem instrumentum, totiens in formam publicam redigendum
quotiens ab ipsis partibus et altera ipsarum fuero requisitus.
EGo Odoricus de Eobabelis quondam domini Jobannis, notarius pu-
blicus ac imperiali auctoritate notarius, biis omnibus interfui ac rogatus
scribere scripsi et in banc formam publicam redegi signumque meum con-
suetum apposui.
Yen. Mus. Civ. Corr. Cod. Cic. 3249 Nr. 22 Original.
43.
1385 — (und 1386 (?) September 14). Ein Deutseher, der seit 22 Jahren
in venetianisehen Diensten, erhält das venetianisehe Bürgerrecht.
1885. Cum, sicut exponit Henricus Spiera, qui fuit de Allemania, sunt
anni 22 et ultra quod stetit et babitavit Venetiis, navigando cum navibus
et galeis Veneciarum .... supplicetur humiliter, quod dignetur domi-
nium ipsum recipere in civem Veneciarum de intus et extra . . .
Capta in 40 (ohne Datum, vorher: 15 Novembris); 1396 ^) 14 Septembris
capta in majori consilio.
Yen. St.-A. Graz. 17 f. 211'.
44.
1389, September 19. Belohnung eines deutsehen Söldnerführers.
1389 die 19 Septembris. Capta. Cum Robotb de Engestorp Tbeo-
tonicus, fidelis noster, qui longissimo tempore stetit ad servitium nostrum
et fuit comestabilis in Tervisio annis triginta vel circa, exponat quod est
factus senex, ymo decrepitus et pauperimus in tantum ut se reduxerit ad
hospitale Tervisii, ubi jam pluribus annis stetit, sicut potuit, sed cum
magno incomodo et sinistro; et propterea humiliter supplicet dominio, qua-
tenus dignetur providere sibi de aliquo emolumento, cum quo possit
sustentare reliquum vite sue: vadit pars considerata fidelitate et optimo
portamento suo, habito temporibus retroactis, quod habeat in Trevisio
unam pagam pedestrem mortuam de vi vis ^), non augendo numerum stipen-
diariorum, cum potestas Tervisii consulat, quod provideatur sibi de aliquo
ad sustentationem vite sibi restantis.
Yen. St.-A. Sen. Misti 41 f. 33'.
1) Wohl verschrieben statt 1386.
2) ,paga morta' significava un soldato inscritto nei ruoli, ma non presente nell' armata,
,paga Viva' soldato inscritto e presente: schriftliche Mittheilung des Herrn Dir. Cecchetti.
1390—1402. 315
45.
1390, März 12. Das Collegio entscheidet, dass alle die Juden betref-
fenden Angelegenheiten von den .Supraconsules' zu erledigen seien
und diese berechtigt sein sollen, Verkäufe behufs Befriedigung
jüdischer Gläubiger vorzunehmen.
1390 die duodecimo Marcii tercia decima indicione.
Cum nobiles viri supraconsules venirent coram domino duce et con-
siliariis, dicentes quod quidam Robertus de Norimbergo Judeus, qui habere
debebat a commissaria quondam Jobannis Rizo libras circa duodecim gros-
sorum pro denariis mutuatis ad usuram, petebat a dictis supraconsulibus,
quatenus sibi placeret vendere tantum de possessionibus dicte cominissarie
quam sufficeret ad solutionem fiendam dicto Judeo de dictis suis denariis,
cum de bonis mobilibus nichil inveniri posset; et cum aliqua dubitatio
verteretur inter dictos supraconsules, utrum eisdem supraconsulibus spec-
taret vendere dictas possessiones pro dicta solutione fienda dicto Judeo
an officio judicum proprii, audito capitulari supraconsulum , quod dicit
quod facta Judeorum sint commissa supraconsulibus etc.: per dictum
ducem et consiliarios consulte dictum fuit et terminatum, quod supra-
consules possint vendere possessiones et proprietates cujuscunque persone
pro solucione fienda Judeis prestantibus ad usuram , et quod ad aliud
officium non spectabat vendere possessiones pro factis dictorum Judeorum.
Yen. St.-A. Not. d. Coli. 9 f. 78.
46.
(1392, Juli 20.) Gewährung des venetianisehen Bürgerrechtes an
einen gen. Deutschen.
Cum, sicut exposuit Johannes Theotonicus, sunt 40 anni quod con-
tinue stetit et habitavit Veneciis cum pluribus nobilibus, navigando cum
Ulis in navibus et galeis ad multas partes, sed propter paupertatem non
potuit teuere familiam nisi a tribus annis citra; et quia alias facta fuit
quedam pars, quod forenses facientes se scribi ad officium provisorum
comunis statim essent cives Venetos (sie) de intus, et, si habitassent Veneciis
quinque annis, possent expediri pro civibus Veneciarum de intus et extra,
quam partem dictus Johannes ignoravit; et propterea humiliter pecierit,
quod non obstante ingnorancia sua de gratia constituatur civis Venetus
de intus et extra: consideratis^predictis fiat sibi gratia, prout petit; et sie
consulunt provisores comunis.
1392 20 Julii capta in majori consilio.
Ven. St.-A. Graz. 18 f. 36.
47.
1402, Dezember 20. Der Rath der Zehn gestattet den Vorständen der
Bäckerinnung in Venedig, gegen Widerspenstige in der Bruder-
schaft zu S. Filippo e Giacomo einschreiten zu dürfen (cf. Nr. 56) ').
J) B. oben S. 269, 270.
316 1402-1403.
1402 die 20 Decembris indictione 11. Capta. Cum fuerit dominio
nostro humiliter supplicatum pro parte subditorum fidelium nostrorum
officialium scole pistorum Theutonicorum , commorantium in civitate
nostra Venec(iarum), quod, cum jam diu per ipsos pistores Theutonicos sit
creata quedam scola, que congregatur in ecclesia beatorum apostolorum
Philippi et Jacobi, in qua habent altare proprium dicte scole, ubi ob
devocionis fervorem quam plures solemnitates missarum et aliorum divi-
noi'um officiorum sepissime cellebrantur; ac etiam si contingit aliquos
pauperes mori non habentes unde valeant sepelliri, de elemosinis dicte
scole per ejus officiales multipliciter errogantur ^) ; et quandoque accidat
quod de dictis Theutonicis ipsius scole reperiantur aliqui, qui non ha-
bentes fervorem caritatis nee aliis compatientes nituntur regulas et sta-
tuta dicte scole infringere, nolentes ipsas aliqualiter observare, ex quorum
protervitate pia opera cessant et de mente illorum qui sunt bene dispositi
excidunt et reducerentur in nicbilum, nisi apponeretur remedium salutare:
dignaremur de gratia speciali concedere officialibus dicte scole, qui sunt
ad presens et qui per futura tempora erunt, quod tales sie reprobos et
malignos et tanto pio operi adversantes possint amonere et compellere
ad observandum ordines et statuta sue scole predicte et, nisi fuerint obe-
dientes ad observantiam premissorum, possint dicti officiales illos expel-
lere totalitär de dicta scola, ita et taliter quod neque beneficiis neque
aliis emolumentis dicte scole possint ullatenus gaudere — nam similiter ex-
titit, ut asserunt, per dominacionem nostram alias scole cerdonum Theu-
tonicorum, que in ecclesia sancti Stefani congregatur, benignius elargitum — :
vadit pars considerata devotione predictorum, qui ob dei reverenciam pro
piis operibus antedictis hoc requirunt, fiat sibi gratia, sicut petunt. Et
fuit capta per 4 consiliarios, duo capita de 10 et per duas partes et ultra
totius consilii de 10.
Yen. St.-A. Cons. 10 Misti 8 f. 81'.
348.
iltra M
J
1403, Okt. 23. Entscheidung der ,Giudiei del Petizion* in einer Streit-
sache zwischen einem gen. Venetianer und einem gen. deutschen
Töpfer zu Gunsten des ersteren.
1403 die 23 mensis Octobris. Super questione vertente inter Ven-
turinum Becino de confinio Sancte Sophie sive nobilem virum ser Michaelem
Truno advocatorem, per omnes curias ascriptum, pro eo in curia Ordinate
ex una parte petentem, et Conradum Theotonicum scutellarium, fratrem
et magis propinquum quondum Cristofori Theotonici scutellarii olim fratris
sui, ex altera respondentem, supradictus ser Venturinus petebat eidem
Conrado, olim fratri et magis propinquo dicti quondam Cristofori, in bonis
ipsius Cristofori ducatos 56 et grossos sexdecim ad aurum pro resto rerum
et mercantiarum sibi Cristoforo datarum de sua appotheca, et petebat
expensas hujus cause. Ex adverso autem dictus Conradus nomine quo
supra dicebat verum esse, quod tempore, quo vivebat frater suus Cristo-
forus, habuit et recepit ab ipso ser Venturino de plumbo et rebus suis;
sed quantum restat habere, dicit nescire et etiam quod de bonis fratris
sui nichil habet. Sed omnia bona fratris sui ablata fuerunt ante mortem
1) „mit Geld unterstützt werden".
1403—1408. 317
et post mortem fratris sui per magistrum Fricel Theotonicum cerdonem,
et quod domini judices super inde faciant, quod justum sibi fieri videatur.
Unde prefati domini judices petitionum, videlicet Johannes Caucho, Fran-
ciscus Foschari et Nicolaus Lauredano visis, auditis et diligenter intelectis
petitionibus, responsionibus, juribus et allegationibus partium premissarum
et testificationibus super inde in curia productis et publicatis, et omnibus
que dicte partes dicere, producere et allegare voluerunt; et consideratis
Omnibus que merito super inde considerari debuerunt; super hoc habito
consilio diligenti, primo dato sacramento dicto ser Venturino Becino et
eo jurante verum esse et habere debere, ut supra petebat: omnes tres
concordes per sententiam laudum et arbitrium , per justiciam et eorum
officium sententiando posuerunt in debitum prefatum Conradum Theoto-
nicum, olim fratrem et magis propinquum dicti quondam Cristofori Theo-
tonici scutellarii, mortui intestati ut asseritur, eidem ser Venturino Be-
cino in quantum sunt dicti ducati quinquaginta sex et grossi sexdecim pro
resto occaxione predicta, dantes etc. in bonis dicti quondam ser Cristo-
fori Theotonici scutellarii' ubicumque poterunt reperiri.
Yen. St.-A. Giud. d. Pet. Sent. a giiist. Busta 685 fasc. 12 fol. 3'.
49.
1407, Januar 26. Massregeln des Rathes der Zehn zur Bestrafungr
von Deutschen, welche an einem Tumult sich betheiligt hatten.
1406 (m. V.) die 26 Januarii indictione 15. Capita consilii de 10.
Capta. Quia ista congregatio et pugna Teutonicorum, facta in Sancta Cruce,
numero centum vel circa, posset inducere malam inconvenientiam, et bonum
est punire delinquentes ac obviare talibus presumptionibus : vadit pars,
quod examinetur et retineatur dona Maria Goldioso, in domo cujus habi-
tant de istis Teutonicis qui fecerunt dictam adhunantiam, et similiter
omnes alii qui videbuntur principales dictis capitibus de 10 vel majori
parti. Et exnunc pro sciendo veritatem fiat colegium secundum usum,
ut, si opportunum fuerit, presto possint capi et tormentai'i omnes illi qui
videbuntur dicto collegio culpabiles vel majori parti. Et postea venietur
secundum usum ad istud consilium et fiet sicut videbitur.
Omnes de parte. Pro collegio suprascriptorum Teutonicorum.
Ser Donatus Michael consiliarius, ser Petrus Gauro cap(ut) de 10.
Ser Franciscus Cornario condam domini ducis inquisitor. Ser . . ad-
vocator communis.
Yen. St.-A. Cons. 10 Misti 8 f. 133'.
50.
1408 , März 15. Entscheidung der Giudici del Petizion in einer Streit-
sache zwischen einem gen. deutschen Schuhmacher und einem
gen. Sensal des Fondaco zu Gunsten des ersteren.
Die 15 mensis Marcii 1408. Super questione vertente inter ser
Petrum sutorem Sancte Sophie ex una parte petentem et ser Franciscum
Bronicardo mesetam in fonticuTeotonicorum ex altera absentem supradictus
318 1408—1412.
n
ser Petrus eidem ser Francisco prebuit ducatos septuagintasex pro resto
ducatorum centumoctogintaseptem et pro resto rationis; et petebat ex-
pensas factas in presenti causa. Ad que quidem pro dicto ser Francisco
nullus comparuit contradicere: unde prefati domini judices peticionum,
videlicet domini Bertucius Pisani, Petrus Trivisano et Sanctus Venerio,
visa et audita peticione dicti ser Petri sutoris, et consultatis omnibus
que merito superinde consultari debuerunt; superque eis omnibus habito
consilio diligenti, cumque ipsis partibus esset terminus stabilitus pro die
et hora presentibus; et ipse Franciscus fuerit in curia stridatus, ut moris
est, et per se vel alium minime comparuit, primo dato sacramento ipsi
ser Petro sutori, et ipso jurante verum esse et habere deberi ut supra
petit: omnes tres concordes per sententiam laudum et arbitrium, per justi-
ciam et suum officium sententiando possuerunt in debitum dictum ser
Franciscum Bronicardo mesetam eidem ser Petro sutori in quantum sunt
predicti ducati septuagintasex auri occassione premissa, condenantes ipsum
ser Franciscum in expensis in hac causa factis, dantes terminum etc. sub
pena carceris, sua absencia in aliquo non obstante.
Am Rand: Non publicata.
Yen. St.-A. Giud. d. Pet. Sent. a giust. Busta 685 fasc. 16 f. 30'.
51.
1410, Januar 8. Bestrafung deutscher Wollarbeiter wegen AuCru!
gegen ihre Meister durch den Rath der Zehn.
1409 (m. V.) die 8 Januarii. Advocatores comunis.
Capta. Quod propter adunantiam, insultus et offensas ac vulne-
rationes factas in civitate Venetiarum in novitate facta per laboratores
artis lane contra magistros texarios per Symonem Scrunitorem, Anechinum
Claichen Daxia ^) et Petrum de Salistot ^) de Alamanea alta, qui fuerunt
principaliores adunatores vulneratores et insultatores in dicto facto, pro-
cedatur per ea que dicta et lecta fuerunt contra eos et quemlibet eorum
trium, ad punitionem ipsorum et terrorem aliorum .... Später ebenso ver-
urtheilt Conradus Fisser^), Artmannus de Franckfort de Alamanea alta, Ge-
rardus de Cologna nepos magistri Juliani, Cul Daxia ^), Erardus sive Ge-
rardus de Vilacbo sive Frixach.
Ven. St.-A. Cons. 10 Misti 9 f. 39' u. ff.
52.
1412 — (Juli 20 und 31). Straf erlass für einen gen. Deutschen in
Padua, der fälschlich der Hehlerei an einem von seinem Verwand-
ten verübten Diebstahl beschuldigt worden.
1412 indictione quinta. Cum, sicut exposuit Baldus Theotonicus,
habitator Padue, ipse ex eo, quia quidam Jacobus Malcorpo, cognatus
II
1) = d'Assia, von Hessen?
2) Seligenstadt in Hessen V
3) Fischer?
1412—1421. 319
uxoris ipsius Baldi, apportavit in domuin suam quadam nocte staria duo
fabe et certas alias res, quas ipse Jacobus furatus fuerat, per potestatem
nostrum Padue condemnatus fuerit, quod deberet frustari ter circum circa
palatium Padue, et propter suam innocentiam, quia credebat res illas esse
dicti Jacobi cognati uxoris sue et non quod eas furatus fuisset, suppliciter
impetraverit gratiam nostram: captum fuit, quod dictus Baldus serviat
duobus mensibus suis expensis, ubi et sicut deliberabit potestas noster
Padue, et a dicta condemnatione libere absolvatur. Et sie consulit po-
testas noster Padue attenta ejus paupertate.
20 Julii capta in consilio de 40, ultimo Julii capta in majori consilio.
Yen. St.-A. Graz. 20 f. 73.
53.
1415 — (Juni 28 und 29). Einem gen. deutsehen Sehaehtelmacher
(Drechsler?) aus Laibaeh wird der Verkauf seiner Holzwaaren
auf der Rialtobrüeke nur an Feiertagen erlaubt.
1415 indictione octava. Intellecta devota supplicatione Georgii de
Lubiana busolarii, fidelis nostri de contrata Sancti Silvestri, fiat et con-
cedatur eidem, quod de diebus festivis tantum possit super ponte nostro
Rivoalti vendere seu vendi facere de laboreriis ligneis, que ipse constituit
in sua appotecha, sicut alii magistri de arte predicta vendunt, cum offi-
ciales salis et Rivoalti asserant similes gratias aliis factas fuisse et quod
usque parvum tempus pons ipse ita impedietur, quod vix per eum po-
terit pertransiri.
28 Junii capta in 40; 29 Junii capta in majori consilio.
Yen. St.-A. Graz. 20 f. 111',
54.
1421 — (Dezember 17 und 22). Straferlass für einen gen. deutsehen
Juden, der verurtheilt worden, weil er einem anderen nach dem
Leben gestellt.
1421 indictione 15. Cum, sicut nobis exponi fecit, Rüben quondam
Ysach de Alemanea Judeus isto mense Junii elapsi inculpatus fuerit una
cum Vita ^) de- Sicilia Judeo , injuriatus fuisse cum magistro Andree phi-
sico , volens offendere dictum magistrum Andream in personam eo quia
se fecerat Christianum et proinde propter placitare advocatorum nostri
comunis condemnatus fuerit in consilio de 40 ad solvendum libras 1500. , . .
fiat sibi gratia considerata paupertate sua, quod solvat libras 800 se-
cundum consuetudinem officii advocatorum comunis et a residuo condem-
nationis absolvatur.
17 Decembris capta in 40; 22 Decembris capta in majori consilio.
Yen. St.-A. Graz. 21 f. 57'.
1) Lob ?
I
320 1422.
55.
n
1422, Mai 13. Der Rath der Zehn genehmigt das Gesuch der Bäeker-
meistep Venedigs, dass die drei bisher vorhandenen Bruder-
schaften zu einer einzigen vereinigt würden.
Modo de redrizzar ^) la scuola.
1422 13 Mazo. Presa nel consegio di dieci.
Che secondo la supplication, portä alla nostra signoria per parte
di tutti i pistori della nostra cittade de Veniesia, e li sia concesso, che
dell' arte soa de la pistoria, della quäle i dise, che l'e al presente tre
fraternitade over scuole, zoe una di essi pistori, una de soi lavoranti
Lombardi et una de lavoranti Todeschi, se fazza e se direga in una sola
scuola over fraternitade, in la quäl sia et esser possa i pistori e lavora-
dori soi de zascaduna condition et generation; et sia revocade et anni-
chilade le scuole dei ditti lavoranti fin da mö ; siando obligadi il gastaldo
e compagni della scuola dei ditti pistori i quali e et sarä per li tempi
de ricevere et acceptar in la ditta scuola tutti quelli lavorenti dei pistori,
i quali vorrä intrar in quella. E cosi conseia i nostri provededori dalle biave.
Ven. St,-A. Mariegola dei Pistori f. 12 u. Mus. Civ. Corr. f. 10'.
I
56.
1422, Juli 23. Der Rath der Zehn gestattet den deutschen Bäcker-
gesellen ihre lediglich zu religiösem Zwecke gestiftete Bruder-
schaft hei S. Filippo e Giacomo beizubehalten (cf. Nr. 55 und 47).
Parte presa in conseio de 10 de far una fraterna 1422 a 23 Lugio.
Cumciosia che per la information che avemo habudi per la suppli-
cation porta a questo conseio [che] sia stä preso a 13 de Mazo novamente
passado, che dei pistori e lavorenti soi, si Lombardi, como Todeschi, debbia
esser ä una sola fraterna overo scuola in Venesia; e per questo i lavo-
ranti Todeschi dei ditti pistori sia comparsi avanti i cavi de questo
conseio, lamentandosi et digando, che zä, anni 20 over circa elli ottenne
da questo conseio, che i podesse correzer et ammovir alguni pravi et
maligni dei ditti Todeschi da una fraternitade over scuola fatta per lor
avanti sotto vocabolo et titolo de Santa Maria in la giesia dei beadi
appostoli Felippo e Giacomo, in la quäl elli ha 1' altar proprio della ditta
scuola, et ottenne etiam de poder privar quei Todeschi, in caso che elli
non volesse esser corretti; et elli abbia supplicado et supplichi i Todeschi
della ditta scuola, che — cumciosia che in la sua matricola non se faccia
mention alguna de 1' arte della pistoria, ma solamente se fä mention de
cose, che spetta all' anime soe — nui se degnemo conciederli, che la sua
ditta scuola overo fraternitade romagna et sia ferma, como la § stada
fin ä mö — et questo solamente per le elemosine e devotion soe — et i
detti cavi abbia vedudo et esaminada la matricola della detta scuola, in la
quäl non i ha trovado, che se contegni cos' alguna, che aspetti a pistoria,
1) Wohl = indirizarre, richten, wenden.
1422-1425. 321
ma solamente a salude delle anime, per la quäl cosa elli conseia, che la
ditta fratex'nitade de' i Todeschi romagna ferma cum i modi e condition
soi validi et usadi, si ampuö') che la ditta scuola per nissun muodo se
impazzi de opera de pistoria overo che aspetti a pistoria; e l'anderä
parte, che sia concesso ai ditti Todeschi , famei dei pistori , como conseia
i ditti cavi. Veramente sia tegnudi e debbia i ditti Todeschi esser a
commandamento et obbedientia del gastaldo et offitiali della scuola dei
pistori, i quali sarä per i tempi, in i fatti che spetta all' arte della pi
storia, sotto pena de soldi cento a zascadun che contrafesse et ciasche
duna fiada; et similmente sotto pena de lire cento de pizoli per zasca
duno de lor in suo beni proprii non osi far notar in la ditta soa matri
cola algun capitolo ne far algun altra cosa che spetti all' arte della pi
storia. Le quäl pene debbia scoder i nostri provedadori dalle blave, a
i quali queste et le altre defferentie dei ditti pistori et famei soi sia
commesse ad aldir et eseguir como a quelli parerä; habbiando i ditti
provedadori parte delle ditte pene como delle altre del so offitio. Ma se
i ditti Todeschi vorrä, intrare in la scuola over fraternitade de i suo
maistri, possa questo far, et i ditti soi maistri sia tegnudi quelli acceptar,
purche i sia homeni de bona condition, como fö preso e contiense in la
parte predita presa adi 13 de Mazo passado.
Ven. St.-A. Mar. d. Pist. f. 12' u. Mus. Civ. Corr. f. 10'.
57.
1425, Febr. 21. Der Augsburger Rath an Ulrich Artzt und Hans Her-
wart in Venedig: sie mögen sieh für die Freilassung eines dort
eingekerkerten gen. Augsburger Bäckergesellen verwenden.
Ulrich Arzat. Hansen Herworten.
Den ersamen bussunder lieben Ulrichen Arzat, unßm paumeister, und
Hansen Herworten, auch unßm mitburger von Augspurg, ratgeben der
stat zu Augspurg unser freuntschaft und alles gut zuvor. Ersamen lieben
getreuen. Uns band wissen getan etlich unser lieb mitburger, wie das
ain ir freund genannt Claus Walther, ein peckenkneht, gevangen sei als
in der prysan^) ze Venedy. Hierumbe von betwegen der unßn so begern
wir von euer freuntschaft und bitten eu, des ir wollend erfarn, in wel-
licher maß oder wie desselben Glasen Walthers vancknuß gestallt oder an
ir selbst sei, also ob darumbe zimlichen seie ze bitten; das ir denne die
herschafft daselbst oder wa des notdurft sei bitten wollend von unßr
dienste wegen, demselben Glasen Walther als darinne gnade zu beweisen,
domit er unser geniesse oder ledig werden möhte der gevanknfiß. Wa
wir das umb die herschaft und die iren beschulden unde verdienen mögen,
wollen wir auch willig sein, wa sich das gebüret.
Geben an Mittwochen vor dem Weißen Suntag.
1) = ampö •= ancora; cf. Boerio.
2) - prigione, Gefängniss.
Augsb. St.-A. Brfb. 2 f. 221'.
21
322 1432--1442.
58.
n
1432 — (August 30 und 31). Gewährung des venetianisehen Bürger-
reehts an einen gen. Wiener.
1432 indictione decima. Intellecta devota supplicatione Henrici
Odorici de Viena, qui, sicut exposuit, jam annis viginti stetit et habitavit
in hac civitate nostra Venetiarum in domo notabilium civium et nobilium
nostrorum et aliquando in domo sua propria, auditaque responsione vi-
rorum nobilium provisorum nostri comunis fiat eidem gratia, quod sit
civis de intus tan tum civitatis nostre Venetiarum, faciendo de libris 200
de imprestitis, sicut consulunt provisores predicti.
30 Augusti capta in 40.
31 Augusti capta in majori consilio.
Yen. St.-A. Graz. 22 f. 34.
59.
1439 — (April 18 und Mai 10). Desgleichen (wie Nr. 58).
1439 indictione 2. Intellecta devota supplicatione prudentis viri
Henrici Bemp 0 Nicolai de civitate Hebem ^) partium Alemanee, qui jam
annis quindecim et ultra babitavit Venetiis et est dispositus hie vivere
et mori, fiat gratia, quod sit civis de intus tantum, sicut bumiliter sup-
plicavit, et sie consulunt provisores comunis.
18 Aprilis capta in 40.
10 Maji capta in majori consilio.
Yen. St.-A. Graz. 23—24. f. 231.
60.
1442, Oetober 5. Der Nürnberger Rath an den Podestä von Padua:
der Kaufmann Hermann Sehlüsselfelder, gegen den die Frau eines
deutsehen Gastwirthes ;in Padua einen Proeess angestrengt, sei
augenblicklich nicht in Nürnberg anwesend.
Magnifico ac generoso domino Vittori, potestati Padue.
Magnifice ac generöse domine, potestas benedigne. Obsequiosa com-
placendi voluntate premissa. Sicuti nobis ob causam Margarethe uxoris
Steffani de Colonia, bospitis ad varot(as?) in Padua ^), et Armanni cujusdam
mercatoris, qui, nt asseritur, legitimus quondam Elisabeth, dicte Marga-
reth amite, fuisse dicitur ^), etiam nobiscum commorantis, vestra scripsit
et rogavit magnificencia , literas itaque ejusdem magnificencie vestre ho-
norifice recepimus saneque intelleximus ac nostram propterea dilegentem
fecimus inquisicionem. Et percunttati, quod quidem dictus Hermanus
Slusselfelder noster concivis, qui dictam Elisabeth in uxorem habuit legi-
timam et quem eciam predicta causa fertur concernere ^) , verum quia
I
1) undeutlich.
2) Derselbe wird in den .Grazie' vol. 2.5 f. llo' zum Jahre 1444 erwähnt als ,pauperimus
subditus noster Stefanus de Colonia, olim hospes ad varotas in Padua' (varotas hängt wohl
zusammen mit varo, graues Eichhörnchen).
^ Es fehlt wohl maritus.
*) Lücke.
1442-1447. 323
idem Hermannus propter certa sua negocia absens est ad presens, unde
postquam idem redierit, volumus ab ipso de causa predicta ulteriorem
facere inquisicionem, et secundum quod causam in eo inveniemus, magni-
ficencie vestre requisiti significare curabimus.
Dat. feria sexta post Francisci anno etc. 42. Proconsules et con-
sules etc.
Nümb. Kr.-A. Brfb. 15 f. 320'.
61.
1444 — (Februar 8 und September 21). Einem gen. Geistliehen von
Treviso wird erlaubt, den letzten Willen eines im Jahre 1427
verstorbenen gen. Deutsehen nachträglich ratifieiren zu lassen.
1444 indictione 8. Attenta devota supplicatione presbiteri Alexandri
^e Tervisio, beneficiati ecclesie sancti Mauri de Koveredo districtus Ter-
visii, per quam nobis exposuit, de 1427 in villa de Kippaprandecini ^)
quendam Fredei*icum Theutbonicum in ejus morte suo ultimo testamento
in presentia multorum testium dixisse et mentem suam declarasse et
testando legasse uxori ejus duas equas et unam caretam et certa alia sua
bona mobilia et in aliis suis bonis mobilibus et immobilibus suum be-
redem instituisse Matheum ejus filium etatis annorum trium vel circa,
hac conditione quod dicto Matbeo moriente in pupillari etate vel quando-
cunque sine filiis dicta bona pervenire deberent in dictam ejus uxorem
ipsa viduante in casta mente, et post ejus mortem dicta bona sive una
possessio de Rippaprandencini pervenire deberent ad ipsam ecclesiam.
Qae quidem ultima voluntas numquam fuit per notarium publicata nee
redacta in publicam formam, propter quod, cum lapsus sit terminus,
supplicavei-it sibi subveniri; et audita superinde responsione viri nobilis
Victoris Barbaro, olim potestatis et capitanei Tervisii; fiat eidem pres-
bitero Alexandro gratia, quod dictum testamentum sive dicta voluntas non
obstante lapsu temporis possit relevari in publicam formam aliquibus in
contrarium non obstantibus, ut jus suum consequi valeat, sicut humiliter
supplicavit; et sie consuluit idem potestas et capitaneus Tervisii.
Die 8 Februarii capta in 40.
21 Septembris capta in majori consilio.
Ven. St.-A. Graz. 25 f. 126,
62.
1447, Juni 7. Der Rath der Zehn genehmigt das Gesuch der italie-
nischen Barchentweber um Errichtung einer eigenen Genossenschaft,
nachdem sie von den Deutschen sich getrennt.
1447, 7 Junii. Ser Franciscus Georgio, ser Jobannes Maripiero:
■capita.
Cum fustanearii Italici, qui se congregabant cum Tbeotonicis, se
diviserint ab illis propter disparitatem morum et impetraverint a collegio
dominorum provisorum comunis et justiciariorum veterum capitula sua
separata, sed ipsi non possint se congregare sine licentia hujus consilii:
1) Wohl das bei Raffelsberger , Lexikon aller Österreich. Staaten (Wien 1847) Bd. IV
S. 2038 aufgeführte Cziva del Prandesin im Distrikt Treviso.
324 1447-1467.
n
vadit pars quod dictis fustaneariis Italicis concedatur, quod possint se-
redncere de per se, sicut poterant, quando erant uniti cum Theotonicis,-
et facere snam congregationem cum ordinibus et capitulis, que sibi data
sunt a provisoribus et justiciariis veteribus.
De parte 13, de non 0, non sine. 0.
Yen. St.-A. Cons. 10 Misti 13 f. 73.
63.
1455, Februar 28. Zeugenaussage eines deutsehen Bäckers in einem
Proeess zwischen einem Deutschen und einem Diener der Avvo-
gadori di Comun.
1454 (m. V.) die 28 Februarii. Ser Johannes Gomborus, Theotonicus
pistor de contrata Sancti Johannis Grisostomi, testis productus et exami-
natus ad instantiam ser Andree Bernardi Theotonici, sie testificando dixit:
Quod de die preeise non reeordatur, sed fuit de mense Januarii preteriti
1454 quod ipse testis ivit una cum ser Andrea Bernardi Theotonico ad
officium dominorum advocatorum, et ibi invenerunt ser Franciscum fa-
mulum dictorum dominorum advocatorum et ipse testis dixit prefato ser
Francisco multa et multa inter cetera, quod velet dare aliquid pro docte
cujusdam filie ejus doctive, quam acceperat dictus Andreas in uxorem.
ipso ser Francisco nesciente . . .
Yen. St.-A. Giud. d. Pet. Estraord. Nod. Nr. 22 f. 9.
64.
1467, Juni 8. Der Nürnberger Rath verwendet sich bei der venetia-
nischen Regierung für einen gen. Juden aus Nürnberg behufs
Erlangung des Heirathsgutes von dessen Frau (aus ihrer ersten Ehe).
Illustrissimo principi et domino, domino Cristoforo Moro, duci Vene-
ciarum, domino nostro gracioso, spectabilibusque magnificis ac prepoten-
tibus ejus consiliariis, dominis nostris, observandissime venerandis.
Illustrissime princeps et domine, domine graciose, spectabilesque
magnifici et prepotentes domini majores nostri precipui humili recommen-
dacione premissa cum promptissima obsequendi vo^untate. Noveritis quod
pridem coram nobis constitutus Eabbi Veifs ^) Hebreus, nostre Nurem-
bergensis civitatis inquilinus, exposuit, quod Eacbil Hebrea in presen-
ciarum sua conthoralis, quondam Rabbi Jacob Hebrei dicti ^) Reinschs
Kebrei, in Krembsir civitate marchionatus Moravie domicilium foventis,.
generi (?) ^) dum in humanis egebat conjunx, nonnullam peccuniarum
summam, videlicet ducatos centum, ad eam ex donacione propter nupcias
sibi per jam fatum quondam Rabi Jacob primum ejus maritum facta et
elargita pleno jure spectantem et pertinentem , apud Rabi Haym Rappe
Hebreum in Maysters vestris principatui et dominio subjectis sub fidei-
commissio seu manu fideli ad octo annorum curriculum ultra depositos
habuerit unacum lucro et commodo exinde reportato et acquisito, prout
1) Wie mir Herr Dr. M. Grünbaum hier mittheilt, = Yeibsch (was selbst = Phöbus);
cf. Wolf. Joh. Chr., Bibliotheca Hebraea (1715) I, 33; Zunz, Gesammelte Schriften (1876) II, 34.
Haym später = Hayum.
2) Undeutlich.
1467-1483. 325
habeat de presenti : nos humiliter precibus exortando, ut nostras ad dictam
peccuniam adipiscendam et extorquendam ad vestras graciam et magni-
ficentiam pi'omotoriales daremus epistolas. Unde precibus ejusdem Hebrei
incole nostri acquiescere spopondimus. Quare vestram illustrissimam spec-
tabilemque magnificenciam supplici precamur oramine, huic rei apud
memoratum Rabi Haym Rappe Hebreum in Maysters percunctantem (?) ^),
vestro imperio subjectum, operam dare efficacem adjutricisque manus suf-
fragium, ut prefata Rachil Hebrea dictam peccuniarum ducatorum centum
summam consequi valeat ipsam inbursando et in usus suos convertendo,
prout magnificenciam vestram in hiis et ceteris quibusvis justitie zela-
tores agnoscimus esse precipuum ; per hec etiam nos ad vestra obligabitis
vota procul dubio reciproce promerenda.
Dat. octava mensis Junii anno domini 1467.
Proconsules et consules imperialis civitatis Nur(imbergensis).
Nümb. Kr.-A. Brfb. 32 f. 132.
65.
1477, Mai 4. Der Senat verfügt, dass die von Kaiser Friedrich für
die Braut seines Sohnes Maximilian (Maria von Bupgund) in
Venedig anzukaufenden Seidenstoffe keinen Zoll zu zahlen haben«
1477 die quarto Maji. Consiliarii.
Cum Serenissimus dominus imperator missurus sit Maximianum (sie)
filium suum imperatorium ad desponsandum novam nuptam suam, filiam
condam illustrissimi domini ducis Burgundie, et pro honoranda hujus-
modi profectione sua providerit, ut in hac civitate emantur infrascripti ^)
pani sericei, veluti et cendadi, sitque omni respectu complacendum im-
peratorie majestati et filio ejus: vadit pars, quod dicte res, qua solvunt
tantum unum pro 100 de misetaria et totidem pro exitu, possint extrahi
hinc et conduci per omnem ditionem nostram libere et sine ulla solu-
tione dacii.
De parte 132, de non 2, non sine. 1.
Yen. St.-A. Sen. TeiTa 7 f. 16T.
66.
1483, Oetober 10. Neuer Vertrag zwischen dem Kloster S. Stefano
und den deutschen Schuhmachern in Venedig wegen Ueberlassung
einer Gruft, eines Altars u. s. w. (cf. Nr. 42).
In Christi nomine amen. Anno nativitatis ejusdem millesimo qua-
dringentesimo octuagesimo tertio indictione prima die decimo mensis Oc-
tobris Venetiis in contrata Sancti Angeli in sacrario ecclesie sancti Ste-
phani, ubi infrascripta omnia et singula in presenti instrumento contenta
acta sunt presentibus venerabile domino presbytero Nicoiao quondam ser
Joliannis Veneti, habitantis in contrata Sancti Moysi, et magistro Marco
fabro lignario quondam ser Johannis de contrata Sancti Proculi et Mel-
■chiore del Zante quondam ser Lodovici fabri lignarii in confinio Sancte
Marine, testibus idoneis rogatis et ad infrascripta specialiter convocatis.
1) Man erwartet einen Ausdruck für „verweilen"
2) Die aber leider nicht aufgezählt werden.
326
1483.
Cum ipsi summo et optimo deo nihil gratius sit generique hominum
JTicundius , quam ipsum toto et animi et corporis habitu deum excollere
et proximum ut se ipsum amare et unanimis omnibus in rebus bonestis
mortales omnes deo placentes se devovere muthuis ultro citroque bene-
fitiis super are contendentes : iccirco venerandi in Christo patres magister
Paulus Venetus, sacre theologie professor monasterii et ordinis Heremi-
tanorum, sancti Augustini capituli et conventus sancti Stephani Vene-
tiarum prior, et magister Jacobus Nanus Venetus sacre theologie pro-
fessor, et magister Ambroxius Laudensis sacre theologie profe&sor, et
magister Stephanus Venetus sacre theologie professor, et magister Pas-
qualis Venetus sacre theologie professor, et magister Secundus Contarenus
Venetus sacre theologie professor, frater Alexander Papiensis bachalarius,
frater Augustinus Perusinus bachalarius, frater Sabba Venetus lector,
frater Leonardus de Humelia, frater Maurus Venetus biblicus, frater Jo-
hannes Teutonic.us lector, frater Franciscus Venetus, frater Bartholomeus
Venetus, frater Jacobus de Feraria, frater Johannes de Sancto Flore ^), frater
Bartholomeus Papiensis, frater Johannes Mediolanensis, frater Hieronymus
de Carmignola, frater Franciscus Venetus, frater Perutius Mediolanensis,
frater Petrus Venetus, frater Egidius Venetus, frater Hieronymus Venetus,
frater Nicolaus Venetus, frater Laurentius Venetus et frater Johannes
Teutonicus, ceterique omnes ejusdem ordinis capituli et conventus fratres
omnibus viritim et nominatim ter jam pulsata campanella, ut moris est
convocandi dicti capituli, nominatis et convocatis de voluntate et con-
sensu magnifici et generosi viri domini Michaelis de Lege, nobilis patricii
Veneti, dicti capituli et conventus procuratoris, ut ipsi fratres asseruerunt,
ex una parte et presertim dicti capituli et conventus sancti Stephani vice
et nomine — ex alia vero parte, idest nomine et vice cerdonum Alemani-
corum societatis et congregationis Annunciate Verginis Marie, nobilis et
egregius vir sapiens dominus Cosmus Boyemus (?) -), Brixianus artium doctor
ac studiorum humanitatis professor quondam utriusque medicine doctoris
excellentissimi domini Johannis de contrata Sancti Jeminiani Veneti, dicte
societatis procurator et syndicus, et magister Johannes Franchus de Nurim-
bergo Alemanicus de contrata Sancti Moysi et magister Franciscus Roner
de Albrun ^), Alemanicus de contrata Sanctorum Apostolorum , substitu-
tus a magistro Johanne Petri Felchircho'*) Alemanico de contrata Sancti
Angeli in aliis occupato ut dieitur, et magister Stencel de Russia de
Sambur ^), Alemanicus de contrata Sancti Martini, et magister Johannes de
Vaizamburgo") Alemanicus de contrata Sancti Cassiani, et magister Jacobus
Fogaizlingen Alemanicus de contrata Sancti Panthaleonis , substitutus a
magistro [a] Johanne Herembertho nunc absente de contrata Sancti Marie
Formose , omnes ut asseruerunt a me infrascripto notario (instrumento ')
constare lectum est manu ser Paxini de Gentarolis notarii die et mille-
simo in eo contentis) ellecti de societate et congregatione predicta Annun-
ciate Verginis Mai-ie pro se ac vice et nomine sociorum et presentium et
futurorum et quarumcumque personarum dicte sue societatis et congre-
gationis stipulantes et recipientes post longam multorum annorum inter
1) Welches der zahlreichen S. Fior in Italien gemeint ist, lässt sich nicht sagen.
2) a. Böhmen ?
3) Wohl Heilbronn.
i) Feldkirch.
5) Sambor in Oesterreichisch-Galizien,
6) Weissenburg.
''} Fehlt ut vcr instrum.
s^y
1483. W^
X
dictas partes controversiam, pi-opterea quod magister Jacobus Mantuanus,
frater dicti capituli et conventus, ante altare sociorum dicte societatis
sepulturam magistri Augustini Cremensis medici, que ut dicitur fuit inter
dictas partes causa totius discordie et dissidii, fieri mandaverat contra
eorumdem sociorum voluntatem et contra instrumentum inter dictas partes
rogatum anno domini 1383 indictione sexta die 25*» mensis Novembris
manu Odorici de Robobellis notarii scriptum et a me infrascripto notario
visum et lectum ; quod etiam dictum instrumentum viciatum et violatum
videbatur, quod in loco sexdecim librarum delenita ea dictione sexdecim
erant suprapositi caractelles ^) aricbmetici videlicet 24 contra foi-mam
instrumentorum in grave damnum dictae societatis. Cui quidem societati
excelsum consilium 10 Venetiarum concesserat dictam societatem cohire
posse jam anno domini 1383 die 15 mensis Julii capta parte -) in
eodem consilio 10 et progressa et a me infrascripto notario visa et lecta,
ut dicta societas tale instrumentum conficere et rogare posset: tandem
cohortationibus opera cura studio et singulari ac maxima diligentia
suprascripti domini Cosmi, pacem et concordium ac transactionem inter
dictas partes procurantis, ultro citroque dicte partes unanimes facte ac
sibi invicem veniani petentes in hanc unam sententiam concordium
pactum et transactionem, omni odio dolore malo remotis, omnes devenere,
videlicet: quod fratres dicti capituli et conventus nomine proprio ac suc-
cessorum suorura agentes dant, tradunt et concedunt sociis dicte societatis
Annunciatae pro se ac successoribus suis stipulantibus et recipientibus :
primum ipsam jam ab dicta societate fabricatam capellam cum suo et
consueto jam centum annis elapsis altari Annunciatae Virginis Mariae cum
spatio et fundo soli circumcirca latitudinis tredecim pedum, quantum
tenent columne ipsius capelle, longitudinis vero a pariete qui est post
ipsum altare usque ad gradum magnarum columnarum ecclesie sancti
Stephani , que quidem longitudo est vigintitrium pedum jam facta men-
sura coram me notario infrascripto. Qui quidem fundus soli deinceps sit
et esse debeat liber et expeditus ipsius societatis et congregationis Annun-
ciate predicte, in quo presides dicte societatis sepelire possint mandare
quoscumque voluerint tamquam in suo proprio et sociorum suorum et
personar.um quarumcumque dicte societatis cimiterio, ita ut nee ipsi fratres
dicti capituli et conventus nee alii eorum nomine amplius ipsum impe-
dire aut alio quovis modo vel via perturbare ^).
Item dicti fratres nomine quo supra dant tradunt et concedunt sociis
dicte societatis nomine quo supra stipulantes et recipientes tantum terre
et fundi soli ab utraque dicti altaris parte quantum occupant et capiunt
duo sedilia seu banchalia, jam usui dicte societatis dicata, extra capellam
dicti altaris apud parietem, qui est post ipsum altare; in quibus sedilibus
possint gubernari et reservari cerei et candelle et reliqua, que sunt usui
dicti altaris, et super quibus ab utraque parte dicti altaris extra capellam
sedere possint sacerdotes, quando in cantu alte misse celebrantur.
Item dicti fratres nomine quo supra sociis dicte societatis dicto
nomine stipulantes et recipientes dant tradunt et concedunt ipsam sepul-
turam, que fuit causa totius desidii inter dictas partes in ipso supra-
scripto fundo ante altare invitis sotiis dicte societatis fundatam, ita ut
1) statt carratteri, Schriftzeichen ; cf. oben S. 313 n. 7,
2) Hdschi-. partem.
3) Fehlt possint.
328 1483.
m
ea. deinceps sepultura sit et esse debeat sociorum dicte societatis libera
et expedita, in qua quoscumque voluerint deinceps sepeliri ipsi presides
dicte societatis mandare possint.
Item ipsi fratres nomine quo supra sotiis dicte societatis dicto no-
mine stipulantes et recipientes dant tradunt et concedunt archam seu
monumentum quod jam centum annis elapsis, ut suprascripto instrumento
Odorici ^) de Robobellis manu scripto patet, constructum et edificatum est
inter duas portas ipsius monasterii sancti Stephani, in quo possint et va-
leant tamquam in proprio monumento ipsius dicte societatis poni et sepe-
liri omnia et singula corpora mortuorum omnium sociorum et personarum
dicte societatis Annunciatae Virginis Mariae, quemadmodum consueverunt
a principio quo dicta archa seu monumentum constructum est ab sociis
dicte societatis in hoc usque presens tempus.
Item ipsi fratres dicto nomine ipsis sotiis dicte societatis dicto no-
mine stipulantibus et recipientibus dant tradunt et concedunt, ut dicti
sotii, quando ex liac vita in domino migrare contingerit, in cimiterio sacro
ecclesiae dicti capituli et conventus sepelliri possint, cum hoc quod ipsi
fratres cum honesto eorundem fratrum numero ire et procedere teneantur
ad omnes dicte societatis mortuos sepelliendos, comitando eos ad sepul-
turam ecclesiasticam et psalmos ac mortuorum officium pro tradictione
christiana cantando, ut bonorum est mos sacerdotum, eosdemque mor-
tuos in dicto suo cimiterio sancto sepelire teneantur et debeant. Et si
quis ex dicta societate sepeliri voluerit in monumentis dictae societatis,
eodem modo pro traditione christiana fratres dicti eosdem dicte societatis
socios et quascumque alias personas ex dicta societate sepelire teneantur
Omnibus suis ipsorum fratrum impensis tam fodiendarum fossarum ip-
sorum mortuorum in dicto suo cimiterio sancto quam etiam aperiendarum
sepulturarum seu monumentorum lapideorum dicte societatis et congre-
gationis tam in ecclesia ante supradictum suum altare quam in archa seu
sepultura et monumento supradicto ipsius societatis, quod est inter duas
portas conventus et monasterii dictorum fratrum sancti Stephani; cum
hoc quod, si lapides supradictorum monumentorum frangerentur aperiendo
et claudendo, ipsi fratres omnibus suis impensis eosdem lapides reficere
et instaurare teneantur.
Item quod dicti fratres proprio ac successorum suorum nomine ac
vice agentes teneantur et debeant a presenti tempore usque in perpetuum
singulis diebus Lune celebrare missam unam, scilicet primam legendo
tantum, non in cantu, ita ut sint per totum annum quinquaginta et due
misse celebrate nominatim et expresse pro animabus defunctorum et vi-
ventium salute sociorum dicte societatis et congregationis ; et preter has
quinquaginta duas predictas missas etiam teneantur et debeant ipsi fratres
celebrare octo alias missas in cantu et altas ut dicitur, hoc modo vide-
licet: unam in die nativitatis virginis Marie, aliam in die solemnitatis
annunciationis, aliam in die solemnitatis purificationis, aliam in die solem-
nitatis ascensionis ejusdem virginis Mariae, aliam vero die solemnitatis
visitationis Helisabeth, aliam in die commemorationis omnium mortuo-
rum, aliam prima dominica post festum sancti Nicolai et ultimam istarum
octo prima die Lune post festum sancti Jacobi de mense Julii pro ani-
versario omnium sociorum predicte societatis, ita ut in summa sint pre-
dicte messe celebrate tam legendo quam in cantu sexaginta; cum hoc quod
1) Hdschr. dorici.
1483. 329
sacerdos, qui celebrabit singulis diebus Lune, peracta jam missa cum suo
clerico teneatur et debet revolutus ad monumentum, quod est ante altare
noviter concessum, seu progressus ad anticum monumentum dicte socie-
tatis'inter duas portas ut supra situm dicere officium mortuorum, scilicet
de profundis cum reliquis orationibus pro mortuis et aspergere dictum
sepulci'um cum aqua sancta ut moris est; cum hoc tamen quod, si con-
tingeret quod una supradictarum octo missarum, qua in cantu ut dicitur
celebrande sunt, sie exigentibus temporibus in die Lune*), tunc et in eo casu
dicti fratres die sequenti immediate illam que die Lune celebranda erat
missam celebrare teneantur et debeant — ita ut in summa supradicte misse
sint et esse debeant sexaginta numero, celebrate in perpetuum singulis annis.
Item quod fratres dicti capituli et conventus proprio ac successorum
suorum nomine agentes teneantur et debeant sequenti die Lune, quo con-
tigerit aliquem vel aliquam ex sociis dicte societatis et congregationis ex
hac vita discedere vel quando placuerit gastaldo dicte societatis, celebrare
in cantu unam aliam missam et officium mortuorum pro salute anime
illius sotii et persone deffunctae dicte societatis et congregationis. Et
hoc preter supradictas sexaginta missas, quotienscumque contigerit ali-
quam personam dicte societatis ex hac vita discedere.
Pro quibus Omnibus sicut supra attendendis observandis et adimplen-
dis ab dictis dicto nomine fratribus suprascriptus dominus Cosmus, pacis con-
cordii ac transactionis hujus inter dictas partes auctor studiosissimus, intelli-
gens a fratribus dicti conventus, quod, dum viveret magister Augustinus
Cremensis medicus, in extremis vite sue periculo devotione motus mandaverit
decem ducatos dari magistro Jacobo Mantuano ejusdem ordinis fratri tunc
confessori suo, ut in ecclesia sancti Stephani sepeliretur, et nolens dictum
capitulum seu fratrum sancti Stephani conventum ullo fabi'icande et con-
struende alterius sepulture damno affici et etiam volens magistrum Augusti-
num olim familiärem suum benemei'itum devotionis sue compotem reddere,
ut etiam adimpleret quod sue societati et congregationi Anunciate Verginis
Marie impetraverat ab reverendissimo in Christo domino domino Johanne
de Aragonia, miseratione divin a tituli sancti Adriani sacro sancte Romane
ecclesie presbitero cardinali ad quecumque loca divertebat apostolice sedis
de latere legato — ut privilegio anno incarnationis dominicäe millesimo
quadringentesimo octuagesimo quinto kalendas Augusti Venetiis dato
a me infrascripto notario viso et lecto^) — silicet^) ut in eadem ecclesia
sancti Stephani ante suum altare Annunciatae Virginis sepulturam usui
dicte societatis dicandam construi ac fieri mandare posset: sponte et ex
propria animi sui scientia pro se ac proprio nomine agens supradictis
fratribus perpetuo ac successorum suorum nomine stipulantibus et reci-
pientibus promisit et sua liberalitate se obligavit propriis impensis unam
aliam in eadem ecclesia, ubi fratres voluerint, usui dicti magistri Augu-
stini dicatam sepulturam suis lapidibus et monumentis ornatam fieri man-
dare loco illius, in qua ante dictum altare invitis sociis dicte societatis
idem magister Augustinus sepultus erat.
Item prenominati socii una omnes pro se ac successoribus suis dicte
societatis et congregationis sue agentes suprascriptis fratribus proprio ac
successorum suorum nomine stipulantibus et recipientibus promiserunt
dare et solvere singulis annis numerata pecunia libras vigintiquatuor par-
1) Fehlt: nicht gefeiert werden könnte oder dergleichen.
2) Fehlt: apparet oder patet.
3) Noch abhängig von ,quod-impetraverat'.
330 1483.
vorum die commemorationis omnium defunctorum post celebratum offi-
cium ; cum hoc ') quod ipsi fratres teneantur cum charitate in prandio
suscipere sotios exponentes et numerantes dictas vigintiquattuor libras.
Item predicti sotii perpetuo ac successorum suorum dicte societatis
nomine agentes suprascriptis fratribus dicto nomine stipulantibus et reci-
pientibus promisionem ^) dare pro singulis mortuis dicte societatis sue
sepeliendis in cimiterio sancto conventus dictorum fratrum soldos triginta
duos parvorum pro impensis fodiendarum fossarum ipsorum mortuorum
sepeliendorum , et libras duas candelarum cerearum pro celebrando dic-
torum mortuorum officio. Preter quos quidem triginta duos soldos et
libras duas candelarum suprascriptas ipsi fratres vel alii eorum nomine
pro singulis mortuis ut supra nihil aliud petere possunt ab sotiis dicte
societatis et congregationis vel ab aliis dictorum mortuorum suorum exe-
quias et sepulturam procurantibus — cum hoc quod, si aliqua persona ex
dicta societate et congregatione devotionis motu in aliquo ex supradictis
monumentis lapideis seu ante dictum altare in ecclesia seu inter duas
portas monasterii dictorum fratrum constructis sepeliri voluerit, teneantur
sotii dicte societatis et congregationis hujuscemodi exequias et sepulturas
procurantes dare libras tres et soldos sexdecim parvorum ipsi sacristae
vel priori vel aliis dicti conventus et capituli fratribus tarn (pro) impensa
aperiendorum hujuscemodi monumentorum et sepulturarum quam pro cele-
brando mortuorum officio ibidem sepeliendorum, quotiescumque per hujus-
cemodi ^) et dictas sepulturas seu monumenta lapidea aperiri contigerit;
quando quidem, ut supra dictum, ipsi fratres reficiendorum eorumdem
monumentorum suis et propriis impensis periculo subjacent, si aperiendo
et claudendo frangerentur.
Que quidem omnia et singula suprascripta et in presenti instru-
mento contenta singula singulis congrue referendo singule partes supra-
scripte proprio ac successorum suorum nomine agentes partibus stipulan-
tibus et recipientibus dictis nominibus sibi invicem et vicissim promise-
runt servare attendere adimplere ac desbrigare a quibuscumque personis
servanda attendenda adimplenda deffendenda et desbriganda impedire
volentibus, solemnibus utrinque stipulationibus intervenientibus, ac non
contrafacere dicere opponere venire aut non excipere per se vel per alium
aliqua ratione via causa consuetudine de jure vel de facto vi dolove
malo sub obligatione et pena librarum quinquaginta parvorum totiens
per partem observantem auflferenda et exigenda a pai'te contrafaciente
aut veniente quotiens in singulis capitulis et clausulis in presenti instru-
mento contentis fuerit contraf actum cum reffectione omnium et singulorum
damnorum expensarum et Interesse litis et extra. Et predicta pena semel
aut pluries soluta vel non ac gratis remissa vel non, rata tamen ac in
suo robore firma sint et maneant omnia et singula in presenti instru-
mento contenta. Pro quibus Omnibus et singulis firmius validius ac
studiosius observandis attendendis et omnino adimplendis dicte partes
dictis nominibus solemniter obligaverunt omnia sua mobilia et immobilia
presentia et futura bona, rogantes . me Bernardum notarium infra-
scriptum, ut de his autenticum conficere(m) instrumentum, totiens in for
mam publicam reddigendum quotiens ab ipsis partibus aut ipsarum altera
requisitum fuero.
1) Hdschr. quod.
2) Wohl zu lesen: promiserunt.
'■i) Fehlt: Bestattungen oder ähnliches.
1483—1491. 331
Ego Bernardus ser Paxini de Cavaneis, pnblicus imperiali auctori-
tate notarius, premissa rogatus scripsi et ex autentico prothocollo meo
fideliter exemplavi.
Aufschrift: Convenientia scole cerdonum cum conventu seu monasterio
sancti Stephan! de Venetiis.
Ven. St.-A. Mani Morte. Convento di S. Stefano Nr. 31. Processo Nr. 431. Calegheri
Todeschi per l'Altar dell' Annonciata f. 22.
67.
1489, Nov. 20. Der Nürnberger Rath unterstützt bei der venetianl-
sehen Regierung die Ansprüche eines gen. Nürnbergers auf Ent-
schädigung und Auszahlung rücltständigen Soldes.
Domino Augustino Barbarico, duci Veneciarum.
Illustris et magnifice princeps, domine gratiose, spectabiles et pre-
potentes domini et fautores nostri precipui. Obsequiosa promptitudine
famulandi premissa. Civis noster Hermannus Newman ad nos detulit, quod
illustris dominacio et spectabilitates vestre eidem Hermanno oecasione quorun-
dam pro eisdem deservitorum stipendiorum aliarumque certarum rerum
suarum sibi per vestrarum d(ominacionum) et spe(ctabilitatum) subditos
ablatarum ad restitucionem existant merito obligate, de quibus Omnibus
certam notam in scriptis vestrarum d(ominacionum) et spe(ctabilitatum) ca-
pitaneo ante Vigorol ') tradiderit; quorum quidem restancium sibi debitorum
post humiles et amicabiles requisiciones ipse nullam solucionem consequi
hactenus potuerit. Quare nos prece sedula ipse civis noster pulsavit, ut
ad illus(trissimam) d(ominacionem) et spe(ctabilitates) vestras pro illo
intercederemus. Cum autem, illustris princeps et spectabiles domini, sti-
pendia deservita digne solucionis meritum et rerum ablacio restitucionem
exposcant, igitur humili atque supplici rogatu petimus, quod ill(ustris-
sima) d(ominacio) et spe(ctabilitates) vestre graciose et favorabiliter curent,
quatenus prefatus civis noster pro suo stipendio satisfactionem et rerum
suarum ut premittitur ablatarum restitucionem debitam sine ulteriori di-
lacione accipiat. In quo illustrissima dominacio et spectabilitates vestre
facient rem honoribus suis equam, justicie dignam et nobis pergratam,
pro eisdem illustrissimae dominacioni et spectabilitatibus vestris humiliter
deserviendam et jugiter remerendam.
Datum die Veneris 20 mensis Novembris 1489.
Nürnb. Kr.-A. Brfb. 41 f. 80'.
68.
1491, Mai 4. Auf den Wunsch des Königs Maximilian enthebt der
Rath der Zehn einen gen. jüdischen Diener desselben der Verpflich-
tung, das den Juden vorgeschriebene Abzeichen anzulegen, und
gestattet ihm sowohl in Venedig wie ausserhalb das Tragen von
Waffen, da er für den König verschiedene Einkäufe zu machen.
1) Wo dieser Ort gelegen, habe ich nicht finden können.
332 1491.
n
1491 die 4 Maji. Ser Dominicus Marino, ser Franciscus Basadona,
ser Franciscus Mocenigo, Capita.
Maxima cum instantia Serenissimus dominus imperator et Serenis-
simus dominus rex Maximilianus per litteras et oratores suos, qui de pro-
ximo ad presentiam nostram venerunt, rogari et peti fecerunt, quod Sa-
raueli de Marele (?) Hebreo, fidelissimo servitori suo, in gratificationem
suarum majestatum concedamus: quod in Venetiis et terris et locis nostris
non cogatur portare . 0 . Signum statutum Hebreis ^), et quod possit por-
tare tam in Venetiis quam in terris et locis nostris arma cum duobus
famulis; et hoc quoniam ipse Samuel venit Venetias cum pecuniis et redit
ad suas majestates cum panis aureis et siriciis et aliis rebus pro usu
suarum majestatum et similiter vadit ad alia loca et, si portaret . 0 . ,
subjaeeret manifesto periculo mortis et depredationis cum damno suarum
majestatum; et sit multis respectibus rationibus et causis satisfaciendum
imperial] et regali majestati: propterea vadit pars, quod auctoritate hujus
consilii eidem Samueli concedatur in gratam satisfactionem majestatum
predictarum, quod possit sine aliqua molestia turbatione et impedimento
ire et conversari tam in Venetiis quam aliis terris et locis nostris absque
quam portet . 0 . signum datum Hebreis. Insuper concedatur eidem Sa-
mueli. quod possit in Venetiis et aliis terris et locis nostris portare arma
per transitum et de loco ad locum cum duobus famulis apud se. Et
duret presens concessio ad beneplacitum bujus consilii.
De parte 11, de non 5, non sine. 1.
Ven. St.-A. Cons. 10 Misti 25 f. W.
69.
1491, Juni 8. Der Rath der Zehn veruptheilt einen gen. Deutsehen
aus Käpnthen wegen Falschmünzerei zum Tod und verfügt Frei-
lassung des mit jenem verhafteten (in Nr. 68 genannten) Juden.
1491 die 8 Juni. Advocatores comunis. Si videtur vobis per ea
que dicta et lecta sunt, quod procedatur contra Georgium Theotonicum
de Carinthia monetarium, confessum fecisse et jecisse in formam Septem
Trunos ^) ad similitudinem cunei nostri in Carinthia , ut est dictum : de
procedendo 15, de non 0, non sine. 0.
Serenissimus dominus dux; ser Marinus de Garzonibus, ser Con-
stantinus de Priolis, ser Jacobus de Musto, ser Hieronymus Vendramino,
ser Aloisius Bragadino : consiliarii; ser Joannes Donato, ser Benedictus de
cha de Pexaro, ser Andreas Gabriel: capita; advocatores comunis: Quod
iste Georgius Theotonicus suprascriptus die Veneris proximi post nonam
conducatur in medio duarum columnarum , ubi sibi Caput a spatulis ^)
amputetur, sie quod moriatur, et corpus suum ibidem comburatur, sie ^
quod in cineres revertatur: de parte 15, non sine. 0. jfll
Die dicto. «^
Advocatores: Quod Samuel Hebreus retentus pro casu Georgii Theo-
toniei monetarii relaxetur quantum pro nunc: de parte 14, de non 1,
non sine. 0.
Ven. St.-A. Cons. 10 Misti 25 f. 21.
1) cf. oben S. 286.
2) Unter dem Dogen Nicolö Tron 1472 geprägte Münze (Lira); cf. Galliociolli, Memorie
Venete lib. I § 512 und 605.
3) Vorderbug.
1493. 333
70.
1493, Sept. 25. Der Rath der Zehn gewährt gen. deutsehen Berg-
leuten verschiedene Vergünstigungen für den Grubenbetrieb in
Friaul.
1493 die 25 Septembris. Capita.
Ut prudentes viri Henricus Darf et Albertus Agar et Cazunder ^)
et alii , qui invenerunt et fodi faciunt mineram argenti vivi ^) in patria
nostra Forojulii sub Castro Tulmini ^), sentiant aliquam utilitatem et fructum
ex ipsa minera et propterea habeant causam perseverandi et fodi faciendi
mineram ipsam, et consequenter dominium nostrum habeat et percipiat
utilitatem ad se spectantem: propterea vadit pars, quod auctoritate hujus
consilii concedatur, quod predicti omnes non teneantur ad solutionem
alicujus datii et alterius angarie in terris et locis nostris pro argento vivo
et aliis metalis, que conducerent a loco dicte minere Venetias.
Non teneantur quoque nee obligati sint solvere in civitate Vene-
tiarum aliquod datium vel aliam gravedinem tarn in fontico^) quam extra
fonticum pro introitu hinc ad annos 5 continuos, solvendo tamen decimam
nostro dominio juxta formam ordinum super hoc captorum in hoc con-
silio decem; declarando quod teneantur ducere Venetias totum argentum
vivum et omnia alia metalla que per eos invenirentur in dictis mineris
et non alibi modo aliquo.
Sunt etiam exempti omnes predicti ab omni datio et angaria pro
Omnibus victualibus et rebus conducendis de loco ad locum pro usu et
necessitate dictarum minerarum et hominum laborantium in eisdem habito
respectu ad numerum personarum laborantium in eisdem.
Non molestentur quoque predicti nee molestari possint ab fidelibus
nostris civitatis Austrie'^) nee a eastellanis Tulmini, quorainus possint la-
borare in dictis locis sive in omni alio loco patrie nostri Forijulii, sed
ipsis manuteneantur et conserventur omnes ordines nostri deliberati super
mineris.
Insuper non impediantur nee molestentur predicti quin possint pis-
cari-, venari et aueupari in predictis locis et in locis circumvicinis.
Demum per capita hujus consilii scribantur litere vicario patriar-
catus Aquilegiensis, quod concedat predictis et laboratoribus, quod pos-
sint sumptibus suis habere et teuere in loco dictarum minerarum unum
sacerdotem, qui eisdem celebret missas et alia ecclesiastica officia faciat
ad consolationem eorum.
De parte 15, de non 0, non sine. 0.
Ven. St.-A. Cons. ]0 Misti 26 f. 41'.
1) Scheint identisch mit dem ersten Bergwerksuntemehmer im krainischen Idria „Andre
Perger, den man Kanzanderle den Griffner nannte" ; s. Dimitz, Gesch. Krains I, 317. (In der
Festschrift „Das k. k. Quecksilberwerk in Idria in Krain" [Wien 1881] wird derselbe .Cancian
Änderte' genannt.)
2) Quecksilber.
3j Tolmein, welches damals also nicht mehr in den Händen der „machtlosen" Grafen
von Görz , sondern bereits venetianisch gewesen zu sein scheint ; cf. Czoemig, Görz Bd. I
(1873) S. 624—625 Anm.
*) d. h. wohl der Fondaco dei Tedeschi in Venedig.
'') Cividale.
334 1494.
71.
4
14-94, Juli 19. Gesuch deutscher Bergleute um Gewährung eines Pri-
vilegs für den Betrieb einer Grube in Friaul.
1494 die 19 Julii. Supplicatur serenissimo principi duci Vene-
tiarum etc. et excelso consilio 10 ex parte magistri Johannis Litumhofer ^)
Theotonici et sotiorum ipsius. Per la devotion et observantia, che sempre
ho portado verso questa ill(ustrissi)raa sig(nori)a de Venetia, son mosso
voler participar uno mio inzegno et arte in beneficio de quella et sui
subditi ; la quäl io ho trovado in cunar ^) arzento vivo de la terra mineral,
che se cava in la valle de Idra ^) de la jurisdition de Cividal in Friul ;
et questo in beneficio de li participi dela minera, in utilita de la sig(nori)a
quanto alla sua decima, in sparagnar *) le legni, in non guastar persone,
che colano ^) tal arzento vivo, et in altre comodita, come intendera la
ill(ustrissi)n]a per li sottoscripti capitoli, a li quali io me Obligo volerli ,J|lj
observar et exequir et de questo dare bona segurta. ^1
Primo se cava de uno centenaro de la terra mineral al modo che -
se fa adeso 25 o 30 livre de arzento vivo; et io sempre voio dar do
livre d'arzento vivo piu alli participi de la minera, che me darano sua
minera de colar, de quello che cavano loro.
Item cum sit che, dapoi che la terra mineral e cavada da essa mon-
tagna, per colar uno centenaro de arzento vivo se spende circa uno
duc(ato) et mezo, io voio francar li participi de la minera de tal spexa:
ita et taliter darge") sui arzenti vivi cum questo suprahabondante de 2 libr., ._
come ho promesso in superiori articulo. ■■
Item per cavar un centenaro di arzento vivo, dove adesso se con- ""
suma diexe cari de legne, io non voio consumarne duo, la quäl cossa de
quanto beneficio sara alla signoria et alla sua minera, se po judicar, cum-
ziosiache per el tempo hora manchar legne a colar tal arzenti.
Item per frutificar la ill(ustrissi)ma sig(nori)a, io voglio colar tuta
la decima de quella senza alcun spexa, cum sit che adesso la spenda un
ducato et mezo per cento de arzento vivo, et darge apresso 4 libre piui
de un centenaro de terra mineral de quello che cava adesso.
Item colando arzento vivo de la terra mineral a modo che se fa
adesso, le persone se asidrano ') infra poco spatio de tempo et deventano
paralitichi in tal modo che non se trovano persone che vogliano colar.
Jo voglio far in tal colatura de arzenti vivi cenza guastar persone al-
cuna come questo se die veder cum elFecto.
Item io non domando, che neun de li participi de la minera sia
sforzado o comandado per la signoria vestra, che me debia dar a colar
li
1) Lichtenhofer ?
2) = ciignar, coniar; cf. Boerio.
3) Wenn hierunter, wie kaum zu bezweifeln, das bekannte krainische Idria zu verstehen,
ist dieses Dokument ein weiterer Beleg für die Itichtigkeit der Annahme, dass das dortige
Quecksilberbergwerk bereits 1490 entdeckt worden; cf. P. Kitzinger, Das Quecksilberbergwerk
Idria. . . (Laibach 1860) S. 9. Auffallend ist nur, dass jene Deutschen sich an die Republik
Venedig wenden, die doch erst 1508—1509 Görz und das Bergwerk besetzt haben soll (Kitzinger
S. 12). Allerdings „unterstand kirchlich die Umgebung von Idria dem Patriar :hat von Aquileja
und war dem Capitel von Cividale einverleibt" (Kitzinger S. 2), und nach Czoernig, Görz I,
625 Anm. gehörte Idria zum görzisehen Capitanat von Tolmein, das damals, wie es scheint
(cf. Nr. 70), auch schon venetianisch war. j
*) ersparen.
5) schmelzen.
«) = darle.
') ^ erstarren" ?
i^
1494. 335
sua minera ; lor pono colar come hano facto in fino qui, pur clie non ado-
perino mio inzegno che ho trovado mi.
Item domando questo de gratia alla ill(ustrissi)ina sig(nori)a che
per spatio de 20 anni o quanto place a quella neun possa exercitar el
mio inzegno, quäl io ho trovado per colar arzenti vivi de la minera in
Idra, cum sit che per tal inzegno fazo fructo a 11 participi et la sig(nori)a
per la decima colada senza alguna spexa et libre 4 de piu de arzento
vivo per cento de terra mineral de quello 1ha avesso.
Item domando che sia privilegiato mi et mie compagni per tanto
tempo a poter trar legne in li boschi, dove se taglieno adesso per colar
tal terra mineral.
Item domando de gratia che nel privilegio (che) me sera dato da
la sig(nori)a sia inserta pena condecente, quäl se debia scuoder la mita
per la camera et l'altra mita per mi .da quelori^) che fesseno contra tal
mio privilegio, perche alguno de li participi de la minera cercano volerme
spoiar ^) de tal mia vii'tu. Et exercitando tal arte non la posso far che
ogni homo non la veda et cognosca. Tuti tal soprascritti capitoli quanto
dala parte mia et di mie compagni voglio exequir cum ejffecto et de
questo dar bona segurta; pregando v(ostra) s(ignoria) che me habi per
ricomendato in la gratia sua.
Yen. St.-A. Cons. 10 Misti 26 f. 97'.
72,
1494, Juli 19. Der Rath der Zehn bewilligt das in Nr. 71 erwähnte
Gesuch mit geringen Aenderungen.
1494 die 19 Julii. Ser Antonius Barbadico, ser Onfredus Justi-
niano, ser Joannes Mauroceno: capita.
Quod auctoritate hujus consilii acceptentur oblationes Joannis Li-
tumhonfer et sotiorum pro utilitate nostri dominii et hominum qui ha-
bent mineram, ex qua extrahitur argentum vivum in valle Idra; et eis
concedatur quantum humiliter supplicarunt de ingenio suo ad colandum
mineram: quod scilicet nemo possit facere nee uti ipso ingenio usque ad
annos quindecim sub pena ducatorum 200, quorum 100 sint dominii
nostri et 100 ejusdem Joannis. Nolumus tamen quod aliquis contra vo-
luntatem suam cogatur ire ad coUandum mineram suam ad Ingenium
prefati Joannis et sotiorum, sed quilibet sit in libertate sua collandi mi-
neralem terram, sicut nunc facit. Acceptentur quoque et conlirmentur
omnia alia capitula per eos porrecta cum conditione, quod dare teneantur
fidejussiones per eos promissas pro observatione promissorum, et habeant
auctoritatem et libertatem incidendi ligna pro usu dicti ingenii, ubi nunc
inciduntur pro collatione terre mineralis, ex qua extrahitur argentum
vivum et hoc per annos 15. Et mandetur Hieronymo de Laurentiis vi-
cario minerax-um, quod vadat ad locum Idre et faciat collare per pre-
dictum Joannem et sotios sine aliqua impensa nostri dominii mineram
tangentem dominium nostrum pro decima nostra cum quatuor libris de
pluri ut in cai^itulo.
De parte 14, de non 0, non sine. 0.
') ■» colori = coloro ; cf. Boerio.
3 = spogliare.
336 1494-1507.
Die 26 Julii Jacobus Bertoldo, qui facit biscotum illustrissimi do-
minii, constituit sese plegium premissorum per annos 5 proximos.
Yen. St.-A. Cons. 10 Misti 26 f. 98.
73.
1501, März 8. Das CoUegio ertheilt gen. deutsehen Paternostermaehern
ein Privileg auf 20 Jahre für die alleinige Herstellung von Pater-
nostern.
1501 die 8 Martii. 'Serenissimo principi illustrissimoque pio et
excellentissimo dominio reverenter et humiliter fi(?) supplicado per parte
di fidelissimi servidori de vestra serenita Zorzi de Martin Todescbo et
Zuane, suo fiolo, e Justo, fo de Justo Todescho, compagni habitanti in
Veniexia, maistri de patarnostri: Conzosia che dicti exponenti babiano
modo di far diverse sorte et belle forme de patarnostri, mai piu in Italia
facti di ambra fina et de ogni sorte tondi et aflfazete^), doradi et non
doradi , et similiter de oso ^) de ogni sorte colori ; et affar tal opera im-
porta grandissima spexa si per el condur de l'anibra et per el far di
colori et lavorar quelli de le sorte tutte predicte; et dubitando li expo-
nenti cbe principiada l'oppera altri ge porebe tuor Iho inviamento et lor
exponenti rimagneriano desfati: pero dicti exponenti ricoreno ali piedi di
vestra sublimitä supplicando, quella' se degni de spetial gratia concederli,
che algun non possi far alguna parte de dicta sua oppera mai piu non
facta per anni vinti, i quäl siano per loro e suo heredi sotto pena de
perder l'oppera ogni volta (che) se contrafara; et che i contrafazenti cadano
etiam ala pena de ducati cento da esser dadi a l'arsenal, et scossi per
i signori di quella; et cussi rechiedeno per gratia di vestra (reverentia)
li sia concesso, ai piedi dela quäl umiliter si recomanda.
Die 8 Martii 1501. Infrascripti domini consiliarii dignam censentes
suprascriptam supplicationem, exauditionem terminantes concesserunt, quod
supplicanti fiat quantum petit.
Consiliarii: Ser Aloysius Mudatio; ser Franc(iscus) Bernardo; ser An-
dreas Venerio; ser Marcus Sanucto.
Yen. St.-A. Not. d. Coli. 23 f. 33'
74.
1507, Juni 4. Der Senat verfügt die Auszahlung einer versprochenen
Summe an einen gen. im Dienste der Republik stehenden Gesehütz-
meister aus Augsburg.
1507 die quarto Junii. Sapientes consilii et sapientes terre firme.
E sta conducto per questo conseglio per bombardier et maistro da
geto^) el probo et prestante maistro Zuane da üsburgo cum la provision
deliberada et cum provision de darli ducati 100 de Subvention. Et perche
se die servarli quello (che) li e sta promesso , et sia da tenir simel homo,
1) von affaccettare, eckig schneiden, schleifen.
2) = osso, Knochen.
3) = getto, Das Schmelzen, Giessen.
1507-1538. 337
quäle e peritissimo in questo exercitio, si per la grande peritia sua, come
per ogni necessario rispecto, non se possendo altramente trovar li predicti
ducati 100: l'andera parte, che per autorita de questo conseglio siano
tolti li dicti ducati 100 deli danari de la decima et siano dati al predicto
maistro Zuane per subvenction, come per questo consiglio li e sta pro-
messo, acio (che) l'habia causa de servir cum aliegro animo la signoria
nostra.
Ven. St.-A. Sen. Terra 15 f. 158'.
75.
1527, Dezember. Massnahmen der Bäcker in Venedig gegen die un-
botmässigen Gesellen.
1527 Decembris. In Santo Joanne e Paulo . . .
Che li gastaldi di fanti non possi convocar capitolo.
Essendo stä oppressa l'arte dei pistori per la malignitä dei fanti
Todeschi di essa arte, che non vigilano in altro se non rovinar i suoi
patroni et torli di casa furtivamente quello (che) i poseno, che e cosa difficile
de continuo invigilar; et quando di queste sue cattive operationi non
possono sortir suo intento per occupar le botteghe et l'inviamento delli
patroni, se hanno fatto lecito convocar con il suo gastaldo capitolo et
citar li patroni pistori al suo capitolo et quelli lor voler' indicar, che b
contra il voler divino et humano, che dise che non e il servo mazor dei
suo patron ; et voler far a suo modo et capitular contra l'arte, cosa che
non hanno auttoritä, ne li ö sta concessa, et far setta dei non voler la-
vorar giusta la consuetudine et bisogni di questa inclita cittä et ordini
nostri, a tanto che li patroni, credendo haver el pan fatto a subsidio
della terra, restano in grandissimo detrimento et vergogna. Et questo non
li bastando li manacciano de farsi una bandiera et levarsi da questa terra
tutti insieme, che e cosa de grandissimo pericolo cosi a questa inclita cittä,
como all' arte nostra, et voler batter i patroni, i quali con tanta fatica
hanno provedetto al loro beneficio, et con grandissimo suo danno minac-
ciandoli che anderanno all' osteria et che li stariano a spese dei pistori,
et che quando alcuno pistor volesse alcun fante, convenisseno andar con la
baretta in man a scoderli dall' osteria, ben' imbriaghi, acciö (che) venisseno
a lavorar et pregarli, et molti altri inconvenienti, il che se a gran ardir
.... M. Egidio pistor a Castello , gastaldo della preditta arte de' pistori
et compagni .... hanno preso, che algun gastaldo de' fanti de pistori
per suo nome ne alcun homo della ditta banca '), ne essa banca, nö sepa-
radi ne unidi .... non siano ardidi di convocar alcun capitolo n6 in
essa scuola nh fuora di essa scuola, che sia et esser possi contro 1' arte
dei pistori .... reservando perö alli preditti gastaldo de' fanti et com-
pagni i suoi justi ordini della sua fraternitä circa 1' elemosine per le
anime.
Yen. St.-A. Mar. d. Pist. f, 44; Mus. Civ. Corr, f. 35— 3<J
76.
1538, Januar 14. Depesche des Befehlshabers von Cattaro an die
Häupter des Rathes der Zehn, worin rühmend der langjährigen
1) gbanca de scola > presideuza, unione o consiglio de* capi d'nna confraternita' Boerio.
22
338 1538-1543.
Verdienste eines deutschen Gesehützmeisters, Namens Hierony-
mus, gedacht wird.
Cattaro, alli 14 Zener 1537 (m. V.). Marchio Michiel rettor et prov-
veditor di Catharo schreibt: Se io non cognosesse questa citta importan-
tissima . . . io non gli daria impazzo con mie lettere .... Qui ce bi-
sognaria molte cose . . . Ne bisognaria ancbe della polvere fina di archo-
busi. Tarnen di questa non voglio altramente dar impazzo alla serenitä
vestra, perche il bombardiero, chi e qui, maestro Hieronimo Thodesco 0>
bomo certamente sufficiente, bon servitor di vestra serenitä, non schivara
faticha a redur di questa polvere grossa che havemo qui et affinarla
Ven. St,-A. Cons. lo Dispacci ai Capi. Cattaro 1500—1598.
77. ^^
1543, Sept. 19. Der Vorsteher der Bäckerinnung in Venedig in Ver-
bindung mit einem besonderen Aussehuss derselben und mit
Genehmigung der Häupter des Rathes der Zehn besehliesst, die
Bruderschaft der deutschen Bäckergesellen wegen der dort ein-
gerissenen lutherischen Irrlehren und der damit verknüpften Um-
triebe aufzuheben und die gen. Haupträdelsführer für immer vom
Bäckergewerbe in Venedig auszuschliessen.
1543 die 19 Septembris. Contro li malfattori.
Essendo sta concesso alli fanti Todeschi per li magnifici signori capi
del 1422 a 13 Luglio d' haver una fraternitä solum per cura delle anime
sue et di esser corretti de' suoi errori, delli quali sono pieni, si hanno fatto
lecito imperiosamente convertirsi in si la fraternitä et scola dell' arte de'
pistori, seguendo li vestigii et ordini Luterani; gloriandosi haver posto in
confusione la giä christianissima Germania et averla reddutta ä miglior fede
sua, cercano con ogni sforso rovinar l'arte de pistori, concessa per essi
magnifici signori capi ad essi pistori con la dichiaratione del suo eccel-
lentissimo consiglio, che non vol, tal fanti se abbino ad impacciarsi nella
detta arte de pistori, ma che essi fanti siano all' ubbidienza del gastaldo
de' pistori.
Questi tali ribaldi prosontuosamente non estimando tal concession
fatta a essi pistori et dichiaration predita di tanto eccelso dominio nelli
ordini fatti per diversi tempi per li magnifici signori provedadori alle
biave, come rapresentanti esso illustrissimo dominio, con grandi strettüre
et pene; quäle non temendo e forte accrescendosi hanno eletto el suo
gastaldo , fanti et altri . offitiali per redursi et f ar setta , che , quando li
gastaldi de pistori si convien ridur per ordine e comandamento di essi
magnifici signori provedadori per proveder alle cose occorrenti et neces-
sarie per il sussidio della cittä per far el pan per el populo et regolar
1' arte sua, questi tali ribaldi ricorrono alla sua banca in moltitudine e
con forcio desturbano tal fraternitä d' essi pistori redutti a beneficio dell'
arte et provisioni sue, facendo condanar li soi maistri, che li hanno ri-
1) cf. oben S. 115,
1543. 339
presi, quando non fanno il loro debito lavorando, essendo accordati con
li suoi maisti'i segondo li ordeni dell' arte per tal sua banca, videndosi (che)
tal prosontuosi lavorano con le armi in dosso, come se andasseno a com-
batter in le case proprie dei patroni per farsi temer, et hanno assaltado
li suoi patroni nelle proprie case et pistorie et assassinati et morti a San
Bernabä et [qnelli] ^) feride et battude le povere maistre vedove in casa pro-
pria esse patrone — (come) ^) di queste querimonie et insulti appar nello offi-
cio dei magnifici signori provedadori alle biave et altri offitii, et vostra celsi-
tudine ancora meglio si poträ certificarsi per ser Jacomo Eonco, pistor in
Canareggio, per tali ribaldi assaltado — levandosi dalli soi lavorieri, essendo
le farine et paste nelli albuoli^), stanno quanto li par et per le osterie
et per diversi loghi et bettole*), reducendosi in circolo in diversi luochi
della terra in grande ruina dei pistori, et partir ^) li fanti per tutte le bot-
teghe a suo modo, quäl numero li par, altramente non vuoleno lavorar,
minazando li pistori; ultimamente poi reducendosi in la scola d' essi pi-
stori, dove si hanno fatto la sua banca et officiali imperiosamente contra
li ordeni, che non si poleno redur senza licentia dei gastaldi dei pistori
ö con qualche auttoritä concessa. Qual cosa dubitando maestro Zuanne
de Battista, pistor a S. Lucca, gastaldo dei pistori, et 1' universitär dell'
arte dei pistori, sono ricorsi agl' eccellentissimi signori capi, supplicando
sue eccellenze si degnino proveder a tanti enormissimi errori et ruine in-
corsi, et che molto piu potria incorrer ad essi pistori et in tanta cittä,
et dar licentia a esso gastaldo possi ridur il suo capitolo dell' arte ordi-
nario, per proveder segondo li soi ordini concessi per essi eccellentissimi
signori capi et per li magnifici signori provedadori alle biave, et essendo
ridutti d' ordine di detti magnifici signori provedadori alle biave el ditto
gastaldo di pistori con la sua banca di pistori, infrascritti detti et sagra-
mentadi justa li ordini dei 1495 a 4 Novembris con el scrivan delle
biave domino Agustini Sanson furono le infrascritte parte ^), videlicet:
M". Battista pistor a San Luca^) gastaldo,
M°, Jacomo al Ponte della Madonna, )
M°. Zuanne a S. Greguol, ('
M«. Zorzi in Galle Longa, compagm;
M°. Cristoforo a San Pantalon, )
Li dieci Eletti:
M°. Zuanne in Rio Terä,
M". Iseppo a San Canciano,
M°. Baidissera a San Maria Zobenigo,
M°. Gabriel a San Trovaso,
M°. Nicolö a San Raphael,
M". Zorzi da mano in Ruga Gagiufa,
M». Bulfi in Gasellaria,
M". Gosmo a San Marina,
M". Egidio a Gastello,
M". Zuanne a San Zuanne Bragola.
1) Scheint überflüssig.
2) Etwas ähnliches wohl zu ergänzen.
3) - albol .cassa, dove s'impasta la farina per fare il pane' (Backtrog) Boerio (Mit-
theilnng des Hei-m Dir. Cecchetti). *
*) Schenken.
5) Scheint etwas zu fehlen; die Konstruktion ist überhaupt in diesem Stück sehr hart.
6) Lücke oder IrrthumV
7) Ueber die Lokalitäten s. Tassini, Curiositä Veneziane (3a ediz. 1882).
340
1543.
■I
L' anderä parte che la ditta banca della scuola dei fanti insieme
con gl' infrascritti nominati siano condeninati in duc. 100 per cadauni
de loro et cassi de ogni titolo (che) avessero in perpetuo, et de tal banca
preditti fanti et etiam siano cassi dell' arte de' pistori di questa cittä^
come seduttori et capi setta; li quali non hanno alcuna auctoritä in 1'
arte de' pistori et che non possano essere acceptati ne favorizati per alcun
pistor di questa cittä in pena di ducati cento a ciascun pistor et esser
privo de far ne poter far 1' arte per modo alcuno, a quelli (che) li favori-
zasse et acceptasse nell' arte in questa cittä da esserli tolti irremissibil-
mente, non si possendo far gratia alcunä alli infrascritti cassi, ne alli
pistori (che) li favorizzasseno o acceptasseno ; et che immediate esso ga-
staldo et banca abbino con vero effetto consegnato al gastaldo de pistori
le chiave et libri de tal fraternitä et ogni scriptura et questo per rimover
et deradicar tanta confusione, sotto pena de altri ducati cento per ca-
dauno; ne che essi fanti mai piü abbino libertä, di potersi riddurre in
detta scuola ne in alcun altro luogo per far simile setta sotto le pene
preditte, ma benche tutti altri ditti fanti si debbano scriver et far scriver
de cetero in la scuola de pistori ditti como tutti quelli, che vorranno essere
lavoranti de pistori; li quali siano obligati de redursi essendo citati per
li ordeni de gastaldi de pistori in la scola d' essi pistori et essere alF
obbedienza del ditto gastaldo de pistori per causa dell' arte, cusi como
etiam per la cura dell' anime giusta la parte et concessione de essi magni-
fici signori capi confirmata a essi pistori, si che se intendi una sola scuola^
revocate lutte 1' altre sopra ciö segondo 1' ordene di essi eccellentissimi
signori capi con resservation contra quelli altri delinquenti.
1543 a 19 Septembrio fo ballotada la soprascritta parte presente
mi Agustin Sanson et forno ballotte de si 14, de no 1 et fu presa.
Questi sono quelli che sono sta cassi giusta la parte sopraditta:
Polio Faistele Pix Moester lavora a Santo Apostolo,
Zuane Vechst lavora a San Raphael, ) .
Antonio Stonz lavora a San Trovaso, ) compagni,
Vicenzo solito lavorar in Calle Longa sottoimpastador '),
Jacomo Nirombergher solito lavorar in Calle Longa,
Michiel Steirer ^) lavora a Santa Maria Zubenigo,
Lunardo Lans ') lavora in Prezaria,
Jacomo caleger nunzolo quäl redusse tal ribaldi,
Eigo ditto Vozle *) solito lavorar in Calle Longa,
Zorzi Cusmoer lavora a San Pantalon,
Cristoforo Cuoco solito lavorar ai do Ponti,
Zuanne Stegma ^) lavora in Eio Terrao,
Zane Stete ^) lavora in Eio Marin,
Sichx ') lavora a San Cassan,
Baidissera solito lavorar in Euga Gaiuffa,
Marco solito lavorar in Calle Longa.
Yen. St.-A. Mar. d, Pist. f. 59—61 ti. Mus. Civ. Corr. 1. 49-51.
J) jimpastatore, quello che impasta (knetet) il pane' Boerio.
2) So im Orig. auf dem Mus. Civ. ; in der Copie im St.-A. Stever.
3) St.-A. Lanz.
*) St.-A, Vosle.
5) Stegaan?
«) St.-A. Zuanne Sbete.
■0 St.-A. Siclix = Six?
1543—1544. 341
78.
1543, Dee. 12. Die »Proveditori alle biave' genehmigen den vor-
stehenden Besehluss (Nr. 77), empfehlen die Schuldigen jedoch
der Gnade der Innung.
Die 12 Decembris 1543. Confermation.
Havendo i magnifici et clarissimi messer Zoan Francesco Sagredo,
messer Hieronimo Rimondo et messer Gabriel Vendramin, degnissimi pro-
Tedadori alle biave, visto et ben considerato la soprascritta parte sive con-
dannason fatta per il gastaldo et deputati ut supra, attendendo alla union
et pacifico viver de lor maistri pistori et lavoranti per benefitio di questa
•cittä et observantia delli ordini sopra ciö presi: hanno laudä et confermä
essa parte da essere invialabilmente observata, con questa perö condition
«t addition, che in caso che ditti condennati o alcuno di loro volesse
domandar gratia, che esso gastaldo et deputati ut supra la possi far se-
gondo alle conscienze loro parerä, avendo respetto alla qualita del delitto,
usandoli quell a misericordia (che) li parerä.
Marco Tantani m(anda)to subscripsit.
Yen. St.-A. Mar. d. Pist. f. 61 u Mus. Civ. Corr. f 51.
79—80.
1544, Mai 3 und 10. Aehnliehen Inhalts wie Nr. 76.
Alli 3 Mazo del 44, Alvise Rhenier rettor et proveditor di Catharo
■schreibt .... anche ho giudicato che per hora questa sua cittä basti dui
bombardieri et maxime havendo io con buona Ventura dato principio
a far una scola di bombardieri degli homeni de diversi mestieri che sono
in questa cittä, et spero riuscirä benissimo. Delli quali vestra serenita
in ogni occorrentia se ne potra servir senza altra sua spesa, al governo
di quali ho deputato maestro Hieronimo Thodesco bombardier, homo suf-
fitiente et che serve vestra serenita gia molto tempo.
Alli 10 di Magio 1544. Serenissime princeps et excellentissime do-
mine, domine colendissime.
Si transferisce alla presentia di vestra serenita maestro Marco ditto
prette da Mantoa, bombardiero, homo di etade, come quella vederä, et
neir arte sua pratico et suffitiente, havendo havuta di lui ottima infor-
matione da questo suo capo de bombardieri maestro Hieronymo Tho-
desco, homo molto pratico nell' arte di bombardiero, il quäle maestro
Marco ha servito vestra serenita tutto el tempo di sua vita et in terra
•et in mar. Pero desiderando io modificar le spese superflue di questa
sua camera et Spender in persone utili il denaro, ho voluto rifformar
questi bombardieri havendone ritrovati tre de qui senza il capo sopra-
detto Maestro Hieronymo .... Bastaranno per hora dui che sera il capo
maestro Hieronymo Todesco prenominato, homo utilissimo alle cose di
vestra serenita et un altro .... Ma quella sappera, accio non gli parra
poco dui bombardieri in questa citta, io haver dato principio a far una
342
1544-1568.
scola de bombardieri , dove fin hora si esercitano da quindese et pini^
sotto il capo Maestro Hieronimo sopradetto delli quali spera vestra
serenitä ne bavera bon frutto.
Yen, St.-A. Cons. 10 Dispacci ai Capi. Cattaro 1500—1598.
f
81.
1545, Okt. 16. Der Senat bestätigt (ef. Nr. 79—80) die vom Befehls-
haber von Cattaro verfügte Errichtung einer Schule von Geschütz-
meistern unter Leitung des deutschen Meisters Hieronymus und
bewilligt diesem einen entsprechenden Gehalt.
1545 die 16 (de mense Octobris). Ha instituito il nobel homo ser
Alvise Rhenier, ritornato ultimamente rettor et pi'oveditore di Catharo,
una scola de' bombardieri tntti artesani ^), et habitanti in quella citta sotto
l'ammaestramento et disciplina del fedel nostro maestro Hieronymo To-
descho bombardiero ordinario; quäle non manca di tenerli essercitati con
fargli trazer anco de falconeto et e da sperare fermamente, che mediante
la diligentia et peritia d'esso maestro reuscirano talmente che la signoria
nostra si potra valere in ongni occorrentia de 20 et piu bonbardieri suf-
ficienti senza spesa alcuna. Onde ser Alvise Rhenier per mantenire cosi
buona ordinatione li ha deputato capo esso maestro Hieronymo et accio
con miglior core possi attendere a questo laborioso carico gli ha concesso,
chel possa tirare stipendio de ducati tre per ogni paga nella compagnia
de soldati deputati alla custodia di quella cittä in nome de Zuanne suo
figliolo, uno di essi bombardieri descritti, quäle afferma esser giovane di
buona etä et molto atto ä questo mistiero, come appare per sue patenti
di 7 maggio 1544. Perö essendo l'arte de bombardiero alli presenti tempi
tanto utile et necessäria quanto ogni uno intende et conoscendosi il molto
frutto che si trazera di questa ordinatione et a proposito favorirla et
coadjutarla: perö l'andarä parte che per autoritä di questo consiglio, at-
tento il valore et sufficienza d' esso maestro Hieronymo in questo esser-
citio et le sue fidelissime operationi passate, gli sia confirmata et appro-
bata la concessione et stipendio de li tre ducati per paga in nome de
Zuanne suo figliolo, come si contiene nelle sopradette patenti de ser Alvise
Rhenier. Et accio (che) detti archibusieri habbino causa d'essercitarsi et
imparare benissimo tal' arte, sia concesso a quel rettor et proveditor nostro
et successori, che ogni doi mesi faccia trazere^) un pallio de braccia
doi carisea ^).
Yen. St.-A. Sen. Mar. 28 f. 93.
82.
1568, April 2. Die Schuhmacher Strassburgs, vertreten durch Bürger-
meister und Senat, ertheilen den gen. Cottimieri des Fondaco in
1) = artigiani. Handwerker.
2) = trarre (Boerio) ; hier wohl = ricavare, entnehmen.
3) aus jenem „gekeperten Wollenzeug, eine Art Flanell", der ,kirsei' oder ähnlich im
Deutschen hiess und worüber man Grimm, Deutsches Wörterbuch V, 850 vergleiche.
1568. 343
Venedig Vollmacht, In ihrem Namen alles zu thun, um das Spital
der deutsehen Schuhmacher in Venedig für diese zu erhalten.
Nos cerdones Argentinenses in genere et quilibet pro semet ipso
singulis presentes has literas inspecturis, presertim vero illustrissimo prin-
cipi ac domino Veneto amplissimoque senatui celeberrimae incliteque
civitatis Venetiae cognitum notumque facimus, quod nobis ante hac fide
ea qua par est indicatum sit, universos Theutonicos cerdones in eadem
predieta Venetiarum civitate quoddam beneficium sive hospitale a qui-
busdam pie defunctis per testamenti ordinationem fundatum liabuisse,
possedisse atque titulo testamentario ita tenuisse ut omnes pauperes,
aegeni et innopia pressi ejus cerdonum artificii ad illud hospitale tan-
quam paternas domus confugerent, ita quod speravimus et adhuc fruimur
illa spe, illud, cum mortis causa et solleniter legatum sit, perpetuum fore
minimeque unquam immutari , uti non decet , posse. Eo tarnen quod
supra tarn recitatum posthabito, brevi recepimus, illud beneficium ex pai'te
in hunc quidem modum periclitasse, quod cerdones Ittalli, ibidem in dicta
alma Venetiarum urbe habitantes, cum quibusdam personis, quibus mi-
nime decuit, verum jure magna poena ne tale quiddam committerent et
Ulis et Omnibus aliis interdictum est, quedam instrumenta alyosque actus
minus debitos in jacturam, evidens damnum et maximum prejuditium
totius nationis prefate, presentis ^) et future, confecerint, celebraverint
curaverintque illo modo illicito, nos aliosque quorum interest illo pio
beneficio carere. Sed cum non totius nationis Theutonicae, multo minus
privatarum personarum fuerit ^) legata sive beneficia illa ad pias causas
fundata vendere, constituimus illa jure repetere. Cum vero longe absimus,
facimus, creamus et ordinamus in nostros procuratores et causarum in-
dubitatos solicitatores magnificos viros contimeros fontici nominibus Johan
Anhusern et Antbonium Schorner, jam presentes et futuros, ita quidem
quod possint et valeant coram illustrissimo principe ac domino Veneto
alioque quocunque magistratu, judice delegato et ubi opus fuerit nostro
nomine comparere, beneficium illud ad sustendandum nostre nationis pau-
peres iisque inhabitandum juxta dispositionem testamentariam repetere^);
concedentes illis insuper in modum pleni tam specialis quam generalis
mandati jus repetendi, contractum illum revocandi, refutandi beneficium-
que sive hospitale illud recuperandi et generaliter omnia et singula fa-
ciendi dicendi gerendi procurandique que in praemissis et circa ea ne-
cessaria fuerint et quae ipsimet nos constituentes , si eisdem presentes
et personaliter interessemus, facere, agere atque dicere possemus; permit-
tentes etiam ea quae magis speciale mandatum, quam presentibus est ex-
pressum, exigerent facere, et que in hunc modum peracta et nostro no-
mine facta fuerint, pollicemur, stipulamur atque promissimus ratum,
gratum atque firmum perpetuo habituros ipsosque procuratores et quem-
libet eorum ratione illorum negotiorum gestorum actorumque presentis
indicii relevaturos, sub hypotheca et obligatione omnium et singulorum
nostrorum bonorum, quantum ad nos Argentinenses pertinuerit, sub de-
bita juris et facti renunciatione. In cujus rei fidem nos Johannes Ham-
merer consul Argentinensis, Johannes Braun, Cristophorus KollefTel ambo
senatores, omnes cerdonum tribus, qui omnes consenserunt nosque ut illa
1) Orig. presentes.
2) Orig. fuerint.
3) Es folgt noch .queant, aber unterpunktirt zum Zeichtn, ("ass es fehlen »olle.
344 1568-1660.
faceremus rogaverunt, curavimus juxta notarii propria snbscriptione nostra
sigilla presenti instrumento appendi.
Datae et actae secunda die mensis Aprilis a nativitate salvatoris
anno millesimo quingentesimo sexagesimo octavo.
Von anderer Hand: Haec omnia et singula ut sunt premissa, in mea
praesentia esse peracta confiteor ego Michael Ellwein, civis Argentinensis
et notarius publicus, inque huius rei fidem me manu propria subscripsi
singulariter requisitus atque rogatus.
Michael Ell wein notarius publicus.
Yen. Mus. Corr. Cod. Cic» 3468 Original mit zwei Wachssiegeln in Kapseln.
83.
1593, Januar 30. Verfügung der ,Proveditori sopra ospitali' über das
Spital der deutsehen Schuhmacher in Venedig.
1592 (m. V.) 30 Gennaro. Termination de proveditori sopra ospitali,
visto processo sopra la visita dell' ospedal dell' Annonciata de callegheri
Todeschi, vista mariegola, vista la donation fatta da Corado calegher di
Alemagna e suo testamento termina, che da alcuni mercanti habitanti in
■detto ospedal sia dato libero loco e partenza dal medesimo, non potendo
habitar nel detto, con altre regolazioni.
Yen. St.-A, Catastico del Convento di S. Stefano Proc» n. 431 Calegheri Tod.
81
1660, Sept. 13. Eingabe des Vorstehers der deutschen Bäckergesellen
um üeb erlassung des Spitales bei S. Samuele.
Scritture et giuditio seguito all' officio eccellentissimo delle biave
a favor dell' arte de' pistori contro li lavoranti Todeschi che pretendevano
esser patroni della scuola posta in contra di San Samuel. (A 27 Luglio
1660. — 28 Settembre 1660.)
1660 a 13 Settembre. Dimanda del Zuanne Peer, gastaldo della
scola sive hospedal di Santa Maria de' lavoranti pistori Todeschi ,
che a me et fratelli miei aspetti et sii di nostra propria ragione la scuola
sive ospedal nostro, posto in contra di San Samuel che le scritture di-
mostrano chiaramente , essere stata da nostri auttori ^) comprata , con-
strutta, mantenuta e sempre conservata, e quel di piü che le scritture
medesime somministrano il tutto con li nostri propri denari senza parti-
cipatione alcuna d'essi nostri signori adversarii, li quali con 1' indebito
pretesto del consenso per noi cortesemente prestato a loro instanza acciö (che)
dal nostro nonzolo, presso il quäle restano sempre le chiavi di essa nostra
scuola sive hospedal, li sii stato aperto esso loco, e cortesemente accomo-
datisi perche possano fare a qualche loro ridazione, vorrebbero essersi
arrogata ingiusta patronia e dominio nel nostro, cosa ingiustissima ....
Yen. St.-A. Mar. d. Pist. f. 166' Mus. Civ. Corr. f. 124.
ij Undeutlich.
1685. 345
85.
1685, Juli 31. Aehnliehen Inhalts wie Nr. 83,
1685 31 Luglio. Comandamento a favor dell' ospedal de lavoranti
calegheri Todeschi all' habitante nell' ospedal, che licentii dall' ospedal
le persone che vi habitano, eccetto lui come padre del medesimo ospital
con la consorte.
Yen. St.-A. Catastico del Convento di S. Stefano Proc. n. 431. Calegheri Tod.
86.
1685, Nov. 26. Die italienischen Bäckergesellen in Venedig richten
an die ,Proveditori alle biave* das Gesuch, dass sie, wie früher,
in die Zunft der Bäckermeister Venedigs aufgenommen würden.
Illustrissimi et eccellentissimi signori provedidori e sopraprovedi-
tori alle biave.
E raecomandata all' autoritä di quest' eccellentissimo magistrato
1' arte de pistori, nella quäle siamo pur noi lavoranti di detta arte umi-
lissimi servi dell' eccellenze vostre abbraciati con decreti dell' eccelso con-
siglio di dieci e terminationi di questo stesso sacrario.
Sino ne' primi secoli si distingueva questa nostra arte in tre qua-
litä di persone, cioe pistori pati'oni, pistori lavoranti Lombardi, pistori
lavoranti Todeschi. Ogn' uno di questi membri haveva all' hora sepa-
rata la sua scuola, ma conoscendosi dalla pubblica maestä 1' anno 1422,
13 Maggio ^) non ben convenirsi tal separatione mostruosa, per formar un
corpo unito fu decretato in tal tempo dal detto eccelso consiglio, che
ritrattate le due scuole (che) correvano sotto nome di lavoranti, tutti
in quella de pistori patroni dovessero reddursi, obbligando li gastaldi de-
scrivere in quella cosi li pistori come li lavoranti soi di ciascuna con-
dition e generalmente che volessero in essa entrare.
Pocco tempo doppo ricorsero alli capi di detto consiglio, dimandando
un sufiFraggio ^) da erigersi in San Filippo e Giacomo li lavoranti Todeschi
per quello (che) riguardava il culto del Sig. Iddio e regola dell' anime
loro, prottestando quanto all' Interesse dell' arte d' esser nella scola con
patroni pistori.
Sortirono la licenza del medemo ^), ma col progresso incolpati d'
introdurre in detto suffraggio 1' interesse dell' arte, fu concessa da quest'
eccellentissimo magistrato 1' anno 1543, 19 Settembre *) facoltä, alli pistori
patroni d' escludere e correggere nel capitolo dell' arte quei lavoranti
che fossero stati conosciuti colpevoli, restando in tal guisa abbollito esso
suffraggio nel detto capitolo. Vi fü perö dichiarata conditione, che tutti
essi fanti sive lavoranti si dovessero scriver o far scriver de cetero in la
scola, giä dichiarata commune cosi ai pistori come ä lavoranti tutti suoi;
1) cf. oben Nr. 55.
2) ,orationes monachorum aliaque eorundem pia opera', in quorum partecipationem ad-
mittebantur laici' Ducange (hier = Zweig-Bruderschaft?).
3) am 23. Juli 1422; cf, oben Nr. 56.
*) cf. oben Nr. 77.
346 1685.
e con tal condition fu ratificata essa parte di 12 Dicembre del detto anno
dalli giuditii d' all' hora^). Onde per tutti una sola doveva esser la scola
come per piü d' un secolo doppo e statto sempre osservato.
Ma cambiate poi lö persone de' pistori patroni, che per la maggior
parte erano tutti Todescbi, in altre Italiane, cusi anco si e andato am-
pliando il numero di noi lavoranti Lombardi sudetti di questo augusto
donainio, essendosi fermati in questa dominante con il domicilio e famiglie
nostre, il che non pratticavano li Todescbi, che fermati per qualche tempo
ritornavano poscia alle patrie loro, ne soccombevano alle gravezze et
altro, come al presente facciamo noi. Fatti con tal cambiamento opulenti
li pistori patroni non piü attendevano al lavoro come pratticavano gl'
altri; ma mercantando formenti lasciorono tntto il peso delle faticbe
sopra di noi, cosi che detta scola, non sapendo essi lavorare, si puö dir
piü nostra, che loro; e pure ad un tratto non sappiamo dir come, non
ostante che nel pagar de galeotti^) alla militia da mar per 1' armar delle
50 galere noi pure siamo obligati et tassati a corrispondere unitamente
con loro, c' hanno esclusi dalla detta scola, e ciö anco in onta della ter-
minatione di questo stesso eccellentissimo magistrato 1600, 9 Zugno, che
col supposto , che tutti siamo nella stessa scuola, parlando de sollevatori
lavoranti contro patroni obliga il gastaldo legger ogn' anno nella scola
dove siamo riddotti li lavoranti essa parte in pena al medemo gastaldo di
ducati 50 in caso d contrafatione.
Supplicassimo pertanto che a noi pure fossero fatte vedere le marie-
gole dell' arte nostra, ma negateci queste li fu dall' auttoritä avoga-
rexa') commesso il parteciparle, e da quelle habbiamo ricavato quanto
al presente esponiamo all' eccellenze vostre. Ma ricusati noi nella scola
da pistori per non darli mottivo di dispiacere, all' hora dimandassimo
1' erezione d' un suffraggio per noi, al quäle oppostisi, ricoressimo
nuovamente et alla fine ci fu concesso sotto il nome di Madonna della
Concezione nella chiesa de Frari , soggettandolo 1' eccelso consiglio di
dieci al magistrato illustrissimo de provedidori di comun. Non aggradi
ne pur questo alli pistori patroni , e con il braccio dell' eccellenze
vostre rappresentando, che, essendovi la scola commune, superfluo questo
sufiraggio, che obligava li descritti alla contributione delle portioni a
loro spettanti per 1' opere pie et altre cose concernenti al medemo,
con ciö ottennero giuditio, col quäle resta questo pure in tale maniera
abollito.
Non essendo perö giusto, che noi infelici assistiti dal fondamento
delle cose sopranarate andiamo profughi e ramminghi, abbandonando ogn'
altro ricorso: supplichiamo umilmente 1' autoritä e giustitia di vostre
eccellenze credendo d' incontrare in ciö la volontä de pistori patroni, ma
in ogni caso, perche degnino commandare al gastaldo in esecutione del
sopracennato decreto 1422 e susseguenti terminatione e particolarmente
quella 1600, 9 Zugno, che noi pure dobbiamo essere descritti nella scola
de pistori, come es sempre stato pratticato, che cosi essendo uniti, cesserä,
ogni motivo di contese e potremo noi viver all' obbedienza dell' eccel-
lenze vostre e del gastaldo de pistori patroni, con il proffitto dell' arte
nostra commune. Gratie etc.
n
1) cf. oben Nr. 78.
2) ^aleotto l'uomo che s'ingaggiava a servir volontario nelle galere' Boerio.
3) Wohl = ,dei Avogadori'.
1685. 347
1685, 26 Novembre. Presentata dall' eccellente Michiel Minelli
per nome delli lavoranti pistori et illicö intimata al gastaldo dell' arte
de' pistori per Zorzi Carminati fante.
Tratta da simile esistente nel magistrato eccellentissimo delle biave,
presentata come sopra.
Yen. Mus. Civ. Corr. Mar. f. 145 ; es folgen noch mehrere Aktenstücke : f. 145 26 Marzo
1686 Instanza per l'eccellente domino Michiel Minelli N. Q. J. (im Namen der
lavoranti de pistori) in causa con d. Bortolo Nassetti gastaldo delli pistori.
1. Che debba il gastaldo de pistori in essecutione delle leggi e di quanto
ö stato e sarä considerato descriver li lavoranti pistori nella scola mede-
sima con quelle forme, regole et ordini che dalV autoritä di questo ec-
cellentissimo collegio sono giä State e saranno occorrendo prescritte.
2. Che non intendiamo noi, con l'esser descritti in detta scola ingerirsi in
cosa alcuna ne nelle loro cariche, ne nelli loro interessi dell' arte; ci
resti permesso dopo descritti in detta scola di redurci nella medesima
per poner quelli ordini e regole (che) trä di noi saranno credute proprio
subornate sempre all' autoritä e comandi di questo eccellentissimo collegio.
22. April 1686 von den sopraproveditori u. prov. alle biave nicht an-
genommen.
iH-i
Personen- und Ortsregister
zu Band I und IL
Auch hier folge ich vorzüglich den bei den Reichstagsakten beobachteten
Grundsätzen, indem ich Personen und Orte zusammennehme und als Hauptform
die deutsche, moderne wähle. Nur habe ich daneben häufiger die älteren, sel-
teneren Formen noch besonders aufgeführt. Nur theilweise konnten aus Spar-
samkeitsgründen die venetianischen Namen berücksichtigt werden; die als An-
tragsteller genannten Venetianer wurden ganz übergangen. Auch die Worte
Venedig und Fondaco wurden, weil immer wiederkehrend, nicht aufgenommen,
hingegen von Venedig die wichtigeren 0 ertlichkeiten, besonders jene, wo Deutsche
erwähnt werden. Ebenso ist der Stand der Kaufleute, weil es sich zumeist
um solche handelt, nicht ausdrücklich angegeben.
Die arabische Ziffer allein bedeutet die'Nummer des ersten
Bandes; der zweite Band ist mit vorgesetztem II nach den Seiten citirt,
für die letzteren Theile desselben aber (Grabschriften etc.) auch die Nummer in
Klammer beigefügt; die kleineren Ziffern als Exponenten beziehen sich auf die
Anmerkungen der betreffenden Seite. Die angewendeten Abkürzungen der Städte
und Länder sind leicht verständlich ; die übrigen sind : n. = nördlich, ö. = öst-
lich, w. = westlich, s. = südlich oder = sein, seine oder = siehe; d. = des, der;
V. = von; a. = aus oder = am, i. = in, b. = bei; m. = mit; z. = zu; verm.
= vermählte ; geb. = geborene ; Br. = Bruder, Fr. = Frau, Gem. = Gemahlin,
S. = Sohn, T. = Tochter, W. =Wittwe.
A.
Aachen 724—727, 730, 731, 755, 761,
767, 773; II, 97, 106, 145, 147-149,
160, 191
Abt Martin a. Frankf a. M. II, 189, 210
Adam (de Ambergau?), Buchdrucker
i. Vened. II, 288
Adam v. Rottweil, Buchdrucker i. Vened.
II 288
Adamitz a. Villach 239; II, 53
Adefonso P. aus München, Prediger i.
Vened. H, 261
Adelhart (Nadelhart) David a. Ulm II,
185, 209, 234 (75)
Adelkind Cornelius, Buchdrucker i. Ve-
ned. II, 288
Adguil Albert 598; II, 82
Adler Philipp a. Augsb. 598; II, 60
Admont i. Steiermark II, 99
Aenslinger Wemlin a. Konstanz II, 65
Agber Daniel a. Aachen 724 (cf. Hagen)
Ageley s. Aquüeja
Ager Albertus, Bergmann II, 333 (70)
Agram i. Kroatien II, 273
Aibler? s. Hibler
Aider (= Haider?) Barbara, Fr. d. Jo-
hannes, Wirthes i. Vened. II, 251, 284
Aigler Andreas a. Ravensb. II, 186, 209
(cf. Eichler)
Ainech (= Heineke?) Matthäus II, 210
Ainflenger s. Ainsunber
Ainsunber (?) (Ainflenger) (a. Speier?)
Johannes 241; II, 67
Ais Hieronymus 653, 658 (cf Hais)
Aiseller s. Haisler
Aiz (= Hais?) Georg II, 255 (147)
Ala i. Südtirol II, 94
Alantsee Leonhard a. Wien, Buchhänd-
ler i. Vened. II, 289
II
I
II
Personen»- und Ortsregister.
349
Alberico, Arzt i. Vened. II, 256
Albert von Stade II, 91, 93
Albert y. Stendal, Buchdrucker i. Vened.
II, 288
Alberti, Arzt i. Vened. II, 256, 257
Alberti Volcker, Prediger i. Vened. II,
160
Albertus P. a. Eppan i. Tirol, Prediger
i. Vened. U, 262
Albertus a. Vülach 109; II, 53
Albertus, Schenkwirth d. Fond. 72
Albrun (= Heilbronn?) II, 275, 326(66)
Alchimaister Johannes a. Augsb. II, 58
Aldenberg Hermannus de — 68
Aldimarsi, Arzt i. Vened. E, 255, 287
Alemania, Alemanea, Alemagna, Ala-
manea, AUemania s. Deutschland
Aler s. HaUer
Alessii Alessio de — a. Trient II, 173,
252
Alexandria 201; II, 3, 4, 16, 198
Allan Zuanni, Arzt i. Vened. II, 249
Allemoto castellum (= La Motta?) 343
Alt Ludwig, S. Ludwigs des Jüngeren
a. Salzb. n, 174, 230 (53)
Altemanus a. Regensb. 804; 11, 47
Ama^ia s. Matsch
Amauser (Amhauser, Anhauser, Ann-
hauser, Anhuser) a. Augsb.
Johannes 748; II, 178, 181, 208, 209,
343 (82) u. Nachtr.
Robert H, 179, 210
Aniberga(u) s. Ammergau
Ammergau (Ambergau, Ammern) in
Oberbaiem II, 79, 199, 200
— Ober- u. Unter-A. E, 199
Ambergau (?) II, 288 (cf. Adam)
Ambtmann Franz Christoph a. Klagen-
furt E, 173, 211
Amman a. Augsb.
Daniel II, 179, 211
Gottfr. Ferdinand II, 211
Gottfr. Friedr. E, 180, 211
Gustav Adolf II, 181
Ampezzo (Haiden) 498; E, 91, 96, 97
— Thal i. Tirol II, 201
Amse(e) im Ampezzo-Thal 452; E, 91
Amsi Theutonicus II, 305—306 (31)
Anchin s. Anechinus
And (?) s. V. Brenner E, 198
Anderle Cancian II, 333 *
Anderlin s. Enderlin
Andernach a. Rhein II, 93, 97
Andreas a, Nümb. 164; E, 74
— a. Regensb. 69; II, 47
— Physicus i. Vened. II, 319 (54)
— S. Bernhards, Theotonicus II, 324
(63)
Anechinus (Anchin?) Theutonicus 163
Anechinus a. Brabant 167
— a. Köln (Anchin?) 322; E, 20
Anfelden i. Oberösterreich II, 201!
Angeli (= Engel ?) Lorenz a. Nümb. 574 ;
II, 79
Angelin a. Graifiner (Greifenberg?) 322;
E, 20
— a. Preussen 322; II, 20
Angelinus a. Ulm II, 63
Angelus a. Melk II, 297 (20)
Angler Gabriel a. München II, 56
Anglia s. England
Anhauser, Anhuser s. Amauser
Annania (= Anagni?) II, 261
Antonius a. Venzone 317; II, 54
Antwei-pen 710; E, 125, 200
Anzelinus, Schuster i. Vened. II, 277
Anzolo, S. Francesco's, Weber i. Vened.
E, 277
Apothecarius(Appothecker,Apentecker),
Johannes a. Augsb. u. s. Br. Nicolaus
76—78, 81; II, 58
Appenzell i. d. Schweiz 593; E, 66
Aquileja (Aquüegia) 15, 16, 798; E, 98,
100
— vicarius patriarchatus II, 333 (70)
— Patriarch Berthold E, 100
Markward 211, 242
Ludwig V. Teck 317, 413; E, 36
Aquisgrana s. Aachen
Argentus (= Arsent?) Peter a. Freiburg
i. d. Schweiz 424, 557(?); E, 66
Argon Jakob von — 541
Argun Peter v. Augsb. II, 59 (cf. Egen)
Arigo P. a. Brabant, Prediger i. Vened.
E,.262
Arüninum s. Rimini
Arlberg E, 92, 93
Armanus a. Nümb. 180; II, 75
Armannus Theotonicus 558, 566
Armanus, Wirth i. Vened. E, 283 ^"
Armbruster Hans Albrecht (a. Strassb. ?)
II, 188, 209 u. Nachtr.
Arnim Constantin von — II, 220 (2)
Amoldstein in Kämthen II, 200
Arragonien König (Ferdinand) von —
693
Arsent (Argentus?) Fran9ois a. Freiburg
i. d. Schweiz II, 66*
Arson Anna, T. Michaels II, 255 (149)
Arteman (= Bartmann?), Arzt i. Vened.
E, 257
Artengo Baidessar de — , Sensal des
Fond. 323
Artigio, Arzt i. Vened. II, 253, 287
Arting (= Härtung?) Georg II, 252 (80)
Artmannus (= Hartmann?) a. Frankfurt
a. M., Wollarbeiter i. Vened. II, 278,
318 (51)
350
Artzt Ulrich a. Augsb. 668, 669, 688,
689
d. Aeltere II, 59, 321 (57)
Arzune Petrus de — , Canonicus i. Rimini
II, 305 (31)
Aspich Corrao de — II, 280 "
Athemannus de Alemania 50; 11, 82
Au=Oberau i. Oberbaiern II, 94 '
Aub i. ünterfranken II, 93
Auer Georg — de Filimberg (= zu der
Adelnburg i. d. Oberpfalz?) 209
Auer Jakob a. Nümb. II, 76, 77 (cf.
Dauer)
Auersburg Federico de — II, 280 ^°
Aufert Walter a. Konstanz II, 65
Augsburg (Auspurch, Usporg, Uspurch,
Augusta) 26, 76—78, 81, 204, 207,
208, 210, 211, 217—219, 275, 289,
308—314, 316, 318, 355, 369, 414,
422, 425, 452, 501, 508, 517, 528—530,
532, 536, 541, 583, 655, 656, 663,
664, 665, 667, 668, 669, 670, 673,
675, 684, 685, 686, 688, 689, 690,
704, 716, 732, 733, 741, 743, 753,
754, 755, 756, 761, 763, 767, 771,
779; II, 8, 16, 45, 46, 57, 71,
88—95, 97, 100, 101, 102, 121, 122,
124, 126, 138, 142, 147, 148, 154,
176—182, 199, 200, 222, 223, 224,
225, 233, 234, 235, 239, 242, 254,
256, 258, 273, 274, 278, 281, 285,
288, 289, 307—311 (34—40), 321 (57),
336 (74)
— Bisch. Burkhart H, 58
— Bisch. Hartmann Ü, 57
— Bisch. (Markward) 207, 210
Augustin Todescho II, 251 (59)
Augustinus a. Crema, Arzt 11, 327,
329 (QQ)
Auracher a. Nümb.
Emmerich II, 172, 195
Johann Wolfhard II, 194, 211
— Georg a. Steyr II, 170, 234 (74) _
Aurifaber Job., Hofprediger i. Weimar
II, 158
Aurl Leonhard, Buchdrucker (?) i. Vened.
II, 288
Auser (= Hauser?) Katharina, Fr. od.
T. Johanns II, 254 (127)
Auspurch s. Augsburg
Auspurch Rom de — , venet. Söldner
II, 280
Austria s. Oesterreich
Austria civitas s. Cividale
Avan9ago Marinus, Beamter d.Fond. 198
Axel Barbara, Fr. Adams II, 252 (69)
Aysslinger Johannes a. Lauingen 326;
n, 63 ; s. T. Martha II, 63 '
Personen- und Ortsregister.
B. cf. P. u. W.
n
Babenberger Konrad a. Nümb. II, 77
Babenhausen(Babinchusin)i. Hessen 182
Baccello Johannes de — Theutonicus 47
Bach Heinrich a. Augsb. 217, 218; II, 58
Bacharach a. Rhein II, 93
Bachelier Michael i. Antwerpen 710
Bachmayer a. Augsb. II, 256
Daniel II, 179, 181, 211
Matthias II, 225 (25)
Baden Bernhard Markgraf von — 300
Baden b. Wien II, 98
Bader Konrad a. Konstanz H, 64
Baduaria (= Bayern?) 74
Bagnia s. Wagner
Bagoci Piero a. Trient H, 251 (35)
Baiardi Christoph a. Trient H, 173,
253 (120)
Baier Joh. II, 158 (cf. Bau)
Baiern (Bayern, Peyern, Bavaria, Ba-
veria, Babaria, Bayveria, Baduaria)
74 (?), 108, 207, 208, 210, 226, 253, 732 ;
II, 7, 56, 100, 175, 254, 261, 273, 275,
312 (42)
— Niederbaiem 202, 231; II, 48, 56, 91
— Oberbaiern 202; II, 48
— Herzöge (ohne Namen) 206, 209,
210, 215, 226, 238
— Herz. Albrecht III (München) H, 48
— Herz. Albrecht IV (München) 503,
667, 669
— Herz. Albrecht V II, 175
— Herz. Heinrich (Landshut) 352
— Herz. (Ludw. deut. Kaiser) 53, 57
— Herz. Ludwig (Landshut) II, 48
— Herz. Sigmund (München) 503
— Herz. Stephan d. Aeltere (Nieder-
baiem-Landshut) 191, 202, 209; H, 48
— Herz. Stephan d. Jüngere (Niederb.-
Landshut) 209, 226, 227; II, 58
— Herz. Wilhelm III (München) 366
— Herz. Wilhelm V 688, 689; II, 175
— Herz. Wolfgang 685, 686, 687, 689
Baiersoien i. Oberbaiern 199, 252
Bau (= Baier? oder Weiss?) Andreas
a. Nümb. u. Konrad a. Augsb. H,
225 (24)
Bais s. Weiss
Baldauf Margareth, W. Daniels Ballen-
binders des Fond. II, 248, 256
Balduin a. Köln, Ballenbinder d. Fond.
322 • II 20
Baldus Theotonicus i. Padua II, 318 (52)
Balisterius Jacobellus, Sensal d.Fond. 26
Ballistarius Johannes, Propst in Bern
599; II, 66
Balthassar (?) Daniel, Todesco II, 256
(176)
I
Personen und Oiisregister.
351
Balthassar, Bäckergeselle i. Vened. II,
271, 340 (77)
Bamberg E, 97
ßanch ^anke?) Johannes a. Breslau
358, 367, 368, 434; H, 72
Bander s. Pender
Bangha Diatricus de — 163; II, 82
Barbadico Johannes 349 (cf. Barbarigo)
Barbant s. Brabant
Barbari Jacopo de' II, 9, 289
Barbarigo (Barbarico, Barbadico) Ago-
stino, Doge II, 49, 331 (67)
— Marco, Doge 571
Barcar Petrus de — 23
Barthelmess s. Bartholomäus
Bartholomäus (= Barthelmess?) a. Nürn-
berg II, 194, 223 (15)
Bartholomaeus, Geldleiher i. Treviso II,
304 (31)
Basel (Basilea, Basilia) 133, 182, 197,
200, 204, 207, 401, 409, 413, 756—
759, 761; II, 46, 65, 90, 148, 198,
199, 283
Basella (= Basler?) Johannes Teuto-
nicus 84
Bassano i. Venetien II, 97, 199, 201
BattioroFlorius, Schenkwirth d. Fond. 31
Baudesen s. Bautzen
Bauer Michael a. Memmingen II, 184
Bauliaw Georg a. Breslau II, 72, 231 (60)
Bautzen i. Sachsen 358; 11, 72
Bavaria, Baveria, Babaria, Bayern s.
Baiem
Bayer s. Pagier
Beck Johann a. Augsb. II, 180, 211, 259
Behaim (Beheym) i. Nümb. II, 73, 74
Konrad II, 75
Reinhard (Raynaldus) u. s. Neffen
Johannes Bernhard Friedrich 550
Behm, Arzt i. Vened. II, 257, 258
Behm (= Rehm?) Abraham a. Augsb.
II, 224 (22)
Belf (= Wels?) 322
Belin Iseppo, Träger d. Fond., u. s. S.
Michael II, 256 (159)
Bellini Gentüe u. s. Br. Giovanni, Maler
II, 20
Bellinzona (Pellinsona) II, 199
Belluno (Cividadum, Cividale Belluni)
128, 129, 226, 227; H, 56
Beizer s. Welser
Bembo Giovanni, Doge 733
Bemp Heinrich, S. d. Nicolaus a. He-
bem(?), Bürger i.Vened. II, 283,322 (59)
Ben, Arzt i. Vened. II, 256, 257
Bencze (?) Jacomo de — Alemano II,
249 (5)
Bendit (?) Giacomo de — Alemano II,
250 (22)
Benedetti, Arzt i. Vened. II, 258
Benediktbeuem i. Oberbaiem II, 96
Beneintendi Rustichinus, Notar i. Vened.
14
Bensperg a. Lindau
Jakob II, 187, 211, 258
Joh. Georg II, 187
Benus a. Prag, Schuster i. Vened, 290
Benvenuto a. Cividale 194; II, 54
Benz Christian, Ludwig, Paul a. Augsb.
II, 182
Benzon, Arzt i. Vened. 11, 252, 253
Bergh Friedrich II, 210
Berghes (Bergis) a. Köln
Baptist 723; II, 145, 190
Peter de — II, 190
Bergmann Charitas, Fr. Johanns (Ale-
mano) II, 252 (81)
Berlin II, 191
Bern i. d. Schweiz 593, 599; H, 66
Bern s. Verona
Bemabas Zanetus, Sensal d. Fond. 812
Bernardus, Bäckergeselle i.Vened. II, 274
Berneck i. Steiermark II, 200
Bernhard, S. Michaels, venet. Bürger
II, 283
Bemhardin, Pass II, 92
Bertaldus, Sensal d. Fond. 64.
Berthold, Seifensieder i. Vened. U, 278,
293 (9)
Bertholdus (?) Canonus (?) de, Sensal
d. Fond. 294
Bertoldus Jacobus, Bäcker i. Vened.
II, 274
Besserer (Pexa, Pexer, Pessar) Georg
a. Ulm 653; II, 185
Bettminger Lutfried a. Konstanz II, 65
Biberach i. Württemberg II, 46, 63, 186
Bicquis Laurentius de — , venet. Ge-
sandter II, 302 (29)
Bierth s. Wirth
Bilech Petrus de — 820
BiliaHieronymus 569 ; II, 38, 65 (cf. Viler)
Bimel Regina a. Augsb. 11, 224 (20)
(cf. Pimel)
Bingen a. Rhein II, 93
Birchü Georg (a. Salzb.?) 709; H, 174
(cf. Pirchell)
Birgel Arnold von — a. Köln II, 70
Birkenfeld (Birkenfelder, Pirckenfeld)
_a. Nürnb. 466, 468; II, 78
Birkheimer (Pirkheimer, Birckheymer,
Pirckamer) a. Nürnberg
Fritz II, 76
Georg 361, H, 77
Hans II, 75
Konrad (Kunz) 288, 293, 304, 305;
II, 75, 76
Philipp 444
352
Personen- und Ortsregister.
Bimbaumer Wald i. Krain II, 98, 200
Bischofshofen i. Salzburg II, 99
.Bister Mathäus a. Wien 820; II, 52
Bistoch Johannes de Hengellem (a. Ingel-
heim?), venet. Söldner II, 279
Bladen s. Sappada
Blancholinus, Wirth i. Vened. 105
Blankenbach (Blanchenbach, Blanchin-
bach), Arzt i. Vened. II, 265, 287
Blasius a. Cividale II, 298 (21)
Blaubeuren i. Württemb. II, 97, 199,
288 (cf. Stachel)
Bludenz i. Vorarlberg II, 93
Blum (Plum, Plun) a. Frankf. a. M.
Wolf (Bulf) 562; II, 38, 68
s. Sohn Georg II, 68, 234 (73)
Blumau (Pluemau) i. Tirol II, 199, 201
Bodensee II, 93 ^
Böckhlin s. Pecchlen
Böhmen (Bohemia) 18, 94, 101, 190,
231, 290, 322, 324, 773; II, 20, 80,
91, 255, 274, 275, 279, 299 (24), 301
(29), 303 (30), 312 (42), 326 {66'?)
— Herz. Heinrich (?) 46
— Kön. Ottokar II, 80
— Kön. Wenzel II, 80, 81, 86
Böhmerwald II, 101
Bofardus a. Wien 266; II, 52
Bohem Johann, Arzt i. Vened. II, 256
Bolandt Johann von — i. Köln II, 190
Bologna (Bononia) 79, 84, 139, 643;
II, 261, 291 (3)
Bonacorsi Johannes, Sensal d. Fond. 816 I
Bonajuti Francesco, A rzt i. Vened. II, 259
Bonamia, Arzt i. Vened. II, 256
Bondumier Zuanne, Visdomino d. Fond.
699
Bonicontro Thomas, venet. Gesandter
209, 210, 211
Bonn II, 93
Bononia s. Bologna
Bonus Marchetus, Sensal d. Fond. 112
Boppard a. Rhein II, 93
Borel Simon i. Köln II, 190 (cf. Bourel)
Borgetti Giovanni 743; II, 190
Borgo (Burg, Burgo) i. d. Val Sugana
II, 97, 199, 200, 201
Borlinus Angelinus 600 ; II, 79 (cf. Prewn-
lein)
Bota, Arzt i. Vened. II, 253
Botenstein (Potestain) Konrad u. Ulrich
a. Nürnberg 164; II, 74
Botzheün Jakob von — i. Hagenau II,
189
Bourel (= Borel?) Franz a. Köln II, 191
s. Neffen Gabriel u. Franz Jos. II,
243 (116)
Bozen (Bolzano) II, 94, 95, 198, 199,
201, 261, 283
Brabant 167; II, 262
Bradislavia s. Breslau
Bragadino Petrus, venet. Gesandter 28,29
Bramer (Pramer) Wolfhard 741, 748
Brandenburg, Markgraf (ohne Namen)
145, 159, 191, 192, 227, 369
— Markgr. Friedrich 333, 369
— Markgr. Johann u. Albrecht 11,^101
— Markgr. (Ludwig) 145, 159
— Markgr. (Otto) 226
— Mutter des Markgrafen (Meinhard?
Margaretha Maultasch?) 191
Brani, Arzt i. Vened. II, 254
BranzoU (Bransol, Franzuol, Brontzol)
i. Tirol II, 94, 199, 201
Brassart Franz i. Köln II, 190
Braun Johannes, Rathsherr i. Strassb.
II, 276, 343 (82)
Braunau a. Inn II, 175, 197
Braunschweig II, 93
Brazadellis Donatus, S. d. Amicus, a.
Trient, venet. Bürger II, 283
Brechter (Bretter) Friedrich a. Strassb.
653; II, 188
Bregenz II, 92
— Herz. Hugo 28^
Breisig (Breisach) n. v. Andernach a. Rh.
II, 93
Bremen II, 220 (3)
Brenner, Pass II, 92, 93, 94, 198, 199
Brenta, Fluss i. Venetien II, 201
Brentathal II, 92, 96
Breslau (Bradislavia, Brudislavia, Bres-
lavia, Brislavia 303, 358, 367, 368,
412, 434; II, 41, 72, 73, 101, 191—
192, 230, 231, 238
Brescia (Bressa, Brixia) 523, 550; II, 199
Bretten (Breyten) i. Baden II, 93
Briö Franz, S. Jakobs a. Trient II, 173
254 (126)
Brislavia s. Breslau
Brixen (Bi'ixinone, Brissinone, Bressa-
non) i. Tirol II, 94, 198, 199, 200, 262
— Bisch. Georg 431, 435
Brixia s. Brescia
Broda Zuanne da — a. Trient II, 252 (84)
Brombeis Christoph Ludw. a. Kempten
II, 183, 238 (98)
Bromm Hans a. Frankf. a. M. II, 68, 69
Bronicardo (Brunicardus) Dominicus,
Sensal d. Fond. 811
— Franciscus, ebenso 324; II, 317 (50)
Bru9es s. Brügge
Bruchsal (Bruessel) II, 93
Brück a. d. Mur i. Steiermark H, 98,
99, 100, 171, 200
Brückner Georg Christoph a. Nümb. II,
194, 211
Brudislavia s, Breslau
^
II
Personen- und Ortsregister.
353
Biüchli Jacobus a. Ravensburg 269
Brügge (Bru9es, Bro9es) 1 0 1 , 1 76, 207, 386
Brunn (Bruna, Bruno) 96, 322; II, 20, 81
Brun Johann (a. Frankf.?) 653; II, 188
Bnincb Dr. Balthasar (i. Schwäbisch-
Gmünd?) II, 186
Bruneck (Brunich) i. Pusterthal 786;
II, 55, 96, 97, 273, 283 (cf. Prawneck)
Brunicardus s. Bronicardo
Bruno Zuanne 598 (cf. Brun)
Budweis i. Böhmen II, 101
Bückinck Hans a. Lübeck II, 72
Buel P. Primus a. Bologna, Prediger
i. Vened. II, 261
Bugie Angela II, 231 (58)
Buker Justinian a. Frankf. a. M. II,
189, 239 (99)
u. s. Frau Cecilia II, 239 (99)
Bulf s. Wolf.
Burch Franz Theodorich von — 11,251 (42)
Burchau (= Buchau? i.Steiermark) 11, 50
Burgo s. Borgo
Burgund 584, 593; II, Q6 _
— Maria v. — Gem. Maximilians I. II,
325 (65)
Burkhard Johann Jakob a. Augsb. U,
179, 210
Burry' Samuel Ludw. a. Augsb. II, 182
Buser Johannes a. Augsb. 217, 218;
II, 58
Buster Nicolaus II, 253 (122)
Butzbach i. Hessen II, 106
Buzz (Box) Justus II, Nachtr.
C. cf. K. u. 0.
Cabibi s. Chebeghe
Cadore (Cadubrium, Kadober) 656, 694;
II, 96, 121
Caf Johann ü, 252 (66)
Caiger (= Geiger?) Bartholomäus II,
252 (64)
Caiserer s. Käser
Calbe a. d. )Saale H, 97
Caldonazzo (Caldenatium) i. Südtirol,
Jacobus u. Xichus (= Sicco) de — 300
Calenbach (Colmbach) Joh. Heinr. a.
Westhausen b. Hildburghausen H,
248, 258
Calliano (Gallian) i. Tirol 656; H, 121
Camermeister Stephan a. Nürnb. 432,433
Camino b. Treviso, Graf Gerardus u.
Rizardus von — 88, 89
C'anale Martino da — II, 8
Canali Petrus de — , Podestä v. Treviso
II, 295 (12—13)
Candia II, 281
Candida (?) 330
Caneva (Canipa) b. Sacile i. Friaul 506;
H, 91
Canstatt b. Stuttgart II, 93
Canter Johannes II, 82
Caorle (Caprulae) i. Venetien 203; U, 2C0
Capaun i. Kärnthen 11, 100
Capeller Stephan ( = Kappler a.Str assb. ?)
653; n, 188
Capo di Ponte (Plasprugg n. v. Belluno
704; n, 96, 97
Capodistria II, 280
Capra Marchese II, 255 (156)
Caprulae s. Caorle
Carbo a. Lübeck
Nicolaus II, 71
Petrus 301; II, 71
Carinthia s. Kärnthen
Came Marcus (a. Wien od. Laibach?)
544; II, 52, 54, 82
Camer (Chamer) a. Wien
Heinrich 513; II, 52
Ulrich (Hulricus) 390; II, 52
Camia s. Krain
Camiola s. Krain
Camudo (= Comuda) i. Venetien nw. v.
Treviso H, 201
Carpane (Carpenedo, Carpeney, Carpo-
nes) a. d. Brenta i. Venetien II, 199, 200
Carrara Jacobus von — 1.35
Franciscus von — 257
Casarsa i. Friaul II, 98
Castelfranco b. Treviso II, 199, 200
Castell Wilhelm von — a. Nümb. H, 76
Castelnuovo (Castrum novum) b. Feltre
i. Venetien 246
Catalogna (Safran a. — ) 785
Cattaro i. Dalmatien H, 114, 115, 281,
338 (76), 341—342 (79—81)
Cavaneis Bemardus, Notar II, 831 {6Q)
CavodoroMarcus,Schenkwirthd.Fond.31
Caxamata Castello di — i. Venetien II, 96 *
Cazunder, Bergmann H, 333 (70)
Celle i. Hannover II, 93
Celsi Lorenzo, Doge 182, 195; H, 281,
302 (29)
Ceneda (Ceneta) i. Venetien 230, 506, 579
Cerigo s. Zürich
Ceriol Joh. Baptist II, 257 (195)
Cervignano nvp. v. Aquileja H, 200
Cester Dominicus II, 254 (131)
Chasar s. Käser
Chebe, Chelbit, Clebe (?) (= Kelbel a.
Wiener-Neustadt?) Christoph 653, 658;
II, 172 (?)
Chebeghe (Cabibi?), Arzt i. Vened. II,
253, 254, 287
Chechell s. Kechel
Checher? = Kechel?
Chelbit s. Chebe
23
354
Personen- und Ortsregister.
Cheldeman Jakob, Träger i. Fond. II,
256 (166)
Cheler Jakob u. s. S. Stephan II, 250
(21, 23)
Cheler (= Keller? a. Memmingen?) Ja-
kob 709
Johannes 622; II, 61, 62
Chemt s. Kempten
Chercil Paul II, 256 (173), 277
Chesler Petrus, Schenkwirth d.Fond. 546
Chever Nicolaus a. Breslau 303; II, 72
Chiese-Fluss i. Tirol II, 96
Chilbinger Georg 709
Chimento (a. Strassb.?) 653; II, 188
Chioggia (Clugia) 15, 16, 96, 139, 813;
II, 299 (23)
Chion9et (?) Ulricus de — , Castellanus
300
Chipp s. Cupp
Chiusa i. Friaul II, 98, 100, 200, 201
— b. Verona II, 94
Chorinfail s. Coranfel
Clozius Theotonicus II, 303 (30)
Chrestoler Job. Adam II, 251 (45)
Chricher Ursa, W. Georgs II, 251 (44)
Christel (Cristel) a. Augsb.
Christoph 709; II, 180, 253
Hans, Johann 707; II, 180, 222 (13)
Christian (Cristanus) a. Wien 68 ; II, 52
Christoforus, Töpfer i. Vened. II, 278,
316 (48)
Christophoro Todescho II, 249 (1)
Christophorus, Ballenführer 176; II, 279
Chronperger a. Wien II, 53
Chruch Johannes de — , venet. Söldner
II, 280
Chur i. d. Schweiz II, 7
ChyrperchLeopoldvon— Deutschordens-
Provincial der Lombardei II, 306 (31)
Cibech Michael a. Baiem II, 254
Ciler Georg (a. Laibach?) 544; II, 54, 82
Cilli (Czilli, Zelachum) i. Steiermark 11,
98, 200, 289 (?)
— Graf Ulrich von 439—442, 452
Ciprus s. Cypern
Cisenhuter s. Eisenhuter
Cismon (Cisimont) i. Venetien n. v. Bas-
sano II, 199
Cittadella i. Venetien s. v. Bassano II,
%1, 199, 201
Cividadum s. Belluno
Cividale Belluni s. Belluno
Cividale i. Friaul (Civitas Austrie) 194,
514, 595, 602; II, 54, 98, 99, 298 (21),
333 (70), 334 (71)
Civitas nova s. Neustadt
Claichen Anechinus (a. Hessen?), Woll-
arbeiter i. Vened. H, 278, 318 (51)
ClanoiFa s. Kleinhofer
i
Clausen i. Tirol II, 199, 200, 201
Clebe s. Chebe
Cleber Johann, Bäcker i. Vened. II, 221
(5), 274
Cleewein s. Gewein
Cleme Katharina Elisabeth H, 257 (191)
Clemona s. Gemona
Cli(n)ch Heinrich a. Ulm II, 63
Clivan Joachim, S. d. Jesaias (= Cliver
a. Nürnb.?) XXIV, 729; II, 195
Clozer Wolfhard 653
Clugia s. Chioggia
Cochus (= Koch?) Petrus, S. d. Boschus
a. Prag 290; II, 81
Codroipo i. Friaul II, 98
Coler Dominicus II, 253 (123)
Coles Georg Hieronymus II, 253 (119)
Colle Ludovica von — II, 234 (77)
CoUmann (Colmar) s. v. Klausen i. Tirol
II, 199, 201
Golloredo Karl Borromäus, Deutsch-
ordensritter etc. II, 227 (35)
Colmar i. Elsass II, 188
Colobrat Hans von — 348
Colonia (Agrippina), Cologna, Collen s.
Köln
Colvius Andreas, Ref. Prediger i. Vened.
II, 160
Comelico i. Carmen II, 100
Comiperler Leonhard II, 253 (100)
Como (Kawma) 457
Concius, Ballenbinder d. Fond. 447
Concordia i. Friaul II, 200
Concordio P. a. Mailand (Piciardi?), Pre-
diger i. Vened. II, 261
Con9olinus Teutonicus (= Gunzelin?)
83; II, 82
Condolfin(er) s. Gundelflnger
Conegliano (Coneglianum, Coneclanum,
Coneglanum, Kunglan, Conian) i. Ve-
netien 148, 391, 444, 553, 704, 812;
II, 53, 79, 91, 96, 97
Conich Johann II, 258 (217)
Cono Varnerius de — 105; II, 83
Conradus, Coradus, Corado etc. s. Konrad
Contarini Andrea, Doge II, 308 (36)
Contius, Wirth i. Rimini H, 305 (31)
Contratae (= Distrikt v. Torcello b.
Vened.) 325
Conus AUemanus 13
Copertz (Coperil?) Cornelius II, Nachtr.
Coranfel (Chorinfail, Karnfail) a. Wien
Christian 495; II, 52
Christophorus 513; H, 52
Cornaro Katharina, Kön. v. Cypern 589;
II, 28
Cortina (Ampezzo) i. Tirol II, 96
Corvus Andreas a. Kronstadt i. Sieben-
bürgen, Buchdrucker i. Vened. II, 288
1
I
"Personen- und Ortsregister.
355
Cosmus a. Böhmen (?) II, 275, 326, 329 (66)
Cottensass s. Gossensass
Craffter Lorenz a. Augsb. IT, 179, 210, 252
Gramer Jodocus a. Augsb. 326; II, 59
Gramer Peter (a. Enns?) 263; II, 53
Cranighen Gotthard a. Aachen 724 (cf.
Gravingen)
Gremona II, 199
Cresser Peter a. Nürnb. 743, 749; II,
193. 194, 210, 211, 248
Greta II, 302 (29)
Grispin Sigbot a. Lübeck 11, 71
Groma (= Gramer?) Peter 263; II, 53
Gronier Bulfardo da Jenum 581 ; II, 52, 82
Gul (?) Daxia (a. Hessen ?) II, 278, 318 (51)
Gumpast (= Gumbost) a. Konstanz ü, 64
Gunich Theotonicus i. Friaul 549
Guoco (= Koch?) Christoph, Bäcker-
geselle i. Vened. II, 271, 340 (77)
Guper Petrus i. Lübeck 11, 71
Gupp (Ghipp) Peter a. Aachen 724, 727 ;
II, 191
Guratus Paulus 496; 11, 82
Gurth (Gurtus = Kurz?) Thomasus, To-
mas a. Regensb. 511, 561, 571, 573;
II, 38, 48, 78
Gusmoer Georg, Bäckergeselle i. Vened.
II, 271, 340 (77)
^uane s. Johannes
Cypem 94
— König Peter 1. 199 (cf. Gornaro Kath.)
D. cf. T.
Dacien, König von — 817; 11, 27
Dänemark II, 258 (212)
Daga Johannes a. Nürnb. 329; 11, 76
(cf. Auer)
Dalazagna Jakob (= Talmazinger a.
Augsb.?) 653; II, 177
Dal Pe Konrad u. s. Br. Jakob, venet.
Bürger II, 282
Dandolo
Andreas, Doge 110, 119, 124, 142,
147; 11, 36
Johannes, Doge 14
Daniel a. Venzone 317; II, 54
Dannenberger Joh. Heinrich a. Ludwigs-
burg U, 186
Danzig 713, 761, 771, 773; II, 143, 144,
151, 191 u. Nachtr.
Darcum canale s. Dell' Arco-Ganal
Darf Heinrich, Bergmann II, ,333 (70)
Darmstadt II, 97
Dauer Jakob (= d'Auer?) a. Nürnb. 366
Daumiller Georg Jakob a. Kempten
" U, 183
Davit Weymar a. Regensb. 124; H, 47
Daxia(?) (= d'Assia, Hessen?) II, 318 (51)
Dech s. Teck
Dednang s. Tettnang
Degemberg Wygeleis von — , Pfleger zu
Mittervells i. Niederbaiem 354
Degenfeld Ferdinand Frhr. von — II,
236 (86)
Delfs (Telfs) b. Innsbruck 707; II, 93 \
97, 130
Deir Arco-Ganal (Canale Darcum, Dra-
chum = La Cava Zuccarina) b. Vened.
276, 325; II, 91
Deller Joh. Jakob a. Leutkirch II, 187,
211, 248, 257
Delphino Delphinus, Beamter d. Fond.
198
Delphino Johannes, Doge 172, 182; II,
300 (25)
Delphinstayn comes Voltierus cf. Helfen-
stein
Demetrius a. Agram, Bäcker i. Vened.
n, 273
Derendingen s. v. Tübingen II, 199
Deutschland (Alemania etc. Germania,
Theutonia) 18, 22, 29, 32, 33, 39, 49,
50, 53(?), 78, 88, 95, 101, 106, 114,
120, 123, 141, 148, 149, 157, 163,
164, 171, 172, 173, 209, 215, 230,
231, 243, 252, 255, 256, 288, 290,
296, 303, 324, 339, 345, 390, 397,
406, 407, 423, 437, 507, 563, 565,
763, 769, 771, 773, 774, 776, 777,
807, 810; n, 65, 90, 294 (11), 296 (16),
299 (23), 314 (43)
— Könige u. Kaiser:
Karl d. Gr. II, 6
Otto I. II, 6
Friedrich I. II 8
Rudolf I. II, 73
Albrecht I. 23, 46 »
s. Gem. (Elisabeth) 45; II, 266,
291 (1)
(Heinrich VH.) 33
Ludwig d. Baier 53, 57, 58, 119;
n, 36, 56
Friedrich d. Schöne II, 293 (3)
Karl IV. 124, 154, 169, 172;
II, 86
"Wenzel 270
Rupert II, 44
Sigmund 819, 359, 366, 369, 413;
II, 44, 45, 65, 67, 69, 70, 74,
76, 123
Friedrich HL 481, 433, 435; II,
51, 56, 81, 170, 266, 325 (65)
Maximilian I. 655, 656, 659, 671,
676, 67S, 687, 688, 689, 691;
ir, 60, 119, 131, 170, 266, 284,
286 ', 325 (65), 332 (68)
tt:
356
Personen- und Ortsregister.
Deutschland Könige u. Kaiser:
s. Braut Maria v. Burgund II,
266, 325 (65)
Ferdinand I. H, 191
Rudolf IL II, 131
Ferdinand IH. II, 169
— Graf Albert von — 131
— Grafen von — 145
— Oberdeutschland (Alamanea alta,
Germania superior) 756, 757, 763,
769, 773, 774, 777; II, 41, 87, 140,
149—157, 160, 161, 278, 318 (51)
— Niederdeutschland (Alamanea bassa,
Germania inferior) 754, 763, 769, 773,
774; II, 87, 146, 149—157, 160
— Ober- u. Niederdeutschland 357
Dickh Wendelin Lucas a. Kempten II,
183
Didacus P. da S. Iseppo, Prediger i.
Veued. 11, 262
Diener Heinrich a. München 226; ü, 56
Dietherr Johannes a. Ulm 11, 63
Dimpfel Hans Albrecht a. Augsb. II,
182, 184
Dinkelsbühl i. Mittelfranken E, 93
Divineur Johann, Buchdrucker i. Vened.
H, 288
Döllach i. MöUthal i. Kämthen 452;
II, 100 (cf. Tellach)
Dohna Burggraf Christoph von — , Ge-
sandter d. Fürsten v. Anhalt i. Vened.
n, 159
Dolfin, Arzt i. Vened. H, 255
Dominicus, Beamter d. Fond. 160
Dominio a. Trient H, 253 (96)
Donato Francesco, Doge II, 178
Donau, Fluss H, 56, 101
Donauwörth II, 93
Doppelmayer Johann Gabriel a. Nörd-
lingen II, 186
Doran Maria a. London, Fr. d. Konr.
Martens II, 241 (109)
Dore Philipp i. Köln II, 190
Doms Johannes, S. Rudolphs a. Basel,
venet. Bürger H, 283
Drachum canale s. Dell' Arco-Canal
Draesskirchen s. Traiskirchen
Drauburg (Troberg) i. Kämthen? 406
Drau-Fluss II, 99, 100
Dreckshausen s. Trechtlingshausen
Dregeml i. Krain H, 200
Driga(?) i. Böhmen H, 299 (24)
Drosedouw Heinrich a. Lübeck H, 72
Ducker Werner a. Lübeck 291; II, 71
Dürer Albrecht II, 131—134, 284, 289
Dümstain (Tirastain) n. v. Friesach i.
Steiermark II, 201
Dumloz Franz i. Breslau II, 72
Dupacher(?) Simonio U, 280 i«
n
Duride s. Turrida
Dumbach i. Oberösterreich II, 201
Dyatrichus a. Villach 109; II, 53
E.
Ebelsberg (Ebersberg) i.Oberösterreich
n, 201
Eberbai (?) Zuanne II, 250 (13)
Eberhart Heinrich a. Nümb. 490; H, 78
Eberslauter Christoph II, 250 (15)
Eberz a. Isny 738
Christoph n, 256 (163)
Daniel 748; H, 187, 252 (93)
Georg 741, 743, 748; II, 187
Georg Christoph H, 187, 256 (169)
Jakob II, 187, 208, 253 (114)
Joh. Hieron. H, 187, 211
Kaspar 709; II, 187
Ebner a. Nürnberg H, 73, 74
Konrad H, 73
Ulrich n, 76
Ebrzi (? = Eberz?) Friedrich II, 252 (91)
Echelpach Magdalena, T. d. Matthäus,
W. d. Joh. Ries II, 259 (221)
Echelpac Johann, S. d. Matthäus U,
255 (139)
Echer 8. Egger
Echsteter, Exteter s. Höchstetter
Ecke vom Sterne a. Nürnb. II, 75
Eckhard Jodocus a. Würzb. 347, 449;
II, 69
Ecklin Daniel a. Aarau II, 186
Effenbergher Mattio II, 250 (12)
Egen (Egon) a. Augsb.
Lorenz 318; H, 59
Peter (Argun) II, 59
Egertmayer (P]gertmagier , Egrettama-
gier) Adam, Ludw. u. Maria, Kinder
Sebastians H, 256 (170, 172, 182)
Egg David a. Lindau H, 187, 240 (106)
Egger (Echer?) a. Lindau- Augsb. Alexius
743, 748; H, 177
Egger Leonhard (Wirth i. Vened.) IT,
249 (10), 284
s. Tochter Maria Magdalena II, 249
(10)
Egidio, Bäcker i. Vened. H, 337 (75)
Ehen (Ehern) Sigmund a. Augsb. H,
179, 208
Eichler Gottfried (a. Ravensb.?) H, 211
Eisenach i. Thüringen H, 97, 255
Eisenhuter (Cisenhuter) Christoph aus
Nümb. II, 76, 232 (61)
Eisenkapp el i. Kämthen II, 99
Eisfogel a. Augsb.
Christoph ü, 179, 210
Johannes II, 179, 209
I
J
H
Personen- und Ortsresrister.
357
p:kkehard v. S. Gallen II, 7
Ekol Heini-ich, S. d. Johannes a. Ravens-
burg 274; II, 64
Elesampamber (Elesempamber, Elexem-
pamber, Elesempanber, Elesempamer)
Hieronjonus II, 258 (214), 259 (222,
228)
s. Frau Pasqua II, 258 (23)
s. Kinder
Anton II, 258 (214)
Cecüia, Georg II, 259 (228, 232)
Elhardt Hieronymus, S. Gabriels aus
Kempten II, 183
Eligio P. a. Anagni(?), Prediger i. Vened.
II, 261
Elisabeth, Schwester K. Peter's v. Arra-
gonien-Sicilien , Gemahlin Stephans
V. ßaiern II, 296 (16)
Elisabeth, Gemahlin Kaiser Albrechts I.
45 '; II, 266, 291 (1)
Ellwanger Sebald a. Nümb. II, 75
Ellwein Michael, Notar i. Strassb. II,
344 (82)
Elsenhaimer a. Salzb.
Georg, S. Johanns II, 174, 244 (121)
Ulrich II, 55
Emilianus a. Cividale (595?) 602; II, 54
(cf. Mianus)
Emilianus P. da Badia, Prediger in
Vened. II, 261
Emmerich Johann a. Udenhem oder
Speyer, Buchdrucker i. Vened. II, 288
Emo Alvise, Bauleiter d. Fond. II, 113,
114, 115
Encuria s. Imhof
Endeil s. Hendel
Enderlin Joh. Heinr. a. Lindau II, 187,
259 (225)
Enderlin, Urburar in Kuttenberg II,
303 (29)
Enderlin (Anderlin), Weber i. Vened.
II, 277 "
Endoi-ffer Hans d. Elter a. Augsb. 369;
II, 59
Enestial Georg, BaUenbinder d. Fond.
525
Engardo P. a. Marano (Heran?), Pre-
&ger in Vened. II, 261
Engel von Florenz II, 69
Engel s. Angeli
Engelbrecht (Henghelprettus) a. Wien
15—16; II, 51
Engen i. Baden II, 93
pjugestorp Robost de — , venet. Söldner
II, 280, 314 (44)
England (Tuch a. — ) 386
Enns i. Oberösterreich II, 46, 49, 50,
51, 53, 99, 169, 201
Eppan i. Tirol 11, 93, 262
Erardus a. Villach od. Friesach II, 278,
^ 318 (51)
Erb Johannes de — , Bäckergeselle i.
Vened. II, 274
Erbole Johann II, 252 (79)
Erchel E, 233 (72)
Erel Joh. Franz a. Baiem, Prediger i.
Vened. IL 261
Erfurt II, 97
Ergoltspach ßerchtoldus de — , Bürger-
meister V. Regensb. 124
Erhardt David, Joh. Baptist, Joh. Ernst
a. Augsb. 732
Erhardt Erhard a. Landsberg i. Baiem
732; II, 176
Erhardus a. Ravensb. 268
Erman (= Herman?) Lunardo 709
Ernstinger Hans Georg II, 107 ^°, 134,
201
Emvels Heinrich von — , Bürgermeister
V. Regensb. 110
Ertel (Oertel?) Balthasar (a. Augsb.
oderNürnb.?) 743, 748; H, 178, 193,
194, 211, 254 (132)
Erti(?) Joh. Franciscus a. Baiem, Pre-
diger i. Vened. H, 261
Eschenlohe i. Oberbaiern II, 94 ^
Esinberg (?) Georg Wolfgang von —
n, 252 (73)
Esslingen i. Württemb. II, 93
Este Markgr. Nicolaus von — 355
Esterlin Joh. Christ, a. Regensb. II, 169,
186
Etsch, Fluss 541; H, 92
Ettal, Kloster i. Oberbaiern II, 94 \ 199
Eyingen(= Eyach?) i. Württemb. II, 199
Eyms s. Imst
Eysfogel (Eisfogel) a. Nürnb.
Johann 709
Konrad 388; II, 77
Leonhard 598, 615(?), 653, 658; II,
79, 192
F. cf. V.
Faber Georg Friedr. a. Colmar U, 188
Fabri Felix a. Ulm II, 10, 37, 63, 91,
96*, 102, 267, 284
Fahenstein Hermann i. Nürnberg 412
Fai s. Faul
Faistele Pixmoester (?) Paul, Bäcker-
geselle i. Vened. II, 271, 340 (77)
Falk Johann II, Nachtr.
Fansifor (= Frankfurt?) 789; II, 67
Farckhet (Farcet) Johann a. Augsb. II,
181, 221 (5)
Fauces s. Füssen
Faul (Fai ?) Kaspar, Bäcker i. Vened. II,
221 (5), 274
358
Personen- und Ortsregister.
Feczbrij Paul a. Frankf. a. M. II, 68
Fedele P. a. Steiermark, Prediger i.
Vened. II, 261
Federaun (Voderaun) s. v. Villach i.
Kämthen II, 201
Federico, Federigo, Federicus s. Friedricli
Federlein Georg a. Augsb. 709 ; II, 181,
231 (66)
s. Fr. Anna Huobergerin 11, 231 (56)
Feher David, Ballenbinder d. Fond, ü,
257 (196)
Fehr Felix a. Kempten II, 183, 186, 211
Fehx s. Fez
Feicus (Veit?) v. Strassburg 23
Feistritz (Veistritz) b. Judenburg i. Steier-
mark II, 200
Felber Hans a. Ulm II, 281
Feldkirch i. Vorarlberg II, 92, 93, 98,
275, 326 (66?)
Feldner (Feldina, Feldiner) Andreas a.
Eegensb. 539, 542, 543; II, 48
Fella, Fluss i. Friaul II, 98, 100, 200
Felle, Feltre s. Vöhlin
Feltre i. Venetien 476; II, 97, 201
Fenaver (= Vanaver) Nicolaus a. Wien
821' II 52
Fens ('= Fin?) Horatius II, 250
Fenzel a. Nürnb.
Georg II, 194, 209
Horatius II, 194, 209, 210 (19)
Stephan II, 194, 208
Fempass (Ferrerberg) i. Tirol II, 93, 94,
198
Ferrara 31, 113, 593
— Herr v. — (Markgr. Nicolaus v. Este)
356
Ferrerberg s. Fempass
Fesch Pandulf Sebastian II, 255 (152)
Fessel Joh. Georg, S. Iseppo's II, 257 (201)
Feucht b. Nürnberg II, 196, 241
Fez (Fehx), Arzt i. Vened. II, 258
Fiebig(h) Wolfgang, Bäcker i. Vened.
n, 221 (5), 274
Fierstier Domicelo II, 250 (14)
Füimberg cf. Auer
Fin (Fien, Fynn) a. Nürnb.
Georg 743, 748; II, 193
Horatius II, 194
Jakob 748; II, 193
Joachim 748; II, 193
Pandulf 748; II, 193
Tobias, S. Johanns II, 195, 227 (34),
252 (71)
Finstermüntz i. Tirol II, 93
Fimkranz Joh. Jakob a. Ulm II, 185
Fischer Moriz a. Nürnb. II, 194, 208
Fisser ( = Fischer ?) Konrad, Wollarbeiter
i. Vened. II, 278, 318 (51)
Fizer Kaspar, S. Georgs, Ballenbinders
d. Fond. II, 251 (36)
Flänzer Bernhard a. Nürnb. 11, 194
Flaisbain s. Fleischbein
Flandern (Flandria) 133, 149, 155, 171,
191, 200, 204, 207, 215, 300, 445, 777,
781 ; II, 31, 55, 56, 57, 69, 90, 296 (17)
Fleischbein (Flaisbain,Flaispan) a.Frank-
furt a. M.
Johann II, 189, 253 (97)
Johann Philipp 737, 743, 748; II, 189^
210
Nicolaus 743, 748, 761; II, 189, 193
Fleischbein von Cleeberg i. Frankf. Phil.
Ludw. II, 189
Fleischer Joh. Adam a. Nürnb. IL 195
Flitsch i. Görz II, 99
Flor Johann Jakob 703
Florenz 11—13, 643; II, 29, 33, 69
Flores P. Comelio, Prediger i. Vened.
n, 261
Florio, Arzt i. Vened. II, 255
Focher s. Fugger
Föhr Matthias a. Kempten II, 183
Fogaizlingen Jakob, Schuster i. Vened.
IT, 275, 326 (66)
Fogler Martin II, 209
FoithHieronymus(a.Nümb.?) 653; 11,192
Folis, Arzt i. Vened. II, 254
Foller {— Vöhlin a. Augsb.?) Johann
II, 207
Follina b. Treviso II, 259
Folmar (Volmar) Daniel II, 209, 210
Föns s. Pfunds
Fontana, Arzt i. Vened. II, 258
Fonzaso (Funzas) b. Feltre i. Venetien 476
Forchheim i. Oberfranken II, 97
Forst Daniel, S. Georgs a. Breslau II,
192, 230 (54)
Forster a. Nürnb.
Martin Pius, S. Karls II, 195, 238 (94)
Magdalena II, 237 (92)
Fortunato P., Prediger i. Vened. II, 261
Forum Julii, Forojulium, Forijulium s.
Friaul
Foscari Francesco. Doge 340, 345, 353,
355, 356, 372, 373, 378, 386, 388, 389,
406, 407, 411, 421, 429, 430, 444, 445,
449, 450, 457, 460,467, 470—473. 476,
480, 482; II, 279
— s. Sohn Jacopo 411*; II, 279
Fosse Berthold. a. Nürnb. 278, 279 ; II, 75
Frac Justina,T.Joachims,Trägers d.Fond.
II, 258 (205)
Fraenckelein 438
Fraintz s. Franz
Franceschi, Arzt i. Vened. II, 257
Francesco AUemano II, 249 (8)
Franchus (= Frank? Frey?) Johann a.
Personen- und Ortsregister.
359
Nümb., Schuster i. Vened. II, 275,
326 (66)
Francia s. Frankreich
Franciscus, Beamter d. Fond.' 160
— a. Krain 791
Franciscus P. a. Puero (Pueco?), Pre-
diger i. Vened. II, 261, 262
Franco (?) Conradus de — II, 303 (30)
Frank s. Franchus
Frankfurt (Frankenfurt, Franchforth) a.
M. 147, 213, 350, 743, 756, 757, 759,
761, 763, 767, 771, 779, 789 (?); II,
46, 67—69, 106, 143, 148, 188—189,
233, 239, 278, 284, 288, 318 (51)
— Messe 530, 692, 733; II, 126
Frankreich 25, 39, 207, 759, 761; II,
31, 35, 55
Franz (Vransko, Fraintz) w. v. Cilli i.
Steiermark II, 98, 200
Franzensfeste i. Tirol II, 94, 96
Franzuol s. Branzoll
Fredericus s. Friedrich
Freiburg i. Breisgau II, 220 (4), 275 (?),
312 (42?)
Freiburg im Uechtland 333, 379, 424,
593, 599; II, 66
— (Tücher a. — ) 676; II, 122, 188
Freidel Georg (= Friede! a. Nümb.?)
II, 194, 208
Freigher Marcus, Bäcker i. Vened. II,
221 (5), 274
Freschi, Arzt i. Vened. II, 257
Freudenstadt i. Württemberg II, 199
Frey s. Franchus
Freystadt i. Oberösterreich II, 49, 51, 99
Friaul (Fryaul, Friul, Forum Julii, Foro-
julium) 49, 194, 242, 252, 255, 276,
325, 413, 415, 506, 549, 693, 782; II,
54, 281, 333 (70), 334 (71)
Frickhausen Kaspar a. Köln II, 190
Friderecker Hans i. Nümb. 333
Friedberg i. Hessen II, 100
Friedel s. Freidel
Friedrich (Federico, Federigo, Federicus,
Fredericus, Fridericus)
— a. Bayern, Schuster i. Vened. II, 275,
312 (42)
— a. Köln n, 280
— a. Nürnb. 784; II, 74, 192
— a. Oesterreich II, 303 (30)
— a. Wien 15, 16; II, 51, 52
— Teutonicus 80, 813
— Theuthonicus u. S. Matthäus II, 323
— venet. Bürger II, 282
— Sensal d. Fond. 95
Friesach (Frisacum) i. Kämthen 54 ; II,
50, 53, 98, 200, 201, 278, 318 (51)
Fries(en) a. Augsb. Claus u. s. Br. Peter
517; II, 00
Frigg Nicolaus, Wirth i. Vened. II, 284
Frini (?) Philipp II, 251 (49)
Frizel, Schuster i. Vened. II, 277, 317 (48)
Frizele Paula II, 258 (219)
Frizesof Philipp, Träger d. Fondaco II,
252 (77)
Fröschel Georg a. Nürnb. 643; II, 195
FroUer P. Cornelio, Pred. i. Vened. II, 261
Fronleuten (= Frohnleiten) a. d. Mur
i. Steiermark II, 200
Füchsell Heinrich a. Nümb. 351 ; II, 75,77
Führer Christoph a. Nürnb. 748; II, 193
Füssen (Fauces, Fijls)b.Hohenschwangau
26; II, 58, 91, 93, 94, 199
Füterer Johann (a. Nürnb. ?) II, 194 (cf.
Futach)
Fugger a. Augsb. 617; II, 15, 60, 61,
62, 118
Andreas II, 60
Anton 748; II, 177 u. Nachtr.
Christoph II, 132—134
Georg 11, 61
Heinrich 568, 582; H, 61
Jakob II, 39, 61
Johann H, 39, 60, 61
Lucas 583, 594, 603, 604, 606; H, 61
Marcus 603; H, 61, 181, 234 (76)
Matthäus II, 61
Ulrich 622, 653, 658; H, 39, 61, 177
Fugger mit dem Reh Kastell a. Nümb.
H, 195
FuUsakk Konrad. a. Ravensb. 269
Funzas s. Fonzaso
Furlani = Friulani (Friauler) 66
Furtrer Franciscus a. Regensb. 257 ; II, 47
Fusaro (= Fuser?) Piero, Ballenbinder
d. Fond. 322; II, 20
Fusch i. Salzburg II, 100
Fuschinus, venet. Söldner II, 280
Fustaym dominus de — 207
Futach Johann (= Füterer a. Nümb.?)
n, 194, 208
Fux Andreas (a. Salzb. od. Nürnb.?)
741, 748; II, 174
G.
Gabry Peter a. Köln II, 190
Gachtpass i. Tirol II, 93'
Gaff Christoph, Wirth i. Vened. II,
221 (5), 253 (105), 284
s. Fr. Maria II, 252 (82)
8. T. Margareth u. Anna Katharina
II, 251 (53, 60)
Gail-Berg i. Kämthen II, 100
Gais David, S. Jakobs 11, 251 (56)
Galdaldino Belessario, Arzt i. Vened.
H, 252
360
Personen- und Ortsregister.
Galicia i. Spanien 186
Gallian s. Calliano
Galucci Prospero 720
Gamersfelder J. i. Nürnb. 761
Gangmeister Jonas II, 210
Ganzer Stephanus 476
Garbo Antonio 748
F^Zuanne II, 250 (29)
Garbo Pantaleon, Podestä v. Treviso
II, 311 (40)
Garda-See 316; II, 91, 96
Garlemboth Henricus de — , venet. Söld-
ner II, 279
Garzoni Francesco di — ■, Bauleiter d.
Fond. II, 107, 114, 115
Gast Johann a. Nürnb. 748; II, 193, 253
Gastein II, 99
Gauy Eman. Ludw. a. Biberach II, 186
Gebauer Hans a. Breslau II, 72
Gebershausen? II, 106
GebizerJohannes,S.d.Nikolaus(a.Nürnb.
oder Wiener-Neustadt?) 475 ; II, 78, 82
Geder Matheus (a. Speier?) 499; II, 67
Geiger s. Caiger
Geisingen i. Baden II, 93
Geisslingen i. Württemberg II, 93
Gemona (Glemona, Clemona) i. Friaul
733; II, 36, 98, 99, 126, 200, 201
Genf (?) i. d. Schweiz 581 ; II, 52, 53, 82 (?)
Gengenbach i. Baden II, 92
Gensceler Konrad a. Wien 237 ; II, 53
Genua 600, 813; II, 44, 79, 124
Georg (Georgius, Georius, Zorzi)
— a. Augsb., Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Böhmen II, 299 (24)
— Theotonicus a. Kärnthen II, 332 (69)
— a. Laibach (Schachtelmacher) II, 278,
319 (53)
— a. Regensb. 801; II, 47
— a.Ulm, Bäcker i.Vened. 11,273, 312 (42)
— a. Ulm, Schuster i. Vened. II, 275
— a. Villach 239; II, 53
— Todescho II, 250, (30)
Schenkwirth d. Fond. II, 251 (38)
— Todescho u. s. T. Marie II, 251 (57)
— S. Martins u. s. S. Johann, Pater-
nostermacher i. Vened. II, 278, 336 (73)
— Weber i. Vened. II, 277 1'
Georgio Paulus, Beamter d. Fond. 198
Gerardus a. Judenburg, Ballenbinder
d. Fond. 322; II, 20
— a. Köln II, 278, 318 (51)
— a. Villach oder Friesach II, 278,
318 (51)
— Schmied i. Vened. II, 278, 307 (33)
Gering (Gherin) Bemh., Wirth i. Vened.
II, 255 (144, 150, 157), 284
Gerlaci (= Gerlach?) Heinrich a. Köln
n, 70
Germania s. Deutschland
Geuder Juliana i. Nürnb. II, 223 (16)
Gewein (Cleewein?) Endres a. Nürnb.
II, 76
Gherin s. Gering
Gherretzem (= Gerresheim b. Düssel-
dorf?) II, 287 (cf. Manthen)
Ghigen Leonhard, S. d. Hieronymus
a. Villach II, 172, 254 (124)
Gienger a. Augsb.-Ulm
Hieronymus II, 179, 208
Joh. Heinrich II, 186, 209
Gierath Anton a. Köln II, 190
Gierlach Bartholomäus seu Beltramus
551
Gigler Abraham (= Ziegler a. Lands-
hut?) n, 175, 209
Gilberto, Arzt i. Vened. II, 256
Gilberto s. Zilberti
Gimeterius (Gimbart?) a. Villach 48;
n, 53
Ginuag Joh. Christoph II, 255 (148)
Giocondo Fra, venet. Architekt II, 113
Giorgio Todescho II, 250 (18)
Giorgione II, 109, 110
Giovanelli, Katharina, T. Simons, Be-
diensteten d. Fond. II, 257 (194)
Gir Gisbert von — a. Köln II, 190
Giraldus, Sensal (d. Fond.?) 12
Glarus i. d. Schweiz 593; II, 66
Glemona s. Gemona
Glocknitz i. Niederösterreich II, 98, 200
Glogowitz i. Krain II, 200
Gmünd (= Schwäbisch-Gm.?) 369
Gmünd i. Kärnthen II, 53, 99, 200
Gmunden i. Oberösterreich II, 46
Gnuff Joh.Baptist, S.BarthelsII, 255 (146)
Goerz II, 200
— Graf Heinrich 421, 422, 425—433, 435
— Graf Meinhard II, 100
— Erbmarschalck Hugo (Hawk) von
Lueg, Burggr. zu Lienz 438
Göppingen i. Württemberg II, 93
Görzberg b. Ulm II, 200
Golling i. Salzburg II, 99, 200
Gomborus Johannes, Bäcker i. Vened^^
II, 274, 324 (63)
Gondolio Anas de — , venet. Söldner
II, 280
Gonnawitz i. Steiermark 11, 200
Gordo, Fluss i. Friaul II, 100
Gorssen Cornelius i. Nürnb. 710
Gorstorph Henricus de — , venet. Söld-
ner n, 280
Gorzo Georgius, Österreich. Castellan 345
Gossenprot a. Augsb. II, 118
Sigmund 308, 309; II, 58
Gossensass (Cottensass) i. Tirol II, 94,
199, 201
n
Personen- und Ortsregister.
361
Gostrop Guarnerius de — , venet. Söld-
ner II, 279
Gotha II, 93
Gotardo v. Köln s. Michercheni
Gotthard, Pass II, 92, 199
Gottschalk (?) a. Köln 577; II, 71
Graben Andreas von — , Pfleger z. Ortem-
burg i. Kärnthen 439—442
Gradonico Johannes, Doge 164
Petrus, Doge 25, 27
— Johannes, venet. Gesandter 53, 57, 58
— Johannes, Podestä v.Treviso II, 309 (38)
Gradisca II, 200
Grado i. Görz 203
— comes Gradi 794
Gräfenau a. d. lim II, 97
Gräfenthal i. Thüringen II, 192
Grafenreuter Leonh. , Schultheiss in
Regensb. II, 48
Graifiner s. Greifenberg
Granata Nicolaus a. Wien (?) 821 ; II, 52
Grander Andreas a. Augsb. 653, 658;
II, 177
Grandis Franciscus, S. e. Ballenbinders
d. Fond. 538
Grandis (= Gross?) Philipp a. Nümb.
247; II, 75
Granetl Jakob a. Nümb. II, 75
Nyklas II, 77
Grassei Jakob II, 256 (183)
Gratarolus II, 198
Gratianus, Wirth i. Vened. II, 301 (27)
Gravingen Gotthard a. Aachen 727 ; II,
191 (cf. Cranighen)
Graz i. Steiermark II, 99, 171, 200, 256
Greco s. Gregk
Grefenöder Hans a. Nürnb. 422, 425 —
428, 431
Gregen Victoria, T.Johanns II, 251 (43)
Gregk (Greco) Nicolaus a. Ulm 653;
II. 184
Greifenberg (Graifiner ?) i. Kärnthen 322 ;
11, 20
Greuter Jakob i. Köln II, 190
Griaga(?) Francesco a. Trient II, 252(85)
Griess a. Brenner II, 199
Grigno, Grino, Gringo i. d. Val Sugana
II, 97, 199, 201
Grimani Andrea, Doge 714
— Marino, Doge 720
Grimiboldus Johannes 476
Gritti Andrea, Doge 697
— Andreas, Sensal d. Fond. 299
Grönenberg s. Grünenbach
Grofener (Grosfener, Grossofener, Gros-
faier, Groschener) Johannes a. Bres-
lau 303; II, 72
Grosch Kaspar, Buchhändler i. Vened.
II, 289
Gross Peter a. München 226; II, 56
Gross (Grossus) a. Nürnb.
Brant (Prandus), S. Philipps 831 ; II,
75 (cf. Grandis u. Magnus)
Grossenglog = Gross-Glogau i. Schlesien
348
Grostein Nikolaus de — a. Strassburg
II, 67
• Grote Heinrich u. Jakob de — i. Köln
H, 190
Gruber a. Nürnbei-g
Hans 439, 504, 512, 516; II, 78
Johannes 443; II, 78
Konrad II, 78
Ludwig II, 77, 78
Gruber Konrad a. Regensb. II, 49,232(64)
Grulug Lorenz, Geistlicher i. Breslau 368
Grün (Ki-ün) i. Oberbaiern II, 96
Grünenbach (Grönenberg) i. Schwaben
11, 199
Grundlach (= Gundlach a. Nürnb.?)
Sebald H, 193, 207
Gschwent i. Oberösterreich II, 201
Gualterius Teutonicus (Walter?) 83;
n, 82
Guarnerius (Werner), venet. Bürger II,
282
Guarnerius de la Chiesia, Handelsgesell-
schaft in Basel 409; II, 65
Güldenschaff Johann a. Frankf. a. M.
n, 69
Günzburg a. d. Donau II, 199
Gullmann Ernestine Euphrosyne verm..
Pfauz II, 239 (102)
Gumbost s. Cumpast
Gumppenberg Stephan von — II, 101
Gundelfinger (Condolfin) Rudolf a. Nürn-
berg 293, 304, 305, 361, 388; II, 75,
76, 77
Gundersdorf(=Gundramsdorf)s.v.Wien
n, 200
Guntertuendorf Daniel II, 256 (161)
Gurk Bischof Matthäus 668, 693
Gutbrod a. Steyr-Nürnb. II, 169
Horatius u. Lorenz 748; II, 193
Wolfhard748; II, 193, 194, 210, 252
Gutefredus a. Köln, Sensal d. Fond. 781
Gutermann Joh. Jak. a. Augsb. II, 182
Gweng s. Tweng
Gwinner Joh. Christoph a. Stuttgart II,
183, 186
Gyener Erhart a. Nürnb. 468
H.
Habissreitinger Job. Jak. a. Augsb. II, 182
Habsburg, Grafschaft 761
Hachenburg i. Westerwald II, 97
362
Personen- und Ortsregister.
«1
Haehr Kilian II, 252 (63)
Hagen Daniel a. Aachen 727; II, 191
Hagen Gg. Zach. a. Regsb. H, 169, 237 (89)
Hagenau i. Elsass II, 63, 189
Hagger Johannes cl. Jüngere a. Ravensb.
269
Haid Gottl. Christoph a. Augsb. II, 182
Haid a. Nürnb. H, 195
Haiden (Paganus) Heinrich a. Wien 417,.
420; II, 52
Haiden s. Ampezzo
Haidenschaft (Haudisch) i. Görz II, 200
Haider Johannes a. Augsb.H, 181,225 (26)
Hail Christoph, S. Georgs II, 259 (227)
Johann, S. Georg Heinrichs H, 259 (23)
Haimerbach Petrus a. Nürnb. 474
Hainhofer Melchior a. Augsb. II, 181
Hainzerlein Heinrich a. Nürnb. II, 76
Hais (= Heuss a. Memmingen?) Hierony-
mus 658, 658; II, 184
Haisler (Aiseller) a. Wien
Andreas u. s. Bruder Sebastian 709,
711; II, 171
Karl (?) n, 171, 251
Halbach s. Halbwachsen
Halbwachsen (Halbach?) a. Nürnb.
Nicolaus 328; H, 76
Sebald H, 76
Hall i. Tirol U, 94, 2C0
Halle II, 97
Hallein i. Salzb. II, 99
Haller (Heller) a. Nürnb.
Albert 590; II, 79
Andreas (Heller) II, 75
Hieronymus II, 40
Kunz II, 75
Lorenz 590; II, 79
Peter H, 76, 231 (59)
Hallis Johann de — , Buchdrucker i.
Vened. II, 288
Hals (Wals) i. d. Oberpfalz Graf Sigobst
270
Haltennann Franz a. Köln II, 190
Hamburg 761; H, 191, 241
Hammann Johann gen. Hertzog a. Lan-
dau, Buchdrucker i. Vened. II, 288
Hammerer Johannes, Bürgermeister v.
Strassb. n, 276, 343 (82)
Han Maximilian, S. Leonhards a. Salzb.
743, 748; II, 174, 210, 253 (118)
s. Br. Andreas II, 174, 254 (125)
Hanau (Henaw) Ulrich von — , Vogt i.
d. Wetterau 182.
Hansestädte die —753, 763, 773; ü, 150
Hantze Marcus, S. Daniels a. Augsb. II,
180, 223 (14)
Härder (?) Franz II, 252 (72)
HarfF Arnold von — II, 37, 71, 91, 150
Harmanus, magister curiae i. Kutten-
berg II, 803 (29)
Hartig Johann Jakob (a. Zittau?) 748;
n, 192
Hartman s. Artemann, Artmannus
Hartong (= Härtung?) Menaghina, W.
Michaels E, 257 (197)
Härtung s. Arting
Haslach i. Baden II, 92
Hasler Hans Leo, Musiker II, 289
Hasselfelde i. Harz II, 93
Hateberg Peter II, 209
Hau Hieronymus a. Kempten II, 183
s. T. Anna Katharina II, 237 (91)
Haudisch s. Haidenschaft
Haug Gerhard a. Augsb. II, 178, 2C8
Haunburg Wendlin von — 688
Hauser s. Auser
Hawk = Hugo s. Goerz
Hayden s. Ampezzo
Hebern (?) i. Deutschland II, 283, 822 (59)
Heder Johann (a. Nürnb.?) II, 207
Heimburg Gregor von — II, 37
Heilbronn (Albrunn)II, 275(?) 288,326(66)
Heiligenblut im Möllthal i. Kärnthen
452; II, 97, 100
Heineke? s. Ainech
Heinhauser Johann II, 210
Heinrich, Henricus etc.
— a. Hones (= Hohenems?) 800
— a. Ips 802; II, 53
— V. Köln n, 803 (30)
— ,von der kalten Herberge' a. Köln 11,70
— Pfleger zuLafan (= Lavant?) 508
— V. Lindau II, 69
— a. München 88; II, 56
— a. Nürnb. 106, 322, 787; H, 20, 74
— a. Nürnb., Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Nürnb., Schuster i. Vened. II, 275,
312 (42)
— a. Salzb. 798; H, 55
— de Spera (a. Speier?) 499; ü, 67
(cf. Spiera)
— a. Wien 56, 815; II, 51, 52
— S. d. Odoricus a. Wien, venet. Bürger
n, 279, 822 (58)
— Theotonicus 790
— Theotonicus E, 805 (31)
— Theotonicus II; 293 (6)
— magister Henricus a tabuleriis Teu-
tonicus 791
Heinzelmann a. Kaufbeuren
Johann II, 212
Johann Georg, Johann u. s. Söhne
Joh. Konr. , Georg Daniel, Sigm.
Christ., Joh. Georg, Jak., Sebastian
Wilh. E, 183
Johanna Regina verm. Laminit II,
240 (104)
Personen- und Ortsregister.
3^3
Maria Sibilla verm. Wagner II, 241
(1121
Heipech (= Heipeck?)Lorenzn,255(150)
Heise Johann a. Frankf. a. M. II, 69
Heibig Christoph II, 210
Helfenstein (Delphinstayn) Graf Ulrich (?)
von — 211
Helianus II, 128^
Helier s. Heller
Heller (HeHer) a. Frankf. a. M.
Gaspar II, 68, 234 (73)
Johann II. 207 u. Nachtr.
Wolf n, 68
Heller s. Cheler u. Haller
Helman Heinrich u. S. Karl a. Köln II,
153, 190
u. s. S. Hieronymus II, Nachtr.
Hem Thomasius (= Rem a. Augsb. ?) 533
Henaw s. Hanau
Hendel (Hendell, Händl, Endell) a. Steyr-
Nümb.
Joachim 743, 748; 11, 171, 194, 210
Johann Joachim II, 194, 210
Hendel a. Nürnbei-g
Adam (?) II, 171, 194, 210
Sebald 11, 171. 194, 209
Hengellem (= Ingelheim?) II, 279
Henghelprettus s. Engelbrecht
Henichinus a. Wien II, 52
Henri cus s. Heinrich
Hens Anna, Fr. Georgs II, 255 (140)
Henznerus II, 260
Her Johannes, S. Pasqualis a. Vana (?),
Schuster i. Vened. II, 277
Herbeth Julius II, Nachtr.
Herbipolensis civitas s. Würzburg
Herbort Johannes (genannt der Grosse),
a. Seligenstadt, Buchdrucker i. Vened.
H, 288
Herdegen, Stadtschreiber i. Nürnb. 125
Heremberth (?) Johannes, Schuster i.
Vened. H, 275, 326 (66)
Herer P. Cornelio, Prediger i. Vened.
II, 261
Hering Joh. Philipp a. Zittau II, 192
Herl Ulrich a. Nürnb. 443; II, 78
Hermann a. Köln 653; II, 189
Hermann a. Memmingen (Nürnb.?) II, 182
Benedict IT, 184, 211
Joh. Michael (?) II, 184, 211
Leonhard (Nürnb.?) 709; II, 155, 184,
193, 209
Hermann a. Nürnb., Bäcker i. Vened.
n, 273
Hermannus a. Nürnb, 166, 553 (558,
566?); H, 79
Hermannus a. Zürich (?), venet. Söldner
II, 280
Herpfer Dr. — i. Nürab. 758, 760, 761
Herr Michael, Maler II, 289
Herrenalb i. Württemberg II, 101
Hermthal? H, 106
Hertz II, 222 (9)
Hertzog s. Hammann
Herwart (Hei-worten, Hörwarth) a. Augsb.
Hans Paul von — 11, 181
Johannes (Hans) 341 . 355 ; II, 59,321(57)
Pandulf II, 178, 208
Herzel (Ercel) Johann a. Augsb. II, 180,
223 (18), 250 (24)
Herzhauser Anton Maria, Helena, He-
lena Lucia, Kinder Joh. Karls II, 257
(188, 192, 193)
Hes Petrus de — , venet. Söldner II, 279
Hessen (?) n,_ 278, 318 (51)
Hetueg Henricus de — , venet. Söldner
n, 280
Heuss Joseph Friedrich a. Memmingen
II, 184 (cf. Hais)
Heyde Friedrich a. Bar (Lothringen) II, 69
Heydenauer Peter, Deutschordens-Land-
comthur in der Lombardei 411'
Heynecke a. Lübeck II, 72
Hezer Jakob a. Basel II, 65
Hibler (?) Anna Maria, T. Leonhards II,
253 (111)
Hieronymus, Erbauer des neuen Fond.
II, 113, 116, 131, 281
— Geschützmeister i. Cattaro II, 281,
338 (76), 341—342 (79—81)
s. S. Johannes (Zuanne) II, 342 (81)
Hilebrant Johann, Ballenbinder d. Fond.
u. s. S. Johann 11, 255 (143, 155)
Hiltprant Fritz a. Nürnb. 439; II, 78
Hindelang i. Schwaben II, 93 '
Hirschvogel (Hirsvogell, Hirssvogel) a.
Nürnb. H, 118
Bartholomäus 428, 429; II, 78
Bernhard II. 195
Franz H, 79, 1-32«, 193, 207
Hans II, 76
Lienhard 450; H, 78
Ulrich 298; U, IQ, 77
Wilhelm 421; II, 78
Hirsvogel Augustin, Töpfer etc. II, 289
Hirtzenau a. Rhein II, 93
Hiselfelder Ulrich II, 256 (167)
Hisperger Franz II, 259 (223)
Hittorf Gottfried a. Köln H, 189
Hochaicher Joh. Christoph a. Augsb. II,
180, 256
Hochgesang Pancratius, Wirth i. Vened.
n, 249 (11), 284
Hoder Johannes a. Salzb. II, 55
Höchstetter (Echstetter, Exteter) a. Augs-
burg U, 118
Ambrosius 699; II, 181
Georg 616, 653, 658; II, 60, 177
364
Personen- und Ortsreorister.
Johannes 699; II, 181
Hoermann Kaii a. Kaufbeuren — Augsb.
II, 181^"
Hoerwarth s. Herwart
Hoesslin Balthassar von — a. Augsb.
II, 182
HofFer (Hofer, Hopfer?) a, Villach
Christopli 709 ; 11,172, 209, 223 (17), 250
Johann 711 (?); II, 172, 209, 210
Hofmann Cyriacus a. Nürnb. 457; II, 78
Hoheneck (Hochenegg) i. Steiermark II,
200
Hohen-Urach i. Württemberg II, 63
Höhlenstein (Höllenstein, Holenstein =
Landro) i. Ampezzo-Thal 452; H, 91,96
Holczhauser Michael a. Salzb. II, 56
Holländer Alexander u. s. Bruder Tho-
mas a. Köln 721; H, 144, 153, 190
Holzbeck Bernhard a. Nürnb. II, 195
Hones (Hohenems?) 800
Honolt (Onolt, Omolt) Georg a. Augsb.
741, 748; II, 177
Honosta(?) Zan d' 653
Hootschliger Jakob a. Köln 728; II, 145,
190
Hopfer (Hopffer, Offer) a. Augsb.II, 256
Anton (?) II, 146
Daniel 709, 748; II, 181
Erasmus H, 179, 211, 225 (25)
Georg 709, 748; II, 179, 181, 210 u.
Nachtr.
Hieronymus 743; II, 181
Johann (?) 711; H, 172, 179, 209, 210
Ludwig 743; H, 179, 181, 210
Marcus 743; II, 181
Tobias II, 180, 225 (25), 250 (25)
Ulrich 743; H, 181
Hörn Jakob i. Schwab. -Gmünd II, 186
Hornberg i. Baden II, 92
Hornburg n. v. Harz (Prov. Magdeb.) II, 93
Hoser Ludwig, Bürgermeister v. Augsb.
684, 685, 686, 688
Hosler (?) Joh. Kaspar II, 258 (206)
Hospital i. d. Valsugana II, 199
Hospitalis Plavis s. Ospitale
Hoy Hans von — a. Augsb. II, 59
Huber Marx a. Augsb. II, 181
Hadrian? TL, 208
Hubner Georg II, 251 (33)
Huebner Hans a. Nürnb. 432, 433
Huetel Joerg a. Augsburg 369
Hügel Johann Wilhelm a. Memmingen
n, 184, 196, 237 (91)
Huggelhanner (Huygelhanner) II, 71
Hulczhusen i. Frankf. a. M. Konrad u. s.
Tochter Lysa H, 68'
Hunguers Henricus de — 551
Huobergerin Anna u. S. Joh. Jakob II,
231 (56)
Huper (= Hopfer? Huber?) Joh. II, 210
Hupper Elias H, 210, 252 (89)
Husbach Corrado de — , venet. Söldner,
n, 280
Husler a. Ravensburg II, 64
Hyber Sebastian a. Krakau, Buchändler
i. Vened. H, 289
Hyller Jörg a. Augsb. 536; II, 60
Hyspurch s. Innsbruck
I.
Idria i. Krain II, 281, 334 (71), 335(72)
Igling i. Schwaben II, 94
Imhof (Imhoff) a. Augsb.
Raymund, S. d. Hieronymus II, 180,
224 (20), 250 (20)
s. Frau Regina Bimel II, 224 (20)
Imhof (Incuria, Encuria) a. Nürnb. 738,
739, 741; II, 118
Erhard 292; II, 76
Franz II, 79, 195, 207
G(eorg) 761, 763, 764; II, 148
Guido (Veit) II, 79, 207
Hans 348; s. Sohn II, 195
Heinrich 288, 291, 293; II, 75, li
194, 210
Jeremias II, 79, 207
Joachim, S. Jolianns II, 194, 223 (16)
Johannes 292, 598, 652, 653, 658;
II, 76, 79, 192
Konrad (Kunz) 520; II, 75, 77, 78,
80, 232 (62)
Michael II, 194, 210
Pankraz 292; II, 76
Paul 292, 516; II, 76, 78, 245 (123)
Peter II, 79, 207
Sebald 292, 348; II, 76
Sebastian II, 79, 195, 207
Ulrich n, 76
Veit II, 79, 207
Wilhelm 741, 748; II, 193
Immenstadt i. Schwaben II, 93 ^
Imst (Eyms, Yms) i. Tirol II, 93, 199
In Curia, Incurier s. Imhof
Indien (Seeweg nach — ) II, 117
Ingelbrecht Kaspar a. Aachen 767; IT,"
149, i-ei
Ingelheim (Ingelhausen, Hengellem) i.
Hessen II, 93, 279
Ingolth Matthäus a. Strassb. 653; II,
188
Innichen i. Pustersthai II, 100
Inning i. Oberbaiern II, 94
Innsbruck(Inspruck, Ispurcha, Hyspurch)
379, 386, 567, 671, 672, 687, 688,
692, 693, 707; II, 91, 94, 97, 173,
199, 200, 201. 226 (29)
Personen- und Ortsregister.
36(
Insfolger s. Eysfogel
Interinger (Interingler) P. Placidus, Pre-
diger i. Vened. II, 262
Ips (Hips) i. NiederÖsterreich 802 ; 11, 53
Irdning i. Steiermark II, 99
Isar, Fluss II, 95
Isfolgel s. Eysfogel
Isny (Isne) i. Württemb. II, 187, 198
Isonzo, Fluss II, 98, 200
Ispurcha s. Innsbruck
Istrien (Istria, Ystria) 325; II, 295 (7)
Italien 58, 693
J.
Jacob Nyclas a. Nümb. II, 77
Jacobus, Jacomo etc. s. Jakob
Jäger s. Jager u. Jegher
Jager (= Jäger?) Johann Paul II, 220 (1)
Jakob (Jacobus, Jacomo) etc.
— Rabbi, Jude i. Kremsier II, 324 (64)
— a. Pordenone II, 310 (40)
— a. Strassb., Buchdrucker i. Vened. II,
288
— Theutonicus 43, 146; H, 82
— Bäcker i. Vened. II, 274
— Beamter d. Fond. 198
— Schuhmacher!. Vened. n, 271, 340 (77)
Janua s. Genua
Jasky Andreas a. Danzig II, Nachtr.
Jastram a. Portsmouth II, 184, 196
Jegher (= Jäger?) Job. Bernhard aus
Mainz II, 245 (122)
Jenum (= Genf od. Wien?) 581; II,
52 53
Jerme(?) i. Böhmen II, 299 (24)
Jerusalem 291; II, 294 (11)
Jodocus P. a. i)eutschland, Prediger i.
Vened. II, 262
Johann Anselm a. Strassburg 653; 11,
122 », 188 u. Nachtr.
Johann, Johannes, Joannes, Zuan,Zuanne
— S. d. Bartholomäus a. Augsb. II, 58
— a. Augsb., Geschützmeister i. Vened.
II, 281, 336 (74)
— a. Bautzen 358; II, 72
— a. Bruneck, Bäcker i. Vened, II, 273
— a. Cividale 595; II, 54
— (S. Peters?) a. Feldkirch, Schuster i.
Vened. II, 275, 326 (66)
— a. Köln II, 190
— V. Köln, Buchdrucker i. Vened. 11,
287
— a. Köln, Wirth i. Mestre II, 285
— a. Mainz (?), Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Nördhngen, Buchdrucker i. Vened.
TT Ogg
— a. Olmütz II, 299 (24)
— a. Polen 139; II, 81 *"
Johann a. Prag 799; II, 81
— a. Regensb. 801; II, 47
— de Rheno (?), Buchdrucker i. Vened.
II 288
— a. S. Gallen (?) 193; II, 65
— a. Speyer, Buchdrucker i. Vened.
II 287
— a. Ulm, Ballenbinder 322, 601; II, 20
— derselbe? II, 232 (64)
— a. Weissenburg, Schuster i. Vened.
II, 275, 326 (66)
— Beamter d. Fond. 150
— Hausmeister d. Fond. 60
— Träger i. Fond. 65, 73
— Barkenführer i. Vened. 418
— venet. Bürger II, 283, 315 (46)
— Diener i. Vened. II, 279
— ingenerius Theotonicus II, 281, 292
(4, 5)
— Theutonicus portator ad stateram 4&
— Diener d. Foscari II, 279
— Wirth i. Vened. II, 283 '», 284, 299
■ (24), 301 (27, 28)
— Theotonicus II, 303 (30)
— Todescho u. s. Tochter Maria II,
251 (39, 40)
— Wii-th i. Treviso II, 285, 295 (12, 13)
Jonas, Jude a. Zürich 82
Jordanus, S. d. Odoricus a. Bozen, ve-
net. Bürger II, 283
— Buchhändler i. Vened. II, 157
Josep, Jude a. Zürich 82
Judenburg (.Judempur, Judimburg, Ju-
dinburg) in Steiermark 320, 322, 391,
568; II, 20, 50, 53, 98, 99, 171,200
Jülich i. Preussen II, 97
Julianus a. Köln(?) II, 318 (51)
Justenhofer Aloysius a. Frankf. a. M.
605; II, 69
Juster Wilhelm, S. X. Johanns II, 253
(106)
Justo, venet. Familie 102; II, 9
Lucas u. Moretus 99
Justus, Patemostermacher i. Vened. II,
278, 336 (73)
Justus Gerhard u. Heinrich a. Köln 583;
II, 71
Justus a. Regensb. 577
Justus (a. Speyer?), Bäcker i. Vened,
II, 273
K.
Kadober s. Cadore
Kärnthen 67; II, 20, 53, 54, 100, 172,
332 (69)
Herzog Otto v. Kämthen-Tirol 25,
27, 28
Kaltenhauser Hans u: s. S. Niklas II, 54
366
Personen- und Ortsrearister.
Kaltem i. Tirol U, 93
Kankerpass i. Krain II, 99
Kapfenberg n. v. Brück i. Steiermark
II, 98, 200
Kapfer Jobs i. Nürnb. 348
Kappler s. Capeller
Kargb Thomas (a. Regensb.?) II, 169,
210
Karnfail s. Coranfel
Karrer Jakob a. Kempten II, 183
Karst, Gebirge 438", 693; II, 49, 50
Käser, Kaserer (Chasar, Caiserer) Ste-
phan a. Salzb. 615, 653, 658; II, 55,
173, 207
Kaspar a. CiUi (?), Buchhändler i. Vened.
II, 289
Kaspar a. Köln(?), Buchdrucker i. Vened.
II, 288
Kaspar, Diener d. Foscari II, 279
Kassel, Stadt II, 97
Kastelrut i. Tirol 322; II, 20
Kastlkorn(Costlchom)PauI Freiherr zu ^
687, 688
Katscli-(Katz-)Berg i. Lungau (Salzburg)
II, 99, 200
Katsch-Thal i. Steiermark II, 99
Katzenellenbogen Graf von — II, 97
Kaufbeuren i. Schwaben 732; II, 63,
148, 182, 236 (87)
Kaufmann Niclas a. Nürnb. 11, 76
Kaufmeyer (?) Georg, Pförtner d. Fond.
II, 257 (186)
Kawma s. Como
Kechel (Chechel, Chechell) a. Ulm
Hieronymus u. s. Frau Magdalena
II, 185, 227 (33)
Jakob II, 185, 210
Johann 739—741, 748; II, 185
s. Kinder: Pauline u. Christoph II,
250 (31, 32), Joh. Friedr. II, 251 (34)
Johann Georg II, 185, 211
Kaspar II, 185, 210, 227 (33)
Kelbel Jakob i. Wiener-Neustadt II, 172
(cf. Chelbit)
Keller a. Memmingen s. Cheler
Kemeten (Kematen) i. Oberösterreich
II, 201
Kemmlin Konrad a. Ulm II, 63
Kemmerer Wolff a. Augsb. II, 69
Kemnater Lucas a. Augsb. II, 60
Kempten (Chempten, Chemt) 300, 445,
448,449; II, 62, 63, 93, 94, 97, 182,
183, 197, 198, 199, 237
Kerler David a. Memmingen II, 184
Kersher Joachim, Rathsherr i. Regensb.
751
Kesselberg i. Oberbaiern II, 96
Keyiferer Jakob u^ Stephan II, 207
Kieehel Matthias Ludwig a. Ulm II, 185
Kiechel Samuel a. Ulm II, 200, 273
Kienberg i. Oberbaiern II, 199
Kienberg = Kindberg i. Steiermark
II, 98, 200
Kini(?) Philipp II, 251 (49)
Kirchdorf i. Oberösterreich II, 50, 99
Kirchheim i. Möllthal i. Kärnthen 452
Kirchherren Albert a. Konstanz II, 65
Kirchhöfer v. Kirchhof Franz Matthias
II, 221 (4)
Klagenfurt II, 53, 99, 173, 200, 201
Klaus i. Oberösterreich II, 201
Kleiber Johann a. Memmingen II, 184
Kleinhans Veit a. Köln II, 190
Kleinhoifer (Clanoffa) Johann a. Laibach
653; II, 173
Kleinschmid a. Augsb. _
Samuel David II, 182
Samuel Rudolf II, 180,211
Klösterle w. v. Bludenz i. Vorarlberg
II, 93
Knebel Bartholomäus a. Nürnb. II, 77
Kneissel (Knewssel) a. Nürnb.
Hans II, 79
Sebald (Sinibaldo) II, 132 ^ 193, 207
Knittelfeld i. Steiermai-k II, 98, 200
Kniebiss i. Baden H, 199
Kobel s. Kofel
Koberger a. Nürnb.
Anton II, 289
s. Vetter Hans II, 79, 289
Koblenz II, 93
Koburg II, 97, 258
Koch Wilhelm (a. Augsb.?) H, 221 (5)
— Lubbert a. Köln II, 190
— J. i. Nürnb. 761
— s. Cochus u. Cuogo
Kochel i. Oberbaiern II, 96
Kock Wilhelm II, 221 (6)
Koeg(?) Anton H, 251 (37)
Köln (Colonia Agrippina, ColognaJ
Collen) 171, 322, 357, 577, 653,
663, 721, 723, 728, 751, 761, 768,
769, 770, 771, 772, 776, 777, 778,
779, 781; II, 20, 41, 46, 69,87, 106,
144, 145—154, 156, 160, 189—191,
243, 278, 279, 280, 285, 288, 298 (22),
303 (30), 307 (32), 318 (51), 322 (60)
Koen (Kon) Friedrich a. Augsb. 355, 356
König Christoph Wilh. a. Breslau II,
192, 238 (98)
König Simon de — a. Köln II, 190
König Georg Matthias a. Ulm II, 185,
211
Königswinter (Wynteren) s. v. Bonn
a. Rhein II, 98
Koepff Christoph Jakob von — a. Augsb.
n, 182 _
Körmönd i. Ungarn II, 98
n
Personen- und Ortsregister.
367
Koevoet (Kuhfuss) Heinrich a. Köln
n, 70
Kofel (Cobel) i. Venetien II, 97, 199,
200, 201
Kolb a. Nürnb.
Anton 653, 658; II, 192, 289
Paul 567; II, 79
Koler i. Nürnb. II. 74, 75
Erkembrecht 411; II, 77, 80
Georg 411; II, 77
Johannes 340. 411; II, 76, 77
Nicolaus 443; II, 78
Stephan 340, 351, 411; n, 76, 77
KoUeffel Christoph, Rathsherr i. Strassb.
n, 276, 313 (82)
Kon Johann II, 221 (G) (cf. Koen)
Konhofer s. Kunhofer
Koning (Koninck) Joh. u. S. (?) Richard
a. Hamburg II, 191
Konrad, Conradus, Coradus, Corradus,
Corado
— a. Augsb. 275; II, 58
— a. Böhmen, Ballenbinder d. Fond. 322
— a. Böhmen, Schuster i. Vened. II, 275,
312 (42)
— a. Brunn 96; II, 81
— ebendaher, Ballenbinder d. Fond.322 ;
n, 20
— de Francho (Frankfurt?) H, 303 (30)
— a. Köln, Diener i. Vened. H, 279,
307 (32)
— a. Konstanz, Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Mähren 96; II, 81
— a. Nürnb. 201, 274; H, 75
— a. Radstadt 104; H, 56
— a. Regensb. 69, 805; II, 47
— a. Salzb. 80; II, 55
— a. Vülach 234; H, 53
— a. Wien 37, 42, 85; II, 51
— Teutonicus 83, 113; II, 82
— BaUenbinder d. Fond. 447
— Bote IT, 279, 296 (17)
— Teotonicus, Diener i. Vened. II, 307
(32)
ein anderer H, 307 (33)
— Schuster i. Vened. II, 344 (83)
— Seifensieder i. Vened. II, 278, 293 (7)
— Söldner i. Vened. II, 279
— Teotonicus, Töpfer i. Vened. II, 278,
316 (48)
— Fra — i. S. Giovanni e Paolo i.
Vened. 322; II, 20
Corado (?) Giovanni, Alemano II, 256
(160)
Konstantinopel II, 7
Konstanz (Costentz) 23, 302, 334, 336,
672, 800; II, 45, 46, 64, 93, 97, 197,
198, 273
— Diöcese 23, 258, 267, 269, 271, 274
Korsnere Hinricus de Bauenberghe H, 71
Krähb erger Katharina u. ihre Söhne
Jakob u. Ulrich in Regensb. 284;
H, 48
Kraemser a. Augsb. 314; II, 59
Kraft Johannes i. Ravensb. 269
Krain (Carnia, Carniola) 162, 239, 791 ;
H, 53, 54, 173
Krakau (Cracovia, Charcovia) 330, 358;
II, 289
Kraus P. Joh. Anton (a. Bozen?), Pre-
diger i. Vened. II, 261
Kjrauss Jakob a. Nürnb. II, 102
Kreig Konrad von — Landeshauptmann
V. Krain 239 ^
Krems i. Niederösterreich II, 51
Kremsegg i. Oberösterreich II, 201
Kremsier (Krembsir) i. Mähren II, 324
(64)
Kremsmünster i. Oberösterreich II, 201
Krenchle (Krenckle) Kaspar II, 221 (5, 6)
Kress a. Nürnb. II, 75
Albrecht II, 77
Friedrich (Fritz) 363; II, 75, 76, 80
Hans II, 75
Hilpolt 291, 363; H, 75
J. C. 761
Johannes II, 76
Konrad 363, 372, 373, 375, 376, 378,
380—383, 388; II, 76, 77
Kraft II, 76
Ki-euzberg, der — (Monte Croce) zw.
Kärnthen u. Friaul = Pleckenpass
439; II, 91, 100
— s. V. Innichen i. d. Camischen Alpen
II, 96
Ki'ieglach (Kriegle) i. Steiermark II, 98,
200
Kronstadt i. Siebenbürgen II, 288
Kruscheza i. Krain II, 200
Kubbeling Jordanus a. Lübeck II, 71
Küchel i. Salzburg II, 99
Kühburg, Grafschaft i. d. Schweiz 761
Kunhofer Andreas a. Nürnb. II, 195
Kugler Kom-ad a. Nürnb. II, 77
Kunacher(?) Hans, Pfleger z. Umkenst(?)
438
Kunhofer, Konhofer Konrad a. Nürnb.
383, 384
Kurn Marcus u, Niklas a. Breslau II, 72
Kurz s. Curth
Kuttenberg (montes Chuttini) i. Böhmen
11, 281, 301—303 (29)
L.
Labertinis Petrus de — , Beamter i.
Treviso H, 295 (12, 13)
368
Personen- und Ortsregister
Lafan s. Lavant
La Foschetta A — i. Venetien II, 200
Lagkhner Vitus, S. d. Franciscus a.Wien
II, 171, 227 (32)
Laibach (Lubiana, Lubiano) 322, 653,
773; n, 20, 41, 42, 46, 50, 54, 98,
143, 151, 173, 200, 277, 278, 319 (53)
Laider Thomas, Schuster i. Vened. II,
257 (200), 277 _
Laminit (Lamminit) Veit Ludwig a. Mem-
mingen II, 184, 237 (91), 240 (104)
s. Frau Johanna Regina geb. Heinzel-
mann II, 240 (104)
La Motta (a la Motta, Allemoto) i. Ve-
netien 343; II, 91, 200
Lan^oleto (= Lanzelott?) Leonardus
de — 205-, II, 82
Landau II, 288 (cf. Hammann)
Landauer (Lanndawer) Marcus a. Nürn-
berg 458; II, 78
Landeck i. Tirol II, 92, 93, 94, 199
Lando Pier, Bauleiter d. Fond. II, IIP
Landolt Stephan a. Regensb., tabellio
II, 49 m. s. Fr. Elisabeth II, 232 (65)
Landro s. Höhlenstein
Landsberg a. Lech i. Oberbaiem 685,
732; n, 176, 199, 200
Landshut i. Niederbaiem II, 56, 175, 261
Landskron n. v. Villach i. Kämthen
II, 201
Lang Johannes a. Augsb. 627, 663; II, 60
s. Br. Matthäus, Bisch, v. Gurk II, 60
Lang(en) Bernhardus a. Nürnb. ? 256;
n, 75
Lang(en) Paul a. Augsb. 308, 309, 311,
316; II, 58
Langenauer Ludwig u. Raphael a. Augsb.
n, 178, 208
Langenmantel a. Augsb.
Jörg, Bürgermeister 651
Johannes II, 179, 211
Matthias II, 182
Melchior II, 179, 211
Langensalza i. d. Pi-ovinz Sachsen II, 93
Langenwang a. d. Mürz i, Steiermark
H, 200
Langenzenn i. Mittelfranken II, 288 (cf.
Löslein)
Laut (?) Rudolph II, 307 (33) (cf. Laut)
Lanz (Lans) Leonhard, Bäcker i. Vened.
II, 271, 340 (77)
Larius a. Krain 162; II, 54
Lasser (Loser) a. Salzb.
Ruprecht (Ruberto) 653, 658 m. s.
Söhnen Christoph u. Wolfhard 697 ;
n, 173, 174, 207
Latsch (Letz) i. Vintschgau (Tirol) II, 93
Latisana i. Friaul 49, 231, 233, 243,
252, 276, 786; II, 49, 90, 91, 98
Lauber Matthias a. Kaufbeuren II, 183,
211, 236 (87), 255, 256, 257 (202)
s. Bruder Joh. Christoph II, 183, 258
(202, 203)
s. Tochter Anna Maria II, 256 (162)
Laufenburg a. Rhein i. d. Schweiz II, 198
Lauginger (Longiger) a. Augsb.
Hans (Johann) II, 60, 178, 207
Martin 497; II, 59
Lauingen (Laugingen) i. Schwaben 218,.
326; II, 63
Lauis (Loners) = Lugano II, 199
Lauredanus s. Loredano
Lausitz (Lusecia) 358
Laut (?) Rudolph II, 307 (33) (cf. Lant)
Lavant (Lafan) i. Tirol 406?, 508; II, 91
Lavis (Naves, Nevis, Nevus) i. Südtirol
II, 93, 201
Lazeney s. Lucinico
Led(e)rer Claus a. Augsb. 508; II, 60
Lederer Matthias a. Köln II, 190
Leibnitz s. v. Graz i. Steiermark II, 99
Leiter (Layter), die Herren von der —
669, 676, 678, 685; H, 121
(Hans) Johannes d. ältere u. d. jüngere
684, 686, 687, 688, 689; H, 121
Lengenfeld i. Voigtland II, 192
Lengfelder Georg a. Nürnb. 421, 428,^
429, 433; II, 78
Lengstein auf d. Ritten-Plateau n. v.
Bozen II, 94
Lenk (Linke) Joh. Baptist II, 159
Leo (Low?) Konrad. (a. Nürnb.?) 145;
n, 74
Leoben i. Steiermark II, 98, 171,. 200
Leonardus Teothonicus 158; II, 82
- Diener i. Vened. II, 300 (26)
— a. Judenburg 391; II, 53
Leopardus a. Regensb. 88, 89, 799; II, 47
Leoviller (?), Buchdrucker i. Vened. IL
288
Lermoos i. Tirol II, 93, 97
Letelli Franciscus dei — a. Trient, venet,
Bürger II, 282
Lethestayn s. Liechtenstein
Letscher Kaspar a. Nürnb. II, 195
Letz s. Latsch
Leuchtenberg (Lichtenberg) i. d. Ober-
pfalz, Landgraf Sigobst 270
Leutkirch i. Württemberg II, 187
Levico (Lievegum, Levegno) i. Südtirol
300 ;_ n, 97, 199, 201
Leze Silvestro da — , Visdomino d. Fond.
661
Liasca, Arzt i. Vened. II, 255
Liberio Johannes de — a. Böhmen, Sen-
sal d. Fond. 190
LiberseEligius, Prediger i. Vened. II, 261
Lichtemberg b. Augsburg 348 ; II, 91
Personen- und Ortsfegister.
369
Lichtenberg s. Leuchtenberg
Lichtenstein Hermann u. Peter a. Köln,
Buchdrucker i. Vened. 11, 288
Lieber Narciss a. Ulm-Augsb. II, 179,
185, 209
Liebert Benedikt Adam a. Augsb. IT, 182
Liechstal (Liestal) i. d. Schweiz II, 199
Liechtenstein (Letliestayn) Fürst Hein-
rich 244; II, 42^
Liechtenstein Hans von — 668
Paul von — 673, 676, 687, 688, 690
Lienz (Luenz) i. Pusterthal 438; II, 100
Lietzen (Lienzen) a. d. Enns i. Steier-
mark H, 99, 201
Lievegum s. Levico
Li(g)salz Wilhelm i. München 209; II, 57
Limena s. Rimine
Limpech (= Limpeck a. Regensb.?) Jo-
hannes 559; n, 38, 49, 82
WoLfgang II, 49
Linck a. Augsb.
Joh. Ulrich II, 180 u. s. Bruder Georg
224 225 (23)
Lindau 30, 763; H, 63, 148, 186, 200, 240
Lindeck i. Steiermark II, 200
Lindeman (Lindemar) Wolfgang II, 285
(80)
Lindenastin Anna i. Nümb. 550
Linder a. Augsb.
Lucas (Laux) XIV; II, 155, 178
Peter 740, 741; H, 179, 210
— Ludwig, Buchhändler i. Vened. II,
289
Lindimer (Lindiner, Lindiman) Wilhelm
(a. Augsb?) 653, 658; H, 177
Linz i. Oberösterreich II, 46, 49, 50,
99, 101, 201
Lion (Low?) Heinrich a. Ulm 537, 538,
546; n, 63
Lionardo, Pförtner i. Fond. II, 249 (3)
Lissabon II, 118
Litumhofer (= Lichtenhofer?) Johannes,
Bergmann H, 334 (71), 335 (72)
Liudprand von Cremona II, 6
Lizzafusina (Lucefusina) s. v. Vened. a.
d. Brentamündung 636; II, 97, 201
Lizzana i. Südtirol II, 94
Locatello, Arzt i, Vened. II, 256
Lochmont (= Lavant?) 406
Locho Petrus de — , Arbeiter i. Vened.
II, 311 (41)
Lodovici, Arzt i. Vened. II, 258
Lodovico Todesco u. s. T. Sara II, 252(75)
Lodron Felix Graf von — II, 255 (156)
Löslein Peter a. Langenzenn, Buch-
, drucker i. Vened. II, 288
Low cf. Leo u. Lion
Lohner Georg a. Nümb. II, 76
Loibl, Pass i. Känithen II, 99
Loitsch i. Krain II, 98
Lombardei 35, 78, 101, 223, 247; II,
35, 320 (55, 56)
London H, 3, 165, 241
Loners s. Lavis
Longiger s. Lauginger
Loniai Albert, Befehlshaber v. Zengg 622
Lorberer Sigmund a. Pesth II, Nachtr.
Lorch i. OberösteiTeich II, 98
Loredano (Lauredanus) Leonardo, Doge
622, 652, 659, 662, 681, 694, 696; II,
102, 110, 116, 176
Lorenzo a. Rodimstaph, Ballenbinder
d. Fond. 322; 11, 20
Lome (= Salurn?) i. Tirol II, 93
Loser s. Lasser
Lothringen(Lothoringia)Herz.Raynerius
(statt Renatus) 557
Lottinger Stephan von — , kais. österr.
Rath u. s. Schwester Ludovica von
CoUe II, 234 (77)
Lottner Georg a. Augsb. II, 180, 254 (128)
Lovadina b. Treviso 451 ; II, 91
Lovenberg Heinrich (a. Köln?) II, 70
Lovin Zan (Zuan) de — , Bäcker i. Vened.
H, 235 (83), 272, 273
Lovina P. Giuseppe, Prediger i. Vened.
H, 261
Lubiana, Lubiano s. Laibach
Lucchner (= Luckner?) Herm. a. Augsb.
n, 180, 254
Lucha (Luca) Manus de — ^, venet. Ge-
sandter 138, 143
Luchinius Johannes Theotonicus 152;
H, 82
Lucinico (Lazeney) i. Görz II, 200
Lucker Johann Georg Hermann (a. Augs-
burg?) II, 179, 181, 211
Ludovicus, rector scholarum i. Kutten-
berg II, 303 (29)
Ludwigsburg b. Stuttgart II, 186
Lübeck, Lubech 291, 301; II, 41, 46, 71
Lueg, Lug Im — , Zum — i. Tirol b.
Brenner II, 94^, 199, 200, 201
— Pass Lueg i. Salzburg II, 99
Lueg Hugo (Hawk) von — s. Goerz
Luenz = Lienz i. Pusterthal 438
Lug (i. Krain?) 438
Lugano s. Lauis
Lugenstein (Lugistan) Emmerich a. Salz-
burg 738; n, 174
Luger Niclas, Görzischer Beamter 438
Lugistan s. Lugenstein
Lunardo da Norlin (= Leonhard a. Nörd-
lingen od. = Leonhard Nördlinger a.
Nümb.?) 653, 658; H, 185
Lunardo (sta?) II, 250 (17)
Lupetino Fra Baldo a, Albona i. Istrien
H, 158
24
370
Personen- und Ortsregister.
Lusecia s. Lausitz
Luther II, 157
Luz Heinrich Ludwig II 255 (157)
Luzem i. d. Schweiz 593; II, 66, 199
Lyon 761
M.
Ma90 s. Matsch
Maegerli Wolfgang a. Salzb., Buch-
drucker i. Vened. II, 288
Mähren_ (Morravia) 96; II, 81, 324 (64)
Maffatti Andreas Tedesco, S. Johanns
II, 252 (88)
Magdeburg II, 97
Magenbuch Konrad von — 348 , 366 ;
II, 77
Magno Andrea, Bauleiter d. Fond. II,
114, 115
Magnus ( = Gross ?) Johannes (a. Nümb. ?)
540, 547; II, 79, 82
Maichel Gottfried Adam a. Graz II, 172 ^
256 (164)
Maier Josa II, 221 (5)
Maier Christoph Georg (a. Augsb.?)
II, 181
Maigenberger Ulrich a. Ravensb. 269
Mailand (Mediolanum) 30, 457; II, 35,
44, 64, 199, 261
Mainz (Mogoncia) 164; II, 46, 67, 93,
245, 273 (?)
Mair Johann II, 253 (115)
Majer P. Franciscus a. Passau, Prediger
i. Vened. II, 262
Majurbium s. Mazzorbo
Malamocco (Mathamaucum) b. Vened.
II, 281, 311 (41)
Malatesta Galeoto, Herr v. Rimini II,
305 (31)
Mal Borgetto (Malborgeth) i. Kärnthen
n, 200
Malipiero (Maripetro) Pasquale, Doge
485, 490, 491, 492
Malipiero Hieronimo,Visdomino d. Fond.
661; II, 108^
Malnitzer Tauern s. v. Gastein II, 99
Mals (Mauls) i. Tirol II, 93, 199
Maltingner Leo, S. d. Marcellus II, 254
(129)
Man Elisabeth II, 222 (10)
Mancz Heinrich (Waise) a. Ravensb. 268,
270; II, 64
Mandroche (?) Heinrich II, 253 (112)
Manfredus, Wirth i. Vened. 59
Mangolt a. Augsb.
Gabriel H, 179, 211
Georg Christoph II, 180, 255
s. Br. Sigmund IT, 181, 255
Mangolt a. Kaufbeiiren
Kaspar 748; II, 148, 149, 182
n
Manlich Marcus a. Augsb. II, 179, 210
u. Nachtr.
Manthen Johannes a. Gherretzem(Gerres-
heim? b. Düsseldorf), Buchdrucker
i. Vened. II, 287
Mantua 256
Marano (= Meran?) II, 262 (cf. More-
naw)
Marbach i. Württemb. II, 97
Marburg i. Hessen II, 97, 299 (23)
Marcart Christoph 709; II, 189
March, Fluss II, 101
Marcus, S. Alberts, Pächter d. Fond.
— a. Augsb. 275; II, 58
— a. Krain 791
— a. München II, 56^
— a. Nümb. 201; II, 75
— a. Wien, Bote II, 279, 297 (19)
— Bäckergeselle i. Vened. II, 340 (77)
Marele (Ort? cf. Samuel) II, 332 (68)
Margareth i. Steiermark II, 200
Margaretha, Fr. e. deutsch. Wirthes
i. Padua II, 322 (60)
Margarita Theotonica II, 292 (6)
Margera (Magera) b. Venedig II, 200, 201
Marinelli, Arzt i. Vened. II, 252
Marinellus a. Regensb. 69; II, 47
Marinus a. Laibach, Schuster i. Vened.
II, 277
Maripello, Arzt i. Vened. II, 249
Maripetro s. Malipiero
Mark, Römische — (= Romagna?) 693
dieselbe (?) 785
Mai-kward Hans (Johannes), Raths-
schreiber i. Nümb. 431, 433, 435
Maroldt Hans (a. München?) II, 175, 209
Marstetten s. Maustetem
Martel Theotonicus II, 303 (30)
Martens a. Hamburg
Konrad II, 191 u. s. Fr. Maria, geb. ,
Doran 241 (109) mm
Wilhelm Konrads Fr. Maria Elis., geb. 11
König H, 241 (109) ■"
Martin a. Belf (= Wels?), Ballenbinder
d. Fond. 322; H, 20
— (a. Szegedin?), Buchdrucker i. Vened. ■
n, 288
— a. Ulm, Bäcker i. Vened. II, 274
— a. Villach 239; H, 53
— a. Weilheim, Bäcker i. Vened. II,
232 (66), 274
— Schuster i. Vened. II, 277
— Sensal d. Fond. 12
Martini Christoph, Thorhüter d. Fond.
H, 255 (138)
Martyancz i. Ungarn II, 98
Masius, S. Heinrichs, Notar d. Rimini II,
305—306 (31)
Masser Michael II, 256 (181)
II
Personen- und Ortsregister.
371
Massimino P., Prediger i. Vened. II, 261
Mathamaucum s. Malamocco
Matho Henricus de — 61; II, 82
Matrey (Matterach, Mattem) i. Tirol II,
94, 97, 199, 201
Matsch (Ma9o, Amacia) i. Tirol, Egeno
Vogt von — 25, 27
Matschperger s. Mazzaperger
Matthaeus a. Konstanz 800; II, 64
Matthaeus a. Laibach II, 280 (17), 300(25)
Matthias Apostel (Reliquie des — in
Vened.) II, 304—306 (31)
Mauls s. Mals
Maultasch Margaretha s. Brandenburg
Maurinus Johannes a. Augsburg 414;
II, 59
Mauro s. Moro
Maustetem (= Maurstetten oder Mar-
stetten i. Schwaben?) 300
Mautemdorf i. Salzb. II, 99, 200
Mauthen i. Kämthen II, 100
May Franz Georg a. Wien II, 171,
230 (50)
Mayer Ulrich (a. Nürnb.?) K, 194, 207
Mayr Johann Jakob a. Memmingen II,
184
Mazzaperger(Mazzenperger,Maziperger,
Matschperger) a. Salzb.
Johann 653, 658; II, 173
Erasmus II, 173, 208
Mazzorbo (Majurbium), Insel b. Venedig
325
Mediolanum s. Mailand
MeganeDamianus, Hausmeister d. Fond.
21
Mehling Lorenz Jakob (= MeUing
a. Partenkirchen?) II, 176, 211
Mehring i. Oberbaiern II, 94
Meiningen a. d. Werra II, 93
Meischner Heinrich a. Nürnb. 491 ; II, 78
Meisters s. Mestre
Melbling i. Kämthen II, 201
Melk i. Niederösterreich II, 297 (20)
Meilin Matthias a. Kempten II, 176',
183
Memmingen 399, 651, 655, 656; II, 62,
83, 93, 97, 121, 184, 199, 237
Memminger a. Nürnb.
Jobst (Justus) 653; II, 192
Lorenz II, 10 1""
Memo Marco Antonio, Doge 733
Mendel i. Nürab. II, 14, 74, 79
Georg 421, 428, 429, 433; H, 78
Konrad 362
Marcus 240, 362, 364, 365; H, 14,
75, 77
Marquard II, 75
Peter 362 ; II, 77
Wilhelm 273, 432, 433; II, 75
Menhardt Anton a. Augsb. II, 178, 208
Mensori Christoph , Schuster i.~ Yened.
11,276 • ■'
Meran (Marani terra) i. Tirol 28; Ü, 92,
93, 199, 262 (?)
Merck Joh. Jak. a. Ulm E, 185
Mes Johannes de — u. s. S. Bartholo-
maeus 11 — 13
Mestich Johannes, Schuster i. Vened.
H, 276
Mestre (Meisters, Maysters, Maestre)
11, 196. 246, 547, 579; II, 81, 88, 97,
199, 200, 201, 285, 286, 304 (31),
324 (64)
Mestrin (Gebiet v. Mestre?) 579
MetheHch Themale di — II, 280^»*
Mewtting Ludwig a. Augsb. II, 60
Mianus a. Cividale u. s. S. Johannes
u. Paul 595; H, 54 (cf. Emüianus)
Mices, genannt Nicoläus de Polä, aus
Böhmen II, 299 (24)
Michael s. v. Leoben i. Steiermark II,
200
Michael a. Böhmen II, 303 (30)
— Bäcker i. Vened. II, 274
— Theotonicus 203
Michel, Ballenbinder d. Fond. 523 1
Michel Ulrich a. Nürnberg 460 — 463,
466—469, 471—473; II, 78
Michercheni Gotthard a. Köln 653 (?),
663; II, 153, 189
Miclaiel Johann a. Portz b. Köln, Buch-
drucker i. Vened. II, 280
Michiel Marco, venet. Befehlshaber in
Cattaro II, 338 (76)
Milarin (= Millerin?) Magdalena II, 254
(135)
Miler Johann, S. Michaels II, 256 (178)
Milesio, Archivar d. Fond. II, 8 u. öfters
Milic (= Mülich?) Marcus (a. Augsb.
oder Nürnb.?) II, 79, 207
Milier s. Miller Joh.
Miller Agathe II, 259 (220)
— Jakob a. Paternion i. Kämthen II, 173
— Jakob Johann, S.Michaels II, 253 (117)
— (Milier) Johannes a. Rottenburg (od.
Rothenburg) u. s. Frau Justina II,
234 (78)
— Johannes 257 (197)
— Jonas a. Nümb. II, 195, 254
— Joseph S. Jakobs 11, 226 (28)
Miner Leonhard (a. Memmingen?) 658 ;
n, 184
Minichausen(= Münchhausen ?) Johann
von — II, 251
Minkwitz , Gesandter Joh. Friedrichs d.
Aelteren v. Sachsen i. Vened. II, 158
Minsingen (Münsingen) i. Württemberg
n, 199
372
Personen- und Ortsregister.
Mife (Miz ?) Nicolaus, S. Peters (a. Nümb. ?)
475; 11, 78, 82
Mittenwald i. Oberbaiem II, 94 — 96,
97, 175, 199
Mittersill i. Pinzgau i. Salzb. II, 100
Mittervells i. Niederbaiern 354; II, 56
Mizel Jobann Albrechfr, S. Phil. Jakobs
II, 256 (180)
— Johann u. Maria, Kinder Philipps,
BaUenbindersd.Fond. II, 257 (189, 190)
Mocenigo Johannes, Doge 551
— Thomas, Doge 316, 318, 321, 327
Moche Johannes a. Ulm II, 63
Modena, Herz. Alphons von — 643
Moederbruck s. Muerbruggen
Moens Marcus a. Köln 777
Moer (Mohr, Moir) Johannes u. s. Br.
Weinhold a. Köln II, 153, 190
Mörlin a. Augsb.
Gilg, Notar 688
Jakob, Notar 687
Moertzhoffen i. Steiermark II, 200
Moldau, Fürst Alexander I. v. — 817 ^
Molin Francesco, Doge 763
Molina, Arzt i. Vened. II, 254
Molinetto, Arzt i. Vened. II, 253
Monacho Henricus de — II, 280
Monachus Borchardus (Brocardus) s.
Münch
Monacum s. München
Monsü, Arzt i. Vened. II, 255
Mont Cenis II, 92
Monte Croce s. Kreuzberg
Montfort, Herz. Hugo v. — 28
Mont Grenevre i. Piemont II, 92
Mora Job. Baptist a. Köln II, 190
Morandus a. Triest, Sensal d. Fond. 807
Morenaw castellum = Marano? 217
Moreo, Arzt i. Vened. II, 255
Moresini, Arzt i. Vened. II, 254
Moro Cristoforo, Doge 497, 512, 516;
n, 324 (64)
Morosini Paolo II, 37
Morravia s. Mähren
Morretus (Allemanus) 75; II, 82
Mosauer (Musauer) Johann a. Regensb.
653, 658, 677; II, 132«, 168, 169, 207
Moser Blasius u. Christoph a. Salzb.? II,
207
Motozer (Muttentzer) Johannes a. Basel
n, 65
Motrenberg Rinaldo de — II, 280^"
MüfFlinger Burkhard a. Nürnb. 379, 384;
n, 77
Mühlbach i. Pusterthal II, 97
Muelegg H. i. Nürnb. 761
Mülich (Mielic) Christoph II, Nachtr.
(cf. Milic)
Müller a. Lindau II, 187
Müller Jakob a. Memmingen II, 185
— Johannes a. Ulm II, 63
Mülnheim Eberlin u. Walther (?) aus
Strassburg II, 67
Münch (Monachus) Burkhard a. Basel
182, 197, 200, 204; II, 65
München (Monacum) 88, 147, 192, 206,
209, 226, 249, 251, 667, 669, 688.
689, 785; H, 56, 57, 90, 94, 95, 96,
101, 175, 197
Münnerstadt i. Unterfranken II, 93
Münster i. Westphalen (Friede von — )
763
Muerbruggen (Moederbruck) i. Steier-
mark II, 201
Muereck i. Steiermark II, 200
Mürzzuschlag i. Steiermark II, 98, 170,
171, 200
Muffel Niclas a. Nürnb. 466, 469
Mulbach Henricus de — , Sensal d.Fond.
186
Muntbrat Johannes a. Ravensb. II, 64
Mur, Fluss II, 98
Murano, Insel b. Vened. 1, 55, 325
S. Michele u. S. Niccolo daselbst 55
Murau i. Steiermark II, 99
Murnau i. Oberbaiem 486, 503; II, 91, 95
Murr Heinz a. Mittervells 354; II, 56
Musauer s. Mosauer
Muscoli i Friaul II, 200
MusiteUi, Arzt i. Vened. II, 255, 257
Mussato, Arzt i. Vened. II, 255
Mutting a. Augsb. II, 59
Mutzinigo s. Mocenigo
N.
Nadelhart s. Adelhart
Naiderich (Naidovich?) Christian, Koch
i. Fond. II, 255 (15)
Nani Konrad, Sensal d. Fond. 157
Nanni Qaninus (Johanninus) , S. d. Ni-
colaus, Sensal d. Fond. 161
Nas(c)ere Rigus de — Herz. Heinrich
V. I3öhmen? 45
Nassereit (Nazaret, Nazoret) i. Tirol
n, 93, 94, 198, 199
Naturns(?) w. v. Meran i. Tirol II, 93
Natter Joh. Sigmund a. Biberach II, 186
Nauders i. Tirol II, 93
Naves s. Lavis
Naumburg i. d. Prov. Sachsen II, 97
Nazaret, Nazoret s. Nassereit
Neapel 693
— König Ladislaus II, 44
Nebiet Giovanni de — a. Brüssel II, 70
Nechinus (= Henichinus?) a. Köln II,
298 (22)
n
Pei'sonen- und Ortsregister.
373
Negi'O s. Schwarz
Negroni, Arzt i. Vened. II, 249
Neithart (Nythart) Mathäus, Bürger-
meister V. Ulm 664, 668, 669
Nellebach Johannes II, 221 (5)
Nesselwang i. Schwaben II, 93, 199
Neu(e)nkirchen i. Oberösterreich II, 98,
200
Neuenmarkt = Neumarkt i. Steiermark
II, 53
Neuhoifer Christoph II, 209
Neumaier Hans Chilian von Ramssla
II. 107^0, 199
Neumark = Neumarkt i. Steiermark
II, 171, 199
Neumarkt i. Steiermark II, 53, 98, 201
— i. Südtirol II, 94, 199, 200, 201
Neumeister Peter a. Nüi-nb. II, 76
Neustadt a. d. Saale II, 93
Neustadt i. Niederösten*. (Civitas nova)
s. Wiener-Neustadt
Nevis, Nevus s. La\as
Newman Hermann a. Nümb. II, 331 (67)
Nichele a. Marburg II, 299 (23)
Nickel a. Breslau II, 72
Niclas, Mautner i. Spital i. Kämthen
439
Nicolaus (Nicholo) a. Böhmen, Sensal
d. Fond. 290
— de Driga(?) a. Böhmen II, 299 (24)
— a. Brunneck 786; II, 55
— a. Frankfurt, Buchdrucker i. Vened.
u. 8. Frau Pascha II, 232 (63), 288
— a. Freiburg, Schuster i. Vened. II,
275, 312 (42)
— a. Friesach 54; II, 53
— a. Judenburg 320, 322; II, 20
— a. Laibach, Ballenbinder d. Fond.
322; II, 20
— a. Nümb.(?) 349
— a. Speier (?) 241; II, 67
— a. Wien 216, 794; II, 52
— a. Wien, Diener i. Vened. II, 279,
307 (32)
— Todescus 11, 300 (25)
— Theotonicus II, 300 (25)
— Teotonicus II, 301 (28)
— Teotonicus II, 307 (33)
— , Fechtmeister (?) a. Deutschland II,
299 (23)
— , Wirth i. Vened. II, 283 ^°, 296 (15)
— Ragatinus Theotonicus i. Serravalle
II, 295 (12—13)
Nicoletus a sapone (Seifensieder?) Theo-
tonicus 185
Niederlande 669, 755, 759; II, 160
Niederndorf i. Pusterthal II, 96
Nigris (Negi-i) Faustus de — 768, 769
774, 775, 777, 779, 780; II, 149
Johannes Baptista 780
Nirombergher (= Nürnberger?) Jakob,
Bäckergeselle i. Vened. II, 271, 340
(77)
Nördlingen 653, 658; H, 82(?), 185,
243, 288
Nördlinger Loreiiz a. Nüi-nb. II, 76
— Leonhard? II, 185
Noettel a. Nürnb.
Bernhard 716; H, 194, 209, 210
N. II, 194
Nomicö, Arzt i. Vened. II, 259
Noppenau (statt Oppenau i. Baden)
II, 199
Nordhausen a. Harz II, 93
Norimberga etc. s. Nürnbei-g
Novimagium (= Speyer?) II, 288
Nowgorod II, 3
Nürnberg (Norimberga, Nurünbergum,
Nuremberg, Nürnberg) 106, 120, 121,
122, 123, 125, 127—130, 132, 135,
136, 138, 140—145, 147, 164, 166,
176, 177, 179, 180, 192, 201, 215,
230, 231, 240, 247, 254, 256, 278,
279, 291—293, 322, 327, 329, 330,
354, 357, 368, 375, 380, 387, 888,
407, 411, 442, 472, 498, 503, 504,
512, 516, 520, 535, 541, 550, 551,
553, 574, 643, 645, 651, 653, 655,
656, 658, 662, 670, 701, 710, 714,
720, 723, 729, 738, 739, 743, 751,
755, 756, 761, 763, 767, 779, 784,
787, 809; II, 8, 11, 14, 1.5, 20, 34,
45, 46, 71, 73—80, 82—83, 86—91,
95, 97, 101, 102, 121, 124, 125, 138,
142, 144, 145, 147, 148, 151, 154,
192—196, 200, 223, 225, 227, 231,
232, 236, 237, 238, 241, 244, 245,
254, 259, 273, 275, 286 \ 289, 301
(27?), 312 (42), 315 (45), 322 (60),
324 (64), 326 (66), 331 (67)
— Burggraf Johann II, 297 (18)
Nürtingen i. Württemberg II, 97
0.
Oberammergau s. Ammergau
Oberau i. Oberbaiern II, 94 (cf. Au)
Oberdrauburg i. Kärnthen II, 100
Oberkirch i. Baden II, 199
Oberlaibach i. Krain II, 200
Oberösterreich II, 99
Ober-Pulsgau i. Steiermark II, 98
Ober-Vellach i. MöUthal i. Kärnthen
II, 99
Oberwölz i. Steiermark II, 99
Obmann Adam II, 251 (51)
Ochsenfurt a. Main II, 93
374
Personen- und Ortsregister.
n
Oder, Fluss II, 101
Oderzo i. Venetien II, 98
Odoricus Theutonicus 44
Oedenburg i. Ungarn II, 98
Oei-tel s. Ertel
Oesterreich (Austria, Osterreich) 237,
239; II, 100, 303 (30)
— Erzhaus 761
— Herzog u. Herzöge (ohne Namen) 1,
46, 151, 182, 184, 187, 202, 215, 219,
230, 233, 234, 236, 238, 239, 296,
345, 374, 565, 567, 582
— Herz. Albrecht HL 230 ^■, II, 49, 50,
81, 99
— Herz. Albrecht V. II, 51
— „ , VI. 441
— Herz. Ernst d. Eiserne (Steiermark-
Tirol) 773; n, 41, 143
— Herz. Friedrich d. Streitbare II, 49
— Herz. Friedrich IV. (v. Tirol) 296,
300, 379, 397, 406, 415
— Herz. Leopold III. 230 ^ 244, 246;
II, 297 (18?)
— Herz. Rudolf III. II, 80
IV. II, 50, 81
— Sigmund 514, 517; II, 55, 95
Oesterreicher Seiz a. Nürnb. II, 76, 77
Oettingen(?) Graf Albert v. — II, 306 (31)
Graf Ludwig 151
Offenburg i. Baden II, 92
Offer s. Hoffer
Offerta = Höchstetter
Oglio(?), Arzt i. Vened. II, 259
01er Sigmund i. München 688
Olmo s. Ulm
Olniütz II, 101, 299 (24)
Onolt s. Honolt
Onzelt Lorenz, Schuster i. Vened. u. s.
Neffe Peter H, 254 (127, 130), 277
Operger Gualterius, venet. Söldner II,
280
Opermann Jakob II, 209, 210
Oppenau (Noppenau) i. Baden II, 199
Oppenheim i. Hessen II, 93
Oppoliano s. Topogliano
Oricus a. Baiern 108
Oringaw(?) II, 288
Orleans i. Frankreich 759
Orlinger (= Nördlinger?) Justus de —
545; II, 82
Ornolt s. Honolt
Ortenburg (Ortemberg, Ortemburg) i.
Kämthen II, 172
— Graf Ulrich u. s. Hauptmann Andreas
V. Graben 439—442, 452
Orth Heinrich i. Ulm II, Nachtr.
Ortlieb Jakob a. Nürnb. II, 75
Oseleto Nicolaus de — a. Villach 782;
II, 53
Osnabrück 763; TL, 197
Ospedaletto i. Friaul II, 98
— i. d. Valsugana s. Spitaleto
Ospitale a. d. Piave 451 ; II, 91, 96, 97
Oswald Johann a. Augsb., Buchdrucker
i. Vened. II, 288
Ott a. Innsbruck-Augsb. II, 173
Christoph 748; II, 173, 210
David II, 173, 208, 209, 210 u. Nachtr"
Hieronymus 748; II, 173, 209, 210
Octavius 736; II, 173, 210
Ott Maria, T. Christians II, 253 (101)
Ottnant Hans a. Nürnb. II, 76
Otto a. Regensb. 69; II, 47
Otto a. Salzb. II, 298 (21)
Otto Dr. Sebastian, Synclicus i. Uhn
763; II, 148
Otto Teutonicus II, 293 (6)
Otto, Arzt i. Vened. II, 254, 256, 287
Otton, Arzt i. Vened. II, 255
Outemgh, Outeingh (= Oettingen?)
Graf Albert von — II, 306 (31)
Owero s. Quero
Ozenpener Peter II, 209
P. cf. B.
Fächer Christoph II, 253 (108)
Padua 75, 113, 114, 129. 136, 145, 22ir
228, 230, 257, 804; II, 31, 97, 200,
201, 258, 285, 295 (14), 300 (26), 318
(52), 322 (60)
— Herr v. — (Jak. v. Carrara) 135, 136
Paff'endorf (Paffendoi-p, Panfendorf) An-
ton a. Köln 653, 658; II, 70, 71,
153, 189
Paffler Jakob (a. Augsb.?) II, 254 (136)
Paganus (= Haiden) Heinrich a. Wien
417, 420; H, 52
Pagier (= Bayer ?) Johann u. Jakob II,
Nachtr.
Pagogher (?) Johann u. s. Kinder Marie
u. Johann II, 253 (109, 110)
Paimagen (?) Ulrich II, 253 (98)
Paison, Arzt i. Vened. II, 258
Paitton, Arzt i. Vened. II, 259
Palma (Nuova) i. Friaul II, 98, 200
Paluzza i. Friaul II, 100
Pangracius, venet. Söldner II, 280
Panich Vulfardus de — (a. Polen?) 139
Pappenheim, Marschall von — II, 70
Paradiso Nicolo, Maler i. Vened. 322;
II, 20
Pariometh Erasmus (= Pamiet a. Augs-
burg?) 653; II, 177
Parisano, Arzt i. Vened. IT, 251
Parisent Maria, Wirth i. Vened. u. s.
Fr. Andrea Maria II, 256 (179), 284
Pei'sonen- und Ortsresister.
375
Partanon s. Pordenone
Partenkirclien i. Oberbaiem 503; II, 94,
95, 176, 199. 200
Passau (Passo) 231; II, 49, 91, 200, 262,
282
— Bisch. (Christoph) II, 49
— Bisch. Wigileus 667, 672
Paternion (Paterniano) i. Kärnthen II,
172, 173, 200
Pauer Georg II, 254 (133)
Paul a. Augsb., Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Cividale 595; II, 54
— de Driga (?) a. Böhmen U, 299 (24)
— a. Kasteh-ut , Ballenbinder d. Fond.
322; II, 20
— a. Nümb. 177; II, 74
— (Ballenführer?) 457
— Teotonicus II, 294 (10)
Paumgartner Hans a. Augsb. 692
Paumgartner(Baunigartner,Bamgartter,
Pangerdener, Bomgarter) a. Nümb.
Anton 491, 498; II, 78
Franz 653; II, 192
Hieronymus 701
Johannes 586, 653; II, 79, 192
Konrad 388, 439, 440, 442, 480, 482,
485, 491; II, 77, 78
Martin 400, 491; 11, 78
Paur Georg II, 251 (54)
Paurnfeind (Paurenfan) Wolfhard a.
Salzb. 748; II, 174
Pavia II, 6
Paxmid Matthäus, S. Gabriels, Ballen-
binders d. Fond. II, 258 (211)
Paycher Simonino II, 280^°
Payer Christoph a. Prag 196; II, 81
Payer Joh. Georg II, 256 (169)
Pecchlen (Pecchlin = Böckhlin?) Paul a.
Augsb. II, 179, 211
Peco Zuan, Schuster i. Vened. II, 236 (84)
Peer Johannes , Bäcker i. Vened. II,
344 (84)
Peiser in der Aw i. Tirol II, 199, 201
Peiting in Oberbaiern II, 94
Pekach {— Peggau i. Steiermark?) II,
200
Pelestrina, Insel s. v. Vened. II, 311 (41)
Pelizari Bartel, Unterkoch d, Fond. II,
258 (209)
Pcller a. Nümb.
D. 761
Martin 743, 748; II, 193, 194, 210
Tobias Martin II, 194, 210
Peiser Jodocus a. Aachen 767; 11, 149,
191
Peiser Johann a. Köln 754, 755, 768;
II, 147
Pender (Bender, Bander) Peter, Wirth
i. Vened. 577, 698; II, 155
Pepfenhauser (Pefnauser, PfeiFenhauser)
Anton a. Augsb. 748, 749; II, 177,
179, 210
Perchel Mattio 743
Ferger Andre, gen. Kanzanderle II, 333^
Pei-gine (Persine, Perschen, Persien, Fer-
sen) ö. V. Trient II, 97, 199, 201
Peringer Johann u. Margareth II, 231 (57)
Perman a. Wien
Heinrich 513, 574; H, 52
Ulrich 495; II, 52
Perremann Jakob a. Freiburg i. d.
Schweiz 379; II, 66
Pesser s. Besserer
Pesth II, Nachtr.
Peter, Petrus, Piero
— a. Augsb., Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Böhmen, Schuster i. Vened. II, 275,
312 (42)
— de Jerme (?) a. Böhmen II, 299 (24)
— von Köln 653; II, 189
— Schöffe i. Kuttenberg II, 303 (29)
— a. Rotenburg, Geschützmeister II, 280
— a. Salzb. 796; II, 55
— a. Seligenstadt (?), Wollarbeiter i.
Vened. H, 278, 318 (51)
— a. Trient, Ballenbinder d. Fond. 322;
H, 20
— a. Ulm, Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Venzone, Buchhändler i. Vened.
H, 289
— a. Villach 239; II, 53
— a. Wien, Ballenführer 176
— a. Wien, Diener i. Vened. II, 279
— Ballenbinder d. Fond. 447
— Diener i. Vened. II, 279
— Schuster i. Vened. H, 277, 317 (50)
Petrachinus a.Böhmen, Ballenführer 101;
n, 279
Pettau a. d. Drau i. Steiermark II, 49,
50, 53, 98, 171, 200
Peuscheldorf (= Venzone) i. Friaul, II,
50, 201
Peutelstein i. Ampezzo-Thal II, 96
Peutinger a. Augsb.
Hans u. Ulrich II, 60
Konrad II, 121, 122
Pexa (Pexer) s. Besserer
Beyern s. Baiem
Pfaffenberger (Pf afemb erger) Sebastian
a. Augsb. 709; H, 180
Pfalzgraf Friedrich IV., Kurfürst II, 159
— Ludwig in. d. Bärtige 818, 819; 11,27
Pfauz a. Augsb.
Friedrich u. s. Fr. Ernestine Euphro-
syne, geb. GuIImann II, 181, 239
(101, 102)
Friedrich jr. II, 182
Pfeffenhauser s. Pepfenhauser
37C
Personen- und Ortsregister,
rfercliert(?) Veit II, 256 (268)
Pfinzing (Phincin) a. Nürnb.
Franciscus 298; II, 76
Marcus 177; II, 74
Peter II, 76
Sebald 335
Sigmund II, 76
Pfister a. Augsb.
Hans II, 60
Leonhard 310, 316; II, 58
Pfister Lucas, Kamrer i. Regensb. II, 48
Pflanzer Bernhard (= Flänzer a. Nürn-
berg?) II, 194, 208, 209
Pfunds (Föns) i. Tirol II, 93
Philipp a. Passau, venet. Bürger 11, 282
Phiroben Johann, Buchdrucker i. Vened.
II, 288
Pholfram(?) = Wolfram? II, 250 (27)
Piave (Plavis, Plat), Fluss i. Venetien 88,
273, 443, 451; II, 91
Pichel Johannes 506; 11, 83
Pictor Bernhard a. Augsb.. Buchdrucker
i. Vened. II, 288
Piede Bartholomaeus dal — , S. Ber-
tholds, a.Bruneck, venet.Büi-ger II, 283
Piera Pietro da — a. Pieve di Condino
II, 256 (175)
Piero s. Peter
Pieve di Condino b. Trient II, 256
Piglioli Ludwig a. Cividale 514; II, 54
Piler Matthäus II, 252 (87)
Pilgram Franz (a. Memmingen od. Nürn-
berg?) II, 194, 211
Piloto Jakob a. Venzone 177; II, 279
Pim(m)el Leonhard a. Augsb. 653; II,
177 (cf. Bimel)
Pinfer Hieronymus II, 208
Pirchell Matthäus (a. Salzb.?) 748; II,
174 (cf. Birchil)
Pirchiner, Pirchimer s. Pirkheimer
Piria Marchio II, 250 (16)
Pisani Nicolo, Visdomino d. Fond. 699
Pisis, Jude a. Zürich 82
Pixmoester (?) s. Faistele
Pizamano Zan Augustin, Visdomino d.
Fond. 661; H, 108''
Plasprug (Plassprugg) s. lapo di Ponte
Plat s. Piave
Plattner Ulrich a. Augsb. 341; II, 59
Planer Ulrich a. Konstanz II, 65
Plavis s. Piave
Pleckenpass zw. Kärnthen u. Friaul
II, 100 (cf. Kreuzberg)
Pleinger Christoph a. Augsb. 709;
n, 181
Plorer Walther a. Basel II, 65
Pluet Lucas (a. Salzb.?) 710
Podmayr Leonhard a. Salzb. II, 55
Podpetch (Potpeth) i. Krain II, 200
Pols i. Steiermark II, 98
Polä(?) i. Böhmen II, 299 (24)
Pol(l)ani (Bolani, BoUani), venet.
schlecht 62; II, 9
Jacobus, Gesandter 138, 143
Marinus 4, 14
Polanus Nicolaus, Sensal d, Fond, 12
Polen (Polonia) 139, 324, 330, 358, 759,
773; II, 81
Foliant Michael a. Nürnb. II, 195
Fölling i. Oberbaiem II, 94
Polster Andreas a. Köln II, 190
Pommer a. Wien i. Vened,
Johann'II, 211
Johann Christoph u. Joh. Jakob ü,
171, 211
Pommern, Herz. Bogislaus v. — II, 284
Pontafel (Pontabl, Pontebba) i, Friaul
n, 98, 200, 201
Ponte Maria II, 257 (187)
Ponte Antonio dal — , Erbauer d, Rialto-
brücke 11, 131
Poppeisdorf b. Bonn II, 97
Pordenone (Portus Naonis, Partanon)
i. Friaul 1, 613; H, 54, 98, 310 (40)
Porer Adam, Ballenbinder d. Fond. II,
256 (177)
Portia Johann Ferdinand Graf v. — ,
Kaiserl. Gesandter i. Vened. 770
Portogruaro i. Venetien II, 36, 98,
200, 201
Porto de Piave n. v, Venedig II, 200
Portugal, König Manuel v. — II, 118
Portus Naonis s. Pordenone
Portz b. Köln II, 288
Potl, Poetl s. Putel
Poveglia-Canal (Poveiole canale) i. d.
venet. Lagune 276; II, 91
Prag (Praga) 196, 290, 799; H, 80,
101, 200
Prampero (Prampergum) i. Friaul 415
Prantstetter Georg a. Salzb. od. Wien
653; II, 171, 174
Prata (= Ampezzo) II, 96
Prawneck (= Brunneck?) 675
Predilpass zw. Kärnthen u. Görz II,
98, 99
Pregler Martin a. Nürnb. 443; II, 78
Preussen (Prussia) 322; II, 20
Prewnlein (= Bräunlein?) Johannes,
genannt Angelus Borlinus a. Nürnb.
600; II, 79
Preysegg i. Oberösterreich II, 201
Primiero (Primör) i.Südtirol476, 567, 587
Primolano i. Venetien II, 97, 199, 201
Primus P. (Buel?) a. Bologna, Prediger
i. Vened. H, 261
Prisiana i. Gebiet v. Treviso 88
Priuli Girolamo II, 117
Personen- und Ortsregister.
377
Probestain Hieronymus, Geistlicher i.
Breslau 368
Procopius i. Kuttenberg II, 303 (29)
Pruckner Christoph, Bote a. Baiersoien
II, 252 (70)
Prume Heinrich a. Lübeck II, 72
Prun (Braun?) Ulrich u. s. Frau Agnes
a. Augsb. 314; II, 59
Prunner Georg a. Nümb. 550
Prunnhofer a. Regensb.
Ch. u. Ru(dolf) 257
Marcus 257; II, 47
Prussia s. Preussen
Prutz i. Oberinnthal II, 93
Puceni Johann II, 255 (147)
Puchberger Seitz, Baierischer Pfleger
II, 48
Püttrich (Putrigus) Hermann a. München
226; II, 56
Puller Wolfhard (= Püller a. Laibach?
oderPulcher a. Salzb.?) 653; II, 173,
174
Pusterthal II, 92, 96, 100
Putel (Puotel, Potl, Poetl) Simon a. Wien
390, 423, 492, 495, 513; II, 52
Putreich Franz a. Regensb. II, 48, 86, 87
Putrigus s. Püttrich
Pympass (Piern) II, 50, 99, 201
Quero (Owero) a. d. Piave i. Venetien
246 ^ n, 97
B.
Raab, Fluss II, 98
Rab Hans a. Nümb. II, 76
Rabenskopf Friedrich u. s. Söhne Ber-
thold u. Hermann a. Landshut II, 56
Rabotus, venet. Söldner II, 280
Rachel Paul Moritz a. Augsb. II, 182
Rad Philipp Albrecht a. Augsb. II,
179, 211, 256, 258
Raderoden Vilichinus de, venet. Söldner
II, 280
Radkersburg (Rackersburg, Radcony)
a. d. Mur i. Steiermark II, 98, 200
Radolfzell a. Bodensee (Baden) II, 93
Ra(d)statti. Salzb. 104 ; 11, 50, 56, 99, 100
Radwitz Hans von — II, 101
Räbmann, reform. Geistlicher i. Vened.
n, 160, 161
Ragoza, Arzt i. Vened. II. 252
Raididel Hermann in Wien II, 171,
255 (142)
Rainaldus a. Prag 196; II, 81
Ramaecker Paul a . Aachen (od. Köln ?)
• 767; II, 149, 190, 191
Ramsborgh, Ransborg, Ranesborg s.
Regensburg
Ramung Hermann a. Augsb. II, 59
Rantinger Matthias a. Regensb. II, 48,
86, 87
Rappe, Haym (Hayum), Jude i. Mestre
H, 286, 324 (64)
Raschir (?) Paulina, W. Domenico's 257
(195)
Ratdold, Erhardta. Augsb., Buchdrucker
i. Vened. II, 288
Ratisbona, Ratispona, Ratisponda s.
Regensburg
Rattenberg a. Inn 687, 688
Rauchfass (Rocfas) Johannes a. Frank-
furt a. M. II, 68, 233 (68)
Raunacher Hans, Pfleger a. Karst 438 *
Rauris i. Salzburg II, 100
Ravenna II, 304 (31)
Ravensburg i. Württemb. 258, 267—271,
274, 277, 286, 651; II, 46, 64, 186
Raynaldus de Novimagio (Speyer?),
Buchdrucker i. Vened. II, 288
Rayner (Rainer? Ray m er?) Nicolaus
(a. Frankf. a. M. ?) 653 ; II, 188
Recher Adam a. Böhmen II, 255 (154)
Reck (Rech) a. Nürnb.
Hermann 327, 369, 370, 387, 407;
II, 38, 76,77
Konrad II, 76
Reck von — a. Wendelstein b. Nürnb.
Johann Konrad II, 196, 239 (100), 240
(105)
Regina Katharina II, 239 (103)
Felicitas II, 240 (107)
Recz, Regium s. Reggio.
Reder Anton II, 251 (62)
Regatsnig a. Villach
Johann Georg II, 172
Matthias Ferdinand II, 172
Regensburg(Rensborg, Rensburg, Reyns-
burch?, Ramsborgh, Ransborg, Ranes-
borg, Ronesborg, Rongasburg, Ratis-
bona, Ratispona, Ratisponda) 69, 86,
88, 110, 124, 125, 202, 284, 321,
369, 539, 542, 543, 571, 577, 658,
665, 667, 671, 751, 755, 756, 761,
763, 771, 779, 799, 801, 804, 805;
II, '11, 46, 47, 82, 83, 86, 90, 94,
143, 148, 150, 168, 200, 232, 233,
237, 287, 288
Reggio (Regium, Recz) i. d. Emilia 355,
356, 643
Reggio (Regii?) P. Franciscus a. Ried
i. ßaiem, Prediger i. Vened. II, 261
Rehlinger (Röhlinger, Roechlinger) a.
Augsburg
Johann 675. 685, 686
Karl II, 179, 208, 209
378
Pei'sonen- und Ortsregister.
Konrad 653; II, 177
Ulrich der Aeltere 356; II, 59
— d. Jüngere 688, 689
Wilhelm 653, 658; II, 177
Reich (Rizzo) Sebald a. Nürnb. 658 u.
Addenda; II, 193
Reich Nicolaus, gen. Todeschinus, S.
Alberts, venet. Bürger II, 282
Reinbach (= Rennweg i. Kärnthen?)
II, 200
Reins Theodor 658
Reinsperger Hermann a. Nürnb. II, 76
Reiter (Raiter) Georg a. Innsbruck II,
173, 210, 226 (29), 253 (104)
Rem a. Augsb.
Abraham II, 179, 209, 224 (22?)
Endris II, 178
Georg 653, 658; II, 177, 180, 233
(67)
Hieronymus 11, 179, 209
Johannes (Hans) II, 58, 308 (35, 36),
310 (39, 40)
Lucas II, 39, 58, 60, 102
Sebastian II, 58, 285, 307—310
(30-40)
— s. erste Fr. Thomasia II, 807—308
(34—36)
— s. zweite Fr. Lucia II, 309—310
(37-39)
— Thomas (?) 533; II, 60 _
Remagen a. Rhein s. v. Königswinter
H, 93
Renff (Renf, Reniff, Rempff) Kaspar
II, 209
Rengger Heinrich a. Ravensburg 267;
II, 64
Renhart Eberhard a. Augsb. 313
Renner Franz a. Heilbronn, Buchdrucker
i. Vened. II, 288
Rennweg s. Reinbach
Renoldus a. Wien II, 303 (30)
Rens(a) = Rheims 386
Rensborg, Rensburg s. Regensburg
Rense a. Rhein s. v. Koblenz II, 93
Rentz Ytel (Eitel) a. Ulm II, 63
Renus s. Rhein
Rephim (?) Ulrich 291
Resiutta i. Friaul II, 98
Retchir Johannes, S. Hermanns a. Köln
II, 70
Renbarth Christoph i. Nürnb. (Augsb.?)
II, Nachtr.
Reutlingen i. Württemb. II, 199
Reutte (Reitte) i. Tirol II, 93, 94, 198
Revenston (= Reventlov ?) Friedrich
Ludwig a. Dänemark II, 258 (212)
Revial Anton u. s. Bruder Philipp a.
Augsb. 716; H, 181
Reynsburch (= Regensburg?) II, 288
Rheims (Rensa) 386
Rhein, Fluss (Renus) 172
Rheineck a. Bodensee i. d. Schweiz
H, 93
Rheinfelden Hermann i. Köln II, 190
Rheinfels n. v. Bingen II, 97
Rhenier Alvise, venet. Befehlshaber in
Cattaro II, 341—342 (79—81)
Richard a. München 11, 56
Richter senior i. Nürnb. 759, 760, 761
Ried i. Baiern II, 93, 261
Rieneck (Ryeneck i. Unterfranken) Graf
Thomas 347
Ries Magdalena, geb. Echelpach, W.
Johanns H, 259 (221)
Riesch a. Lindau
Andreas II, 187
Erhard II, 187, 211
Rieter Sebald a. Nürnb. II, 79
Rietze b. Wipshausen i. d. Prov. Bran-
denburg? II, 93
Rigler Anton a. Nürnb. 421, 428, 429;
H, 78
— Stephan (a. Nürnb.?) II, 194, 207
Rigus (a. Frankfurt?) 789; II, 67
— a. Köln, Goldschmied i. Vened. II, 278
— a. Wien 46
— a. Zürich 793; II, 66
— Theotonicus 199; 11, 83
— de nasere (?), (s. Heinrich v.) Böhmen
Rimine (= Limena?) i. Venetien II,
97, 201
Rimini (Ariminum) II, 304—306 (31)
— Bisch. Angelus ebda.
Ripa a. Gardasee II, 96
Rippaprandecini (= Cziva del Prande-
sin?) b. Treviso II, 323 (61)
Ritter Christoph, S. d. Goldschmieds
Paul Hieronymus II, 289
Ritz Sebastian a. Köln II, 190
Rivoli ö. V. Gardasee II, 94
Rix (?) Johann Karl II, 252 (74)
Rizer Anton II, 268 (216)
Rizo Mapheus, Sensal d. Fond. 295
Rizzo s. Reich
Robabelis (Robobellis) Odoricus de — ,
Notar i. Vened. II, 314 (42), 327,
328 (66)
Robertus, Jude a. Nürnb. II, 280 \ 315
(45)
Robotini (Raubotinis) Vivianus, S. Fran-
ceschinos i. Rimini II, 305 (31)
Rock (Rochus) a. Wien
Heinrich (Rigus) 263—265; II, 52
Johannes 263, 264; II, 52
Rodimstaph (= Rodinsberg oderRothen-
stein i. Kärnthen?) 322; II, 20
Rodulfus s. Rudolf
Roeggli Martin a. Ravensb. II, 64
4
Personen- und Ortsregister.
370
Roella, Arzt i. Padua II, 258
Roemer Stephan, Buchhändler i. Vened.
II, 289
Rötelstein s. v. Brück i. Steiermark
II, 200
Rohrbach Konrad a. Frankf. a. M. II, 69
Roliger Johannes, Prior des Deutsch-
ordensklosters S. Trinitä i. Vened. II,
304—306 (31)
Rom 465, 534; II, 254
Papst Alexander III. II, 8
— Julius IL U, 131
- Urban IV. II, 80
Romenkessel i. Oberbaiern II, 199
Roner Franz a. Heilbronn (?), Schuster
i. Vened. II, 275, 326 (66)
Ronesburg, Rongasburg s. Regensburg
Rorer Johann a. Ulm 653; II, 184
Rorschach a. Bodensee II, 7
Roschof a. Judenburg 391; II, 53
Rosenheim i. Oberbaiern II, 94
Roser Margareth II, 256 (171)
Rossla i. Thüringen II, 97
Rost Johann a. Baiem II, 254 (134)
Rotenbusch s. Rottenbuch
Roth Otto a. Ulm II, 63
Rothenburg a. d. Tauber i. Mittelfranken
II, 93, 234 (78?), 280 (?)
Rothenstein i. Kärnthen (?) s. Rodim-
staph 322; II, 20
Rottenbuch (Rotenbusch), Kloster i. Ober-
baiern II, 199
Rottenburgi.Württemb. II, 199, 234(78?)
Rotten getter Ludwig a. Ulm 653; II,
63, 184
Rottenhammer Johann, Maler U, 134
RottenhofFer a. Nürnb.
Christoph 743, 748; II, 189, 193, 194,
210
Joh. Thomas II, 195
N. 761
Rottenmann i. Steiermark II, 99, 171, 201
Rottstrasse b. Mittenwald II, 94—96
Rottweil i. Württemb. 11, 288 (cf. Adam)
Roveredo i. Südtirol II, 94
Roys Peter a. Ulm II, 15, 63
Rüben, S. Ysaaks, Jude a. Deutschi.
II, 287, 319 (54)
Rudolf, Rodulfus
— super Foncam a. Neustadt 236 ; II, 53
— a. Nürnb. (?) II, 301 (27)
— Teuthonicus i. Padua II, 295 (14)
Ruepprecht Leonhard II, 256 (174)
Rugerius a. Salzb. 103
Ruland Ott a. Ulm II, 63
Ruliant Rigo 653
Rummel a. Nürnb. II, 14, 75
Heinrich (Heintz) 388, 450, 511; II,
15, 75, 76, 77, 78, 80
Johannes 307, 388, 511; II, 14, 15,
76, 77, 78
Sebald 470, 490; II, 78
Wilhelm 304, 305, 307, 330, 470; II,
14, 75, 76, 78
Rummel a. Köln
Heinrich H, 71, 172
Johann II, 71
Rumpf Kaspar a. Köln II, 190
Russland (Russia) II, 326 (66)
Ryeneck s. Rieneck
Rymann Johann de Oringaw (?), Buch-'
drucker i. Vened. 11, 288
S.
Saalfelden i. Salzb. II, 100
Sabadino Antonius, Wirth i. Vened. II,
293 (8)
Sacher Johannes II, 243 (115)
Sacher Maria, Fr. Christophs II, 252 (68)
Sachsen II, 7
Sachsenfeld i. Steiermark II, 200
Sacile i. Friaul II, 91, 98
Sack Im -, Zum— i. Tirol II, 199, 200
Saeben (Sehen) b. Klausen i. Tirol II, 94
Salenau (— - Sollenau) i. Niederösterreich
n, 200
Saiz Jeremias 748
Saler Vincentius II, 235 (79)
Saler (Salier) Matthäus i. Augsb. II,
Nachtr.
Salimbene II, 32
Salistot (= Seligenstadt i. Hessen oder
Unterfranken?) H, 278, 288
Salurn (Lome, Soloteren) i. Tirol II,
93, 199, 201
Salzburg (Sal^emburgum , Scal9imbur-
gumVSO, 103, 297, 377, 697, 710, 761,
771, 798; II, 46, 55, 91, 99, 125, 143,
173, 200, 230, 233, 244, 254, 280, 288,
298 (21)
— Erzbisch, von — 231
Sambur (Sambor) i. Galizien II, 275,
326 (66)
Samer (Somar) Ulrich a. Salzb. 297;
n, 55
Samisso Judeus Teuthonicus II, 294 (11)
Samuel (de Marele?), jüd. Diener Maxi-
milians I. II, 332 (68, 69)
St. Bernhard, Grosser — II, 92
St. Croce in Venetien (Cadore) II, 97,
98, 245 (123)
S. Daniele i. Friaul II, 98, 200, 201
S. Florian i. Südtirol II, 201
St. Gallen (Sanctogaldo ?) 193 (?), 557 (?),
593; n, 65, 66, 188
Ekkehard von — II, 7
^27
380
Personen- und Ortsregister.
Mönch von — II, 6
S. Georgendorf i. Steiermark II, 201
St. Goar a. Rhein II, 70, 93
S. Iseppo (?) II, 262
S. Jacob ("Santiago) i. Galicien (Spanien)
186
S. Johann i. Steiermark II, 201
S. Martino i. Ampezzothal II, 97
S. Michael i. Steiermark II, 200
S. Michele (S. Michel, S. Michael) i. Süd-
tirol II, 93, 199, 201
St. Oswald i. Krain II, 98
St. Peter i. Steiermark II, 99
S. Pietro n. v. Tolmezzo i. Friaul II, 100
St. Valentin i. Tirol II, 94 ^
St. Veit i. Kärnthen II, 53, 98, 99, 200,
201
S. Vito i. Friaul II, 98, 201
Sander unter der Lauben a. Köln II, 69
Sander Jakob, Bäcker i. Vened. II, 221
(5), 274
Sandoli Heinrich a. Wien IL 51, 291 (3)
Sann, Fluss i. Steiermark II, 200
Sansovino Francesco, venet. Geschicht-
schreiber II, 107
Santorini Peter, Arzt i. Vened. 11, 258
Santorio, Arzt i. Vened. II, 251, 253
Santritter Joh. Lucilius a. Heilbronn,
Buchdrucker i. Vened. II, 288
Sanudo Alvise, Bauleiter d.Fond. II, 111^
Sanuto Marino d. Jüngere, venet. Ge-
schichtschreiber II, 11, 22^«, 36 ^
38 ^^ 60 ", 61, 62, 96^ 107, 108, 111 ^
114, 117, 118*, 119 ^ 120, 121, 122«,
127, 128, 133, 273, 284.
Sappada (Bladen) i. Carnien II, 100
Sarcathal i. Südtirol II, 96
Sardinien II, 296 (15)
Sarf Adam, Bäcker i. Vened. II, 221
(5), 274
Sarpi Fra Paolo II, 159, 160
Sass Heinrich a. Köln II, 70
Sauermann Konrad a. Breslau II, 39, 192
Säulen Conradus de — venet. Söldner
II, 279
Säur Angelus a. Nürnb. II, 195
Savoyen II, 42, 151
— Herz, von — 773
Sbavia s. Schwaben
Sbaicar (= Schweiker?) 209; II, 57"
Sbaycer s. Schweiz
Sboz s. Schwaz
Scala s. Leiter
Paolo della — II, 121
Scarmolin, Arzt i. Vened. II, 259
Scarpagnini Antonio II, 114
Scate(=Schad?) Justo E, 249 (6)
Schachmann Bartholomäus a. Danzig
II, Nachtr.
Schad a. Ulm
Albert II, 185, 208
Jodocus, S. Daniels II, 185, 226 (30),
249 (6 ?) (cf. Scate)
Schaffer (Scaffer) Johannes i, Kuttenberg
n, 301 (29)
Schaffliausen II, 198
Schaidwein (= Schottwien) i. Nieder-
österreich II, 200
Schalckhauser Sebastian a. Wendelstein
b. Nürn. II, 184, 196, 211, 240 (105)
Schanellis Jacobus a — , venet. Söldner
II, 280
Scharnitz (Scheidnitz) i. Tirol II, 94, 199
Schedel a. Nürnb.
Hartmann u. s. Br. Johannes II, 101,
268
Hermann II, 76
Scheidnitz s. Scharnitz
Scheifling a. d. Mur in Steiermark II,
98, 200, 201
Scheilner Johann II, 207
Schellenegger Wolfg. Gottlieb a. Ulm
II, 185
Scheuerlein Hieronymus a. Breslau 11,12
Scheurl Albrecht a. Breslau II, 72
Christoph a. Nürnb. II, 40, 78
Schifflin Joh. Wolfgang a. Memmingen
n, 184
Schinken Hans a. Lübeck II, 72
Schlanders i. Tirol 11, 93
Schleicher Stoffel a. Ulm II, 63
Schlesien, Herz. Heinrich v. — 348
Schlüsselfelder (Slusselfelder) Hermann
a. Nürnb. u. s. Frau Elisabeth II,
322 (60)
Schmalkalden i. Thüringen II, 93
Schmanzer s. Smanzarius
Schmelzing (Smelczing) Seyfried (Seitz)
a. Nürnb. 346, 349, 353, 388, 389;
II, 76, 77
Schmerbemzäller Hans 452
Schmid, Schmit (Smid, Smit)a. Gemünd?
Georg u. Tobias 748: II, 186
Konrad 369
Matthaeus 748; II, 186, 210
Schmit Elisabeth, Fr. Stephans, Trägers
d. Fond. II, 258
Schmie (Snieen) b. Maulbronn II, 93
u. Nachtr.
Schneider(Schneyder,Schnyder)a.Augsb.
Jakob II, 180, 258
Peter 498, 500 (?); II, 60, 79 (cf. Schri-
mider)
Schneyker Pandulf II, 207, 208
Schnödt Jobst a. Nürnb. II, 76
Schnoper Heinrich a. Biberach II, 63
Schönberg s. v. Innsbruck II, 199
Schönfeld s. Tolmezzo
1
Personen- und Ortsregister.
381
Schönhofer Hans a. Regensb. II, 168
Schongau i. Oberbaiern 486, 503, 685,
686, 687, 688; II, 91, 94, 97, 122,
199, 200
Schopfloch i. Württemb. II, 199
Schoi)per a. Nürnb.
Johann (?) II, 194, 210
Sigmund II, 75
Söhne der Wittwe — 354; II, 77
Schorer (Sorer) Memmingen-Ausgb.
Alexius II, 222 (12)
Anton II, 184, 209, 343 (82)
Emmanuel u. s. Bruder Gottfried II,
222 (12)
Johann Baptist 743, 748; II, 177, 179,
210
Johann Leonhard II, 179, 211
Justus II, 222 (12)
Raymund 748; II, 177, 180, 184
Schott s. Sot
Schottwien s. Schaidwein
Schrimider Petrus (= Schneider v. Augs-
burg?) 500
Schucz s. Schütz
Schueccart (?) Zacharias II, 253 (107)
Schümbrand Hieronymus Michael aus
Ravensb. II, 186, 211, 259
Schütz (Schucz) a. Nürnb.
Heintz 425
Johannes u. s. Br. Ambrosius 643;
n, 195
Schueuart (?) Zacharias II, 253 (107)
Schurstab Fritz a. Nürnb. II, 75
Schwab a. Nürnb.
Johannes 411; II, 77
Petrus, genannt Würgner 411, 474;
II, 77
Schwabach i. Mittelfranken II, 97
Schwaben (Sbavia) 300, 665, 667, 669,
671, 678, 684, 688, 693
Johann Pamcida V. — , Neffe Albrechts
I. II, 291 (2)
Schwäbisch-Gmünd 369 (?); II, 186
Schwangau b. Füssen s. Swangen
Schwarz (?)(Negro)(a.Augsb.od.Nürnb.?)
Wolfhard 653, 658; II, 177, 192
Schwar(t)zenburg Hans a. Ausgb., Post-
bote 704; II, 176»
Schwaz (Sboz) i. Tirol 587
Schweicker Jakob u. Job. Ludwig a.
Lindau II, 187 (cf. Suaicher)
Schweinfurt in ünterfranken II, 93
S(ch)weinfurter Peter (a. Mittervells ?)
354; II, 56
Schweiz, Schweizer (Sbayer, Sviceri) 296,
419, 584, 593, 599, 758, 759, 761,
763; II, 41, 65, 148, 188, 199
Schwestermüller Johann Konrad a. Augs-
burg II, 180, 211, 259
Schweyer (Svaier, Svayer) a. Nürnb.
Amadeus (Svaier) II, 238 (95)
Joh. Karl, S. d. Karl Magnus, u. s. Fr.
Magdalena II, 195,237 (93), 238 (97)
Joh. Lorenz II, 195
Joh. Michael II, 238 (96)
Schwiczer Zipprian 452
Schwieberdingen (Swepertingen) i. Würt-
temb. II, 93
Schwyz 593; II, 66
Sclavo Petrus, Hausmeister d. Fond. 189
Scoth(=^ Schott a. Frankf.?) (cf. Sot)
Scrunitor Symon, Wollarbeiter i. Vened.
II, 278, 318 (51)
Sedolinus de Baduaria (a. Baiern?) 74
Seeberg i. Kärnthen II, 99
Seefeld i. Tirol II, 94, 199, 200
Seeland (Zelandia) Arnold von — 460
-463, 466—469, 471—474; H, 78
Segelbach a. Ravensb.
Anna 258
Johannes 267, 269, 271, 278; H, 64
Konrad 258, 259, 267, 268, 269, 270,
271; II, 64
Seger ( = Zagorien) Graf Ulrich v. —
439, 440, 452
Segna s. Zengg
Seiler (Seyler, Sailer) Konrad a. Nürnb.
II, 75
Seitz Joh. Andreas a. Nürnb. II, 195, 259
Seligenstadt (i.Hessen od.Unterfranken?)
II, 106,278, 288, 318 (51) (cf. Salistot)
Seiler Marcus, Geschützmeister i. Vened,
II, 280
Semler Ulrich a. Nürnb. II, 75
Semmering, Pass II, 50, 98, 99, 200
Septimer, Pass II, 92
Serbien König Stephan Tvrtko II, 27,
817 \
Serentein (Semnteiner), Kanzler Kaiser
Maximilians I. 668, 676, 688
Serravalle (Sperval) i. Venetien 230, 231,
238, 458; II, 91, 96, 97, 295 (12)
Servus, Beamter d. Fond. 79
Sessal Sebastian II, 209
Sessalinis Simon de — a. Köln II, 70
Seutter Eberhard (a. Nürnb.? Augsb.?,
Kempten? Lindau?) II, 194, 210
— Joh. Konrad a. Kempten 11, 183
Sexten i. Pusterthal II, 100
Sforza, Arzt i. Vened. II, 252
Shireni (?) Ulrike j. Augsb. 81
Siaorle Hieronymus (a. Memmingen?)
544; II, 62, 83
Sibotus Teutonicus II, 293 (8)
Sicilien IT, 319 (54)
König Peter II, 296 (16)
Sigman Joh. Jakob, Wirthschaftsführer
d. Fond. II, 257 (184)
382
Personen- und Ortsregister.
Sigmundsburg (Sigmundsschloss) a.Fern-
pass i. Tirol II, 93
Sigwein Hans a. Nümb. 366; II, 76, 77
Sileiner Nicolaus II, Nachtr.
Sinchenrider Mathias u. Ulrich 535
Singer (Singher) Johann, Bote a. Augsb.
■ II, 180, 249 (2)
Sinsheim i. Baden 11, 97
Sinzenhofer (Sincafar) Berthold aus
Regensb. 86; II, 47
Siri Joh. Jak. u. s. Söhne Jak. Gottfr.
u. Joh. a. Lindau II, 188
Sisenandus P. a. Landshut, Prediger i.
Vened. II, 261
Sitzinger a. Augsb.
Johannes II, 180, 235 (81)
Lucas II, 181
Six, Bäckergeselle i. Vened. II, 271,
340 (77)
Six Leonhard II, 221 (5)
Sixt Bernhard II, 242 (114)
Slatter Johannes a. Konstanz II, 65
Sieger (Schläger?) Johann a. Köln
II, 70
Smanzarius (= Schmanzer) Johannes
a. Wien 182, 184; II, 52
Smeen s. Schmie
Smerther II, 57"
Smid, Smit s. Schmid, Schmit
Smisfort Ensedisius (?) de — , venet.
Söldner II, 280
Snaider (— Schneider?) Jakob, Schenk-
wirth d. Fond. II, 255 (158)
Sneider Ambros II, 160
Sneider s. Schneider
Snor Daniel, S. Daniels II, 257 (198)
Sob Heinrich a. Köln II, 190
Sölk-Scharte i. Steiermark II, 98
— Thal II 99
SofFerenz Petrus castellanus i. Schlesien
358
Sofloth (?) II, 306 (31)
Sola Johann II, 258 (206)
Solagna n. v. Bassano i. Venetien II, 97
Solms Ernst Casimir Graf zu — II, 160
Soloteren s. Salurn
Solothurn i. d. Schweiz 593; II, 66
Sonthofen i. Allgäu II, 93 ^
Soranzo Giovanni, Doge 58
Sorer s. Schorer
Sot (Soth, Scoth = Schott a. Frankf.?)
Abraham 709; II, 189
•lohann 639, 642, 644, 653; II, 189
Sebastian II, 189, 208
Thomas 748; II, Nachtr.
Tobias 709; II, 189
Spangler (a. Salzburg?)
Johannes II, 175
Matthäus II, 175, 235 (82)
II
II
Spavento Giorgio, venet. Architekt II,
113, 114, 115
Specht Joh. Georg a. Ravensb. II, 186
Speiatis Principalis de — , Hausmeister
d. Fond. 610, 611
Spengler Georg a. Nürnb. 645; II, 195
Speringer Johannes a. Regensb. II, 49,
233 (53) ^1
Sperval s. Serravalle mm
Speyer (Spiera, Spera, Novimagium?)
241, 499; II, 46, 60, 67, 93, 106, 273,
287, 288 (?), 314 (43)
Spiera s. Speyer
Spiera Heinrich H, 283, 314 (43) (cf.
Henricus de Spera)
Spillieur (Spiellieur, Spilleurs) a. Köln
Abraham 753, 754, 755, 771, 774,
775, 777—780; II, 145—148, 156,
160—162, 191
Nicolaus 754, 778; II, 160 \ 190
Spinabac Christoph a. Nördlingen II,
185, m. Fr. Fusca II, 243 (117)
Spiser Heinrich a. Rheinfelden II, 65
Spital a. Semmering i. Steierm. II, 200
Spitaleto = Ospedaletto i. d. Valsugana
II, 199
Spittal i. Kärnthen 439, 508; II, 53,
91, 99, 100, 200, 201
Splecher Heinrich, S. d. Odoricus, venet. .
Bürger II, 282
Spöttingen (= Spotting) b. Landsberg i.
Oberbaiern II, 199 u. Nachtr.
Sprene P. Alberto, Prediger i. Vened.
II, 262
Sprichich Johannes de — , venet. Söldner
II, 280
Sta (?) Lunardo II, 250 (17)
Stachel Konrad a. Blaubeuren, Buch-
drucker i. Vened. II, 288
Stade i. Hannover II, 93
Stafetta, Arzt i. Vened. II, 256
Stahel, Stahl a. Nürnb.
Acharius (= Zacharias?) 645
Konrad 550
Zacharias 653, 658; II, 192
Stahl Joh. Georg, S. Philipps a. Stutt-1
gart II, 186, 211, 259 (230)
Stain dominus di — 176
Stainder (?) Wolf. II, 252 (65)
Stainhauser Johannes a. Salzb. 709, 748;
II, 174
derselbe? II, 230 (51)
Stalburg a. Frankfurt a. M.
Karl II, 68, 71
Kraft II, 189
Stalen Lorenz a. Köln II, 70
Stameler, Stamler a. Augsb. Brüder II, 38
Heinrich 565, 583, 591, 592, 608, 609,
613—616; II, 60
4
Personen- und Ortsregister.
383
Stantener Johann a. Laibach 653 ; II, 173
Stark Ulrich a. Nümb. II, 78
Stauffer Hans (i. Regensburg?) 369
Staym Leopoldo de — II, 280 '"
Staynsulzer Peter 418; II, 83
Stebehaber Hans a. Augsb. TI, 60
Steffani, Arzt i. Vened. II, 258
Stegmann Joh., Bäckergeselle i. Vened.
II, 271, 340 (77)
Steiermark (Stiria) II, 53, 100, 172, 261
Herzog von — 1
Stein a. Anger i. Ungarn II, 98
Stein i. Niederösterreich II, 51
Steinach (Stainach) i. Tirol II, 198, 199
201
Steinglinus (Stengel?) a. Frankf. a. M.
Franciscus II, 148
Zacharias, Rathsherr 763; II, 148
Steirer Michael, Bäckergeselle i. Vened.
II, 271, 340 (77)
Stella Rudolph, Sensal d. Fond. 290
Stendal i. d. Prov. Sachsen (cf. Albert)
II, 288
Stengel a. Frankf. a. M. (cf. Steinglinus)
761, 762
Jakob 748; II, 189
Stengher Ludwig 11, 251 (48)
Stenglin Georg a. Augsb. II, 180,224 (19)
Stenico i. Südtirol II, 96
Steno Michele, Doge 292, 298, 305, 308
Stenzel a. Sambur i. Galizien, Schuster
i. Vened. H, 275, 326 (ßQ)
Stephan a. Köln, Wirth i. Padua II,
285, 322 (60)
— a. Wien 266; II, 52
Ster (Stoer) a. Windsheim
Konrad II, 196, 209, 226 (31)
Sebastian 709; H, 196
Stercin Andreas II, 252 (92)
Sterzing (Ster9en, Startz) i. Tirol 215;
II 94 97 199 201
Stetbeck Konrad' a. Nümb. 491; H, 78
Stete Johannes, Bäckergeselle i. Vened.
11, 271, 340 (77)
Stetten von. — i. Augsburg
Chi-istoph 763; H, 148
Johann 11, 179, 210
Paul II, 180, 222(11)
Steyr i. Oberösterreich 761, 771; II, 49,
50, 51, 99, 143, 169, 170, 234 (74)
Stibig Johann (a. Laibach?) H, 207 u.
Nachtrag
Stierle i. Memmingen II, 62
Stiria s. Steiermark
Stochemaier (= Stockmaier?) Joh., Arzt
i. Vened. II, 252, 237
Stoer s. Ster
Stoler Johannes a. Nümb. 551; II, 79
Stolfus a. Triest 415
Stonz Anton, Bäckergeselle i. Vened.
n, 271, 340 (77)
Stral Wolfliard a. Regensb. 110; II, 47
Stralsund II, 71'«
Stranosburg s. Strassburg
Strassburg (Stranosburg) 23, 653, 658.
670, 756, 758, 761, 763; II, 46, 66,
67, 71, 92, 122«, 142, 148, 188, 199,
276, 288, 342—344 (82)
Straubing i. Niederbaiern II, 56
Streber Nicolaus a. Nürnb. 444; II, 78
Streit Friedrich Ludwig u. Sigmund a.
Berlin II, 191
Streng Joh. Martin II, 211
Strobl Hans, Thürhüter Herz.WilhelmsV.
V. Baiern 689
Stromburg Arnoldo de — II, 280 i"
Stromer (Stromeier) a. Nürnb.
Franciscus 343; H, 77
Sigmund 352
Strubel Johann H, 253 (95)
Strucius Philipp a. Nürnb. 254; II, 75
Studenecker Stephan i. Nürnb. 411^;
n, 77
Stulpo Nicolaus, S. Friedrichs, venet.
Bürger II, 283
Stumpf Michel a. Salzb. II, 55
Stuttgart II, 97, 186
Subelbissar , Deutsche Handelsgesell-
schaft 390; II, 52
Suitter Jörg a. Augsb., Postbote, II 176*
Sulzer (Sultar) a. Augsb.
Hieronymus II, 182
Leonhard II, 178, 207
Superantio s. Soranzo
Suzii Albertus, venet. Söldner II, 280
Suaicher (= Schweiker?) Andreas aus
Nürnb. II, Nachtr.
Svaier (Svayer) s. Schweyer
Sven Sebastian II, 252 (78)
Sviceri 's. Schweiz
Swangen (= Schwangau) i. Oberbaiem
castrum 445
castellanus (Hans) 445
Swob s. Schwab
Symon, Jude a, Nürnb. 274
Symon Scrunitor (?) H, 278, 318 (57)
Syralb Heinrich u. Hermann i. Kutten-
berg II, 302 (29)
Szegedin (?) i. Ungarn II, 288
T. cf. D.
Taenndrich (Tandrich, Dendrich) Georg
a. Augsb. 308, 310, 312, 316; H, 58
Tagliamento, Fluss i. Friaul II, 98, 200
Talmazinger 3. Dalazagna
i Tamsweg i. Lungau (Salzb.) II, 99
384
Personen- und Ortsregister.
Tana (a. Schwarzen Meer?) 158
Tangermünde i. Prov. Sachsen II, 97
Tannheimer Thal i. Tirol II, 93 ^
Tartafer Bartholomäus a. Salzb. II, 55
Tarvis (Tärvis, Tervis) i. Kämthen II,
98 99
Klein - ebda. II, 200, 201
Tarvisana (sc. Marca) s. Treviso (Mark.)
Tarvisium, Tervisium s. Treviso
Taschier Beute, Sensal d. Fond. 299
Tautzenberg i. Kämthen n. v. Klagen-
furt II, 201
Techtermann Johannes, Bürgermeister
V. Freiburg i. d. Schweiz 599; II, 66
Teck (Dech) Herz. Friedrich v. 207, 211
— Ludwig V. s. Aquileja
Teffinger Michael II, 221 (6)
Tegelar Johann Jakob II, 255 (152)
Tegemseer Achatius a. München II,
175, 208 (cf. Tegeser)
Tegeser (Tegesser) Johannes (= Tegem-
seer a. München?) 653, 658; II. 175
Tellach (Döllach) i. Möllthal i. Käm-
then 452
TemphelKarl (a. Speier?) 241; II, 67
Teraza Martin a. Wien 264; II, 52
Tergestum s. Triest
Terle s. Törl
Termine i. Ampezzothal 694
Tetinger Jakob a. Nürnb. 346; II, 77
Tettnang (Dednang) i. Württemb. s. v.
Ravensb. II, 198
Tetzel (Teczel) Konrad a. Nürnb. 389;
II, 77
Teufel (Tewfel) a. Nürnb.
Hans II, 76
Paul 388; II, 77
Thechel Johann, S. Johanns II, 256 (168)
Thencumath Petrus Theuthonicus 115;
II, 83
Theodoricus a. Polen 139; II, 81^»
Theodorius de Reynsburch (= Regens-
burg ?), Buchdrucker i. Vened. II, 288
Theodorus P. a. Brixen , Prediger i.
Vened. II, 262
- P. a. Deutschland, Prediger i. Vened.
II, 262
Theutonia s. Deutschland
Thietmar v. Merseburg II, 7
Thomas a. Konstanz 800; II, 64
- a. Wien II, 52
- Theotonicus II, 303 (30)
TieflFerer Hans a. Villach-Nürnb, II
172, 195
Tiepolo Marco, Bauleiter d. Fond. H,
1112
Tiliano (?) II, 261
Tillinger Oswald a. Nürnb. II, 76
Timau i. Carnien II, 100
Tinzmann Niklas a. Breslau II, 72
Tiphinburger (oder Tiphinl auter ?) Jo-
hann u. s. Kinder Helene u. Magnus
II, 251 (46, 47)
Tirnstain s. Dümstain
Tizian II, 20, 109, 110, 112, 113
Tobias II, 253 (116)
Toblach (Doblach) i. Pusterthal 422,
431, 435; II, 91, 96, 97
Tochauer (= Tucher?) Melchior a.Nürnb.
564; II, 79, 83
Tockler Marquard a. Nürnb. II, 74
Toeg (?) Anton II, 251 (37)
Tirol (Tyrol, Tirallum) 179; H, 20, 55,
173, 199
— Herz. Meinhard II, 48
— Otto V. Kärnthen-Tirol 25, 27, 28
Toll, Zollstätte an der — b. Meran 517
II, 91
Törl (Terle) i. Kämthen II, 200, 201
Tolmein (Tulminum) i. Friaul II, 281;
333 (70)
Tolmezzo (Schönfeld) i. Friaul II, 100
Tonet Anton i. Köln II, 190
Tonsus Bartholomäus Theotonicus 187
Topler i, Nürnb.
Erasmus, Propst v. S Sebald 666
Heinrich 432, 433
Topogliano (Oppoliano) i. Friaul II, 200
Torcello b. Vened. 325
Totschenik i. Breslau 412
Traie (Troy) Gabriel a. Wien 653;
II, 171
Trainer Erasmus, Kamrer i. Regensb.
II, 48
Traiskirchen (Draesskirchen) i. Nieder-
österreich II, 98, 200
Tramin i. Tirol II, 93, 199
Trane (?) Johann II, 255 (144)
Trechtlingshausen (Dreckshausen) a. Rh.
H, 93
Treibach s. v. Friesach i.Kärnthen II, 98
Trentini Johannes m. Fr. Angela Bugie
u. S. Bartholomäus II, 231 (58)
Trento s. Trient
Trentsch Marcus a. Breslau 412
Treviso (Tarvisium, Tervisium, Tervis)
(Stadt u. Gebiet) 49, 50, 84, 88, 94,
114, 134, 155,223,246,273,314,451,
506, 553, 588, 619, 696, 799, 805;
H, 31, 36, 58, 59, 63, 88, 90, 91, 97,
98, 199, 201, 279, 280, 285, 295
(12—13), 307-311 (34-40), 314 (44),
323 (61)
— (Tarvisana, Trivisana) (Mark) 49,
114, 154, 155, 230, 506, 579, 786;
II, 292 (3)
Treysa i. Hessen II, 97
Trieben i. Steiermark II, 201
H
Personen- und Ortsregister.
385
Trient(Tridentum, Trento) 322, 656, 675,
761, 771, 807; II, 20, 93, 94, 121,
145, 151, 173, 199, 201, 249, 252,
254, 282, 283
Triest (Tergestum) 223, 415; II, 280
Trini (?) Philipp II, 251 (49)
Trivelino (Trivellin, Trivillin, Trevelin)
Arzt i. Vened. II, 253, 254, 255
Trivisana (sc. Marca) s. Treviso (Mark)
Troberg? (= Drauburg i. Kärnthen?)
406
Trojanerberg, der — i. Krain II, 200
Trungher Kaspar, Bäcker i. Vened. II,
221 (5), 274 u. Nachtr.
Tucher a. Nümb. II, 77 (cf. Tochauer)
Anton II, 78, 80, 195
Endres (Andreas) II, 77, 78
Hans (Johannes) II, 79, 102
Paul 710; II, 125, 195, 200
Tuiringer Peter a. Augsb., Postbote
II, 176«
Tunkl (Tunckel, Tunchel) a. Salzb.
Friedrich II, 56, 233 (70)
Sebastian 653; II, 173
Tumot (= Natums?) i. Tirol H, 93
Turre Johannes de la — , Sensal d.
Fond. 188
Turrida (Duride) i. Friaul II, 201
Tweng (Gweng) i. Salzb. II, 99, 200
Twinger Johannes a. Strassb. II, 67
u.
Udenhem (?) II, 288 (cf. Emmerich)
Udine (Utinum) i. Friaul 317
Ugelheimer Peter a. Frankf. a. M. II,
69, 71 (?), 284, 288, 289
Ugolinus, Bäckergeselle i. Vened. II, 274
— a. Baiem, Bäcker i. Vened. II, 273
— a. Ulm. Bäcker i. Vened. II, 273
Uhelestein (= Amoldstein?) II, 200
Ulm (Olmo) 300, 322, 334, 335, 336,
350, 386, 394, 395, 402, 404, 405, 523,
537, 538, 546, 601, 656, 664, 668,
669, 670, 693, 751, 755, 761, 763,
767,771, 779; II, 15, 20, 39,45,46,
62, 63, 93, 94, 97, 101, 102, 121,
138, 142, 148, 150, 184—185, 199,
200, 226, 232, 234, 273, 274, 275,
281, 312 (42)
Ulrich Fritz a. Nümb. 438; II, 78
Ulrich V. Lichtenstein II, 98
Ulricus a. München 785 ; II, 56
Ulstatt (Ulstätt) a. Augsb.
Christoph II, 178, 210
David 716; II, 178, 210
Johannes II, 178, 210
Kari II, 178, 210
Marcus II. 178, 207 u. Nachtr.
Sebastian XIV; II, 178, 208, 209
Ulstatt David u. Johann a. Köln II, 190
Umkenst (?) Pfleger zum - 438
Ungarn 324, 349, 773; II, 8, 9, 31, 44
81, 99
— Kön. (Ludwig) 163
(Sigismund) 417
— — Ladislaus (Wladislaus) 622
Ungaro, Ungerus Konrad, Sensal d. Fond.
78, 81
Ungnad Johann Georg von — v. Sonneck
II, 224 (21), 249
Unsel Johann II, 221 (6)
Unterholzer a. (München-)Nürnb.
Sebastian II, 175, 194, 208, 244 (120)
— a. Salzburg
Isaak, S. Georgs II, 175, 243 (118)
Thomas II, 175, 244 (119)
Untertauern i. Salzb. II, 99
Unterwaiden i. d. Schweiz 593 ; II, 66
Unzmarkt in Steiermark II, 98, 99, 200,
201
Upachier Simonio de — II, 280 '"
Urach i. Württemb. II, 101
Urbano (Urban?) a. Wien II, 252 (76)
Uri i. d. Schweiz 593; II, 66, 199
Urmüller Hans, Camerer Herz, Wil-
helms V. von Baiern 689
Uschall Lucas a. Schwab. -Gmünd II, 186
Usmer Friedrich a. Nümb. 349 ; II, 77
Usporg(um), Uspurgum s. Augsburg
Uster Matthäus II, 251 (55)
Utinum s. Udine
Uttinger Georg a. Augsb. II, 178, 207
T. cf. F. u. W.
Vaihingen (Väiingen, Vahingen) i. Würt-
temberg 246; II, 93
dominus 246
Val Jakob a. Nümb. 723; II, 195
Valaresso Nicoletus, venet. Gesandter 121
Valat Peroto de — II, 280 '<>
Val Camonicai. d. Lombardei II, 92, 96
Val di Non i. Südtirol II, 92, 96
Val di Sole i. Südtirol II, 96
Valmarino b. Treviso 815
Val Sugana i. Tirol 583; II, 91, 97
Valech Pietro de — II, 280 '°
Valenzin (Valenzi, Valenz, Balenz), Arzt
i. Vened. II, 253, 287
Valisse = Wallis? 523
Vallei Ulrich a. Regensb. 110; II, 47
Vallencino, Arzt i. Vened. 11, 255
Valli Konrad, Bergmann i. Kuttenberg
II, 302 (29)
Vallisperga s. Welsperg
25
386
Personen- und Ortsregister.
■
199
Valt Dominicus II, 258 (218)
Valvasona (Valvasone, Valvison) a. Tag-
liamento i. Friaul II, 200, 201
Vana? II, 277 (cf. Her)
Vanaver s. Fenaver
Van Castre Martin, Ballenbinder i. Ant-
werpen 710
Van Colin (Van Cöln, Vancolen, Van
Collen, Vancholen, Voncollen) a,
Aachen-Köln II, 191, 254
Abraham II, 190, 191, 211
Balthasar 748; II, 154, 190, 253 (113)
Ferdinand II, 190
Franz II, 191, 208
Johann 724, 727, 748; II, 191
Kaspar 730; II, 190
Matthias 767; II, 149, 191
Peter 748; II, 191
Peter Johannes II, 253 (103)
Vandeborg s, Werdenberg
Varese (Ferres) n. v, Mailand II,
Varnerius s. Werner
Vechst Johannes, Bäckergeselle i. Vened.
II, 271, 340 (77)
Veckinghausen Cornelius a. Lübeck
II, 72
Vedello Thomas, Hausmeister d. Fond. 21
Veifs (= Veibsch), Jude i. Nürnb. u. s.
Fr. Rachel II, 324 (64)
Velber Tauern i. Salzb. II, 100
Veltrebia s. Wetteraa
Vendelin Peter II, 233 (71)
Vendramin (Vondermin) Andrea, Doge
535, 539, 542, 543
Venedig (Stadt) Bezirke:
Canareggio (Chanareglura) 265
Castello II, 337 (75)
S. Marco (insula, sestier) 225, 744
Rialto (insula) 59, 108, 199, 225, 247;
n, 312 (42)
Venedig Kirchen:
S. Angelo 322; II, 275, 326 (66)
S. Antonin II, 273
S. ApoUinare 65; II, 275, 277,
(42)
S. Apostoli 274, 322; II, 155,
(1—4), 271, 275, 277, 326
(77) 340
S. Barnaba II, 273, 339 (77)
S. Bartolomeo 100, 102, 186,
540; II, 10, 80, 131-135,
220—227 (5—34), 247—248,
284
S. Benedetto II, 227 (35)
S. Cancian322; 11,227—229(36—46),
273
S. Cassian (Cassan) H, 271, 273, 275,
278, 312 (42), 326 (66), 340 (77)
S. demente 16
312
220
(66),
266,
158,
272,
S. Croce II, 242 (114), 211 '\ 278,
317 (49)
S. Domenico II, 273
S. Ermagora (Hermacora) e Fortunato
160; II, 229 (47), 295 (7)
S. Eustachio (S. Stae) II, 234 (78)
S. Feiice 79; II, 229 (48), 274
S. Filippo e Giacomo II, 269, 272,
316 (47), 320 (56), 345 (86)
S. Fosca 11; II, 229 (49)
S. Francesco della Vigna II, 235
(79-81)
S. Francesco Confraternitä delle Stig-
mate di — II, 235 (82)
S. Geminiano II, 326 (66)
S. Giacomo dall'Orio (del Luprio) 198;
II, 230 (50)
S. Giacomo del Palude 48
S. Giovanni Crisostomo 11, 47, 87,
100, 102, 274; II, 10, 230 (51), 274,
324 (63)
S. Giovanni e Paolo 320, 322, 331,
371, 523; II, 230—234 (52—73),
272 274
S. Gregorio H, 243 (115)
S. Leone (S. Lio) 322; II, 234 (74—76),
300 (25)
S. Luca II, 273
S. Marco 263
— platea 162, 263
— campanile 263, 265
S. Marcuola II, 273
S. Margarita 322
S. Maria dei Carmini II, 277
S. Maria Formosa 537; II, 273, 275,
326 (66)
(S. Maria dei) Frari II, 245 (122),
346 (86)
S. Maria Magdalena 160
S. Maria Nova 322
S. Maria de' Servi II, 242 (113), 278
S. Maria Zobenigo (Jubanica) II, 271,
301 (28), 340 (77)
S. Marina II, 243 (116)
S. Martino II, 273, 275, 326 (66)
S. Maurizio II, 234 (77)
S. Moise II, 273, 275, 278, 292 (6),
307 (33), 326 (66)
S. Pantaleon 322; II, 271, 273, 275,
326 (66), 340 (77)
S. PatemianoII, 275, 289 ^ 312(42)
S. Pietro II, 300 (25)
S. Rafael II, 271, 273, 274; 340 (77)
S. Salvatore 44, 322; II, 272, 273
S. Samuele II, 271, 272, 276, 300
(25), 311 (42), 344 (84)
S. Sebastiane II, 243—244 (117-121)
S. Silvestro II, 275, 312 (42), 319 (53)
S. Simeone Profeta H, 273
I
Personen- und Ortsregister.
387
S. Sofia 274; II, 277, 317 (50)
S. Stefano 742, 743; II, 235—236
(83—85), 272, 275, 311 (42), 316
(47), 325—331 (66)
S. Trinitä II, 289, 304-306 (31)
S. Trovaso II, 271, 340 (77)
S. Vitale II, 311 (42)
S Yeremia 265
S. Zaccaria II, 273
S. Zan del Tenipio II, 273
Venedig Paläste:
cä Boldü 87, 102
cä Copo II, 300 (25)
cä Delphyno 102
cä Justo 11, 102, 810
cä Lippomano b. S. Sofia 630; II,
107, 127
cä Moro 102
cä Polani 62, 102, 220, 810, 814
cä Quirino 102
cä Vidal 212
Venedig Sonstige Lokalitäten:
Deutsches Beckenhaus beim Arsenal
II, 273-274
Calle de la Bissa 99, 102
Campo Businello (della Lana) II, 277
Cofanaria II, 273
Calle Crosera II, 276
Frezzaria II, 271, 340 (77)
Ruga GaiufFa (Giufi'a) II, 271, 340(77)
Ghetto II, 286
Ruga Lonbardorum 137
Calle longa II 271, 340 (77)
Ponte di cä Boldü (Ponte dell' Oglio)
II, 10.
ai do Ponti II, 271, 340 (77)
Rio Marin II, 271, 340 (77)
Rialto - Brücke 102; H, 319 (53),
Logia 332
Riva del Ponte di Rialto (Riva del
Buso) II, 10
Rio Terrao II, 271, 340 (77)
Venedig Gasthäuser:
Aquila nera (Schwarzer Adler) II, 249,
251, 252, 255, 256, 284
Cavalletto II, 283^»
Leon (Lion) biancho (Weisser Löwe)
698; II, 155, 251, 284
Peter Pender (cf. Pender) 698; II, 155,
284, 285
S. Giorgio, San Zorzi 698; II, 155,
249, 284
Deutsches Haus (St. Georg, zur Flöten,
zur Trinität) II, 69, 284
Venedig Inseln:
S. Cristoforo della Pace II, 135, 237
—242 (89—112), 248
S. Elena II, 269
Lido (cimiterio degl'Inglesi.Alemanni
ecc.) II, 236—237 (86-88), 281
Venier (Venerio) Antonio, Doge 277, 279
VenierVicenzo, Visdomino d. Fond. 699
Venzone (Ven9onum) i. Friaul 177, 317;
II, 36, 50, 54, 96, 98, 100, 200, 201,
279 289
Verona '(Bern) 78, 230, 243, 304, 305,
408, 552; II, 92, 94, 96, 199
Herren von — 664—669, 671—673,
684, 686-689
— Klause II, 94
Vexen s. Wesen
Viadro Stefanus, venet. Gesandter 28, 29
Viatis Bartolomäus i. Nürnb. 743, 748;
II, 193
Vicenza (Vincentia) 552, 669; II, 199
Herren von — 684, 686—689
Victorinis Franz Xaver u. s. Bruder
Peter Leopold von - II, 230 (50)
Videnmarcher Joh. Friedrich a. Eisenach
II, 255 (153)
Vidiman s. Wideman
Vidman (Widman) a. Villach
Johann 748; II, 172, 210, 227 (37)
u. s. Söhne Johann Paul, Martin,
Ludwig, Berthold, Christoph, David
II, 172, 227 (36)
Viena s. Wien
Vigilasius a. Salzburg, venet. Söldner
II, 280
Vigo i. Ampezzo-Thal II, 96 ''
Vigorol(?) II, 331 (67)
Viler (Viller) Andreas a. Basel 401, 409;
II, 65 (cf. Vilicus)
Vilibach Hans von — 348, 366; II, 45, 77
Vilicus (= Viler, Willer?) Johannes
a. Basel II, 65
Villach (Vila, Viacum, Bilech ?) 46, 48,
109, 234, 239, 322, 438, 452, 782,
820(?); H, 8, 20, 50, 53, 54, 57, 91,
98, 99, 100, 172, 200, 201, 223, 254,
278, 318 (51)
Villingen i. Baden H, 92
Villinger Jakob, Rath Maximilians I.
676, 692
Vils i. Tirol II, 97, 182
Vincenz, Bäckergeselle i. Vened. II, 271,
340 (77)
Vincilaus (Ballenführer?) 367, 368
Vin9on s. Venzone
Vita (= Lob?) a. Sicilien, Jude i. Vened.
II, 319 (54)
Vital Franciscus i. Antwerpen 710
Vitalis (= Lob?), Jude i. Ravenna II,
304 (31)
Viterbo 80
Vittori, Podestä v. Padua II, 322 (60)
— Pilgrin u. s. S. Marcus II, 55
388
Personen- und Ortsregister.
Vivien Nicolaus, Paulus u. Nicasius
a. Köln II, 190
Vodraun s. Federaun
Vöhlin (Felle, Feltre) Konrad a. Augsb.-
Memmingen 653, 658, 676; II, 60,
62, 118, 122 (cf. Foller)
Völkermarkt i. Kärnthen II, 53, 99
Vogede Hans a. Lübeck II, 72
Vohenstein Hermann a. Nürnb. II, 76
Volano i. Südtirol II, 94
Volargne a. d. Etsch i. Oberitalien II, 94
Volfardo s. Wolfhard
Volk Hans a. Nürnb. 439, 441
Volkamer von Kirchensittenbach Karl
Friedr. a. Nürnb. II, 195, 236 (88)
Voltier (= Walther?), Wollarbeiter i.
Vened. II, 277
•Von der Deiken (= Von der Decken?)
Job. a. Bremen II, 220 (3)
Von Gollen Wilhelm a. Freiburg i.
Breisgau II, 220 (4)
s. Neffe Gervasius Wilhelm II, 221
Vozle Heinrich, Bäckergeselle i. Vened.
II, 271, 340 (77)
Vransko s. Franz
Vremestisp (Vremestrop) Helf (Holf)
de — , venet. Söldner II, 279
Vrouwdenbergh Peter a. Lübeck II, 72
Vulpe Donata u. Petrus 94; II, 81
W cf . Y.
Wagenmann Johannes a. Konstanz 802;
H, 65
Wagmann Regina, T. Heinrichs II, 257
(185)
Wagner a. Feucht b. Nürnb. 11, 187
Joh. Michael H, 196, 211, 241 (110)
Job. Salomon II, 196
— Hieronymus (a. Vened.) II, 241 (111)
s. Fr. Maria Sybilla, geb. Heinzel-
mann H, 241 (112)
Wagner (?Bagnia) a. Salzb. (?)
Sebastian u. Wenzel 653; II, 174
Waiblinger Ulrich a. Augsb. II, 179,
208
Waidhofen i. Oberösterreich II, 50
Wais (= Weiss a. Augsb.) 742, 748
Emmerich (Almerigo) 742, 743, 748;
II, 210
Walch Georg, Buchdrucker in Vened.
II, 288
Walchensee i. Oberbaiern II, 96
Waldarfer Christoph a. Regensb., Buch-
drucker i. Vened. II, 287
Wallachei, Woiwod Dan HI, 817 '
Wallgau i. Oberbaiern II, 96
Wals s. Hals
Waise Heinrich, genannt Mancz,
Ravensb. 268, 210; II, 64
Walter Augustin a. Augsb. II, 242 (113),
278
Walther Claus a. Augsb., Bäckergeselle
i. Vened. II, 274, 321 (57)
— a. Augsburg
Georg II, 179, 210
Ludwig II, Nachtr.
Philipp II, 178, 208
— Philipp i. München 688
Waltstromeyer Hans a. Nürnb. II, 77
Wangen Johann von — a. Köln II, 70
Warruss a. Augsb. II, 59
Wasserburg i. Oberbaiern II, 94
Wazingz ( Wazinger ?) Wenzel (Notar?)
i. Kuttenberg II, 303 (29)
We Johann von der — a. Köln II, 70
Weber Joh. David a. Leutkirch H, 187
Weddegg s. Wedig
Wedig (Weddegg) von — a. Köln
Göddert u. Kaspar II, 190
Hermann 779; II, 190 u. Nachtr.
Weichmann (Waichman) a. Ulm
Daniel Friedrich II, 185, 211
Georg II, 185, 255
Weilheim i. Oberbaiern 486, 508; II,
91, 95, 232 (66), 274
Weiss (Bais, Wais) Andreas a. Augsb.
653, 658; II, 177 (cf. Bau)
Emmerich (Wais) 748; II, 177, 179
Konrad (?) II, 207, 225 (24?)
— Peter a. Ulm 364, 365; II, 63
Weissenburg (ohne Angabe wo) II, 275,
326 (66)
Weitershaim Sebastian II, 252 (86)
Weitnauer Joh. Michael a. Kempten
II, 183
Well Philipp V. St. Goar H, 70
Wels i. Oberösterreich 322 (?); II, 20,
49, 51, 99
Welsch Johann Christoph (a. Nürnb.?)
H, 194, 211
Welschland 755
Welser a. Augsburg II, 60, 122
Anton 653, 658, 676; II, 60, 62,
118, 177
Jakob n, 178, 207
Lorenz 422, 428, 429; II, 59
Marcus II, 178, 209
Philippine II, 60
Welsperg (Vallisperga) i. Pusterthal
Balthasar von — 476
Weltz Leonhard a. Nürnb. 550
Weltzin Elsa a. Nürnb. 550
Wembding(en) i. Schwaben II, 97
Wendelin a. Speyer, Buchdrucker i.
Vened. II, 287
Wendelstein b. Nürnb. H, 196, 239, 240
n
I
Personen- und Ortsregister.
389
Wenndrich Friedr. Samuel a. Gräfen-
thal i. Thüringen II, 192
Werdenberg (Vandeborg) i. Schwaben
Graf Albrecht von — 149
Werfen i. Salzb. II, 99, 200
Wernigerode i. Harz II, 93
Werner (Varnerius) de Cono (?) 105;
II, 83
— a. Ips 802; II, 53
— a. Zürich, Sensal d. Fond. 798
Wernle Jakob a. Delfs, Thorhüter d.
Fond. 707; II, 130
Wesel i. Westfalen 759, 761; 11,93, 145
Wesen (Vexen) i. d. Schweiz 584, 593 ;
II, 66
Westerberg Kaspar a. Köln II, 190
Westfälischer Kreis 751, 754, 755, 767
Westhausen i. Thüringen II, 248
Wetter Christian a. Basel II, 65
Wich Veit Ernst II, 256 (163)
Wichman David a. Danzig 713; II,
Nachtr.
Widemann (Vidiman) Balthasar, Bäcker
i. Vened. II, 221 (5), 274
— Berthold a. Salzb. (od. Villach?) II,
209
Widholz Daniel a. Augsb. II, 179, 210
Widmann cf. Vidman
'Wien 15, 16,/ »H 4:2, 46, 56, 63, 68, 85,
176, 184, ^^216, 225, 237, 264, 265,
■■''^266, 390, 4li, 420, 423, 513, 574,
V/ 653, 658, 761, 771, 794, 815, 820,
'/^^ 821 ; II, 41, 46, 49, 50, 51, 81, 82,
98, 99, 101, 124, 143, 170, 171, 227,
230, 252, 255, 279, 289, 291 (3),
297 (19), 303 (30), 307 (32), 322 (58)
Wiener Wolfgang a. Breslau II, 192
— Burkhart a. Konstanz II, 65
Wiener-Neustadt i. Niederösterreich 236 ;
II, 49, 50, 53, 78 ^S 82, 98, 170,
171, 172, 200
Wild Leonhard, S. d. Gerardus a. Re-
gensburg, Buchdrucker i. Vened. II,
_ 288
Wiler 8. Viler
Wilsnack i. Prov. Brandenburg II, 97
Wüten (Wilthan) i. Tirol II, 94, 201
Wimpfen Johann von — (a. Nümb.?)
II, 194, 207
Winberg (?) Georg Wolfgang von —
II, 252 (73)
Windisch-Feistritz i. Steiermark II, 98,
200
Windischgarsten i. Oberösterreich II,
99, 201
Windisch-Matrey i. Tirol II, 100
Windsheim i. Mittelfranken II, 69, 196,
226 (31)
Winkler a, Augsburg
Berthold II, 59
Jak. Gottlieb II, 182
Ulrich II, 58. 307 (34)
Winklern i. Möllthal i. Kärnthenll, 100
Winter Nicolaus a. Augsb. 310, 316,
318; II, 58, 59
— Johannes a. Nürnb. 535 ; II, 78
Wipbach i. Krain 11, 98
Wirt (Wirth, Bierth) a. Ravensb.
Johannes 286; II, 64
Konrad 269; II, 64
Ulrich II, 64
Wisland Johannes a. Ravensb. 269
Wittich Veit (a. Nürnb.?) II, 194, 207
Wolf (Bulf) Heinrich u. Balthasar a.
Augsb. 583; II, 60
Wolfardo Otto (Utto?) II, 249
Wolff Daniel Friedr. a. Lengenfeld i.
Voigtland II, 192
— Hans a. Nürnb. II, 172, 195
Wolfger V. Ellenbrechtskirchen II, 91
Wolfhard a. Villach, Ballenbinder d.
Fond. 322; II, 20
Wolkenstein (i. Tirol), Ritter von —
Michel 422, 426, 427
Oswald 422, 435
Worms 671, 672, 678; II, 46, 67, 93
Würgner s. Schwab y lO
Württemberg Graf Eberhard i. Bart 4^^^^/^
II, 101 ^^^ '^
Würzburg 347, 349; II, 69, 101
— Bisch. Johannes 347
Y.
Yms s, Imst
Ypern (Ypra) (Tücher a. — ) 74
Yvanus a. Pordenone 1
z.
Zäberlein Jakob a. Kempten II, 183
Zärlstein (Kloster) i. Kärnthen II, 201
Zaff Nicolaus, reform. Geistlicher i.
Vened. II, 161
Zagorien i. Kroatien s. Seger
Zanchani Donatus, Sensal d. Fond. 814
Zanetti, Arzt i. Vened. II, 256
Zankenrid Friedrich II, 208
Zawnrnde Wilhelm, Ritter 541
Zehthoff (Herberge) s. v. Rottenmann-
Tauem i. Steiermark II, 201
Zeichenmacher (Zeichenmeister) Barthl
a. Nürab. II, 76
Zeiller Martin II, 179, 260, 274
Zeiring (Zeyring) i. Steiermark II, 50,
51, 99
Ober— U, 201
390
Personen- und Ortsregister.
1
Zelachum (= Cilli?) II, 289^
Zelandia s. Seeland
Zelini, Arzt i. Vened. II, 249
Zell a. See i. Pinzgau (Salzb.) II, 100
Zell Jakob II, 252 (90)
Zeller Otto Phil. a. Kempten II, 183
Zengg (Segna) i. Kroatien a. Adriat.
Meer 75, 622
Ziegler a. Landshut? (cf. Gigler)
— Barthl a. Nürnb. II, 76
— (a. Strassb. ?) s. Zilea
Ziereiischaub a. Regensb. II, 48
Zigale (i. d. venet. Lagune?) 786
Zilberti (Ziliberti, Gilberto) Domenico
a. Trient II, 137, 138, 173, 249
Zilea (= Ziegler a. Strassb.?) 653;
II, 188
Zili Johannes a. St. Gallen 557 ; II, 65
Ziliberti s. Zilberti
Ziller Christoph a, Laibach II, 54
Zimmernaann Johann Matthias (a. Nürn-
berg?) II, 196
Zink Burkhard a. Augsb. II, 59
Zirl i. Innthal II, 94, 199
Zittau i. Sachsen II, 192
Zodoler Johannes a. Regenb. 559; 11,
38, 49, 83
Zofingen i. d. Schweiz II, 199
Zoller Georg a. Memmingen-Augsburg
748; II, 184, 210
Zorigum s. Zürich
Zorzi s. Georg
Zorzi Pietro, Visdomino d. Fond. 699
Zuam, Zuan, Zuane s. Johannes
Zucher Ambrosius, Bartholus, Fran-
ziscus II, 250 (28)
Zürich (Cerigo, Zorigum) 82, 593, 793,
798; II, 66, 280 (?)
Zug i. d. Schweiz 593; II, 66
Zuglio (Julia Carnica) i. Carnien II,
100
Zusmarshausen i. Schwaben II, 199,
200
Zwingenberg i. Baden II, 97
e
Glossar
d. h. Verzeichniss seltenerer oder schwieriger zu erklärender lateinischer, ita-
lienischer und deutscher Wörter. Für die Vertheilung derselben unter die eine
der drei folgenden Gruppen war mir die Sprache des Originals massgebend.
Bezüglich der Art der Citirung gilt dasselbe, was bei dem Personen- und Orts-
register bemerkt wurde.
a) Lateinisch.
abacus Buchführung 24, 525
acconcium Ordnung 204, 240
admidolae = amigdolae Mandeln 223
affidare sicherstellen 136, 499
affinatura Verfeinerung 9, 216
agnellini Lammsfelle 789
ag09ia (agocii?) Gepäck? 57, 249, 250
aleviatio Erleichterung 306
ambra Bernstein 212, 488
amonitum = admunitum aufgefüllt 276
ancona Altartafel 483
appostare auflauem 537, 540
archeticus dolor = arthritica Gicht 268
atengi (acengi? arengi?) e. Fischart
(oder Häring?) II, 291 (3)
atteratum mit Erde angefüllt 276
auricalcum Messing 487, 491
aurum filatum Goldfaden, Golddraht 158
auscultare vorher prüfen? 510, 522
bachalaria = baccelleria (ital.) Verkehrt-
heit 221, 223
ballesta, ballista de cornu Armbrust
aus Hom 791
balleta kleiner Ballen 163
balneari nass werden 163, 171
balonus grosser Ballen 163
banchalia Altartücher 386
bandum Gesellschaft 203
baratum ad — auf Tausch 224
baylia Erlaubniss, Macht II, 292
berlina Pranger 146
biretum Barett 386
bisacchus Mantelsack 52, 265
bivarum Biberfell 386
bocharani s. bucharani
bombex Baumwolle 273
bota, botta Fass, Tonne 193; II, 291 (3>
bragales e. Münzsorte 86, 96
briga Streit 73, 185 a
bucharani e. feiner LeinenstoflF 56 (88),
800
bucheta = bocchetta (ital.) Schliesse (?)
II, 294 (11)
bullare mit glühendem Eisen zeichnen
II, 299 (23)
burcha (?) grössere Barke, Lastschiff 325
busolarius Schachtelmacher II, 319 (53)
bussola = cista Kiste? II, 306 (31)
butiglarii Kleinhändler 260
calare herunterlassen 203
canella = cannella Spule 43
canevacium Weisszeug 52
caneva9ia grobes Einpacktuch 199
canipa Schenke 31
canipacium = canevacium grobe Lein-
wand 164
caniparius Schenkwirth 212
canipum = canapo (ital.) Hanfseil 20S
caparum Kaufschilling 166
capellus Hut 212
capirones Sturmhauben? 36, 37
capsitula Kasten 38
capucii Kaputze 223
carichum Ladung 221
carigiator = caricator Lader 451
caroba = carruba Johannisbrod 787
casarolus Käsehändler 108
cave9ium (?) Abfall, Rest 109
cendatum e. Seidenzeug 88
centura Gürtel II, 294 (11)
392
Glossar.
= cessionarius Aktionär?
cessonarius
587
cinamonum Zimmt II, 294 (10)
circare untersuchen 212
circari sich suchen lassen II, 293 (8)
coclear Löffel II, 294 (11)
coUare schmelzen 104
conscientia Mittheilung 342
cordones Schnüre, Strähnen 80
credentia de — teneri = secreto ten.
geheim gehalten werden 260
cruceta = crocetta Kreuzchen II, 304 (31)
crucimanus = trucimanus, turcimanus
Dragoman, Dollmetsch 249, 250
cuminum Kümmel 234
cunini = pellicule cuniculorum Kanin-
chenfelle 340
cuntio in — tenere in gutem Stand
halten 694
cuppa Kelch II, 304 (31)
curiaca Kürass 37
defalcare abziehen II, 302 (29)
dicta Schuldforderung 597
diffalcatio Abzug 558
dimicator Fechtmeister (?) II, 299 (23)
disbrigare schadlos halten 301 ; II, 312
(42)
disfacere wegnehmen 168
drapedelli Lappen 203
drictum dictrum Recht, Zoll 114, 131, 301
elargare se — sich ausbreiten, sich ein-
lassen, zu Grösserem verpflichten 154
encantum = incantum Versteigerung 9
epicaustorium Kamin 307
erogare unterstützen II, 316 (47)
expulsi von der Berathung ausgeschlos-
sen 584
extimaria Schätzeramt 262
extimator Schätzer 262
falla Irrthum 113
fardellettum kleines Bündel 242
fardellum Bündel 164
fatus = fatto (ital.) zubereitet 450
felzetus Gondeldach 386
femenelli wilde Schösslinge (im Safran)
326
filus muri Mauerbalken 99
forum facere einen Vertrag absehliessen
II, 300 (26)
franchisia Freiheit 262
fratalea Bruderschaft 331
frixatura = fregiatura (ital.) Besatz II,
299 (23)
frixiachesii Friesacher Münze 162
frixium Ausputz, Bordüre 223
frustare = flagellare geissein II, 299 (23)
funda Beutel 55
furatula kleiner Laden oder Betrug 212;
II, 292 (6)
fustaneus Barchent 236
fuxina Schmelzhütte 216
garbasus = carbasus Segel 203
geto = getto (ital.) Schmelzen, Giessen
216; n, 336 (74)
grana Kermes 386
guastum Schaden 142
guastus verdorben 273
havere Habe 67
hosterius Gastwirth
105
100
imbolium (?) Umhüllung 386
impedire se — sich kümmern
impediri belangt werden 164
imprestita Anleihe, Schuldscheine 297,
414, 424
improperacio Beschimpfung 373
infilzata barcha gedeckte Barke 537
inpeticio Rechtsanspruch, Anklage 271
intacare angreifen 597
intromittere beschlagnehmen 15, 16
— aufschieben 418
intromissio Aufschub 418
investire Geld mit Nutzen anlegen 188,
236, 799, 809
involutura Umhüllung 386
josum = deorsum abwärts 246
laniare zerreissen, umstossen 152
lardo (statt lardum) Speck II, 298 (21)
latonum Messing 487
liga Legirung 179
ligatius Packet 84
loesti leicht? cf. panni 386
lotones e. halbe Unze (= Loth?) 298
ma9ii Büschel, Strähnen 158
manganum Mang 168; II, 300 (25)
mantile Tischtuch 386
marangona e.Thurmglocke inVened. 537
massa auri et argenti gegossenes Gold
und Silber 179
me9anus Unterhändler 103, 221, 222, 260
merzarius Krämer 162
messetaria Abgabe 83
minera Erzgrube, Bergwerk 567
minuta Konzept 622
monstra = mostra (ital.) Platz zur
Schaustellung 247
muda = muta Zoll, Mauth 246
muda = mutatio Wechsel 392
nap(p)a Kamin 307, 544
I
Glossar.
393
norabratoria? II, 298 (21)
nudius tertius vorgestern 586
ordegnum? Napf II, 298 (21)
pala ab altari Altartafel 485
palata Pfahlwerk 87
pancia Bauch, Leib 386
panni bastardi iinächt, gefälscht? 386
blavi blau 386
loesti leicht 386
medii mittlerer Qualität 386
vergati gestreift 386
vervi? 386
paonacius (?) violett 386
paraxides Schüsseln, Näpfe 11, 294 (11)
partitum Uebereinkunft 565
passavolantia Kanonen 597
paternoster 298
percotare = pillottare (ital.) mit bren-
nendem Fett beträufeln II, 298 (21)
perictio Schadenersatz 147
pesatura Wäggeld 83
placitare Berufung einlegen 418
platena? II, 298 (21)
plati a vino Barken mit Weinkufen 87
platinae auri Goldbarren 303
platus equus gemeines Pferd (?) 553,
558
ple9aria, plezaria Bürgschaft 72, 171,
230, 231, 234, 275, 303, 788
plegius, plezius Bürge 2, 288, 303
poiesus? 386
portonarius Thorhüter 212
postergare vernachlässigen 363
practicator Unterhändler 513
presonerius Gefangener 223
procavium? Vorstand 375
prode Interessen, Zinsen 414
proferta Anerbieten 303
punta = puncta Stich, Spitze II, 300 (26)
racio (?) Atlas 386
ragatius Diener 300
reaptare wiederherstellen 99
recaptare se — sich loskaufen 223
recatare - ricattare (ital.) wieder er-
langen 203
recipere wegnehmen 361
refusio = restitutio Ersatz 58
relatare berichten 327
remanere gewählt werden 527
remissio Genugthuung
reobarbarum Rhabarber 164
resta Zugseil? 203
revolutio = ambitus Krümmung 102
risma cartarum Riess Papier 266
rixa Streit 788
ronzenus equus gemeineres Pferd 558
saccuta = saccata, sachata e. Torturart
II, 298 (21)
salia e. Kleiderstoff 63
salnitrium Salpeter 241, 283, 450, 552
samitarius Seidenweber 225
samitus, sciamitus pillosus Sammt 46, 61
saraxinesca serratura Fallschloss 163
sartia Tauwerk 203
sarzia, sarza e. gröberer Leinwandstoff
386, 488
scalo ? geschrägter Balken ? 642
scansare abschaffen 342
scaraguayta Scharwächter II, 294 (10)
scarsella Geldbeutel IJ, 303 (30)
scilati = schirato, scoiattulo (ital.) Eich-
hörnchen 367
segale Roggen 563
serratura Verschluss 163
seta ab equo Rosshaar? 224
sforziata barcha Galeerenbarke? 802
siligo Winterweizen 563
sindon e. leichter Seidenstoff 46, 84
spatum auf Spulen gezogen? 158
speciaria, spiciaria Spezereien 75
spingere wegstossen 163
sta9onarii =^ stationarii Krämer 260
stagnum Zinn 229, 236
stangata = stanghetta ? (ital.) Gitter?
11, 303 (30)
storta = scorta (ital.) Führer, Beglei-
ter 249
strictum behindert 230
stronzata moneta beschnittene Münze 97
Studium Bureau, Schreibpult 364
suffultura Besatz 386
supportari ausgenommen werden 304
tabulariprozessiren, belangen lassen 460
taia = tallea Bauholz 246
talea = taglia (ital.) Preis auf den Kopf
eines Verbrechers oder Lösegeld 537,
584
talium (?) = taglio (ital.) Messerschneide
II, 300 (25)
tansare besteuern 338
— abziehen 187, 260
tanxare, taxare beschützen? 230, 231
tegmen Schutzhaus 694
tela lintea dealbata gebleichte Lein-
wand 267, 268, 270
teracium = terazzo (ital.) Fussboden II,
298 (21)
terraltum (?) 233
thoUomacius Dollmetsch 790
torti9a Seil 203
tracta Zoll 179, 799
tractus Verkauf, Ausfuhr, Zoll? 565
tratum Verth eilung 303
turcimanus Dollmetsch 300
394
Glossar.
urberarius = urburarius Zolleinnebmer
II, 303 (29)
valsia = valisia Felleisen 55
vara sine — ohne Falsch, wahrlich 378
vari? e. Pelzart (vom grauen Eich-
hörnchen) 301, 367, 386
varnacee = varnacchia Gewand 367
varotas ad — zum Grauen Eichhörn-
chen? II, 322 (60)
vasselum kleineres Gefäss 193
vastnm = guastum Schaden 138
vellutum Sammt 223
velus Schleier 212
venderigula = venderigola (ital.) ^== re-
vendicola Trödlerin II, 300 (25)
vera = virga Stange b. Kupfer II, 299
(24)
vergati gestreift (cf. panni) 386
veri Gläser 201
vermileus? Cochenüle 88
vervi? panni 386
vianenses Wiener Münze 264, 265
victura Fuhrlohn 177
9affaranum Safran 80, 785
zalonus = gallonus Borde, Tresse 386
zanchata fenestra vergittertes Fenster
520
zatra = zattera (ital.) Flossholz 246
9in9iber Ingwer 222
zucharum Zucker 75, 273
zuchari pulvis Staubzucker 241, 338
zupparius salis Vorstand der Salzgru-
ben 358
b) Italienisch.
affazeto = affaccettato eckig geschnit-
ten II, 336 (73)
amontare = ammontare Summe, Be-
trag 558
ampuö = ampö, ancora ferner II, 321 (56)
anditi Gänge, Corridors 657
antimonio Spiessglas II, 197
arsin(t)ico Arsenik II, 197
artesani = artigiani Handwerker II,
342 (81)
avanzi Waarenreste 699
baldekino e. Seidenstoff II, 105
banca de scola Vereinigung der Häup-
ter einer Bruderschaft II, 337 (75)
baracani Berkan (Wollenstoff) 721
batioro Goldschläger 810
bertoelli = bandelle Thürbeschläge ?
n, 197
bulgari (pulgari) gewerckte Kalbsfelle
(Juchten) II, 197
camocato e. Seidenstoff II, 105
campione Muster 708
canoni Ofenröhren 657
cantante lautend 741
cappelletti Köpfchen der Gewürznelken
II, 119, 198
carise, carisea, kirsei e. Wollenzeug II,
197, 342 (81)
cebelini = zibellini Zobel II, 197
chanevapa = canevazza Einpacktuch 338
cimare scheeren 619
colar schmelzen II, 334 (71)
comin Kümmel 338
cordeladi e. feiner Wollenzeug II, 197
corduani Saffian II, 198
cunar = cugnar, coniar schlagen, graben
II, 334 (71)
desasio = disagio Noth, Beschwerde 661
detta = ditta Firma 741
dopleti u. doploni Futterbarchent
dreto = diritto Recht 702
exbursar auslegen, bezahlen 522
finiti ducati abgenützte, ausser Kurs
gesetzte Dukaten? 712
for90 — sforzo Heer, Gros 644
friseto Organsinseide II, 197
galanga Kalmuswurzel II, 119
galla Galläpfel II, 198
geto = getto Schmelzen, Giessen II,
336 (74)
giozza Schlagfluss II, 249
grisolotti (Bezeichnung für geringere
Kaufleute) 657
grograni == grosgrain e. Seidenstoff 721
herbazi e. Wollenstoff 721
indrezzo = indirizzo Leitung, Einrich-
tung 777
insir =; uscire fortgehen 488
inzenso Weihrauch II, 119, 198
levare aufnehmen, aufzeichnen 596
loue zeruieri Luchsfelle II, 197
lume di rocha = Alon, Alaun II, 198
mal nascente Geschwulst II, 249
manizar = maneggiare verwalten 636
maramato Goldbrokat II, 105
marcheseta Schwefelkies II, 197
mazis Muskatblüthe II, 119, 198
mazuccho Starrkrampf II, 249
myra Myrrhe II, 198
ormasin , ormesino e. Seidenstoff 708 ;
II, 198
n
Glossar.
395
pesteygi e. Frucht? II, 198
petecchie Scharlach? II, 249
pignoU Zirbelnüsse II, 198
poloni e. Tuchart II, 197
portegalli = porticali Gänge 657
quelori = colori, coloro jene 11, 335 (71)
reale e. Münzsorte 777
redrizzar = indirizzare richten, wenden
II, 820 (55)
remesso lavorar de — mit Holz belegen,
einlegen II, 253
resteigno d'oro e. Tuchart II, 198
ri3igal(lo) Rauschgelb, Schwefelarsenik
II, 197
rovano rothgrau 708
sachetti Räucherkissen? 706
santoni e. Tuchart II, 197
sarsse = sarze grobes Wollentuch II, 197
scontro kontrollirender Beamter 657, 707
semenzina Wurmsamen II, 119
sensa = ascensione Himmelfahrt Christi
707
soffito Deckenverzierung, Plafond 703
sparagnar ersparen II, 334 (71)
spasemo = spasima Reissen, Krampf
II, 250
spazar wegschaffen 579
spendadore Wirthschafter 705
spiga Lavendel II, 197
spoiar = spogliare berauben II, 335 (71)
stuore = stuoja Strohmatte 338
tegname = tigname Räucherwerk 338
uva passa Rosinen 338
uva di Candia Rosin- Weinbeeren II, 198
vavole = vajuole Blattern II, 249
verzin(o) Brasilienholz 88
viandanti (Bezeichnung für kleinere
Kaufleute) 653, 657
zaffero = zaffera Saffara e. Färbstoff
II, 197
zagho, zago = chierico Geistlicher II, 257
zambellotti Kamelotte II, 119, 198
zeloni? II, 197
zugatoni? e. Stoff II, 105
c) Deutsch.
abenteuer Kleinodien U, 106
abschaiden fertig werden 350
akaley-tuch II, 106
anstal Waffenstillstand 667
anstellen verschieben 687
aufslagen Aufschub 672
aussrichtung Erledigung oder Entschei-
dung 348
bedaht Erwägung, Bedenkzeit 669
behaben beweisen 379
bekomenlich bequemlich 669
berichten ordnen 366
beriten angreifen 666
berueblich = beruoweliche ungestört 676
beruhemen erzeigen 779
boxhorn Johannisbrot II, 104
bursat halbseidenes Zeug II, 106
chriechel e. Weinsorte 202
corosyn? II, 105
cotpoln e. Fischart II, 105
cremessyn Karmoisin 412
darlegen = darlehen Aufwand, Kosten
687
entslahen befreien 687
erbessern, erbesserung Verbesserung 759
erleiden darauf bestehen 666
erwinden fehlen, mangeln 759
flecken Stück Zeug 379
furbassmer weiterhin 364
fürbilden festsetzen 704
gehellen Zustimmung 667
gere Begierde 498
gerewmen einen — tag geben einen Tag
anberaumen 428
gestimbt erwähnt 686
geverde on — ohne Hinterlist 354
geverlich hinterlistig 432
gewant = verwant betheiligt 366
gezierde die Reichskleinodien 466
gloriät s. lörgat
glunffen = Glufen (Heftlein)? II, 197
gugler Leinenzeug II, 106
hantierung Kauf handel 413
hausen e. Fischart II, 105
herbraht von früher her im Besitz 364
hüttenrauch II, 105
hundskappen Visier oder Sturmhauben
II, 106
imber Ingwer II, 198
irios? (= lat. iris) Veilchenwurzel II, 198
Joppenseide II, 106
jornal Einnahme- und Ausgabebuch
II, 40
396
Glossar.
n
kamlit = kamelot Wollenzeug II, 105
kanel = cannella (ital.) Zimmt II, 105
karatti = carati (ital.) e. Steuer (Ge-
richtssporteln ?) 468
kemlin-gewand Zeug aus Kameelhaaren
II, 106
keren ersetzen 438
kinla-belg Kaninchenfelle II, 197
kotzen grober wollener Mantel II, 105
kröpffelle Halsstück von Pelz II, 106
künleinfelle Kaninchenfelle II, 106
kyrsat e. Zeugname II, 106
lecz = letze Abschiedsgeschenk 707
lörgat = gloriät Lärchenharz II, 105
löschen eine Art Leder zum Einpacken
n, 105
luttrung = liuterung Erläuterung 369
lyrichhosen = larichhosen? von feine-
rem" Werch II, 106
mainsten am — am meisten 761
malvasi e. Weinart 202
palmatseide II, 106
pavpen besuchen, frequentiren 852, 503
peyeri e. Leinwandart II, 197
phennwert = phennincwert Verkaufs-
artikel 438
plahen grober Rupfen II, 105, 197
plewg = bleug schüchtern 335
poccaschyn = bocassino (ital.) Doppel-
futterbarchent II, 105
postzendel e. Tuchart II, 198
prechenthalb = brechenhalb wegen
Mangels 428
prennt? II, 105
pruefen bemerken 427
rupfen Leinwand aus Werg II, 197
sabaina = sabina (lat. u. ital.) Oel oder
Erucht vom Sade- oder Sevenbaum
II, 106
sarrasmat? II, 105
scheinbote bevollmächtigter Stellver-
treter 354
schmer Fett II, 105
schuldbuch e. Art Rechnungsbuch II, 40
(seidenarten II, 198)
serwitz = zirbitzer, Drogue aus der
Zirbelnuss II, 197
spintel? II, 105
spongrün Grünspan II, 197
stattzendel e. Tuchart II, 198
sturzhauben e. Schleierart II, 106
tegel Lehm? II, 105
terrant? II, 105
töckelseide II, 106
troyisch gewicht Troy-Gewicht (numis-
matischer Terminus) 379
truseinhosen? II, 106
überfaren übertreten, unterlassen 517
ubersiglich zur Besiegelung 688
umbetriben belästigen 466
unterwinden sich — sich bemächtigen
364
urpiettung Erbieten 688
vastmus Fastenspeisen 202
verdaht betheiligt 366
verfurtelung Uebervortheilung 755
veriol = vetriuolo, vitriolo (ital.) Spon-
grün, Grünspan II, 197
Verlag Benützungsrecht? 775
vertedingen verhandeln 366
Verwesung Verwaltungsbezirk 691
volgan vollzogen werden 452
wetschgertaschen Felleisen II, 197
widerkeren zurückgeben 369
yrch gearbeitete Bockhäute II, 105
zelen erklären 498
zendeldort e. Tuchart II, 198
zitwar e. bittere Wurzel II, 105
zockeln Holzsehuhe II, 106
'^^:^:^
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HF
3588
G3S5
Bd,2
Simons feld, Henry
Der Fondeco dei Tedeschi
in Venedig.